Rummer 47. Jlrtta u, den 22. November 1903. XIV. Jahrgang. PettauerZeitung. Erscheint jcbcn Sonntag. Breit für Pettau mit Zustellung in« Hau«: Monatlich S0 k. vierteljihrig X 2 40, haldjähria K 4 80. ganzjährig K 9 —, mit Poftoerseiiduug im Inland«: Monatlich 85 h vierteljährig K 2.60, halb>ährig K 6.—, ganzjährig K Ö.&O. — Einzelne Rummern 20 h. Handschriften werden nicht zurilikgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge find erwünscht und wollen längsten» bi« Freitag jeder Woche eingesandt werden. G du mcln Österreich! Die ritterliche» Ma>iyare» haben dir schon lange die Liebe gekündigt und wenn sie sich trotzdem von dir au » halten lasse», so ist da» eben modern und kommt in den besten Fa» milien vor. Infolge der Vernunstehe. die ivir mit dem bezeichnenden Namen ,,Duali»mu«" nennen, hattest du m die kavaliermäßige Leben«, weise der ritterliche» Magyaren, welche Leben», weise wie bei den meisten dieser Sorte von Ka-valieren aus Schnldenmachen gegründet ist. nicht» dreinzurrde.i; zu den, gemeinsamen Ha»«halte hast du mehr alt da» Doppelte beizutragen und wenn dn hie und da einen schüchternen Einspruch wagtest, schimpfen dich die ritterlichen Magyaren : „Eine alte Bettel!", nannten bei» StaatSkleid: .Eine» schwarjgelben Fetzen und da« Attribut deiner Würde und deine« Ansehe»« in der Welt, den Doppeladler: .Ei» Rabenvieh"! — Doch damit wäre» die Demütigungen noch lange nicht erschöpft. Richt bloß da«, daß die frech gewordenen Kavaliere „von Paprika und Schweinespeck" selbst die einfachste» Regeln de« «»stände«, wie er selbst im Verkehre der in dieser Richtung leine«, weg» allzu rigorosen zentralafrikanischen Staaten gewahrt wird, in ihrem Reich«rate mißachteten und die Völker Österreich», au» deren Tasche» sie leben und ihren Großstaalprunk bestreike», beschimpfen, sie verlangen heute nicht mehr und nicht weniger, al» daß Österreich verpflichtet ist. ihre neueste Liebhaberei, eine magyarische Armee al« nationale« Spielzeug zu bezahlen und — da» Maul z» halten! Die nationale magyarische Armee ist ihnen — sicher! Die Erhaltung»kosten derselben sollen selbstverständlich au» der Quote bestritten wer-den. Da« heißt zu zwei Drittel» von Österreich. Da« hat der neue ungarische Ministerprä- KonmagDetrachtung. Exzellenz Dr. v. Körber hat dem wieder zusammengetretene» Reichsrale ein« Rede gehallt». Da« ist nicht seltsam. Viel seltiamer ist e». daß da» hvhe i>cm« zu dieser Rede weder ja noch nein sagte. fonder» einfach gar nicht». Der ungarische Ministerpräsident hat darauf auch eine Rede gehalten und nach dieser Rede brach nicht blo« ei» Beifallssturm lo». sondern niemand Geringerer al« Graf Apponyi sammelte die ganze Regierungspartei um sich und an ihrer Spitze gratulierte er dem Grasen TiSza zu dieser Rede, weil sie in dem Satze gipfelte: daß weder der österreichische Ministerpräsident, noch Österreich überhaupt in die gemeinsamen Armee-angelegenheiten etwa» dreinzureden hätten? Punk-tuml Streusand drauf! Und zwar jenen Streusand, dem man der österreichischen Volktvertretnng bei de» Berhand-lungen zur Beruhigung der widerborstigen Ma-gyaren — in die Augen streuen wollte. Teilriei'e war» auch gelungen. Manche rieben sich die freudetränenden Auge», al» Graf TiSza zum Miiiisterpräsidente» ernannt wurde und »ießlen dazu. sideiit gesagt und ha« sich damit sogar den ju-belnden Beifall der schärfste» Opposition errungen. — .Ach. da« sind bloß Redensarten!", beschwich-tigt die österreichisch, Reptilienpresse. Run Gras Ti»za behauptete vor dein ganzen magyarische» Reichstage, daß er das, wa« er sagte, mit gutem Gewissen ans Grund der Ver-einbarungen sagen konnte, die die Basi« seine» RegieruiigSprogrammeS bilden! Und der österreichische Ministerpräsident? Der klammert sich an de» Armeebefehl von Chlopy, den schon Graf Khiien-Hedcrvary de» Ungar» mundgerecht verwässert hatte und Dr. Körber muß jetzt förmlich dazu gedrängt werde», die magyarische Frechheit, nicht gegen ihn. da« ist seine persönliche Sache, sonder» gegrn d i e Bölker O st erreich« zurückzuweisen. 0 du mein Österreich! Aber tröste dich! — Roch bist du nicht verloren. Geht deine schöne g e m e i u s a ni e Armee, der letzte Rest deiner Großmacht-stelliing verloren, so erhältst du al« vollwichtige» Ersatz zu allererst eine .Südslavische Armee, deren Kerntruppe» die Anhänger de« klerikal-slove nischen .Slovemc" bil-den werden. de»u die .Nstznlinge" waren schon seit de» Icsuiteiijögling« Ferdinand II. Zeiten immer Trumps! Die griechisch-orthodoxen Serben kommen znm Landsturm und die Tamburasche»-Kapellen werden zur Ehrenbezeugung vor dem Höchstkommandierend«» nur die „Papsthymne" spielen. »- Scherz? Rein, e« ist bitterer Ernst und wen» Herr von Körber die Forderung vernimmt: „Rückversetzung der sloveuische» Regimenter in ihre Heimat, der slovenischen Offiziere an« Un» gar» und Galizien, slovenische Kadettenichnle in Laibach, zweisprachige Ansschrist»taseln auf die Kas-rnen und — auf die einzelne» AnSrüstnng»-stücke i» neuilovenischer Sprache ic. und al« .Helf Gott! daß wahr ist. was ich mir denkt hab!" — lächelte der ungarische Premier und sagte dann daheim: „Embleme, die über dem magyarischen Versassnng»rechle stellen, wie dieser Doppeladler, die gibt« eiii'ach nicht in der ge-meinsamen Armee! Die magyirischen Offizier«-bildung»anstalte» müssen au« der Quote bezahlt werden! Wen» nicht, so — na. ich wünsche nicht, daß solche Zeiten wieder komme», ivo die Fremdherrschaft die ungaiische Verfassung mit den Füße» trat; ive»n aber solche Zeit?» wieder» komme», dann hat sich jeder Ungar vor die K»geln oder de» Galgen zu stelle»! Fertig!" — I» jedem a»dere» Staate würde der leitende Minister, wenn er so gesprochen hätte, sosort eine» Tester abqesaßt haben. Väterchen Zar hätte ihm al» Anerkennung eine Eise»bahnsa!ir» karte 3. Klasse mit Begleitung «ach IrkutSk oder IakutSk, oder an die schönen User der Lena geschickt mit dem ehrenvolle» Auftrage, für da« Nationalmuseum ein paar im Eise gut konservierte Mammut« zn suchen und dann beh»f« weiterer Studie» dort dauernden Aufenthalt zu nehmen. Der Großherr hätte ihm irgend eine Einöde im steinige» Arabien als W>»terk»rort mit freier Verpflegung a»gewiesen, Bei u»S Leiter de» Ministerium» de» Innern dem Lande»-Präsidenten vo» Kram nicht sofort den Auftrag erteilt, den Leitartikler de« „Slovenee" fiir eine Auszeichnung in Vorschlag zn bringe», dann geschieht ihm ganz recht, wenn der geniale Mann am Ende bö» wird und den König vo» Serbien einladet, in Österreich Ordnung zu mache». Von der Woche. In Graz und in Marburg fanden im Laufe der Woche die GemeinderalS-Ergänzung»-wähle» an» dem 3. Wahlkörper statt, sür welche natürlich auch die Sozialdemokraten ihre eigenen Kandidaten ausstellte». Allein während e« de» Marblirger Sozialdemokraten nur mit großer Anstrengung gelaug, bloß einen ihrer Kandidaten durchzubringen. siegte» in Graz die Roten, .wie sie wollten", wie der tech,lisch? Ausdruck der Sportsmen lautet und brachten alle ihre fech« Bewerber mit einer Stimmenmehrheit durch, die für Graz wahrhast beschämend ist! Beichämend umsomehr. al« man bisher an-nehmen konnte, daß für jene» politische Kiäh» winklertum, w.lche« ebenso viele „ganz andere Ansichten" über da», wa« dem deuttche» Volke frommt, al» Köpfe hat und sofort beleidigt ist, wen» ma» ihm jagt, daß ei» volkstreuer Man», immer die eigenen Interessen gegen die Volk«-iiiteressen zurückzustellen verpflichtet ist, in Graz kei» Bode» sei. Da« war. wie die Wähle» de« 3. Wahlkörper» zeigte», eine falsche Annahme und damit müssen die deutsche» Provinzstädte vo» »un a» rechnen und sie werde» e« auch. Denn wer sich an solchen Entscheid»ug««agen unverläßlich zeigt, verdient nicht die Ehre al» .strammer deutscher Bürger" geachtet und beachtet zu werde», auch wenn er tausendmal „Heil!" schreit. Den» damit allein ist un« nicht geholfen. Freilich wissen diese, im politischen Halb- sielen diese schönen Erklärungen de» ungarischen Ministerpräsidenten bloß den großen Börseblättern ans die Nerven. .Wie haißt. daß solle» sich stelle» unsere Gla»ben«briedt! i» Tran«, ivaS sennen doch auch echte Arpaden, a» se haben bezahlt ehrlich sünef-zig Kruizer, daß se nix mehr haißen Abratn, sondern schreiben se sich Arpad Polony und nix mehr Pollak, oder Rosiahegy und nix mehr Rosenberg, — wie haißt, daß sollen se sich stellen vor de Gejchosse vü» de Männlicher, wa« schieße» aus esoi ä große Distanz, daß mer nix sicher ist seine« Lebe»«, oder gar vor ä Galgen ? N>x werden »se jcch stelle», soll der Pista baczi esoi gesilnd sei»! — Haste gesehen de Chamer? Wer werd bezahlen die zwai Milliarden Schulden, wa« sennen se uns kotig i» ZiS? — haßt e Ehrlichkeit! Nur deGall!" n»d die Börsenblätter suchte» ihre Herzen wieder au« de» Hose» hervor, stellte» die Brandrede» de» Grase» TiSza gegen Österreich als „geistreiche AperquS" hin, um der „Opposition den Boden zu untergraben" und — Herr von Körber hielt seine Budgetrede, in welcher er in schöner Blumenjprache die Mensch-heit im allgemeinen ersuchte zu entschuldige», daß wir Österreicher überhaupt auf der Welt fchlummer, au» dem sie bloß auf der Bierbank erwachen. bahiiibnselnben Spießer wenig davon, ivaS Kamps heißt, Kamps um alle», was einem ehrliche» Deutschen teuer ist; uitb kommt ihnen je einmal wirklich eine« der Blätkr von der Sprachgrenze vor Augen »»d sie lesen darin eine Schilderung dieser wilden Einzeln- und Gesamt-kämpfe, so schütteln sie de» bierschweren Kops »nd meinen: »Ran, dö» w>rd doch nit lein!" Und wen» so ein beuksauler. mit sich selbst völlig zufriedener .deutscher Bürger" lese» würd«, wie die .Sübsteirische" d,n Ai»l»leiter der Bezirksliaiiptmaiinschast von Lnltenberg „ver-arbeitet", weil er dem Abschiedsabend eine» sehr geachteten Beamten beiwohnte und sich nicht bloß mit seinem Erscheinen begnügte, sondern .sogar eine deutsche Ansprache hielt", so wird der Man» »oahrscheinlich lächeln, obgleich dieser Anrempelung auch sofort die Bernaderung de» Amt»leiter« beim Statthalter aus dem Fusse folgt. In ihrer politische» Duseligkeit gewahren diese Deutschen nicht einmal, wie sich zu gewissen Zeiten eine bnntgemischte Gesellschaft von Bohr-Würmern und Nagern zusammenfindet, um da» Teutschtum in Steiennark nach Kräften an Wurzrl und stamm zu schädigen und wen» sie e» gewahren, so halten sie diese Schädlinge eben für so unschädlich und harmlos al» sie selber sind. Da» ist freilich traurig, aber noch weit trauriger ist», wen» i» ernste» Augenblicken da» „chemisch-reine", vo» allen de.ilsch-freisi:.nigen und dentschvolkSparteilichen Schlacken befreite .unver-fälschte Deutschtum" die Waichlappigkeit deutscher Dö«köppe al« Schemmel benutzt, und von diesem erhöhten Standpunkte au» reinliche nud einheit-vergoldete Parteimoral verzapft »nd damit Jnden und Sozialdemokrate» die Wege zu Gemeinde» ratSmaiidate» der steirifchen Landesha „ptstadt ebnet. Diese Tat ist genau so unverfälscht schöne» rianisch, wie da» dem Führer der Baueriibündler gezollte Lob über seine „schneidige Führerschaft" der vei Kündeten Klerikalen. Slaven und Bauern» bündler im steirijchen Landtage, ober deutsch ist sie nicht. Unser Preßprozeß. Wir haben in der Nummer unsere» Blatte» vom 13. Jult 1902 unter der Spitzmarke .Ein netter Spaß", folgende Notiz gebracht: .In Blas Ossenjak» Gasthaus in Haidi» ist Inliana Mustasa al» Kellnerin bedienstet. Da e» aber zu de» Aiinehinlichkeiteu de« Leben» gehört, hie »nd da ein kleine» ,@'fp»si' zn haben, bat sich zwischen ihr und dem im gleichen Lokale be» siiib und im besonderen den Ungarn zurebete, un» ans Grunb ihrer nationalen Recht« und der ungarischen Verfassung ic. ic., »och «in bißche» lebe» zu lasse»! Da» war selbst bei» zahmste» ber zahme» Volksvertreter zu viel uub auch sie — schwiegen, wa» sie bekanntlich b» bie Nase u»b sie beschlösse»: .Etwa» dagegen zu tun." Vielleicht kommt nächsten« ei» Dringlichkeit»-«»trag: Da« hohe Hau» wolle beschließen, e» sei in geeigneter Weise a» den Tierichutzverein heranzutreten, um zu verhindern, daß dem alte» österreichische» Doppeladler wenigsten« noch so viele Federn gelassen werden, damit ihn die He-raldiker im Jahre 2903 nicht etwa für eine» gerupften Pura» halten. Wcuii aber — wa» nach den Worte» Sr. Exzellenz de» Grase» Ti«za, Gvtt verhüte» wolle — „wieder folche Zeiten eintrete» sollten", dann mag er sich getrost an die Kroate» wenden, die stelle» ihm, wenn er Mangel an Holz hätte, gewiß gerne ihre Bäume zur Verfügung und die Slovake» de« Trencsiner- und Arvüer-Komitatc» lieser» ihm den Hanf »»entgeltlich. F. dienstete» Knechte Anton mit der Zeit ein zarte» Liebe»v,rhältni« gebildet. Dieser gute Anton scheint nun seine eigenen A»>:chte» über di« Art und Weise vo» L>«be»dezeugungen zu habe». Vorgestern Überreichte er nämlich seiner liebe» Juliaua ein scharf geschliffenes Messer und diese erfaßte es bei der Klinge. Der zarte Anton drehte .per Spaß' da« Messer einiqemale in ihrer geschlossenen Hand »m nnb zerschnitt ihr baburch alle Sehne» de» Handgelenke», wodurch bie Inliana eine schwere körperliche Verletzung erlitt." Diese Notiz wurde in der „Marburger Zeitung" vom 19. Inli 1902 abgedruckt. Die minderjährige Juliana Mustasa brachte, ba sie sich in ihrer Ehre gekränkt fühlte, durch bei, be—rühmten Advokaten und anertannte» Freund uusere» Blatte», Dr. Brume». hierüber eine Preßklage ei». Dieser zufolge befanden sich am IS. d. M. ans der Anklagebank vor dem Marburger Schwurgerichte: Unser Berichterstatter Johann Drewenschek. Norbert Iahn, damaliger Schriftleiter der .Marburger Zritniig". Wilhelm Blanke. Buchhändler und Buchdruckereibesitzer in Peltau und Jguaz Spritz v. Schrislj.tzer in Pettau, al» damaliger verantwortlicher Schrift» leiser unseres Blatte«. Die erste» drei erschienen angeklagt wegen Vergehe»« gege» die Sicherheit ber Ehre »ach § 489 St.»G. und der Letztge» nannte ob Übertretung de» Preßgeietze«. Al« Verteibiger fungierte für be» Erstaiigiklagte» Herr Dr. Mravlag. für Norbert Iah» Herr Dr. Possek, währeub Wilhelm Blanke und Jguaz Spritz.y vom Herrn Dr. v. Plachki verteidigt würbe». Al» Borsitzender be« Schwurgericht«hofe« fungierte Herr Laube«gericht«rat Morocutti. Die Angeklagte» sowohl al« auch bereu V»r-teibiger fanden in dieser Zeitungsnachricht über» Haupt keine Beleidigung, während Dr. Brumeu als Klageanwalt in derselbe» eine tiefe Verletzung ber überaus reinen Mäbchenehre der Klägerin erblickte. Im Verlaufe Beweisvrrfahren« kamen einzelne recht interessante Momente zutage. E« handelte sich darum, festzustellen, daß Juliaua Mustafa nicht al» diejenige erscheint, al« welche sie gerne gelte» möchte. Zeuge M. Bayer führt unter andeiem ans. Inliana Mustafa habe sich ihm gegen» über schon am ersten Tage de« Bekanntwerden» mit ihr i» OsfenjakS Gasthanse in Haibin fehr liebeSbedürstig gezeigt unb sich ans seine» Schoß gesetzt. Aus diese Aussage brachte Dr. Brumeu vor. Zeuge Bayer lMe die Klägerin energisch vo» seinem Schoße verweisen solle», woraus ihm Herr Dr. Mravlag bedeutete, e» fei nicht jeder ein keuscher Joseph, wa« allgemeine Heiterkeit erregte. Dr. Brumeu bot seine ganze Beredsamkeit ans. um die Angeklagte» vor ben Geschworenen geradezu als Verbrecher hinzustellen, bie da mit allen Kräften barnach gestrebt habe», dir Mustasa in ihrer Jungfrauriikhre zu kränken. Einzelne Au«-fälle desselben gegenüber den Angeklagte» vera»» laßten Herr» Dr. Mravlag zu einer sehr scharfen Entgegnung. Unter anderem wurde von Zeugen ganz präzi» bestätigt, daß zwischen dem Angeklagte» Dreweiischeg, welcher ohne weitere» zugab, bie erwähnte Notiz geschrieben zu haben uud der Klägerin Mustasa ein Ausgleich stattgefunden habe und daß Mustasa gar nicht habe klage» wollen, sonber» baß sie vielmehr durch Dr. Bin» men zur Klage genötigt worden sei. Angeklagter Dreweiischeg gibt zur Bestätigung des erwähnten Ausgleiche« auch an. daß er vo» der .Juli" eine» Kuß bekommen habe, wa« die Klägerin mit der Behauptung zu widerlegen versucht, Drewenscheg habe ihr den Kuß gestohlen. Dr. Brumen meinte, Dreweiischeg hätte mit ihm al» de» Vertreter der Privatklägenn. einen Vergleich schließen sollen, wa« j.doch Herr Dr. Mravlag dahin zurückweist, „daß e» nicht nach jedermann» Geschmack ist. mit Dr. Brnmen zn verkehren". Aus d-e diesbezügliche Verwahrung de« Dr. Brumen sagte Herr Dr. Mravlag. daß es ihm kein Vergnügen mache, mit jemandem zu verkehren, bei dem bie Geschworene« iu einem seinerzeit burchgesührte» Schwurgerichtsprozesse be» WahrSeitsdewei« bafür als erbracht erklärten, daß er (Dr. Brumen) ein Denunziant sei. Dr. Brumen interpretierte unter anderem auch da» Wort .Gspusi" bahrn, daß unter demselben nur ein Liebesverhältnis zu verstehe» sei. durch welche» auch ein geschlechtlicher Verkehr a»«-gedrückt werde. Weiter» behauptete er. daß ma» be, ber „Pettaner Zeitung" an« dem Hinterhalte zu schreiben pflege, wodurch e« leicht sei. je» inandeu au seiner Ehre zu schädige«. Aus diese zwei Behauptungen hin antwortete Dr. v. Plachki, baß derjenige, dcr da» Wort .Gspusi" derartig interpretiere, der deutsche» Sprache gar nicht mächtig fei und wa« die zweite Behauptung be» treffe, daß sich Dr. Brumeu mit derselben in da» Gesicht geschlagen habe. Der Schreiber der Notiz habe ja offen und ehrlich gestauden, dieselbe ver-faßt und dcr damalige verantwortliche Redakteur, dieselbe zum Drucke befördert zu haben. So handle man bei deutschen Zeitungen, während faei der gegnerische» Presse der Fall gerade um-gekehrt sei. In derselbe» werde» an» dem Hinter» halte vergiftete Pseile geschossen, welche geeignet seien, jemanden wahrhaftig au Gut und Ehre zn schädige». Nach der glänzende», tiefdiirchdachten Rede de» Dr. Mravlag, »ach de» klaren Auseiuauber-setzunge» i» beredten Worte» von Seite» be» Dr. v. Plachki sowie Dr. Possek. hielt ber Vorsitzenbe das Resümee u»b gad be» Gefchwo-reite» (Obmann Karl Flncher, Gemeinbevorsteher in St. Egybi) die Rechtsbelehruug. Nach kurzer Beratung erschiene» dieselben wieder im Saale und verneinte» alle Schuld» fragen bezüglich der Angeklagten Drevenfcheg uud Spr'tzey mit 10 gegen 2 Stimme», bezüglich der beiden übrigen Angeklagten einstimmig. Die Angeklagten wurden daher insgesamt sreigesprocheu. I» diesem Prozesse wurde ein helles Schlaglicht auf die Ait und Weise, wie Preß-klagen gege» deutsche Zeitungen entstehen, ge» worfe». Die Angeklagte erzählte nämlich, daß sie gar nicht habe klagen wolle», sie fei mit ihrer verletzte» Ha»d zum Dr. Bela Stnhec ge-komme», fei in dessen ärztlicher Behandlung ge» standen und dieser habe sie erst aufmerksam gemacht. daß sie in der Zeitung .beleidigt" sei und daß sie Nagen müsse, worauf sie auch zum Dr. Brumen gegangen fei. Herr Dr. Stuhec ist doch ein vielseitiger Mann! Neben seiner »»«gedehnte» medizinischen Praxis, bie sich ja wie bekannt auch auf deutsche Kreise »»«dehnt, hat er noch immer Zeit, unent-geltliche jnristiiche Ratschläge zu erteile», bie — wie in biefem Falle — ber betreffenben Klieiiti» allerding« etwa« teuer zu stehen kommen. „Schuster bleib bei beinem Leiste»", e« kommt nicht» heran« dabei. Der Freund und Gcsin-nnugSgenosse bekommt bei der Verhanblniig die saftigste» Grobheiten zu hören, die in de» Prozeß .hineinbeleidigte" Jungfrau kommt ebenfall» sehr schlecht weg uud Sie Herr Doktor verliere» auf juristischem Gebiete alle« Renommee; also nächstesmal lieber keine» juristischen Beirat spielen, wenn e» auch verlockend ist. an einer dentschen Zeitung da» Mütchen zn kühlen! Aus Stadt und Land. (Zur Erinnerung.» Am 23. Iuui 1900 stand der hiesige Lehrer Wilhelm Frisch al» seinencitiger Schriftleiter unserer Zeitung vor dem Geschworenengerichte in Marburg, weil er in unserem Blatte dem hiesige« Advokaten Dr. Anton Brumeu vorgeworfen hatte, bah er denunsiere. Er wnrde vo« der Anklage deshalb freigesprochen, weil die Geschworenen einstimmig den Wahr-heitobewns dafür al» erbracht sahen, daß Dr Brumen ein gericht»bekana> ter venunti ant fei. l>«chrich».» Der steiermärkische Lande«au«fchuß hat in seiner Sitzung vom 2. b. M die Gymnasiallehrer Dr. Ha»« Pirchegger und Dr. Joses Zack, welche am hiesigen La». de«gymnasium angestellt find, im Lehramt? definitiv bestätigt und ihnen den Professor-Titel verliehen. (V<« Plsttikllfte.) Der hiesige Postafsistent Herr Marti» Gratz wurde aus eigene« Ansuchen »ach Eilli überlebt. (JUiafTgrsctig-Vrrrin.) Wie un« mitge. teilt wird, findet die Liedertafel am 13. De»em« ber d. I. statt und wird ein sehr gewählte« Programm geboten werden. Am 16. Dezember um 8 Uhr abend« wird im Bere,»«lokale die satzung«gemäße. mit Reuwahleu verbunde»e Ge-nerolversammlung abaehalie». (Ge»ti>dtri»>-Aitz»»§.> Der am IS. d. M. stattgehabten Gemeinderatssitzung wohnten die meisten Gemeintxräte bei. In Erledigung de« einzigen Punkte« der Tagesordnung. Wahl de« Reklamat>on«-Au»sch»sst« anläßlich der Gemeinde-rattwahlen, wurden die Gemeinderäte Hellen Blanke. Mahl. Dr. Trettl und E t e u d t e in diesen Au«schnß gewählt. Zum Punkte .AllsälligeS" wurde beschlossen, Mitte Dezember d. I. eine allgemeine Wählerversamm-lung einzuberufen, auch wurde die Besetzung der Psörtner«, zugleich Passierstelle bei den Industrie-werken vorgenommen. Ferner« gab Herr Bürger-meister einen kurzen Überblick über die gegen-wärtige finanzielle Lage der Gemeinde, au« der hervorgeh:, daß der seinerzeitige Darlehen«rest per 68.000 Kronen, jetzt rund 70.000 Kronen, »man-getastet in der Sparkasse erliegt, daß fast alle Rechnungen beglichen und somit die großen Au«-lagen diese« Jahre«, wie zirka 20.000 Kronen für die Ausgestaltung de« Mädchenheimes, 8000 Krone» für die Erbauung de« Wirtschaft»« febäude« beim Studentenheime. 10.000 Kronen ür da« tierärztliche Woh»g>bä»de. zusammen also zirka 38.000 Sronen. au« den eigenen Ein-fünften der Gemeinde gedeckt wurden. Allgemeiner Beisall lohnte diese sehr erfreulichen Darle-aungen. welche wobt am besten die höchst er-sprießllche wirtschaftliche Tätigkeit de« Herrn Bürgermeister« und de« Gemein berate« beleuchten. Wetter« wurde beschlossen. Sr. Exzellenz dem Herr» La»de«hauptma»ne Grafen Altem« den Dank der Gemeindevertretung für fein unserer Stadt so oft bewiesene« Wohlwollen schriftlich zu übermitteln, wie auch über Antrag de« Herrn Gemeinderate« Kratzer dem Herrn Bürger-meister durch Erheben von den Sitzen für die Erwirkung der reichen Subventionen für unsere deutschen Jugendhorte. der Dank «»«gedrückt wurde. Über Anreguug de« Herrn Gemeinberate« Kasimir wurde prinzipiell beschlossen, im nächsten Jahre au« de» Mitteln de« Armen« fonde« auf dem Bauplatze de« jetzt der Sparkasse gehörigen Argolitsch'sche» Hause« ein zweistöckige« Wohngebäude auszuführen und die Stallungen für die städtischen Pferde im Hofe de« Feuer-wehrdepot« zu erbauen. Nachdem keine iveiteren Anträge aestellt werden, wurde hierauf die Sitzung geichlossen. «chricht.> Sonntag den 22. Rov. kommt da» gemütvolle Lebe»«bild „Im Edelgrund und tiefen Wald", unftreitbar da« beste W'. rellklafse hat. E« müßte nur beim Lande«schulrate angesucht werden, die eine Klasse al« Vorberei-t»»g«klasfc zu genehmigen, während die andere im Rahmen der fünfklassigen Volksschule bliebe. Dann könnte in dieser VorbereitnngSklaAe mancher Stoff zugunsten der angehenden Lateiner ausbleiben und dafür da» Rechnen und besonder« dcr Sprachunterricht intensiver betrieben werden. Dies« VorbereitungSklasse könnte auch ganz gut vo» sreindrn Schüler» besucht werde», die ent-weder im Stndeilteiiheime oder in Privathausrrn wohne» könnten. Obzwar die UnterrichtSersolge an der Kna-benschnl« trotz der bisherige» Doppclarbeit (die Vorbereitung für da» Gymnasium ist bi» jetzt bloß auS Entgegenkomme» der Mittel-schule gegenüber durch besondere Rücksichtnahme und besondere Unterrichtsstunden für die angehenden Mittelschüler geschehen) keine ungünstigen waren, da doch jährlich 28 b>» 30 Schüler au« »njerer Knabenschule in« Gymnasium kamen und davon jede«mal auch einige Vorjug«fchüler wurden, so könnten durch Beachtung obiger Ausführungen, eine VorbereitungSklasse an der Knabenschule durchzubringen, selbstverständ-lich noch viel bessere Erfolge erzielt werde». Warum soll aber die Borbereitungsklasse an der Knabenschule errichtet werde»? Weil sonst diese ruiniert wird; den» wird die VorbereitungSklasse außer derselben ei»-gerichtet, so gehe» uiisere bessere» Knabe» schon von der 3. Klasse au« in dieselbe und wir Lehrer müssen un« mit dem Material? begnügen, da« im Siebe geblieben ist. Man sehe sich nur ein« mal unsere 5. Klasse an, die meist nur Schüler ausweist, die nicht in« Gymnasium kommen konnten. Man möge also ersten« der Lehrerschaft Dank wisse», daß sie sich bisher freiwillig einer recht anstrengende« Doppelarbeit unterzog und zweiten« die Knabenschnle nicht abwärt«, sondern aufwärt« zu bringen sucht. Wenn e« aber dann auch noch Schüler geben wird, die im Gymnasium nicht mit-kommen, so möge man die Schuld nicht immer der Lehrerschaft in die Schuhe ichieben -denn manche« Kind ist unbegabter, al« sein V.tter ahnt, manche« weniger fleißig al« e« notwendig ist, kurz, au« jedem Holze läßt sich nicht ein Merkur schnitzen und auch Sokrat,« hinterließ nur eine» Plato». Lt. I I C1 * I o ßOÄreuj bi» fl. 3.70 V oular(ISeiae.ÄÄ!sÄ verzollt in» Hau« geliefert Reicht Musterauswahl umgehend Seiden-Fabrik Henneberg, Zürich. BtaatfvalaUntov. Der »rße «llge»««« vea mten-Vrrtin in Wien, l WippÜagerstrabe Rr 25, Mrirabet fwbtn Burrauwandkalenker. Yoliftilalrnber, Jhrtfiibtrtartrn, bie ihrer fslnftlrril Inhalte« Wege» «rdii »hagrapdiichein Wege in 14 ftaitx» hergestellten Bureau« Wandkalender jik't eine sehr aeluxgene Anlicht von i» Dachstein: da» Kalendarium de» Wondka> uMw«»v «p „fc#rfiA#ÜA am oeidunarfBcfl handlich, mi iwrt Vosausee mit Dachstein: chilich geordnet, die Umrahmung desselben »,»geführt; bet, Tajchenkalender ist sehr mit verschiedenen sehr gesälligen Vlumenemblcmen >tet, sagt sich in der Brieftascheoequem unterbringen und enthält nebst dem Kalendarium ivichtige Daten über den Beamten-Verein i die Kalenderkarte trügt ans der Borseite eine in bunten Farben auSgesührte allegorisch« Darstellung der Entwicklung de» Beamteii vereine». aus der »weiten nnd dritten Seite da» Aaleudariuni und aus der vierten Seite für jeden Staat»- und Privatbeamten wissenswerte Mitteilungen über den allgemeinen Beamten- > »»Ik»tü«ltche» Ha»»«ittel, weichet *■«#■ I seit mehr al» 60 Jahren stet» vor- fiji)» d, ist die Proger Hautsalb» des B Frag. 5»2s Berein. Wandkalender werden zum Selbstkostenpreis von 80 h für das Stück. laschenkalknder und >alend«rkart«n gegen Einsendung von 1t) h per Stück jedermann bereit-willigst von der Zentralleitung des Beamten Bereine» zognnidrt.__ «i. wahrhaft in vielen Familien ritig gehalten wird, ist die Prager Hau»salbe de» V Frag, nn. k, k. Hoflieferant?» in Prag, geworden. cti = va»ea aad tierrea-Scftateuftabt «Mprebui h »ttMit »oiidtfl Pr«U«a Brüder Slawifscft Pettau. ki Mäaaep.Htiaazvereia JfetU». Jeden Montag und Mittwoch prode. llm voltläliliges uud pünktliches Erscheinen wird gebeten. Bchfttzet Eure Ffleae Jot kriw (ni|n nli|tir«fcnt. 9r«n>> ]■( Mm (tast« »" UtMItitit*. n. t4t»it»|in, Staltn, 0»ßt, killt. Alt Mtf« 0t»tlß»n»t, Hl. ». Itft. ?i>*>tH a. 5o1)ltnbttnntn ■tfM'Mn tat* ttajtn ». Dr. HtfrM' Paltat.-1*11 lltll«. rat Paar Hk.KI.Ma. t 40. Dtf lan» ata. Nach», profp. a. Anttstnnana»>chttltt» ttt u1uliitktt|ArDin an» tztchPtn Knetn atalta. Ü4 fortttrtt« Cafrr w MmlllAtn X ' " Xanlr.: Wlta. I., DtaialtuarkuM I». ±±J&Jc±±±±±£JcJck±± Wo kauft man die besten Musik-Instrumente 7 Das int heule eine grosse Frage. Venurhen sie es bei der Mi«ik-lB(tronfiten-F«brik des Franz BrUckner in Schönbach bei Kger, Böhmen. Sie werden sich ttberzeuf^n, dass Sie dort am besten kaufen. Bei mehr. Ausstellungen vielfach prämiiert. Schulgeijen, Stück fl. 2. 2.60. H, 4. 6. Orchester-Violinen mit gutem Ton, Stück 11.8, 10. 16. Solo-Violinen mit vorzüglichern Ton, für die grössten KOnsller bestens zu empfehlen. 1 Stück fl. 20. »0, 40, 60. fl. 80, 100. Zithern ans Ahorn, 1 Stück fl. 6, 7.60. fl. 8 60 10. Zithern aus Falisander. 1 Stück fl. 10, fl. 12, 16. 20. Zithern, ganz aus Palisanderholz mit Maschine, 1 Stück fl. 80. 26, »0. 40. 60 bis 160 sowie alle Masik-Instmnente. kalte» und Zajrehür werden unter Uarantie billigst geliefert. [Was nicht konveniert, wird zurückgenommen.] Illustrierter Preis-kurant gratis und franko. Alle Meistergeigen werden auf neue eingetauscht oder gekauft 18« 1WJ Firma o o o o V. Schulfink . Pettau oooo SpezereN u. Delikatessengeschäft empHehlf oooooooo Jr- neuheiten. o o o Stampiglien aus Kautschuk euer Metall («fort ,» twdei Anaflihrunp billigst au* Q)aM& 6ai£«t4 4ost*n/oo (Sluzßtinß, tvi* 9H*t ■/£*yp-(3o. Sflr. 26. Rheumatismus- unk BtchtSr««!»» mit unentMlich mit wa» ihrer lieben Mutter nach jahrelangen gi änlichen Schmerzen sofort Linderung und nach tiuw Zeit vollständige Heilung bracht». Mari» «rtu»«, Kftachca, Vilger«helm»rstr 26»/II MM Schutzmarke: Anke» t LIIJIMENT. GAFS. COUP. an« Richter« A»othetc in Prag, ist al« «orzLnlichst« fch»«»fttUend« Ein- rribun> allgemein a«erka>Wt: »um Preis« von 80h., Jt. 1.40 und 2 ft. oocrdtifl in allen Apotheken. Beim Siaka«! dies«» überall beliebten Hau». mittet« nehme man nurOriginalslalchm in Zchachtel« mit unserer Scknsmarl« „Äntrr au« «ichter« Avotheke an. dann ist man sicher, da«Original-erjeugni« erhalt«« ,u hab«». WM«» Kp»tt>rt* »Zu« ttolkmra LSwen-tat »tat. I. eiHaMttwfec » Billige böhmische Bettfedern! > & Kilo neue geschlissene IC »00, bessere K 12—, weiße, daunenweiche, geschliffene K18—, K 24*—, schneeweiße, daunenweich«, geschlißene K 30—. K 36—. Versand franko per Nachnahme. Umtausch und Rücknahme gegen Portovergütung gestaltet. ' Benedikt Sachsel, Lobes 173. Post Pilsen, Böhmen. WM" Gratis und franko verlangen Sie Nachweis über Neben verdienet. Zuschriften unter „E H" an Postfach 100", München, Bahnpostamt. lAAA^BURGER MARBURG MHiK: . flimRVAfct Flllalo Ollli. Freilaufräder mit automaüscher Rücktritt-Innenbremse. RiinumfaiPikB auch fremder Fabrikate Iti |)al (1MU0II werden fachmännisch rasch und billigst ausgeführt. - Prcl»l,rt«n (ratta und franko. - Alleinvorkauf der weltbekannt«! Pfaff-■ ■ » ■ 1 « >■ - n&hmosohinen für Marburg, Cilli, Petlau und UateretrfeiTOaik. Ringschifimaaohinsn, Phönix, Dttrkopp, Singer, Elastik-Zylinder u. s. w. Eriatxlellt f«r Mbaauftlaea, sowie Tabrridtr. Fattaatlk. vele. nadela n. a, Danksagung. Von Schmerz and "Gram gebeugt, bin ich ausserstande, fßr die vielen Beweise inniger Teilnahme, welche mir aus Anlass der schweren Erkrankung und des am 16. d. M. erfolglen Ablebens meines nnvergesslichen, teuren Galten, des Herrn Karl Marquis Gnilleaume k. u. k. Starine-Kommi»*ariat«-Adjunkt, im Yer-torffunffgtUiHde rie* k. k. Invaliden haut e» in H'len aus allen Kreisen zugekommen sind, persönlich zu danken. Ich bitte daher alle lieben Freunde, Bekannten, Korporationen etc., welche ihre Teilnahme in Wort oder Schrift, durch Kranzspenden oder sonst irgendwie zum Ausdruck gebracht haben, auf diesem Wege meinen innigsten, tiefgefühlten' Dank gütigst entgegenzunehmen. Pettau, den 20. November 1903. Catty liiarquise Guilleaume. Kundmachung. In Ausführung der Gemeinderatsbescblüsse vom 12. Februar und 11. März I. J. wird hinsichtlich des Orossmarktes in der Markthalle in der Keplerstrasse Nr. 114 in Gnus nachfolgende« verlautbart: I. Die Obsthalle der städtischen Realität, C.-Nr. 114 in ddr Keplerstrasse wird als öffentliche Verkaufshalle für Lebensrnittel und Naturprodukte aller Art mit Ausnahme von Pferden. Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen und des von diesen Tieren herstammenden frischen Fleisches bestimmt. Ausserdem sind explosive und feuergefährliche Waren vom Markte ausgeschlossen. her Verkauf der oberwtthnten Waren findet in jeder Woche einmal und zwar Freitag statt und ist sowohl die Resehickung des Marktes mit Waren als auch der Verkauf vollständig frei. H. Die für den Groasmarkt bestimmten, der Verzehrunrateuer unterliegenden Waren können in obiger Realität steuerfrei eingeführt urd gelagert werden. 4. Für die Benützung des Lagerraumes ist eine tägliche Marktgebühr von 4 h für jeden Quadratmeter zu entrichten. 5. Den Marktparteien steht die Benützung der Wagen und Gewichte kostenlos zu. 6. Waren, welche länger als 24 Stunden am Marktorte lagern, werden über Wunsch des Eigentümer» in das Transilomagazin der städtischen Verzehrungssleuerpachlung überstellt und unterliegen der tarifmäasigen Lagerzinsgebühr von 1 h per Meterzentner und Tag. jedoch gegen Fintfall der sub 4 erwähnten Marktgebühr. Die Stadtgineinde bezieh,ingsw. Marktverwallung besorgt auf Wunsch gegen Anrechnung einer 5»/,i?en Vergütung auch die Ver-kant'svermittlnng der an die Marktverwaltung übersendeten oder ihr übergebenen Waren und übernimmt die Verpflichtung der bestmöglichsten Verwertung und richtigen (ieldabwicklung, trägt jedoch keinerlei Verantwortung für die Höhe des erzielten Verkaufspreises. 8. Nicht verkaufte Waren werden von der Marktverwaltung zurückgestellt oder über Auftrag im Lizitationswege veräussert. Diese Veräußerung findet auch bei jenen Waren statt, welche dem Verderben unterliegen. Der dafür erzielte Preis wird nach Abzug der 5%igen Vergütung übermittelt. Stadtrat 6raz, am 24. März 1903. Der Bürgermeister: Dr. Fr. Graf m. p. H/"'o H. Hitsche Wlaur Land Wirth ■obuft lln he Zaitanf. tjuttmjtMur: H»av H. Hlttch«»»,,. vlt-nbaittutt; Set. HlIIchinami.I»». aj. Schuster. >». tiL 3i«rl. 1( 4 !Nrn. Blrrt«I|. JC*. »an|: X U. OMtemltklaolw Forst- nnd laitnf. lUMrt: dol.tr. »cia«lt.?J;M. M Ruaraiera. Birrttl|. a 4. & 18. AUnmolB« W«lB-Zo,tnt SHtfe : ». »«I fi». 04»rl M Jtm. Ctirttll. M t. «Mlläirt« JT S. Bw O«k0B0B«. »».! M. MaTZ. siwi M *r«. «tad. 11 M arinferfttal W «|. < » SO. i'l 9wnt«lB«tUi, Bit«. I.. Cchauflertast S. MAGGI" V VUR2 iß eiazig »ab altkrtttyrt. um schwachen Suppen. WM W»M Saucen, Ragout», «emüsen K. a»ge»dl,cklich über 7 W rafchenbe» IrSfligen Wohlgeschmack z» Verleihen. — r WW> «eaige Sre|»fts »eatgea 1 3» hebe» i» alt» Sslsaiai-, Deilfatehwarta-W> WWW» «eschtftea aak Dt»g»etit». In von b0 ycllkr an. LriainalflSschchen werben billigst nachgefüllt. stabil und fahrbar. Obst- und Trauben-Pressen mit kontinuierlich wirkendem Doppeldruckwerk u. Druckkraftregulierung „Htrkatae", Nr HaWbetrieb garaitlsrt höchste Lei«t»»g«schrei»t» asl sie» Artist*. Preis inklusive Gtui und Riemen K 30 —. Bequeme Bezugsbedingungen. Original-Iustrumentk mit Plombe versehe« zu beziehe« durch da« Optische Institut Lerd. Groß Sohn ^ lvien VII13, Burggasie 73. Zlsftrieete f»o<«t«laloge gtati« «»> froaf»._^ _ Kon plus ultra! Non plus ultra! Weingarten- u. Obstbaum-Spritze. Prämiirt mit dem ersten Preise. Äuerkannt vorzüglichste« ei« fltne« System von ioliöer Bauart. Eiujache. leichte Handhabung; feinste, ant-giebigste Zerstäubung; ma-Wve« Meiallpumpwerk nnd Windkessel freiliegend; B>»« tile durch öffnen einer ein-zigen Biigelichraube leicht zugänglich. Alle Teile sind auswechselbar. Prei« >„ Kiste verpackt per Stück K 26,— B>i Boianiscudung dr« Be> trage« franko jeder Post- „ ^ ^ . und Bahustation. Pfttfiüt Q. Oslmeg. Georg Czimeg, Leoben, Eisen- nnd Metallgiesserei, Maschinenfabrik. l>o*ptktr gratU und franko. WW Diätetisches Mittel Diätetisches Mittel. « « Tür magenleidende!« « Allen denen, die sich durch drMltung oder Überfüllung M Magen», " t oder zu Älter »leiden, wi.-- durch CStmijj mangelhafter, Speisen oder durch unregel wer verdaulicher, zu hei ßige Lebentweise »in Mageakatareh. M-genkraa^»f, M,ge,schmerze», schwer« 0PortaliS, Solonis und Monticola, ferner wilde Schnitt- und Wurzelreben der Sorten Riparia-Portalis, Soloni«, Monticola, Göthe Nr 9, hat in größeren Quantitäten, so lange der Vorrat reicht, abzugeben Cm. Mayer Retschuleabefitzer, Marburg a Dran »f Wm medizinischen Kwgrefe konstatierte Professor o. Leyden, daß in Deutschland allein dauernd »n IMV.aoo Menschen 1 Ui v-HIVi QIIIV.^« schwindsüchtig sind und von diesniiährlichungesühr 1«V,(XX)jener surchtbarc« Krankheit erliegen «l« ikrreaerder Lungede Tablett« von 0-25 «ramm Bewich l enteilt 0 06 «ramm pulverisierte Drüse uud 0 90 Srom« zucker al» «eschmacklzusatz Wird da» Blandulsn nach Vorschrift angewendet, so hebt sich die Eßlup, die Stimmung heitert sich aus. Kraft uud Körpergewicht nehmen zu. Fieder. Statt »nd Husten mindern sich — der >u»wurf löst sich, der Genesu»g«prozeb ist im Gange. — von einer groftkn Anzahl Arzt» und Privatpersonen ist. der hohe Wert diese« Heilmittel« bezeugt worden. — Glandulön hat schon überraschende Ersola« gezeitigt, wo alle anderen Mittel versagten. Elandulön wird hergestellt von der chemischen Fabrik Dr. Hossmann Rochs in Meerane (Sachsen) und ist über ärztliche vem»«»»g i« Apotheken sowie i» der Niederlage B. Fr«g««r» Apothecke, k. u. k. H.lUefcranl. Pr«g 203/3 in Flaschen zu 100 Tabl. k K 6-60, 60 Tabl. k K 8-— zu haben. — Autsührliche Broschüre mit Kranken berichten sendet die Fabrik aus Wunsch grati« und franko. ! Magenleidende! Viele Danksagungsschreiben bestätigen de» Wert »»d die über-raschenb vorzügliche Wirkung de» Dr.med. HirschCs DIGESTOR. Gegen alle MAGEN- UND VERDAUUNGSSTÖRUNGEN, besonder» gegen Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Uber-gchoflg an Magena&nre, Magengeschwür, Magcnerschlaf-fung, Magenerweiterung wirkt der mit ausschließlich von der Katar geschaffenen Substanzen hergestellte Digestor rasch und sicher. Leioht and gut tu nehmen. Keine Beruflutorung. Zu haben im Hauptdepot Kardlnal-erzblaahMiolie Apetheka Agratn ; Kroatien.) Gegen Voreinsendung d«« Betrage« oder per Nachnahme Prei« einer Tose 2 Kronen. Bei Bestellung von 3 Dosen franko Zusendung. Prospekte aas Verlangen gratis nnd franko. Die Erhaltung eines gesunden Magen; beruht hauptsächlich in der Erhaltung, Beförderung und Kegelung der Verdauung und Beseitigung der listigen Stuhlverstop fiing. Zu diooem Zwecke verwende man das geeigneteste bewKhrfe Mittel den Dr. Rosa's Balsam Mr den Magen. WARNUNO! Alle Teile der Emballage tragen die gesetzlich depo-nlrte Schutsmarke. Hauptdepot: Apotheke des B. FRAGNER. k. u. k. Hoflieferanten „zum schwarzen Adler" Prag, Kleinseite Ecke der Nerudagasie. Poetversand täglich. Q»Ur on| Monarchie Mi-chlckt In Pettau in der Apotheke des Herrn lg dtRos?.« Behrbalk. Gesundheitshosenträger Patent Mach — erhältlich In eleganten Kartons A fl. — 50. 1—, 126. 1-50, Knaben 2o, 85, 45 kr. Passendstes Weihnachtsgeschenk für Herren und Knaben, käuflich bei Herren Brüder Slawitsch Pettau. K. k. ausseht, priv. Hosentrtyersibrtk, Fr. Mach, Brüoo. Interurbanea Telefon 1556. Telegr.: Nechvile Telefon Franz Nechvile Weinbaugeräte, Eellerelmaaohinen u. Metall waraaAbrik Wien, V/l, Margaretanatrasee 98. Massenfabrikation und Export von Spritzen, Injektor*!, Zerstäubern, Pulverisatoren für Weingärten, Obstbiume, Hopfenpflanzen etc. etc. Zur Bekämpfung von Peronospora viticola, Oidium Tuckeri. Phyl-loxera, Fusicladium, Sphaceloma, Eurycreon sticticalia etc. etc. Preislisten auf Verlangen! Ceriledet 1882_ Keine htllhlverstoplun^ mehr durch meine Niederlage: Wie«, XVI« , Ladenburggasse 4L. Prospekt gratn. Probesendung 12 Stück franko K 3 — per Nachnahme. Huss-Kuchen. Original Singer-Nähmaschinen (Dr Fanillengebraiu-h und jede Brauche der Fabrikation. Unentgeltlicher Unterricht in allen Techniken der modernen Kunststickerei. Elektromotoren fslr Nlhmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Akt.-Ges. Marburg, Herrengasse 24. Pari*: 1900. ■It Metall- «ad SUHI-SUmm Ton Joh. Hm Trlmmel WIEN VII 3, Kalseratrata« Nr. 74. KATALOGE gratis und franko, Grand Prix. ©0000000000® Liebhaber gsten Taste The«, Ttrlaegt flberall «nd besten Thee dar Welt INDRA TEA Mtlsaf« au den feinsten Theee Cbiaaa, Initiwe aei Cojloas. lebt nar In Orifinal-Paekoton. Depot« dnreb Plaoat« ersiehttlob. Herausgeber und veraiitwortlicher Schriftleiter: Michael Bayer. Druck: fS. Blanke, Pettau. IlTrTnTITTlff^tmtTii.TTffHatitTrftflTTTTlllTOrfTTTXBBTirn! ^j-l. W Verlag Don W Blanke iu Pelllii». Die weiße Frau. Novelle vo» Auto nie Hetdsieck. (*öri«rf bertoln.) Burg Wildrnstrin wehte dir Tranersahne an einem Herbsttag des Jahres 1521, verkündend, da» der letzte Träger dieses Namen» zu seinen Patern versammelt war. Bor wenigen Tagen hatte man ihn in die Gruft gebettet, in die ihm viel Traner nicht nachgefolgt war, «eine Witwe war seine zweite Fra», die er geheiratet, um seinen Kindern wieder ein? Mutter zu geben; sie war ein älteres, ver-dliihteS Mädchen gewesen, da» freudig die Hand des reichen, vor« nehmen Mannes angenommen, um Fran vo» Wildenstein zn iver-den, die aber nie die Pflichten der Gattin und Stiefmutter erfüllt hatte. Die Kinder waren eben Kinder, der Knabe zählte sechzehn, das Mädchen zeh» Jahre, aber nur Elisabeth war eine Wilde»' stein, Adelbert hieß Strahlendorf, nnd war der Sohn der srlih verwitweten Schwester de» letzten Burgherrn. Nachdem Fran vo» Strahlendorf ihren Gatten verloren, war sie zn dem danials »och unverheirateten Br»der «ach Wildenstein zurückgekehrt mit einem zweijährigen Knaben, und nach wenigen Iahren dem Gatten nachgefolgt iu die Ewigkeit. Mit inniger Liebe hatte die spätere Bnrgherrin von Wildenstein sie bis zum Tode gepflegt, die gern und freudig die sorge sür die kranke Schwä-geriu und deren Kind übernommen, als dcr Burgherr sie heimgeführt: treu und liebevoll zog sie das Kiud der ander» a»f, das de« Tod dcr eige»e» Mutter kaum merkte, da eine andere Mutter es a» der Bahre der Dahingeschiedenen liebend an ihr Herz genommen. Es ward auch für de» ttiiaben nicht anders, al» in Wilden-stein ein Töchterchen geboren wurde. Im Anfang war dem wilde» Bnben das kleine, winzige Menschcnpiivvche». das er nicht einmal anfassen durste, sehr gleichgültig; erst als die Klei»? sich von der Erde auf-richtete und die erste» Gehversttche »lachte, überlief, ma« sie ihm. da sie. unsicher ans de» klei«e» Beinchen, nach ihm ihre.Hände ausstreckte, und ihr gegenüber ziigelte er seine Wildheit. Aber diese sonnigen Tage ani Bnrg Wildenstein »ahme» ei« jähes Ende. Die Schloßherri» starb einige Jahre später infolge eines zehrenden Leidens. und wenn Adalbert nnd Elisabeth auch wohl ansgehvben waren in den Händen der alte» Schaffnerin. ihrer einstigen Kindrr-fra», so gla»bte Herr vo» Wilde»stein doch besser sür sie zu sorgen, wenn er ihnen, nachdem das Trauerjahr um war, eine zweite Mutter gab. Diese Heirat war leider ein Mißgriff, das sah der unglück-liche Gatte bald, und so sorgte er denn wenigsten» sür die Zukunft seiner Tochter, indem er sein Testament machte, und ihr alles, der Gattin aber »»r ei» geringes Pflichtteil hinterließ. Mit einer knnstvvllen Stickerei beschäftigt, harrte Fra» Beata vo» Wildenstein in ihrem Zimmer ihres Bruders, des Schloß-hmlptmaims von Seiler a»s Berli», der ihr Nachricht bri»ge» sollte über dir Trstainentservfsnung: wenn sie die letztwilligen Per-fügnnge» ihres verstorbenen Gatten auch nicht kannte, so ahnte Trajekirinsnliet. iMil XerO sie doch, daß dieselben »icht zn ihren Gunsten ausfallen würde», da ihr eheliches BerhältniS ei» kühles gewesen, »nd sie sich nicht hatte entschließe» könne», de» Kinder» eine liebevolle Ztlesinntter z» sei». Um so erstaunter war sie daher, als ihr Bruder mit strahlender Miene und de» Worte»: .Triumph, Beata. Triumph, Wildenstein ist unser!" eintrat. Por Staunen fand die Bnrgherrin keine Worte, sondern sah den Bruder fragend a», dcr also fortfuhr: „Wohl ist Elisabeth die einzige Erbin, dir bleibt nur wenig, sogar dein Auseuthalt auf Wildenstein hängt von der Erlaubnis der küttftigen Schloß-Herrin ab, aber im Testament deines Gatten war eine Lücke, die alle jene Bestimmungen hinsällig macht »nd nnS die Herrschaft sichert: Dein Man» hat keinen Vormund ernannt. Ob er es vergessen, ob es Unkenntnis der Gesetze war, oder ob er bis zn Elisabeths Majorennität zu leben hoffte, wer weiß rS? Genug, die Lücke ist da. nnd so ward es mir. den» Knrfürstlichen Schloßhauptniann nnd Günstling des Landesherr» nicht schwer, mich zum Bormnnd ernennen zu lassen." »Uud wen» Elisabeth majorrnn wird?" kragte die Burgfrau, dnrchans »icht vo» ihrem vollständige» Triumph überzeugt. „Dann darf und wird sie ebc»sowe»ig einen eigene» Wille» habe», wie jetzt. Sie darf Wildenstein nie verlassen, nie Fremde sehen, so daß sie nie vo» de» ihr günstige» Bestimmungen des Testaments erfährt. Das Bermögen der minorennen sowohl wie der inaiorenne» Erbin tun Wildeiistei» verwalte ich, »nd man wird vo» mir, der ich mich fest ans die Gunst meines durchlauchtigste» Landes-Herrn stütze, nie Rechenschaft darüber ver-laugen, folglich erhältst du allrS, und es strht in deinem Belieben, dcinrr Sliestoch-ter so viel zu geben, wie dn willst. Leider sind meine Bnben zn iniig, »im durch Heirat das Wildensteiusche Erbe zn erlangen, aber sie sollen nnd müssen Elisabeths Erben werden, »nd das wird uns schon gelinge», wen» wir das Kiud sein Lebenlang isolieren. Daß es freilich nicht im Sinne des Erb lasierS gehandelt ist. wird dir so wenig Skrupel mache«» wie mir." .Du vergißt de» B»be», de»Adalbert," Wandte Fra» vo» Wildenstein ei», die im-mer »och nicht vollständig überzeugt war. .Ich vergeffe nichts." erwiderte der Schloßhanvtinann. .er kommt heute noch als Knappe zu meinem Better Ethelsrird ans Bnrg Martitz bei Magdeburg. Der Minorenne darf von dort nicht fort, und sollte dcr Majore«»? einst wiederkommen, so stnd?t ?r die Psorten vo» Wilde»stei» siir immer verschlossen. Welchen gesetzlichen Anspruch hat er dc»n an uns? Gar keinen. Kein Gesetz kann uns zwinge», sür ihn z» sorgen." — Es war ein schwerer Ab-schied, die Trennung zwischen Adalbert nnd Elisabeth. Ingrimmig biß der >!nabe die ;{i'il)iie auseinander, als er sich einer Macht sägen mußte, der zn trotzen er keine Macht besaß. Tie kleine Elisabeth weinte bittere Tränen, und ihre Stiefmutter löste gefühllos ihre inuschlingende» Arme von dem Hals des Ingendgrivirlen. de» sie »icht lasse» wollte. >^lir letztes Worr aber, das sie dem Scheidenden nachrief, war: „Wenn ich groß bin. befreie ich dich aus drittem Gefä»g»is!" Acht Jahre waren verstrichen. Es war ri» ficiftcv Hochfominer tun des Wahres 152»; dir Soime brannte heiß vom unbewölkte» Himmel hernirdrr. die Erdr ansdörrrnd und Zirr und Mensch rrschlaffrnd. Da knin ritt Rritrrtrnpp daher ans drr Landstraßr. dir »ach Berlin fiihrte: Knrprinz Joachim trhrtr mit Gefolge von einem Brsuch drs Erzbischofs vo» Magdeburg heim. Jedwedes t^rivräch war längst verstunnnt. da alle erschöpft mit gesenkten Hünptern dnherrittr». der Wolkenwand nicht achtrnd. die in ihm» Würfe» am .SL>immcI drohr»d rmporstirg. ei» »ahrS Uiuvetter kündend. Das Berhängni» nahte deni Geschwistervaar. das auf Burg Wildenstein herrschte, und das Erbe des Schloßherr» schon in sichern Händen zn habe» wähnte. Ritter Ethelsried auf Burg Martiv bei Magdeburg hatte dir Hochzeit seiner Tochter geselert, und dazu den Erzbischof »nd seine» hohe» Gast geladen. Drr Kurprinz, ei» jugendlicher Herr von vienindzwanzig Jahre», war der Einladung gerne ,iefolgt. und hatte dort dru gleichaltrigen Knappen Adalbert vo» Ztrahlrudors kriniril grlerut, mit dem er sofort eine iiminc Freundschaft ge» schlösse». Nachdem er dir Geschichte des Jünglings erfahren, hatte er ihn sofort i» sri»e Dienste genommen, nnd ihn »»seinem Leib-junker ernannt. Wohl wußte dcr Ritter Ethelfried, daß die Ruck-kehr des Jiingllngs seinen Bettern in Berlin »icht a»geueh»i sei» würde, aber die Jnterrsfe» desselben lagen de» seiuigru zn fern, als das; er sich drin Wnn-sche eines so hohen Herr», wir der Kurprinz, hätte widrrfrtze» sollen. „Ha, Bnrg Wilden-stein,- nrf Adalbert plotz-lirii, als das Schloß, in brm er seine Mindbrit verlebt, am Horizont ans-tanchte. Aber seine Wie» dersehenSsrendewar keine uugrtrlibte, den», .was war ans Elisabeth geworden? Die Frage war der Tropfr» Wrrnint im Becher seinrs Glückes. Weilte sie »och in Wilde»-stri», oder hatte ma» sie i»S Kloster gebracht? So hatte er sich oft uud uft gefragt, »nd a»ch drr >t »rprmz konnte ih»l keine Antwort gebe». Wohl fuit'tc derselbe Fra» vo» Wi!dc»stri» »>>d ihre» BnU. .'r,drnSchloßha»pt-mann von Seiler, von einer Tochter drr ersteren wusste er aber nichts; uie hatte eine iolrlic dir Mutter »ach Berlin begleitet, uir hatten dir Gäste in Schlag Wildrnstrin dort eine j»ge»dliche Revräsentanti» des Hauses gc-sehr». A»ch war ihm ja vor acht Jahren bri srinen« Scheiden be drntet, rr »lögr nie de» Bertnrti maclien, »ach Wildenstein zurück zukehre», rr werdr strts dir Pforte» der Bnrg verschlossen finden, wie sollte rr dahrr hineinkommen? Der Augenblick des Wieder-srhrns i» Wildeitstein war ihm näher als er ahnte, hoffte. Ter Prinz hotte das Geipriich mit seinem Leibjunker, das eine Weile gestockt, ivieder ansgrnomme», als sie Burg Wildriistei» zu (Erficht bekauic», »nd beide hatten des ferne» Don»ergrolle»s »icht acht, jetzt, als sie nicht mehr weit von« Schlosse e»tsen«t wäre», ertönte ein so la»ter Do»»erschlag. dan beide erschreckt anssnhren nnd sich »ttisahe». „Tas ist ja eine hübsche Überraschung hier aus offener Land strafte," meinte der Prinz, »Berlin können wir nicht mehr erreiche», ehe drr Hi«u»r! seine Schlr»s;r» öffnet." „Aber Wildenstein, Tiirchlanclit." sagtr Adalbert mit lrnchtrn-de» Ange», „dem Erbe» der bra»dr»b»rgischr» Krone werden die Pforten dcr B»rg wohl oisc» stehe», nnd von Ihrem Gefolge da« mau keinen ansschlirßrn." „C, d» siehst dich wohl schon in dr» Arnie» dei»rr Clisabrth," lachte der Prinz, .meinst wohl gar. das Donnerwetter fei von Gott Amor eigens veranstaltet, nin zwei Liebende znsa»i»ic»znbringrn." „?»rchl»«cht," saate Adalbert errötend »»d abwehrend, „von Lirbe ka»» feine Rede sei», Elisabeth war ei» Uiud vo» zehn Jahren, nU* wir »»s kannte»." .,? lein." brach er de» Ban» des Schweb genS, >vas jagru Sie daz». da» ich Ihnen den einstigen Jngend-frenttd mitgebracht habe, der grokie Sehnsucht nach Ihnen und Wildriistei» hatte?" „Ach. dir schöueu Zeiten nnsrrer Uiud-heil sind siir immer vorüber,'aiitwortetc Elisabeth unter a»«> brechenden Tränen Beide Männer waren ratlos diesem SchincrzenSausbruch gegenüber. darum inhr der Prinz leicht-hin fort, nm sie an» andere Gedanken zu bringen: .Er fürch- tete schon, Sie gar ?»«> heften. Von 6 i'öirhh Plwlnsti'.N'slic >cr Pl»>Iogra«»blschen Union In WliitrfiM <9.Vit Trrl • iiichtmehrinWilden' steiu zu finde«, nnd wähnte, ma» hätte Sir iit» Kloster gebracht ' ihn heiraten,- schluchzte sie ««in unter hervorbrechenden Träne» „L hätte man'» doch," jammerte sie, „es wäre besser als das. .Ihn heiraten," riet Adalbert. .er hat >a eine Fran-was mir bevorsteht Aber das Kloster hätte ja mein Patererbe als .Dir ist leider vor zwei Jahren gestorben Manta ist nach Mitgift verlangt, uud das liiftt sich mein Lheim nicht entgehen." Berlin, um seine Wohnung zn meiner Ausnahme herziiilchlr«." 188 «- II J PARI Vhtllsli;, dcr Iren«, liegt inzwischen In träger Nicht zu Füßen feine« Herrn. aber ee Mit trotzdem ein wachsame« Ange auf dessen ««• fahrten, denen er inftinttlb kein allzu große» Vertrauen schenkt, »Sie flu(. !>>e Sie mir gestern so teuer vertonst hoben, gibt ja nur frinc SRilch!" „Wein, die gibt keine 3Ktl!" ,.41«, wie tonnen £lc du loirtt einen hohen Prri» bafUr verlange» ?» ..,1(1) dachte (den — solch eine Muh ist eine — Naiiirmertwardigkeit.» Ihre Tränen flösse» »nanshaltsam, »nd er ballte i» stillem In-grimm die Rauft wie vor Jahre», der Prinz aber sagte: „Was meinst du denn, Adalbert. z» dem «chelmenstiickchc», dem alten Freier die Braut wegzuschnappen ?" >r,ikh,i»g solgt.t llch! Wehmut »üb die heiligsten vo» u»f«>» Freuden, ^^Auch In sie mischt sich der herbe Schmerz, Und die Welt hat keine reinen Wonnen Ohne Summer für da« Renschenherz. Wenn die fernen Phantafiegebild« Run die rauh» Wirtlichteit enthüllt, Wird io wenige» von unsern Träum»n Und die« wenige nur halb erfüllt. «Iftifllch, wen» ein stiller «eist Im Menschen Seine Wünsch' »nd Hoffnungen beschrankt. Oder wenn er sie mit frommer Seele Ans da» Land der bessern Heimat lenkt I K. i Metern, eine Breit« von 14 Metern und eine i^efchwindigkeil von 13,5 iknoieu Auf Deck befinden sich zwei Eifenbahngeleise für lK Wagen. Der Bau und die Einrichtung der Schraubenfähre entspricht im übrigen dem der Räderfähre. Unsere Bilder zeigen da« Dampftrajektboot mit daraus beftndlichem Eifenbahnzug. sowie die Trajekteinfahrt und die Gelei«. Vorrichtungen zur Beförderung der Eisenbahnwagen von Land zur Tainpffähre mit dem D»rchgang«bogen. bei dem die Geleis« nti!t«l« Elektrizität je »ach dem Wasserstande gehoben oder gesenkt werden. Diese neue Trajektverbindung ist wohl die größte Europa», den» die Entfernung zwischen Warnemünde nnd Gjedfer beniigl 42 ftllomet«». Für Eifenbahnfrachlgut zwischen Teutschland »nd Schweden-Norwegen bedeutet die Eröffnung diese» neuen Bertehr»wege» eine Wegverkürzung vo» etwa »00 Kilometern. M. ». Bern Beste». '« ist ein recht gemütliche« Trio da unten in dem Keller, da» mit prüfender Klinge den Wein probiert, den der Kellermeister soeben abgezapft. Der eine hat de» Gute« schon zu viel g«tan. Sich schwer auf da» Faß stützend, stiert «r mit verschwommenen Augen vor sich Kl», während der Nelleiineistcr dedagllch schmunzelnd da» gefüllte Wla« emporhebt. ,'« ist vom Besten !* sagt er mit verzücktem Blick. 0. er versteht sich aus da» edle Naß und wird sich den köstliche» Tropfen wohl selbst zu Gemüte führen, so lüstern begehrlich sei» Genosse, ei» rechter (Äeivohiilieltllrinker, auch dreinschaut. — tete, 61« mit der erst da« NahrungSsorgr». A.: .Sie, al« reicher Mann, habe» Nah» rung«sorgen V — B.: .Gewiß: heute hab« ich nemlich «i fünf Geschäften vergeblich nach Austern geschickt.' Gedient. Lhes: „Nenmann. mit Ihrer Dummheit Ist wahr-hastig nicht »»«zukomme».* — Buchhalter: .Mit meinem Salär aber auch nicht, Herr Ehef." Sta ja! Schwiegersohn! „Sie sagte» mir doch, ich würde »der die Mitgift, die Ihre Tochter bekommt, ganz überrascht fein, und nun geben Sie nicht«' — Schwiegervater: „Na. über-rafchk Sie da» etwa nicht?" Nuhig Blut. Nachdem Nelson die Dänen am 2. April 1H01 In fünfstündigem »ampfe geschlagen hatte, tr»g er dem Kronprinzen von Dänemark einen Waffenstillstand an. Dcr Brief war fertig, ein Schiff»junge brachte ein Licht zum Siegeln. Da schlug eine ver-späte!« »anonenkiigel durch da» Fensier der Kajüte und riß ihm den Kopf weg. Ruhig befahl N«lfon dem Offizier, der da« Schreiben a» Ort und Steile befördern sollt«, ein andere» Licht zu hole». Dieser machte benierklich. unter diesen Umständen könnte mau sich wohl die Förmlichkeit de» Siegeln» ersparen. — „Nein," enigegneie Nei-son, „ich mdchle um keinen Prei» den Anschein erwecken, al» ob ich mich Überhastet hätt« b«im Abs«nb«n diese» Briefe».' Er war-ein andere» Licht geholt worden, siegelte mit der größten Sorgfalt einen Hand, di« er seit Santa llruz noch hatte, und übergab dann Schreiben dem worle»d«n Ofiizier. D. i h n u tz ! mm q ■ji» tu». ichlehenliför. Die schon etwa» vom Reise mitgenommenen Schlehen werden entkernt, di» »erne sauber gewaschen, di« Hülfie im Mörser gestoßen, die andere Hälfte ganz gelassen und beide Teile in eine große Flasche ge-bracht, welche mit den Kernen nicht ganz zur Hülste gefüllt fei» darf. Dann füllt man mit »ovrozenligem Weingeist und l Gla» Wasser die Flasche nicht ganz voll und stell« da» Ganze unterlag», wenn die Sonne scheint, an» Fenster und »acht» an die Ofenwärme, ungefähr 8 Wochen. Nach dieser ,'jeit wird der Likör von den Steinen abgegossen und wird zu je I Liter Saft I Pfd. Zucker mit '/< Liter Wasser geläutert, noch Erkalten an den Likör gegossen, durch Filtrierpapier geseiht und in Flaschen aufbewahrt. Wer Lbstkerne aussäen will, tut die« besser im Herbst al« im Frühjahr. Da« zur Au«faat bestimmte Land ist zuvörderst mindesten» einen Spatenstich lief umzugraben, zu düngen und von Oiiecke» »nd Steinen sorgfältig zu säubern. Nach sauberem Abrechen richtet man Be.'te von l,5(» Meter Breite her. Ist Miim'efraß zu befürchten, so ist da» Einstreuen von zerkleinerten Wacholder» oder Fichtenzweigen in die Saatsurche ratsam. Schurrte. ?a« Erst« ichafit ost große Pein. Trum tnöfl e» fern dir immer sein. (K> brnnitt in seinem z«rb«ilkleid Tsl« andere zur Li>mmer»zeit, Und wa» im Mauzen wird genannt. Ist un» al» i?iume auch bekannt. guttu« yalck. Silbenrätsel Wenn mein Erste» gut Ixsieilt. Dir die anitc ftiir gefällt. Mein Zweit«« ist »,« -chlsser» PIa.,e. Sine Manzenaattunii der Malvazee». » Eine «ladt in drr pr """ Rheiitprovinz. ») «ine europ^ " " fidenzsladt. «> Ein Teil der Vaiipt- und «ie-nikemutit. iSin «Snigrei». ») Ein Name mchrerer iavoitischer !»lir sten. 7) lli»t?e,eich»„na sür ein Mnttergottrebilli. - Sind die Wörter richt!« gelunden. so iiezeichnen die »lichstaden in der dritten *«ttx. von oben nach »Uten gelesen, eine euroväiiche Huupt. und «esiden-.. ftadl! In »er lünslen da» «iinigreich. wo die Stadt liegt: die dritte und itinfle wagrrrchl« «eiiie lauten gleich der dritten >i»d iunfxn senkrechten. Die tu verwendenden Buchstaben sind: , l» » 1 I h. I i, I k, I U i M.: x, 1R,U K, Auftiisung sotgl in nächster Nummer. Auslösung der B»r« ?rgii«;itngs«itfgiibt: «er etwa» Iressliche» leisten will. ?er sammle still nnd unerfchlafsi. Hätt' grrn wa» Oirofee» geboren. gtu kleinsten Pniikte die hiichftr »rast. Auflösungc» auS voriger Rurniner: ?e» Worträtsel»! cb, ?ach. cddnch. - Te« »5 i l de r rä t se l»! ZnstriiMi-nten» inacher. — Der Scharade: flioien, »ranz, üiosenkran,. ivue Aechie vorbehalten» «erantwortllche «edaMon von Ernst »selsser. »edruiN n»d herau«aeiieden von «retner » Ps»tff,r in «tuttgart.