^^____________________Dienstag, 14. Jänner 1890._________ 109. Jahrgang. ^,?i , '"^""'^Plciö: ^lit P°st>,eilendunn : „anzjähriss st, 15, hallijähli«, fl, 75». Im Vomptoir: I Dir .iiaibacher Zritnui,. erscheint lüaNch mil Nnsnahme ber Tonn- und sseierlane. Die «ldminlftrati,»« " ".'"'^'N >l N, halbjährig fl, 5) 50. ssür die ZnstrNuna ins Haus ssanzjiihriss st, l, - Inserlionöycbür: ssür V hrfindet sich «lonnressplav !i, die Mrdnrtion »ahnhosssllsse «4, Sprechstlinbei, der «etmelio» tüaüch von ucme ^nftrate biö zu 4 Zeilen i/li lr,, nriiszerr Per jjrile (! lr,; liei üslrrr» Wiederhulunge» per ZcUe » Ir, ? 1U bis lli Uhr vormitwlit ^ Unfranlierte Ärirle werbe» inch! anneüummen und Manulcriple nich< zui-uclaeslellt. Umtlicher Weil Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem pensimmrlen Achter des köu. ungarischen Cassationshofes in Bud»pest Eduard Herbert als Ritter des österreichisch kaiserlichen L'opold-Ordrns in Gemäßheit der Ordensstatuten den Nitterstand allergnädigst zu verleihen geruht. Se, k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem k. und k. "berste des Ruhestandes Josef Schlossarek den «drlstand mit dem Ehrenworte «Edler» und dem Prä-l»cate «Trauten wall» allergnädigst zu verleihen Nichtamtlicher Hheil. Zur Lage in Ungarn. Am vergangenen Samstag trat der ungarisch" "elchstag zum erstenmale nach den Weihnachtiferien wieder zusammen. Nicht ohne Bangen oder doch zum mindesten mit Neugierde sehen die Parteien den parlamentarischen Ereigniss n entgegen, da sie alle eine endgiltige Klärung der politischen Situaliou innerhalb ors Reichstages wünschen »nd für die nächste Zeit er-^ ««' .?"'" "^ lehr auch durch die Neujahrsrede oes Mnusterpräsidenten Tisza s,ine Posit'on. wie d,e ocr Regierungspartei an Klarheit nnd Entschiedenheit gewonnen hat. so verhehlt sich doch niemand in Un-gärn, dass noch lange nicht jene Stimmung oder Disposition der Gemüther eingetreten, welche die Vorbedingung jeder normalen Thätigkeit des Paria» ments ist. Nach wie vor dreht sich ja die öffentliche Dis. cusswn m Ungarn nicht um Programme odcr Principien, sondern lediglich um die Person des Cabinets-chefs. und wenn auch die Majorität jeht mit größerer ""ye nnd Zuversicht der Zäunst entgegengeht/so weiß ne doch sehr gut. dass die oppositionellen Parteien noch lange nicht bei der Resignation angelangt sind. °ass die G'nossen des Grafen Apponyi und jene >iranyi's den persönlichen Kampf gegen Koloman Tisza "us jeden Fall fortsehen werden. Der gelegentlich der -^chldebatte entsessellte Zank nud Hader ist eben noch "lcht zn Ende; es muss noch immer jener Rnhevuiilt flicht nnd gewonnen werde,,, in dem die Opposition Jeuisseton. Der Einsilbige. Dialog von Franz S z >! c s i. Die Scene stellt den Salon der Frau Pergö dar. ^r. Kovacs (tritt, sich verbeugend, ein): Gnädige Frau Pergö (ihm entgegeneilend): Willkommen, ueber Herr Doctor? Wirtlich, es ist recht l«eb. dass ^le kommen. Ich befürchtete schon, Sie würdm mir ver« ubeln, dass ich Sie so dringend und eilends rufen ließ. Dr. Kovacs: Oh ... Frau Pergö: Bitte, bitte, schmälern Sie nicht >M Verdienst. Ich weiß. Sie sind vom Amte weg/ N^ilt. Ich weiß das zn schätzen, namentlich bei Ihnen, vessen Zeit so kostbar ist. Aber glaubeu Sie mir, Ueber Doctor, nur die dringendste Nothwendigkeit ^nnte mich bestimmen. Sie zu mir zu bitten, allein meine Kmder. die ich anbete... Sie, lieber Freund . . . Dr. Kovacs: Seien Sie überz— Frau Pergö: Sie kennen meine Vergangenheit, ^le kennen das idyllische Leben, das ich an der Seile memes verewigten Galten geführt. Sie haben den Schlag empfunden, welcher mich durch das Ableben meines un. vergesslichen Iofef getroffen . . . Dr. Kovacs: Josef... Frau Pergö: Ich weiß. was Sie sagen wollen. ^ ef war Ihr bester Freund. Auch Sie haben viel verloren. U^r lassen wir das! Wozu die alten Wnn-"«! aufreißen? Noch jetzt kommen mir die Thränen, "enn ich daran denke. .. Anch das wissen Sie. lieber ihre endgiltige Niederlage eingesteht und in dem die Majorität mit Sicherheit behaupten kann, dass sich der Kampf nicht mehr nm das Verbleiben odcr um den Sturz des Ministerpräsidenden drehen werde. Es wird ziemlich allgemein in Ungarn angenommen, dass die Opposition vorerst die Neujahrsrede des Cabinctschefs in Verbindung mit seinen Anschauungen über eine eventuelle Abäuderuuq des Incolatsgesihes zum Gegenstande einer Interpellation oder Debatte machen werde. Die Stellung der Linken in dieser Frage ist keitie leichte; wenigstens ist ein Erfolg nicht recht ab-zusehen. Die Position Tisza's erscheint heute schon als durchaus klar. und seine selbstverständlichen Aus» führunge» werdeu nicht uur den Beifall der Majorität, sondern anch die Zustimmung aller halbwegs nüchtern denkenden Leute iu Uugarn für sich hoben. Man würoe iüdrssn fehlgehen, wollte man deshalb glauben, dass die Opposition schon nach emer Niederlage in dieser Angelegenheit die Waffen streck,'» nnd zur objectiven parlamentarischen Discussion zurückkehren werde. Sie wird gewiss bei der Fortsetzung der Budgetdebatte wie bei dem nächstbesten Anlasse den persönlichen Zank gegen den Ministerpräsidenten wieder vom Zaune brechen — und dies wird so lange und so oft geschehen, bis nicht die Ermüdung rechts oder links eingetreten ist, oder bis nicht irgend ein äuß°rer Zwaug den Trotz und Widerstand der Opposition bucht. Nur Optimisten oder solche, welchen das Tem. perament und die Ausdauer des ungarischen Volks« charalters nicht zur Genüge bekannt, können annehmen, dass die parlamentarische Krise gleichsam von selbst oder nur deshalb aufhören werde, weil dies sehr zweckmäßig und erfreulich wäre. In Voraussicht eines sich erneuernden Partei. Mstes im ungarischen Reichstage fehlt es mcht an Plänen und Vorschläge,,, wie der Trotz der Opposition zu brechen wäre. Man spricht zum A ispiel von der Vertaguug, ja sogar von der Auflösung des Reichstags. Es will uns scheinen, dass weder das eine noch das andere Mittel znm Ziele führen werde. Neuwahlen gehören in Ungarn zu den kostspieligsten und aufregend' sten politischen U»t,rnrh!nungen. und es ist wohl klar, dass durch ein solches Mittel weder die Opposition aus dem Parlamente gänzlich verschwinden, noch der Hass der Nengewähltel, gegen den Ministerpräsidenten abgekühlt würd,'. Anderseits würde ja die Majorität durch eine solch.» Maßregel nicht mir gan', unverdient. sondern ob ih'er groß ren Zahl viel härter getroffen, Doctor, dass ich in meinen Kindern Trost finde. Sie sind mein alles. Sie kennen Sie ja. Es sind aufgeweckte Knabeu, deren Verstand jeder mit Recht be-wuudern mnss. Einer ist gescheiter als der andere. Ja, lächeln Sie nnr über meine mütterliche Eitelkeit. Wie lange haben Sie die Kinder nicht gesehen? Dr. Kovacs: Beiläufig . . . Frau Pergö: Sie würden stannen. wie sie seitdem gewachsen sind. Namentlich Pista. Das ist unter ihnen der größte Schelm. Fast kein Tag. an dem er nicht mit beschmutzten, zerrissenen Kleidern nach Hause kommt. Kaum vermag ich seine Höschen zu stopfen, am Knie — und anderwärts. Wie oft wollte ich den kleinen Spitzbuben prügeln, wenn er mich aber mit seinen schwarzen Ange» ansieht — weiß Gott — so entfällt mir die Ruthe. Finden Sie nicht, dass Pista seinem Vater am meisten gleicht? Dr. Kovacs: Ich möchte . .. Fran Pergö: Noch größere Sorgen macht mir Andris. Ich zittere, wenn er sortgeht. Auch a/stern kam er blaugeschlagen nach Hanse. Aber glauben Sie mir. nicht der Junge ist schuld, sondern die Dienst, boten, die ihn anßer Obhut lassen. O. Sie wissen gar nicht, was man mit den Dienstboten aussteht. Ach, ich bitte tausendmal um Verzeihung? Sehen Sie. mit sochen Dingen belästige ich Sie und vergesse ganz. warum ich Sie zu mir bitten ließ. Aber den größten Aerger hat man mit der Köchin. Eine veritable Dame. O, Sie sollten meine .Nöchin sehen, wenn sie Sonntags ausgeht! Uud meinen Sie. dass eine solche Köchin mit sechzehn Gulden Monatslohn ohne Küchcnmädchen bleiben würde? als die Opposition, welche heute nur etwas mehr als ein Drittel des Reichstages ausmacht. Von anderer Seite ist die eventuelle Demission des Präsidenten Thomas Pechy und dessen Ersah durch eine energischere Persönlichkeit als ein zweckmäßiges Hilfsmittel gegen die Scandalsllcht der Opposition empfohlen worden. Man weiit in der Regierungspartei darauf hin, dass sich Pechy gelegentlich des Neujahrsempfanges in nicht misszuversteheuder Weise gegen die Nnwendung drakonischer Mittel ausgesprochen und dabei auf die Mög« lichkeit einer sich steigernden Erbitterung seitens ber Opposition hingewiesen habe. Pechy versicherte sogar mit überraschender Gutmüthiqkeit. dass das Treiben uud Lärmen der Linken im vergangenen Jahre am Ende nicht schlimmer gewesen, als von Znt zu Zeit im französischen oder italienischen Parlament, wo ja gleichfalls recht gebildete und anständige Menschen die Regierung und ihre Majorität anzufeinden pflegen. Was energische und schlagfertige Präsidenten ver> mögen, das bedarf wohl nicht erst einer besonderen Auseinand^rsetznng, doch hätte die Strenge einer an-erkannten Autorität vielleicht noch zu Anfang der Wehr-geseh-Debalte weitere Ausschreitungen der Opposition verhindert. Heute dürfte diese an ber Hand der be« stehenden Geschäftsordnung geübte Strenge kaum mchr ausreichen. unt> die Majorität wird sich wohl früher oder später nach wirksameren Mitteln umsehen »üssen. Es ist bereits wiederholt die Abänderung und Verschärfung der Geschäftsordnung als ein solches Remedinm empfohlen worden, doch wurden dagea/n liberale Bedenken geltend gemacht und auf die Möglichkeit einer zeilraudenden und corrumpierenden Obstructions-Debatte verwiesen. Wir müssen es selbstverständlich den gewiegten Parlamentariern der Regierungspartei überlassen, wie sie zwischen der Scylla und Charybdis — sei es mit einem principiellen Kaiserschnitt oder mit einer von Fall zn Fall combinierten Tallil — in den Hafen des normalen Parlamentarismus einlaufen werden. Ohne Zweifel aber ist die Möglichkeit hiezu vor-Handen, und jedermann muss wünschen, dass ein solcher Ausweg so bald als möglich gefunden werde. Doch darf man sich heute nicht vor der Erkenntnis verschließen, dass sich die persönlichen Angriffe im Reichstage gegen den Minister.Präsidenten in den nächsten Wochen erneuern und dass wir wieder Scenen von ungewöhnlicher Leidenschaftlichkeit im ungarischen Reichstage mit-erleben werden. Die Opposition hat nun einmal die Schranken d's parlamentarischen Anstandes burckbrocheni Dr. Kovacs: Aber... Frau Pergö: Nun. sehen Sie, wie sehr wir von unserem Thema abkamen. Nur noch eines. Können Sie mir einen verlässlichen Zimmerputzer empfehlen? Dr. Kovacs: Bei uns... Frau Pergö: Bitte, ein bisschen Geduld. Ver» gessen Sie aber nicht, was Sie sagen wollten. Letzthin habe ich Sie mit einer blonden Dame am Arme ge-sehen. Nun — unbesorgt, ich will nicht indiscret sein. aber verdächtig ist die Sache jedenfalls, lieber Doctor, sehr verdächtig .. . Jetzt will ich Ihnen aber ohne Scheu sagen, weshalb ich Sie eigentlich zu mir bitten ließ. Im voraus will ich Ihnen nur mittheilen, dass die Sache überaus wichtig ist; es handelt sich um eine Lebensfrage. Ich bitte Sie um Rath. um aufrichtigen, unverhülltkn, freundschaftlichen Rath. Dr. Kovacs: Ich hoffe... . ssrau Pergö i ^ propos. Rath! Hiebei fällt nnr ein, wie fehr ich letzthin gewünfcht hätte. Ihre Mommg zu hören. Sie müssen wissen, dass ich "M dem Meldungsamte in fortwährendem Kriege lebe / Wlssen S,e. was die guten Herren machen? ,«, . . Dr. Kovacs: So viel lch welß . . . . (lts nnrd draußen geklingelt.) Frau Pergö: Nicht wahr. es hat geklingelt? Ich bin nur neugierig, wann meine Fräulein von der Küche öffnen werden. (Lange Pause.) Sehen Sie! Ich kann selbst gehen. Sie entschuldigen wohl für einen Moment. (Sie geht hinans.) (Viertelstündige Pause) Frau Pergö (zurückkehrend): Pardon! Nicht wahr, ich habe Sie ein bischen warten lassen. Ich habe den Vaitmcher Zeitung Nr. 10. 78 14. Jänner 1890. sie ist der vernünftigen Erwägung nicht mehr zugäng-llch, sie hat nichts mehr zu verlieren und kennt uur ein treibendes Motiv: den Hass gegen Koloman Tisza — ein Gefühl, das bereits solche Dimensionen angenommen hat. dass unter diesen selbst die Ambition der Regierungsfahigkeit bereits untergegangen ist. Mit dieser Disposition muss die Regierungspartei rechnen, wenn es ihr gelingen soll, die Position zu beherrschen und die Opposition einzuschüchtern. Politische Ueberficht. (Landes.Ausstellung in Graz.) Das General Comite' füt die Vorbereitung und Durchführung einer allgemeinen Landes-Ausstellung im laufenden Jahre in Graz hat in seiner am 8. d. M. stattgefundenen Sitzung beschlossen, das« diese Ausstellung am 3. August d. I. eröffnet und nach zweimonatlicher Dauer am 4. October d. I. geschlossen werden soll. Mit der Ver° läna/rung der Ausstcllungsdauer über die ursprünglich geplanten fünf Wochen hinaus wurde einem allgemeinen Wunsche der Aussteller entsprochen, welche diesbezüglich eine gemeinsame Eingabe an das Executiv Comiti ge« richtet hatten. Die vorgelegten Pläne für die auszu« führenden Ausstellungsbaute» wurden genehmigt, und zugleich wurde beschlossen, die Gebäude für Bergbau und Hüttenwesen, für Landwirtschaft und landwirtschaft. liche Gewerbe, die Maschinenhalle, die Sennerei, die Stauungen, die Pavillons für Jagd und Fischerei, für das Unterrichtswesen, für die Industrie und endlich die Kosthalle unveiweilt zur Ausführung zu bringen. In das Ausstellungsprogramm wurde eine Gruppe für Ethnographie aufgenommen. Mit der Durchführung der Arbeiten für die forstliche Abtheilung wurde der steier-märkische Forstverein betraut, welcher sich erboten hat, diese Arbeiten auf eigene Kosten durchzuführen. (Die Ausgleichs -Eonferenzen) im Ministerrathipräsidium nehmen ihren regelmäßigen Fortgang und wenn auch über den Verlauf derselben bisher nichts Näheres bekannt ist. so weih man doch. dass sie beiderseits in versöhnlichem Geiste geführt werden und bereits in manchen Punkten zur Annäherung geführt haben. Das mag für de>, Augenblick genügen, da Genaueres erst später bekannt werden dürfte. (Wahlen in der Trieft er Handels» lamm er.) Die Triester Handelskammer wählte Baron Reinelt zum Präsidenten. Dimer zum Vice« Präsidenten wieder. In die Börsendeputation erschei. nen Maehlig und Didemrtrio neugewählt. Ersterer wurde gleichzeitig zum provisorischen Präsidenten gewählt. (Ein dritte« Gymnasium für Graz!) Iu der jüngsten Sitzung des Grazer Gemeinderathes theilte Dr. Streinh eine Zuschrift der Statthalterei mit. wornach das Unterrichtsministerium dermalen nicht beabsichtigt, dort ein drittes Gymnasium zu errichten, worauf beschlossen wurde, wegen Errichtung eines Gymnasiums auf dcm rechten Murufer eine Petition so« wohl an den Reichsrath als an die Regierung zu richten. (Serben und Kroaten.) Die soeben im Zuge befindlichen deutsch.böhmischen Ausgleichiverhand« lungen scheinen den Gedanken nahegelegt zu haben, es nochmals mit einer Verständigung der dalmatinischen Kroaten nnd Serben zu versuchen. Der «Narodni List» fordert zu einem neuerlichen Versuche auf. welcher je- Elavierstimmer für morgen bestellt. Nun aber kehren wir zu unserem Thema zurück. Wie gesagt, ich bitte Sie um Rath. Sie werden denken: war es denn wirklich so dringend, dass nicht bis zum Abend gewartet werden konnte? Glauben Sie mir. es war unmöglich. Ich bin nervös .... Und dann ist die Sache in Wirklichkeit so wichtig, dass sie leinen Aufschub duldet. Fürchten Sie nichts. Ich werde kurz sein. Also .... (Abermaliges Geklingel.) Schon wieder! Nicht eine Minute hat man Ruhe. Sie sind nicht böse; nur einen Augenblick. (Eilt hinaus.) (Halbstündige Pause.) Frau Pergö (eintretend): Schelten Sie nur, lieber Doctor! Ich musste mit meiner Schneiderin einige Worte wechseln. Eine neue Mautille! Sie wissen, was das bedeutet. Sie verübeln es mir daber nicht, wenn .... Dr. Kovacs (sich erhebend): Bitte .... Frau Pergö: Ich kann wohl hoffen, dass Sie mir morgeu früh einige Minuten widmen werden. Ich hätte wohl heute schon gerne Ihren Rath gehört, aber die Geschichte lässt sich ja verschieben. Kaim ich also rcchnen — Dr. Kovacs: Mit Ihrer Erlaubnis .... Frau Pergö (bei der Thür ihm die Hand reichend): Sthen Sie mir in die Augen .... Sehen Sle. das habe ich befürchtet. Ich bedaure unendlich .... Sie züinen . . . ? Dr. Kovacs: Ich? Frau Pergö: Ja. Sie! Woraus ich das entnehme? Nun daraus, das« Sie so einsilbig sind .... doch nach seiner Meinung eine andere Form anzunehmen hätte, als die bisherige. Er glaubt, dass Verhandlungen, welche zwischen den Vertrauensmännern des kroatischen und des serbischen Voikiswmmes, in soferue diese beiden Stämme Dalmatien und Kroatien-Slavonien bewohnen, geführt würden, eher das Ziel erreichen würden, als die bisherigen getrennten Versuche. (Steiermark.) Der steiermärkische Landes-ausschuss Msgr. Karlon begab sich nach Klagenfurt, um mit dem kärntnerischen Landesausschusse wegen eventueller Mitbenutzung einer in Steiermark zu errichtenden muen Landes «Zwangsarbeitsanstalt zu verhandeln. In der gleichen Angelegenheit begibt sich Herr Karlon auch nach Innsbruck. (Das ungarische Abgeordnetenhaus) hat Samstag seine Thätigkeit wieder aufgenommen. Zunächst gelangten mehrere Eisenbahnvorlagen zur Verhandlung, welche nach kurzer Debatte angenommen wurden. Heute soll die vor Weihnachten nicht zu Ende geführte Specialdebatte über den Staatsvoranschlag fortgesetzt werden. (Oesterreich und Rumänien.) Kaiser Franz Josef hat dem rumänischen Ministerpräsidenten. General Manu, den Orden der eisernen Krone erster Classe verliehen. (Vom deutschen Reichstage) wurde Sams tag die Berathung des Etats der Marineverwaltunq ziemlich schnell zu Ende geführt. Es handelte sich n»r noch um die einmaligen Ausgaben, bei deren erst.m Titel sich eine allgemeine Debatte entspann, die sich auf alle wichtigen Titel bezog. D?r Abg. Rickert wendete sich dann besonders gegen die geforderte Kaiser-Jacht, den Aviso für große Commandoverbände. Staatö-secretär Heusner bestritt, dass ein Umschwung in den Grundsätzen der Marineverwaltunq eingetreten sei »nd erklärte, der Aviso sei nothwendig, weil die vorhandenen zu klein und nicht schnell genug seien. Auch der Abg, von Bennigsen trat für die Bewilligung des Avisos ein. Die einmaligen Ausgaben wurden nach den An-trägen der Budget-Commission, welche verschiedene Abstriche gemacht halts, bewilligt. Die Forderung für di. Kaiser»Jacht wurde schließlich geqen die Stimmen der Deutschfreisinnigen und eines Theiles des Centrums genehmigt. (Bulgarische Anleihe.) Auf Grund der von Seite des k. t. Finanzministeriums bewilligen Cotierung der bulgarischen Staatseisendahn Hypothekar Anleihe hat die österreichische Länderbank bei der Börse-tammer um die Einstellung dies?r Obligationen in das Coursblatt angesucht. In dieser Eingabe wird der 21ste Jänner als Erscheinungstag bezeichnet, und dürfte der Handel acht Tage nach Erscheinen so wie per Arranqe° ment verfügt werden. (Die Nachrichten aus Madrid.) Au5 Wien fchreibt man uns: Die telegraphischen Meldungen aus Madrid über die gefährliche Erkrankung des jungen Königs Alfonso haben hier in allen Kreisen die schmerzlichste Theilnahme wachgerufen, und das Mitgefühl für die schwergeprüfte Mutter. Ihre Majestät die Königin-Regentin Maria Christine, äußert sich in überaus zahlreichen Anfragen sowohl im Palais der Frau Erzherzogin Elisabeth als im Gebäude der ipa nijchen Botschaft. Diese ungemein lebhafte und allqo meine Theilnahme ist erklärlich, wenn man die Sympathien in Betracht zieht, deren sich die jetzige Königin N««bru» dieser Sache geleistet hat. (Der englisch portugiesische Conflict) lenkt in friedlichere Bahnen ein. Die portugiesische 3le< gieruug hat eingewilligt, im Nyassalande alles weitere Vorgehen einzustellen und die bewaffnete Milcht aul dem strittiqeu Gebiete zurückzuziehen. Die britische ik> qierung betrachtet diese Eimvillignnq als einen Beweil dafür, dass die portugiesische Regierung von versöhn' lichein Geiste erfüllt sei. (Aus Ostafrika.) Wißmanu scheint in den letzten Kämpfen empfindlichere Verluste erlitten zu habe«, als man bisher angenommen hat. In Zanzibar be» fürchtet ma» sogar, dass Häuptling Nonaheri deN Premier-Lientenaut v. Gravenreuth und zwei Officiett der deutschen Schutztrnppe a/fangen genommen habe. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die Grazer «Morgenpost, meldet, dem Ortsschnlrathe von Wnrmberg anlästlich des durchgeführten Schulbanes 200 fl. und dem Orlsschulrathe zu Gorica zum Schul' erweiterungtzbau 100 fl. zu spenden geruht. — (Englische Kriegsschiffe vor Fiume) Vor Fiume aulern gegenwärtig zwei typische Dampfet der englischen Kriegsmarine, um im Quarnero Torpedo« Uebungen vorzunehmen. Der Dampfer »Hella» von 640l> Tonnen Gehalt heißt das «Torpedo-Mutterschiff», den« es ist bestimmt, im Ernstfälle die Manöver der Torpedo-boote zu leiten und ihr Stützpunkt zu sein. Dcr «Hella' selbst trägt vier Torpedoboote, die erforderlichenfalls flott gemacht werden können; seine Kanonen unterstiltzcn die Torpedoboote oder schützen sie gegen Verfolger, doch tonnen auch vom «Hella» selbst Torpedos lanciert wel< den. Der zweite englische Dampfer heißt «Polyphemus hat bloß 2640 Tonnen Gehalt und zu seiner großes Sicherheit einen Tiefgang von 11 Fuß. Ueber de>^ Wasser ist vom Schiffe nur wenig sichtbar, hauptsächliÜ füllt ein niedriger runder Thurm aus Eisen auf, uo» wo aus ein einziger Mensch die Bewegungen des Schiffs leiten lann. Die Bemannung, 144 Köpfe stark, ist «>> dem unter Wasser befindlichen Theil des mit sehr zwe^ mäßigen Ventilationsuorrichtungen und mit elektrischer M' leuchtung ausgestatteten Schiffes untergebracht. Der «Pol? phemus» ist bestimmt, im Ernstfälle hauptsächlich die feindlichen Torpedoboote zu bekämpfen. — (Carneval.CostiimeundVallrobet,) von erlesenem Geschmack bringt das eben erscheinende Heft der «Wiener Mode». Diese ganz besonders geluN' gene Nummer des Wiener Mode- und Familienblattes gibt uns Anlass, unsere Leserinnen ans diese Zeitschrift aufmerksam zu machen, «Wiener Mode» wird mit Recht gern jemanden anders auch hören, da es immer bess^ ist, einen Fall von mehreren Seiten beleuchtet zu sehen. Ich hätte einen großen Wunsch: die Effecten dieser Warren zu durchsuchen. Kann sie nicht für eine Stunde fortgeschickt werden?» Der Squire war entseht über diesen Vorschlag! aber Huqh, schnell entschlossen, schlug vor. sie mit Wäsche fiir Natalie nach W"" zu schicken, und als sie fort war, beqab er sich mit dem Detectiv in Warred Zimmer, woselbst dieser dp fämmtliche Kleider aus das genaueste untersuchte. fa"d er keines, dessen Stuff zu dem Stückchen Zeug passte, das er an dem Baumstamm gefunden hatte. Als sil das Zimmer verließen, musste er zugeben, dass rr sich getäuschl hatte. «Nichtsdestoweniger habe ich meine Zeit nichl ganz verloren,» erklärte er, «denn ich habe zwei E"!-d'cknngen bezüglich dieser Frau qemacht — erstens, dass sie sehr vorsichtig ist und alle ihre Briefschaften vernichtete, und zweitens, das« sie auf eine Durä»' slichung ihres Zimmers völlig vorbereitet war. ^ trug die deutlichen Spuren, zu diesem Zwecke in Ol> nung gebracht worden zu sein. Ich will nun zunäch" Miss Egerton sehen.» «Wollen Sie morgen früh nach W*"* fahren?' «Nein; ich werde es noch heute abends thu'?' In einem folchen Falle hängt alles von der RaM» des Handelns ab. und schon, während ich jetzt in" L»!l«cher s«»«"» Nl. w, _____ 79_______________________14. Jim«« 1890. obenan genannt unter den Frauenzeitungen; das ist ein gediegenes Organ, das den Familien, wie lein anderes, mit schmucksitzenden Vorlagen, mit guten Frauenarbeiten zur Hand geht. In den hübschen Heften der «Wiener Mode» ist leine Seite mit jenen müßigen Mode.Phan' tasterien ausgrfühlt.die beim Durchblättern ähnlicher Publi» cationen so rasch überschlagen u>'d ebenso schnell vergessen Melden. Hier ist alles ohne Ausnahme für die praktische Verwertung berechnet; lein Kleid, das nicht in der Ausführung gerade so angegossen und den Körper modellierend sitze wie die weltbekannten Wiener Modelle; keine Hand» arbeit, die nicht einen modernen Zimmerschmuck, einen stilvollen Gebrauchsgegenstand repräsentiere. «Wiener Mode», die überdies ihren Abonnentinuen gratis Schnitte nach Maß liefert — ein unschätzbarer Vehelf für schneidernde Frauen — liegt in jeder Buchhandlung auf. — (Was einem Staatsanwalt passieren kann.) Unter diesem Titel berichten «Närodni Listy»: Es scheint, dass in den letzten Tagen beim Präger Telegraphenamte außer dem Influenza«Bacillus auch der Bacillus des Misstrauens gegenüber Personen, welche eine bO.Oulden-Note wechseln, platzgegriffen hat. Am Dienstag erschien nämlich im Telegraphenamte ein Herr, welcher eine Depesche aufgab und zu deren Bezahlung eine 5O.Oulden-Nole fträfentierte. Der Telegraphenbeamte, welcher die Note in Empfang nahm, hegte Zweifel an deren Echtheit und als auch ein zweiter anwesender Be» amter diese Zweifel theilte, wurde um einen Sicherheit«« wachmalin geschickt. Der fremde Herr war zwar einiger« maßen überrascht, dann trat er ohne Zögern, ja mit e^nem gewissen Humor, mit dem Wachmann und mit der 50.Gulden-Note den Weg zum Polizei-Commissariat an. Dort wunderte man sich nicht wenig über den unerwar-teten Besuch, und man kann sich die Ueberraschung des Wachmannes, welcher während des ganzen Weges den Verhafteten streng beobachtete, denken, als er erfuhr, dass der Unbekannte niemand anderer als — Herr Dr. Oltolar Vrozovsky, Staatsanwalts - Substitut in Prag, sei Inzwischen klärte es sich auch auf, dass die 50'Gulden-Note nicht falsch sei. Es bedarf wohl nicht erst erwähnt zu werden, dass es der Entschuldigungen in Hülle und Fülle gab, und dass das Mißverständnis ein heiteres Ende fand. — (Das Grab der Cleopatra) Die Ver-Wallung des britifchen Mufeums hat Nachricht von einem außerordentlich interessanten Funde erhalten, welcher kürz. l'ch bei Ausgrabungen in Egypten gemacht wurde. Aus» gezeichnete Archäologen sind der Ansicht, dass da, Grab der Cleopatra entdeckt worden ist. Das betreffende Grab l,egt 25 Fuß unter dem Erdboden, ist 10 Fuß lang und 2 V» Fuß breit. Der Sarkophag hat die Form einer Pyramide und ist mit wundervollen Schnitzereien bedeckt, welche 5 weibliche Figuren, 5 Lorbeerkronen und b Kin« dergestalt?,, darstellen. Von den letzteren sind einige völlig nackt, andere bekleidet. In den Kronen sind Weintrauben. Zur Zeit der Absenkung der Depesche warteten die Ent«, decker auf die Ankunft eines egyptischen Beamten, um t»e Erlaubnis zur förmlichen Oeffnung des Grabes zu erhalten. — (Giftige Speife.) Aus Nancy wird eine Massenvergistung gemeldet, welche einer Hochzeitsfeier ein lammervolles Ende bereitet hat. Die Hochzeitsgesellschaft, ewige zwanzig Theilnehmer, hatten nach dem Mahle noch eine süße Cremespeise genossen, als einer nach dem andern unwohl wurde. Die junge Frau, die nichts genossen halte, verbrachte eine schreckliche Hochzeitsnacht: ihr 9hnen hier spreche, kann mir die unwiederbringliche Gelegenheit, das Geheimnis aufzukliireu, entschlüpfen.. Diese Eile stimmte so gut zn Hnghs eigener Ungeduld, dass cr sofort anspannen ließ, und erklärte, den Detectiv nach W*** begleiten zu wollen. Während der Fahrt überraschte ihn Healp einigermaßen damit, indem er ihn nach allen möglichen Einzelheiten bezüglich Lionels und Lady Lynwoo'ds be-^agte. von deren Verschwinden man ihm selbstuer-Nändlich ebenfalls Mittheilung gemacht halte. Der Dete.tiv fchien sich ganz außerordentlich für die Familie Lhnwood zu interessieren und war besonders neugierig, alles Otto Betreffende in Erfahrnnq zn bringen. «Glauben Sie. dass Lionel Egerton oder Lady ^hmvood eine Aufklärung bezüglich des Mordes geben tonnten?, fragte Hugh. . «Ich weiß es nicht, aber ich glaube, es wird sich ledenfalls der Mühe verlohnen, ihren Aufenthalt zu entdecken,» versetzte er ausweichend. Ihren Aufenthalt zn entdecken! Nnr eiuer wusste denselben nnd dieser eine war — ihr Todfeind! 3 9. Capitel. . Wie immer der erste Eindruck des Detectivs Mglich Nataliens Schuld gewesen sein mochte, der« >elbe äußerte sich nach ihrer ersten Unterredung mit lym vollständig zu ihren Gunsten, und cr war von lyrer Unschuld ebenso überzeugt, wie Hugh selbst. Glücklicherweise gefiel ihr anch sein Benehmen, nnd fasste sie Vertrauen zn ihm, so dass sie ganz °Nen und rückhaltlos mit ihm sprach. Gatte und ihre Eltern wanden sich unter heftigsten Schmerzen, und sie hatte alle Hände voll zu thun, um sie zu pflegen. Die Untersuchung hat ergeben, dass in der Speise Vanille war, dass also möglicherweise wieder einmal Vanillevergiftung vorliegt. -^ (Flüssiger Marmor.) Demnächst wirb in Meran das Object einer interessanten Erfindung moderner Plastik eintreffen. Der bekannte Bildhauer Beer in Paris hat Mittel gefunden, Marmor flüssig zu machen und diesen wie Bronze zu gießen (?). Eine so auf diese Weise gegossene plastische Gruppe wird demnächst in dem Garten des sogenannten Praderhofes, einem Besitze der Schwestern Veers, aufgestellt werden. Der Guss der Gruppe erfolgt in Paris. Der flüssige Marmor führt nach dem Erfinder des Verfahrens den Namen Veryt. — (Selbstmord.) In Graz hat diesertage, wie wir in der «Vilancia» lesen, Baron Maximilian Kraut seinem Leben durch Erhenlen ein freiwilliges Ende gemacht. Baron Kraut war eine hier und in Fiume bekannte Persönlichkeit; in der letztgenannten Stadt war er durch längere Zeit als Lehrer der englischen Sprache an der nautischen Schule thätig. — (Schminleconsum in Amerika.) Ein Statistiker, welchem genaue Angaben über die Schminke vorliegen, die in den Vereinigten Staaten alljährlich ge» braucht wird, erklärt, man könnte für die Summe, welche die amerikanifchen Frauen und Mädchen für die Verschönerung ihres Gesichtes verwenden, jährlich 37.000 Häuser anstreichen lassen, jedes Haus zu 300 Mark gerechnet. — (Die Influenza i m Görzischen.) Nußer den in den letzlen Tagen von uns verzeichneten Orten im Gebiete von Görz-Grabisla wird neuerlich das Auf» treten der Influenza in den Ortschaften Visco. Cervignano, Kodra und Podmelc gemeldet. In Kirchheim und Umgebung hat die Krankheit einen ausgefprochen epidemischen Charakter angenommen. — (Unglücksfälle in Amerika.) Die Unter-läge der im Bau begriffenen Brücke über den Ohioflufs zwifchen Louisville und Iefferfonville stürzte plvhlich ein, wobei von 16 Arbeitern vierzehn gelobtet wurden. — Eine Mauer der neuen Kirche in Broollin wurde durch einen heftigen Sturm umgeweht. Die Trümmer fielen auf ein anstoßendes Haus, von dessen neun Insassen, welche schliefen, vier getödtet, die übrigen tödlich ver« wundet wurden. — (Eine Feindin des Cölibates.) Die in Wien im vorigen Monate verstorbene Private Frau Magdalena Müller vermachte einer Reihe ihr nahegestandener Frauen je 1000 fi. Auch ein Fräulein ihrer Verwandtschaft erhielt den gleichen Betrag, jedoch mit der Clause!, dass, wenn dasselbe unverehelicht sterben sollte, das Legat zu gleichen Theilen, also zu je 500 fl. an den Wiener.Waisen-Hilssverein und an das Haus der Barmherzigkeit fallen folle. — (Hohes Alter.) In Schottland gibt es eine Menge hochbetagter Leute. Peter Laing in Elgin feierte am 5. Jänner feinen 106. Geburtstag. Man kann den Greis noch täglich auf den StrHen Elgins fehen, wie er fein Wägelchen fährt. — (Die Thierbändigerin Mifs Sterly) wurde diesertage bei einer Menagerievorstellung zu Be-ziers (Südfrankreich) von einem Löwen furchtbar zerfleischt. Das Publicum ergriff die Flucht; bei dem hiebei stattgefundenen fchrecklichen Gedränge wurden mehrere Per« fönen schwer verletzt. «Und Sie hegen keinerlei Argwohn gegen ihre Kammerfrau?» fragte Hcalp sie nach einer fehr ein» gehenden Unterredung. «Nein, nicht den geringsten. Im Gegentheil, ich habe sie immer als eine bessere Person betrachtet, weil sie sich von den andern Dienstboten ziemlich fern gehalten hat.» «Hatte sie sonderbare Gewohnheiten?» «Nein. ausgenommen, dass sie die Einsamkeit sehr liebte und des Abends häufig einsame Spaziergänge machte.» «Und wohin gieng sie in solchen Fällen?» fragte Healp. «Meist in das Gehölz.» Der Detectiv spitzte die Ohren. «Können Sie sich erinnern, sie selbst dort ge-jehen zu haben und bei welcher Gelegenheit dies war?» Natalie dachte einige Minuten nach. «Ich erinnere mich. sie zweimal dort gesehen zu hab»n, nnd beidemale war ich mit Mr. Farquhar daselbst. Ich weiß es ganz genau, an welchem Datum es das einemal war, denn es war an demselben Abend zuvor, als in der darauf folgenden Nacht jemand in mein Schlafzimmer kam und mich am Handgelenk ver-wnndete.» «Was war das? Bitte, theilen Sie mir alle Einzelheiten darüber mit!» Natalie that es, und der Detectiu hörte ihr voll gespannter Aufmerksamkeit zu. «Ist Ihre Kammerfrau Warren kurzsichtig? Ich frage danach, weil ich bemerkte, dass sie Augengläser — (8„d rosa.) «Wissen Sie, Baron, dass meine Leidenschaft das Malen ist?» — «Das ist für mich als Physiognomiker keine Ueberraschung, meine Gnädigste. Ich habe es längst auf Ihrem Gesichte gelesen.» Vocal- und Provinzial-Nachnchten. — (Personalnachricht.) Se. Majestöt der Kaiser hat dem Obersten und Landesgendarmerie Commandanten von Steiermarl, Herrn Roman Orampo-schich, den Orden der eisernen Krone III. Classe verliehen. — (Schuhpockenimpfung in Krain.) Da« hohe Ministerium des Innern hat mit Erlas« vom 31. De» cember 1869 in Anerkennung der Verdienste um die Förderung der Schuhpockenimpfung im Jahre 1868 die erste Impfprämie im Gelrage von 63 si. dem Vezirl«wunbarzte Herrn Rudolf Lulesch in Neumarltl, die zweite Impfprämie im Betrage von 52 fi. dem Vezirlswunbarzte Herrn Johann Dominil in Prevoje, die dritte Impfprämie im Betrage von 42 fl. dem Vezirliwundarzte Herrn Karl Peter nel in Oberlaibach verliehen. Aus dem gleichen Anlasse findet die l. l. Landesregierung für die erfolgreiche Mühewaltung den Vezirkswundärzten Herren Dr. Anton Arlo in Vischoflack, Franz Vach-m a n n in Illyrisch'Feistrih und Eduard Vlobocnilin Zirllach, derzeit in Krainburg; dann wegen thatkräftiger Unterstützung des Impfgefchäfte« dem Gesammt-clerus, insbesondere den Herren Pfarrern Martin Po vie in St. Georgen und Johann Novak in Flüd-nig; den Herren Vicaren Vartholomüus Primojii in Vrabke, Matthäus Koder in Slap, Joses Nalus in Planina bei Wippach und Nnton Lenasi in Zoll; den Herren Lehrern Kaspar Gasperin, Schulleiter in Wippach, N. Perne, Schulleiter in Sturia, Franz Men-cina, Schulleiter in Goce und Johann Iezerjel von Iirklach; den Herren Gemeindevorstehern Andreas Vaulen in Zirllach und Franz Vertovec in Et. Veit; dem Gemeindesecretar Herrn Josef Stajer in Neumarltl und der Vezirlshebamme Christine Verger in Neu-marltl die öffentliche Anerkennung auszufprechen. — (Deutscher R itter-Orb en.) Bei der am Samstag vorgenommenen Wahl eine« neuen Landes-comthurs de« Deutschen Ritter.Orden« der Vallei Oester-reich wurde an Stelle des verstorbenen Landescomtkur« Gras Max Coudenhooe der bieherige Landescomthur von Tirol Freiherr von Riesenfels zum Lanbescomthur der Vallei Oesterreich gewählt. — (Die Naturalquartiere in Schul-gebäuben.) Eine Wiener Korrespondenz meldet: Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch welche den Direcloren und Dienern der staatlichen Lehranstalten, welche im Vchulgebäube eine Amts», respective Natural-wohnung haben, verboten wird, irgendwelche Personen in Aftermiete oder Kostzöglinge aufzunehmen; nur in besonder« rilcksichtswerlen Fällen kann über specielle« Ansuchen der Landesschulrath Ausnahmen gestatten. — (Duell.) Aus Klagenfurt wirb tele« graphiert: Gestern morgens fand im Garten be« hiesigen MililärspitalS ein Pistoleuduell zwischen einem Lieutenant und einem Studierenden der Medicin statt. Letzterer hatte den Officier provociert, worauf seilen« desselben die Forderung erfolgte. Der Mediciner wurde durch einen Schuf« in den Unterleib schwer verwundet und lam gar nicht zum Schuf«. Sein Zustand ist hoffnungslos. trägt.» sagte er. als Natalie ihren Bericht geschloffen hatte. «Sie sagte, dass sie e« sei, aber anfänglich, als sie zu mir kam, trug sie keine Augengläser.» «Und auf welche Weife ist sie zu Ihnen ge-kommen?» «Ich inserierte und sie antwortete darauf.» «Sie hat Zeugnisse vorgelegt?» »Ja; eins war von einer Dame von Rang und das andere war von einer Kaufmannsfrau uus London. Sie sind beide in meinem Schreibtisch, zu welchem ich Ihnen den Schlüssel geben werde, wenn Sie wollen.» «Diese» Nneibieten nehme ich mit Dank an; denn ich glaube, es kann nicht schaben, wenn ich diese Papiere unteisuche. Hat Warren von London aus sich Ihnen schriftlich angeboten?» «Ja; S,e werden ihre Adresse m dem Briefe finden, der bei den Zeugnissen liegt.» Natalie fragte hierauf Hugh voll Unruhe, ob keine Nachrichten von ihrem Bruder eingetroffen se,en, und erhielt eine verneinende Antwort. Der einzige Er-sola aller Erkundigungen war der gewefen, dass eS sich mit Bestimmtheit herautgestellt hatte, dass die bei-den Personen, welche am vergangenen Abend gesehen wurden, als sie in der Nähe des Parlthors einen Wagen bestiegen hatten, nicht Ndrienne und Lionel gewesen waren. «Ich werbe Nachforschungen anstellen,» sagte healp. «Ich interessiere mich selbst sehr für die Nngelegenhät und werde ohne Zweifel imstande sein, binnen kurzem etwas zu erfahren.» Horrsthun« f,l,t.) saibacher Zeitung Nr. 10. 80 14. Jänner 1890. — (Großes Concert in Marburg.) Aus Pettau berichtet man uns: Wie in diesem Blatte bereits lurz gemeldet worden, fand am 6. d. M. in den Loca« litäten de« «Narodui Pom» in Pettau die angekündigte ordentliche Sitzung des Ausschusses des «Zlovemsico psvslco äruätvo» statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. wichtigen Punkten die Vestimmung der Lieder, des Ortes und der Zeit für das nächste Concert. Was die Auswahl der Lieder betrifft, hofft der Nusschus« wohl, den Wünschen der Mitglieder und des Publicums entsprochen zu haben. Neues, Schöne« und Mannigfaches wird, Dank der Unterstützung von Seite der slovenischen Eomponisten und gewiegter Fachleute in möglicher Fülle, den Kräften des Vereine» entsprechend, geboten. Nach dem Beschlusse des Ausschusses kommen heuer folgende Lieder zur Auf« führung: Männerchöre: 1.) Foerfter: «vomovim., große, neue Cantate mit Soli und Orchesterbegleitunq. 2) Ned-vöd: «?svöovH moMov». 3.) Tovacovsky: «^oue» mrak 8s». 4.) T>r. Benjamin Ipavic: «^lHuingka roi»». Ge» mischte Chöre: 1.) Dr. Gustav Ipavic: «koroösn -von» (neu). 2. H. Eatner: «?o «imi i« solo». 3) Volanc: «äiovan im äan». 4.) BassiN'Vendl: «Xi-iiaci ua maru», großer Chor mit Orchesterbegleitung. Das Concert findet nun nach sechs Jahren wieder, und zwar am 10. August in Marburg statt, wo die erste Versammlung de« Vereines mit dem darauffolgenden Concerte am 24. November 1884 abgehalten wurde. — (Per Gruß zur Winterszeit.) Mr er. halten folgende Zuschrift: Für die Herrenwelt sollte der Gruß zur Winterszeit wirklich nur im Salutieren be« stehen, und zwar auch den Damen gegenüber, welche dieser menschenfreundlichen Rücksicht sich anschließen. Tin kleine« Knopflochzeichen au« Band oder hellem Leder für Herren und weiße Schleifchen (an Brust oder Schulter ge» tragen) für Damen könnten die Anhänger der neuen Gruhmethode erkenntlich machen. Warum sollte Laibach auf ein gutes Beispiel erst warten? Frisch zur That ge» schritten, die Annahme seitens der Gesellschaft wird sich rasch vollziehen. ^Ima. — (Deutsches Theater.) Costetti's interessante Komödie «Eine alltägliche Geschichte» hatte bei ihrer gestrigen Aufführung keinen lärmenden Erfolg — dazu mangelt es dem sonst brillant abgemachten Stücke an Effectstellen — allein das Publicum, welche« ziemlich zahl« reich erschienen war, gieng dennoch befriedigt von dem Gebotenen aus dem Theater. Heute geht die Posse «Der Stabstrompeter», welche am Iosesftädter.Theater in Wien vor zwei Jahren denselben sensationellen Erfolg errang, als im Vorjahre «Die Gigerln von Wien» und über 15b Vorstellungen erlebte, in Scene. Diese Gesangsposse, welche über 12 größere Musiknummern enthält, also bei. nahe einer Operette gleichkommt, ist sorgfältigst infceniert, neu ausgestattet und in den Hauptrollen mit den Damen Ida Nooses Hedwig von Wagner, Thomas-Süld und den Herren Director Freund und Gottsleben bestht. — (Görzer Bahnen.) Vorgestern traf in Wien eine Deputation des Görzer Gemeinberathes ein, welche gestern in Audienz von Sr. Majestät dem Kaiser empfangen wurde, um zu bitten, dafs vor dem Bau der Eifenbahn Ronchi'Cervignano die Strecke Loitsch-Vörz gebaut werden möge, da Görz sonst materiell sehr geschädigt würde. — Aus Leroignano wird vom 12. d. M, telegraphiert: Heute nachmittag« fand hier unter dem Vorsitze des Landtags-Abgeordneten Dr. Pajer und unter Betheiligung des Reichsraths'Abgeordneten Prinzen Hohenlohe und mehrerer Landtag«>Nbgeordneten, ferner sämmtlicher Bürgermeister der Bezirke Cervignano und Monfalcone, der Repräsentanz des Ingenieur« und Architekten-Vereines von Trieft und einer großen Menschen« menge eine Versammlung statt, in welcher beschlossen wurde, in Angelegenheit des Baue« der Verbindungsbahn ein Memorandum Sr. Majestät dem Kaiser zu unterbreiten. Die Versammlung wurde unter Hochrufen auf Se. Majestät geschlossen. — (Menschliche« Elend.) Da« «Lriester Tagblatt» berichtet: Vorgestern wurde Herr E. Treves von einer Sicherheitswache verständigt, dass in einer Dachbodenwohnung eine gewisse Marie Traun aus Laibach von einer schweren Krankheit befallen sei und sich überdies sammt ihren zwei Kindern im tiefsten Elende befinde. Herr Treve« brachte die Kranke sofort mittels Tragbahre in das Spital, wo sie in die dritte Division aufgenommen wurde, während sich eine mildthätige Nach. barin vorläufig der beiden verlassenen Kinder annahm. Die unglückliche Mutter ist noch gestern im Spitale gestorben, für die beiden Knaben wird über Veranlassung des Herrn Baron Josef von Morpurgo, der für sie auch fofort au« Eigenem einen Geldbetrag deponierte, vom Vereine der Kinderfreunde gesorgt werden. — (Denkmal für Robert Hamerling in Graz.) In Graz hat sich unter dem Vorfitze des Bürger« Meisters Dr. Portugal! und des Reichsraths-Abgeord« neten Dr. v. Derschatta ein Nueschuss gebildet, der mittelst Aufrufes zur Theilnahme an der Errichtung eines Hamerling'Denlmal« in Oraz einladet. Beiträge nimmt der Cassier des Denkmal-Ausschusses, Herr Heinrich Po« fchacher, Privatier in Graz, Veethovengasse 19, e«t« gegen. — (Theologische Lehranstalt.) An der hiesig gen theologischen Lehranstalt, wo 62 Hörer an der Influenza erkrankt waren und die Vorlesungen infolge desftn sistiert werden mussten, wurden die Vorlesungen gestern wieder aufgenommen. — (Priestermangel.) Nach dem soeben erschienenen Schematismus der Gurker Piöcese sind in de>-selbtn nicht weniger als 206 Seelsorgestationen, das ist ungefähr zwei Fünftel aller, unbesetzt, und zwar 36 Pfar» reien, 55 Curatien und 113 Kaplaneien. «Kunst und Literatur. — («Unsere Lieder.») Musikalischer Hausschuh, bearbeitet von Franz Abt, Vincenz Lachner und Ludwig Liebe, (Verlag von Moriz Schauenburg in Frankfurt a. M. und Lahr.) Der Inhalt der beiden ersten Lieferungen zeigt schon den ganzen Reichthum der auf 24 Lieferungen berechneten Lirder» sammlung au, denn wir finden bereits eine ganze Anz-Hl der schönsten Volkslieder sowie Compositionen der hervorragendste!! Meister vertreten: Beethoven und Mendelssohn, C. M, Weber und Robert Schumann, Mozart und Schubert :c. lc. wechseln in bunter Reihenfolge ab mit dem Schönsten, was fie auf dem Gebiete der Liedercomposition geschaffen, und dazwischen ranken die besten Voltslieder wie duftende Vlumen empor, mit der größten Correctheit wiedergegeben, indem alle Ungenauigkeiten und Fehler vermieden und aufs gewissenhafteste verbessert wurden. Uederall finden wir die Hand der Herausgeber: des unvera/sslicheu Lieder» meisterS Flanz Abt, von welchem eine große Zahl drr Bearbei-tungen herrührt und der dem Werke bis zu seinem Tode das grüßte Interesse und die ausdauerndste Mühewaltung widm«te — Vmceuz Lachners und Ludwig Liebes, welche das Werk nach Abts Tode in jahrelangen», unverdrossenem Fleiße fortsehten. Die Lieder sind für eine mittlere Singstimme gesetzt und mit leichter Clavierbegleitung versehen, welche auch von weniger go übten Spielern wiedergegeben werden kann. — («Die Illustration»). Verlagshaus Gustav G. Steiner u. Co., Wien. Das Neujahrshcst (Nr. ?) der «Illu» stration» liegt uns vor. Ohne auf alle Details dieser vriichtia.ru Nummer einzugehen, constatieren wir. dass von dem von Ma» lart'schen Farbenreizen durchsättigtem Titelbilde — im Verträum, eine bekannte Neauti in japanischem Gewände — bis zur letzten Textseite durchwegs mustcrgiltige redactionelle und illustrativ Leistungen geboten werden und dass, da in der bisherigen periodischen Literatur leine den Arbeiten der «Illustration» gleichkommende produciert wurde, ein Abonnement auf diese Zeitschrist lebhaft empfohlen werden kann. Das Abonnement beträgt fl. 3 60 vierteljährig. Für die durch Hochwässer beschädigten Hewohner Siidtirols sind bisher beim k. l. Landespräsidium folgende Spenden ein-gegangen, welche ihrer Bestimmung zugeführt wurden, als: Vom Pfarramte Presla 6 fl.; vom Psarramte Mariafeld 12 fl.; vom Pfarramts Semilsch 8 fl.; vom Pfarramte Tschel nembl 1 fl. 50 kr.; vom Pfarramte Schweinberg 72 kr.; vom Psarramte Bresowitz 12 fl.; vom Pfarramte Hotederschitz 3 fl.; vom Pfarramte Sauraz 1 fl. 50 kr.; vom Pfarramte Loilsch 5 fl. 48 lr.; vom Pfarramte Unteridria 4 fl. 65 kr.; vom Pfarr« amtc Gereuth 5 fi.; vom Pfarramte Idria 14 fl. 30 kr.; vom Pfarramte Hl. Dreifaltigkeit 1 fl.; vom Psarramte Haidowitz 3 fl,; vom Pfarramte Einödt 4 fl. 5,0 kr.; vom Pjarramte Püllandl 1 fl.; vom Pfarramte Tschermoschnitz 2 fl, 12 kr.; vom Pfarr» amte Tschatefch 2 fl.; vom Psarramte Rudolfswert 5 fl.; uom Pfarramte Weißcnfels ii fl.; vom Pfarramte Karnerv.-llach 5 fl. 46 lr.; vom Pfarramte Lees 5 fl.; vom Psarramte Maria Laufen 6 fl.; vom Pfarramte Steiubüchel 5 fl.; vom Pfarramie Cosische 3 fl.; vom Pfarramte Ratschach 1 fl.; uom Pfarramte Radmannsdorf 8 fl. 60 lr.; vom Pfarramte Gürjach 1 fl.; vom Pfarramte Vresnitz 6 st, 80 lr.; vom Pfarramte Koprivnil 3 fl.; vom Pfarramte Wocheiner-Vellach 8 fl.; vom Pfarramte Mo-räutsch ? fl.; vom Pfarramte Vodice 4 ft. 60 lr.; vom Pfarr» amte Obertuchein 1 si- W kr.; vom Pfarramte Möttnit 2 fl.; voni Pfarramte Petsche 3 fl.; vom Pfarramtc RabenSberg ? fl,; vom Pfarramte Sela bei Stein 4 fl.; uom Pfarramte Gojzd 2 fl. 30 kr.- vom Pfarramte Stranje 5 fl. 20 kr.; vom Pfau« amte St. Helena 4 fl. 88 lr.; vom Pfarramte St. Martin in Untertuchein 2 fl. ?0 lr.; vom Pfarramte Neuthal 7 st.; vom Pfarramte Teinitz 2 st. 94 lr. und vom Pfarramte Neul 4 fl. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.. Wien, 13, Jänner. In der heutigen Ausgleich«. Conferenzsitzung wurde die Berathung über den Landls« culturrath fortgesetzt und beendet. Hierauf wurde die Discussion über die Frage des Sprachgebrauches bei den autonomen Behörden eröffnet. Die nächste Sitzung findet morgen um 2 Uhr nachmittags statt. Agram, 13. Jänner. Wegen der Influenza wurde der Landtag vom 20. Jänner bis 20. Februar vertagt. Nom, 13, Jänner. Der König uud die Königin haben heute nachmittags den kaiserlichen Prinzen von Japan Arisougowa und seine Gemahlin empfangen. Madrid, 13. Jänner. Heute mittags wurde folgendes Bull tin ausgegeben: Nach leichter Erregung trat ein Stadium der Ruhe ein. Der erquickende Schlaf hielt den größeren Theil der Nacht an, welche ruhig verlief. Sofia, 13. Jänner. Die Influenza hat in der letzten Woche zugenommen, und sind mchrere Todesfälle unter der Garnison fowie zahlreiche Erkraukuugeu zu verzeichnen. Die Minister Stambulov, Stranily. Salbasev und Artov siud von der Influenza wiederhergestellt. Lissabon, 13. Jänner. Ein Gerücht will wissen, die portugiesische Regierung habe dem Andrängen Englands nachgegeben und Auftrag gegeben, die Portugiesen vom Schiraflusse und Maschona-Lanoe zurück zuziehen. Zanzibar, 13. Jänner. Bei der Ankunft der Streitmacht der britisch ° ostafrikanischen Gesellschaft zog sich der Sultan der Witu ruhig aus dem Gebiete von Belizoni zurück. Newyork, 13. Jänner. Eine Depesche aus San Francisco meldet: Der deutsche Dampfer «Duburg», auf der Fahrt von Singapore nach Amuny, ist mit 400 chinesischen Passagieren während eines Orca»s untergegangen. Angekommene fremde. Am 12. Jänner. Hotel Elefant. Vradel, Reisender, Graz. — Vogt, Iellussig, Steindler, Kaufleute, Wien. — Epstein, Wien. — Gnesda, Beamter, Trieft.— Goldstein, Kanischci. — Kuttu, Budapest. — Engel, Kaufmann, Kaposuar. — Naick, Kaufmann, Liltlich. Hotel Stadt Wien. Kapawitz, Weih, Schlcsingcr, Kaufleute, Wien. — Kren sammt Frau, Forstingenieur, Iauerburg. ^- Robilsch, Holzhäudlcr, Oberösterreich. Hotel Tlidbahnhof. Schemerl, Hcrpelj. — Strauß, Buchhalter Silberncgq. ^ Vellaschischda, Udine. Verstorbene. Den 12. Jänner. Josef Richar, Nmtsdiener, 53 I., Neber tt, Lungcntuberculose. — Margaretha Zunder, Krämeri», tt? I., Valuasorplatz 4, Vrightische Nicrcnentartung. Den 13. Iänne r. Iosefa Vrausberger, Locomotiusührers' Witwe, 63 I., Maria.Theresien.Straße 5, Lungenentzündung. ^ Mathias Perdan, Hausbesitzer, 68 I.. Hradetzlydorf W, Lungenentzündung. — Karl Frilsch, l. l. Postconducteur in Pension, 73 I., Polauadamm 8, Lungentuberculose. Im Spitale: Den 9. Iänner. Johann Aresloar, Arbeiter, 55 I,, Darmlatarrh, — Franz Gregurto, Arbeiter, 25 I, Tubcrculosc. — Johann Verbiö, Arbeiter, 56 I., Leberentartung. Neu l<). Jänner. Anna Ierasa, Arbeiters-Tochtel, 8 I., Anämie. Meteorologische VcoblichtllMil in Laibach. __ 5^^U Z^,_____I_____ ^ ^V1:"Mg^734 9 -3^ Ne5es^ "^"" 13. 2 . N. j 736 2 2-8 W. schwach heiter 0'00 9 . Ali. ^ 739 3 U 0 W. schwach heiter Dünner Morgennebel, dann heiter. Das Tagrsülittel der Temperatur —0 2°, um 2 4° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii. Die Unterzeichneten neben allen Verwandten, ^ Freunden und Belannten die höchst betrübende Nach« richt von dem Hinscheiden ihrer innigstgrliebleu I Mutter, Schwieger» und Großmutter, der Frau W > Ioscfiuc VransbcMl neb.Smlc » » welche nach lurzem, schwerem Leiden, versehen mit W den heiligen Sterbesacramenten, den 13. Jänner um W 4 Uhr früh im 63. Lebensjahre in ein besseres Jeu« M seits abberufen wurde. W Die irdische Hülle drr theuren Vesblichenrn wird W Dienstag, den 14. Jänner, um 4 Uhr nachmittags M im Sterbehause Maria.Theresienstraße Nr. 5 ein« M gesegnet und von da nach dem Friedhose zu Sanct W Christoph zur Bestattung im eigenen Grabe über» ^ führt werden. W Die heiligen Seelenmessen werden in mehreren W Kirchen gelesen. W Laibach am 13. Jänner 1890. W Anna Schwinabhatt und Iosefine Eiloscheaa, W Töchter — Heinrich Schwiuashatl und gosef W Sitoscheaa. Schwiegersöhne. — Anna, Henriette, W Ottilie, «ertha, Alfred, Heinrich. Paula uud W Emil Echwingtchall, Enlel M «leldinunneauslalt de« Franz Doberltt. ^ Margarethe Perdan geb. öepon gibt allen Freunden und Velannten die traurige Nachricht von dem hinscheiden ihres geliebten Gatten, deS Herrn Mathias Perdan Hausbesitzer welcher heute, den 13. Jänner 1890, um ? Uhr früh, versehen mit den heil. Sterbcsacramenten, im 69sten Lebensjahre in ein besseres Jenseit? abberufen wurde. Die irdische Hülle des theuren Verblichenen wird am 15. Jänner um halb 3 Uhr nachmittag« im Trauerhause Hradchlydorf Nr. 30 feierlichst eingesegnet und aus den, Friedhose zu St. Christoph im eigenen Grabe beigesetzt werden. Die heiligen Seelenmessen werben in mehreren Kirchrn gelesen werden. Laibach, den 13. Jänner 1890. 81 Course an der Wiener Börse vom 13. Jänner l8W. «a« d«m 0^^ «°ursblat« Veld Ware Etaats-Uulehen. ^/«einheitliche Rent« !n Noten 88 25 «8 4?> vilberrcm? ....... 88-z., »«^ «"er 4V, G,'all>,l°se . 250 st. 18»-I»3 5o W0«5°/„ . Zan,e 500 fl. »4» -14170 »n^" ^. ' 3'»"slel »00 fl. 146 7b 147 lib l»N4er Etaal«lo,e . ,00«. 174K0 175.5.0 .„'^ ' . . 50fi. 174 »75 — '"/« D»M,.Psdl,r. il 12«, fl. , , 149 — 150 — ^^^^^drrnte, ftenerfrc! , 109 »5 110 ,5 "'»«>!. Nolenimto. steuerfrei , „» 85 l"2 0l» ^«ant^lte Eisenbahn-««nldverjlhieibungln. W°b°thbal,ü in «.steuerfrei . ivo'kn,2, k>0 iN^^^"'"' '" ^'bel , ,i4?ü<,ü'7ü W°"b"f,<>r Uah„ !n Silber ,«» ». 104 _ Mllbrchd!.l,n ^!M st, LM, , . L30 - ll41 - °M° Lüi^Vübwei» 2(>«, fl. ü, W. »ie 75 2,7 K0 El «^.^ir°l »00 fl, ü. W. 2ll - -'> «Nwbethbahn sNr 20« Marl . ,,0'70 IN 80 ^t»° fur Ä«> Mail 4"/„. , , ,17-1,760 slauz-Ioseph-Ual,!, ^u, z^. ^ «°l°rlberaer «ahn «miss, ,884 «5-75 96 75 ""«„ "°lb«"le 4°/„ , , , , ,017510195 "''» E!,e»b..«,!l.,^st,Ü.W.S, «4 70 „5 20 ^ r>m i ""»»l, StNcle . . 95.20 »5-«,. ° 5«'"."^l"il!at, U,I, ,«7N ,,z.5u l,».- °° ^«"l'l"t°VIl>l,Ob.,N!>N. i,.<.50 -- lb°,. u b«jl,e, W, i8ü^,W- l<>e9 25 llN 25 5«/„ stciiischc...... —-— —-- b"/„ lroatische und llavonllche . lvb - — — 5"/„ siebenbüraische .... — — — — 5°/„ Temeser »»nat , . . . — — — - 5"/« ungarische...... 88 35 «8'75 Andere össentl. Unlehen. Donau-Neg.'Ullse 5°/« ,0« st. . ,«2-5« !23 b<» dto. «l-.leihe 1878 , . ,«« bl» l«7'5l, «nlehen der Vtadt «ür» . . iln— — - Nnlehen d. Ltadtgemeinoe Wien «05-50 10« »<> Präm.Vlnl. d. Stabtgem, Wien ,42 — 148 25 Vvrssnball'Nnlehr» verlo«, 5,<>/„ 97 25 — - Psllndbricsc islir 100 st.), Vobcnls, allg. Nft, 4°/„ O, , , lie 75 ll? 40 dto. . 4>/,"/n. , . WO'ßO l»I L<> dto. » 4°/„ , , . 98 L5 N8'75 bto, Piäm.'VchuIdverschr. »°/„ l<»8 »5 ><>8'7f> Oest. Hypothelenbaul wj. bu"/, ,!i 25 detto » 4"/u , , Se'8o!i00'2<> dettll 50jilhr, » 4«/„ , , 99 80lt<>" 20 Priorttäts-Obligationen (für 1»0 st,), sserdinandt Norddah» ltm. 188« ,00 — ,<»<» 8<» «alizüctic Karl»liubwiz.«ahn «tni. l88, «cx> st. K. 4>/,°/« . 9» »0 100 — Grid Ware vesterr. Nordweftbahn . . . icx! 80 iu? 40 Vmatsbahn....... l»3 75 - - VNdbahn k »«/»..... 14? — !48-— » ll 5«/«..... ll?-- ll8 - Una.^aaliz. Vahn..... lU2- — - Diverse Lose (per G«ü!l) «reditlose l'X, st...... ,8l _- l«z — __ lW — Laibacher PrHm,NnIeh. 2l> ft. 24 zz L!^ 25 Ofener Lose 4» st..... «,-., gz.. Plllssl, Lose 4« fl...... ü?zo hg,^ Nöthen Krruz, «st. «es. v., ,0 fi. 19^ ^ s,s> Nubolph Lose ln fi..... ,9.5,0 ,0 25 öalm«Lllse 4<» fl...... 61 — 62-- 3», «e„oi«.U°!e 40 ,l. . . . «5.5» ^45^ Wa!dstr!»'LoIe «0 st..... ^0 zz 41 ,5 Winbilch Vräh Lose 20 st. , . zz-zz 55 5« Gew>3ch,d,»'V„PrHm,-Schuld, versch d, Uobencredltanstalt . 17 ^ ,8 — vanl. Nctien iper EtNcl), Ängloveft, Vanl llOU st, nu«^ », ,zß »0 lk« 8» Vanlvereiü, Wicner KX» st, . . „N 25 1«s. 75 Vbncr..Niist. «st. 200 st. «3. 40"/, »lS'?.^ »l? ?5 st. 8ll> ^0 3i!8'— Credilbanf. «Na. iing. «»0 st. . !»46'?5 »4? «5» Depusltenbanl, «llg. 20U st. . ,<„ — 2"4 -^ E»lUlüp!r Ves.Äibrüst. 500 st, . 587'—b91 — «iro. u. llllsssiiv,, Wiener 2!Mfl, 2,9'—»»i'-^ Hypothelenb.,öst. 20UN. K5«/„«. ?i>— 7l'— Veld ware LHnderbanl, »st, 200 st. ». . . l»l,'l<» 285 70 0esterr.,ungar. «anl «00 st. . 9«U — «81 - Unionbanl »on st...... »49 75 2b<) ?z Veilehr«bllnl. «lll«. 140 fl. . . l»o — 1«, - Actien von Transport-Unternchmnngm. (per Stils), «lbrecht.Uahn 200 fi, Silber , S» - ei — «lsülb.ssiuman, »ahn 200 fl, S. »0» 50 »04-- Vöhm. «orbbahn >b« ss.. . , 2ls> — u,7 — ' Westbahn 200 st, , , , 3«! — 833'— Vulchtiehraber «tis, 500 st, «Vl. l04? 10H1 blo. flit, U) 200 st. . «»'50 «0'5U Donau' Dampsschiffsahri «bes., Oefttll. 500 fl. Z,) 200 st, 3. »'0 — L00'5" Du^Nobenb. Eis.«. 200 st, A, — - - - Ferdinand« Äordb, 1000 fl, CM. 2585 2595 «al. «larl.Ludw.V, «00 fl, llM, <8« »z l»8 75 Lemb.»llzernow. ° Iassl, - ltijen« llahnVesellsch, 200 fi. 2, . . 2»? 75 28» 25 Üloyd,vst..una,..Triestb09^ — Un«.!l»estb.s3iaa!»'«raz)2<)l»fi s l»» - »»4 bv Industrie.Actien (per Stück». Nlluges., «llg. vest. 10« fi. . zz — ,7 — »gvbier Viien» und Stahl»Inb. in Wien 100 fi...... ,.»L ._ ly,._ Vistnbahnw.Leihll, erste, »0 st, 94— »b — ««tlbemuhl», Papiers, u. «.,«. «»-. s>9 7ü Liesinger Nrauerr! > fi. . . 9« .- 97 .- Montan«Vesell.. «slerr,.alpine ll« 20 NL 80 Praller ltisen Ino,-««'!, 200 st, ^^4 5« 42« »u Salgo-Tarj, Bleinloylen «» fi. 4»?-- 44 > — ,öchlb»lmühl», Papiers. l»0» fl. —- ^ „.., — «Stel,rermühI»,VllpierIu.V 7 ^n l»8 ß« Tr>laUer «ohlcnw.°«e!, 70 fi. . ,47 7b ,18 »5 «assens.-« , Ossi in Wien 100 fi, <3ü - 43« — Waggon. Uethllnli,, «lllg, in Pest 80 fi......... »85!) 57 5» Nr. «auge!tll!chllft l«0 fl. . . 79 in ««5.1 Wisnerberzer Ziegel'«ctien «ej. 179 b» l»o 50 Devisen. Deutsch, Plützl..... b? «0 l»7 7» London........ 117 90 »18 bo Pari»......... 4» «7, 4« 72. Valuten. Ducalen....... l> 5s. 5-z» »0.Flllnc»-Orückt..... »82, 9«>. Deutsche Ueich«banlnoten , , 57 «7, »7 7b PaplerMubel...... ! >»,, »30, Italienllch, »anlnoten t1!X» «,) 4« »b « »l>