^r.^57.________ Freitag, li. November 1887. 10«. Iahrqan«. Laibacher Zeitung. NnM,3"?"°»«prels: Mit Postdllsenbun«: „an.jährig fl, IL, halblählig sl. 7,50. Im Lomptoii: ,'V« U.ii, h»lbj«hrlg fl.bM. ffüi die Zustellung in, bau« «an»lähllg^l. l. - I»lert«on»«d»r: sslli ^>'«ne <1nlerate bl« ,« 4 feilen 25 lr., giöhlie v«r Zelle »1 lr,; bei östcien Wiederholungen pl..»feilc 3 ti. Die „l!«lbacher Zeitung" «ischeint läßlich mit Uulnahme der Sonn- und Feiertags, Die Uhwwlstrotio« bestttbet ficb Vahnhofgasse »5, die Mtdottlo» wienerstiaße 15, — Nufranlitltc Nricse «erben nicht angenomme» und Vionnscripte nicht zurückgestellt. Amtlicher Hheil. M°A- k. und k. Apostolische Majestät haben mit U Mster Entschließlln« vom 28. Oktober d. I. zu ^"gllsdern des Landesschulrathes fiir Görz und Gra- tinn« ^'^ ^ ^"u^ ber nächsten sechsjährigen Flmo ""Mrwde den Propst des fürsterzbischöfliche» Metro« ^ uancapltcls Andreas Jordan und den Gymnasial- m ^ns-Professor Andreas Märn sic. ferner den ^"'Mldirector Schulrath Dr. Egid Schreiber und <5m ^"?slal-Direclor Schulrath Theodor Pantke, ^lllch in Gmz, allergnädigst z>l ernennen geruht. _____ Gautsch m. l>. E»w?" Minister für Cultus und Unterricht hat den ^ PPlenten am t. k. Staatkgymnasium in Czernowitz A ""z N eunteufcl zum wirklichen Lehrer fiir deutsche «en, l beschichte und Geographie an der Staats« ^"besch.lle in Czernowitz ernannt ^ .^er Handelsminister hat den Rechnungsrath im ^?"lsministerium Anton Karl zum Oberrechnnngs-«^ernannt. Nichtamtlicher Meil. Zur Vertagung des Reichsrathes. alle ?^^nl das Herrenhaus in längerer Sitzung Ilcher n, ^' ^r Schwebe gewesenen Vorlagen dring» deg ni. ^lr erledigt hat, ist nunmehr die Vertagung Vayn.waches auch formell ausgesprochen worden. Martin ^lbe wieder zusammentritt, ist zwar im gegen-fllr «?tAugenblicke noch nicht bekannt, doch gilt es der ^ n '. ^^^ ^'^ '^ laufenden Jahre nicht mehr verlan, ^" werde, weil gegenwärtig die Delegationen lunaen !^ ^'"^ ""^ "°lh Beendigung ihrer Verhand-die 3? ?" Landtage zusammentreten sollen, so dass in, ^'/."allfnahme der Thätigkeit des Reichsrathes bez nxlrlisten Falle kaum vor dem Monate Jänner Mm Jahres erfolgen könnte, daz ^ "pv vor Schluss des Sessionsabschuiltes hat gefüh?""hallS noch eine Vorlage der Erledigung zu-Zustandekommen vom wirtschaftliche und humanitären Standpunkte nicht warm genug be-griißt werden kann. Es ist dies der Gesetzentwurf, betreffend die Unfallversicherung der Arbeiter, bezüglich dessen nunmehr volle Einstimmigkeit zwischen beiden Häusern des Reichüralhcs hergestellt ist. Dieser Gesetzentwurf bildet einen der wichtigsten Bestandtheile des social-reformatorischen Programms der Regierung; er ist im Vereine mit dem Kranlencaffengesetze berufen, wenigstens den schreiendsten Ucbelständen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Organisation abzuhelfen und den Hunderttausenden von Ärtuileru, welche jahraus jahrein in den großen Gewrrbebl trieben ihr Leben oder ihre Gesundheit riskieren, die Bürgschaft zu bieten, dass sie, eventuell ihre Hinterbliebenen, bei Eintritt eines nnverschuldeten Unglücksfalles nicht dem Elende preisgegeben sein werden. Selbstverständlich wird die Durchführung dieses wichtigen, vollkommen neue Verhältnisse schaffenden Gesetzes noch einige Zeit erfordern, bei der humanen Tendenz jlduch, von welcher sich die Regierung bei Einbringung dieser Vorlage leiten ließ, und angesichts der lebhaften Anerkennung, welche ihre praktische Social-Politik allenthalben, insbesondere aber in den betheiligten Kreisen gefunden hat, ist wohl kaum daran zu zweifeln, dass sie mit thuulichster Beschleunigung auch diesen Act der gesetzgeberischen Thätigkeit seiner praktischen Verwirklichung zuführen werbe. Zieht man diesen Umstand in Betracht und erwägt man, dass auch das so wichtige Postsparcassen« Geseh. das provisorische Budget, das Retrutencontingent' Gesetz, die Vorlage, betreffend die Bestellungen staatlicher Organe fürWildbach-Verbauuugen, die Regelung der Bezüge der griechisch-orientalischen Scelsorgegeist» lichkeit in Dalmatien, ferner das Handelsprovisorinm mit dem denlschen Reiche und Italien, die Angelegen« heit des kramischen Grnndentlastungsfondes und eine Anzahl kleinerer Gegenstände, darunter zahlreiche Peti. tioucn. der Erledigung zugeführt wurden, dann wird man zugeben müssen, dass der abgelaufene Sessions« abschnitt, trotz seiner Kürze, in jeder Beziehung produktiv war und zu den besten Hoffnungen hinsichtlich der weiteren Thätigkeit deS Neichsrathes nach Neujahr berechtigt. Die Regierung darf ihrerseits das Verdienst in Anspruch nehmen, dass sie nicht bloß die legislatorische Action des Reichsrathes nach Kräften gefördert, sondern auch unmittelbar dazu beigetragen hat, deu abgelaufenen Sessionsabschnitt recht fruchtbar zu gestalten, indem sie ailßer den bereits namhaft gemachten uud der Erledigung zugeführten Gesetzentwürfen noch zwei weitere, überaus wichtige Vorlagen für die parlamentarische Verhandlung fertiggestellt hat. Es sind dies das Zuckersteliergesetz, welches vom Ausgleichs-ansschusse des Abgeordnetenhauses mit anerkennens. werter Raschheit durchberathen wurde, und das Gesetz zur Hiutanhaltimg der Trunkenheit, welches von der öffentlichen Meinung mit ungetheiltcr Anerkennung aufgenommen wurde und einem von zahlreichen Körper-schuften lebhaft geäußerten Wunsche entspricht. Die Bedeutung dieser beiden Vorlagen in wirtschaftlicher und moralischer Beziehung bedarf wohl keiner näheren Erörterung, denn sie licgt klar zutage. Bericht über den Congress fiir Hygiene und Demographic, erstattet vom Regierungsralh Dr. Keetzbacher. VI. Noch müssen wir vor dem Schlüsse dieses Berichtes über die zwei glanzvollen allgemeinen Sitzungen berichten, mit denen der Congress eröffnet und geschlossen wurde. Die Eröffnungssitzung in dem großen Musikuer-einssaale bot ein seltenes, glanzvolles Bild. Auf der Estrade Se. kaiserliche Hoheit der Kronprinz Rudolf, umgeben von Ministern und Würdenträgern des Reiches, den Gesandten der fremden Reiche und den Vertretern der fremden Regierungen, und im Saale lind in den Logen ein Parterre von Fachmännern und Gelehrten. Zuerst begrüßte Professor Ludwig als Präsident des Congresses den durchlauchtigsten Kronprinzen als Projector des Congresses. Darauf sprach Se. kaiserliche Hoheit das geflügelte Wort vom Menschen, dem kostbarsten Capitale des Staates und der Gesellschaft. Darauf begrüßte der Präsident des Gesundheitsamtes in Berlin, Professor Köhler, ben Congress im Namen der kaiserlich deutschen Regierung. Dann hielt Professor Brouardel seinen Vortrag: «Dsx moä68 66 ^ropaßlUlOli vl'c lv< Niemal^ h""e sie ihn nicht verzogen. Ich werde ^ zualei^ ^"achen. diesen großen, schönen Knaben, Alicht I !?,Mig ""d so zart, so sanft war, diefes iMsel ^,-"'lch uud Älnt, dieses feine Oval. dlesen n eigen w ^challhaftigleit und liefe», Ernste, der lrällln».;?". b"se großen grauen Augen, so sinnig, ^?'d K^W blondes Haar!. Pfarrer -^"^ lernte keiner wie er. und wenn lyn im rothen Chorrocke in der Sacristei fand, lächelte er jedesmal uud strich ihm liebevoll über die Stirn, denn Nazarinschka war die Andacht selbst während der Messe. Wenn er das Weihrauchfass schwang, wenn er die Glocke erklingen ließ, da schien es, als ob die Orgel freudiger bränste, als ob die blauen Wolken, der Silbert'on von den Stufen des Altares geradeaus zu Gott emporstieg, wie der Opferrauch Abels. ^ ^ , Nazariuschka führte die ganze Iugeud des Dorfes an. Das verstand sich von selbst. Er strebte nicht nach der Herrschaft, sie fiel ihm von selbst zu. Er war immer an der Spitze, wenn es Erdbeeren oder Schwämme zn lesen galt, beim Winden der Garben uud be,m Schüt-teln der Pflaumen, und sah er mitten unter den Knaben nnd Mädchen an dem Hirtenfcuer im Som. mer. wenn sie nachts die Pferde weideten, oder ,m Winter bei dem großen Herde, auf dem die heilige Flamme brannte, da wurde er zum Dlchter. zum Rhapfoden, da erzählte er die alten Märchen von dem fliegenden Wolfe und von Ivanol. dle Geschichten von der schrecklichen Rache der Zarin Olga und von dem muthigen Kanfmanne von Moskau; und w,e er erzählte! .«.<>.. Wenn ich mit der Flinte Hinausgleng, begleitete er mich jedesmal, und dann hatte er eme Art zu fragen, die etwas Rührendes an sich hatte. Ich zeigte ihm im Steinbruche die Muscheln und we versteinerten Pflanzen, und erzählte ihm. wie die Erde entstanden war; ich zerschnitt die Blumen, um ihm den wunderbaren Bau derselben zu erklären, ich nannte ihm die Sterne und machte ihn mit allen diesen leuchtenden Wrlten bekannt, di.- vielleicht auch von Geschöpfen be» wohnt sind, die ringen und sich freuen und leiden wie wir. Er horchte und saun nach und fragte nmder. Einmal traf ich ihn auf dem lle.nen Fr.edhofe. Er nahm mich bei der Hand. fMe nnch m e.nen stillen, freundlichen Winkel und wies mit der Hand auf einen grünen Hügel. «Hier ruht deine Mutter?» sagte ich. Er nickte. Wir giengen zusammen hinaus. Äm Ausgange blieb er plötzlich stehen. «Niemand weiß. wo mein Vater begraben ist,» sprach er, «aber Gott wird ihn finden am Tage des Gerichtes.» Ich war wieder einmal in Borotin, um dort Weihnachten zu feiern. Der Winter war noch strenger als sonst, so dass der Hunger die Naubthiere bis in die Dörfer trieb. Ein Bauer hatte vor kurzem einen großen Luchs in seinem Hofe mit der Heugabel erschlage», und jeden Abend sah man nm den Edelhos die AugM der Wölfe gleich irrenden Lichtern. Eines Nachmittags waren die Kinder aus dem Dorfe mit ihren kleinen Schlitten in den nah?n Wald gefahren, um Holz zu suchen. Die Schueemasseu laste« ten seit Wochen auf deu Amlmen, so dass überall die Erde mit abgebrochenen Zweige» bedeckt war. Nazariu führte sie an. Er war vor kurzem zehn Jahre alt ge< worden. Als sie mit ihrer Arbeit fertig, als die Schlitten alle hoch beladen waren, sagte Nazariu: «Kinder, nachdem wir unsere Pflicht gethan haben, können wir auch daran denken, uns zu unterhalten. Ich will euch eine schöne Rutschbahn machen.» Alle jubelten, nnd wahrend ein Theil mit dem Holze in das Dorf eilte, begann Nazariufchka mit den anderen an dem AbHange des Waldes die Bahn einzurichten. Es währte nicht lange, fo war die ganze Dorfjllgend wieder mit den Schlitten um diefelbe versammelt, die Mädchen mit ihren bunten Kopftüchern, aus denen die Gesichter wie rothbackige Aepfel hervorblickten, und die Jungen mit ihren schwarzen Lammfellmützen. t'aibacher ««tuna ^r. 257. 2108 11. November 188?. kofer aus München den schon bekannten glänzenden Vortrag über den hygienischen Unterricht. Die Wirkung des Vertrages war eine drastische: schöne Sichtung des Materiales, geistreiche Bemerkungen, dazwischen eingestreut Perlen echten Humors und schlagenden Witzes, und doch der Ernst des erprobten Forschers waren die Mittel, mit dem die Rede, trotzdem ihr die volltönende Phrase und der rhetorische Schwung fehlte, ihre Wirkung erzielte. Des officiellen Glanzapparates zwar ermangelnd, war die Schlusssitzuug doch der Würde eines wissenschaftlichen Congresses ganz angemessen, Dank dem glänzenden Vortrage «Ueber die wichtigsten Veiänderungen in der europäischen Bevölkerung seit 1000 Jahren», ein auf hohem Standpunkte stehender und mit ausgreifender Methode angelegter wissenschaftlicher Vortrag von weit« gehendstem Interesse. Ebenso wirksam sprach Professor Corradi aus Pavia über die «Langlebigkeit gegenüber der Geschichte, der Anthropologie und der Hygiene». Als nächster Congress im Jahre 1890 wurde London bestimmt und das Permanenzcumite' für denselben fest» gesetzt. Nach den üblichen Begrüßungsreden schloss Professor Ludwig den sechsten internationalen Wiener Congress. Wenn man mich nun frägt, welchen praktischen Wert dieser Congress gehabt habe, mich, der ich noch unter dem frischen Eindrucke des Durchlebten stehe und in der Erinnerung an so lehrreiche und durch geistiges Leben und geistigen Verkehr verschönte Tage lebe, so will ich mein Urtheil dahin festsetzen: Derartige Congresse, also auch der jüngste Wiener Congress, bieten den Gelehrten aller Nationen Gelegenheit zu persönlichem Verkehr, zum Mei» nungsaustausche, wirken daher unter allen Umständen anregend und klärend. Der internationale Charakter solcher Congresse demonstriert in beredtester Weise, dass es Dinge gibt, die höher stehen, als das einseitige nationale Interesse, und diese Idee wirkt besänftigend und blickerweiternd auf die Engherzigkeit unferes in nationalen Fragen sich aufreibenden Zeitalters, und zwar nicht der hievon ohnedies schon überzeugten Gelehrten, sondern auf die Anschauungen der Oeffentlichteit und der sie vertretenden maßgebenden Kreise. Ist es auch der stets fortschreitenden Wissenschaft nicht möglich, über viele Fragen der öffentlichen Wohlfahrt endgiltig abzuurtheilen, so muss es den Staatsverwaltungen doch erwünscht sein, Directive für die staatliche Einwirkung auf das öffentliche Gesundheitswohl an die Hand zu erhalten, und ich denke, einer größeren Autorität kann sich der Staat nicht erfreuen, als der eines aus Tausenden Gclehrten aller Völker bestehenden wissenschaftlichen Areopags, in welchem jede Meinung Gelegenheit hatte, gehört und auf ihren Wert und ihre Berechtigung geprüft zu werden. Und die letzte Wirkung des Congresses und nicht die mindest wiegende ist der Einfluss derselben auf die große Laienwelt. Diefelbe wird zum Interesse für die Fragen der öffentlichen Gesundheit herangezogen, und diese Fragen, wenn auch nicht vollständig erfasst, doch in ihrer Wesenheit gewürdigt, bilden eine den Intentionen der Wissenschaft zustimmende öffentliche Meinung, und diese übt dann einen wohlthätigen Druck aus Gemeinde, Stadt, Land und Staatsvertretungen, so dass geplante Reformen nur in diesen Kreisen ein geneigtes Ohr finden. Für den Fachmann aber bieten folche Congresse die Anregung zu neuem Forschen, zu neuer Arbeit und zu frischem Muthe und wohl auch zu Selbstvertrauen. Diese Congresse wirken also wie der Regen, der bei eintretender Dürre das im Schoße der Erde ruhende Samenkorn befruchtet und zur Entwicklung neuer, frischer Triebe bringt. Und diese Wirkung möge der Congress auch auf uuseru fachmännischen Kreis ausüben, und dass er dies thue, sollen einzelne Themen, welche den Congress beschäftigten und auch für unsere Verhältnisse actuelle Bedeutung haben, im Laufe diefes Winters in unferem Kreise besprochen und erörtert werden. Dadurch wird der Verein der Aerzte in Krain sich das Verdienst erwerben, auf den Grundlage!,, die der Congrefs geschaffen, weiter zu bauen; und geschieht dies, werden wir berechtig! sein, auf den Wiener Congress nicht bloß als eine Erinnerung an schöne Tage zurückzublicken. Politische Ueverftcht. (Das Repetiergewehr in denDelega-tionen.) Der Heeres-Ausschuss der ungarischen Dele« gation hat sich in seiner vorgestrigen fünfstündigen Sitzung ausschließlich mit der Repetiergewehr-Frage beschäftigt. Die Debatte war mitunt« sehr bewegt. Der Kriegsminister Bylandt-Rheidt legte die Vortheile des KleiN'Calibers und die Umstände dar, die ihu im vorigen Jahre zur Einführung des Maunlicher-Repetier« gewehres veranlassten. Er verwies nochmals darauf, dass er sich im vorigen Jahre infolge der verwickelten politischen Verhältnisse in eiucr Zwangslage befunden habe. Den gegen ihn erhobeueu Vormurf der Ueber« eilung müsse er daher mit aller Entschiedenheit zurück» weisen, zumal die seinerzeit erfolgten Proben seitens der Militärcommission die Vorzüge des Maunlicher-Gewehres sowohl als Repeticrwaffe wie in ballistischer Hinsicht ergaben. Nichtsdestoweniger erkannte man auf Grund weiterer Versuche, dass es über kurz oder lang zur Einführung des kleinen Calibers, dessen Vortheil er schon auseinandergesetzt, kommen müsse. In der be» stimmten Ueberzeugung, dass das kleine Caliber einen wesentlichen Vortheil bedeute, der nicht außeracht gelassen werden dürfe, habe er es unternommen, obgleich er sich der Schwierigkeit seiner Stellung bewusst war, dasselbe einzuführen und einen diesfälligen Betrag ins Budget des Reichs.Kriegsministeriums einzustellen. Der Heeresausschuss hat hierauf mit großer Majorität den vou der Regierung für die Repetiergewehre eingestellten Betrag von 15'/, Millionen Gulden ohne Abstrich be« willigt. (Vag at ellverfahren.) Wie verlautet, vorbereitet das Justizministerium eiue Novelle zur Civil> Processordnung, wonach das Vugatellverfahren auf 500 fl. ausgedehnt und die Berufung au das Landes' gericht zugelassen werden soll. (Klagenfurter Handelskammer.) 3" der am 7. d. M. abgehaltenen Sitzung der Klagen^ Handelskammer berichtete Kammerrath Hinterhuber >>w das Präliminare für das Jahr 1888. Da« E>M deruiö wurde mit 8368 fl.. die Umlage mit 1M, genehmigt. Bezüglich einer Eingabe der Kupfersch"'^ von Steiermark, Oberösterreich und Salzburg a» ^, .Handelsministerium gegen den Hausierhandel »," Kupfergeschirren, über welche seitens der Landes"'^' rung das Gutachten der Kammer eingeholt wurde. ^ schloss die Kammer, vorzuschlagen, dass die La>m°' regienmg die Bezirkshauptmannschaften vou Ma")> Hermagor und Spittal vernehmen möge. . (Der böhmische Landesschulrath)^ schloss dir Errichtung einer czechischen Schule in ^' plitz, verwarf dagegen das Ansuchen der zechischen ^>' fassen vou Turn bei Teplitz um Errichtung einer M" ständigen czechischen Schule dortselbst. . (Galizien.) In Hujcze wurde bereits ^ Widerstand der Bauern gegen die Durchführuinj ^ neuen galizischrn Straßengesetzes gebrochen. uallM man die Rädelsführer, sechs Grundbesitzer. verM hatte. Die requirierte Cavallerie»Abtheilung ist sW nach Siedliska zurückgekehrt; eine Infanterie Abtye^ lung verbleibt noch im Orte, um den Ausbrüch we>' terer Bauernunruhen hintanzuhalten. (Die Krankheit des deutschen Kro^ priuzen.) Die Nachricht über die uicht uubedeliil^ Verschlimmerung, welche in dem Gesundheitszustand des deutschen Kronprinzen eingetreten, hat weit «ve die Grenzen Deutschlands hinaus die schmerzlichste ^.'' sation wachgerufen. Neben der rein menschlichen The' nähme sind es auch ernste politische Erwägung^ welche aufgeworfen und discutiert werden. Allübera, wo man sich iu den Gedanken eingelebt hat, in t>e mitteleuropäischen Friedensbunde und in dem gege, wärtigeu Deutschland, als dem durch seine VollsM. und seine jüngste Entwicklung mächtigsten der "l verbündeten Staaten, die Bürgen für' die TrhalNW des Friedens in Europa zu erblickn — überall oo ficht mau sich der schmerzlichen Frage näherer»!«' was kommen, was sein werde, wenn nicht mehr ls Männer mäßigend auf den Gang der Ereignisse ei wirken, die aus eigener Erfahrung wissen, ^"?^ Sorge, welcher harten Arbeit, welcher Fülle klucM^ Gelegenheiten es bedurft hat, das neubegründetc De» !^ Reich im Frieden zu consolidicreu. In der H"'!"!^ g desselben, in Berlin, drängten die Hiobbposten «" San Remo jedes andere Tagesinteresse in den V"l gründ; die Aufregung ist daselbst umso größer, a keine zweifellos authentischen Berichte aus San /" vorliegen und infolge dessen die erregte Phantasie Bevölkerung auch dort Gesumster flicht und siehl, kein beunruhigender Spuk vorhanden. ,^ (Kaiser-Entrevue.) Es scheint lM'""^ zweifellos zu sein. dass auch Fürst Bismarck u Herr u. Giers der Berliner Kaiserbea/gnung belllA,^ werden. Der Zar wird im russischen Botschaft^" absteigen, dem Kaiser Wilhelm einen Besuch "W" der sofort erwidert wird, und falls es das ÄeP>^ Alle waren guter Dinge, und als nun die ersten Schlitten losgelassen wurden, da dachte niemand mehr daran heimzukehren. Jedesmal, wenn eine Schar lachend den Abhang heruntersauste, schrien die anderen und klatschten in die Hände, und wenn einmal ein Schlitten umwarf und Mädchen und Knaben untereinander in den weichen Schnee kollerten, nahm das Jauchzen kein Ende. So geschah es, dass die Kinder von der Dämme« rung und endlich von der Dunkelheit überrascht wurden. Die Sterne funkelten an dem blassblaueu Himmel, die Mondsichel schwebte über der niederen Kuppel der hölzernen Kirche, und noch immer spielten die Kinder an dem Waldrande. Ich saß allein beim Kamine und las ein Warschauer Journal mit einer prächtigen Erzählung der genialen Elisa Orszeszlo, da schrie plötzlich jemand in de» Hof hinein: «Ein Bär! ein Bär hat unsere Kinder angefallen.» Ich sprang auf, ergriff die Flinte und raunte hinaus, wie ich war. ohne Mutze. Sonderbar, ich dachte an Nazariufchka, während ich dem Walde zulief, warum? Ich sah sein gutes, lächelndes Gesicht vor mir. Unter-Wegs traf ich ein paar Bauern, die mit Dreschflegeln und Messern bewaffnet waren und gleichfalls dem Walde zueilten. Andere folgten; die Frauen schrien durcheinander. Das ganze Dorf war in Bewegung. Während die Kinder sich unter dem Sternen-Himmel im Schnee umhertummelten, war plötzlich ein großer Bär aus dem Walde herausgekommen. In der allgemeinen Lust und Freude bemerkte ihn nie« maud. und als er mitten unter den Kindern ein zorniges Brummen hören ließ. war es zu spät, nm zu entfliehen. Die armen Kleinen schrien, wie aus Einer Brust, entsetzt auf und drängten sich um Nazarin; bei ihm Wchtrn sie instinctiv Schutz, von ihm erwarteten sie Rettung. Der Bär blieb einige Augenblicke unbeweglich vor ihnen, als wollte er seine Wahl treffen, als suchte er sich ein würdiges Opfer, und die Kinder begannen alle zusammen laut zu beten. «Kinder, rührt euch nicht.» sagte Nazarin, dcn Blick fest auf das riesige Raubthier gerichtet, «ich werde euch retten, und wenn es mir das Leben losten sollte.» Langsam zog er das breite Messer aus dem Gürtel. War es das Blitzen der Klinge, das den Bären zum Kampfe herauszufordern schien, genug, im nächsten Augenblicke gieug er schnaubend aus die Kinder los. Nazarin machte das Zeichen des Kreuzes und warf sich ihm entgegen. Auf seinen lauten Ruf stand der Bär auf, und der Knabe stach ihm das Messer bis an da« Heft in den Leib. Doch schon umarmten ihn die furchtbaren Tatzen. Nazarin ließ das Messer los nnd fasste den Bären bei der Kehle. Im nächsten Augenblicke rollten beide in den Schnee. Als wir ankamen, war alles zu Ende — beide waren todt. Nazarin hatte noch die kleinen, aber eisernen Arme um den Hals des Bären geschlungen nnd die Zähne zusammengebissen wie jemand, der seine ganze Kraft aufbietet. Als wir ihn losmachten und sanft auf den Schnee betteten, da wich dieser heroische Trotz, der seinem guten Gesichte für eiuige Augenblicke etwas Wildes gegeben hatte, und er lag da, friedlich uud glücklich, ein Lächeln um die Lippen, wie jene, die eine große, gute That gethan haben. Die Kinder umstanden ihn schweigend, Scheu uud Ehrfurcht im Blicke. Endlich sagte eine leise Stimme — niemand wusste, woher sie kam: «Gott hat ihn zu s'^ ^ nommen, g!» Muth des Eroberers. ^,..,.^ M Uud dann — für sie gibt es kein RatY " ^, den Sternen. Wir forschen, grübeln, stlchen. " stthe». bleibt die Natur stumm für uns. Sie aber "^ ^Z diefe strenge uud doch so mütterliche Stnum^.^ j»i den rauschende!, Meeresmogen zu ""6.? Ao»«"^' Brausen des Sturmes und im Grollen des * . * ^. Mol'" Als ich im nächsten Jahre wieder nacy ^l'', kam, fand ich an der Stelle, wo NazarM gee' O,i>< ein großes Kreuz. Es schien mir schöner ml" ^ fachheit als alle unfere Denkmäler. Auf oe> ,H,el war in großen cyrillischen Buchstaben 5"/'«^ ^ opferte Nazariu Branka aus Vorotin, 1" ^el, ^ sein Leben, um unsere Kinder zu retten, w"" Ae" vorbeigeht, bete drei Vaterunser für !"'""< och- Sacher-U""' ______________________________2109________________________ 1,. November lN<. °!skmw Wilhelm erlaubt, soll außerdem ein große« Mladmer im Kaiserschlosse stattfinden. Dies ist das Programm der Entrem,e. > lVir französische Kammer) hat vor-M?. ^ ^lftlieder der Enquete-Commission ge< MM' Radicalen haben in derselben, obwohl die ""^''"ch den Kammeronreaux stattfand, das Ueber-«lt. N^, ^.„ 22 Mitgliedern gehören w der »>>« ? ""^ 6 der radicals Linken an; die Oppor« ""^n und die Rechte sind nur dnrch je 3 Mit. Mve»- Antreten. (Belgien.) Im belgischen Grubcndistricte Vori-2 "" ""l" ^^'it der Kohlenarbeiter ausge-lck?' ^^lbe hat diesmal einen ausschließlich wi'rt-^uM'chm Charakter. Da bedeutende Nachfragen um "Men vorliegen und die Eisen Industrie einen leb-h. /l'ifschwung nimmt, so benutzen die Arbeiter Wistiqeu Augenblick, um eine Lohnerhöhung zu ^«'"m. Das Charakteristische des neuen Streiks wäre Übel« ^ ^^ die Streikenden von den früheren ^v'» und den anarchistischen Aufwieglern sich abwenden in z, M' sogar mit Gewalt forttreiben. Trotzdem sind ^ ^n ^htl'i, Tagen mehrere Bataillone Truppen nach ' "»und Umgegend abgegangen. icklM schweizerische Bun des rath) be- dum i ^" Handelsvertrag mit Oesterreich. Ungarn h>? ^' Juli 1868 zu kündigen und dem Schweizer ^Mdteu in Wien den bezüglichen Auftrag zu er- niil, Ae" tralisierung Egyptens.) Die «Mor-alls N ^' "^^lt. die französische Regierung habe Aan c^""9 Lessens' der britischen Regierung einen A ^'^ Neutralisierung Egyfttens unterbreitet. Geda » Frankreich vorgeschlagene Lösung schließe den l>n ^n °" "'^ französische Occupation Egyptens ^^^Uedessen Räumung seitens Englands völlig aus. Tagcsneuigleiten. suite n ^^ikstät derKaiser haben, wie die «Klagen, don! ^ung. meldet, der Gemeinde Dellach für' die ^Mn du^ N^and geschädigten Einwohner 500 st-lvie ^^ Fenerwehr in Sachsenburg 60 fl.; ferner, lalh, «Nrünner Z"t"ng» mittheilt, dem Ortsschul-^.."oubel zum Schulbane 200 fl. zu spenden ben M^^"'" Hofe) Einer uns aus Wien zugehen-1L, d l»anot ette ^"' dieselben verstohlen zu. dabei un- ' v°„ V" ^'" Gl^n hinüberblickend, als fürchtete Ko.sl?^vm have; entdeckt zu werden? Ub ^ " stellte sich unwillkürlich diese Fragen, wäh. ' ^lhos fV°"l den Weg zurücklegte, der nach dem "Nr ein,;«' ?"k' '" welchem er wohnte. Er fand nur w 'Es i^""g f"l seine Frage. ^°s ist i ' "ni°s im Werke., sagte er sich. «Der AeNtv^M 'hl Vormund, und er liebt sie. Unter den stille he '6"' Verhältnissen möchte er sie in aller . ihr kl'!"' ^ hat dies Sidonie auseinandergefetzl. Aichkl, >,k l nur die Wahl. sich in ein Kloster zurück- ssell h^? ble Seine zu werden. Was mag sie be- i^Hrn^" es. als ob eine eiskalte Hand sich um , zuM/,? k' T)ie Dankbarkeit, das wnsste er. würde ?ehrnen'. "' M s^ verpflichtet sei. die Werbung an-s.'eb sie ,'.,«»< kuv'lle vor dieser Verbindung aber ' lvelH z "ch"- Welches Gefühl würde dasjenige i>w.'Nm leib'S den Sieg davontrug? »lte,d^""'Pre,s.. starte er, in seinem Gange ß7'i darf «"""'Nlürlich vor sich hin, «um leinen iU rette', !m ^""ten. Es muss mir gelingen. ' "enn irgend ein Mensch eine Maske trägt, so ist dies der Graf von Montöoie. und bei Gott, wie groß auch die Gefahr fein möge, welcher ich selbst mich aussetze, ich will ihm die Maske vom Gesichte reißen, wenn dies zu Sidonie de Ilaine's Glück oder Seelenfrieden nothwendig ist!» Wie langsam Karl die Stunden jenes Nachmittags vergiengen! Ohne des Grafen Dazwifchenkunft wäre er jetzt in Buen Retiro an Sidonie's Seite gewefen. Der Vetter war als Scheidewand zwischen sie getreten; sollte es nur für eine kurze Spanne Zeit oder für immer sein? Mit Erleichterung sah Karl endlich die goldene Sonnenkugel hinter der Bergkette zur Neige gehen und die Abendschatten länger und länger werden, bis es endlich völlig dunkel ward. Es fehlten noch mehrere Minuten auf 9 Uhr. alS er in Buen Reliro anlangte. Das Gitter war offen; er schritt vorsichtig durch die Anlagen, um mit Ver-meibung der unmitttelbaren Nähe des Hauses das «Gar« tenzimmer» zu erreichen, in welchem er mit Sidonie zusammentreffen sollte. Der Laubensih. welcher sich der Bezeichnung «Gartenzimmer» erfreute, lag im tiefste» Dunkel, und Karl ließ sich auf einen der hier stehenden Stühle nieder. Es mochten eben fünf Minuten vergangen sein. obschon es ihn viel länger dünkte, als er Sidome eilig die Allee entlang schreiten sah. welche auf das Garten« zimmer zufühite. Er hörte kaum ihren leichten Schritt, aber er sah ihr bleiches Antlitz, ihre weißen Hände, welche seltsam abstachen von dem düsteren, schwarzen Kleide. Rasch erhob er sich. und gleich darauf stand ste vor ihm. «Sie sind gekommen., stieß sie athemlos hervor. «Entschuldigen Sie. dass ich Sie um diese Unterredung bat, Herr Hargrove!» «Sie zweifelten doch nicht, dass ich kommen würde?» entgegnete er ernst. «Sie wünschten mich zu sprechen, Sidonie! Kann ich Ihnen irgendwie dienlich sein? Ich würde mich dessen von ganzem Herzen freuen!» «Ich wollte Ihnen nur mittheilen,» erwiderte sie, und sie sprach, als weile ihr Geist bei ganz anderen Dingen, «dass wir morgen früh Buen Retiro verlassen werden, um uns nach Paris zu begeben.» «Morgen schon?» rief Karl befremdet. «Es ist sehr plötzlich!» versetzte das junge Mäd chen befangen. «Sehr plötzlich!» bestätigte er ernst. «Und wozu diese Eile?» «Eugene behauptet, dringende Geschäfte in Paris zu haben. Es ward ihm schwer, die nöthige Zeit zu erübrigen, um überhaupt hierher kommen zu können. Er muss sofort zurück und sagt. er könne Buen Retiro nicht verlassen, ohne dass ich ihn begleite.» «Das begreife ich; aber trotz allem hätte er Ihnen doch etwas mehr Zeit lafsen können, um Ihre Abreise vorzubereiten. Hat er Ihnen bereits mitgetheilt, wo Sie in Paris leben werden?» «Er kennt eine alte Dame. Fran von Vernier, die auch meine Mutter gekannt haben soll. Sie wird sehr gern bereit sein, mich in ihrem Hause aufzunehmen — fo meint Eugene — bis — bis — ich mich entschieden haben werde!» fügte sie leifer hinzu. «Sidonie. Sie sind in Sorge.', rief Karl. bestürzt wahrnehmend, dass sie scheu um sich blickte. «Der Graf hat Sie doch in keiner Weise gedrängt?» «Nein!» entgegnete sie eilig. «Thuu Sie ihm lein Unrechl! Er hat lein Wort von seiner Liebe ge» sprocheu, aber —» Mit vor Schluchzen erstickter Stimme hielt Sidonie inne. (Fortsetzung solgt.) üaibacher Feituna Nr. 257. 2110 11. November W?> dafür. Nach dem Gesetze lann einem Pensionisten eine anstündige Nebenbeschäftigung nicht verwehrt werden. Der Ausschuss nahm diese Aufklärung zur Kenntnis. — (Personal:: achrichten.) Der Gemeinde-ausschuss von Planina hat in seiner Sitzung vom 29sten Oktober die Herren: k. k. Hofrath Franz Ritter von Hauer, k. k. Ministerial-Secretär Anton Graf Pace, t. k. Forstassistcut Wilhelm Putick und Gutsbesitzer und Höhlenforscher Franz Kraus mit Rücksicht auf ihre Verdienste um die Entwässerung des Planina-Thalcs zu Ehrenmitgliedern der Gemeinde Planina ernannt. — (Die Staats-V?r waltung und die Südbahn.) Die Stndien in Angelegenheit des Kaufschillingsprocesses der Südbahn dauern fort, und die Austragung des Processes ruht während dieser Zeit. Man glaubt, dass die Verhandlungen wegen eines Ausgleiches in dieser Angelegenheit nicht vor dem Beginne des nächsten Jahres stattfinden werden. — (Director Zöhrer in Trieft.) Der Schiller-Verein in Trieft veranstaltete vorgestern abends ein Concert, das überaus glänzend ausfiel. An dem Concerte hat auch Director Zöhrer aus Laibach mitgewirkt und für seine künstlerischen Leistungen reichen Beifall geerntet. Die «Triester Zeitung» schreibt u. a.: «Was die meritorischen Leistungen anbelangt, so muss in erster Liuie die Wiedergabe des 0-moll-Trios von Mendelssohn und des Duo von Raff über Motive aus dem .Fliegenden Holländer' ehrenvoll erwähnt werden. An dem ersteren betheiligten sich Director Josef Zöhrer, Director Heller und Cellist Albert Luzzatto, an dem zweiten die beiden erstgenannten Herren. Director Zöhrer, der im Verlaufe des Concertes noch eine Nummer von selbständigen Claviervorträgen ausfüllte, ist ein überaus geschickter Pianist, der die Technik seines Instrumentes vollständig beherrscht und in die Geheimnisse der Behandlung desselben eingeweiht ist wie keiner, dabei ein tüchtiger Musiker und gewandter Interpret classischer Musik. Das Spiel war hie und da wohl etwas herb, etwas energisch; aber jeder denkende Künstler steht wie der Musikliebhaber, wenn gute Musik gut vorgetragen wird, unter dem Eindrucke einer unwillkürlichen starken Empfindung, die sich natürlich auch im Vortrage selbst kundgibt. Herr Zöhrer spielte auch eine Romanze eigener Factur, eine Composition, in welcher wir den schönen Anschlag des Künstlers bewunderten, noch mehr aber die Wiedergabe des darauf folgenden Im» promptus von Schubert, dessen durchsichtige Scalentechnil wir wohl schon oft ebensogut, aber nie besser spielen gehört haben. Zöhrer ist ein ausgezeichneter Pianist, und wenn er, wie wir gehört haben, dem Quartett Heller gewonnen ist, so beglückwünschen wir das Quartett und dessen Publicum.» — (Gegen die erhöhte Vier st euer,) welche bekanntlich der Gemeinderath in seiner letzten Sitzung mit 3 fl. per Hektoliter beschlossen, circuliert uuter den Nierbrauern und Gastwirten eine an den Laibacher Gemeinderath gerichtete Petition um Widerrufung des auf Vertheuerung eines so beliebten Nahrungsmittels abzielenden Beschlusses. Die Petition hat allerdings wenig Aussicht auf Erfolg. — (Theater.) «Die schöne Schusterin» ist eines von jenen langathmigen und kurzlebigen Kindern der vorgeblichen Volksmuse O. F. Bergs, die schon lange vor ihrem Vater begraben wurden und heute, nachdem der Autor, die Gallmeyer und Matras ihr Geschick erfüllt haben, nur mehr ein unbehagliches pathologisches Interesse erwecken. Umso höher müssen wir das Verdienst der Gesellschaft anschreiben, die es trotzdem verstand, das Stück über Wasser zu halten und das Publicum stellen» weise, besonders nach den Anfangspiecen, zu Beifall hinzureihen. Namentlich nennen wollen wir Herrn Ernst (Schustermeister Stöckel) und seine Partnerin Fräulein Barth, welche die vermeintliche Phä'dra vom Grund mit vielem Gefühl spielte- ferner Herrn Director Freund, dessen gestriges Debut wir leider verabsäumt habeu, der seinen Titular-Rittmeistcr höchst würdevoll repräsentierte, sowie Herrn Groß, der mit dem «Herrn von Schleich» eine köstliche Charge auf die Bühne brachte. Aber auch alle übrigen Darstellende» hielten sich sehr brav, bis auf die beiden Schusterbuben herab, die ihre überhäusigen «Dachteln» mit der philosophischen Ruhe von Circus-Clowns hinnahmen. Herr Kräuser war mit seinem Phlegma ein vortrefflicher Wenzel Skrict, aber «was er weife verschweigt» : manche von den «Witzen» des Buches wären klugerweise besser weggeblieben, selbst wenn sie gut wären, was zu behaupten uns gar nicht einfällt. — Der Erfolg, den die Vala-brcgue'sche Posse «Durand und Durand» bei der ersten Aufführung errungen hat, veranlasst die Direction, diese Novität, welche auch am Carltheater in Wien außerordentlichen Beifall gefunden, heute zu wiederholen. — Der Besuch der letzten Vorstellungen war ein befriedigender. — (Aus dem kroatischen La nd ta ge.) Die Generaldebatte über das Landcsbudget wurde vorgestern im Budgctausschusse des kroatischen Landtages rasch erledigt. Die oppositionellen Mitglieder Dr. Vrbanic und Dr. Amrus sprachen gegen die Vorlagt. Der Banus Graf Khuen-Hedervary wahrte den Re- gierungsstandpunkt, während Kusevic, Miksic und Miskatovic für den Gesetzentwurf eintraten, worauf derfelbe zur Basis der Specialdebatte angenommen wurde, welche auch sofort begann. Als Referent des Nudget-ausschusses fungiert zum erstenmale Universitäts-Professor Dr. Egersdorfer, eine neue Kraft, von welcher die Regierungspartei sich viel verspricht. — (Herr Franz Levstik,) der rühmlichst bekannte Slavist und Scriptor der hiesigen Lyceal-Bibliothrk, ist nicht unbedenklich erkrankt. — (Die neuen Triester Lagerhäuser.) Die Concessionäre der neuen Triester Lagerhäuser, die Handelskammer und Commune in Trieft, haben dem Handelsministerium vor kurzem die Detailprojeck' dreier Objecte, deren Allsführung zunächst in Angriff genommen werden soll, zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Der Handelsminister hat ein Comite mit der Prüfung der Projecte, welche zwei Hangars und ein Magazin betreffen, betraut und dasselbe angewiesen, dieselbe mit der thunlichsten Beschleunigung vorzunehmen, damit die Bau-Ausschreibung für die erwähnten drei Objecte von den Concessionären ehebaldigst veranlasst werden könne. Bei der Bestimmung der zunächst in Angriff zu nehmenden Objecte wurde, sowie dies auch bei deu weiteren Bau-Ausführungen der Fall sein wird, darauf Bedacht genommen, dass der Verkehr am Hafen, in den gegenwärtigen Lagerhäufern und mit den Bahnhöfen der in Trieft einmündenden Eisenbahnlinien durch die Bau-Arbeiten keine Störung erleide. — (Laibacher Deutscher Turnverein.) Wie bereits gemeldet, veranstaltet der Laibacher Deutsche Turnverein morgen abends in der Glashalle des Casino einen Familienabend mit nachstehendem Programm: 1.) Gruß an Deutschösterreich, Chor mit Clavierbeglei-tung, von Franz Mair. 2.) Schön Rothraut, Chor, Volksweise. 3.) Im Dunkeln, Chor mit Soli und Clavier-begleitung, von E. S. Engelsberg. 4.) Humoristischer Vortrag. 5.) Braun Weidelein, Volkslied aus dem lUten Jahrhundert, für Männerchor bearbeitet von Hugo Jüngst. 6.) Coupletvortrag. 7.) Drah di um, heiterer Chor im Volkston, von I. Koch v. Langentreu. 8.) Legende vom König Gambrinus, Chor mit Baritonsolo und Clavier-begleitung, von Max von Weinzierl. — Die Chöre werden von der Sängerrunde des Vereines gesungen. Die Musik besorgt die Kapelle des 17. Infanterieregiments. Vereinsmitglieder haben freien Zutritt. Nicht-mitglieder (durch Vereinsmitglieder eingeführt) zahlen 50 kr. Anfang 8 Uhr. — (8Iov6N3lco pov8ku äillütvo.) Die dritte ordentliche Generalversammlung des «8lovvn8ko povsko änl8t.vo» findet am Sonntag den 20. November um 6 Uhr abends im Saale des «Aurocwi dom» in Pettau mit folgendem Programme statt: 1.) Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden; 2.) Bericht des Secre-tärs; 3.) Bericht des Cassiers; 4.) Bericht der Rech-nungsrevidenten; 5.) Wahl des neuen Ausschusses; 6.) all-fällige Anträge. Nach der Versammlung findet in den Citalnica-Localitäten eine Unterhaltung mit Gesang und Tanz statt. — (Vieh markt.) Der letzte monatliche Vieh» markt war sehr schwach besucht. Es wurden im ganzen nur gegen 500 Stück Ochsen, Pferde, Kühe und Kälber aufgetrieben. Der Grund des schlechten Besuches lag in dem schlechten Wetter und wohl auch darin, dass die Viehzüchter bei dem jetzt reichlich vorhandenen Futter auf den nächsten großen Elisabeth-Jahrmarkt warten, wo sie bessere Preise zu erzielen hoffen. — (Stritars Werke.) Von den im Verlage der Firma Kleinmayr H Namberg erscheinenden gesammelten Werken Stritars ist soeben das 20. Bändchen ausgegeben worden. Dasselbe enthält die Fortsetzung der Erzählung «866nikovi».__________________________ Annst und ' Wien, 10. November. Der Heeresausschuss del ungarischen Delegation erledigte unverändert de» »^ rückständigen Theil des Extra.Ordinariilins des Hexes' budgets. Unter Hinweis auf den Cavalleriestalld dcl Großmächte betont der Kriegsminister die NothwendigM einer ausgiebigen Vermehrung unserer verhältnismiW schwachen Cavallerie. Gleichwohl beschränkte er sich mu mif die Standeserhöhung von 1025 Pferden auf nn»^' kostspieligere Weise nach dem bei der Landwehrcauallelie bewährten Systeme. Vcrlin, 10. November. Im Befinden des Kais"« ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Er staud l>»tt' früher auf, hörte zahlreiche Vorträge und erschle" ain Fenster. Berlin, 10. November. Die Reichsbant beschlch. leine russischen Papiere mehr zu belehnen. Lombmd' Ellneichungen russischer Werte wurden heute ben'lts zurücka.ewit'seil. Vcrlin, 10. November. Privat»Telegramme ans San Remo bezeichnen die Rückkehr des Krunpri»^ nach Berlin als wahrscheinlich. Heute finden dort we>< tere ärztliche Berathungen statt. Berlin, 10. November. Die «Nordd. allst M' und der «Reichsanzeiger» erhalten folgende Mitthu lnng: Die in San Remo stattgehabte ärztliche C^' sultalion beseitigte leider die Befürchtungen nicht, welche Mackenzie über das Leiden des Kronprinzen neuerdings misdrückle. London, 10. November. Bei dem Lordr Reise nach Berlin nicht vor dem 17. November an treten. ________ ___________________ ^» landschaftlicher Nedouteusaal iu Laibach. « Gastspiel dcr deutschen Gesellschaft vom Armonia-Theater wA,H Heute zum zwcitenmale: Durand undDurand. SHi" in 3 Aufziigen von Nalabrögue und Ordonneau^^^ Verstorbene. Im Spit ale: „ Den 9. Noue in b c r. Johann Mauc, Inwohner, »^ ^ Auämir. , »M, Den 1 0. 3iovcmber. Johann Zaverönil, «"r» i!7 I., infolge erlittener Verletzung. Lottoziehung vom !1. November. Prag: 25 77 47 88 22^^, Meteorologische Beobachtungen in kaibaH^-i g W st «,.. ...-.«.,. O « »»» 4 I i.ll SW. schwach halb IM" ^ar' '.1 . Ab. j 72U.24 4.« SW. schwach fast 5"»" . u„g Morgens Negen, nach 10 Uhr theilweise Wisy" ^el Sonnenschein, abends Wetterleuchten in NO. Das ^ der Wärme 7,7°, um 2,7« über dem Nonnal^^^. ^^ Verantwortlicher Redacteur: I. 5 > Danksagung. > ssnr die vielen Beweise aufrichtiger Tl)ell>w)^ > ans Anlass des Hinscheidens meines theuren " > des Herrn ! Friedrich Mficrer ^ l. l. Negicrungs'Secrctärs > sowie silr die äußerst zahlreiche Betheiligung au^, > iieichenbegängnissc nnd die gespendeten ^'", , -, dr» > bringe ich aus schmcrzersulltem Herzen >)>"" > innigsten Dank dar. . l Gabriele Pfeffere?, geb. MM« . > Lail> ach am 1 l. November Itttt?. 2111 Course an der Wiener Börse vom 10. November 1887. «««^ ^enm Course »^ «eld «Var, Ttl,<»tö.«ulehen. kilb«rem,.......« »o 8i-,d ^'«l>,° l>,?"N>t 000 , I«4 80 1.^2« 0«s>n/^°lb»nle, fill,«,»! . Ill »0 1»«-""llnrenlt. ft«u» '"/ ?N°°" <°/° .... 9,-05 9920 ' cN'^!!' "«u ^W.S. 149 75150 «s lh"!>'!!«? ^'."". l 100 ,l, ö. W. 1« »0 1«'« "N >"°sc 4«/, zoo ft . „, .^ ,^5.^« l., "" w« ft, » ^^^ "»>>««.....l04-!i0«,l «eld ware 5°/„ Itmel» «ana» . . . .l04-—IU5-!i°^ ungarischl......i «lnllhcn b, Ntablgemtlnbt llvlen 10»0010<«0 llnllten l, Etadlg«meinde wlen ^ilbri und «old) .... I»0'lo —'— Pli!M!c».«nl, t, kl.btgem, wlen '«» ?e i»l> »s. Pfandbriefe t^ül WO fi.) Botll!«,al>g,efilrl,<°/,«olb. ,«e?5l«?25 blo, !U l,0 « , 4>/, '/» Ilw 401Ul»'8(! dlo, in 5,n ^ , <°/° . »7'2b «7 50 dto. Pramlrn.»ichulbv«l, >sianl verl, 4'/,«/>,. . il»i «,l<>l «o dl^ „ <°/, . «9 3» U97Ü N , , <°/, . . 99 «6 99 75 Un»^, on,! Nolitncredll»Uctiengtl. ,l> 'l'tf! >n >1, >«,><9 v,rl, »',,»/, —'--------' — P,ivlilütl>'Ol.ligatiVnen ,sllr ><>" ft.! «i llwbtlh'Wefibahn I. «mlsfion > —-------— Netdmaiibs'Nvltba^! i» <5ilb» I00»l,iy«?b silanz^osrs'Vnhn.....—>— — - Oalizilch« «^l!»^udwlu»V»hn «im. iv»l 300 ft E. <'/,"/, . 101'—lO!'50 Oeftl«. »loidwestdahn . . . io«4<»l0?— Eill'«»>l>ü»s«r.......—>— —-— Geld Kl's.rr St»»t«bahn l. U»lsfi»u . .199 —I9< t0»5 PalNy'vosc 40 N..... 4« »5 4?'— siolhen «leuz, oft.Hel.v, W«. 17«» 17 «o Nubl>lf«l!oi».i!ote 40 f>, . . . t>1 - «» b0 Waldfiein»?olchgläh'i.'<)Ic »0 sl. , , «— 47'75 vaul.«ctin» «nnlo-lDeste,-,, Vnnl «00 si. . 10» ?b,n«1 »s, Vi>nlvtl«in, Nicuer, U« fl. - »9'bl» »0 — «dnrl,.«nfi,,Oeft,z!0Nfl.S.4<»«/i,z88—«»9-«lbt.,«nft, <.Hand. u.V. i«04 — «84'b» Depofttenbanl, «l!a.!il»0 fl. .I78.— 179-ei!ift,I»'-H>pclhel»,'Ul>,, ift. itUUs!.i<5°/°«.! —'- —'-^aubeib,. oft., xoosl. O.«»«/, «« -Oesteri.'Ung. Van» . . , ,«8» —8»0'- Unionbanl z<0o l<«l!,hi«bl,n/, »III«, 14» si, . 151'«»>b»'— Held all Uctiin v°u Trln:?port> Unternehmungen. spe» Vtlls). «lb«cht»»ahii »oo sl. Vllbn , — — —' -«llföld.ssium,»Nabn «u si. G!lb, 179'— 17950 «ulfig'kcpl. «elsenl', «>0s!,'Db.,<)«>0ll.V. 17»__»72 5c Dus°Vobenbach« tth.«l!hn «00 fl. «M. . —'----------- ,Gl,b..Ilr.ÜI.lenbera>Vlsellt>Hhl! luo N. . —.— — — «aschllU.Oderb.Giscnb. »aoslE —— —-i!«mb«g»»udolf»L)ahl! l»0U fl. 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