Laibachcr Zeitung. O «M7». Mittwoch nm 10. Juni »84G I l I V r i o n. ^aibach, den 9. Juni. Heute nach t0 Uhr Vormittag stnd Ihre Majestät, die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Marie Louise, Herzogin von Parma, Piacenza und Gua-stalla, unter dem Incognito einer Gräfin von Colorno, sammt Gefolge, auf Höchstihrer Durchreise von Parma nach Wien hier angekommen und haben nach kurzem Verweilen sogleich Ihre Neise fortgesetzt. Steyermark Schluß des in unserer letzten Dinstags-Zeitung abgebro. chenen Artikels über die Eröffnung dcr Eisenbahn von Gray nach Ci ll i,—Freicr athmet die Brust bei der Rückkehr deS lieben Himmelslichtcs, auch die Gegend erweitert sich, und man stiegt dem freundlichen Marburg entgegen, dessen umfangreicher, in schönen architectonischen Verhältnisse», erbauter Bahnhof vom Süden hrrüberwinkt, und lv, seiner hohen Lage am linken Drauitt'er Stadt uud Umgebung beherrscht; nach kurzer Nast nähern wir uns der Brücke, dem imposantesten aller auf der Strecke von Gratz nach Cilli vorhandenen Bauwerke, das ebenfalls nur durch den Anblick vom Flusse selbst, oder von dem untersten Nande seines tief ein-geschnittenen Btttes gehörig gewürdigt werden kann. Die Construction, eine höchst glückliche Erfindung der Nordamcrikaner, deren Scharfsinn durch riesenhafte Ströme genugsam geprüft wird, verdi'-üt hier eine kurze Erörterung. Sie beruht einfach auf dem Grundsahe, aus mehreren einzelnen für die Entfernung der Widerlager» nicht hinreichenden Balken einen langen zu machen, der In Bezug auf!Fe-stigkeir und Sicherung gegen jedes Schwanken das darbietet, was nur steinerne Bogenbrücken, und selbst bei sorgfältigster Construction Kettenbrücken nie zu leisten vermögen. Hier werden zwci Reihen Balken, unter sich an den Enden auf gewöhnliche Weise verklammert, in der Einser, nuna. von 18 Fusi senkrecht durch eiserne Streben zusammengehalten , ihre Annäherung verhindern schiefe hölzerne Streben in der Form eines Andreaskreuzes, so das: das Ganze cm colossales unbewegliches Gitterwerk bildet; die so verbundenen Felder sind an dem Ufer zwischen Quadermas-sen, auf den Pfeilern zwischen Hol^spiegeln rom stärksten Zimmerwerke eingezwängt und lassen keine Erschütterung zu. Um das Großartige derj Mm burger Brücke zu versinn-lichcn, genügt die Angabe, das; sie b.i dem über 100 Klafter breiten Strombette nur zwci Steinbogcn zunächst dcm Ufer, und im Flusse selbst nur zwei Pfeiler hat. Der Abstand dicscr letzteren, oder die lichte Weite der Spannung be-ll'ägt 30 Klafter, die Höhe de>' Bahn, wrlche auf dcr obe- ren Balkenlage lauft, ,09 Fuß über dem mittleren Wasser-stände, wonach über Abzug der Holzconstrnction 82 Fuß Pfeilerhöhe erübrigen. Bei dcr Sulmbrücke ist wegen gerin ger Erhebung der Ufer die Bahn anf der unreren Balkenlage angebracht, und somit von den, Holzgitter eingeschlossen. Eine herrliche Absicht gewährt die Fahrt über die Draubrücke im Westen. Die ansehnliche sich mit jedem Taqe verschönernde Sradt Marburg, mit den, jenseits des Flusses majestätisch gelagerten Bachern. Diese Welt im verjüngte,, Maßstabe, der auf seinem weit verzweigten Systeme zahlreiche Ortschaften trägt, .mc.schörfliche Wälder, Feld- und Weinbau, Marmor, Eisen :c. darbietet, im Süden die lachende Ebene, umkränzt von den schön geformten Bergen nächst Rohitsch und Gonowiy, in, Osten die Hügelkette des linken Drama's mit der hohen Veste W.u»,b!rg, der Ul,^ gebung von Pettau und Maria-Nenstift. Wem, die Fahrt nach den nächsten Stationen Kra-nichsfeld und Pragerhof bis Pöltschach minder Reiz aewäw so verdient die sinnreiche Wahl der Trace alle Aufmerksamst, dm runnels bei Kc.schbach, am Kreuzberge und bei ^poglavo, der zweite von ,00, beide übrigen jeder von ,2l» Klaftern Länge, genügen, m» .'„ fast gerader Richtung durch em terrain zu gelangen, bei dess.n sehr verschiedenartig,. Erhöhung man die Anlage einer Eisenbahn wohl nichr für möglich gehalten hätte. Schön ist's mn Pöltschach, ,vo die Berge, darunter der hohe, dem Pick eines Vulkans nicbt unähnliche Wotsch, nahe hervortreten, und der enge zusam. '„.'»rückendeHintergrund kaum einen Ausgang anhoffen läßt-cr findet sich in der Einbuchtung des Thales bei Planken' stein, wo abermals ein schöner Viaduct sichtbar wird, gege», Pom'ggl, und im weitcn Znge „ach dem GrbiVtc der V<>-gleina vorüber an der zackigen Ruine Andeiburg gegen St. Georgen. Eine Berglehne an der Westseite der Bahn zieht sich "sch zurück, wie dcr Vorhang einer Schaubühne, nnd vor M's liegt, wie durch Zaubers.hlag geössncr, daS weite San-thal mit seiner »omaucischen Bergumwallunq, ganz im Hi,-tcrgruude die Nicsen von Sulzbach, bch^rrsckt von de/un-"ahbarcn Rinka, der Jungfrau unserer südlichen Schwel' mit weic leuchtender Silberkroue, nahe d^m Auge das "^i^ unserer Neise, die altbeiühmte N.l^u, in wahrhaft malei'i, scher Umgebung, überragt von den trotzigen Nuiim, res Grafenschlosses, an welche sich so manch/tragische Eunne-rung knüpft, und die "st kürzlich der Hochsinn der Stände Steyer. Marks vor vaudalischer Vernichtung rettete. Hohen Genuß gewählte die eiste vom Publikum be-.'ützte Fahrt nach Cilli an, 2. d. M. Auf Einladung d„ B^iicb^ Unternehmung nahmen an derselbcn nxhrerc- No. 'k2'?l t.il'ilit,u>'!> llüd Honoratioren der Hanpcstadt Giaß Theil. Viele Gäste hatten sich auch alls den übrigen Städten und der Residenz eingefunden. Unter Festmusik der einen Waggon einnehmenden Musik-Bande des Regimentes Baron Piret enteilte der Zug, geführt von den mit Blumen, Bändern und Flaggen geschmückten Locomotiven ,,?lussee« li»d »Straßengcl," dem Bahnhöfe, das Zeitmaß der regelmäßigen Fahl ten einhaltend; 'Pöllersaloen begrüßte!, ,'s)l, zuerst von den Mauern des schön gelegenen Schloss Weißenegg, ^ann ans den meiste» Stationsplatzen, an denen die H?usik-bande ihre fröhlichen Weisen crtoilcn ließ; unbeqrei^ch fast l',i! Verhältnisse der Bevölkerung war die ^?ensche,ime»ge cm den« durch eine zierliche Colonnade von Tanuciireisern nnd Blumengewinde» decorirten Bahnhöfe zu Marburg. Die durch disAnimtth ihrer Bewohnerinen bekannte Siadt hatte hcitte «wirklich ihre schönsten Blüthen entfaltet, und das Erscheinen eines zahlreichen, mitunter geputzten Publikums auch an den übrigen Stationen, namentlich zu Pöltschach, lies! beinahe ver-Hessen, das: man slch aus dem Lande befinde. Zu Poniggl waren viele Notabilitäten der Kreisstadt Nlli angelangt, die sich nach freudiger'Begrüßung dem Zuge an schloffen. Kaum dürfte seit den Tagen der Römerherr-schafr eine solche Menschennlenge versammelt gewesen seyn, wie sie heute den schön decorirten Bahnhof zu Eilli um-wogte. Am Eingänge der Scadr waren Pyramiden mit passenden Inschriften aufgestellt, und in den geräumigen Loca-litäten des Nathhauses hatte die Betriebsdirection ein glänzendes Festmahl für die geladenen Gaste bereitet. Mit begeisterten, Jubel wurde der Toast auf das Wohl Sr. Majestät unseres gnädigsten Monarchen und auf das allerhöchste Kaiserhaus aufgenommen und durch die rauschende Musik in die Ferne getragen. DaS herrlichste Wetter, einer jener seltenen Tage, die die klare Fernsicht anch auf die emlea/nst,» Puncte gestattn, begünstigte die Fahrt und die Rückkehr »ach Gratz, auf welcher eine fröhliche Fanfare von Blechinstrument", in, Tunnel deS Leitersberges, dießmal das Gerassel des ZugeS überbietend, von eigenthümlicher Wirkung war. So wäre dem, wieder ein Theil des welthistorischen Werkes vollendet, wenig erübrigt noch bis zur Landesgranze im Süden. Die kaum 6 Meilen messende Strecke ist bereits im Angriffe. Im Norden an der Barre des Semmerings wird die stete Vervollkommnung des Eisenbahmvesenö und die Sorgfalt der Regierung Nath schassen, dereu feste Ab-. slchr, ein geschlossenes Ganzes zu bilden, schou durch den Un'.stind sich herausstellt, das; kein Provisorium zugegeben werden will. Wir aber, d.e all' diese großartigen Dinge entstehen sehen, sind weit besser daran, als unsere Nachkom. "N'i,.- Vor unseren Augen sind die Wunder i»'s Leben ge.-ln't.'n; wir erinnern uns deutlich, was ihnen im Wege lag, liüd genießen diese Scaunen erregende S l)?pfil'g in ihrer vo!len Iugendfiische; „och hat sich daö industrielle Leben nicht um seine Hauptpulsader concencrirt, un^rrückt sind die a!ten Formen, die Bahn führt uus durch wogende Saatfelder, über den Schmelz der Wiesen, in's innerste Heiligthu ü üppig strotzender Wälder, sie läßc u>'ö j.'tzl noch die reine I5,/le friedlich.-,' Dörfer schauen, die der H^':st,!,ße und dem Vl.'ikehre gegenüber bald eine Art von Ostentation entwickeln, lind dieß Alles in der noch kaum erlebten Vegetation dieses Jahres; fürwahr, wer unser Laud iu all' seiner Herrlichkeit genießen, seinen Eindruck für immer bewah. ren will, der darf l'icht säumen, bis der Herbst die Fülle abstreift, die vielleicht in einem Menschenleben kein Frühling so reich und glanzend zurückbringt. Wien Dem «Oesterreichischcn Beobachter- rom 7. Juni ent. lehnen wir unter dem Artikel „Wien" Nachstehendes: Ein außerordentlicher Courier, welchen der k. k. Botschafter am l. d. M. aus Nom abfertigte, hat die Nachricht von dem an demselben Tage um halb 10 Uhr Morgens erfolgten Ableben Sr. Heiligkeit Papst Gregor XVl. überbrachl. — Der heilige Vater war nur wenige Tage krank und Sein so schneller Tod scheint durch die in der Nacht vom 3l. Mai auf den I. Juni eingetretene Ilebersetzung eines Rochlaufes auf die edleren Organe der Brust herbeigeführt worden zu seyn. Welch' großen Verlust die Kirche und der Staat durch den Tod Gregor XVl. erlitten haben, dieß bedarf keiner Erwähnung^ Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Entschlie. ßung vom 2. Juni d. I., dem Vice-Präsidenten der k. k> obersten Justizstelle, Freiherrn von Locella, die anqesuchle Verselwng in den wohlverdienten Ruhestand allergnadigst zu bewilligen, und in Anerkennung seiner, durch 57 Jahre geleisteten, in jeder Beziehung ausgezeichneten Dienste, ihm daS Commandem - Hreuz des königlich ungarischen St. Stephan-Ordens tarfrei zu verleihen; ferner den Präsidenten des Lem^erger LandrechtcS, Carl Ritter v. Krauß, zum Vice-Präsidenten der obersten Instizstelle zn ernennen geruhet. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 26. Mai d. I., die angesuchte Uebersetzung des k. k. Nachcs und Ober«Postverwalters in Mailand, Gottfried v Giuliani, nach Wien, die Verleihung der neu >'>)« stemisirten, mit dem Titel eines kaiserlichen Rathes verbundenen Scclle eines Directors des Hofpostamtes an denselben allergnädigst zu genehmigen, und die dadurch erledigte Ober-Po^vcrwaltersstelle in Mailand dem Triester Oberpostvei-waiter, Wilhelm Böcnüg, allergnadigst zu verleihen geruhet. Die k. k. allgcmeine Hofkammer hat die bei der obersten Hofp>st> erwaltung erledigten zwei Aojunctenstellen, wo-mil der Titel eines kaijcrlicheu Rathes verbuuoen ist, dem Secrelär der oberste!' Hofpostvcrwaltung, Joseph Scibral, und dcm Hof ^om-iplsten der allgemeinen Hofkammer, Johann Necola; f"ner eine neu systemisirte, ebenfalls mit dem Til.'I eines kaiserlichen Rathes verbundene, k. k. Post.-Eommissärstelle dem Hof - Concipisten der k. k. allgemeinen Hofkammer, Johann Kalmann, verliehen. Die Direction der priv. österr. Nationalbank hat die Dividende für das erste Semester 1846 mit Sieben und Dreißig Gulden Bank-Valuta für jede Actie bemessen, welche vom l. Juli I. I. an, in der hieroriigen Actien- ,27 C.issc entweder gegen die hinausgegebenen Coupons od.'r ge-gen classeumäßig gestämpclte Quittungen behoben, werden faun. Um die dießfalls nothwendigen Vors6)reibungcn g^'ho-rig vornehmen zu können, werden vom 15. Ium bis ein-schlief-ig 30. Ii,i,i l. I. leine Actien - Umschreibungen oder Vormerkungen, und keine Coupons-Beilegung vorgenommen. Uebrigens behält sich die Bank-Direction vor, in der "strn Hälfte des Monats Juli ei»«', mit letztem Ium l. I. "beschlossene Uebersicht der sämmtlichen Ertragnisse der Bank für das erste Semester 1846 öffentlich bekannt zu geben. Wien am 4. Ium !8l6. Carl Freiherr v. Lederer, Bank-Gouverneur. Georg Freiherr v. Siua, Bank-Director. Italien. Die »Allg. Zeitung" vom 3. Juni meldet FolgendeS: Nom, 2l. Mai. Seit den Icymi zehn Jahre,, erinnern wir lins kcines Himmelfahrttagcs in Nom, an den,, wie heute, Himmel u„d Erde die kirchliche Feier mit so festlichen Scenerien geschmückt hatten. Schon gestern waren aus den ver. schiedensten Gegenden Mittel - und Unter - Italiens mehrere tausend Pilgrime in Camcradschaftcn Angezogen, uud eine Bekanntmachung, Se. Heilig^it werde der Feier des Him-melfahnfcstcs in San Giova»-! iiztclrenircn, rief diesen Morgen eine unzählige Menge vn Römern und Fremden „ach der Basilica des Laterans. G,gen l0 Uhr traf dort vom Vatican mit allem geislüchen und militärischen Pomp dulch die vielen, mit goldgelbem Sande und theilweis mit Laub und Blumen bestreuten traditionellen Otraycn der Papst cm, assistirte in der Mitte des ^^»»i.'.ten Eardmalcolle-giums, der höchsten Prälatur und des römischen Magistrats dem vom Erzpriester der lateranischeu^ Basilica, Cardinal Bar-beriui, celcbrirtcn Hochanit, uud ertheilte vom Erker derselben den vielen tausend bei seinem Erscheinen in der Piazza di San Giovanni auf die Knie gefallenen Gläubigen den das Fest beschließenden apostolischen Segen. Königrei^i beider Sicilian. Neapel, 22. Mai. So eben eingegangenen Nachrichten zu Folge, schreibt das „(^iol'Mll«; !!« ,Gr«geois" von Orau nach Dschemma mit den» Obersten de Mastimprey, der am l8. bereits zurückgekehrt war. Osmanisches Neich. Der „Oesterr. Beobachter« vom 7. Juni meldet Folgendes aus Con stau tin opol von, 27. Mai. Ueber die Ankunft Sr. Hoheit, des Sultans, zu Adrianopel und den feierlichen Einzug desselben in diese Stadt enthält das »Journal de Constantinople« folgenden Bericht ans Adrianopcl vom !4. Mai: »Se. Hoheit, der Sultan, ist so eben (hall) 3 Uhr Nachmittags) hier eingetroffen. Se. Hoheit hietten vor ihrem Einzüge in die Stadt kurze Zeic bei dein vor den Thoren gelegeneu Brunnen Schagilar Esani an, wo saimm-liche Truppen der Besahung, Infanterie, Cavallerie und Artillerie, in Schlachtordnung aufgestellt waren; eine allqemei-lie Salve des Geschützes verkündigte die Ankunft Sr. Hoheit. Die Primaten der Türken und der Naaja's, die Behörden und Notabi'ln der Stadt waren bei Schaqilar Esani versam-m?lt; auch die Zöglinge der verschiedenen Schalen der Sradt, ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, waren dem Sultan entge^rngezogen, Hymnen zum Preise des Monarchen in ihren verschiedenen Sprachen singend, und Gebete für seme Erhaltung zum Hinnml emporsendeud. Man kann sich keine Vorstellung von der Freude machen, welche die Gegenwart des Sulca»s nnter allen Classen der Bevölkerung verurs^clM. Von Tagesanbruch an wogte in allen Straßen, durch welche der kaiserl. Zug kommen sollte, eine unermeßliche Menschenmenge, Manner, Frauen und Kinder, die nicht bloß aus al- le» Theilen der Stadt, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften und selbst aus den entferntesten Theilen der Provinz herbeigeströmt waren. — Der Einzug des Sultans war einfach aber imposant. Die großherrliche Garde, in be-wuudernswerther Haltung, eröffnete den Zug, dann folgte« die Pascha's und endlich der Sultan selbst zu Pferde, um« geben von zwei Reihen reich gekleideter Gardes - du - CorpS. Se. Hoheit erwiederten den Iubelruf und die Freudensbe. zcigungen des Volkes mit den huldreichsten und wchlwollend» sten Blicken. Die Truppen der Besatzung schlössen den Zug. — Der Sultau stieg im Paläste deS Gouverneurs ab, welcher von Tahir Pascha zum würdigen Empfang deb Monarchen aufs Angemessenste in Bereitschaft gesetzt war. — Ungeachtet des ungeheuren Zusammenflusses von Menschen herrschte die vollkommenste Ordnung und nicht der mindeste Unfall störte die Freude dieses denkwürdigen Tages. — Heule Abends und während der ganzen Dauer des Aufenthaltes Sr. Hoheit zu Adrianopel werden die Bazars und die ve,r>-schiedenen Viertel der Stadt aufs Glänzendste beleuchtet werden." Ostindien. Die ..Allq. Zeitung" vom 2. Juni berichtet Nächste-hendes: Ein Schreiben im „Globe," till. Point de Galle !6. April, meldet aus Borneo, dessen Küste», wie übel Haupt die, Inseln des Su»da--Archipels, ein Hauptsitz der Pirare» sind-„Der Sultan von Borneo, ein eifriger Begünstiger des See-raubes, ließ den Nadschah Pangeran Badreddin in einen, Platze in der Nahe des Labuan-Eilands angreifen. Der Nad-schay vertheidigte sich tapfer, aber als er schwer verwundet worden, zog er sich in sein Hans zurück, rief seiue Frau und seine Schwester, und hiesi seine Diener ein Pulverfaß bringen. Einem Diener gab er seinen Ning, um ihn Hrn. Brookes, dem englischen Residenten in Sarewak, zu über. kringen, zündete dann das Pulverfaß au, und sprengte sich mit seiner ganzen Familie, gegen 30 Personen, in die Lufr. Auch außer dein zerstörten Hause kamen noch manche den Engländern Freundlichgcsinnte im:, die diesen beigestandcn, deil Seeraub zu unterdrücken, welchen hingegen der Sultan aui alle Gefahr hin wiederzubeleben sucht. Derselbe hat an de,l Mündungen aller der kleinen Flüsse Forts anzulegen bcsel? len, und bietet jetzt den englischen Kreuzern Trotz. Den, Diener, der des Nadschah Ring au Hrn. Brooke überbringen sollte, wurde derselbe gewaltsam abgenommen, aber «' rettete sich an Bord des englischen Schiffs »Hazard,« dess.i, Capitän er warnte, -.lichc an diesem Punct der Küste zu la-i den. Der „Hazard« segelte dann nach Sarcwak zu Hrn. Brooke, und von da nach Singapur. Hr. Brooke, deu der Sultan morden zu lassen drohte, hat gebeten, ein Kriegsdampf, boot nach Sarewak zu senden, worauf der Phlegrthon dahin abging. Bald wird ein größeres brittilches Geschwader in diesen Gewässern versammelt seyn, und oann der Sultan eine derbe Lection bekommen.« Verleger: Iguaz Alois Edler v Kleinmayr. Wegcn dcm morgen emtvetcülen Frohuleichliamsfchr erscheiiu die Ici'.uüg am ylnti^eii Tage, AnhmH ^nr Im!larl)evSeitmm. Sours vam 6. Duni »846 Mittelvrei« Staateschuldverschlcib. zu 5 ^.^t. (ii, EM.) «'2 i^tt Verloste Obllgatloi,. Hofk^m. s zu 5 l»<'t.^ »il iz» Darl,hen5 inKlaln u. Aerc>.^ zu ä „« ? lial' Obligat. v.Tl>rol. Vor- l zn Z '>« ^« l "- arlvev^ulll) Salzburg ^ ' Darl.mlt Vcrl.v.I. i83^,fm-25o fl. ('"ZF> ^ 5j,6 detto detto ,85c) ' 5o . ('„KM.» b, ^»6 Wiener Stadl, Banco-Obli<,aclo>,. zu « ,^2 P<.^. 66 ,^4 ObXqal. der.illqn /jU»»!H «. > -_ Vlor«»^ "l>d G,i'lia ausge» l ^ ' » l — uomm«»,» .'lxlclien ^j"'^*. j — Ob!ii,at,o.,e,> d,r ^St.iüt'c (C. M.) (E-M.) o,Oc»1erlc>H ""tcr ,'»>) /znZ ,'<>> .- — oft dec (5»>'s. vo» Bol). « ;u l ,j, ^. l ^5 ^8 _ men. Mal)re>, . Schle» l zli, ,^ ^ l ^ _. , - Hr. Jos. l/lndlei, Nextier; alle 5 von T>iest nach Wien. — Hr. Anton Graf Sanglnliam, Bcsltzer, von Venedig nach Wien. — Hr. Ignaz -. Wenzel Guba, Wl,ner Cwil . Inftizrath, von W>,l, nach Klagcnfiill. — Hr. Ca> l Baron v. Mareschall, k. k. Lieutenant des Prinz Hohcnlohe Inf. NegmtS, nach , Wlen. — Den 6. Hr. Ludwig Carl Wilchelmy, k. pr. KammeiGerichts - Assessor; — Hr. Carl Heden-berg, russ. Srcrclar; — Hr. Friedr. Aug Wllchtimy, t. pr,uft. K«il,n^!jierlchr<. ?lss,ssor; — Hr.Carl Filed»-. Wllchelmy, Part,cu!„r, — u. Hr. I,an Bigot, Fa. brltaiitj aUe 5 von Wien nach Triest. — Hr. G. V„ser, Proprietär; —Hr. Geerg ^'angcr, Handelsmann;— Hr. Ignaz Zinke, Handlungsassoci« ; — Hr. Henry Drayton, Rentier; — Hr. Wenz,! Graf v. Paar, t. k. K.immerer; — Hr. Stokol , l>ritt. Major; — und Hr.?lnton Slodre, Handelsnlann, «Nt 7 von Trtta, k. k. Kämmerer u. ?ea/,tl0l,srath, — und Hr. AlolS Maiq«li5 Gueirier, Gonjaga, Besitzer; d,ld, von Trlest nach Oral). — Hr. Gmseppe Sessa, k. k. Od^rpost. Verwaltung - ControUor, von Verona nach 2L,cn — Hr. Stephan Vucetich, Handelsmann, «ach Tllt»^. — Hs. Nestor Kü-pach, tön. ungar. .Gel»cht'.tafllb<,sißer, von Warasdin nach Trieft. — Hr. Otto Neumann, Handlungsreisender, von Trieft nach Agram. — Fr. Theresia ,esel-ben schon von »un an oje Qualität dcr Na« turalirn prüfen, s») wie nichl minder die nä« here», Vcrkaussded!na.nifse cinfthcn können. <-Vmn f. f. Krf!ü',mle 9icustadll am 22. Mai l5»6. . ^, Vermischte Verlautbarungen. Z. 82«. (3) . Nr. 754. Edict. Von dem k- k. Äeziiksgeri.lne Radmoulsdorf wird bekannt gemacht: Mm habe auf A>,suchen des Anton Lnnek^r von Kr^pp, die Relicitalion der, dem Üc'renz Koichmel gehütig gewesenen, von Cli^ sabech Koschmcl im Orcculionswege um 470 fi. er.-standcnen Realitäten, als: des zu Kiopp Nr. «2 gelegenen, der Herrschaft Radmmmsdolf zud Nect. (Z. La.b. Zeit. Nr. 70 r>. ll. Juni l«4s.) 430 Nr. ll78 dlenstoe ^icitationsbedingnisse können yier eingesehen werden. K. K. Bezirksgericht NadmannSdorf am 14. Ma>z 18 «6. A n z e t q e. Endeögefertigter, welcher durch 6 Jahre beim Schncidermclstcr Itupnik in Ilrdeit gestanden und dann als Werkführcr fungirte, hat nun d,e Befugniß zum selbstständigen Bttriebe des Klcidermachergcwcchcs erhalten; er empfiehlt sich dahcr einem zahlreichen Zuspruch und verspricht eine billige und höchst promte Bedienuna. Josenh Rüder. Mannskleldermacher am alrei, MarktNr.40. Z. 85<- (1) Leihbiblwtheks - Eröffnung! 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DerKunst. und Literatur. Sinn dcr d ledern B ew 0 h n e r öaibach's und der ganzen Pro-v,nz Kraln's stelgerte sich seit wenigen Jahren so, daß aucl' dicfc, mit bedeusenden Kosten in'ö l!^^ gerufene Anstalt eine freundliche und kräftige Unterstützung finden wird, da sich der Unternehmer deien Er« wclterung und schnellem E nt g eg eu komm en aller billigen Anforderungen dauernd und m, t besonderer Vorliebe unterziehen wird, La ibach, im Juni 1846. C ,^l ,nn> JOHANN CUGNTINL