LaibllcherMMtung. Nr. 27. Piänumelatlonsprel«: Im Comptoir ganzj. fl.ii, d,,1^j. st. 5.5». ssür die Zustellung ins Hau« halbj.50lr. Mit dcr Post ganzj. st. 15, halbj.fi. 7-50. Dolluerstag, 4. Februar Insert ionsgel'lihr bis 10 Zeilen: imal ßv lr„ »m.8U!r., 3m. 1 st.; sonst pl.Zeile Im. Slr., «m.8lr., 3m. io lr. u.s. w. InsevtionSficmpcl jebesm.30ll. 1869. Amtlicher Tbeil. 3c. k. und k. Apostolische Majestät haben laut dcs Allerhöchsten Handschreibens vom 1. Februar d. I. in Anwendung des Grundgesetzes über die Rcichsvertrctung vom 21. December 1807 8 5 den gchcimcu Rath Grasen Leopold von Thuli - Hohcnstcin in das Herrcn-Mls des Ncichsrathcs auf Lebensdauer allcrgnädigst zu prüfen geruht. Taaffe in. p. . Se. k. und k. Apostolische Majestät haben auf Grund emes vom Reichskanzler, Minister des kaiserlichen Hauses "nd des Aenßcrn erstatteten allcruutcrthäuigsten Voriges mittelst Allerhöchster Entschließung vom 20. Iän-^ d. I. heu Grafen Maximilian v. Seilern zum ^esandtschaftsattachc' allcrgnädigst zu ernennen geruht. y, Sc. k. uud k. Apostolische Majestät haben mit "llerhöchstcr Entschließung vom 20. Jänner d. I. dcu ?°fcssor au der k. k. orientalischen Akademie in Wien, "tanz Plechacset, unter Belassung des Lehramtes >t dieser Akademie, auch zum Professor der türkischen fachen in den externen Curscn der genannten Lchr- 'l^lt allcrguädigst zu ernennen geruht. Hasner »<. s>. Der Miuistcr des Innern hat die Bezirkshaupt-^nner Dioniö Tchorzcwski und Alexander Ritter ss'^ola-Ja nicki zu Vczirlshauptmännern erster ^sse und die Bczirksvorstchcr uud Bczirkscommissäre Eduard Dnnajcwski, Julian Zulauf, Anton ^ak und den Statthaltcreisecretär uud Referenten bei ,^^Nlndlastcuablösuugs- und Rcguliruugs-^andcscom-„^u°" Valerian Bodakowski zn BczirkshauftlinäN' 'l zweiter Classe in Galizicn ernannt. , Der Minister des Innern hat den auf einer Bc-»'llscommissävsstclle in Dalmatieu eingetheilten frühcrcu loinb.-vcncz. Viccdclcgatcn Iulins Freiherrn v. Sour-ocau und den auf einer Vezirkscommissärsslellc iu Tirol clugctheiltcu Bczirtsuorslchcr Johann Kalser zu Vc-mkshauptmänncrn zweiter Classe für Tirol uud Vor. "lbcrg ernannt. ^ _____^^^^ ____ Nichtamtlicher Theil. Dir Declllllllwn der Pariser Tonseren). ^, Die Constanlinopolitancr Blätter vom 23. d. M. gclie ^cn Tej,t der von der Pariser Eonfercnz abgc- ^l>sl ' ^lärmig. Dieselbe lautet sehr entschieden. Daß ^lein ^ ^'"^' selchen Declaration beistimmt, ist vor N»n 5" bemerken. In dieser Richtung ist die Dcclara- ^tem^'N'alls cin Sieg der Westmächtc. Dies wichtige der ^ ^ lautet folgendermaßen: „Niit Recht wegen zich^lnhrcn besorgt, die sich aus dem Abbruch der Bc- ^>^c ^ zwischen der Türkei und Griechenland ergeben v^ !'' liclbcn sich die Signatarinächtc dcs Vertrages ^kntf'"' '"r Ansglcichung der zwischen den beiden diese,,, ' entstandenen Divergenz verständigt und zu ii'aise^ehnfc ,h^ Repräsentanten bei Sr. Majestät dem s"lii>ü, Franzosen ermächtigt, in einer Confcrcnz zn- de>, l,. ^'^^"'- ^^ach eingehender Erörterung der zwischen Nev^n Regierungen gewechselten Actcnstückc siud die ^^"chtigten übereingekommen, zu beklagen, daß Mn ^,."d' indem es den Impnlscn nachgab, zu denen !^lio,^'°Usmnö es verleitete, Anlaß zn den Recla- Ulti!iicll,„.^ebcn hat, die von der hohen Pforte in einem des Aim, ' "'u li. December 186^ an den Minister dichtet ^'6cn Sr. Majestät des Königs der Hellenen ^"cilii.n b°". Es steht in der That fest, dnß die ""deren >> ^ Völkerrechtes Griechenland gleich allen ^»den ,"'°"cu verpflichten, "'cht i" gestatten, daß '" scinen ^ """" Territorium augcworbcu uud Schiffe ^U'greifcii , ""'ürt werden, um cincu ?tachbarstaat ^icchis^ .. In der Ucberzeuguug übrigens, daß das "r dcn drei (^''" ^" Gedanken nicht vcrkeuucu kauu, !'"«nnächtl!,i >?^""^lcn Griechenlands sowic den Sig- ?"hcil ncnc„.. r ^"'U'ages von 1 «."><; Anlaß zu diesem d°r griechisch", ^"'. "'klärt die Confcrenz, es sei Pflicht ^ ^r Türke ^^'crnng fortan in ihren Beziehungen ""'' di^ c>^,, ^, -'Trinen jenes Verhaltens zu beob- "U diesem Beb»s- ?'"'"^"' gemeinsam obliegen, u»d V^chenen N „n'V^" ^r hoheu Pforte bereits aus- '"ben gleich^itic, ^°"" ""chzl'kom.nen nnd sie dcs- ^^lt'a fnr b.e Znkunft zn versichern. Dem- gemäß muß sich Griechenland fortan enthalten, auf seinem Gebiete die Bildung irgendeiner Bande zu dulden oder zu begünstigen, die einen Angriff gegen die Türkei beabsichtigen sollte; es muß die nöthigen Verfügungen treffen, um zu vcrhiudcrn, daß in seinen Häfen Schiffe arinirt werden, nm in was immer für einer Form einen Auf-standsvcrsuch in den Gebieten Sr. k. Majestät des Sultans zu unterstützen. Bezüglich der von türkischen Unterthanen erlittenen Priuatschädcn vcstrcitct die griechische Regierung der Türkei keineswegs das Recht, vor einem richterlichen Forum die gebührcuden Eutschädiguugcn zu fordern; indem die Türkei ihrerseits die Jurisdiction der gricchischcu Tribunale aucrlcnnt, glauben die Bevollmächtigten nicht auf eine Prüfung der Verbrechen eingehen zu follcn uud haben sich mit den bezüglichen Rcclamationcu nicht zu beschäftigen. Was jenes Verlangen der hohen Pforte betrifft, das sich auf die Rückkehr der auf griechisches Gebiet cut-siohcncn türkischen Unterthanen bezicht, so nimmt die Conferenz Act von den Ertläruugcn des türkischen Cabinets in seiner Note vom !,). December uud hält sich für überzeugt, daß es, so viel von ihm abhängt, die Abreise der crctischeu Familien erleichtern wird, die nach ihrem Vatcrlandc zurückzukchrcu wünschen. Die Confcrcnz kann nicht bezweifeln, daß angesichts des einmüthigcn McinungsausdruckeS der Bevollmächtigten über die ihrer Erwägung nnlcrbreiteleu Fragcu die griechische Regierung sich beeilen wird, ihre Handlungen in Einklang mit den vorerwähnten Principien zu bringen; anch zweifelt sie nicht, daß den im Ultimatum der hohen Pforte ausgesprochenen Klagen definitiv Rechnung getragen werde. Diese Erklärung wird unverweilt zur Kenntniß des griechischen Cabinets gebracht werden und die Bevollmächtigten geben sich der Ueberzeugung hiu, daß die hohe Pforte darauf Verzicht leisten wird, die Verfügungen durchzuführen, die sie als Couscquenzcu deS Abbruches der diplomatischen Beziehungen angezeigt hat." Im Hinblick auf diesen letzten Passus der Declaration glaubt der ,.^cv. Her." sich zu der Ansicht vcr^ anlaßt, daß die türkische Regierung kciuc Aenderung eintreten lassen wird, ehe nicht die Antwort der griechischen Ncgiernng zu ihrer Kenntniß gelangt sein wird. 60. Sitzung >es Herrenhauses. vom ^0. Jänner. (Schluß.) (Fortsctzuug der Spccialdcbattc über Einführung der Schwurgerichte für Prcßdclictc.) 3 30 modisicirt die Ansprache des Präsidenten an die Geschwornen. tz 37 hat eine uuwcscnllichc Aenderung in der Tcp tirnng erhalten. Alle übrigen Paragraphc sind unverändert geblieben. Das ganze Gesetz wird in der Fassung der Commission ohne Widerspruch angenommen. Cö folgt die Debatte über die Vorschrift bezüglich der Bildung der Geschworncnlistcn für die Preßgerichtc. Iu der Generaldebatte sagt Hofrath Dr. Unger: Ich und meine Gcsiuuuugsgcnosscn wollen, indem wir für die Rcgicruugsvorlagc stimmen, nicht dcu Schein auf uns ladeu, mit den Fordcruugcu der juristischen Logik im Widerspruch zu stehen. Wir gehen von der Ueberzeugung auS, daß es sich durchaus nicht um cin Privilegium der Presse handelt. Handelte cö sich darnm, dann würden wir trotz unserer gewiß ganz cutschicdcu liberalen Anschauung dcuuoch nicht dafür slimmcu; dcuu es scheiut uns einer der wesentlichsten Grundsätze einer aufgcklärtcu Ylnschauuug zu sein, gleiches Recht für alle gelten zu lasfen. Wir glauben in Uebereinstimmung mit der Regierung, daß uicht Politische, soudcrn überwiegend juristische Gründe in erster Linie für die Einführuug der Gcschworncngcrichtc iu Oesterreich sprechen. Die Einführung der Gcschwornengerichtc ist ein Postnlat dcr Rechtswissenschaft. Es ist cin Ausspruch ciucs Mauucs, dcr uicht uur iu Deutschland, sondern auch in Oesterreich ciucr dcr größten jetzt lebenden Lc-gistcn ist, der zn allen Zeiten rückhaltslos uud mit Euergic für die Einführuug der Geschworncngcrichtc in Oesterreich eingestanden hat, anch zu einer Zeit, wo es politischen Mnth erforderte, sich zu den Schwurgerichten ;u bekennen, ciucs Mauncs, den ich mit Stolz meinen besten Frcnnd nenne, des gegenwärtigen Scctiouschcfs Gla-scr: „Nicht weil die Jury politisch wünschenswert!) ist, erklären wir ^nriftcn sie für ciuc gute Rcchtsaustalt, son-- dern weil sie eine gute Rechtsanstalt ist, erscheint ihre Eiuführnng im coustitutioncllcn Staate als politischer Fortschritt." Damit für die übrigen Iällc, deren dcr Artikel 11 des Gruudgcsctzcs über die richterliche Gewalt erwähnt — bei den politischen Delictcn und dcu gemeinen schweren Verbrechen die Gcschworncngcrichtc eingeführt werden können, dazu bedarf es noch erst einer Revision des materiellen Strafacsctzcs; mit dcr gegenwärtigen Prcßgcsctzgcbung lauu mau dagegen auch bei Gcschwor-ueugcrichtcu auörcicheu; allciu es kommt noch ciu tieferer Grund dazu, weshalb mau für Preßdclictc die Gc-schworncngerichtc einführen soll, vcvor sie in den anderen Fällen dcs Artikels eingeführt werden können. Es ist die Natur dcs Preßdclictes. Warum vcrlaugt die Wisscuschaft, vcrlaugt das tägliche Leben Geschworne iin allgemeinen blos bei den schweren Verbrechen, während sie für jedes Preß- uud politische Vergcheu als noth-weudig crkaunt werdcu? Weil die Frage, ob eiu Preß-delict bcgaugcu worden oder nicht, die Bcantwortuug uach ciucr gauz audcren Richtung hin verlangt als bei den gcmeiucu Verbrechen. Bei den letzteren fragt es sich: Ist gestohlen, ist geraubt worden und von wem? Die That trägt schon den Stempel dcs Strafbaren an sich; bei den Prcßdclictcn ist nicht dcr geringste Zweifel über die That uud die Thäterschaft vorhanden; höchst schwierig ist dagegen die Subsumtion uutcr das Gesetz uud kein Gesetz, sei es noch so gcnan, kann diese Sub-sumtiou erleichtern. Wer soll beantworten, ob eine That so beschaffen ist, daß man sagen kann: sie wiegelt auf gegeu die Regierung, fic verletzt Ueberzeugungen im Volksleben, sie beleidigt eine religiöse Gcuosscuschaft oder die individuelle Ehre eines Einzelnen? Die Geschwornen sind eine Art Repräsentanten dcs Volkes. Die That ist vor dem Volke verübt wordcu; wer soll sagen, daS empört uuscr Gefühl, verletzt nuscrc Ueberzeugung? Diejenigen, die mau zu trcffeu gesucht hat. Woher sott das Echo ertönen, als wohin dcr Schall ertönte? Wenn es sich um die Frage haudclt, ob der Spiegel getrübt wordcu ist, so wird mau doch dcu Spiegel vor allem hernehmen. So mnß auch eine Versammlung, welche die gauze sociale Gesellschaft rcpräseutirt, beurtheilen, ob eine Verletzung des Rcchtsgefühls stattgcfundeu hat oder uicht. Das können die Richter nicht, mag man sie noch so unabhängig erklären. Sie bilden einen Stand für sich, der nothwendig abgesondert sein mnß von den täglichen Strömuugcu dcs ^cbenS. So hat denn cin Mann wie Gcntz, an dcsscn conscrvatiucr Richtung gewiß nicht zu zweifeln ist, dem übrigens auch die ucucrc Geschichte gerechter zu wcrdcu sucht, nachdem iu früherer Zeit sein Charakter von dcr Ungunst dcr Parteien verzerrt wordcu ist, cin Mann von so großer politischer Einsicht, in seinen berühmten Aufsätzen für die Ccufur den Aus' fpruch gethan: „Sollte aber jemals die Ccnsnr in Dcntfchland aufgehoben uud Prcßfrcihcit eingeführt wer« dcu, fo ist das ciuzige Corrcctiv für die Preßfreiheit das Geschworncngcricht." Nicht cinc Begünstigung dcr Prcßfrcihcit wird daher in Ansprnch genommen, sondern eine Entlastung dcs Richterslaudcs von einem i»livil<^i„m . , In Frankreich sind trotz der Wandclbarkcit der Regimes doch alle juristischen Schriftsteller darüber einig, daß die Gerichtsbarkeit in Prcßsachcn den Richtern zu überlassen das beste Mittel ist, um den Richterstand selbst in uuangcnchme Complicationcn zu briugen. Iu zweiter Liuic muß cs für die Rcgicrnng wünschenswert!) sein, wcnn durch cin Organ, gegen das lein Zweifel erhoben werden kaun, über Schuld und Uuschuld dci Prcßdclittcu gesprochen wird. Weun hcntc cinc Vcrurthcilung ergeht — cs mag traurig sein, daß cs so ist, aber cS ist so — so ist das für die Regicrnng nie cin Sieg, unter Umstäudeu ciu Pyrrhus-Sicg. Wem, aber aus dem Volke hcroorgcgaugcue Männer iu öffcutlicher Sitzung anssprcchcn, dcr Staat ist verletzt uud wir finden uns im Namcu dcs Staates verletzt, dann ist der Eindruck cin gan; anderer. Mir erscheinen dic Geschwornen wie dcr Chor in der griechischen Tragödie, dcr zwischen dcu Parteien aus-spricht, auf wessen Scitc die Schuld und auf wessen Seite das Recht ist. Indem wir mit vollem Herzen und freier Ueberzeugung nns für die Regierungsvorlage erklären, möchten wir dafür Zcuguiß gcbcu, daß wir cs uicht gewissermaßen uutcr dumpfer Rcfiguatiou, <,"!,!>! uutcr dem Eindruck einer moralifchcn Zwangslage thun, daß wir 198 nicht etwa die Verantwortlichkeit von uns ablehnen wol« lrn, sondern, soweit dieses Hans iilicrhanftt verpflichtet ist, eine Verantwortlichkeit zu tragen, bereit sind, dicsc Verantwortlichkeit mit dem Abgeordnetenhaus«: nnd mit der Regierung vollständig zn theilen. Denn wir tragen ebenso in uns die volle Ueber-zcuguug, daß heutzutage eine politische Corporation, welche nicht kräftig und sicher entschlossen ist, ihre Verantwortlichkeit zu tragen, damit anf einen entscheidenden Einfluß in politischen Dingen selbst verzichtet. (Beifall.) Se. Excellenz Iustizministcr Dr. Herbst. Auch ich betrachte wie der Herr Berichterstatter die Frage über die Einführung der Gcschworncugcrichte als eine nicht mehr anf der Tagesordnung slchcudc. Sie ist bereits durch Artikel 11 des Staatsgrundgcsctzes über die richterliche Gewalt, welcher erfreulicher Weise mit einer sehr großen Majorität in beiden Häusern des Ncichsralhcs angenommen worden ist, entschieden worden. Der Regierung, welche die Verfassung durchzuführen hat, mußte daran gelegen fein, so bald als möglicl, den Artikel mit seinem ganzen Umfange der Verwirklichung zuzuführen, und gewiß wäre es ihr am erwünschtesten gcwcscn, wenn dieses sofort hätte geschehen können. Bei meinem Eintrittc in das Ministerium lag bereits der Entwurf einer Strafproccßordnnng dein Ab-gcordnctenhansc vor. Allein ich war mir wohlbcwußt, wie weit entfernt wir noch von dem Zeitpu.iktc sind, wo wir uns einer vollständig ucncn Strafproceßordnung werden erfreuen können. 6s ist jetzt seit der Einbringuug ein Jahr verflossen und noch ist nicht einmal die Plc-narberathnng in einem Hanse erfolgt. Ich nahm daher das Odium auf mich für Prcßdclictc einseitig vorzugehen. Den Artikel 11 dcr Verwirklichung zngcführt zu haben, so weit es möglich war, ist kein Verdienst der Regierung, sondem nnr ihre Pflicht, nnd Pflichterfüllung ist eben kein Verdienst. Die Regicrnng theilt nicht die Ansicht, daß das Inslebentrcten des neuen Strafgesetzes der vollen Vcr-wirklichung des Art. II des Staatsgruudgcsctzcs vorangehen müsse. Sie glaubt, daß, sobald die Strafproceß-urdnnng die verfassungsmäßigen Stadien durchschritten haben wird, die Schwurgerichte in allen im Art. 11 uor-mirtcn Fällen werden ins Leben treten können, Eiu Hinderniß dafür im gegenwärtigen Strafgesetze, welches Hinderniß nicht auch bei Prcßdclictcn bestände, kaun ich nicht an» erkennen, denn Preßdclicte gibt es ja im Strafgc sctzbuchc nicht, sondern dieselben sind entweder gemeine oder politische Dclictc; in dcr Regel sind sic politischer Natur. Sobald daher die Strafftvoccßordnung dcr legis-laliven Vollendung wird zugeführt sein, wird dcr Art. 11 in seinem ganzen Umfange durchgeführt wcrdcu. Einst-wcileu ist es möglich, mit d»..l Schwurgerichte» in Prcß-sachen vorzugehen, weil da kein processuales Hinderniß dcr sofortigen Einführung im Wege steht, da keine weitläufige Voruntersuchung nothwendig ist; nachdem es aber Pflicht dcr Regierung ist, die vcrfassuugsmäßigcn Bestimmungen ins Lcbcn zn rnfcn, so weit es nur immer möglich ist, so war es Pflicht dcr Regierung, die gegenwärtige Vorlage einzubringen. Der wnhrc Gewinn, den die Regierung anf jeden Fall daraus ziehen wird, wird dcr fcin, daß man an dcr Aufrichtigkeit ihrer Ueberzeugung, ihrer Abficht, die Vcrfafsnng dem vollen Umfange nach ins Lcbcn trctcn zu lassen, nicht zweifeln wird; denn wenn irgendwo die Regierung dcr Einführung der Gcschwornrngerichtc Widerstand geleistet hat, so war es stets bei den Prcßdclictcn und eine Regierung, welche dic Einführnng dcr Gc-schworncngcrichtc gerade bei Prcßsachcn bcfürworlct, gc< radc dort, wo anderwärts sehr hänfig deren Einführnng perhorrcscirt wird, der kann man die aufrichtige Ucbcr^ zeuquna von dem Wcithc des Schwurgcrichtsinstilutcs und ihre kräftige Absicht, dasselbe alsbald im ganzen Umfange einzuführen, nicht absprechen. Dic Regierung wird also untcr allen Verhältnissen aus dcr Annahme dieser Vorlage den Vortheil ziehen, daß die Ueberzeugung von ihrer Verfassungstreue im Volke gekräftigt werden wird. In dcr Spccialdcbattc wcrdcu beide Gesetzentwürfe die Einführung der Schwurgerichte für Preßdclicte nnd die Vorschrift über die Bildung von Geschwornenlisteu für Prcßsachcn betreffend, ohne Dcbattc in zweiter und dritter Lcsnng angenommen. Da hicdnrch die Tagesordnung erschöpft ist, wird die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Montag, den 1. Febrnar. Tagesordnung: 1. Bericht über das Gesetz betreffend die Donau- Rcaulirung; eventuell .. ^ . 2. Bericht dcr Commission übcr dic Haftuug dcr Cisenbahngcsellschaftcu bei Eiscnbahnunglücksfällcn.___ 61. Sitzung irs Herrenhauses vom 1. Februar. Graf Wrb na berichtet über mehrere Petitionen nnd stellt schließlich die Bitte, das Eiscnbahncomit^, dem in dcr nächsten Zeit bedeutendere Aufgaben zufalle» werden, durch vicr nenc Mitglieder zu verstärken. Folgt die Berathung übcr den Gcsctzentwnrf, betreffend dic Donanreguliruua. bei Wien. Das Gesetz wird ohnc jede Dcbattc in zweiter und sofort auch dritter Lesung augcnommcn. Es wird fodann die in dcr vorletzten Sitznng untcr-brochcuc Plcnarvcrhandluug über das Gesetz betreffs dcr Haftpflicht dcr Eisenbahngcscllfchaftcn bei Eisen» bahnunfllllen fortgesetzt. Graf Ehorinsky ist Referent geblieben. Dcr Entwurf war an die Eommission zurückgclcitct wordcu, weil bei dcr im Schoße derselben stattgcfuu-dcncn Berathung eine von dem Grafen Anton Aucrs^ pcrg eingebrachte, anf dicscu Gegenstand Bezug habcudc Petition dcs stcicrmärkifchen Gcwerbcvcrcius uubcrück-sichtigct geblieben war, nnd das Haus deshalb auf An» trag dcs Grafen Aucrspcrg iu sciucr uorletzteu Sitzung den Beschluß faßte, die Ansicht dcr Eommission auch übcr diese Petition zu vcruchmcu. Die Eommission stellt nun in Betreff dieser Petition den Antrag, dieselbe möge an dic Regierung znr geneigten Würdignng geleitet werden. Graf Anton Auersperg crllärt, daß er fich mit diesem Resultate vorläufig begnüge Es sei ihm hauptfächlich darum zn thun gcwescu, daß dcr Iuhalt dcr Petition erörtert werde. In Fortsctznng dcr Spccialocbatte uimmt Regie-ruugsrath Professor Arndts das Wort. Er amcndirt dcu § 1 dcr Regierungsvorlage, indem er eine Fassnng desselben vorschlägt, wonach die im Gesetzentwürfe an^ gcstrcbtc Haftpflicht nicht blos anf die mit Dampfkraft betriebenen Eisenbahnen eingeschränkt, ferner die juristische „Vcrmuthungs"-Theorlc und die darauf bafircudc Terminologie ans der Regierungsvorlage exstirpirt wird. — Das Amendment wird von fast allen W8 des a. b. G. B. an, sondern sie haben sich dessen, was das Hnuptverbrcchcn dcr No gierungsvorlagc sein sollte, heute mit ihreu Auträgen selbst schuldig gemacht, indem sic das Princip der Regie« rungsvorlage acceptirtcu. Darin finde ich ciuc wesentliche Annäherung zwischen dcr Regierungsvorlage uud dcu Anträgen dcr erwähnten Hcrrcn, cs sind wohl mm wcitcr kcinc anderen Verschiedenheiten als einige styli' stischc Acudcruugen. Die Bestimmungen dcs bürgerlichen Gesetzbuches übcr dic Haftpflicht sind folgende: „Jedermann ist be-rechtigt, dcn Ersatz dcs Schadens, welchen ihm Jemand ans Verschulden zugefügt hat, zu fordern, und: deu Schaden welchen ihm Icmand ohnc Verschulden zugefügt hat, ist er nicht verpflichtet, zu ersetzen." - In Bczug auf dcn Beweis des Verschuldens stellt das bürgerliche Gesetzbuch ebenfalls zwei Sätze auf, nämlich: Im Zweifel gilt die Vermuthung, daß dcr Schaden ohnc »Verschulden geschehen sei, nnd in vertragsmäßigen Vcr-!hältnisscn liegt dem dcr Beweis ob, dcr vorgibt, daß cr an dcr Erfüllung feiner vertragsmäßigen Verbindlichkeit ohnc fcin Verschulden gehindert worden sei. Wenn wir nun die Vcwcislast dcs Verschuldens dcr Gesellschaft übertragen wollen, su muß sich dies an § 1290 anschließen, der bisher die Gesellschaft dieser Vcrpflichtnng enthob. Das gilt nach nnscrcm Vorschlage und auch nach dein Vorschlage der Herren künftig in bcidcn Füllcn, sowohl bei dcr l»!>ll>nii(i >iivil^n> <»<1il»l> zu schaffe», schciut mir durchaus nicht geboten zu sein; denn außerhalb dcs Gesetzes stehend, darf Ulan auch Acticngcsellschaftcn nicht betrachten, sie müssen auf das allgemeine Recht Ansprnch haben mit denjenigen Modificationen, die ans dcr Natnr dcr Verhältnisse sich ergeben. Schon aus diesem Grnudc könnte ich mich daher mit den Anträgen Sr. Excellenz des Herrn RitlcrS v. Hyc nicht cinurrstauocu crklärcu. Berichterstatter Graf Ehorinsky spricht für die Ausschußauträgc und bemerkt, die Eommission glaubte auf die Haftungspflicht für Sachen nicht weiter eingehen zn sollen, weil hiefür fchon im Artikel 395 deS Handelsgesetzbuches gesorgt sei. Aci dcr Abstimmung wird der Antrag dcs Regie-rnngsrathcs Arndts abgelehnt. Die §tz 1 und 2 wer' dcn dann nach dcm Eommissionsantrag augcnommcn. Ein Abändcrungsantrag des Ritter v. Hyc zu s 3 wird nicht genügend unterstützt. Hierauf werden dic §8 '^ und 4 in dcr von del Eommission vorgeschlagenen Fassung angenommen, und passirt das Gcsctz sofort die dritte Lesung. Nächste Sitzuug unbestimmt. Parlamentarisches. Wien, 2. Februar. In seiner letzten Sitznug bcricth der confcssi^ nolle Ausschuß zunächst über die Petitionen dcs religiösen Reformvcleins und dec frcicn christlichen Gc-mciude i» Graz, welche nm dic gesetzliche Anerkennung billcu. Dcr religiöse Rcformvcrcin hatte sich diesbezüglich bereits an das Ministerium dcs Innern gewendet, und war von denselben beschicden worden, daß eine Anet-kcnnuna nur dnrch ein Gefctz, nicht abcr im administl«' tioen Wege cifolgm könne. Abg. Fiüllly stellt den Antrag, es seieu mit Bezug auf dcu Beschluß dcs AbgeoMieleuhauscs vo>'> 15. Februar 1868 die Minister dcs Enltus und dcs Innern anzugchn, zu dcm seit 10. December 1857 dcn' Abgeolducteuhausc uorliegcndeu Eiitivurfc eines Religio»^ acsctzcö ihre etwaigen Bemcrkungcu abzugeben, und f^ von Seite dcr Minister keinc Bcmclkung abgcgcl'c» wüldc, sci an das Präsidium des Hanfes durch dc» Obmann das Ersuchen zu richten, "den Gesetzentwurf auf die Tagesordnung einer der Sitznuge» dcs Abge-ordnclclihauscs zu stclleu. Für dcn letztere» Antrag sprach u. A. Abg. Dl> Rechbaucr, uud werde» beide Anträge vom Ausschllsst zum Beschlusse erhoben. Hierauf geht dcr AuSschnß zllr Berathung übcr dc» vom Abgeordnete» Dr. Sturnl ausgcaibcitctcn Gcsctzcntwnsf über die obligatorische Eivilchc. Z» ^ 1 stellt Abg. Dr. Fignly mit HinwcisM auf den von ihn, selbst anSgcarbcitctcn Ehcgc'setzcnlw!»! d^n Antr^a, daß in diesem Paragraphe ansgcsproche» werden sollc, daß, wenn auch daS Ehcvcrsprcchci, leine Verpflichtung zur Ehe begründe, daraus doch jcdcnfalli Privatansprilchc zur Schadlo^hallung dcs unschuldi» gen Theils abgeleitet werden lönuen. (Angenommen). Ucl'er § 2 entsteht cine längere Debatte. Ava. Knranda plaidirt für gänzliche Streichung deSsclbcn, in zweiter Linie aber für dic diesbezüglichen Bcstimmungc» dcö bürgerlichen Gesetzbuches. Ebenso sprechen sich die Abgeordnete» Dr. Kaist'' uud Dr» Dehnc für die Stylisirung des bürgerliche." Gesetzbuches aus, ersterer noch insbesondere gegen d>e l Wcglassnng dcs § 2; für die Beibehaltung dcr Fassl>"s dcs GchtzcntwnlfeS crllärt sich Abg. Kardasch. Mg. Dr. Groß (WclS) beantragt für den ß ' die nachfolgende Stylifiiung: „Durch den Ehcvertl^ crllälcn zwei Pcrsoucu vclschicdcncn Geschlechtes gestÜ mäßig ihren Willen, in unzertrennlicher Gemeinschaft)" leben". Abg. Dr. Ncchbauer stellt den Antrag, dieser ^ »agraph habe zu lauten: ..Durch den Ehevertrag vcl' Pflichten sich zwei Pelsoneu verschiedenen Geschlecht, zur innigsten und uuzcrtrennlichen Lebensgemeinschaft'. Schließlich vertheidigt Abgeordneter Dr. StnrM ^ Fassung dcr Vorlage. Die Abstimmung wird je^" anf di.- nächste Sitzung verschoben nnd die SiljN^ geschlossen. Untcr dcm Vorsitze dcs Abg. Dr. Ziemialkow^ ging dcr Verfassnn g sa usschnß in seiner gcst^ gcn Sitznng an die Vorberathuug dcs Antrags ^' eben genannten Abgcoiductcn, bctrefseud die Behandln» dcs Antrages dcs galizischcn Landtages auf AcndcNl^ dcs Grundgesetzes über dic Reichöocltrctung. < ß Abg. Dr. Kaiser ist dcr Ansicht, daß, bevor d« . Haus in die Vnathnng über dcn Antrag eines La"^ t'ages eingehen könne, vorher die Geschäftsordnung ^ geändert werden müsse, und beantragt zu diesem Z'"^ ein Snbcomit«'' von fünf Mitgliedern zn wählen. „ Im gleichen Sinne sprechen sich dic Abgcordltt'-> Dr. Rcchbaucr, van dcr Straß und Baron Eich^. ans. Dagcgcn verfechten die Abgeordneten NM" ^ Giocholsli, Dr. Toman und Ritter EzailowSki dic » «entheilige Anfchauuug. .. Minister Dr. Giölra spricht sich für den A'"' , dcs Abg. Dr. Kaiser anf Ucbcrwcisung dcS AmH an ein lVubcomit!) aus, weil viele Vorfragen z"l ^"'^c, kommen müßlcn, ehe man au die Aendcrnng dcc schästsotdnung selbst gchcn könnc. . h^' Sodann ergreift Finanzmiuister Dr. D^> !^il,X Wort, um auszuführen, daß die bisherige Interpret ^ dcS § 19 in dcr Praxis unangefochten gewesen I^g! daß cr von seinem Standpunkte aus niemals u 199 ^attc, einen solchen Antrag zu bringe!,, wcil man darin leicht ciiicSubordinirnng dcr Randlage unter dcnNcichs-rath halte schcn könncü. Fcrncr würde dadurch, daß dic Endlage unmittelbar im Ncichsrathc Anträge cin-bringen könnten, die geschäflsorduungmäßig bchaudclt werden mUsscn, eiuc Verschiebung dcr Slellm'g dcrLaud-lagc eintreten. Abg. Schindler erklärt, daß er ganz den Stand-plmtt dcr Regierung cinnehine, der ^ibcraliöinus gipfle ^ei ihm im Eonseruatismus gegenüber dcr bestehende» "crfassnng. Dcr Antrag des Abg. Dr. Kaiser auf Wahl cincö Sxbcomilü'S wird angclummcn. In das Subcomil<' wnrdcn gewählt die Abgcord» "clcn van dcr Straß, Dr. Kaiser, Dr. Ganhans, Dr. bitter v. Wascr und Dr. Zicmialkowski. Das Attentat in Durgos. Ein belgisches Blatt erhält auö Vnrgos, 27. IäN' "er, einen genauen Bericht nber dic Ermordung des Ei-^ilgouverncurs. „Ich kam", berichtet dcr Correspondent „am Sonntag in Burgos an. Man sagte mir, daß einige Aufregung herrsche; ich konnte jedoch nichts davon bemerken, ^ui anderen Morgen wurde ich jedoch auf finster bli-ckcnde Geistliche aufmerksam, welche die Straßen durch-selten, in denen sich Gruppen gebildet hatten. Anch fielen !n den Unterredungen Worte, welche zu denken gaben, ^ch erfuhr, daß dcr Gouverneur sich Nachmittags iu die Kathedrale begeben wolle, um das Inventar dcr dort bc-suAichen 5iostbarkcitcn aufzunchmen. Um -1 Uhr begab ^ch der Gouverneur, von einem Polizciagcntcn begleitet, ln die Kathedrale, Dort wurde ihm aber vom Erzbischof kin sehr schlechter Empfang bereitet. Dcr Erzbischof schrie !'llch Hilfe gegen den Dicdstahl, den man begehe, uud die ^n umgebenden Geistlichen stimmten in diese Rufe ein. ^ald kam auch ein Bollichaufen herbei, dcr von Priestern Und Seminaristen gcführt^wurde. Der Gouverneur wurde ^schimpft und geschlagen. Einer von den Leuten aus ^ln Volke gab ihm mit einer Hacke einen Hieb auf den ^opf. Dcr-Gouvcrncur fiel, die Wüthenden stürzten sich auf ihn und schleppten ihn an den Füßen bei dem Haupt-Portale dcr Kirche die Treppe hinunter. Dann schleifte ^an ihn durch die Straßen, und hielt uur an, um ihm ^k Ohren abzuschneiden nnd ihn auf ciuc schändliche ^ll zn verstümmeln. Währcnd dieser Torturen lcbtc lr Unglückliche n^ch. Erst nachdem dicsc Glausamkcitcu ^llbrachl luarcn, schnitt man ihm mit einem Messer .^ iiopf vom Halse. Gendarmen befanden sich auf /'^ Platze, thaten aber nichts, um die Unthat zu hin> °^>. Endlich kam ein Cauallcric-Offizier dcS Wcgcs; ^blickte die Szene und sprengte ganz allein mit gczo^ Neuem Säbel auf den Haufen cm. Die Menge ihres -Kcrbrcchcus sich bewußt, stob auseinander. In Burgot« selbst ist die Entrüstung allgemein uud man rechne! auf eine exemplarische Bestrafung. Aus dcr Umgebung lamcn viele Trnppen an; es war dies nothwendig, um °lc Geistlichkeit vor dcr Voltsrache zu rcttcu. Viel ^eistlichcn fluchteten sich, wurden abcr ans dcr Eiscn-M)u arrctirt. Der Erzbischof hat sich i,> sciner Vurg Angeschlossen. Burgos hat 13,000 lns 14,000 Ei»-^hncr, darunter 900 Geistliche. Die Elunahmcu dcr Provinz genügen k^um, um die Kosten dcr E>Haltung °lr Geistlichkeit zn bcstrcitcn. In Burgos befiildet sich ""ch das Grab des Eid, jenes sagenhaft berühmten '^"'schcn Heldcn." Die Nujscn in Nentral-Asten. i. 2 , >3um Schlüsse deS vorigen Jahres brachten die I. ""gen die Nachricht aus Calcutta, wornach die Nus-^, den Ozcus in der Nähe von Balkh ftassirt °« "' Von einem Freunde dcS Blattes, der zur Zeit, t^r russische Staatskanzlcr Fürst Gorlschakoff als '."'Ascher Gesandter am Wiener Hose beglaubigt war, ^'°/esc>>, in nahen Bczichuugcu staud, gcht dcu> ..)l. 8ew //" "uu cin bcachtenswerther Aufsatz zu, welcher ^Mnnaßcn den Schlüssel zu der gehcimnißvollen, ciue in?^ Zukunft Europa'S bergenden russischcu Politik ^ntral-Asieu bildet. ^. ^ch hatte, schreibt der Correspondent, damals (I855i) Le^^hcit, täglich mit dem Fürsteu zu verkehren, und H^". sciu uubcdingtcs Vertrauen. Als der Fürst nach lw, ^""a. des orientalischen Krieges von seinem hicsi-^n». ^" nbbcrufcu und zum Staats-Vicckauzlcr cr-disi» ""^^' "'"chtc ich bei ihm die übliche Abschicds-sch.f .. Vci dieser Gelegenheit äußerte mm Fürst Gort-nici,."'' '"^"' audcrcm, daß das heilige Nußland mo-'vttd,' '^^ uutcrlcgeu sei, daß abcr dic Zeit kommen Kurd/ l"° ^^"' Gegner Rußlands mit gleicher Münze „hat ^"'gezahlt werden. „England," mciutc dcr Fürst, sein v » '"^" "°" U"s wohl wenig zu fürchten, abcr will ^ "''ndbarer Fleck liegt in Asien, und so Gott nu'ch h"^^u die Ideen des unsterblichen Nikolai durch lvcndin VVllcht werden. Allerdings sind Jahre noth-' ^l'er ,','!. werden abcr mit Beharrlichkeit und Aus» Uns" Ziele gclaugcn." ! ^i!rstcl,^^literrcdung war beendet; ich verließ den ^'^ ^rfo^? ."^ "^hdenklich gestimmt, und seit jcucr ' '«lc lch mit besonderem Interesse dic russische! Politik, deren Seele der Fürst ohne Zweifel ist. Als 1858 in Indien dcr Aufsland gcgcu das cuglische Mutterland anöbrach, erinnerte ich mich unwillkürlich au Gorlschakoff's Worte, obwohl cs mir nicht wahrschcin^ lich vorkam, daß die Rcvolntiou unmittelbar von Nußland angefacht worden scin töunc. So vorsichtig und langsam ging Nußlaud dazumal iu Central - Asicn vor, daß selbst mißtrauende über die cigcutlichcn Ziele seiner Politik in Zweifel bleiben konnten. Zehn Jahre — eine Spaunc Zcit in dcr Geschichte des Erdballs - - sind scit jenen Tagen erst verflossen, und wie ganz anders sieht es nunmehr iu Ccntral-Asien ans! Was ich vor zehn Jahren als ferne Möglichkeit kaum auzuuchmcu mich getraute, heute ist cS Wirklichkeit geworden. Wcun die Nachricht aus Kalkutta, welche den Ausgangspunkt meiner Erörterungen bildet, sich bestätigt — und es liegt lein Auhaltspuukt vor, ihre Nichtigkeit in Zweifel zu ziehen —dann stehen die Nusscn nunmehr nur uoch cinigc wenige Tagcmärschc von Peshawur, dcr westlichst gclcgcucu Stadt Vordcr-IudicuS, wo dic Eisenbahnen von Bombay und Kalkutta einmünden; uur Kabul uud Herat trcuuen dann uoch die Bcrühruug zwischen den rnssischcn und englischen Besitzungen. Zum Dcssercn Verständniß für dcn ^cser glanbc ich folgcndc geographische Notizen hichcrstellcn zn sollen. Äalkh, dic Eingangs erwähnte Stadt, in dcrcn Nähe die Nnsscu« den Oxus überschritten habcu, ist die Hauptstadt des gleichnamigen Khanat's in Bokhara, (früher zu Afghanistau gehörig), welcher Staat dcn Nüssen bcrcitS mehr oder wcnigcr tributpflichtig odcr in Nußland einverleibt! ist. Von Balth nach Peshawur ist dic Eutfcruung ciuc geringe uud in Aubctracht dcr Acccllcratiou, welche sich bci dcm Vorgehen Nußlauds im ceutralcn Asien jetzt bemerkbar macht, eine kaum ncnnenswerthe. Es wird genügen, um diese Accclcratiou der russischen Fortschritte zu erwciscu, daß wir cincn kurzen Nückblick auf dic bisherigen Erfolge Nußlands werfen. Anfangs trat Nußland, wie fchon oben bemerkt, ziemlich leise und vorsichtig auf, später griff cs schou mulhigcr zu, uud im Jahre 1800 kouutc cs im Stromgebiete des Syr und Amu-Daria, südöstlich vom Aralsee, wo es weite Strecken fruchtbaren Landes und sehr wichtige Po-sitiomu gewonnen, cincn cigcncn l^den 15.) Militärbezirk Turkestan zu errichten wagen. Dieser Bezirk umfaßt die Provinzen Syr-Daria uud Ssemirelschenstara, bcgrcuzt von Wcst-Kibirien, Orcuburg und stößt an die groß-britannischen Bänder Vorocr-Indicns. Dcr Gencral-Gon-verncnr dieses neuesten Bezirkes ist dcr bekannte General« adjutant C. v. Kauffmaun, dcm der Generalmajor Dnn-devillc als Stabschef beigegelicu ist. In England hat man sich natürlich dcn Besorg' uisscu, wclchc dic stets nud beharrlich dcn Glenzcn In» diens sich nähernden ^lüisseu wachznrufen geeignet waren, nicht ucrschlicßcu tonncn, besonders scitdcm die Brüder Äiitchcll das Wcrk des russischen Eapiiäns Valikhciuof, dcs Sohucs cincö Kirg>scn-Fü>stcn, übfrsctzt hatten, dcu j dic russische Ncgierung zur Erforschung dcr Gcbiclc zwischen dcm Syr-Daria und Amn-Daria (die altge-schichllichcn Flüsse I^artcs ,u,d Oj,'us) und an dcn! QncUcn dcrsclden entsendet hattc. Iu Folljc dcr Mil-chcll'schcu Schrift wuchö die Bcsmguiß iu England in huhcin Maßc, wie man dies auö dcr folgcudcn Au«?« lassnug dcö „Quarterly Ncvicw" im Jahre 1805 entnehmen kann. „Wenn Nußland — schrieb die damals in noch höhcrem Al'schu »ls hcntc stehende Ncvue — sich dcö Oxus bemächtig! haben wird, bclührcu scinc Vorposten dic afghauistanischc Grenze. Dann wird es Zcit scin, zu bcdcntcn, ob wir Kabul und Ghazni, wo wir nnserc crstcn Unglncksfälle erlitten, in unfruchtbarcr Auarchie sich elschöpfc» lassen, oder ob wir ui,S nicht dnrch Einnahme von Kaudahar und selbst von Hcrat cilic starke Position sichern sollen." — — Heute nun ist lmeits zur Thatsache gcmordcn, wns „Quartcrly Ncvicw" bcfüichtcnd vorl^rgchigt; ja noch mchr als daS. Nußlands Hfrrschlift crstrcckc sich bereits über dcu Amu'Daria und dcn »lucslcn Bcrichtcn zufolac hat rs nur mchr ncht bis zchn Tagcmärschc zn dcn Grcuzcn dcr oslindischcn Besitznngcn Englands. Der Plan, welchen Nußland mit feinen Eroberun. gen verfolgt, ist ein weitgehender. Es ist dem Fürstcn Gortschakoff nicht nm die Befriedigung eines Nachcgc-lüstes, weuigstcus um daS allein nicht zn thnn. Nußlands Plan ist, die große Handelsstraße, auf wclcher einstens die Güter China's und Indiens nach dcm kaspi-schcn Meer gclanglcn, und dic sich durch dic von Us-bckeu bewohnten lthanatc: Khiwa, Khokaild und Bokhara bewegte, wiedcrhcrzuslcllcu. Zn diesem Behufe soll der Oxus (Amu-Daria), dcr sciuen Lanf geändert (cr mündete früher im kaspischcu Meere, jctzt im Aralsee), durch cincn Canal wicdcr in scin srühcrcS Bett geleitet werden. Hicdurch köuutc ciue directc Wasserstraße von den westlichen Grenzen des chiucsischcu Neichrs und dcn Qucllen des OxuS bis nach St. Petersburg hergestellt werden. Dieser Plan datirt schon von lange her und mall hat Grnnd, anznnchmcu, daß schon Czar Nikolaus dcuselbcn im Angc hatte. Bcweis hicfür dic freilich vcruuglückte Expedition Pcrowsly's gcgcn Khiwa im Jahre 1839, welche dcn ausgesprochenen Zwcck halle, zu verhindern, daß sich England in Cclitral-Asicn festsetze. Das nächste Ziel dcr russischen Eroberungen war sonach das Khanat Khokaild, in wclchcm dic gwßcu Städte Taschkcnd und Chcmlcnd licgcn und das dcn Handel zwischen China nnd dcm Westen vermittelt. Aus diesem Gruudc war Nußlaud stets bemüht, sich Einfluß bci dcu vcrschicdcuen Völkerschaften zu sichern. Es soll nicht geleugnet werden, daß cs hicbci große Klugheit an dcn Tag lcgtc, und insbesondere ist bcmcr» kcnswcrth, daß cs im Gegensatz zu England, das dcm Buddhismus gegenüber stets mit Härte vorgeht, die vorzüglichste Befähigung zeigt, durch Schonuug nnd Milde, insbesondere in religiöser Bczichnng, die Völkerschaften an sich zn ketten und zn assimilircn.. -Locales. — (Der Herr l. k. Landesregierungs-Conci-Pist Dr. IuriScovich von Hagcndors) wurde von drm Mimslcr des Innern zur Dienstleistung iu das Ministerium des Innern einbciuscn. "I (^cschza affaire.) In diesem Processe ist weben das Urtheil dcs ObcrlaudosgcnäM iu Graz herab-gclaugt, mlt wclcheni das Urtheil d'cs Landgerichtes Laibach volllul) altlrch bestätigt nnd weder dcu Vernfunqen dcr Staatsanwaltschaft uoch der Angeklagte» stattgegeben 'wurde. — (Seltene Jagdbeute.)Porgoslern'wlndc auf einer Jagd in blr Nähe vo» Luslthal auf einer Scweinsel ciue Anzabl von 14 Singschwäneu ((>>gnu.<> »nuÄi^li,',) bemerlt, z wilche sich alödalo zum majestätischen Fluge erhoben. Einen !sttcäte das lödlliche Alci aus dem Nohr eines Jägers darnieder. Wir bewunderten den majestätischen Vogel gestern in der Handlung des Herrn Perdan. Cr ist bekanntlich l blendend weih bis aus den mit nner gelben Wachshaut überzogenen Schnabel. Die Flilgclmite betlug bei dem eilegten Exemplare über L Schuh. j — (Vom Fuße des Stvu) schreibt cm Volls« schulichrer dcm „l.!cll<^,^ii lov ich liüigcs Geld beisammen babe. Gutes Holz ist aber be» uns theuer, wenn auch die Hochwälder nahe find. Wenn nur schon das neue Schulgesetz in Wnlsamleit wäre und damit bessere Zeilen für Schule und Lehrer lämen!" ! — < D i e ueugcgrUlldc tc chemische Ver snchs-sl a t io ii für Srideuba u) iu Görz, zu dercu Leiter Herr Professor Haberlaudt cruann! worden ist, wird im Mai i»'s i.'e-bcii trclm. Aviso an die Herren Gar tenenltnrfreunde. Die Hl>ll» Äaünc ä Coinp,, AlniNt'ii- u»d Baum-Gärtuer ans Paii^, Mil^lildcr iiuhrlrer Gartl-nbaii-Gcscllschasteii, dlvhren slch anzuzrissl'ii, dnst sie hirr in i.'ciibach init cinrr groizen Auswahl uoii ucucii ui,d anöläudischeii Pslauzcngaltnngeu cnigrlomimn sind. Unter andere» Frllchtbäume in borten; Eierpflanzen sowohl fnv Gär^ ten als nllcli für Blllmeutöpfc^ lwiebelpflan^en ans Afrika nnd Ämeritn, einen Äilonat im Freien klillient», Vlnmcnzwieliel» nnd Tame» in l2M> Abwechsln» gen, nelist cin.r ssroßen An;al)l anderer Sorte» Mc di^sc Pstaii^'ü si,id N^iiicil^ttcn d«' l«6?cl Pariser Wrll^ misslllliiiiss. In, Ausstcllnnst'»-Masta^ine Hanptplatz, ^olzer'schcs »anH uebe» der Gioutiui'schcll Vuchlidlg. sind natürliche Früchte bis zu 3 Pfd. im Gewicht zu sehen. Alle dicsc Pflanzen sind täglich zu mäßigen Preisen ver« käuflich. Überdies um sämmllichr Zweifel der i». l, Liebhaber bmn Nnlanfc uon Olistliäinin'», Vlllmm und Gewächs"! zn behelirn, bieten Nur alle n'ilnschenön'crlhcii Garaittiru. Wir sind mMpmchl'bM'M, dat< Veitlauci, der Gartelifreunbe ,;» crwcrlic«, da wir die Absicht hnbrn jährlich in diese Stadt ;>!N!ck;»tel)rrii. . . «^.. Tchon seit lO Ialive» verraufeu w»r lu W»en und Gra; «nfere G.wächse, wo selbe gennstend bekannt nnd beliebt sind, ! Ka!alc>qc sind gratis im Magnzmc zu habcn. ?l»f Wunsch wird Verpackung und Versendung ilbcrall hin brsuvat. ' (28U--1) Das Verkaufslocale befindet sich Hauptplatz, Holzer'sches Haus, ueben der Montini'schen Buchhandlung. Neueste M. Der König Victor Emanucl ist ain 1. d. M. in 'Neapel ansscloiüNlcn. Dcr „Gazzelta d'Italia" wird aus Pcruaia, '',1, v. M., ^'om enthusiastischen kmpfangc dcs Köniqs berichtet, Im Theater machten nur zwei Damen 'cinc Ansnahmc uon dcm allgemeinen Applause. Dcr Bischof hattc sich zum Empfange nicht eingchmdcn, entschuldigte sich zwar schriftlich, aber die Bevölkerung nahm diesen Mangel an Erziehung (iix'llilcüli^mm üllo) schr übcl auf. Dic Clcricalcn rächen sich, indem sie von einem kalten Empfange dcö Nmiigs sprechen. Iu Fo> ligno dagegen fand sich der Bischof mit dem ClcruS znm Empfange cin. Von dcn Rotheu haben sich mir jene vom reinsten Wasser am Empfange nicht bethciligt. Der Gcmemdcrath von Necchel hat 80.000 Lire zum 200 würdigen Empfange des Königs einstimmig bewilligt. In Civitauccchin tmmucn jeden Tag neue Rccrutcu süv das päpstliche Hcci' an und jeden Tag treffen Deserteure desselben mit Sack und Pack an der Grenze ein. In verflossener Woche allein 17 Belgier und Schweizer. Die „GazM di Torino" wird aus Florenz geschrieben, es sei nicht unwahrscheinlich, daß der Prinz Napoleon in Neapel mit den» Konig zusammentreffen und daß sogleich nach der Rückkehr des Kömgs uach Florenz der General Menabrea seine Demission (als Ministerpräsident) geben werde. Von Florenz wird der „Persevcranza" geschrieben, daß in Rum die Diplomatie aufäugt, sich mit dem großen Kriegsmaterial zu , beschäftigen, das uou Frankreich in dieser Stadt ankommt. Die römische Regierung setzt sich ihrerseits auf den Kriegsfuß und läßt 2 Terrains gegen Oslia zur Anlegung um, Instrliclimlslligml stuoircu. Nnf dem bc-vorstchendeu Com'il soll Nom als der katholischen Welt ^ gehörig proelamirt lind ausgesprochen werden, daß in Folge dessen die Beamten des päpstlichen Staates aus allen Nationen , besonders ans Frankreich genommen' werden sollen. Die „Polls^Zritmig" schreibt.' d'S geht unS eben die Nachricht zu, daf; das g'icchische Cabinet die Er< kläung der Pariser Confercnz noch uor Ablauf der ^ 8täaincn Frist angenommen hat. > Am 2«. Jänner war Graf Walewsli mit dem ^ Protokolle dcr intcrnationelle'i (5onfe,e»z lu,d cincm ci^cn-händigen Schreiben des Kaisers Napoleo» nn dm Kömg ! Georg von Griechenland in Athen «„gekommen. Nach der Audienz dcs HU'gcsundten dcr Confcicnz traten die ^ Minister zu einer läna/rn Berathung znsammcn. Dcr, König hatte sich, mehr nnttr dem Einflussc dcr miiud'! lichen Volschaft, welche Oiaf Walcwsli biachle, als! unter dciu Eindruck der Declaration, die er natürlich schon früher fanntc, fiir ein Nachgeben nnlcr Wahrung der nationalen Ehre ansgesprochcn. , Das Ministerium Bulgaris Oelyaunis lam unter, diesen Umständen zn dem Ciüschlasse, seine Entlassung zu nehmen, damit dlr Kmug cinc vcisöhnliche Politik ^ einschlagen tönuc. ! Die Allfrcgung iu Alhcn ist groß u»d mau zwei«! fell, ob ohne cinc materielle Nutclützuna. vou Außcil drr Thron des Königs nicht ius waukcu lommt. Aus At heu wird gcmeldc«, daß die griechische Regierung die Vorfrage stelle, ob die Declaration ocr Eonfcrcnz au die Stelle dcs Ultimatums dcr Pforte gc-trctcu sei. Das heißt wohl. die griechische Regieruug gedenkt ihre Zustimmung zu der Declaration davon abhän-gig zu machen, daß das Mtimatnm als zurückgezoczeu bezeichnet werde, W ien. :i. Februar. (Tr. Z.) In diplomatischen! Kreisen uerlantct soeben, Griechenland HM sciuc Zustimmung zu dem Confercuzbeschllissc gegcbcu. Agra m, 2. Fedrnau. Die eingestellten Wahlen für den croatischcn Landtag im Fimuancr Comitatc wcrocn am 15)., 17. und 1'.'. Februar stattfinden. Paris, 1. Februar. Die „France" veröffentlicht anläßlich der Rede des Grafen Bismarck vom W. Jänner einen Artikel unter dem Titel: „Die ruinirtcn und nusspimnrtcu Entthronten". Der Artikel schließt, wie folgt: Preußen ist durch Eroberung groß gcwordcu; wir begreifen, daß es stolz ist auf seine Siege u»d sciue Vergrößerung - aber wäre es uicht klüger, durch ciuc Politik dcr Mäßigung, Versöhunug und dcs wahrcu Vidcralis-mus dic ungestümen Erfolge annehmen zu lasscu, die Europa allannirtm und noch hcuie ein allgemeines Uu-bchagcu verursachen? Die Worte des Grafcu Bismarck sind nicht geeignet zu Guustcn Prcußcus iu dcr civili-sirten Welt die Symftathicu dcr öffcutlichcu Mciuuug zu erhöhen, die man weder in Vcrlin noch anderwärts mißachten darf. Paris, 2. Februar. (Tr. Z) Das „Journal dc Paris" und ,,^a France" melden aus Algier vom 2. Zahlreiche uicht unterworfene Vandcn rückeu ncgen dcu Tell uor und besetzen Tagguiu. Dic Frauzoseu orgaui-sircu Eolonucn gegen dic Rcbcllen. Mac Mahon wird uuvcrzüglich erwartet. „France" hofft rasche Unterdrückung des Aufstaudcs. Die Dissidcntcu sind noch weit vom colonisirtcu Territorium. Paris, 3. Februar. (Tr. Z.) Nachrichten aus Athen zufolge ist ciuc Eabinctskrise ciugctretcn. Nhau-gabc ist mit der Bilduug eines neuen Cabinets beans» tragt. Die Situation ist friedlich. Madrid, 2. Fcbrnar. Der Nuntius ist iu fcicr licher Weise iu Äcglcitu>,g Rwcro'ö uach dcm Palais dcr Nuntiatur zlirückg^kchlt, wo cr vom Civil Gouoer» ueur dcr Provinz Äcadrid cmpfaugcu wurde. Bukarest, ^. Februar. (Tr. Z.) Georg Bratiauo, Neffe des Kammerpräsidenten, meldete cinc Interpellation über die Avbcrufuug der srauzösischcu Mission respective deren Ersatz durch preußische Officicrc au. Bukarest, 2. Februar. Die frauzösische Militär-missiou wurde nach Frankreich zurückberufen. Der preußische Obcist Krcusti ist nach Berlin abgereist, von wo derselbe mit einer preußischen Militürmission zurückkeh-rcu soll, wenn dic Kammern die diesbezüglichen Regie-rungsuorschläge nunchlucn. Telegraphische Wechselcvilrse uom 3 Februar. sipcrc. Metalliques 62, - 5>perl.-. M>tallia,ues mit Mai- und Novemvc^Zinsrn 62. — 5verc. Nalional-Anlcheu 07. - 1860er S!»a»eaulchrui)9.8>). — Gaulacüeu 680, - Crcditacnen 269,30. -Voudou 120. — Silber 118. - K, l. Ducaten 5,66. Handel und Volkswirtljschastliches. Laibacher Pauli-Markt. Honig. ^>l diesem Produclc sam lein nlnn^ißwerlhes Geschäft zu Stande. Die Preise behaupteten sich fest, und zwar : Olattwaare sl, !6" ^ K'°/. sammt Faß, Rohhonig 15'/, sammt F°ß. Das auhaltcud warme Weiler im December und hallieu Jänner hicl! dic Vienen beweglich und dic Thicvchen zrhrlell sleisiig an den Porräthen. Wir liaben aus llngarn, Lro.nicn »i,d Polen gleichlantcudc Nachrichten, daß dic Bieneuzüch ler Honig i» die Sliicke einlegen müssen, um sic zn erhalten, dic nächste Wochc dürflc uns Prris^ crhöhuüsscn dci Haliiss dliugcü. Wnchi< gill fl.'108—110 sl!r rcell? prima Vanr?, Zwctschlc« slhr lcili. - Mit fl ^',, ja t'amülc,', inclusive Faß ist leicht cmMomim», V i r n c » , große tei^e sl, 3°^--4 samnll Faß, llcinr fl 3 bis fl. 3'/.. Tischlerleiin mangel!, fl ^4 iwmiiirUn' Preis. Klcesaat plima 186?cr fl, 2.',, prima 18<;8cr fl. 237, dis sl, 24, filr rcinc Wacivc saunn! Sack, sporco sür nelto ge« wogc», Häute, F e l l e , W i l d n> a a r r, Wollr u » d Uu « , chlitl : Troctenc Kuhhäute fl. lli-2), frische m! Horn fl. 22- L3 pr, Paar, srischc Ochseichäüle, wo das Elilck itder 60 Pf. il'icgt, mit Horn fl, A;-2?, tiuckrue Kl!h- und Ochsliihmne cirea 30 bis -10 Psd. pr, Paar pr, Ctr. ft. 5>8 - 60, slaike Nnchsraa/. Kalbfells schwere Waarr wird gesucht u»d lostet trockene Waarc mit ,stlauen sl, I l'2-115. Schafselle fiir Kürschner findm Nchmcr nnd werden rauhc mit fl. 75 90 pr, 100 Stncl bezahlt Filr Gerber blot« ist wenige Nachfra^-. In Bock- uud Galt'fcllrn war der Heulilie Inhrmartt sehr llbhasl nnd wurden Eaissclle zu fl. 3-3'/, pr, Paar gezahlt. Bockhante vom ersten Vlich sind cinc llrine Parlie angelom» men und z» gutcm Preise gezahlt. Schweiubhäulc habeu im Preise eineu Nllckgang und werden frische hiesiqe nut fl. 17 18 gezahlt, Haseudälge finden 'Itrhnu'v nnd werden WinterblUge mit sl. -10 - ^5, pr. 100 Stnck bezahlt. In Wildwaare war daü Geschäft schr lcbhast uud wurocn FNchsc mil fl,4.60, Edelmarder fl. 16'/,^ 1?, Steinmarder fl. 10, Iltis sl. -1',, Pr. Paar, Fischotler ft. 4. heimische Kccheu 20 t>., heimische schwarze 50 Ir,, Wildkatzen fl, 1—1.5)0 pr. Stilck bezahlt In Wolle w°r das Geschäfi sehr schwach nnd wenig um- gesetzt. Vockhaare geschabte fl. 14-15. lange Slichhaarc fl. 26 bis st. 28, Schwciuehaare abgebrühte fl. 7 —8, für severer ft. 10 bis ft. 12. 3tl!ckenb°rslen silr VNrsteubinder sind diesen Mnttt ui>l angclammen nnb alles nm hohc Preise bezahlt, d,.ö Pflind mit ft,'1.70-1/0, silr Schuster fl, 3 3',,, Unschlitt rohei», Ttadiwaarc fl. 23 24, Landwaare ft. 18 bis ft 1i), geschmolzenes ft. 33. ^üdnnschlilt fl. 29, Kerzen fl. 34 pr. Zoll-Ctr., fl. 3? pr. Wr.-Clr., echte K.rnscise ganz neutral si. 22, cclitcr Weißgerberthrnn ft, 33. M crcautil.- Ho lz. Die Schu'tllMztr sind voll Aiig^ v, I. bis (indc December nm 10-12 pEt. gestiegen, Vorzugs-U'cisc darnnter dic Äioralli, uud diese sogar über 30 pEt,, vo» Jänner bis hcntc sind die Preise wohl noch die alten, aber wegen der massenhaften Zufuhr uud dcr gcriugcn Nachfrage in Trieft lind Italicu darnach schwankend. Die gegenwärtigen Ciuiauföpreisc siud: ft. ft. 100 Stllck Latten '/, Zoll dick 5 100 „ ,. '/, „ „ II 12 100 „ „ 1'/,/,,, „ 11 li'. 100 „ „ «/^ „ „ 82 23 100 „ ,. ^/ „ „ 38 40 1Ul) „ „ 1',,/« „ „ 13'/. 14 100 „ „ '/, ,. „ 27 28 1200 Zoll Scorette 8-14 Zoll breit 24 2« 1200M "/.M, Bretter 8 — 14 „ ,. 30 32 850,, 1 „ „ 8-9 „ „ 23 25 1200 „ 1 „ „ 10 -14 „ ,. 38 13 1 „ 1'/,z°ll. Pfosten 8-14 „ ,. ., tl, 4 4'. I „ 1'/, „ „ 8-14 ,. ,..... 4','. 5 1 ', 1"/. ,. „ 8 — 14 „ ,. „ „ 5 6 l „ 2 „ „8 - 14 „ „ ,. „ 6 7 1 „ 3 „ „ «-. 14 „ „ „ „ 9 10 1>lach Tannen-, Fichten- lind Föhreu«Träme>, ist nicht dii geringste Nachfrage. Eichen, mercantile Waare pr französische!! Kubitfuß 60 bis 80 kr. mittelmäßige Nachfrage. ssiivst <5lavy^ose. Bei der am 30. v. M. vorgcnomiM-neu 37, Verlosung der hochfürstlich Claryschen Loller'ie-Anlcihe wnrden nachstehende, 125 Stllck Schuldverschreibungen mit nach jolgendcn Gewiuusten gezogen, und zwar gewinnt 23 ' E..M. Nr. 2986; fcrncr gewinnen die Lose'Nr. 77 N75> 7491 16181 16696 I68I8 19828 21179 24072 24600 25651 2728« 27480 29436 31358 37297 38509 38885 und 39171 je 19l 22761 23825 24470 24788 25654 25846 20698 26954 273^0 27809 2?93> 28466 2850s 28571 28756 29029 29090 2941" 29461 30145 30323 3038? 30465 31054 31095 31168 3145Z 31572 31796 31872 3M< 33892 33968 34003 34609 35195 36,12 36432 3'i?58 37045 37336 37455 37706 38068 3849» 38783 38862 3915? 39185 39314 40008 40189 40958 4l2^ je 60 st, C.-M, Vaibacb, 3, Februar. Auf dem heutigen Markte sind er» schienen: 2 Vagen mit Getreide, 4 Wagen mit Holz. Durchschnitts-Preise. st. »i. fi. Ir. ft. lr. fi. lt. Weizen pr, Mctzen 4 ,'0! 5 20 Butter pr. Pfund - 45 —^ Korn „ 3 20 3 32 Eier pr, Stück — 1z - ^ Gerste .. 2 50 3 - Milch pr. Maß -10 ^ Hafer „ 1902 Rindfleisch prPfd, 2l —-^ Halbsrucht ,. - - 3 72 Kalbfleisch „ —24-^ Heiden „ 2 40 3 10 Schweineslcisch „ - 22 — ^ Hirst „ ii40 2 74 Schüpsrnftcisch „ —20—^ Äulurutz „ —— 3 10 Hähndel pr. Stück —45 — ^ Erdäpfel „ 150------ Taubm „ _. 15--^ iüüscu „ 3 20------ Heu pr. Zentner - 80 - ^ Erbsen ,. 340------- Stroh „ "^^^ Fisolen „ 4 60- Holz, hart., prKlft. ^- «^ Ni»dl«sch!ualz Pfd, ~ 50------- weicheö, ,. - ^ "'" Schlvrineschmalz ,. — 44 — — Wein, rother, pr, Bpeck, frisch, „ -30 — — Eimer - ^-^ - geräuchert „ —42z— — weißer „-------10 - landschaftliches Theater. Hentc - Znm Vortheile des Opernsängers Eduard Dccarli-Nissvle.tu. Oper in drei Alten. Nach dem Italienischen des F. M. Pia^ uon S. E. Grilnbaum. Niusil von G. Verdi. Motrliiolosslsche 3zeoljachlull^ll in LlMM. 6 U. Mg. 326.W -i- 1.8 windstill bewösst 3. 2 „ N.' 327.,!.! ^ 7.5 windstill heiter 0oo l0„ Ab. 328,5.5 -i^ I, 3'"' um 59" über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. K l e i n m ll y r. «^« ..—^ 7V7 Wie,,, 1. Februar. Die Hallnng andauernd giinstic, und die Papier- zu steigenden Conrscu gefragt, Devisen und Valnteu aber billiger auSgcboten. Gcid flüssig. Un's^ IllilstNiltNlyz. in Papieren belangreich. Allgemeine Ttaatöschnld. Für 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 p^t.: iu Noten uerzinöl. Mai-Nor,embcr 61.— 61,3<» „ „ „ Februar-August 61.10 «;i.20 „ Silber „ Iäuner-Iuli . —.— ->.— „ „ „ April-October. 66.80 l,6.90 In östelr. Währ. . . zu 5pCl. 58.20 58.N0 detto v. I, 1866 . . 5 „ 62.80 62,90 detto rückzahlbar .,_ ^<>'5(> Ung. m. d. V.-C. 1867 „ 5 „ 77.75, 78 — Tem,B,m,d,V.-E. 1867,, 5 „ 7s,50 ?7^> Actien (Pr. Stilck), Naiioulllbmil...... 679.— «80,— Kaiser Frrdiulluds-Nordbahil zu 1000 ft. CM.....2225.-2230 — Crcdit-Austült zu 200 fl. v. W, 262.^0 262.75 N.ö.Escom.-Ges.zu500fl.ö,W. 715 - 718,— Statsciscnd.-Ges. zu 200 fl.CM, oder 500 Fr...... 321.50 321.75 Kais. Elis. Vahu zu 20c ft. LM. 180 - 180.25 Süd.-nordd.Vcr,-B.200 „ „ 158.50 158,75 (Velo ilVaare Süd.St.-,l.-ven.u,z,-i.E,200fl. ü. W. oder 500 Fr. . . . 234,50 234 ?5 Gal.karl-Lud,-B. z.200ft.CM. 218 75 219.- Bühm. Westbahu zu 200 si. . 176,50 !??. - Oest.Don.-DamPfsch-Ges. ^« 58«.— 581.— Oesterreich. Lloyd in Trieft Z Z 291.— 293.— Wien.Dampfm.-Actg. . ' . 325.— 330.— Pester Kettenbrücke .... 535.— 540.— Anglo - Austria - Banl zn 200 fl 238, ^ 239.— Lcmberg CzernowitzerActien . 179.-- 179,50 Vcrsicher.-Oesellschaft Donau . 255 - 257.- Pfandbriefe (filr 100 st.) National- 1 banl auf ^ verloöbar zn 5"/« 9940 99.80 Natloualb.aufö.W.vcrloSb.5., 94.80 95.- Ung. Vod.-Ered.-Nnst. zu 5'/, „ 92,50 93.-AUg. öst, Bodeu-Eredit-?lnstall verlosbar ^u 5°/« iu Silber 107.- 107 25 dto.in33I.rilckz.zu5pEt.iuö.W. 89.7u 90 2» Lose (pr. Stück.) «red -A f.H u.G.z.100fI.ii.W. 162.25 162.50 D°n.'-Dmpfsch.-G.z.100st.CM. 94.75 95.25 Slaolaml. Ofen „ 40 „ ä. W 34. - 35,— Salm ., 40 „ „ . 41.- 41.50 Gcld A'a"'' Plllffy zu 40 fl, Ü. W. 35.- 35 5^ Elary « 40 « .. . 35 - 36^ St. Gcuoi« „ 40 „ „ . Z4,75 3l>>^ Windischgrätz „ 20 ,. „ . 2l.— 22.^ Waldstein „ 20 „ „ . 22 50 25A Keglevich „ 10 „ „ . 14.50 l5>^ Rudolf-Stiftuug 10 „ „ . ,5.- 1^" Wechsel (3 Mou,) Augsburg für 100 si, südd. W. I00,l!0 1<^^ Frautsurt a,M.100 si. detto 100.80 1w^. ^ Hamburg, für 100 Mark Bai-.lo 88.75 ^ Loudou für 10 Pf, Sterling . 120 70 l^. Pari« für 100 Frauts ... 48. ^^ Cours der Oeldsorten Gcld Waa" K. Münz-Ducatei! . 5 fl. 69 lr. 5 fl. A ,' NapolconSd'or . . 9 „ 63 „ 9 „ "* , Nuss. Imperials . - „ — „ "^ " ^ul ^ Vcreiusthaler . . 1 „ ?8z „ 1 „ /" , Silber . . 118 „ 25 „ 118 „ >" . §r<- Kraiuische Gruudcntlclsluug« - Obligat,ouei>, vatuotirung: 86,50 Geld, 90 Wo»"