Laibacher sceuLZEiim. Erscheint am 10. und 25. jedes Monats. Organ des krainisclien Landes-Lelirervereines. Schriftleiter: Johann Sima. Schriftleitung: Petersdamm Nr. 51. XV. Jahrgang. Bezugspreise: FürLaibach: Ganzjährlich fl. 2 •(>(), halbjährlich fl. 1*40.— Mit der Post: G an/.jährlich n.2'80, halbjährlich fl. 1 ‘ f»0. Versendung: Ruchdruckerei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, Bahnhofgasse Nr. 15. — Anzeigen werden billigst berechnet. Schriften und Werke zur Beurtheilung werden kostenfrei erbeten. — Vereinsmitglieder erhalten das Blatt umsonst. Ein Rückblick auf den hygienischen Congress. Die ärztliche Ueberwachung der Schulen lässt noch recht viel zu wünschen übrig, und die ständigen Commissionen für die Schulgesundheitspflege, wie sie auf Grund der Verordnung vom 20. Februar 1874 bei jedem Bezirksschulrathe zu bestehen haben — wie leben sie? Darum wirkte es wie ein erwärmender Strahl der Frühlingssonne auf uns, als der hygienische Congress, der in diesem Jahre in Wien zusammentrat, auch die Schulhygiene aufs Korn nahm und der Einsetzung von Schulärzten recht eindringlich das Wort redete. Wir können uns in alles das, was bei dieser Gelegenheit die verschiedenen Redner aus den einzelnen Staaten vorbrachten, leider nicht einlassen, da es uns dazu an Raum gebricht, doch die Ergebnisse der Berathungen wollen wir unserem Leserki-ei.se keinesfalls vorenthalten. Was die ärztliche Ueberwachung der Schulen anbetrifft, nahm man folgende Resolution an: 1.) Das Interesse der Staaten und der Familien erfordert eine dauernde Betheiligung sachverständiger Aerzte an der Schulverwaltung; 2.) Zweck dieser Betheiligung ist, Gesundheitsschädlichkeiten des Schulbesuches und Unterrichtes von den Schülern und Schülerinnen abzuhalten und auf eine gesundheitsförderliche Thätigkeit der Schule hihzuwirken; 8.) Mittel hierzu sind theils Gutachten, theils periodische Schulinspectionen unter Zuziehung der Schulvorsteher, besonders auch während des Unterrichtes; 4.) vor allem ist eine staatliche hygienische Revision aller öffentlichen und privaten Schulen einschliesslich der Vorschulen (Kindergärten etc.) nothwendig; die dabei gefundenen Missstände müssen schleunigst beseitigt werden; 5.) in jedem Schulaufsichtskörper muss, wo und sobald ein Arzt vorhanden ist, derselbe Silz und Stimme haben; 6.) die hygienische Schulaufsicht ist sachverständigen Aerzten, gleichviel, ob sie beamtete Aerzte sind oder nicht, anzuvertrauen; 7.) von den vorstehenden Gesichtspunkten aus ist die Betheiligung sachverständiger Aerzte am Schulwesen in die in den einzelnen Staaten bestehenden Organisationen der Schulverwaltung als integrierender Theil einzufügen. In Bezug auf den hygienischen Unterricht dagegen einigte man sich für Folgendes: a) Der Staat hat zu sorgen, dass die Bevölkerung zur Mitwirkung an der öffentlichen Gesundheitspflege herangezogen und daher in das Verständnis der allerwesentlichsten Grundsätze der Gesundheitslehre eingetührt wird, da der Schutz der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bevölkerung von ausschlaggebender Bedeutung für die allgemeine Volkswohlfährt ist. b) Er hat daher in der Volksschule für beide Geschlechter einen fasslichen und einfachen Unterricht über Bau und Thäligkeitslehre des menschlichen Körpers, über die Grundbedingungen seiner Gesunderhaltung gegenüber den gewöhnlichen Lebensverhältnissen im Geiste des Gesammtunterrichtes einzuführen, sonach in den untersten Gassen im Wege der Lesestücke, später in kurzen systematischen Umrissen, durchwegs auf Verständnis und richtiges Denken auf Grund eigener Anschauung hin-arbeitend, nicht als blosse Gedächtnisübung. Diese Belehrungen werden in den Fortbildungsschulen entsprechend erweitert. In den Mädchenschulen sind thunlichst die hygienischen Verhältnisse der Wohnung, Körperpflege und Nahrung in den wichtigsten Sätzen etwas eingehender zu behandeln, c) Zu diesem Zwecke ist ein fasslicher, systematischer Unterricht in der Gesundheitslehre überhaupt und der Schulgesundheitspflege insbesondere als Endziel allgemein biologischer Bildung durch Aerzte an den Lehrerund Lehrerinnen-Bildungsansfalten obligatorisch einzuführen und der Nachweis ausreichender Kenntnisse aus derselben bei der Prüfung für die Lehrbefähigung zu verlangen. Ueberhaupt haben alle Personen, welche die Lehrbefähigung für irgend eine öffentliche oder private Schule erwerben wollen, die Kenntnisse der Gesundheitslehre nachzuweisen. Für Lehrer sind Ferialcurse zum Unterrichte in der Hygiene zu errichten, d) Wünschenswert wäre, wenn auch allgemach in den Mittelschulen in Verbindung mit. dem naturwissenschaftlichen Unterrichte hygienischer Unterricht ertheilt würde, aufgebaut auf dem elementar-hygienischen Unterrichte der Volksschule, ohne dass aber dabei eine Mehrbelastung der Schüler herbeigeführt wird. In den höheren Mädchenschulen erscheint, dieser Unterricht unbedingt nothwendig. e) In den Priesterseminarien sowie überhaupt an den Lehranstalten für Seelsorger ist ein fasslicher kurzer Unterricht über die wichtigsten Grundsätze der Gesundheitspflege einzurichten und der Nachweis des erfolgreichen Besuches dieses Unterrichtes zu verlangen, f) An den Gewerbeschulen ist. die Gewerbehygiene, so weif, sie das Unterrichtsfach berührt, in fasslicher und anschaulicher Weise zu lehren, g) Es ist unbedingt nothwendig, dass für Aerzte die Gesammthygiene (experimentelle und angewandte) obligatorischer Unterrichts- und Prüfungsgegenstand ist, und dass diesbezüglich an allen medicinischen Facultäten für Lehrkanzeln mit ausreichend dotierten Instituten gesorgt wird, h) An den technischen Hochschulen ist der hygienische Unterricht unter besonderer Betonung der Gewerhehygiene und der hygienischen Technik nothwendig, und wäre der Nachweis ausreichender Kenntnis darin vor Diplomierung oder Vollendung der Studien zu fordern, i) Es sind Specialcurse über experimentelle und angewandte Hygiene einzurichten für diejenigen, welche die medicinischen Studien bereits vollendet haben und sich dem öffentlichen Sanitätsdienste widmen wollen. Zur Behandlung* der Lesestücke auf der Oberstufe. In der heutigen «Bücherschau» findet sich der vierte Band eines Werkes verzeichnet, welches unserem Leserkreise nicht mehr fremd ist. Eine Probe aus demselben möge auch nun diesem Theile als Empfehlung dienen und darthun, wie der Verfasser das R ä t h s e I behandelt wissen udih* Hiebei wird nämlich folgender Gang im Auge behalten: * Welchen Lehrgang wir bei der unterrichtlichen Behandlung der Riithsel als recht denkanregend finden, zeigten wir in der ersten Nummer des zwölften Jahrganges der «Laibacher Schulzeitung». Die Schriftleitung. 1. Vorlesen und (einmaliges) Nachlesen. II. Erläuterung des Inhaltes. 1. Strophe. Von wem ist in unserer Grundlage die Rede? — Was thun die vier Brüder? (Sie geh’n spazieren, d. h. sie gehen, um zu spazieren, um sich zu ergehen; sie gehen [wandeln] zu ihrem Vergnügen, zu ihrer Lust, sie lustwandeln. — Hinweisen auf ähnliche Verbindungen: spazieren fahren, spazieren reiten, schlafen gehen, liegen bleiben, kommen sehen, läuten hören etc.) Wie lange gehen sie spazieren? («jahraus jahrein», d. h. ein Jahr wie das andere, alle Jahre, oder auch: daz ganze Jahr hindurch. — Aehnliche Ausdrücke: tagaus tagein, landaus landein, stromauf stromab, kopfüber kopfunter [s. im II. B. d. C., S. 206] etc.) — Wo gehen die vier Brüder spazieren? («im ganzen Land», d. h. überall hin.) — Die Brüder gehen aber nicht miteinander; wie kommt jeder von ihnen? («für sich allein».) — Warum gehen die Brüder spazieren? (um «uns Gaben zuzuführen», d. h. um uns Geschenke zu bringen.) 2. Strophe. Wie kommt der erste der Brüder? («mit leichtem Sinn», d. h. mit heiterem, munterem, frischem [nicht, mit traurigem, finsterem, ernstem Sinne oder Ge-müthe.) — In was ist er «gehüllet» oder gekleidet? («in reines Blau».) — Was streut (streuet) er hin oder aus? — Womit, füllt er die Blüten? («mit Düften», mit Wohlgerüchen.) — Wie sind deshalb die Blüten? (duftend, wohlriechend.) — Welche Gaben (Geschenke) bringt uns also der erste Bruder? (Knospen oder Augen, aus denen dann Blätter und duftende [wohlriechende] Blüten hervorbrechen.) 3. Strophe. Wie tritt der zweite Bruder auf? («ernster».) — Mit wem ist er verglichen? — Der erste Bruder kommt, mit leichtem (heiterem) Sinn’; mit was für einem Sinne kommt also der zweite? (mit einem weniger leichten oder weniger heiteren, also mit einem ernsteren Sinne.) Womit ist sein Auftreten verbunden? («mit Sonnenschein und Regen».) — Was streut er in seinem Laufe (während der Zeit seines Auftretens) aus? («Blumen» und «der Ernte reichen Segen».)* — Welche Gaben bringt uns demnach der zweite Bruder? 4. Strophe. Wie nahet der dritte Bruder? («mit. Ueberfluss».) — Er bringt, uns daher mehr, als wir brauchen; er bringt uns so viel, dass wir davon noch Vorrath für eine spätere Zeit sammeln können; was ist deshalb auch von ihm (in der 2. Zeile) gesagt? («Er füllet Küch’ und Scheune».) — Was bringt er uns? («viel Aepfel, Nüss’ und Weine».) — Wozu bringt er uns Obst und Wein? («zum süssesten Genuss».) — Aepfel, Nüsse, Weintrauben und verschiedene andere Früchte essen oder geniessen wir gern, ihr Genuss ist uns überaus angenehm oder ausserordentlich süss. — Welche Geschenke erhalten wir also von dem dritten Bruder? 5. Strophe. Der erste Bruder kommt, mit leichtem (heiterem), der zweite mit ernstem Sinne; vom driften, der mit Ueberfluss naht, könnten wir sagen, er sei mit Gaben (Geschenken) für uns reich beladen, also uns jedenfalls wohlgesinnt. Bei dem vierten Bruder ist das nicht der Fall; was ist von ihm gesagt? («Verdriesslich braust der vierte her».) — Er ist also unfreundlich, mürrisch, finster; auch kommt er mit heftigem Lärm (Getöse), brausend, stürmisch, tobend daher. — Der erste Bruder ist «in reines Blau gehüllet»; was ist aber von dem vierten gesagt? (Er ist «in Nacht und Graus gehüllet».) — Wann er kommt, dann ist das reine Blau nicht seifen durch dichten Nebel oder durch dunkle Wolken verdeckt, und sein verdriessliches Daherbrausen in Wind und Sturm erweckt in uns Schaudern und Grauen. — Wie sieht (findet) er das * Der erste der vier Brüder «streut.................Blüten hin» (s. d. 2. Str.), der zweite «streut Blumen aus» (s. d. 3. Str.). Feld, den Wald, die Wiese? («leer». — Die Feldfrüchte sind bereits in die Scheuern eingeführt, die Obsternte und Weinlese sind vorüber, der Blumenschmuck der Wiese ist verschwunden, Baum und Strauch stehen kahl, blätterlos da.) -— Womit erfüllt (bedeckt) der vierte Bruder Feld, Wald und Wiese? («mit Schnee».) — Welche Gaben bringt uns demnach der vierte Bruder? 6. Strophe. Diese beginnt mit einer Frage; wie lautet dieselbe? — Was heisst das: «Die Brüder jagen einander?» (Einer nach dem andern geht rasch vorüber, einer treibt oder vertreibt gleichsam den andern.) -— Ihr sollet nun sagen, eigentlich: ralhen oder errathen, «wer die Brüder sind»; das ganze Gedicht ist also ein Räthsel, und zwar ein leichtes (ein leicht aufzulösendes). Mit welchen Worten sagt dies der Dichter? («Leicht räth sie wohl ein jedes Kind», d. h. jedes Kind kann leicht errathen, wer die Brüder sind, es vermag leicht ihre Namen zu finden.) — Und da die Namen der vier Brüder so leicht zu errathen sind, so braucht der Dichter sie nicht selbst zu sagen (s. die letzte Zeile). Wir wollen nun die Merkmale des Räthsels (die Angaben über die vier Brüder) kurz zusammenfassen, und ihr möget dann versuchen, das Räthsel zu lösen. III. Zusammenfassung der Räthselmerkmale. 1. ) Die vier Brüder überhaupt (1. Strophe). Sie ziehen ein Jahr wie das andere (alle Jahre) durch das Land; jeder kommt allein, aber einer reicht gleichsam dem andern (seinem Nachfolger) die Hand; jeder bringt uns Gaben (Geschenke) mit. 2. ) Die vier Brüder im einzelnen und ihre Gaben (2. bis 5. Strophe). a) Der erste Bruder und seine Gaben (2. Strophe). Er ist heiteren Sinnes, hüllt sich in heiteres Blau, bringt uns Knospen, Blätter und wohlriechende Blüten. b) Der zweite etc. (3. Strophe.) Er ist ernsteren Sinnes; Sonnenschein und Regen sind seine Begleiter; er bringt uns Blumen und den Segen der Ernte mit. c) Der dritte etc. (4. Strophe.) Er ist mit Ueberfluss gesegnet, füllt, mit diesem Küche und Scheune (oder: unsere Vorrathskammern), bringt uns namentlich Obst und Wein. d) Der vierte etc. (6. Strophe.) Er ist unwillig (verdriesslich), mürrisch, braust mit Stürmen und Toben daher, ist in ein düsteres Gewand gekleidet, bringt Schnee (also auch Kälte und Frost). 3. ) Aufforderung zur Lösung des Räthsels. IV. Die Räthsellösung. Sollten die Schüler nicht, schon bei der Besprechung des Lesestückes oder doch bei der Zusammenfassung der Merkmale die Lösung gefunden haben, so dürften wohl ein paar Fragen genügen, sie auf die rechte Fährte zu bringen. Man stelle etwa folgende Fragen: Wann (oder: Zu welcher Zeit des Jahres) öffnen sich die Knospen? —• Wann brechen aus ihnen (und zwar aus den Blattknospen) die Blätter hervor? — Wann bilden sich aus ihnen (und zwar aus den Blütenknospen) die Blüten? — Die Kinder werden sicher darauf zur Antwort geben, dass dies im Frühling geschehe, woraus sich dann leicht von selbst ergibt, dass der erste der Brüder, der uns Knospen Blätter und Blüten mitbringt, der Frühling sein müsse. — Ueber den weitem Vorgang bei der Lösung brauchen wir nichts mehr zu sagen, und es möge nur noch bemerkt sein, dass es sich empfehle, nachdem die Schüler erkannt haben, es seien unter den vier Brüdern im Räthsel die vier Jahreszeiten zu verstehen, an sie die Forderung zu stellen, die Richtigkeit, der Lösung schriftlich nachzuweisen. V. Einlesen, Memorieren und Recitieren. VI. Zur weiteren Verwertung. Das Räthsel von den vier Brüdern. (Nachweis, dass die vier Jahreszeiten der Gegenstand des Räthsels sind.) Ausführung. Unter den vier Brüdern, von denen in diesem Räthsel die Rede ist, sind die vier Jahreszeiten zu verstehen. Wie keiner der vier Brüder dem andern gleicht, so sind auch die Jahreszeiten von verschiedener Art (Beschaffenheit), und wie jene, so ziehen auch diese durchs ganze Land, kommen nicht mit, sondern nacheinander, reichen aber einander gleichsam die Hand (insofern nämlich dem Frühling der Sommer folgt etc.), auch bringt jede für uns gewisse (bestimmte) Gaben mit. Der erste der vier Brüder ist der Frühling. Er kann mit einem fröhlichen Knaben verglichen werden; er bringt uns den reinen blauen Himmel (im Gegensätze zu den dichten Nebeln des Herbstes und den düsteren Schneewolken des Winters); seine Geschenke sind die schwellenden Knospen, das grüne Laub, die duftenden Blüten. Der zweite unter den Brüdern, der Sommer, gleicht einem ernster gesinnten, kräftigen Jünglinge, der schon mit Anstrengungen zu kämpfen hat; er bringt uns heissen Sonnenschein, zuweilen strömenden Regen und mitunter heftige Gewitter, wohl aber auch zahlreiche liebliche Blumen und als Hauptgabe die Ernte der Sommerfrüchte. Der dritte in der Reihe der Brüder, der Herbst, mag uns wohl wie ein reich gesegneter Mann verkommen, der uns eine Ueberfülie von Gaben für Küche und Scheune bringt, uns namentlich aber mit Obst und Wein beschenkt. Der letzte von den vier Brüdern, der Winter, kann als ein mürrischer Alter mit finsterem Antlitz angesehen werden; sein Anblick flösst uns Grauen ein; als Gabe bringt er uns den Schnee, mit dem er die leeren Fluren bedeckt. Jede Jahreszeit geht schnell vorüber; eine wird gleichsam von der andern verjagt oder vertrieben. Rasch folgt dem Frühling der Sommer, diesem der Herbst, der bald wieder vom Winter verdrängt wird. Ehe wir noch daran denken, ist auch schon wieder ein Jahr verflossen. Stationen meiner Lebenspilgerfahrt. Aus den Erinnerungen eines alten Lehrers. (Milgetheilt von Hans Ecke.) (Fortsetzung.) Es bedarf wohl keiner weiteren Betheuerung, dass ich für die frommen Vertreter desjenigen, der seine Lehre in die Worte zusammenfassen konnte: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!» nicht mein Herz in Liebe aufgehen liess, meine Ideale der Jugendzeit begannen zu schwinden, und bald sollte ich erkennen lernen, dass Lehre und Diener nicht eines seien. Die Bosheit, welche mir hier in so ungeschminkter Weise entgegentrat, fand sofort in der gerechten Entrüstung des Magistrates, der von Seite des Syndicus unterstützt ward, Ausdruck. Auch jetzt war es mein Gönner, welcher den sinkenden Muth hob und durch sein energisches Auftreten den Dechant zwang, das Decret herauszugeben, nachdem man sich den actenmässigen Beweis verschafft hatte, dass dasselbe längst bei ihm erliege. Nur seinem Auftreten hatte ich es zu danken, dass meine Existenz nicht vernichtet ward, denn nur drei Tage vor dem letzten Termin erhielt ich das folgende Decret von dem Dechant durch den Magistrat übermittelt. Dasselbe ist auf starkem Büttenpapier, wie es heute nur selten in den Handel kommt, auf Kleinbogenformat ausgestellt. Der obere Theil zeigt nebst dem Sechskreuzer-Stempel den k. k. Cont.-Stempel «Brünn den 8. November 1839». Nachdem die Nummer des Gestionsbuches Platz gefunden, beginnt dasselbe also: Auf Einschreiten der Hochwürdigen W........er Schuldistrictsaufsicht wird der zur W.............er Pfarrschule aufgenommeue Sehulgehilf. . . . (folgt der Name) auf diesem Posten in der Zuversicht, bestätigt, dass er seine Dienstpflichten pünktlichst erfüllen, an seiner Ausbildung im Schulfache und in der Kirchenmusik eifrigst. fortarbeiten, seinen Vorgesetzten geziemende Achtung und willigen Gehorsam erweisen und insbesondere einen sittlich frommen, zum Muster für die christliche Schuljugend dienenden Lebenswandel führen werde. Beschlossen zu 0 ... im Fürst-Erzbischöflichen Consistorium am 18. Dezember 1839- Rchsfrh. v. Th . . . J. B. P . . . . Prälat, Scliuldistricts - Aufseher. Dompropst uml Präses. (Siegel des Consistoriums.) Beinahe ein halbes Jahr war seit der Ausstellung und Auslieferung des Decretes verflossen. Nun war ich gesichert, da ich meine Pflicht in jeder Beziehung zu erfüllen trachtete. Der Privatunterricht, sowie in den Ferienmonaten die allgemeinen Extrastunden, die ich während des Schuljahres wegen Mangels eines Locales nicht hallen konnte) wirkten günstig auf meinen Geldsäckel ein, zählte ich doch nahezu 100 Schüler unter meiner Leitung. Wohl nimmt sich der Preis, der hiefür gezahlt wurde, mit Rücksicht auf den heutigen Geldwert eigenthümlich aus, ja er gleicht einem Bettellohn. Die Kinder der Arbeiter zahlten täglich 1 Kreuzer Scheingeld; jeden Montag ward beglichen, was in der vorhergehenden Woche von ihnen an erlaubtem Wissen aufgenommen worden. Auch der Bürger leistete nur 25 Kreuzer, und zwar in monatlichen Ralen; gar wenige gab es, welche aus eigenem Antrieb die Summe verdoppelten. Für Privatstunden in den Häusern selbst waren die Preise verschieden, sie schwankten zwischen zwei und einem halben und drei Gulden Schein. Wie gering die Summe auch scheint, sie entsprach ganz und gar den damaligen Verhältnissen, da die Lebensmittel ungemein billig waren. Soweit es mir erinnerlich, zahlte man für sechs Stück Eier 3 Scheinkreuzer oder nach heutiger Währung 2 Neukreuzer, für das Pfund Kalbfleisch (1ji Kilo) 8 Scheinkreuzer, beiläufig 5 Neukreuzer, eine Mass Bier 2 Groschen oder 4 Neukreuzer. Wenn ich auch durch meine Nebenbeschäftigungen stark in Anspruch genommen war, so liess doch meine Stellung jetzt nichts zu wünschen übrig, da auch das Verhältnis zu den Lehrern nach und nach ein erträglicheres wurde. Noch im Verlaufe des Jahres, das durch die Liebenswürdigkeit des hochwürdigen Herrn Dechants für mich so verhängnisvoll hätte werden können, suchte ich die Lehrerprüfung abzulegen, und es gelang mir, nachstehendes Zeugnis zu erwerben: «Vorzeiger dessen, Herr (folgt der Name), derzeit angestellter Gehilfe an der Trivialschule zu W .... , hat bei der mit ihm in Ansehung der Lehrtüchtigkeit vorgenommenen mündlichen und schriftlichen Prüfung bewiesen, dass er sowohl in der Theorie der für Trivialschulen vorgeschriebenen Lehrgegenslände, als auch in der praktischen Ausübung derselben, dann aus den Hauptstüoken über die sittliche und körperliche Erziehung der Kinder und in der Kenntnis der Schulamtspflichten die erste Classe mit Vorzug verdient hat. 0.........am 23. Oktober 1840. Kann als Lehrer in Vorschlag gebracht werden. Frh. v. Th .... (Siegel des Consistoriums.) Scholast, inf. Prälat, Schulen-Oberaufseher. P . . . . F........ k. k. Diöcesan-Hauptsclmldirector. Damit war ich allen Bedingungen für die Ausübung der Lehrthätigkeit auch für die künftigen Tage nachgekommen. So verflossen zwei Jahre in gleichmässiger Wirksam- keil ; meine Stellung hatte sich immer mehr gefestigt. Der alte Lehrer war inzwischen gestorben, und der Provisor, welcher ihm zur Seite gestanden, erhielt die Elemenlar-classe, während der Lehrer, der bisher daselbst den Unterricht versehen hatte, in die erste Gasse aufstieg. Der Gehalt vergrösserte sich nämlich mit den Gassen. Wiederum dauerte dieser Zustand nicht zwei Jahre, da der Lehrer der ersten Gasse um eine Rectorstelle in dem nächstgelegenen kleinen Städtchen W . . einkam und dieselbe auch erhielt. Dadurch waren für mich die besten Aussichten geschaffen, da nun eine Vorrückung slatlfinden musste und der Posten eines Lehrers an der Elementarclasse mir nicht entgehen konnte, nachdem ich der einzige von der Stadt angestellte Lehrer war, überdies auch meine Thätigkeit schon eine Reihe von Jahren dauerte. So schien es. Da trat ein Umstand ein, der alle Combinationen über den Haufen warf. Dass Protection mehr wert sei, als Zeugnisse und Verdienst und Erfahrung im Schulfache, sollte sich nur zu bald bitter auch hier erweisen. Den Lehrerposten an der Elementarclasse erhielt ein früherer Tuchmachergeselle, und ich gieng leer aus. Die Sache kam also. Der eben erwähnte Handwerker halle sich erst, ziemlich spät entschlossen, seinen Webestuhl mit dem Katheder zu tauschen. Als derselbe den Präparandencurs zu T . . . absolviert hatte, gelang es ihm, nachdem er keinen Posten als Schulgehilfe erhalten konnte, gewisser-massen als Hofmeister im Hause seines ehemaligen Fabriksherrn, des Sohnes des Bürgermeisters, unterzukommen. Er hatte sich die Zufriedenheit desselben in kurzer Zeit so zu erwerben gewusst, dass dieser ihn aufforderte, um die freie Stelle an der Schule einzukommen, ja ihm dieselbe mit Rücksicht auf seine Verbindungen sowie mit Rücksicht, dass K . . . ein Stadtkind sei, versprechen konnte. Mich traf dieser Schlag sehr hart, doch konnte ich als Fremder nichts dagegen thun; so kam ich um eine Aufbesserung meiner Bezüge in Gestalt eines Quarliergeldes ein und erhielt als Antwort zu meiner Ueberraschung folgende Zuschrift, zu welcher mein alter Gönner den Anstoss gegeben hatte. D e c r e t Nr. 500 pol. für den Lehrer (folgt der Name). Ueber Ihr Ansuchen vom 9. Jänner d. J., Nr. 62 p., wegen Verabfolgung eines Quartierzinsbeitrages ist der bürgerliche Commune-Ausschuss mit dem Magistrate übereingekommen, Ihnen aus Rücksicht Ihrer bereits neunjährigen erprobten, lobenswerten Dienstleistung bei der hiesigen Schule den bisherigen jährlichen Gehalt, von 70 auf 110 fl., sage: Einhundertzehn Gulden Conv.-Münze vom 1. July 1844 angefangen gegen dem zu erhöhen, dass Sie weder auf einen Quartierzinsbeytrag noch auf ein Holzemolument einen Anspruch zu machen haben. Zugleich wird Ihnen eröffnet, dass der Magistrat gesonnen sei, Sie als zweiten Lehrer der Elementarclasse angesfellt zu wissen, daher unter einem die nöthige Verhandlung von hieraus eingeleitet wurde. Hievon werden Sie zu Ihrer angenehmen Wissenschaft mit dem Bemerken verständiget, dass der Herr Schulfondsrechnungsführer unter einem angewiesen wurde, den Gehalt vom 1. July d. J. angefangen mit 110 fl. Conv.-Münze in monatlichen Raten auszuzahlen. Magistrat W . . . . den 20. April 1844. H. . . . Bürgermeister. Bezeichnend für die damaligen Verhältnisse ist, das wohl der Schulfondsrechnungsführer den Titel Herr vorgeselzt erhielt, dagegen für den Lehrer weder im Rubrum noch im Decret selbst derselbe erscheint. So war zum Theil das Unrecht wettgemacht worden, wenn auch mein glücklicher Nebenbuhler einen höhern Gehalt, bezog. Um allen Zwistigkeiten zwischen mir und dem Neuernannten von vorherein zu begegnen, theilte der Magistrat die Elementarclasse in zwei selbständige Abtheilungen. Da man jedoch die Miete für ein Zimmer in der Höhe von jährlich 50 fl. (!!) scheute, ward mir, der ich den geringem Gehalt bezog, die erste Abtheilung mit den Schulstunden von 10 bis 12 Uhr vormittags zugewiesen, während die zweite Abtheilung die Schulstunden vor- und nachmittags mit je 2 Stunden hatte. So konnte ich leicht den geringen Entgang am Gehalt durch Privatstunden ein-bringen, nachdem mir die Nachmittage vollkommen zur Verfügung standen. Da mein Verhältnis zu dem Pfarrer und den Bürgern ein sehr gutes war, so hatte ich mich über Mangel an Privatstunden nicht zu beklagen. Auch der Unterricht, in der Schule ward mir durch meine Stellung erleichtert, da ich von jedem hemmenden Einflüsse frei war und meine Studien verwerten konnte. Denn im allgemeinen ward der Unterricht auch hier auf denselben Grundlagen ertheilt, wie zu meiner Jugend in meinem Geburtsorte. Mein Ehrgeiz gebot es, trotz der geringen Stundenzahl und der ungeheuren Zahl der Schüler — es waren nur (!!) 300 —, die Kinder meiner Abtheilung nicht in ihrer Ausbildung zurückstehen zu lassen. Um dies zu erreichen, begann ich schon damals mit der Lautiermethode und ersetzte die Namenbüchlein, wie man die ersten Unterrichtsbehelfe beim Lesen nannte, durch eigens auf Pappendeckel gezeichnete Buchstaben, die ich nach Bedürfnis auf der Schultafel allen Schülern sichtbar anbrachte. Der Erfolg blieb ebensowenig aus, wie die Folgen der weit über meine körperlichen Kräfte gehenden Anstrengung. Wohl lernten die Kleinen Lesen und Schreiben sowie Kopfrechnen, um dann in der zweiten höheren Abtheilung der Elementarclasse ihre vollständige Ausbildung für die erste Classe zu erlangen, doch auch meine Gesundheit schwand immer mehr. Wie einst im Königskloster, so hatte ich durch Nichtbeachtung der ersten Anzeichen mir eine Krankheit zugezogen. Als ich trotz Cur und Aerzten während der Dauer eines Jahres nicht gesünder, sondern immer kränklicher ward, rieth man mir, mich um einen Posten in einer waldigen Gebirgsgegend zu bewerben, um meine Gesundheit, ja mein Leben zu retten. Und der Zufall brachte mir einen solchen Posten. Doch davon im nächsten Abschnitt. Für den Festtisch der Kleinen. Was man doch unseren Kleinen namentlich zu Weihnachten alles bietet! Je mehr Farben so manches Ding hat und je beleidigender es für das Auge des Kenners ist, desto lebhafter wird es von der gewöhnlichen Bevölkerung und nicht selten auch von Leuten, die sich zur gebildeten Classe zählen, begehrt. «Es ist billig — und die Kinder schätzen es ja noch nicht!» heisst es in der Regel, wenn man über Schundwaren der erwähnten Gattung irgend eine abfällige Bemerkung fällen lässt. Man will nicht wissen — oder man weiss es in der That nicht —, dass man um wenig Geld auch gute Spielwaren bekommen kann, die das Kind nicht nach kurzem Gebrauche schon in den Winkel schleudert, sondern die ihm eine Fülle von Freuden bringen und mit denen es oft stun- denlang stillvergnügt spielend schafft und schaffend spielt. Wir haben auf solche Beschäftigungsmittel für die Kleinen bereits im elften Jahrgange unserer Zeitschrift durch einen längeren Aufsatz aufmerksam gemacht und sehen uns veranlasst, heute wieder auf denselben hinzuweisen. Unsere Mahnung an die Eltern lautet: Beachtet bei Ankäufen von Spielsachen für euere Kleinen in erster Linie Karl Schellners Spiel- und Arbeitsschule! Sie bietet so viel für den Gestaltungstrieb der Kinder und kostet nur wenig* Lassen wir einige dieser Spiele vor unsere Augen treten. Da zeigen sich vor allem die netten Baukästen (ä 15 kr.) Der eine davon enthält 8 Würfel, der zweite sechzehn dreiseitige Säulen, der dritte ebensoviel gleiche Tafeln, der vierte acht Längentafeln und der fünfte 16 gleiche vierkantige Säulen. Was kann mit diesen Holzgegenständen schon zusammengestellt werden! Die beigelegten Bauvorlagen lassen das sofort klar werden. Grosse Abwechslung bringt das Stäbchenlegen. Die Stäbchen, in grosser Anzahl vorhanden, sind von dreierlei Längen und verschieden gefärbt (20 kr.). Gleiche Mannigfaltigkeit bietet das Ringelegen (ganze und halbe, schwarze und weisse Ringe — Preis 60 kr.), aber auch das Verschränken mittelst farbiger, 20 cm langer Späne. Nicht minder anregend ist das Legespiel. Was mit den glatten, farbigen Quadraten und Dreiecken hergestellt werden kann, veranschaulichen die gleichfalls farbigen Vorlagen. (Solche finden sich in jedem der netten Scbächtelchen, enthalten diese nun das eine oder andere Spiel.) — Ein weiterer vielseitiger Stoff zur sinnigen Beschäftigung der Kleinen liegt in der Flechtschule (Preis 40 kr.) aufgespeichert. Das Kind bekommt durch dieselbe viele farbige Flechtblätter, breite Flechtstreifen und eine Flechtnadel (60 kr.). •— Daran reihen wir die Faltschule (200 farbige Faltblätter, 14 Vorlagen mit 444 Faltformen (60 kr.) und sodann die neue Ausnähschule, bestehend aus 24 vorgedruckten und gelochten Nähblättern (35 kr.). Nicht unerwähnt bleiben darf die aus 8 Heften bestehende Zeichenschule, worin sich viel Verwendbares auch für die Volksschule findet. Nun aber noch eines: das deutsche Lesespiel. Es ist ein Lehrapparat im kleinen, den man Kindern, die die Fibelclasse besuchen, nach der in der Schule erfolgten Vorführung sämmtlicher Lautzeichen getrost in die Hände geben kann. Derselbe besteht aus einem kleinen polierten Lesepulte mit Querleisten und vielen lackierten Buchstabentäfelchen, deren Rückseite entweder roth, gelb, blau u. s. w. gefärbt erscheint. Ein bilderreiches Lesebüchlein (3. Aufl.) und drei Farbentafeln vervollständigen das Ganze. (Preis der grossen Ausgabe des Lesespiels 2 fl.) Diese bildenden Beschäftigungsmittel als Festgabe für die Kleinen wiegen viele andere weit kostspieligere, nur auf äusseren Schein und den ersten Eindruck berechnete auf. Das möge Beachtung finden und dem Elternhause bekanntgegeben werden. Rundschau. Vorarlberg. (Das Land muss zahlen!) Wir haben seinerzeit unseren Lesern erzählt, dass die Vorarlberg. Landtagsmehrheit die Bezahlung der Kosten für die Abhaltung der Lehrerconferenzen nicht bewilligen wollte. Heber diese Verweigerungen entschied nun das Reichsgericht. Durch dasselbe wurde das Ländchen Vorarlberg schuldig erkannt, die Conferenzgelder in der Höhe von 1250 fl. bei Vermeidung sonstiger Schritte binnen 14 Tagen zu zahlen. * Karl Schellners erster österr. Verlag von Kindergarten-Spielen und Beschäftigungsmitteln in Wien, IX., Grünethorgasse Nr. 6. Böhmen. (Aufwand für den Religionsunterricht.) Der böhmische Landesausschuss hat beschlossen, dahin zu wirken, dass das neue Gesetz bezüglich des Aufwandes für die Ertheilung des Religionsunterrichtes an den Volksschulen im Reichsrathe so bald als möglich erledigt werde. Kroatien. (Das neue Volksschulgesetz) für Kroatien soll in der nächsten Frühjahrs-Session des Agramer Landtages zur Verhandlung kommen. Im Schulausschusse des landtäglichen Serbenclubs finden hierüber schon Vorberathungen statt. Ungarn. (Halbtagsunterricht in Budapest!) Neun Schulstühle haben an den Budapester Magistrat Eingaben gegen den Halbtagsunterricht in den Volksschulen von Budapest gerichtet. Dieser erklärte, ihm seien die mit diesen Einrichtungen verbundenen Unzukömmlichkeiten wohl bekannt, doch da die Schulräumlichkeiten in keinem zulässigen Verhältnisse zu der grossen Anzahl der Schüler stünden und neue Schulen in der erforderlichen Menge zur Zeit nicht errichtet, werden könnten, erscheine das Halbzeit-System als ein nolhwendiges Uebel, das jedenfalls geringer sei, als wenn eine grosse Anzahl von Kindern überhaupt keinen Schulunterricht erhalten könne. Aus Kram und der Nachbarschaft. Veränderungen im Lehrstande. Der gewesene Lehramtszögling Herr Punčuh wurde an der zweiten städt. Knabenschule in Laibach als Aushilfslehrer in Verwendung genommen. •— Gestorben ist Herr Peter Fleischmann, Oberlehrer in Savenstein, im Alter von 67 Jahren. Die krainische Sparcasse für die Volksschulen. Der von der krainischen Sparcasse für das Jahr 1887 bewilligte Beitrag von 6000 fl. zur Herstellung von Schulgebäuden in Krain ist vom k. k. Landesschulrathe an 30 Schulgemeinden vertheilt worden. Es erhielten: Unter-Idria 300, Babenfeld 100, Zirknitz 100, Grossdolina 300, Oberje 200, Radence 250, Reifen 200, Krop 300, Bojance 100, Unterberg 250, Kerschdorf 400, Unterbirnbaum 100, Tomischel 200, Franzdorf 100, Božakovo 400, Tribuče 200, Streklowitz 500, Altenmarkt bei Pölland 200, Petersdorf 100, Schweinberg 100, Töplitz bei Rudolfswert 100, Ustja 200, Podkraj 150, Verbovo 250, Prežganje 200, Heil. Berg 300, Kolovrat 100, Heilige Dreifaltigkeit im Schulbezirke Stein 100, Aich 100 und Radomle 100 Gulden. Für gewerbliche Fortbiidungsschulen. Die Kaiser Franz-Josef-Stiftung für Gewerbeschulen im Jahresbetrage von 600 11. wurde im Einvernehmen mit dem k. k. Landesschulrathe für das Jahr 1887 in nachfolgender Weise vertheilt: den gewerblichen Fortbildungsschulen, und zwar: in Laibach wie bisher 380 fl., in Rudolfswert 80 fl., in Gottschee 35 fl., in Neumarktl 35 fl., in Krainburg 35 fl. und in Stein 35 fl. Die Anzahl der Schulgärten in Krain wird in verschiedenen Blättern mit 202 angegeben. Wenn dem doch so wäre! -— Allein diese Schulgärten sind schwerlich solche im Sinne der diesbetreffenden Bestimmungen, sondern sind zumeist nur als «Obstbaumschulen» hinzunehmen. — Bienenzucht soll in 34 und Weinbau in 17 dieser «Schulgärten» betrieben worden sein. Aus dem krainischen Landtage. Aus dem Berichte über den Rechnungsabschluss des Normalschulfondes für 1886 ist zu entnehmen, dass nach dem genehmigten Voranschläge die Activitätsbezüge der Lehrer 335 836 fl. betrugen, ausbezahlt aber wurde unter dieser Rubrik nur ein Betrag von 328 789 fl. 26 Vs kr., daher um 7046 fl. 73l/