Präunimraüoiis prcisc: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 Ir. Halbjährig . . . 4 , L0 . Vierteljährig. . . L , 1« „ «ouatlich . . Mit der Post: Gavzjährig . . . II fl. — tr. Halbjährig . . . S , L» , Vierteljährig. . . S » 75 „ Kür Zustellung iuS Hau« vierteljährig SS kr., monatlich S kr. Snzelne Nummern S kr. Faibacher blatt. «r-aklion: «ahnhofgaffe «r. ,32. Lrptdilisn mit Znskratci-Lsreau: »ongretzplatz Nr. S1 It in früheren Zeiten von den FrangipaniS, einer italienischen Familie erbaut worden, die hier herum Besitzungen hatte, und deren Nachkommen heute noch in der appenninischen Halbinsel existiren. Der Hügel, auf dem das Haus errichtet ist, fällt an der einen Seite fast steil, 160 Fuß nach der Kulpa (Fluß) htt-unter, die in einem Bogen Me meergrünen Wasser herumrollt und reich an Forellen und Lachs ist. —> Bewaldeter Hügel und kleines WirthshauS und einige kleine Dörfer liegen in der Nähe herum. — Die Straße, auf welcher wir gekommen waren nnd die nach Fiume hin weiter führt, welches nur 10 deutsche Meilen entfernt ist, geht dicht am Schloß vorüber. — Unser Gastgeber, ein leidenschaftlicher Jäger, hatte für den folgenden Tag ein Wolfstreiben angesetzt, das Wetter blieb kalt, Nachts ging der Thermometer bis zu 14° Reaumnr herunter. Bären komme» hier noch ziemlich häufig vor, und zwar ist es die große braune Art, die, wenn angeschossen, sehr oft anfsteht und den Jäger annimmt, ein Abenteuer^ welches Herr v. Vranyczani hier in der Nähe noch im vergangenen Jahre bestand. Er ließ, mit dem klerikalen Streithähne, der Monarch habe nu>' gezwungen den freiheitlichen Gesetzen seine Zustimmung ertheilt, bald verschwinden, die irregeführte Menge wird sich losreißen von den Verführer», Versassung, Recht und Gesetz werden zum Siege gelangen. Politische Rundschau. Liribach, 19. Immer. Julaud. Das Abgeordnetenhaus hat vorgestern eineil dreißiggliedrigen Verfaffmigscmsschnß gewählt, der die Aufgabe hat, sämmtliche auf innere Reformen bezügliche Gesetzentwürfe zu prüfen. In diesem Ausschüsse sind alle Fraktionen und alle einzelnen Länder bis auf Tirol vertreten (Krain durch den Grafen Thurn). Bereits wurde diesem Ausschüsse die galizischr Resolution überwiesen und demselben werden auch die auf die Wahlreform Bezug habenden Borlagcn zur Berichterstattung übergeben werden. Indem das Haus alle Fragen über Verfassungsänderungen einem Ausschüsse überweist, zeigt es, daß es die Verfassungsreform als ein untrcmibarcö Ganze ansgcfaßt nnd erledigt zu wissen wünscht. Ein Wiener Journal bringt die erfreuliche Nachricht, daß jene Abgeordneten des Reichsrathes, welche den ehemaligen Klub der Südländer bildeten, durch ihre Bertraueusmänuer erklärt haben, sie wären zn einer Vereinbarung mit der verfassungstreuen Majorität bcrcit, dahin gehend, daß sic sich sowohl in der Frage der Wahlreform als auch in allen anderen wichtigen BersassnngSsragen mit der Mehrheit zu stimmen verpflichten. Die Forderungen, welche die südländischen Abgeordneten stellen, betränken sich auf einige Zugeständnisse admini-siraliver und wirtschaftlicher Natur. Dieser Umschwung ist wohl den Fnndamentalartikelu zu verdanken. Die Erklärung Zyblikicwicz', daß er den Grundsatz akzeptire, Galizien müsse, wenn es Konzessionen verlangt, einen Gegenpreis leisten, nennt die „Gazeta Narodowa" einen sehr fataleu Schritt. Die eiu-sachste Besonnenheit hätte geboten, die letzte Karle gegen die Deutschen nicht vorzeitig aiiSzuspielen. Die Deutsche» müssen jetzt jeden Gedanken an eine Trennung, der galizischen Frage von deu Wahlreformen verwerfen. Diese zynische Erklärung Zyblikicwicz' erleichtere Herru v. Lasters Bemühen, die Südländer mittelst Konzessiönchen auf die Regierungsseite hinüberzuziehen, dem, diese thäten recht, dieselben Polen der Regierung zu verkaufen, welche sie den Zentralisten verkaufen wollten. Die Meldungen aus Agram lauten immer ungünstiger; die RegieruugSberichte lassen die Fusions- pläne nunmehr als vollständig gescheitert erscheinen.! In Pest hat es großes Aufsehen gemacht, daß von 46 Virilstimme» ungefähr 12 im Landtage erschienen ; Agramer Nachrichten zufolge herrscht in den Kreisen der kroatisch-ungarischen Aristokratie die lebhafteste Mißstimmung gegen die ungarische Negierung und soll das demonstrative Fernbleiben vom Landtage der Ausdruck dieser Mißstimmung sein. Man wirst Lonyay vor, er habe die getreuesten Anhänger der Union im Stich gelassen und kompro-mittirt. Stroßmayer soll verläßlichen Nachrichten zufolge gar nicht krank sein; er fingirt Krankheit, um nach jeder Richtung gedeckt zu fein; alle Fäden der Agitation laufe» in seiner Haud zusammeu. Der serbische Agitator Miletic befindet sich in Agram. Es wird schon an die Auflösung des Landtages gedacht. Ausiaud. Der Rücktritt Mühler's ist nun gewiß. Die „Promiizial-Korrespoiidenz" schreibt: „Der Kultusminister v. Mühlcr hat sich veranlaßt gesehen, seine Entlassnng aus der bisherigen Stellung vom Könige zu erbitten. Die Vorverhandlungen über den Eintritt Falck's in das preußische Ministerium nehmen einen guten Verlauf. Falck fordert die Entfernung der Mühler'schen Räthe; seine Ernennung gilt als definitiv gesichert. Die „Provinzial-Korresp." veröffentlicht einen Erlaß des Knltusmiuistcrs Mühler vom 25. November 1871 an den Erzbischof von Köln im Anschlüsse an den allerhöchsten Erlaß vom 18. Oktober, welcher die Bischofs-Adresse beantwortete. Der Ministerial-Erlaß enthält eine eingehende Würdigung der von den Bischöfen erhobenen Vorwürfe gegen die Negierung, konstatirt, daß kein Gesetz angeführt sei, welches vou der Regierung verletzt worden, will die Ausführung der bischöflichen Denkschrift, daß der Konzilbeschluß mir die uralte katholische Glaubenslehre der päpstlichen Unfehlbarkeit bestätigte, nach dogmatischer Seite hin nicht prüfen, aber daranf Hinweisen, daß sie einen logischen Widerspruch enthalte. Die Konstitution vom 18. Juli 1870 habe die Person des Trägers des kirchlichen Lehramtes geändert nnd somit eine neue Lehreutscheidnng getroffen, die mit der in der Denkschrift bezengten uralten Glaubenslehre, daß der mit dem Papste verbundene Episkopat Träger des unfehlbaren Lehramtes sei, in Widerspruch stehe. Wer vorher die am 18. Juli entschiedene Glaubenslehre nicht glaubte, sei, wenn er sie anch nach diesem Tage nicht glaube, noch Katholik. Der französische Volkshaß gegen die! deutschen OkkupationStrnppen hat leider wieder ein Opfer gefordert. In Luneville ist eiu deutscher zweiten Laus wartend, die Bestie bis aus 25) Schritt hcrankvmmc» und schoß sie dann zusammen. Der enorm große braune Pelz schmückte nun als Fuß-dccke das Zimmer der Frau vom Hause. , Bei Tische trafeu wir den Priester des Distrikts, den Padre Dragotin Hcrzek, einen Hausfreund der Branhczani'ö. Der Padre, ein Mann von 40 Jahren, war eine staatliche Figur, der mit dem Benehmen eines Kavaliers die Würde des Geistliche» zu verbinde» verstand. Die Frau v. Vranyczany ist eine kaum 20jährige charmante Blondine. Sie erzeigte uns jene feine und ungekünstelte Liebenswürdigkeit, dir, obgleich etwas aristokratisches dariu liegen mag, durchaus nicht entfremdet und die weder in Pen sionen noch Schulen gelernt werden kann. Meiner Meinung nach steckt sie in der Raße und ist übcr-tiaupt nur jeuen Frauen eigen, die von srüber Iu gend an i» der besten Gesellschaft sich zu bewege» das Guick hatten. Mau kann begreifen, daß cs ein Vergnügen nnd eine Vcichtigteit ist. sich mit einer solchen Frau zu nute»halten. — augenehmcr Untcrhaltnng verfloß der Abend. Der Zagd wegen zog sich indessen gegen I l Uhr Abend»« cin jeder ans sein Zimmer zurück. Der nächjtc >r.ag^ brach mit einem düstere» Morgen a», ein lcichlcr Lchneeschancr machte gegen 10 Uhr Morgens einem klaren Him mel Platz u»d vo» mm an blieb das Wetter schön. Unser kleiner Wagen, mit rasche» Pscrdm bespannt, flog dahi», die Trciber trafen wir hic und da am Wege, aber alle bewaffnet, in Haufen beisammen. Wir mochte» etwa ^ Stunde gefahren sein, als cin Ba»cr a» dc» Wage» trat nnd die Nachricht brachte, daß cin großer Bär ganz in der Nähe vorüber gegangen sei, bald standen wir an der Stelle, wo die enorme» Tatze» ihre Spure» im Schuee ab-gedrückt hatte». Sofort wurde nun beschlösse», die ganze Wolfsjagd aufzugeben. — Mit den Leuten ging cs nun auf ciuem äußerst beschwerlichen Weg durch Wald, Strauch, Busch, über Hügel, Stock uud Stein, immer auf der Fährte weiter, mir für kurze Momente haltend, um Lust zu schnappe», ei» eisiger Wi»d schüttelte vo» de» Aesten der Bänme hin und wieder Sctmeewolke» I^rmitcr, die »ns ins Gesicht sichren »nd wodnrch das Angcnehmc »»serer Sil»a tion anch Icincswcgs vermehrt wnrde Dabei must man sich so eine» kroatischen Bergwald nicht etwa > wie seinen rahmen deutsche» Beller denken, wo das Unlerhol; in der Regel sorgfältig weggehane» ist und die Bänme alle geraoe, regelmäßig »nd steif dastehen, so das; man .denkt, man braucht nur rechts nm! zu rufen, »nd sie mache» alle Kehrt. < Schluß folgt.) Soldat ermardct worden. Aber die französische Regierung trifft alle Vorbereitungen, um des Schuldigen habhaft zu weroeu und ihn zu bestrafen. Dieser Vorfall dürfte sonach keine weiteren Folgen nach sich ziehe». Die Zahlnn g der am 15. d. M. füllig gewesenen ersten Rate von 8 0 Millionen der vierte» halben Milliarde hat, wie nun die „Agence Havas" bestätigt, in der That am Samstag statt-gesuuden. Laut der Nachtrags-Konvention vom 12. Oktober vorigen Jahres hat nämlich die französische Negierung die vierte halbe Milliarde, sowie 150 Millionen Zinsen vom 15. Jänner bis 1. Mai 1872 in vierzehntägigen Raten zu bezahlen. Ber Nichtzahlung dieser Raten wird das in Folge jener Konvention geränmte Terrain wieder besetzt. Einer Pariser Meldung der „Times" zufolge wurde die Zahlung auf kurze Sicht in London und Deutschland laufende Wechsel geleistet, und betrug die Rate 84 Millionen. Die zweite Rate wird am 27. d. bezahlt werden. Zur Tagesgeschichte. — Ein Seitenstuck znm verrückten Gesetzentwurf des Herr Brunet bildet der Gesetzentwurf, den der ehrenwerlhe Abgeordnete von Zombor, Slefau Majo -ros, in der Sitzung des ungarischen Unterhauses vom 13. d. gestellt hat. Derselbe lautet: Z 1. Die zum weiblichen Geschlechts Gehörigen, die in diesem Lande geboren oder natnralisirt wurden, sind ohne Ausnahme im Genuß -aller politischen Rechte den Männern gleichgestellt, tz 2. Alle jene bisher bestandenen Gesetze, die den Frauen die Ausübung bürgerlicher und politischer Rechle verbieten, werden hiemit außer Kraft gesetzt. K 3. Mit dem Vollzug dieses Gesetzes wird der Jnstizininister betraut. Wie man sieht, übt der Fasching auch auf die ernsten Gemüther der Volksvertreter seine erheiternde Wirkung aus. — Bekanntlich hat dcr Kaiser Louis Napoleon eine Reihe seiner talentvollsten Spießgeselle» beim Staatsstreich von 1851 ins Grab sinken sehen: den Malschall St. Arnand, den H.rzog von Morny, den Minister Billaut u. a. Vou deu Ueberlebenden war Fialin oder, wie er später hieß, der Herzog von Persigny noch der am meisten von Energie beseelte. Persigny stand in demselben Alter, wie sein kaiserlicher Wohlthäter, hatte sich in der militärischen und journalistischen Karriere, im RepublikaniSmuS und in, Kampfe für die Legitimisten versucht, bis er, man weiß nicht recht wie, zum Bonaparlismus bekehrt wurde und in der „Revue de l'Occident Fransais" für die uapoleonische Idee schrieb. Persigmi ist seit seiner Bekehrung zum BouaparliSmuS diesem Kultus, wie er ib» ernsthast nanme, unverbrüchlich treu geblieben; ja es lag eine Art von Charakter darin, daß der älteste Vertreter des zweiten Kaiserreiches einzig nur von einem Selbstherrscher das Heil Frankreichs und der Welt erwartete und alle scheinkonstilulionellen Experimente Louis Napoleons tadelte und mit Mißtrauen betrachtete. Er war eS, dcr 1848 und 1849 die konservativen Elemente aller Richtungen für die kommende monarchistiche Restauration organisirte, der zuerst m das Geheimniß d-S Staatsstreiches eingeslihrt »nd dcr kräftigste Arm desselben wurde. Persigny war abwechselnd Gesandter in London und Minister deS Innern und hat es in jeder Eigenschaft verstanden, ungeheuere Geldsummen für sich flüssig zu machen. An ihm verliert der Imperialismus einen seiner konsequenteste» uud talentvollsten Vertreter. Mit ihm stirbt aber auch ein Mitglied jener Berschiyörerbande, die unseru Erdtheil 20 Jahre bindurch in steter Aufregung erhalten hatte. — Der Pelzrock Gambella's. Ein Pariser Feuilletouist des „Berliner Börsen-Eonrier" schreibt dlesem Blaue: „Habe ich Ihnen je die G-. sclnchle d«.S Petzrock.s des Mannes vom 4. September und seinen, des PclzrvckeS, Einslnß aus die Beschlüsse de« Dlkialorü und z.iU' rico^iok auf die Geschicke Frankreichs erzählt? Wie Lcribc die kleinen Ursachen und großen Wirkungen in seinem „Eiu GlaS Wasser" darlegt, wird vielleicht cin dramatischer ZuknnsiSdichter (einen historischen Stoff behandelnd) den Fall von Metz oder Paris in „Ein Pelzrock" behandeln. Als der große .Mann vor den Augeu der Pariser gii Helion i» den Wolken verschwand, war er in den schönsten Pelzrock gehüllt, den damals das berühmte Pelzwaarenlager Gon's in der Vivienne-Straße aufzuweisen hatte. Aus den Wolken wieder herabgestiegen, um als ein einäugiger Zeus den Patriotismus aller zu befruchten — finden wir ihn in den nördlichen Regionen ves Vaterlandes. — Warum? Kannten da die Völker weniger ihre Pflichten? Nein! Aber das Klima war dem prächtigen Pelzrocke, welcher mit feinem Besitzer auf die Nachwelt übergehen sollte, angemessener, als die milde Lust südlicher Gegenden. Gambetta stieg also eiliche Breiten gegen den Pol hinaus nach Lille, wo er und besonders sein präch-^Zer Pelzrock Sensation machten, als sie beide den Klub der Stadt betraten. Als er da genug gesprochen und genug triumsirt hatte, als er, um sich dem allzu handgreiflich werdenden Enthusiasmus seiner Mitbürger zu entziehen, gehen und ü<1 IiOL seinen Pelzrock wieder Anziehen wollte — den er in dem von Steinkohlen Und Patriotismus überheizten Saale ablegte — da fand es sich, daß ein fanatischer Bewunderer sich des kostbaren Gewandes, welches Herrn Leon 1200 Fr. . . der Republik gekostet, bemächtigt hatte, wahrscheinlich, um es als Reliquie aufzubewahren . . . . Des Pelzes beraubt, zog Gambetta nun nach milderen Gegenden. Kurze Zeit nach diesem Pelz-Mißgeschicke finden wir ihn im Süden Frankreichs . . . um sich durch Agitation zu erwärmen. Er blieb lange in den Ebenen von Bordeaux — bis im Norden der Ther-uiouieter stieg. Daher sein Aufenthalt in St. Seba-I^an, daher seine Abwesenheit in der Kammer!! Hatte Gambetta nicht zu Lille seinen Pelzrock verloren, so wäre er, »nt ihm, vielleicht Metz oder Paris zu Hilfe gekommen, um dann im Sommer seinen Mantel aüs den Altar des geretteten Vaterlandes nie-dcrzulegen. Man hat ost gesagt, daß die Schlacht bei Leipzig an einem Haare hing, neu ist aber vielleicht, daß Schicksal Frankreichs an einem Pelze hing. 7" Sie sehen, ich habe Recht, zu sagen: Kleine Ur- iachen und große Wirkungen, oder: „Ein Pelzrock!" — Ter Direktor der Sternwarte in Rom, P. Secchi, der zu den namhaftesten Gelehrten feines Faches gehört, hat an die Pariser Akademie der Wissenschaften eine Note, betreffend die Temperatur der Wonnen oberfläche, eingeschicki. Ec modifizirt die früher von ihm ausgestellte Ziffer von 12 Millionen ^rad dahin, daß er der Sonnenoberfläche nunmehr "ur eine Temperatnrhöhe von sechs Millionen Grad zuschreibt. lieber denselben Gegenstand hat seinerseits auch Herr Vicaire eine Ärbeit an die französische Akademie eingefandt, in welcher er auf die großen Verschiedenheiten aufmerksam macht, welche in den Berechnungen der verschiedenen Beobachter Vorkommen, und dieselbe» dadurch erklärt, daß einige Astronomen bei ihren Rechnungsformeln gewisse Wer,he als Expon-lienten annehmen, während andere dieselben als KoW-Zienten betrachten. Indem Herr Vicaire die Wärme eines mit Kohle geheizten Feuerherdes einer Lokomotive mit der von der Sonne ausströmenden Wärme verficht, schätzt er die letztere (weit abweichend von P. Secchi) auf beiläufig 3000 Grad. — Russische Aussassniig der Schulpflicht.) In einer Gemeinde des Kreises Koslosf (Gouvernement Tauiboss) wurde eine Volksschule ein-Zerichiet, die sogar einen Lehrer hatte — was nicht öei vielen in Rußland der Fall ist. Versuchsweise ^urde angeordnet, daß diese Schule auch besucht werde» müsse, und daß wenigstens 30 Knaben da sein Eilten. Nnn entstand cin Klagen und Jammern im Dnrse. Die Knaben sollten in der Schule geplagt nnd Heguält weiden, nnd dann sollten sie nicht einmal das alle Alsabet mit nx, liuki, sondern das neue --ßvttvcrhaßte" u, l,, iv erlernen! Zunächst trauerten sehen ward. Bauernfamilien, die einen einzigen Sohn halten, wurden für eximirt erklärt; alle anderen, die mehr als einen Knaben hatten, mußten losen bis die Zahl 30 herauskam. Dabei traf das Los auch einen von den drei Kuaben eines reichen Bauers; dieser miethete den einzigen (daher vo.i der Losung befreiten) Sohn eines armen als Stellvertreter und ließ ihm statt seines Kindes die Schule besuchen, um dort „gemartert" zu werden und das gottverhaßke a, d, v sich anzueignen. Dieser Losungsfall ist freilich ei» sporadisches Faktum, dagegen aber sind Schulen ohne Schullehrer oder ohne Schüler in Rußland gan; gewöhnlich. die auern Uw lei einer Laiides-Kalaiuität, dann be- *>-iheu sie, wie sie die 30 Kaaben herschassen sollten die Schnle als eine besuchte hinzustelleu. Mau nahm Oiduiuig der Rekrulcn-Abgabe zum Muster, de^ ^ Schulpflicht einmal alö eine Art Bluisteuer äuge ^ Lokal- und Provinzlal-AllgelLgelUjeütti. Lokal-Cyrouik. — (Ar bei t erbildungs v e r ei n.) Die am vorigen Sonntag stattgefnndene Monatsversammlung des Arbeitervereins war zahlreich besucht. Obmann Kunz eröffnet dieselbe und nachdem Schriftführer Wagner das Protokoll verlesen und die Finanzsekiion reserirt hatte, gibt Odmauu bekannt, daß die muer-stützenden Mitglieder des Vereins die Herren: Alfred Hartman, Franz Ehrseld und Franz Fink ihre Jahresbeiträge per 5 fl. eingezahlt nnd außerdem Hr. Hartman 2 fl. für die Bibliothek gespendet habe. Auch sei Herr Polizeirath Anton Achtschin dem Bereiue als unterstützendes Mitglied neu beigetreten. Es wurde den unterstützenden Mitgliedern der wärmste Dank des Vereines ausgesprochen. Sodaun folgten noch einige Debatten über iuuere Vereiusaugslegeuheitm und wurde bei der Ausschuß-Ersatzwahl an Stelle des abreisenden Herrn Eymuth Herr Klicpera gewählt. — ( L o l ks sch u l - B i b li o t h e k e n.) Dem Erlasse des Herrn Unterrichtsministers an die k. k. Landesschulbehörden, betreffend die Regeluag der bestehenden, sowie dis Gründung der noch nothiveudigen Volksschul- und Bezirks-Lehrerbibliotheken, sind Entwürfe zu Bibliotheks-Ordnungen für beide Kategorien beigefügt. Nach dem ersten dieser Entwürfe hat die Volksschul Bibliothek den Zweck, der Schuljugend die Mittel zu bieten, durch eine entsprechende Lektüre ihre intellektuelle und moralische Bildung zu fördern, der verantwortliche Leiter der Volksschulbidliothek ist der Leiter der Schule. Die Bücher derselben können auch Mitgliedern der Schulgemeinde, die der Schule entwachsen sind, zum Lesen verabfolgt werden, insoweit dadurch die Ansprüche der Schuljugend nicht beeinträchtigt werden. Die Bezirks'Lehrerbibliothek hat den Zweck, den Lehrern des Schulbezirkes wissenschaftliche Zeitschriften, Werke pädagogisch-didaktischen und fach-wissenschaftlichen Inhaltes, sowie Lehrmittel, deren Anschaffung den einzelnen nicht leicht möglich ist, zugänglich zu machen. Der Standort derselben wird von der Bezirksschulbehörde nach Anhörung der BezirkS-Lehrer-konfcrenz bestimmt. Die zur Verwaltung dieser Bibliothek gesetzlich berufene Kommission hat nach Beschluß der Lehrerkonserenz aus drei bis siiiif Mitgliedern zu bestehen. Kein der Bezirksbibliothek einver-leibtes Buch oder Lehrmittel derselben darf ohne Zustimmung der Lehrer-Konferenz und der Bezirksschulbehörde verkauft werden; die erfolgte Bewilligung ist auf dem zur Veräußerung gelangenden Objekte in amtlicher Weife ersichilich zu machen nnd der Eilös wieder für die Zwecke dieser Bibliothek zu verwenden. Den Bezirksschulinspektoren und den LandeSschulinspek-toren für Volksschulen liegt ob, den Bezirksbibliotheken eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwendeu, die Biblio-Ihekö'Kommifsionen mit Rath und That zu uuterstützeu und darauf zu sehen, daß bei der Verwaltung Willfährigkeit und Unparteilichkeit beobachtet werde. Im Jahresberichte der LandeSschnlbchörde ist stets auch auf den Zustand und die Benützung der Bezirksbibliotheken Rücksicht zu nehme». — (Dr. Ritter v. Kandler 1-.) Die..Tr. Ztg." melde! den gestern Morgens nach langer, schmerzlicher Kraukheil erfolgten Tov des Herrn Dr. Peter R»ter v. Kandler, k..k. NegierungSrathes, Konservators im Küstenlandc nud Mitgliedes der kaiferl. Akademie der Wissenschaften. Der Verewigte, aus einer in Triest eingebürgerten tiroler Familie stammend, war im Jihre 1805 geboren. Neben seiner berufsmäßige« Thäiigkeit als Advokat, in welcher Eigenschaft er sijie lange Reihe von Jahren die Stelle eines Rechtskonsulenten der Triester Stadtgemeinde bekleidete, widmete sich Dr. Kandler vorzugsweise archäologischen und geschichtlichen Studien und Forschungen. Seine Verdienste auf diesem Gebiete sind bedeutend und zahlreiche werthvolle Publikationen geben davon Zeugniß. Ehre seinem Andenken! — (Polizeibericht.) Dem Kenschler Bertic in J.'ouca Haus-Nr. 46 wurde am 7. d. das im Rauchfange zur Selche aufgehängte Schweinefleisch im Geldwerthe von 3 fl. von unbekannten Thatern gestohlen. — Der Malergehilfe Gustav JerZek aus der Gradifcha Haus-Nr. 15 wurde am 10. d. von einer Weibsperson körperlich mißhandelt und leicht verletzt. — Ter Prioate Georg Novakovich, Stadt H.-Nr. 279, wurde am 26. v. M. in der Wienerstraße körperlich mißhandelt. — Dem Hausbesitzer Peter Laßuik, Kapu-zineroorstadt Haus-Nr. 18, wurde am 8. d. eine große Holzsäge gestohlen. — Ein Theil der dem Spediteur Joses Kollmaun, Haus Nr. 63 in der Kapuzinervor-stadt, in der Nacht vom 30. bis 31. v. M. gestohlenen Waaren wurde bei Weibspersonen in der Gradischi ausgefunden. — Tee Gastwirthin Amalia Christof, Stadt Haus-Nc. 43, wurde am 23. v. M. von einer Weibsperson ein Umhängtnch im Werthe von 6 fl. gestohlen, die Thäterin jedoch ansgesorscht und zur stras-gerichtlichen Amtshandlung übergeben. — Der Schnei-derlehrjunge Auton Sega aus Senosetsch ist am 14. d. seinem Lehrherrn Lorenz Kumau, Krakauvorstadt HauS-Nc. 39, entwichen. — (Aus dem Amtsblatts der „Laib. Ztg.") Eine Diucuistenstelle ist beim Kconauer Be-Bezirksgerichte zu vergeben. — Der Sommerlehrkurs für Hebammen beginnt an der hiesigen geburtshilflichen Lehranstalt mit deutscher Unterrichtssprache am 1. März d. I. _______________________________ Witterung. Laibach, 1§. Jänner, Trübe, H'iheunebel, abwechselnd Regen, windstill. Te m peratnr: M.'r>ens 6 Uhr -0.8', lir^mittags 2 ll r — 1,8° 0. (I87l -1-2.3"; 1870 j- I.l"). Barometer im Fallen 727.90 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Warme s- 2.5", »m 4.5" über dem Normale. Verstorbene. Den 1 7. Iänue r. Maria Znpancic, Näherin, alt 42 Jal-re, in der Stadt Nr. 248, au der Liingentnberknlose. Den 18. Jänner. Alex Meröe, Jnwobner, alt 35 Jahre, Im Zivilspital an der allgemeinen Wassersucht. - Den, Herrn Bartholom» Carli, Schiibmachernieisler, sein Kind Anton, alt 4 Jahre, in der Stadt Nr. 189, am Zehrfieber. — Dem Herrn Franz Pseiser, k. k. Staatsbnchhal-tungs-Offiziat, seine Fran Theresia, geborene Paner, alt 58 Jahre, in der Sladl Nr. 209 au der Luiigcnlähmuug. — Anton Jerse, Kaischler, all 70 Jahre, im Zivilspital an Erschöpfung der Kreisle. A n in e r k n n g. Im Jabre 187l sind 922 Personen gestorben, unter diesen waren 491 männlichen und 43l weib iieben Geschlechtes. ___________ Gedenktafel über die am 2 3. Jänner l872 stattsindeuden Lizitationen. 2 Fe lb., Balkove'sebe Real., Hrast, 2G^T,ck!eruembl. — 2. Feilt)., Salanwu'sche Real., Slemen, BG. Ratschach. — 3. Feilb., Hvigel'sck'e Real., Selcah, Boi. Planina. — — 3. Feilb., Hol-er'sch- Real., Macek'M Real. BG Nassen-suß. - 2. F-e-lb., Gruden'sche Rea .. L>t. Milonc, BK. Se-nosetsch. — 2. Feilb., Slejko'scl'e Real., Bnk»,e, BG. Sein) etsch. — 3. Feilb., Pauli'sche Real., Domzale, BG. Stein. — 2. Feilb., G-iniar'schc Real., Dolle, BG. Jdria. 2. Feilb., Bicic'sche Real., Unterschleinitz, BG. Plauina. Noblek'sci'e Neal., Banker, ätraindurq. — 2. F^ilb., Lpeka'sche A al, Niederdors, BG. Plauiua. — 2. Feilb., Tacja'sche Real., Jatobovic, BG. Plauiua. — 3. Feilb., Korporat'sche Real, Großmraschou, BG. Kurkfeld. — 3. Feilb., Hestar'sche Real., Großmraschou, BÄ. Gmlseld, ----------------- Telegramme. Pest, l8. Jänuer. llnterhciuSsitziing. Bor drr Spezialdebatte über das Budget des LandeSverthei-diguugö-Mlliisteriiilns weiset der Ministerpräsident in einer beifälligst aufgeiiommenen Rede den Antrag Tisza's auf Schaffung einer nur von der Regierung und dem ungarischen Parlamente abhängigen Armee zurück. Der Ministerpräsident weiset die Notwendigkeit der Aufrechthaltung der bestehenden Gesetze über die gemeinsame Armee in Rücksicht auf die Wehrverhältnisse der Nachbarstaaten, sowie auf die geografische Lage und Bevölkerungsverhältnisse des Landes nach, er weiset ferner nach, daß das gegenwärtige Wehrsystem für Ungarn das wenigst kostspielige ist und hebt hervor, daß Tisza's Vorschlag unannehmbar ist, weil die Armeeführung ein Recht des Monarchen sei. Tisza's Antrag wurde hierauf abgelehnt. London. 18. Jänner. „Times" theilt unter Reserve das Gerücht mit, Thiers unterhandle mit fremden Bauquiers wegen Emittirung von drei Milliarden Rente. Wiener Börse vom 18. Jänner. Geld 62.90 72.90 !9.- 108.20 126. -148.50 90.— 85. 5 80 25 83.50 57.75 SLLLroLovL«. L erc.Rente, öst.Pap. ^ L»Ls. dto. öst.inSilb. L,-5r von 1854 ... Lirjr von 1860. ganze Loir vv7! 1860, Füufr. Lir.^rmeusch. v. 1864 Steiermark jn5pEt. LLrirlen, Krarn 2. Aüftenland 5 „ Nnzarn. . zu5 ^ ^cval. u. Slav. 5 , Uicbeubürg. ^ 5 » N^tisnalbank . . . vvion - Bank . . . -revilanstalt . . . A. ö. EScompte-Ges. NTrqlo-österr. Bank . De». Kodencred.-'A. Hypoth.>Bank . kreier. T^compt.-B?. franko > Austria . . öais. Kerd.-Aiordb. . ^irdbahn-Gesellsch. . Elisaberb-Babn. »2rl'-vudwig-Babu ^edeub. Eisenbahn . SraatSbahn. . . . «rais. Kranz-IosefSb.. ^itvfk.-Barcser E.-B. Bahn . ^5»rr«1dr1oko. r^anon. ö.W. verloSb. 90.- 90.20 U2A. Bod.-iLredttanst. 88.50 89.--Lllg. öst.Bod.- Lredtl. 106. - z 106.50 tzlo. 87—j 87.50 Ware 63.—Oeft. Hyrorh.-Lauk. 108.40 Sitdb.-. Jänner 1872. (38) Franz Pül;l, Kassier. Stiefvater. Mise Püljl, verwitwete Saxer, Mutter, »arolinc Tschnr». t?lise v. Miükolczi, isLwester». Karl rschurn, Sparkasse Adjunkt, Aarl v. MiSkolczi. k. k. reform. Garnisons-Prediger in Wien. Schwäger. Theater. Heute: Die Weise aus Vowood. Schauspiel iu drei Akten und einem Vorspiel von Charlotte Birch-Pfeifser. Tie Unterzeichneten geben hiemit im eigenen und im Namen aller Verwandten die Nachricht, daß es dem Allmächtigen in seinem unerforsch-licheu Rathscblnsse gefallen hat, die Frau verwitwet gewesene Kautschitsch, geb. Parier, gestern Abends um 11 Uhr im 59. Lebensjahre nach langen schmerzvollen Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, in ein besseres Jen seits abzuberufen. Das Leicbeiibegängniß findet morgen den 20. d. Mt., 4 Uhr Nachmittags, vom Hanse Nr. 209 in der Herreiigaffe statt. Die beil. Seelenmessen werden in verschie denen Kirchen gelesen werden. Die theuere Verblichene wird dem frommen Andenken aller Verwandten und Freunde empfohlen. Laibach. 19. Jänner 1872. (37) äoscf Paiier, Fra»; Paner, als Brüder. Fra»; Pfeifer, als Gatte. LcichenbcslattmigS-Anstatt des F. Doberlet in Laibach. Angekommeue Fremde. Am 18. Jänner. KI«-»'«,,». Ogrinc, k. k. Hauptmann, Loitsch. — Vierarm, Kfm., Berlin. — Schonwald, Wien. — Graf Wurmbrand, Privat, Batavia. — Bartolomei, Besitzer, Görz. — Pichler Wien. — Jglic, Aich. — Außeneg, Les. — Mihelac' Radmannsdorf. *>»<>« Plenk, Wien, Galikowskl,, Hok, Horak, Guidi. Löw, Kaufleute, und Jaeuichen, Wien. — Jnsch' Kfm., Pest. — Glvbocnig, Besitzer, Eisnern. Gärtner, Sagor. Eine Mhmmg mit 5 Zimmern, Küche, Keller, Speiskammer und Dachboden ist sogleich zu vergeben. Auskunft im Zeitunqs-Komptoir. (33—2) MKMKMWUMKKM:MWUUMWUW Comptoir befindet sich in der im 1. Stock neben dem Theater. A ZW" A ufträge auf Bettslanme» und Feder» M werde» angenommen. (613—8) MUUUULUUUUMNUUUUUUUW .Gunderttansende von Menschen verdanken ihr schönes Haar dem einzig »nd allein existirenve» sichersten und besten Hs,8,rv^uo1i8nii^^s1. 1^8 Albt Iliellts L6886I68 als die in allen Welttheilen so bekannt nnd berühmt gewordene, vor» msülo. ^ulorllLtv» xoxrükte, Ss» xlLuLvuSston und ^vuQÄvr^vtrksLastvrr LrkoL-8?vu xekrüvtv, von Sr. k. X. erposlol. ILk^jsatLt ävm Xalsor I'iLUL ^osvk I. vor» Oostvr-retoL, Xönlx von vuxain und »»»> IktN»r»>»ltvL »»»okuUod« I»vroollt«. Fabrik und Haupt-Zentral-Versendungs-Depot sn gi°v8 L vn ltvlsll (400-20) bei Parfnmenr und Inhaber mehrerer k. k. Privilegien in Wien, Josesstadt, Piaristengaffe, Hause, nächst der Lerchenfelderstraße. wohin alle schriftliche» Aufträge zu richten sind und wö Aufträge au« den zahlung des Geldbetrages oder Postnachnahme schnellstens effe' Provinzen gegen Darein-!rtnirt werden. Haupt-Dcpvt für Laibach einzig und allein bei dem Herrn fflnl,,-. Parfuineriewaarenhandlung in Laibach. b^e bei jedem vorzüglichen Fabrikate, so werden auch bei diesem schon Nachahmungen und Fälschungen versucht und wird daher ersucht, sich beim »lnkaus nur an die oben beieichuete Niederlaae ,u wenden und die «vkts vc» v»rl l?olt in Vi«n ausdrücklich zu verlangen, sowie obige Schuh,narke ,u beachten. ansoruauch Lru« v,« Jgu. v. «lrin»»hr L grd. «amderq in Laibach. Verleger und für die Redaktion veranlwortlich: Otlvm-r Bamberg