80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechsmal (mit Ausnahme der Feiertage). Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei TeL 25-67, 25-68. 25-69. Marihor, Kopališka ui. 6 Nr. 2-5 Samstag, den 28. Dezember 1940 mserateu- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung. Bezugspreis: \bhoien oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—, für das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Din ILO und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. PfCiS Olfl 1*50 Manborer ftmuitfl Der Krieg beginnt von neuem... Folgenschweres Bombardement der französischen Stadt Luneville Berlin, 27. Dez. (Avalat-DNB) Wie man erfährt, hat die britische Luftwaffe in der Nacht zum 24. Dezember Explosiv-und Brandbomben auf die Stadt Luneville abgeworfen. Eine Explosivbombe traf das Krankenhaus. 20 Franzosen fanden hiebei den Tod. Die Leichen konnten nur mit größter Anstrengung aus den Trümmern des Krankenhauses geborgen werden. Durch Brandbomben wurde ferner ein Wohngebäude der Krankenschwestern vernichtet. Das Gebäude, in welchem alle Vorbereitungen für die Abhaltung des Weihnachtsfestes beendigt worden waren, ist teilweise eingeäschert worden. Das Bombardement auf Luneville hat in ganz Frankreich Erbitterung ausgelöst. Berlin, 27. Dez. (Avala-DNB) Wie bereits bekannt, haben deutsche Luftstreitkräfte während der Weihnachtsfeiertage keine Einflüge nach England unternommen. Demgegenüber flogen am zweiten Weihnachtstage und in der Nacht zum 25. d. englische Flugzeuge über Frankreich und bombardierten Flugplätze und Häfen im okkupierten Teile Frankreichs. Der Materialschaden war gering. In der französischen Zivilbevölkerung forderten die Bombenabwürfe ihre Opfer. Militärische Objekte wurden nicht getroffen. Ein englisches Flugzeug wurde durch deutsche Flak abgeschossen. London, 27. Dez. (Reuter) In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages gab es verschiedene Anzeichen dafür, j daß die weihnachtliche Waffenruhe im Westen ihr Ende gefunden habe. Briti-! sehe Kampfflugzeuge stießen weit ins okkupierte Gebiet vor und bewarfen die Kanalhäfen mit Bomben. Auch die deutschen, an der Kanalküste postierten Ferngeschütze eröffneten heute ihr Feuer auf Dover, von wo jedoch keine Schäden und Opfer gemeldet werden. London, 27. Dezember. (Avala-Reu-ter) Wie die Ministerien für Luftfahrt und innere Sicherheit mifteilen, war in der Nacht vom 26. zum 27. Dezember über England keine Aktivität des Feindes zu verzeichnen. London, 27. Dez. '(Ava-la-Reuter) Admiral Cunningham ist zum Lord- Kommissär in der Admiralität und gleichzeitig zum Chef für Anschaffungen und Transporte ernannt worden. Admiral Cun niogham steht im Alter von 55 Jahren und war Kommandant der ersten Eskader des Kreuzergeschwaders im Mittehneer. London, 27. Dez. (Avaia-Reuter) Nach einem vorgesehenen Plan ist gestern ein neuausgebüdetes Fliegerkontingent aus Kanada und Australien eingetroffen. N e w y o r k, 27. Dez. .(Avala-DNB) Nach Meldungen aus Ottawa sind in drei Kasernen der kanadischen Kriegsmarine I Brände entstanden. Ein Matrose fand hierbei den Tod, sieben andere wurden ver-1 letzt. Neue Opfer des Seekrieges Britischer Zerstörer von einem deutschen Tauchboot torpediert London, 27. Dez. (Avala-Reuter) Die britische Admiralität teilt mit Bedauern mit, daß der Zerstörer »A c r o n«, der unter dem Kommando des Kapitäns zur See Wilson stand, torpediert worden ist. Die Angehörigen der Opfer wurden von dem Geschehnis in Kenntnis gesetzt. Der Zerstörer »Acron« gehörte der »Acosta«-Klasse an. Er wurde 1930 vom Stapel gelassen. Der versenkte Zerstörer verdrängte 1330 Tonnen. Er entwickelte 35 Knoten Geschwindigkeit und setzte sich seine Ar- mierung aus vier 10.5 Zentimeter-Geschützen, sieben kleineren Kanonen und acht Torpedolancierrohren zusammen. Die Bemannung betrug 138 Mann und Offiziere. New York, 27. Dez. (Avala-DNB) Der englische Frachter »W i t h i r e« (1238 Tonnen), der in einen Fleischtransporter umgestaltet worden war, gab einen Funkspruch, wonach er 400 Meilen westlich der irischen Westküste torpe- diert worden sei. New York, 27. Dez. 15 Schiffbrüchige des englischen Dampfers »A r a c a t a-c a«, die in einem kanadischen Osthafen eingelangt sind, bestätigten die Torpedierung des genannten Dampfers durch ein deutsches Tauchboot, und zwar erfolgte die Versenkung 700 Meilen westlich der irischen Westküste. Das Schicksal der übrigen 49 Mitglieder der Bemannung ist nach wie vor unbekannt. Adolf Hitler im Kreise feiner Soldaten An der Westfront, 27. Dez. (Ava-la-DNB). Wie im Vorjahre, so verbrachte der Führer die -Weihnachtsfeiertage auch heuer unter seinen Soldaten und Arbeitern an der Westfront. In erster Linie besuchte der Führer diesmal jene Einheiten der drei Waffengattungen, die in den letzten Monaten im Kampfe gegen England ohne Unterlaß eingesetzt waren. Am ersten Tage weilte der Führer bei den Leuten der Organisation Todt in der Nähe der schweren Kampfbatterien der Fernartillerie. In einer Rede, die de Führer bei dieser Gelegenheit hielt, betonte Adolf Hitler seine unerschütterliche Zuversicht auf den Sieg, und gab den Arbeitern die Parole für das neue Jahr: »Vor uns steht die Freiheit und damit die Zukunft unseres Volkes. Hinter uns liegen bitterste Erfahrungen. und in uns lebt der unverrückbare Entschluß, daß aus diesem Krieg ein besseres und schöneres Deutsches Reich erwachsen soll«. Auf seiner weiteren Fahrt entlang der Kanalküste besuchte der Führer eine Batterie nach der anderen. Nachmittags passierte Hitler Boulogne sur Mere, um mehrere dort stationierte Flug-zeugeskadrillen zu besuchen. Auch zu den Fliegern sagte Hitler, daß der Sieg sicher sei Den Abend verbrachte der Führer im Kreise seiner engsten Mitarbeiter, überall wurde Adolf Hitler mit unbeschreib'icliem Jubel und Begeisterung begrüßt. De herrliche Haltung, in der der Führer die Truppen auf seiner Fahrt antraf, machte auf alte Teilnehmer der Fahrt den schönsten Eindruck. Auch die Haltung der deutschen Frontsoldaten kann durch folgende Worte charakterisiert werden: äußerste Aufopferung und Sicherheit hinsichtlich des Sieges. Die,Antikriegsbewegung in USA. Newyork, 27. Dez. (Avala-DNB). Der katholische Erzbischof von Cincinnati Nicols hielt eine Rundfunkrede, in der er u. a. sagte, daß eine ausländische Macht die Vereinigten Staaten in den Krieg zerren wolle. Der Erzbischof erklärte in Anknüpfung daran, daß die Vereinigten Staaten um jeden Preis auch weiterhin bei ihrer neutralen Haltung verbleiben müßten. Hoffnung verloren haben, können glauben, daß Italien fähig wäre, von seiner unerschütterlichen und herrlichen inneren Einheit abzugehen, um England zu retten. Nur solche Leute können glauben, daß die Achse zerfallen könnte, damit den englischen Piraten die Möglichkeit einer Aus-rabung und Zerstückelung Europas gegeben werde. England kann gegen die Luftbombardements nichts unternehmen und auch die Blockade zur See und zur Luft nicht abwehren.' Andererseits weiß die britische Regierung sehr gut, daß die Zahl der Tauchboote der Achsenmächte von Monat zu Monat wächst. Die Blockade gegen England wird immer schlimmer und das Leben des englischen Volkes immer unerträglicher. Angesichts einer solchen Lage ist Curchills Versuch, dem das italienische Volk seinen stolzesten Glauben an den Sieg entgegenhält, wohl zu verstehen. Kälte in Spanien. Madrid, 27. Dez. (Avala-DNB). In zahlreichen Städten Spaniens, besonders in Nordspanien, ist grimmige Kälte cin-getreten. Die meisten Straßen sind einge- Cetinje von der Umwelt abgeschnitten Beograd, 27. Vor Weihnachten Dezember setzte in . (Avala) ganz Ju- goslawien ein starker Schneefall ein, der sich verschiedentlich sehr unangenehm auswirkt, zumal während der Weihnachlslagc grimmige Kälte herrschte. Im-Eisenbahnverkehr sind grosso Störungen zu verzeichnen. Wegen Verwehungen sind mehrere Strecken unpassierbar, so vor allem die Linie Beograd—Sarajevo. Viele Autobusse blieben im Schnee stecken. Cetinje ist wegen des hohen Schnees schon vier Tage von der Aussenwclt abgeschnitten. Rom Liber Churchills „letzte Illusionen" Rom 27. Dez. (Avala-DNB). Der di-j Persönlichkeiten bereits die Schwere der plomatische Korrespondent der amtlichen I Lage empfänden, daher auch die letzten Agenzia Stefani schreibt in einem 1 Illusionen, mit denen sie sich auf absurde Kommentar zur letzten Reue C h u r- j Ereignisse stützen Nur Menschen — so c h i I 1 s, daß die führenden englischen I schreibt der Korrespondent —, die jede weht und die Züge verkehren großen Verspätungen. nur in9 Schwerer Tornado auf Kuba H a v a n n a, 27. Dezember. (Avala-DNB) Über Kuba fegte gestern ein schwerer Tornado hinweg. Vierzig Personen wurden getötet, mehrere Hundert Bewohner verletzt. Durch den Tornado wurde ungeheurer Materialschaden angerichtet. Weihnachtliche Waffenruhe zwischen Deutschland und England englische Luftwaffe entwickelte zu den Weihnachtsseiertagen irgendwelche Affivität / Wie London Weihnachten feiette Weder die deutsche noch öi London. 27. Dezember. Die Londoner Zeitungen befassen sich noch zwei Tagen einer richtigen weihnachtlichen Waffenruhe, die in London ohne_ Fliegeralarm blieb, mit Erwägungen über den »offiziellen Waffenstillstand«. Die Blätter konstatieren in diesem Zusammenhänge die Tatsache, daß seit dem 23. Dezember keine Aktivität der deutschen Luftwaffe festgestellt werden konnte. Lediglich auf den Orkney-Inseln soll von englischen Jägern ein deutsches Flugzeug ' abgeschossen worden sein, dessen Bemannung gefangen genommen wurde. Man kann wirklich von einer Waffenruhe über die Weihnachtsfeiertage sprechen, da die Wetterlage nicht so Ungünstig war, als daß die Operationen zur Luft nicht zu- i gelassen hätte. So wie die deutschen Luftangriffe auf England ausgeblieben waren, gab es auch keine britischen Einflüge in den Luftraum der besetzten Gebiete und des Reiches. London, 27. Dezember. (Reuter). Auch gestern nachmittags herrschte über England Stille. Die See im Aermel-Kanal war ruhig. Ueber der See und den Küsten liegt eine feine Nebelschichte. Berlin, 27. Dezember. (DNB) Der gestrige Bericht des Oberkommandos deutschen Wehrmacht Trägt folgenden i Wortlaut: »In der Nacht zum 24. und am 25. Dezember keine besonderen Ereignisse.« Madrid, 27. Dezember. Wie der Lon doner Bericherstatter des Madrider Blattes »ABC« berichtet, hat die Londoner Bevölkerung heuer Weihnachten unter ganz anderen Umständen gefeiert wie in früheren Jahren. London mußte vielem entsagen, woran man früher gewohnt war, wenn Weihnachten gefeiert wurde. den Kirchen gab es keine Gottesdienste, so daß die Leute erst nachmittags die Kirchen besuchen konnten. Die Polizei untersagte alle Weihnachtsfeiern, wie sie von den Londoner Hotels und Restaurants im Vorjahre noch im vollen Umfange gefeiert wurden, ln größeren Gruppen durften die Leute sich nur in den Luftschutzkellern treffen. Zum ersten Male läuteten heuer in London auch nicht die Weihnachtsglocken. Am 23. Dezember erfolgte der. letzte deutsche Luftangriff auf London. Nene deutsche Trappen nach Rumänien? Nach amerikanischen Meldungen soffen es gegen 300.000 Mann fein / 160 ungarische Züge eingestellt z Berlin dementiert die Meldungen über Truppenentsendungen nach Rumänien casting Newyork, 27. Dez. Columbia Broad-Service berichtet atis Budapest über neue deutsche Truppentransporte, die über Ungarn nach Rumänien instra-diert werden. Der Bericht spricht von 200.000 bis 300.000 Mann, die mit allem erforderlichen Kriegsmaterial ausgerüstet sind. Die genannte amerikanische Agentur schließt auf Grund dieser Truppenbewegungen auf neue militärische Ereignisse im europäischen Südosten. Man spricht einerseits von der Möglichkeit der Besetzung der Donaumündung, anderseits soll Deutschland entschlossen ein, Italien im Kampfe gegen Griechenland zu Hilfe zu eilen. Die »United Press« berichtet hiezu aus Berlin, daß man in dortigen offiziellen Kreisen keine Informationen hinsichtlich der Meldungen über Truppentransporte nach Rumänien erhalten könne. Die Nachrichten werden in Berlin nicht bestätigt. Ebenso wird aus Ankara berichtet, daß man auch dort keine Meldungen über die erwähnten deutschen Truppenverschiebungen habe. r London, 27. Dez. (Reuter). Die amerikanischen Zeitungsagenturen veröffentlichen Budapester Informationen über angebliche große deutsche Truppen-Tran-sittransporte über Ungarn nach Rumänien. In Londoner offiziellen Kreisen wird erklärt, daß über solche deutsche Truppenverschiebungen nichts näheres bekannt ist. Budapest, 27. Dez. Wie die Generaldirektion der Ungarischen Staatsbahnen mitteilt, wurden bis zum 31. Dezember auf sämtlichen Strecken 160 Züge täglich eingestellt. New York, 27. Dez. (United Press) Nach Informationen aus diplomatischen Kreisen der ungarischen Hauptstadt sind Ryti, Finnlands Staatspräsident Zum neuen finnischen Staatspräsidenten wurde der amtierende Ministerpräsident Rytj (unser Bild) gewählt augenblicklich 300.000 bis 350.000 Mann deutscher Truppen auf dem Transport über Ungarn nach Rumänien begriffen. Neben den motorisierten Einheiten befinden sich noch alle anderen Einheiten, wie sie die Zusammenstellung der deutschen Wehrmacht aufweist. Für die neu einlangenden deutschen Truppen sind nach diesen Informationn neue Stäbe in Temesvar und in Arad gebildet worden. New York, 27. Dez. Dem Berner Korrespondenten der »New York Times« letzten Zeit etwa Berlin, 27. Dez. (Associated Press) Gestern mittags richteten die Journalisten gelegentlich der üblichen Pressekonferenz im Reichspropagandaministerium an den Vertreter der Regierung die Frage, was er zu den aus Budapest und über Amerika verbreiteten Meldungen über die ungarischen Zugseinsteklungen zu sagen habe, die wegen den deutschen Truppentrans- zufolge sind in der . , . . . ^ . . . _ . 150.000 bis 200.000 Mann deutscher l^cn erfolgt se.en.Derdeuteche Reg.e-Truppen zusätzlich nach Rumänien ent- j ruflgsvertreter erklärte daraufhin, es se. sendet worden. In schweizerischen diplomatischen Kreisen soll man der Ansicht sein, daß die Lage im Südosten eine ra sehe Verwicklung erfahren habe, sehe Beobachter im Südosten sind der Ansicht, daß Deutschland schon in den nächsten Monaten eine Änderung im griechisch-italienischen Kriege werde zwingen wollen. ihm nicht bekannt, aus welchem Grunde die ungarischen Behörden den Verkehr in 'I \ diesem Ausmaße beschränkt hätten, doch Miütäri- i se* dies nicht mit Deutschland in Zusam-j menhang zu bringen. Insbesondere de-i ment leite der Regierungsvertreter die j Nachrichten, denen zufolge ungarische ™ | Zugsgarnituren für deutsche Truppentransporte reserviert worden wären. er- EHurchills Rede in Rom als Gonöerfriedensangeboi aufgefaßt Energische Ablehnung durch die italienische Presse / Die Antwort der „Deutschen Diplomatisch-politischen Korrespondenz" Rom, 27. Dez. Von maßgeblicher Seife wurde zur bekannten Rede Winston Churchills an die Italiener folgendes erklärt: Das italienische Volk wird den Krieg an allen Fronten bis zum Endsieg fortsetzen. Die Tatsache, daß Churchill in diesem Augenblick mit diesem Appell für einen Kompromißfrieden hervortrat, beweist nur, daß England die Welt über seine tragische Situation in Kenntnis gesetzt hat. Churchills Rede ist in Rom als Vorschlag Englands aufgefaßt worden, die Feindseligkeiten zwischen Italien und England einzustellen. Italien ist weder an der griechischen Front noch anderswo bereit, mit England einen Sonderfrieden einzugehen. Die italienischen Blätter schreiben, Londoner Lagerhäuser ausgebrannt Soeben erreicht uns über Amerika diese Aufnahme, die nach einem Großangriff auf London gemacht wurde. Nach amerikanischen Angaben brennt hier eines der größten Lagerhäuser in den Dockanlagen. Die Feuerwehr versuchte vergeblich, den Brand zu löschen ChurdriH irrt, wenn er glaubt" daß er zwischen Italiens Monarchie, Italiens Staatsführung und die Nation einen Keil zu treiben imstande ist. Churchill — so schreibt »P o p 01 o d’ 11 a 11 a« — hat nur bewiesen, daß er das italienische Volk nicht kennt. Churchills Botschaft an die Italiener ist nach Ansicht der römischen Blätter lächerlich. Die Sanktionen altein hätten bewiesen, wie unaufrichtig England Italien gegenüber eingestellt war. Berlin, 27. Dez. Die »Deutsche Diplomatisch-politische Korrespondenz« beschäftigt sich in einem Aufsatz mit dem jüngsten Appell Churchills an die Italiener. In dem Artikel wird die Rede des britischen Premiers als ein absurder Versuch der Befriedung hingesiteilt, deren Autor höchstwahrscheinlich der neue Außenminister Eden ist. In dem Artikel heißt es ferner, daß die Rede so zugeschnitten war, daß sie in den Vereinigten Staaten einen bestimmten Eindruck erwecken sollte. In Amerika — so schreibt das genannte deutsche Organ — hätte der Eindruck dahin wachgerufen werden sollen, daß die Lage Englands noch nicht so hoffnungslos sei, als man denke, vielmehr habe sie eine Wendung zum Besseren erfahren. Churchills Rede hätte die Dinge so dargestellt, als ob das italienische Volk nur ein wenig überlegen müßte, damit die allgemeine Kriegslage in Europa über die Nacht zugunsten Englands sich wende. Wenn man in London wirklich solche Illusionen zu wecken versuche, dann werden sie sich kaum 24 Stunden halten, welche Zeit das italieni-i sehe Volk für die verdiente Antwort auf I Churchills Werben nötig hat. Diese Ant-| wort wird nichts anderes sein als die verschärfte Ausgabe der kurzen und klaren Antwort, die Mussolini seinerzeit dem gleichen Winston Churchill im Namen des italienischen Volkes gegeben hat. Ministerpräsident Cvetkovič in Kupinec Eine Erklärung des Regierungschefs, der sich als Gast Nr. Maceks in Kupinec befindet „Unsere Situation ist fest" Zagreb, 27. Dezember. Gestern um 9.10 Uhr vormittags trafen Ministerpräsident Dragiša Cvetkovič und Minister Dr. Konstantonovič in Zagreb ein. Bald nach der Ankunft empfing der Ministerpräsident im Hotel »Esplanade« die Vertreter der Presse. Ministerpräsident Cvetkovič gab bei dieser Gelegenheit den Vertretern der Presse gesprächs weise Erklärungen über die Lage. Cvetkovič erklärte u. a.: »Die Verstädigungspolitlk wird in der jetzigen Linie fortgesetzt Sie hat sich als die beste Politik erwiesen, denn sie zeitigte die besten Früchte. Das wird heute schon von den größten V a t i k a n s t a d t, 27. Dez. (Stefani). Der Papst empfing am Dienstag vormittag im Konsistorialsaal die Mitglieder des Kardinalkollegi'uns. die ihm ihre Glückwünsche zum Weihnachtsfeste zum Ausdruck brachten. Die huldigende Begrüßung verlas der Dekan des Kollegiums. In seiner Antwoit auf die Glückwünsche der Kardinäle dankte der Papst zunächst für die Begrüßung und erwiderte sie aufs herzlichste. Dann würdigte er die erhebtnde Bedeutung des Weihnachts festes. Kein Ereignis auf Erden kann, sagte der Heilige Vater, das göttliche Mysterium der Geburt Christi trüben, weil an seiner Wiege alles menschliche Leid Heilung findet. Der Papst verwies sodann auf die Besorgnis, mit der er die Heimsuchungen des gegenwärtigen großen Krieges begleite und betonte, daß sowohl jetzt wie nach dem Kriege die Arbeit der Tröstung sich auf die Heilung der empfangenen Wunden richten müsse. Mit besonderer väterlicher Sorge gedachte Pius XII. der Kriegsgefangenen und erklärte, er sei glücklich, daß er an sie durch seine Abgesandten aufmunternde Worte habe gelangen lassen können. Dann sprach der Papst von den Bewegungen, die in den verschiedenen Ländern zur Hilfeleistung für die Kriegsgefangenen und Flüchtlinge, sowie deren Familien eingeleitet worden sind. Er erinnert an seine Erklärungen vor einem Jahre über den auf der Gerechtigkeit basierenden Weltfrieden und fügte hinzu, daß diese Erklärungen auch heute in vollem Maße zeitgemäß seien. Fortfahrend erinnerte der Heilige Vater ferner daran, daß die Kirche sich nicht immer die mitunter einander widersprechenden Ansichten über die Verfahren zu eigen machen müsse, mit denen man die gegenwärtigen Fragen der einer besseren Zukunft entgegenführenden Umgestaltung Europas lösen wolle. Der Papst gab der Hoffnung Ausdruck, daß sämtliche Na. tionen aus dem gegenwärtigen Kriege ungebrochen an Seele und Leib hervorgehen werden. Die wesentlichen Forderungen der neuen Ordnung stellte der Heilige Vater in folgendem fest: 1. Sieg über den die Vö!ker gegenwärtig voneinander trennenden Haß. N e w y o r k, 27. Dezember. (DNB) Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Herbert Hoover hielt vor der »Pennsilvannia Society« einen Vortrag über die aktuellen wirtschaftspolitischen Probleme der Vereinigten Staaten. Hoover brachte hiebei die steigende Besorgnis der amerikanischen Wirtschaft zum Ausdruck, und zwar wegen der von der Regierung Roosevelt betriebenen Dikta tur in wirtschaftlichen Angelegenheiten Hoover bestritt energisch jeglichen Wert eines solchen Systems, welches schon einmal nach dem Weltkriege seinen Zu- Gegnem eingestanden.« Auf die Frage der Journalisten, w a-r u m er ausgerechnet zu Weihnachten nach Zagreb gekommen sei, erklärte der Ministerpräsident:»Ich bin nach Zagreb gekommen, um die Stadt in ihrer weihnachtlichen Stimmung und auch meine Freunde zu sehen, die hier zahlreich vertreten sind«. Auf die weitere Frage, was er von der Ernährungslage halte, erklärte der Ministerpräsident: »Zunächst ist es notwendig, zu sehen, wie diesbezüglich die Verhältnisse in den Nachbarländern liegen, besonders aber in den Staaten, die am Kriege nicht beteiligt sind. Selbstver- 2. Sieg über das gegenseitige Mißtrauen. 3. Sieg über das Prinzip, das den Nut. zen zur Grundlage des Rechtes macht. 4. Abstellung der auf dem Gebiete der Weltwirtschaft bestehenden allzu scharfen Mißverhältnisse, damit allen Staaten die entsprechenden Lebensmöglichkeiten gegeben werden. 5. Sieg über *n Egoismus. An die Berlin, 27. Dezember. (DNB). Der englische Arbeitsminister B e v i n erklärte bei einer Veranstaltung der Londoner ausländischen Pressevereinigung, der gegenwärtige Krieg sei keineswegs nur ein Krieg Großbritanniens. England kämpfe für ein Prinzip, das das Leben der Menschheit auf Generationen hinaus verbessern würde, wenn es erst einmal zur Wirklichkeit geworden sei. Berlin, 27. Dez. Anläßlich des Weihnachtsfestes richteten Reichsminister Hess an die Nation, Reichsmarschall G ö r i n g an die Luftwaffe und Großadmiral R a e d e r an die Kriegsmarine ihre Botschaften, in denen die feste Zuversicht des kommenden Sieges ausgesprochen wird, der die Grundlage des neuen Reiches und der geplanten europäischen Neuordnung abgeben werde. Zürich, 27. Dez. Anläßlich der Weih nachtsfeiertage richtete König Viktor Emanuel III an die italienische Nation eine Botchaft, die Worte des Dankes an die Soldaten enthält, gleichzeitig aber sammenbruch erlebt habe und daher sicherlich nicht erfolgreich sein könne. In den Vereinigten Staaten müsse daher die Erkenntnis darüber wachgerufen werden, wie weit die eigene Aufrüstung und die Hilfeleistung für England gehen könne, ohne das Land in den Krieg zu ziehen. Es gehe um die Erfüllung eines vor der Präsidentschaftswahl gegebenen Versprechens. Es liege im Interesse der amerikanischen Nation, so bald wie möglich die Grenze zu bestimmen, bis zu der man in der Hilfe für England gehen könne. stündlich kann es auch bei uns nicht so sein- wie im Frieden«. Die Frage über die internationale Lage beatnwortete der Ministerpräsident wie folgt: »Unsere Lage ist fest und das ist das Ergebnis der klugen Politik, die wir betrieben haben.« Der Ministerpräsident begab sich sodann ins Haus des Finanzministers Doktor § u t e j, wo er als Gast beim Mittags tisch geladen war. Nachmittags begaben sich Ministerpräsident Cvetkovič und Minister Dr. Konstantinovič nach Kupinec, wo sie Gäste des Vizepräsidenten Dr. Maček waren. Stelle des Egiosmtis müßten eine aufrichtige Solidarität und eine freundschaftliche Zusammenarbeit treten. Am Schlüsse seiner Rede gab der Heilige Vater dem Wunsche Ausdruck, daß dieverantwortlichen Männer eine billige Lösung zur Errichtung einer wirklichen neuen Ordnung finden, Dann spendete er der Welt seinen Segen. Er erklärte weiter, daß die Sympathien und Gefühle jedes einzelnen der Neutralität keinen Platz mehr ließen. Es könne keine Neutralität zwischen Recht und Un gerechtigkeit geben. Zu diesen Aeußerurrgen Bevins nimmt die »Deutsch Diplomatisch-Politische Kor respondenz« Stellung. Wie im vorigen Jahre der britische Feldzug gegen den Begriff »Neutralität« das Ziel verfolgt auch das Versprechen, daß die italienische Wehrmacht kein Hindernis kenne, welches imstande wäre, Italien auf seinem Marsche zum Stehen zu bringen. Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres G e ne ralf el dm a rsch a 11 v. Brauch i t s c h richtete ebenfalls eine Weihnachtsbotschaft an das deutsche Heer. In dieser Botschaft heißt es u. a.: »Die vorjährigen Weihnachten feierte ich bei euch an der Maginot-Linie, die Frankreich schützen sollte, was'aber nicht der FaH war. Heuer stehe ich vor der Wasserwand, die England nur so lange schützt, solange Deutschland es will. Alle Gegner Deutschlands wurden endgiltig geschlagen und England besitzt auf dem Kontinent kein Schwert mehr.« Es sei jetzt die Aufgabe, England zu schlagen, um eine neue Ordnung in Europa zu gewährleisten. König Georg VI von England richtete an das britische Imperium 'eine Rundfunkansprache, in der er die Haltung des englischen Volkes im Abwehrkampfe würdigte. Den Geist der neuen Gemeinschaft werde man in allen Völkern verbreiten müssen. Es werde nötig sein, weniger an sich als an die Nächsten zu denken. Die Zukunft werde schwer sein, doch beharre England Unerschütterlich auf dem Wege, der zum Siege führen müsse, damit der Weg zu Gerechtigkeit und Frieden gebahnt werde. Ähnliche Appelle ließen im Rundfunk auch Kronprinzessin Juliane von Holland, der Herzog von Windsor und General Wawell vernehmen. habe, vornehmlich die Länder des europäischen Südostens und des Nordens in den Krieg hineinzuziehen, so handle es sich diesmal für England darum, so stellt die Korrespondenz fest, in der Not, in der sich das Empire durch den von ihm selbst hcraufbeschworenen Krieg befindet, die amerikanische Hilfe nunmehr bis zur letzten Konsequenz zu gewinnen. »England kennt in seiner Sucht,« so schreibt sie u. a. wörtlich, »andere Völker für sich auszunutzen, keine Grenzen und es ist natürlich, daß, je gefährlicher seine Lage ist, diese Instinkte um so hemmungs loser bei ihm zur Geltung kommen. Eines also sollte man in London endlich aufgeben, nämlich den Versuch, immer wieder dar Welt vorzumachen, daß es seinen Kampf altruistisch für andere führe, England betrachtet als sein Kriegsziel die Wiederherstellung jenes Zustandes, in dem es durch Beherrschung aller Zufahrtwege und durch Kontrolle des Welthandels das Geschick jedes einzelnen Landes — ob groß oder klein auf Gnade oder Ungnade in seiner Hand halten kann. Es bekennt sich daher, als Mittel zum Zweck, zum uneingeschränkten Hungerkrieg gegen Frauen und Kinder, der sogar gegen Nichtkriegführende dann in vollstem Umfange gehandhabt wird, wenn diese sich nicht bedingungslos seinem Willen fügen. Zweck und Methode dieses unmoralischen Kampfes ist somit niemals Freiheit, sondern Knechtschaft und Knechtung in höchster Potenz, und nichts anderes als Unmenschlichkeit ist es, mit der England ohne die geringsten Gewissenbisse zum Ziele zu kommen sucht. Wenn die Achsenmächte heute auf allen Kriegsschauplätzen dieses England bekämpfen, so geschieht es nicht zuletzt, um auch die übrigen Nationen dieses Raumes von diesem Regime unerträglicher Willkür zu befreien und diesem ewigen britischen Terror ein Ende zu bereiten. (MTI) Ihtsm HuetmstkitkU Möbliertes Zimmer zu vermieten Von Hans Karl Breslauer »Der Herr kommt das Zimmer an-schau’n, nicht wahr, ja?« »Ich habe den Brief, den Sie mir auf meine Annonce hm geschrieben haben, heute früh erhalten!« sagte Bruno, der voll mißtrauischen Unbehagens an hundert möblierte Zimmer dachte, die er in der letzten Zeit angesehen hatte. »Da ist’s aber gut, daß der Herr gleich heut’ gekommen ist!« zog sich Frau Pe-karek das Schürzenband fester. »Ein Zimmer wie das meinige ist schnell weg! Es ist halt ein Kreuz, wenn man ein möbliertes Zimmer sucht, überall fehlt die Bequemlichkeit. Aber bei mir ist das ganz anders... Bitt’ schön, treten 8' nur ein.« Frau Pelka re k öffnete die Tür. »Aber...«, sagte Bruno verdutzt, »aber... das ist ja ...« »Nicht wahr, ja!« strich Frau Pekarek über die kahlen, Stellen einer sich mausernden Plüschtischdecke. »Das ist ein gemütliches Zimmer!« »Sie verzeihen, aber ich suche ein ruhiges Gassenzimmer...« »Eben deswegen«, nickte Frau Pekarek verständnisvoll, »eben'deswegen habe ich Ihnen geschrieben. Da werden 8' von keinem Lärm gestört. Da gibt’s keine Läuterei von der Elektrischen und keine Straßensänger. Es gibt nichts über einen ruhigen Lichthof.« »Und außerdem«, šah sich Bruno in dem düsteren Raum um, »habe ich annonciert, • daß i dh ein Zimmer mit Bad suche.« »Aber ja, ich habe ja die Annonce gelesen. Da ums Eck ist die städtische Badeanstalt. - - Und was Sie sonst noch brauchen, ist auch alles da... Die Möbel sind solid, unterm Schreibtisch, werden wir was unterlegen, daß er net wak-kelf, und im Winter können 8' Ihnen ein eisernes Öferl aufstellen.« »Liebe Frau«, wollte Bruno eben ärgerlich werden, als ein entzückendes, blondes, blauäugiges Persönchen eintrat, Bruno neugierig, verwirrt ansah und' mit einer leisen Entschuldigung dann wieder davonhuschte. Ein Sonnenstrahl hatte den unfreuud- WeiHnachtöbolschaft des Papstes Nie wesentlichen Forderungen der neuen Ordnung der Welt Hoover fordert Begrenzung der Hilfe für England Der Sinn des Arieges WER KÄMPFT FÜR DIE FREIHEIT DER WELT? — KRITIK DER »DEUTSCHEN DIPLOMATISCH-POLITISCHEN KORRF SPONDENZ« AN EINER REDE DES ENGLISCHEN MINISTERS BEVIN. WeihnachtSbotfchaften in beiden kriegführenden Lagern lieh düsteren Raum erhellt, und während Bruno der Entschwindenden nachsah, sagte Frau Pekarek: »Das war meine Nichte. Seit mein Mann gestorben ist, wohnt sie bei mir. So viel brav ist das Madl... Sie wird Ihnen das Frühstück bringen und die Schuhe und Kleider putzen.« »Hm«, überlegte Bruno, »wenn es Ihnen recht ist, machen wir vorläufig einen Vertrag auf ein halbes Jahr. Ich will sichergehen, daß mir nicht gekündigt werden kann... Ein Vierteljahr bezahl’ ich im .voraus.« > »Sie werden's nicht bereuen«, strahlte Frau Pekarek. »So gut wie bei mir haben S’ bestimmt noch nicht gewohnt.« Bruno fühlte sich, als ihm die reizende Nichte am ersten Morgen das Frühstück .brachte, wohl wie noch nie und plauderte, während er den Kaffee trank, so angeregt mit ihr, die seinen zarten Aufmerksamkeit mit einem schelmischen Lächeln entgegenkam,' daß er beinahe die Bürostunde versäumte. Am dritten Tag brachte Frau Pdkarek das Frühstück, und als die bezaubernde Nichte auch am/nächsten und übernächsten Tag nicht zum Vorschein kam, fragte' Bruno den Hausbesorger: »Sie, Herr Swatusch, ich will ' die Frau Pekarek nicht fragen, weil sie es vielleicht schlecht auslegen könnte, aber wo ist ihre Nichte hingekommen? Ich sehe sie schon seit Tagen nicht.« »Oh«, flüsterte der Hausbesorger, »die werden Sie überhaupt nimmer sehen .. Weil sich die Pekarek immer, wenn sie das Zimmer vermieten tut, für ein paar Tage ' ein Girl von der Fiimbörse engagiert!« , ' .; Aus 1®I|® Aus Stadt und Umgebung Maribor, Freilag. den 27. Dezember AWer Knapp vor Erreichung seines 84. Lebensjahres ist am Weihnachtstage in den Vormittagsstunden der in unserer Stadt seit Jahrzehnten bekannte Geschäftsmann Herr, Michael A i c h e r entschlafen. Der Verstorbene enstammte einer alten bayerischen Bierbräuerfamitfe. Michael Aicher war ursprünglich die Laufbahn eines Wundarztes bestimmt, doch kam es später anders und so wandte er sich dem kaufmännischen Fache zu. Während des Weltkrieges war der Verstorbene Inhaber des Lager-Cafes und des Offizierskasinos in Strnišče bei Ptuj. Nach Liquidierung des Lagers zog sich Michael Aicher von seinen • vielseitigen Geschäften auf sein Gut in Pernica zurück: Erst vor einigen Jahren siedelte er sich wieder in der Drausfadt an. Aicher erfreute sich wegen seines angeborenen gemütlichen und offenherzigen Wesens, vor allem aber wegen seiner Redlichkeit in Geschäfts- und Bekanntenkreisen der besten Wertschätzung. Mit ihm versinkt ein Stüak Alt-Ma-riborer Lokalgeschichte ins Grab. Michael Aicher war bis zu seinem jähen Tod geistig frisch und sozusagen eine lebendige Chronik unserer Stadt. Einem hiesigen Chronisten wollte er noch vor kurzem versprochene Mitteilungen Liber Einstiges geben, doch ist es dazu nicht mehr gekommen. Michael Äichers sterbliche Hülle wird am 28. d. in der Familiengruft am Franziskaner-Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. werden. Friede seiner Asche! Den schwergetroffenen Hinterbliebenen unser innigstes-Beileid! C. Personalnachricht. Der Diplom-Philosoph Herr Boris Misja aus Ceijc-, der, wie gemeldet,' vor Tagen hier mit Fräulein Hermine Toplak den Bund fürs Lebens schloß, wurde an der staatlichen Bürgerschule in Gornja Radgona als Honorarlehrer angestellt. c. Die Bilderausstellung des akademischen Malers Prof. Albert Sirk im Sitzungssaal der Stadtspailkasse, über die wir in unserer Weihnachtsnummer ausführlich berichtet haben, wird heute, Freitag, um 19 Uhr geschlossen. Noch sind es einige Stunden bis dahin. Wer die Ausstellung noch nicht besucht hat, lenke sofort seine Schritte dorthin! c. 70 Jahre Stadtverschönerungsverein. Vor Tagen hielt der Stadtverschönerungsund Fremdenverkehrsverein in Celje seine 70. Jubiläums-Vollversammiung ab. Dem Jahresbericht entnehmen wir, daß der Verein auch im abgelaufenen Berichtsjahr überaus tätig war. Der Weg von der Le. vecer Brücke nack Petrovče, einer der schönsten Feldwege in der Umgebung unserer Stadt, wurde mit zwei Brücken versehen, die Stadt selbst wurde mit elektrischen Uhren ausgestattet, in den Anlagen gegenüber dem Hotel »Post« wurde ein Alpengarten errichtet, es gab Parkmusiken der Militärkapelle und keine Verunreinigung des Sannflusses mehr. 94.798 Geviertmeter Land werden vom Verschönerungsverein erhalten. Dem Berichte war auch zu entnehmen, daß Celje im abgelaufenen Jahre von 13.504 Fremden besucht worden war. über das große Arbeitsprogramm des Stadtverschönerungsvereines für das kommende Jubeljahr haben wir bereits berichtet. Um alle die geplanten Arbeiten auch durchführen zu können, wird der Verein eine große Sammelaktion einleiten und bittet schon heute tun eine tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung. c. Von cf^r staatlichen Handelsschule. Die Direktion der zweiklassigen staatlichen Handelsschule in Celje gibt allen Schülern bekannt, daß der Unterricht nicht am 11. Jänner, sondern erst am Montag, dem 13. Jänner 1941, beginnt. c. Aufruf an die Jahrgänge 1921—1923. Alle in Celje wohnhaften Jünglinge, die in den Jahren 1921, 1922 und 1923 geboren wurden, haben sich, einerlei, ob sie nach Celje zuständig sind oder nicht, wegen der Eintragung in die Militärlisten unverzüglich oder bis spätestens 12. Jänner 1941 zwischen 9 und 12 Uhr beim Miiitär-referenten der Städthauotmannr-chaft zu Neuerliche M chlverteuerung INFOLGE DER GÄNZLICHEN VERMAHLUNG MEHL Schon vor zwei Wochen, als" die ’näüe Verordnung über die Vermahlung des Weizens herauslkam, wurde angekündigt, daß der Preis des Ein.heitsmehles etwas verteuert wird, weil die Mühlen Weißmehl nicht mehr erzeugen dürfen. und weil das Einheftsmehl besser sein wird. Tatsächlich erschien dieser Tage eine Verordnung der Banats Verwaltung im Donaubanat, wonach die Preise für Weizen und auch Maismehl neuerdings hinaufgesetzt werden, wobei jedoch die Weizen-und Maispreise unverändert bleiben. Da Slawonien auf den Getreide-und Mehlbezug, aus der Wojwodina angewiesen ist, gab jetzt der Banns des Drau-banats eine Verordnung heraus, die auch bei uns eine Mehlverteuerung mit sich bringt. Darnach haben die Mühlen aus einem Meterzentner Weizen mit einem Hektolitergewicht von 76 Kilo 85 kg gesiebten Einheitsmehl und 14 kg Kleie zu vermahlen oder aber 99 k Einheitsmehl. Das Einheitsmehl kostet bis. auf weiteres im Großhandel pro Meterzentner 85% gesiebten Einheitsmehls höchstens DES WEIZENS ZU EINHEITS- ungesiebtes 485 Dinar und gewöhnlichen ungesiebten Mehls 400 Dinar. Der Preis für Weizenkleie beträgt fortan 250 Dinar pro Meterzentner. Der Preis versteht sich franko Station des Verkäufers, bei Lieferungen des Prevod (Banats-Ernährungsinstitut) und beim Bezug aus anderen Banaten jedoch franko Station des Käufers. Im Detail h am d e 1 kostet das Einheitsmehl fortan 5.50 Dinar und Kleie 2.75 (bisher 5 bezw. 2.50 Dinar) pro Kilo. W e i ß m e h 1 wird in Slowenien nur noch vom Prevod für Bedürfnisse der Kranken und der Spitäler hergestellt, und zwar höchstens zehn Waggons monatlich. Der Preis beträgt 8.50 Dinar pro Kilo. Die Bewilligung' zum Backen von W c i 13-b r o t erteilen die Verwaltungsbehörden erster Instanz. Die Verordnung bestimmt auch den Verdienst der Mühlen am flach-m Lande, wobei genau festgesetzt wird, welche Mehl- und Kleiemengen der Müller für das zum Vermahlen übergebene Getreide einzuhändigen hat. Für Zuwiderhandelnde sind s bonge Strafe’n angesetzt. TeUwEe Erhöhung der Gerichtsmxrn Der Ministerrat hat auf Antrag des Finanzministers einige Gerichtstaxen erhöht. So beträgt die Taxe für Entscheidungen in Zivilangekgenheiten, wenn der strittige Gegenstand 8000 bis 10.000 Dinar ausmacht, 200 Dinar, bei größeren Summen jedoch 2% des Wertes des strittigen Gegenstandes. Bei Hinterlassenschaftsangelegenheiten bei einem Wert bis 5000 (bisher 25.000) Dinar taxfrei, bei größeren Beträgen beläuft sich die Taxe auf 0.1%, jedoch mindestens 10 und höchstens 10.000 (bisher 5000- Dinar. Bei melden. Jünglinge, die nicht nach Celje zuständig sind, melden sich im Zimmer Nr. 20. Alles Nähere finden sie am Schwarzen Brett des Rathauses. c. Kino Union. Freitag und Samstag der Ufa-Film »Der Postmeister« nach der gleichnamigen Novelle von Puschkin mit Heinrich George, Hilde Krahl, Hans Holt und Sigfried Breuer in den Hauptrollen. Das ist ein machtvolles Bild des Lebens, ein machtvolles Lied von den Leidenschaften und Irrungen der Herzen — die in ihrer Wahrheit und Tragik erschütternde Geschichte des alten, gläubigen Postmeisters, d-er seine schöne Tochter Dunja an die große Stadt verliert. Selten hat sich ein Film so ernsthaft mit seiner literarischen Vorlage äuseinandergesetzt. Ein filmisches Kunstwerk in ! Legalisierungen von Abschriften, Schriften usw. beträgt die Taxe für den ersten Bogen fortan 22.50, für die weiteren Bogen jedoch je 15 (bisher 10 ) Dinar. Bei Lizitationen wird eine Taxe von 3% des Wertes des erworbenen Gegenstandes eingehoben, sobald die Versteigerung rechtskräftig geworden ist. Hier ■>prac ein Erlebnis für Millionen! Julftiern der Volksdeutschen In allen grösseren Orten Jugoslawiens, wo deutsche Volksgruppen leben, fanden dieser Tage die Julfeiern (Fest der Wintersonnenwende) statt, die alle Volksdeutschen, in gemeinsamer Weltanschauung vereint, versammelt sahen. In Maribor fand die Julfeier in den Räumen des Sportklubs ..Rapid“ stall. Die Festrede hielt der Gaul(ihrer Senior Johann B a r o n. Wie schon der äussere Rahmen zeigte, handelte es sieh diesmal um kein Vereinsfest, die Volksgemeinschaft als solche war angetreten, um sich Rechenschaft abzulegen über den Weg der jüngsten sorgenschweren Vergangenheit, der sie zu jener Einheit geführt hat, vor der alles Trennende wich. In diesem Jahr wurde der über alle politischen Grenzen wirkenden deutschen Weltan-I schauung der unzertrennliche Kreis 1 deuisenen Volkslums geschmiedet. Die- sen Gedanken gab Bauführer Baron in seiner Festrede in packenden Worten Ausdruck, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen. Mit dem Lied der Ausländsdeutschen fand die Weihestunde ihren Abschluss. Am 21. November fand, wie in allen Ortsgruppen des Schwäbisch - Deutschen Kulturbundes in Jugoslawien, auch in Ptuj im deutschen Vereinshause die Julfeier unter stärkster Beteiligung aller Volksdeutschen aus der Stadt und Umgebung statt. Die Feier begann mit dem Aufmarsch der einzelnen Gruppen in Einheitstracht unter Vorantritt der Männergruppe. Das Bild, das sich den Anwesenden bol, entsprach durchaus der Entwicklung und der geschlossenen Ausrichtung, die das gesamte deutsche Volkstum in Jugoslawien im letzten halben Jahre unter Führung des Volksgruppenfüb-rers Dr. Sepp Jan k o genommen hat. An der Stirnwand des Saales waren auf rotem Hintergründe auf rundem weissen Felde die Initialen d. Schwäbisch-deutschen Kulturbundes angebracht, davor stand das Rednerpult, flankiert von je drei Männern der Mannschaftsgruppe. Vor der Bühne nahmen nach dem Einmarsch die Männer, Frauen und Jugendgruppen Aufstellung. Nach Absingung d. Schar-„Wenn wir marschieren“ wurde der Julkranz von einer Gruppe von Burschen und Mädchen feierlich in den Saal gebracht, wobei der Führer der Jugendgruppe Emst Elsbachef den Spruch sprach. Nach Absingung des Liedes .,Flamme empor“ betrat Ortsgruppenleiter Josef Wressnig das Rednerpult. In seiner Julrede wies er auf die Bedeutung der Julfeier im germanischen Zeitalter hin und leitete sodann auf die Entwicklung über, die das Volkstum in Jugoslawien seit Erstarkung des Deutschen Reiches genommen hatte. Die-Rede wurde mit einem „Sieg Heil“ auf das Gedeihen des deutschen Volkstums in Jugoslawien beschlossen. Mit der Absingung des Liedes der Ausländsdeutschen fand die Feier ein würdiges Ende. Am Freitag, den 20. Dezember abends fand die Julfeier der erst vor ligen Monaten gegründeten Ortsgruppe L j u b I j a n a des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes im festlich geschmückten Saale des Hotels „Metropol“ statt; es war das erstemal, dass die junge Ortsgruppe mit einer Veranstaltung in die Oeffenllichkeit trat. Zunächst begrüsste der Obmami der Ortsgruppe Ing. Tön nies die Anwesenden und hiess- sie willkommen. Dazu erfolgte der Einmarsch der Jugendgruppe, die durch ihr frisches u. strammes Auftreten allgemeinen Beifall errang. Nach dem Anzünden des Julkranzes und einem Sprechchor ergriff der Abgesandte der Gauleitung Grill aus Maribor das Wort zur Julrede. In packender Weise deutete er den Sinn des Julfestes. Nach der Festrede, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte, wurde der offizielle Teil des Abends durch das mit Begeisterung gesungene Lied der Ausländsdeutschen geschlossen. Die Teilnehmer blieben dann noch lange Zeit in herzlicher Aussprache beisammen, die das Band zwischen den Volksgenossen noch enger knüpfte. m. Todesfälle. In Maribor ist der Färbermeister Herr Paul K u n n e r t am Donnerstag im Alter von 67 Jahren verschieden. Die Beisetzung erfolgt "am Samstag, den 28. d. M. um 16 Uhr von der Aufbahrungshalle des städtischen Friedhofes in Pobrežje aus statt. •— In Sladki vrh ist der dortige Gastwirt Herr Stefan Pes tiček am Weihnachtstage im Alter von 76 Jahren plötzlich gestorben. Die Beisetzung des Verstorbenen findet am Samstag, den 28. d. um ;1 Uhr vormittags vom Trauerhause aus auf uen ! Ehepaar im Schlafe vergiftet SCHRECKUCHES UNGLÜCK IN MELJE. — DER MANN TOT DIE GATTIN BEWUSSTLOS. Ortsfriedhof in Marija Snežna statt. — Friede ihre Asche! den schwer getroffenen Hinterbliebenen unser innigstes Beileid! m. Schnitter Tod raffte am 26. d. M. den Staatsbahnbeamten i. R. Herrn Michael Moser in Pobrežje im Alter von 69 Jahren hinweg. Die sterbliche Hülle wird am Samstag, den 28. d. M. um 14.30 Uhr von der Aufbahrungshalle des Städt. Friedhofes in Pobrežje aus im Familiengrabe auf dem St. Magdalena-Friedhofe zur letzten Ruhe bestattet werden. Friede seiner Asche! Den schwer getroffenen Angehörigen unser innigstes. Beileid! m. Aus dem Gerichtsdienst. Versetzt wurden die Gerichtsadjunkten Radomir Trampuž von Dolnja Lendava nach Maribor und Franz D e r e n č i n von Marenberg nach Ptuj, ferner die Gerichtspraktikanten Georg Picck von Murska Sobota nach Novo mesto und Dr. Franz Jenko von Celje nach Ljubljana. Ernannt wurde zum Gerichtskanzlisten der Praktikant Josef Sever in Dolnja Lendava für Ormož. m. In Ljubljana verschied nach langem schweren Leiden im Alter von 67 Jahren der Magistratsdirektor i. R. Dr. Miljutin Zarnik, der Bruder des bekannten Hochschulprofessors Dr. Boris Zarnik. Der Verblichene betätigte sich auch in der Malerei und als Theaterkritiker.. — R. ?. p.l m. Evangelisches. Sonntag, den 29. d. werden die Gottesdienste ausfallen. in. In den Ruhestand versetzt wurden Oberkatasterinspektor Rudolf D i d e k in Celje sowie die Bürgerschullehrerin Frau Herma Bračič in Maribor. optik-fachmann ? nur e. peteln m. Maximierung der Preise für Un-schlitt. Die Banatsverwaltung hat den Preis für Ünschlitt festgesetzt. Bis auf weiteres dürfen die F’eischhauer in Siowe nien reinen, ausgelassenen Ünschlitt zu Ernährungs- und technischen Zwecken höchstens zu 24, rohen Darmunschlitt zu 18 und rohen Nieren- sowie andere Arten von Ünschlitt zu L4 Dinar pro Kilo abgeben. Übertretungen dieser Bestimmungen werden streng geahndet. m. Die Spirituspreise wurden neu festgesetzt und gelten bis Ende Oktober 1941. Darnach kostet raffinierter genießbarer Spiritus 20.80 Dinar pro Hektolitergrad, franko Station des Käufers, jedoch ohne Umsatzsteuer. Die anderen Spiritusarten wurden ebenfalls hinaufgesetzt. Die neuen Preise gelten jedoch nur dann, wenn die Spiritusfabriken jederzeit mindestens 100 Waggons Spiritus auf Lager haben, sonst finden die bisherigen Preise Anwendung. Der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Preis dient als Prämie für die Spirituserzeugung aus Mais und Rohzucker. * Dr. čemič ist zurückgekehrt und ordiniert regelmäßig im Sanatorium, Tyr-ševa 19. 19126 m. In schwerer Wmtersnot wendet s'ch ein kranker und arbeitsloser Familien, vater mit fünf Kindern an edle Menschenherzen mit der innigen Bitte um kleinere Spenden, die die Schriftleitung der .Mariborer Zeitung« übernimmt. Vergelt’s Gob im Voraus! m. Wetterbericht vom 27. Dezember, 9 Uhr: Temperatur minus 13, Luftfeuchtigkeit 95%, Luftdruck 746.3 mm, windstill. Gestrige Maximaltemperatur —4.6, heutige Minimaltemperatur —19 Grad. 20 cm Schnee, Niederschlag 9.8 mm. * Hornhaut und Hühneraugen entfernt schmerzlos »Bata«. 9345 Witz und Mumrt Das Lebensalter der Schauspielerin Ein alter Wiener Burgschauspieler trifft eine alte Kollegin aus seiner Anfängerzeit. »Ist es wirklich wahr, daß du nun inzwischen auch schon fünfzig bist, Lolett?« fragte er. »Nicht ich bin es, nur mein Taufschein'< erwiderte gekränkt die Schauspielerin. In den gestrigen Vormittagsstunden meldete sich in der Wohnung des in der Maschinenfabrik Ježek beschäftigten Schlossermeisters Alois Zeman der Beamte Jaroslav Mühlstein. Da alles Pochen an der Türe vergeblich blieb, verschaffte er sich mit Hilfe anderer Hausbewohner gewaltsam Eingang. Die Eintretenden fanden Zeman sowie dessen Gattin bewußtlos in ihren Betten vor. Man verständigte unverzüglich den Arzt In Počehova spielte sich am Weth-nachtstag eine schwere Bluttat ab. Vor dem Hause des Besitzers Fekonja in Počehova erschienen mehrere ziemlich angeheiterte Burschen und begannen ohne irgendwelchen Grund die Fenster und die Tür zu demolieren. Fekonjas Sohn Franz, der gerade auf Urlaub zu Hause weilte, trat den Radauschlägern entgegen und setzte sich mit dem Messer in der Hand zur Wehr. Im folgenden Handgemenge verletzte Fekonja den Zimmermann Leopold K a r n e a derart schwer, daß dieser bald darauf der 'erlittenen Verletzungen erlag. Der Gemeindend der Umgebungsgemeinde Radvanje hielt knapp vor Weihnachten eine Sitzung ab, in der verschiedene aktuelle Fragen zur Verhandlung gelangten. Vor allem galt die Sitzung der W e i h n a c h t s b c-scherung der Notleidenden. Die Gemeinde votierte den Betrag von 1000 Dinar zur .Anschaffung von Kleidern und Schuhwerk sowie von Nahrungsmitteln für die notleidenden Schulkinder. Den gleichen Betrag wandte auch die Ortsgruppe des Rotkreuzes auf, die sich ja die Linderung der Not auf ihr Banner geschrieben hatte. Den Kindern komite leider nur eine bescheidene Weihnachtsbcsclic-rung zuteil werden, aber immerhin wurde 'der bittersten Not einiger müssen Rechnung getragen. Wie in den übrigen Gemeinden der Umgebung von Maribor wurde auch in Radvanje im Sinne der diesbezüglichen Verordnung des Banns cin A p-Provision i e rungsa m t ins Leben gerufen, um die Bevölkerung mit dem Notwendigsten in genügender Menge zu versorgen. Die Gemeinde sieht sich einer schweren Aufgabe gegenüber, der sic einstweilen nicht Herr werden kann. Nach der Verordnung hat nämlich die Gemeinde das Approvisionic-rungsamt zu finanzieren, sie hat jedoch selbst mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und kann das erforderliche Betriebskapital nicht auf-bringen. Sie hat zwar Schritte unter-! nommen, um einen entsprechenden Kredit zu erhalten, doch ist ihr dies bisher noch nicht gelungen. Die Gekl- Dr. Ivanšck, der Zeman trotz mehrstündiger Bemühungen nicht wieder zum Leben erwecken konnte, dagegen wurde die Gattin in tiefer Bewußtlosigkeit ins Krankenhaus überführt. Die erste Untersuchung ergab, daß die Leitung des Sägespäneofens, der am Abend in Brand gesetzt worden war, schadhaft war, sodaß die Gase ungenügenden Abzug fanden. Zeman erreichte ein Alter von 48 Jahren. In Kokolanjščak bei Sv. Jurij ob Ščavnici feierte man im Hause des Besitzers Stefan Koren den Namenstag. Unter den Gästen befand sich auch Körens Schwager Ivan Tivadar, der, als er allzu reichlich getrunken hatte, mit einer Pistole blind um sich zu schießen begann. Als Koren an Tivadar herantrat, richtete dieser die Waffe gegen ihn und drückte ab. Koren wurde vom Projektil in die Brust getroffen. Der sofort eingetroffene Banatsarzt Dr. Špindler leistete dem Schwerverletzten die erste Hilfe und schaffte ihn dann selbst ins Krankenhaus, wo er mit dem Tode ringt. institute werden von den Gemeinden mit Ansuchen utn Kreditgewährung bestürmt und können nur teilweise die Eingaben in Berücksichtigung ziehen. Die Lage ist für die Gemeinde umso unerquicklicher, als auch den Gemeindebediensteten Gehalts- bezw. Lohnaufbesserungen werden gewährt werden müssen, um die Lebenshaltung mit der fortschreitenden Teuerung ei-nigermassen in Einklang zu bringen. Der Gemeinderat beschloss ferner, vom 1. bis 20. Jänner 1941 eine Korrektur der Wählerverzeichnisse vornehmen zu lassen und hat jeder volljährige Staatsbürger, der mindestens sechs Monate ständig in Radvanje lebt, das Recht, sich davon zu überzeugen, ob er in das Wählerverzeichnis richtig aufgenommen worden ist. Schliesslich werden alle Besitzer von Herrenrädern aufgefordert, bis Neujahr am Gemeindeamt zu erscheinen sowie das Verkehrsbüchel und die Militärbescheinigung mitzubringen. Aus Ptiil p. Royal-Tonkino. Kommenden Samstag und Sonntag der neue Ufa-Film »Frauen für Golden Hill«. Interessanter Film, der u. a. von einem Mädchentransport nach Australien handelt. Prachtvolle Naturaufnahmen, überaus gespannte Akrobationen in der Luft. Ein Film, der jedermann interessieren wird. In den Hauptrolle Viktor Staal und Karl Mar-tcll. Mmlbcm IMec lllllllll— I'II III REPERTOIRE: Freitag, 27. Dezember: Geschlossen. Samstag, 28. Dezember um 20 Uhr: »Der gewöhnliche Mensch«. Ermäßigte Preise. Zum letzten Mal. Sonntag, 29. Dezember um 15 Uhr: »Peterchens letzter Traum«. Schüleraufführung der Mädchen-Bürgerschule I. Um 20 Uhr: »Habakuk«. Union-Tonkino. Zu den Weihnachtsfeiertagen kommt der ausgezeichnete und unterhaltende Abenteurer- und Cowboyfilm »Hardy im wilden Westen« mit dem Kinoliebling Mickey Rooney in der Titelrolle zur Vorführung. Seine Partner sind Lewis Stone und Cecilc Parker. An beider Feiertagen um halb 11 Uhr Matinee. Esplanade-Tonkino. Unser Weihnachtsprogramm: Der große Lustspielschlager »Der Herr im Haus« mit Hans Moser, Leo Stezak und Marie Andergast. Eine erstklassige Komödie voll Humor und lustigen Verwicklungen. — Es folgt der wunderschöne musikalische Liebesfilm »Lie-besträume« mit Olga Tschechowa, Hans Söhnker und Erika Dannhoff. Burg-Tonkino. Das große Weihnachtsprogramm: »Die beiden Wildtauben« (Stärker als die Liebe). Eine bewegte, mit wuchtiger Dramatik gestaltete I.iebes-geschiche, zu der die Gebirgswelt der Alpen einen wirkungsvollen Rahmen abgibt. In den Hauptrollen Paul Richter, Svetislav Petrovič, Paul Wegener, Karin Harth und Leny Marenbach. Der Film steht nur drei Tage am Programm. — Ab Samstag: »Der Falstaff von Wien« mit Paul Hörbiger. 2lpotMennacht&ienft Vom 21. bis 27. Dezember versehen die Stadtapotheke (Mr. Minarik), am Hauptplatz 12, Tel. 25—85, sowie die St. Rochus-Apotheke (Mr. Rems) an der Ecke der Aleksandrova-Meljska-ccsfa. Tel. 25-32, den Nachtdienst, Das Wetter Wettervorhersage für Samstag: Vorwiegend bewölkt, kalt und windig. Rodle-Programm Samstag, 28. Dezember. Ljubljana, 7 Uhr Nachr., Frühkonzert. 12 Bunte Musik. 17 Für die’Jugend. 17.30 PI. 18 Kirchenmusik. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20 Außenpolitische Wochenschau. 20.30 Bunter Abend. — Beograd, 17.35 RO. 18.30 PI. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20.30 Übertragung aus Valjevo. — Prag, 15 Bunte Musik. 16.30 RO. 18.30 Abendmusik. — Sofia, 17 Konzert. 18 Volksmusik. 19.30 Nachr. 10 Gesang. 21 Tanzmusik. — Budapest, 17.40 Klavier. 19 Nachr. 19.20 Bunter Abend. — Frankreich I., 15 Kammermusik. 16.15 Hörspiel. 17 Konzert. 18.15 PI. — Beromünster, 15 Zither. 16.30 Jugendstunde. 19.15 PI. 21 RO. — Italien I., 19.30 Konzert. 20.30 Solistenkonzert. — Deutsche Sender, 10 Kammermusik. 11.45 Mittagskonzert. 15 Konzert der Wiener Symphoniker. 16.20 Gesang. 18.20 Leichte Musik. 21 Unterhaltungsmusik. — Toulouse, 16.30 Gesang. 17 Hörspiel. 17.30 Exotische Musik. 18 Tanzmusik Aus Dcniwumd um niiiiiiiiii.m 'ihm g. Eine Ortsgruppe des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes wurde für Dravograd und Umgebung ins Leben gerufen. g. Jäher Tod. In Dravograd wurde die Besitzerin und gewesene Hebamme Katharina K o 1 e i t e r in ihrem Zimmer tot aufgefunden. Sie hatte einen Schlaganfall erlitten. Die Verstorbene war Hundertemale dabei, wenn Erdenbürger das Licht der Welt erblickten. g. Silvesterfeier. Die Feuerwehr in Dra vograd veranstaltet kommenden Dienstag im Sokolsaal eine Silvesterfeier unter Mitwirkung des Orchesters. Der Reingewinn ist für neues Gerät bestimmt. Bluttat am WelHuachtStag EIN TOTER UND EINER, DER MIT DEM TODE RINGT Todessprung Von der NeichSbrLlcke TRAGISCHER TOD EINES ARBEITSLOSEN HANDELSGEHILFEN. Gestern nachmittags war die Reichsbrücke der Schauplatz des letzten Aktes eines tragischen Menschenschicksals. Ge. gen 16 Uhr . erschien auf der Brücke ein bejahrter Mann und schwang sich plötzlich auf das Brückengeländer. Ehe es jemand verhindern konnte, sprang der Mann in die Tiefe und schlug unten auf dem vereisten Fahrweg, der zur Taborska ulica am linken Drauufer führt, auf. Passanten eilten sofort hinab und versuch ten dem Bewußtlosen, der nurmehr spärliche Lebenszeichen gab, irgendwie zu helfen. Kurz darauf trat an der Unfallsstätte auch die Rettungsabteilung ein, die den Mann, in dem man gar bald den 45jährigen arbeitslosen Handelsgehilfen Janko Belina aus Pobrežje erkannte, ins Krankenhaus überführte. Trotz sofortiger Hilfe erlag Belina, der sich beide Arme gebrochen und schwere Innenverletzungen erlitten hatte, den Verletzungen. Bei ihm fand man einen an seine Gattin adressierten Brief vor, der gewiß das Geheimnis seiner Verzweiflungstat lüften wird. Radvanje für die Notleiden den Audi die Umgebung hat wadisende Sorgen tiJlelsihnlltithe Riuidsihrai Jugoslawiens Wirtschaft BERICHT DER NATIONALBANK ÜBER DIE ENTWICKLUNG DER SCHAFTSLAGE IN DER PERIODE JANUAR BIS SEPTEMBER WIRT - Beograd, 27. Dezember. Die Abteilung für wirtschaftliche Forschungen der jugoslawischen Nationalbank hat einen »Bericht über die Entwicklung der Wirtschaftslage in Jugoslawien während der Periode Januar bis September d. J.« veröffentlicht. Der »Jugoslawische Kurier« gibt nachstehend einige Auszüge aus der Einleitung zu diesem interessanten Bericht wieder: »Die Wirtschaftstätigkeit Jugoslawiens war hauptsächlich durch die Anstrengungen gekennzeichnet, welche unternommen wurden, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und um die Produktion der Industriebetriebe zu steigern, damit einerseits die erhöhten Bedürfnisse an Industrieerzeugnissen gedeckt und andererseits die Kaufkraft’Jugoslawiens auf den ausländischen Märkten gesteigert wer den könne. Dank dem mittelguten Ertrag der Maisernte wurde die Versorgung der Bevölke-i mg mit Lebensmitteln erleichtern. Der geringe Ertrag der Weizenernte hatte zur Folge, daß sich die inländische Nachfrage nach Mats für Ernährungszwecke bedeutend erhöhte. Aus diesem Grunde mußten auch gleich nach Beendigung der Maisernte Maßnahmen zur Regelung des Maishandels ergriffen werden. Daß die inländische Nachfrage nach Landesprodukten bedeutend gestiegen ist, zeigt schon die starke Zunahme der Waren transporte innerhalb' der Grenzen des Landes. Die durch bei der Emissionsbank aufgenommene außerordentliche Anleihe gesteigerte Kaufkraft des Staates war bisher nicht von einer fühlbaren Verringerung der Kaufkraft der Privatpersonen begleitet. Gleichzeitig mit der Erhöhung der Einkünfte de;- Wirtschafts-Unternehmen haben sich auch die Löhne nominal erhöht, was ebenfalls zu einer Steigerung der Nachfrage nach Ware führte, obwohl der Konsum der wichtig- sten Nahrungsmittel' geWissen Einschränkungen unterworfen wurde. Daher auch der ständige Preisauftrieb und das Verschwinden gewisser Erzeugnisse — namentlich solcher mit maximierten Preisen. — von den Märkten, was durchaus nicht bedeuten muß, daß die Vorräte an den betreffenden Artikeln wirklich erschöpft sind. Wenn das Angebot sehr zurückhaltend ist, so hat dies zum großen Teile seinen Grund darin, daß mit einem weiteren Steigen der Preise gerechnet wird. Insofern ein Überschuß an industrieller Produktion besteht, wird derselbe von der immer stärkeren Nachfrage absorbiert. Infolge der internationalen Lage mußte Jugoslawien Maßnahmen zur Stärkung seiner Landesverteidigung ergreifen, was gewisse Veränderungen in der Struktur der industriellen Produktion zur Folge hatte. Durch planmäßige Interventionsmaßnahmen im Produktionssektor hätte aber zweierlei erreicht werden können: 1. eine Steigerung des Güteraustausches mit dem Ausland u. zw. insbesondere der Ausfuhr; 2. die Schaffung von lebenswichtigen Rohstoffreserven sowie von Nahrungsmitteln, wodurch auf dem Binnenmärkte und im Produktionsprozeß Störungen hätten vermieden werden können. (»Jugoslawischer Kurier«.). Sur Wahrung wirtschaftlicher GtsatsMheimmsse I VERORDNUNG DER GESAMTREGIERUNG ZUR VERHINDERUNG UNERLAUBTER WIRTSCHAFTLICHER MITTEILUNGEN; - Der Ministerrat hat eine Verordnung über die Verhinderung unerlaubter wirtschaftlicher Berichterstattung erlassen. — Die Notwendigkeit einer Verordnung zur Wahrung des Geheimnisses betreffs wirtschaftlicher Angaben, die für die Landesverteidigung von Wichtigkeit sind, wurde bereits von früher her empfunden. Man weist darauf hin, daß es in Jugoslawien sozusagen überhaupt keine Vorschriften gegeben hat, die genau bestimmt hätten, was als Geheimnis im wehrwirtschaft'.i-chen' Sinne zu betrachten ist. Daher sind zahlreiche Einzelheiten über die Erzeugung der heimischen Wirtschaft, die in anderen Ländern nicht erhältlich sind, bei uns jedermann, Inländern und Ausländern, bekannt gewesen. Um dem vorzubeugen, ist die neue Verordnung ergangen. Sie schreibt für Eigentümer von Unternehmungen und das in diesen Unternehmungen beschäftigte Per- sonal die strengste Währung des Geheimnisses über gewisse Dinge vor. Als Staatsgeheimnis wird im Sinne der Bestimmungen dieser Verordnung folgendes betrachtet: 1. Alls, was nach gesetzlichen Vorschrif sten als Staatsgeheimnis von besonderer Wichtigkeit oder als vertraulich betrachtet wird; 2. alle Mitteilungen von Behörden an ein Unternehmen und von Unternehmungen an Behörden, die sich auf Vorbereitung und Vollzug der staatlichen Mobilmachung, die Versorgung und Organisation für Schutz und Verteidigung des Landes im Sinne des Gesetzes über die Landesverteidigung beziehen; 3. Menge, Technik und Produktionseigenschaften von Apparaten, Maschinen, • Maschinenaggregaten und Anlagen von | Unternehmungen: I 4. Pläne von Unternehmungen für die einzelnen Anlagen, Maschinenaggregate oder einzelne Maschinen und Apparate; 5. Menge und Art der Herrstellung von Erzeugnissen, die ein Unternehmen fn einem bestimmten Zeitraum hersteilen kann (Leistungsfähigkeit der Erzeugung- und die das Unternehmen m einer bestimmten Zeit hergestellt hat; 6. Arten und Mengen der Haupt- und Nebenrohstoffe, Hilfsmittel und das Verfahren, dessen sich das Unternehmen bei der Erzeugung bedient* 7. Zahl deš Arbeitspersonals aller Art und seine Verteilung auf die Arbeiten; 8. Arten und Mengen von Brennstoffen und Schmiermitteln, die für Erzeugung u. Verwendung von Apparaten, Anlagen, Maschinen und Transportmitteln notwendig sind; . i 9. die Reservemengen an Produkten, Halbfabrikaten, Rohstoffen, Erzeugungshilfsmitteln, Brennstoffen und Schmiermitteln, welche die Unternehmungen auf Lager halten oder zu halten verpflichtet sind. Die Verordnung bestimmt weiter, daß als Unternehmungen, die für die Landesverteidigung wichtig sind,, angeseh en werden: . .. 1. Alle Industrieunternehmungen und gewerblichen Betriebe sowie die anderen Wirtschaftsunternehmungen und Anstalten, die für die Landesverteidigung von Bedeutung und als solche bestimmt und verzeichnet sind; 2. alle Berg- und Hüttenwerksunternehmungen; 3. alle anderen Unternehmungen u. Einrichtungen, die als wichtig für die Landesverteidigung bezeichnet werden. Zur Wahrung der oben erwähnten Staatsgeheimnisse sind im Sinne der V'--Ordnung verpflichtet: 1. Die Eigentümer von Unternehmungen die für die Landesverteidigung wichtig sind; 2. die Mitglieder des Verwaltungs-, Atrfsiehts- und Vollzugsausschusses: 3. die Leiter, Direktoren .(technische u. administrative) sowie das gesamte beschäftigte Personal und die ÄAeiter • des Unternehmens; 4. Personen und Firmen, die mit den Unternehmungen in geschäftlichen Verbindungen stehen, wie: Käufer, Lieferanten, Baumeister, Installateure, Monteure, Kreditoren, Versicherer, Arbeitervertrauensmänner u. ä.; 5. staatliche und autonome Behörden, Heine Mil mit pfp Sliil ROMAN VON KURT RIEMANN 'Irlicher-Rvch sschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa 9 Er hat noch das Vergnügen getobt, seinen Sieg in diesem Prozeß zu erleben, dann starb er. Das ist das Letzte, was ich von meinem Chef weiß. Später hörte ich dann, daß weder er noch seine Frau verantwortlich zu machen waren, sondern vielmehr seine Tochter und ihr famoser Bräutigam, unser Herr Betriebsleiter. Doktor Meßdorff hieß er.« »Was für ein Mensch war diese Tochter Ihres Chefs, daß sie Vergnügen daran fand, Ihnen Ihre Arbeit zu stehlen?« fragte Karola in verzweifeltem Wagemut. Hätte Karajan jetzt nur einmal aufgeblickt, er hätte es sehen müssen, wie Angst und verzehrende Spannung das blas se Gesicht überschatteten. Aber er lebt ganz in seinen Erinnerungen und so hört 'er nicht, was hinter jener Frage schicksalhaft wartet. »Ich weiß es nicht,« gibt er gleichmütig zur Antwort. »Irgendein elegantes Lu-, xusweibchen, das wahrscheinlich Geld brauchte. Sie hat ihre Strafe bereits erhalten. Meßdorff hat sie sitzenlassen, als er besaß, was er haben wollte.« »Sie haben, Fräulein Paarmann nicht gesehen? So hieß sie doch?« »Natürlich. hieß sie so. Und gesehen hab ich sie zum Glück auch nicht. — Aber ...« plötzlich unterbricht sich Karajan, »das heißt:, genau weiß ich nicht, ob sie Paarmann heißt. Man redet ja so allerhand in einem Werk und einmal hieß es auch, sie sei eine Tochter aus erster Ehe ... Paarmann sei nur ihr Stiefvater. Aber ich habe mich nie darum gekümmert. Was "cht mich der Familientratsch an? Ich habe m'ch an die Leute zu halten, die me,ne Gegner waren: »Vereinig- te Chemische Werke, E. A. Battenfeldt Nachfolger, Inhaber die Eheleute Paarmann, vertreten du roh Doktor Meßdorff als Bevollmächtigten, Kläger — gegen Doktor Fritz Ernst Herbert Karajan, Beklagten ...« Er lacht bitter auf. * »Sie sehen, ich kann’s bald auswendig. Und hergekommen bin ich nach Deutschland, diesem Meßdorff heimzuzahlen, was er an mir getan hat.« »Sie wollen sich ... rächen? War er so schlecht?« fragt Karola und sie muß sich hüten, daß Freude und Erleichterung in ihrer Stimme nicht verraten, wie glücklich sie ist. Karajan hat sie nie gesehen...! Karajan hat nie ihren Namen gehört... er weiß nicht, daß ihr Vater der Klaviervirtuose Felix Westner war... Mutters heiße, erste Liebe... Sie ist gerettet! — Niemals wird er in ihr das Mädchen von damals vermuten... die Vergangenheit wird schweigen ... die Zukunft liegt lok-kend vor ihr! ... »Meßdorff war das Muster eines durchtriebenen, gewissenlosen Geschäftniachers jener Zeit. Er benutzte das Gesetz als Waf fe, das Gesetz, das in jenem zerfallenden Staat von Kerlen wie Meßdorff zur Handlangerin des Verbrechens gemacht wurde. Er stellte nämlich kurzentschlossen fest, nicht mir, sondern dem Werk sei das Patent zu erteilen. Die Erfindung sei im Werk gemacht, also Eigentum der »Vereinigten«.« »Und das war... nicht der Fall?« »Nein. Denn die Erfindung ist schließlich in meinem Kopf entstanden. Ob sich das Material nun zu gewissen Teilen im Werk befand oder daheim in meinem Privatlaboratorium ... das ist doch gewiß gleichgültig. Ich habe mich immer bemüht, Werkarbeit und eigene Arbeit zu trennen ... aber weisen Sie das mal nach! Kommen Sie mal auf gegen zwei Anwälte, die mit allen Wassern gewaschen sind, die Richter und Zeugen und mich selbst so verrückt machen, daß nachher keiner mehr weiß, was vorn und hinten ist...« »Sie haben den Prozeß verloren?« »Mit Pauken und Trompeten! Mein einziger Trost war nur der, daß die Sache noch nicht produktionsreif war. Meßdorf bat allerhand Schaden damit angerichtet, wie ich gehört habe. Er hat die Sache sogar ins Ausland verkauft... ich bin meiner eigenen Erfindung im Ausland begegnet ... und keiner wußte was damit anzufangen. Das hat mir manche Stunde der reinsten Freude gegeben ... ich bin da ganz ehrlich ... ja, ich habe dem Burschen den Reinfall gegönnt!« »Ich kann das gut begreifen, Doktor. Und nun sind Sie voller Entrüstung ins Ausland gegangen?« Karajan blickt in die ziehenden weißen Sommerwolken, die über die flachen Berg kuppen treiben, langsam, unermüdlich neue Gestalten bildend: Pferde, Tiger, Bäume, Riesengesichter oder Schneegebirge ... Er schaut zurück in sein Leben, und die Gestalten ziehen an ihm vorüber — gleich jenen gleitenden Wolken. »Ich habe zwei gute Kameraden. Beide sind wie ich im Felde gewesen. Wir haben zusammengehalten draußen und auch später. Günther Wernicke arbeitet in einem Magdeburger Werk, Schorsch Hausmann- in Berlin. Er ist Abteilungsleiter bei einer großen Zeitung. Wir benutzten jede Gelegenheit, einander zu treffen. Eines Tages lud Hausmann uns zum Presseball ein. Er kennt einen Haufen Menschen dort und ist selbst ein sehr lustiger Kerl... es versprach ein reizender Abend zu werden. Es wurde auch ein schöner Abend. — Vielleicht einer der schönsten. Damals lern tc ich ein Mädchen kennen, das mir ausnehmend gefiel. Es hieß Irene. Später erfuhr ich, daß ihr Vater in der chemischen Industrie eine leitende Stellung einnimmt. Damals war mir das alles gleich. Wir sahen einander ... und liebten uns. So meinte ich jedenfalls. Es war der größte Irrtum meines Lebens. Jenes Mädchen heißt heute Frau Irene Meßdorff, und Meßdorff ist der wahre Herrscher im Betriebe seines Schwiegervaters.« Es ist eine Weile sehr still. Nur die Schläge eines Ruders klatschen von fern, über den See fährt ein Boot, in dem zwei junge Menschen sitzen. Nun werden die Ruder eingeholt und das Boot treibt auf der Mitte des Wassers. Man kann ganz deutlich sehen, wie sich die beiden bei den Händen Halten. »Es war meine erste Liebe,« fährt Karajan fort, »und es war meine erste Enttäuschung. Heute lächle ich über jene Zeit, auch über mich selbst. Damals aber glaub t ich, darüber niemals mehr hinwegzukommen. Jene Frau hat mich verraten, ohne mit der Wimper zu zucken ... denn sie war außer meiner Freunden der einzige Mensch, der von meiner Erfindung wußte...« »Wer hat davon gewußt? Irene?« fährt Karola erregt auf. »Sagten Sie nicht eben, daß Irene allein von dieser Erfindung gewußt hat? N’cht etwa auch Meßöorff?« »Aber nein! Ich bin doch kein Narr, daß ich meinem Betriebsleiter eine solche Sache auf die Nase binde! Aber ihr... ihr habe ich’s erzählt. Ich war ja so vertrauensselig in meiner Liebe. Sie war sogar in meinem kleinen Privatlabora*or;um und ließ sich alles erklären... oh. und sie war verdammt schlau! Wer konnte ahnen, daß sie alles frisch von mir zu ihm .... zu jenem Meßdorff trug...!« m'mli V/ Institutionen und Korporationen, ihre Organe und Fachleute, die die Unternehmungen 'eiten und beaufsichtigen, und welche die in Art. 2 der Verordnung angeführten Angaben sammeln sowie mit ihnen manipulieren; 6. alle länderen Personen, die auf irgendeine Weise zur Kenntnis dieser Ge-he’mnisse gelangen. Alle wichtigen Mitteilungen, Verfügungen, Anweisungen und Pläne müssen einen sichtbaren Bemerk über ihren streng vertraulichen oder vertraulichen Charakter tragen, oder die nötige Anweisung betreffs strenger Wahrung dieses Charakters enthalten. Die Verwaltungen der Unternehmungen haben zur Wahrung der staatlichen Geheimnisse in ihrem Wirkungskreise ihren ' industriellen Nachrichtendienst zu organisieren. Unternehmungen können ihre technischen Objekte und Bauten nur bei inländischen Versicherungsgesellschaften versichern. Äais aller MM Sport Gkiwott ohne äompfpronamm KEINE STAATLICHE SUBVENTION FÜR DEN WINTERSPORT. Gangsterieben in LISA Vor einigen Tagen hielt in einer abgelegenen Straße Chicagos ein übel berüchtigter Berufsverbrecher -einen Mann mit dem Gangstergruß an: »Hände hoch!« Dabei langte er mechanisch nach seiner Hosentasche, um den Revolver herauszuziehen. Doch zu seiner Bestürzung wurde er gewahr, daß er die Waffe zu Hause hatte liegen lassen. Das Erstaunen darüber malte sich deutlich auf seinem Gesicht. Der Angegriffene merkte dies und bevor der Gangster sich von seinem Schreck erholt hatte, traf ihn ein wuchtiger Faustschlag ins Gesicht, sodaß er ohnmächtig zu Boden fiel. Der Mann, gegen den der überfall mißlungen war, schleppte den Gangster zur nächsten Polizeiwache. Anders lief ein Gangsteranschlag in New York aus. Bei seinem gewöhnlichen Nachtrundgang stieß der Wächter eines Wolikenkratzers auf einen Einbrecher, der sich hatte einschließen lassen, um während der Nachtstunden reiche Beute zu machen. Als der Dieb den Wächter bemerkte, gab er sogleich Feuer. Es gelang-dem Wächter trotz seiner Verwundung noch den Raum abzuschließen, ein Telefon zu erreichen und das Alarmsignal für die Polizei zu geben. Nach wenigen Minuten hatten 200 Polizisten das Gebäude umstellt. Aber obwohl in jeden Winkel hineingeleuchtet wurde, blieb alle Mühe umsonst. Der Dieb blieb verschwunden. Erst später wurde fcstgestellt, daß der Verbrecher durch ein Fenster geflüchtet war. Er gelangte, an Sims des Wolkenkratzers entlangkletternd, bis auf das Dach eines sieben Stockwerke hohen Nebenhauses. Dort stieg er durch eine Dachlucke ein und landete schließlich in einem Laden im Erdgeschoß. Als am Morgen der Rolladen von dem Ladeninhaber emporgezogen wurde, grüßte der Dieb den verdutzten Eigentümer höflich und ging ruhig durch die Tür davon. Ohne Eile begab er sich zu der nahen Uflter-grundbahnstation, stieg die Treppen hinab, passierte eine dichte Kette von Polizisten, die den Wolkenkratzer abgesperrt hielten, löste eine Fahrkarte und bestieg den ersten hereinfahrenden Zug. Nun war er endgültig verschwunden und ward nicht mehr gesehei Der Wintersportverband des Königreiches Jugoslawien in Ljubljana erhielt vom Ministerium für Körperertüchtigung die Mitteilung, daß der Finanzminister die Anweisung einer Subvention für die Durch fiihrung des heurigen Wintersportprogramms abgelehnt hat. Damit fällt das gesamte, vom Verband festgelegte Programm des heurigen Skiwinters ins Was- den und natürlich kann von einer Beteiligung jugoslawischer Skisportler im Ausland keine Rede mehr sein, ser. Dem Verband blieb auch nichts anderes übrig, als die bereits vergebenen Staatsmeisterschaften abzusagen. Außerdem mußten alle internationalen Skiwettkämpfe vom Programm gestrichen wer- žib?c bleibt Weltmeister Im Newyorker Madison Sqare Garden standen sich die beiden derzeitigen Weltmeister im Leicht- u. Weltgewicht, Lew J e n k i n s und Fritz Ž i v i Č, in einem Herausforderungskampf gegenüber. Der Kampf, der über volle zehn Runden ging, ergab ein Unentschieden. Beide Boxer waren sich auch vollkommen gleichwertig. živič behält nun noch weiterhin seinen- Weltmeistertitel. Auch „Ferencvaros" versagt In Wien wurde gestern das Weihnachts turnier Zagreb—Budapest—Wien fortgesetzt. Als Gegner traten »Rapid« und »Ferencvaros« auf. Die Wiener landeten mit 6:1 einen überwältigenden Sieg. Die Wiener spielen Anfang Jänner gegen .Gradjanski«. Bens tiiMl M©t h. Eine Hasenpfote ist besonders geeignet, um ai^f Zimmerpflanzen den Staub zu entfernen, sie werden dann nicht beschädigt. h. Zitronen kann man längere Zeit aufbewahren, wenn man sie einzelnen fest in Zeitungspapier wickelt und die Früchte dann in eine Kiste mit feiner Holzwolle oder Kleie packt, daß sie dicht liegen, ohne sich zu drücken. h. Steintöpfe, in denen Sauerkraut, Gurken usw. aufbewahrt wurden, haben mitunter einen üblen Geruch, den man durch übermangansaures Kali entfernt, das, in Wasser aufgelöst, längere Zeit in den Töpfen stehen bleibt. Schließlich wird mit klarem, heißem Wasser nachgespült. Auf diese Weise wird auch Geruch aus Flaschen entfernt. Skier ous VreMoff Die Versuche zur Herstellung von Skiern aus anderen Materialien als Holz beschäftigen schon seit geraumer Zeit die Wissenschaftler. Man verfolgt das Prinzip, einen absolut unzerbrechlichen Ski zu erzeugen. Es sei an die Metallskier erinnert, an die Versuche, die gesamte Unterfläche der Holzskier mit einer Metall-platte zu überziehen. Ein deutscher Ingenieur hat nun einen neuartigen Hohlski erfunden, der aus einem Preßstoff besteht und bereits lange Erprobungen bestens bestanden haben soll. Als besonderer Vorzug wird ihm seine Leichtigkeit nachgerühmt. Ueber seine Fähigkeit, aufgetragenen Gleit- und Steigwachs zu halten, ist noch nichts bekannt. Die Praxis hat bisher gezeigt, daß alle diese Spier für den Rennläufer noch nicht geeignet sind. einen Trainer zu engagieren, der diktatorische Vollmachten erhalten soll. : Im Serbischen Atletikverband kam es gelegentlich der letzten Jahrestagung zu einer Kampfabstimmung, wobei eine neue Leitung mit Dr. Jovanovič als Vorsitzenden gewählt wurde; die Opposition mit Ing. Kleut und Ing. Bojovič blieb in der Minderheit. : Den belgischen Ehrenpreis für den besten Sportler erhielt für das Jahr 1940 die Schwimmerin Ferande Caroen. " : Die Zagreber Eishockeyauswahl wird am 8. und 9. Jänner in Klagencurt und Villach gastieren. : Der Radfahrerklub »Edinstvo« in Ljubljana hielt dieser Tage seine Jahrestagung ab, in der abermals Ivo Sancin zum Obmann gewählt wurde. Die besten Renn fahrer des Klubs waren P o d m i 1-š č a.k und Kosi, die zugleich zu den besten Junioren im Staate zählen. Die Wintersportkämpfe in Villach werden in diesem Winter vom 20. bis 23. Feber stattfinden. : Der Großglockner-Abfahrtslauf wurde für den 1. Juli angesetzt. : Die Schweizer Tennisrangliste 1940 führen Pfaff (Zürich) und Fischer (Montreux- an. Eine Damenliste wurde nicht herausgegeben. : Eine neue Tennishoffnung Schwedens Der schwedische Juniorenmeister Johansson schlug Norlen 9:11, 826, 6:4 und hernach Martensson 6:3, 3:6, 6:4. : Mister G. gewinnt Tennispreis. In Stockholm wurde ein Seniorentennisturnier bestritten, bei dem der schwedische König mit Nystroem als Partner siegreich blieb. Bei der Preisverteilung mußte der König sich selbst den Preis geben: er nahm die Silberkanne und steckte sie unter stürmischem Jubel kurzerhand in seine Rocktasche. : 257 internationale Treffen absolvierten die deutschen Sportler seit Kriegsausbruch. Hiebei gab es 87 Länderkämpfe. : Finnlands Fußballsport wird reorganisiert. Die finnische Fußballauswahl trug heuer drei Spiele aus, die sie alle verlor. Man beschloß, die sog. technische Kommission abzusetzen und an deren Stelle TcuiUslon Tamara Von Draga Nitsche-Hegedušic Man müßte mehr Geld haben, dachte der Mann und seine Augen sahen; hilflos durch die Brillengläser nach Tamara. Die lehnte gegen das weit offene Fenster, das hinaus auf den kleinen dunklen Hof führte. Er fühlte ihr sehnsüchtiges Lächeln und wandte sich seufzend wieder seinen Büchern zu. Man müßte mehr Geld haben ... Sie hatten erst kürzlich geheiratet. Tamara war ein Flüchtling aus Polen, schön, jung und ganz einsam. Beim Speism in der kleinen Gastwirtschaft hatten sie sich kennen gelernt und es kam von scibsi, daß sie an ihm Halt und Stütze suchte in der fremden Stadt. Es ist gut einen Menschen zu haben, dem man alles sagen kann, der immer Rat weiß und der so gute Augen hat. Nun wohnen sie in der Mansarde in zwei kleinen Zimmern. In den Nächten liegt Tamara lange wach, es ist drückend schül und dumpf. Gegen Mitternacht fällt von irgendwo ein Streifen Licht herein, dann kann Hermann Tamaras offene Augen sehen. Am Morgen beginnen die Tauben gurren, die unter dem Dach nisten und er muß ins Büro. Tamara bringt die kleine Wohnung in Ordnung das bescheidene Essen, ln ihren Gliedern liegt eine Müdigkeit, wie nach Fieber. So vergeht ein unendlich langer Tag nach dem anderen, bis es abend wird und Hermann kommt. Er erschrickt, wenn er Tamaras blasses Gesicht sieht. Man müßte mehr Geld haben ... seufzte er und sah plötzlich alt aus. Im Dunkel saßen sie beisamen und hielten sich an den Händen. »Sag mir... was ist das schönste im Leben?« frag er. »Das Schönste...« wiederholte sie langsam —: aber, dann schwieg sie. Es ist eine Weile still. Er merkte es nicht, er starrte vor sich hin, seine Stirne war in Falten gezogen und seine Gedanken weit fort. Immer bohrte dasselbe in ihm: Man müßte mehr Geld haben! Mehr Geld, mit dem man Tamara eine schönere Wohnung, Kleider, ein heiteres Dasein verschaffen konnte. Denn für ihn war Tamara eine Königin. Er liebte sie mit der verzehrenden Inbrunst seines sonst so ernsten, verschlossenen Wesens. Aber in seinem Innern stand noch immer die angstvolle Frage offen: Liebt sie mich? Eine tiefe Traurigkeit drückte ihn nieder. Und dann war es geschehen. Bm Griff in die Kassa, ein Bündel Bank noten wie brennendes Feuer in der Brusttasche über dem Herzen. Spät war es und Tamara lag schon zjj Bett. »Schläfst du?« frug Hermann leise und beugte sich über sie mit angehaltenem Atem, in einer fieberhaften Spannung. Sie hob den Kopf und schaute ihn an. »Korom!« sagte er, steh’ auf, wir wollen ausgehen!« »Jetzt?« flüsterte sie, griff nach dem Kleid und zog sich an. »Morgen kaufe ich dir ein neues«, sagte er — »einen Hut — und Spangenschuhe ...« Seine Augen glühten hinter der Brille. Sie schienen unverhältnismäßig groß und glänzend. Dann gehen sie. Jazz weht aus geheimnisvoll beleuchteten Lokalen. Breite Glastüren schieben sich auseinander — sie finden eine leere Loge und setzen sich. Einige Paare tanzen. Tamara will nicht, sie hat kein Kleid dafür. In den Tischen unter Milchglas sind Lampen eingelassen, die beleuchten alles seltsam und unwirklich. Hermann bestellt Wein. Die Musik hat den Rhytmus von Wind und Wellen. ... Das Klopfen von Blut und Säften. Tamaras Gesicht ist plötzlich verändert, warm und aufblühend. Es ist eine heimliche Freude darin. Hermann sieht es, er beobachtet sie unausgesetzt. Das Brennen über seinem Herzen verlöscht, und eine niegekannte Seligkeit nimmt von ihm Besitz. In seiner Brust springen hundert Riegel auf. Er hebt sein Glas und srirnkt Tamara zu, immer wieder. Alles ist aufgewühlt in ihm, hämmert und pocht und jubelt. Er hatte kein Morgen mehr, nur ein Heute. Und dieses Heute verbannt alle quälenden Gedanken. »Noch eine Flasche, Kellner!« Tamaras Hand tastet nach seinem Arm, als ob sie ihn halten wollte. Was ist mit ihm? denkt sie ängstlich. Alles Gute, Sichere und Ruhige an ihm ist fort — es ist als wäre sie plötzlich wieder allein und verlassen und ganz ohne Halt, wie schon einmal. »Gehen wir!« bittet sie. Als es zum zahlen kommt, sieht sie das Geld. Und weiß alles. Und fühlt neben dem Schrecken der sie erfaßt, das Bewußt sein des Zusammengehörens so stark, wie nie. Sie hilft ihm in den Mantel und führt ihn durch den Saal und die paar Treppen zum Ausgang. Dann ruft sie ein Auto. So! sagt sie erleichtert, als sie zu Hause sind und hilft ihm ins Bett, denn seine Bewegungen sind schwer und wie gelähmt. Dann schläft er. Er schläft lange. Als die Tauben unter dem Dachfirst gurren, geht Tamara ins Büro. Der Chef hat die Hände auf dem Rük-ken und geht mit erregten, großen Schritten auf und ab, während Tamara spricht. Sic sprechen sehr leise, der Stift an der Türe kann nichts vernehmen. Aber plötzlich bleibt der Chef stehen und sie geben sich die Hände. Es ist wie die Bekräftigung einer Abmachung. Als die Türe aufgeht und Tamara herauskommt, ist der Chef irgendwie bewegt, vielleicht sogar gerührt, man kann es deut lieh sehen. Er schneutzt sich und pur«! seine Brille. Hermann fährt zusammen und reißt sich empor. »Tamara!« Mit einem Schlag kommt das Erwache» aus dem merkwürdigen Zustand halben Fühlen« von gestern. »Tamara!« Er tastet nach dem Bett neben sich — es ist leer. Er stürzt ins Nebenzimmer — kein Laut, keine Schritte — alles bleibt still. Hermanns Hände werden heiß und feucht. Hastig fährt er in die Kleider, greift nach seiner Brieftasche — das Geld ist fort! Da ist ihm, als presse eine grausame Hand seine Kehle zusammen. Regungslos, mit verzerrtem Gesicht sitzt er auf seinem Bett. Nur nicht hoffen! schreit es in ihm — nur nicht mehr hoffen!... Und dann ist Tamara im Zimmer. Rasch kommt sie heran, setzt sich neben ihm u. schaut ihm direkt in die Augen. Es ist ein Blitik, der nicht enden will. Die Dunkelheit ihrer Sterne ist von einem samtig tiefen, unwahrscheinlich warmen Ausdruck ganz erfüllt. »Sag mir...« flüstert sie endlich — »was ist das Schönste im Leben?« »Daß Du da bist!« stammelt er wehrlos. Sie nickt. »Daß man nicht allein ist —« sagt sie und schlingt die Arme um ihn. Und während sie ihn schaukelt, als wäre er ein kleines Kind, lange und schweigend, fühlt er das Opfer ihrer Liebe und eine unendliche Ruhe senkt sich über Beide. Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck der „Mariborska tiskarna“ in Maribor. verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck itetaU Hath De»- albanische Kriegsschauplatz A t h e n, 27. Dezember. (Avala-Reu-ler) Nach einer offiziellen Mitteilung haben die griechischen Truppen an bestimmten Frontabschnitten Fortschritte gemacht, indem sie neue ■feindliche Positionen ei nn ah men. Athen, 27. Dezember. (Avala— Agence d’Athenes) Der Oberbefehlshaber des griechischen Heeres General Papagos richtete an die unterstellten Truppen einen Armeebefehl, in den der Dank für die tapfere Haltung und das Freiheitsbewusstsein der Soldaten zum Ausdruck gebracht wird. Dieser Haltung sei cs zu verdanken, dass das griechische Volk in voller Freiheit Weihnacht feiern konnte. Zugszusainniciistösse in Rumänien Bukarest, 27. Dezember. (Avala— DNB) Während der Weihnachtsfeiertage ereigneten sich in Rumänien zwei Eisenbahnunfälle. Oestlich von Arad stiessen zwei Personenzüge zusammen, wobei die beiden Lokomotiven u. entgleisten. Sechs Perso- 10 Waggons neu fanden den Tod. Eine Reihe von Fahrgästen wurde verletzt. In der Nähe von Bukarest stiessen zwei Personenzüge zusammen. Ein Fahrgast wurde getötet, elf Personen hingegen verletzt. Die Amerikaner verlassen Japan Tokio, 27. Dezember. (Avala-DNB) Wie »Tokio Nitschi Nitschi« erfährt, haben alle in Japan lebenden amerikanischen Staatsangehörigen die Aufforderung erhalten, bis längstens Ende Jänner 1941 nach den Vereinigten Staaten zurück zukehren. Die Amerikaner verlassen bereits die einzelnen Städte im Innern des Landes, um sich im Jänner an Bord der angekündigten amerikanischen Schiffe einzuschiffen. Vor der Rede Rooseveits. Washington, 27. Dez. (Avala-DNB). Der Sekretär des Präsidenten Roosevelt, Early, teilte den Pressevertretern mit, daß Präsident Roosevelt in seiner für kommenden Sonntag abends anberaumten Rundfunkrede auch über die Hilfeleistung für England sprechen werde. Der Präsident werde hiebei keine Ziffern anführen, sondern lediglich über die Hilfe schlechthin sowie über die Produktionserhöhungen zugunsten Englands sprechen. Neuartiger Wurfhäcksler Ein deutscher Hersteller hat vor einiger Zeit eine Siliermaschine auf den Markt gebracht, bei der einige neue Gedanken verwirklicht sind, die sich auf Leistungsfähigkeit und Lebensdauer vorteilhaft auswirken. So sind z. B. die Messerkurve und die Lage des Mittelpunktes der Messerwelle so gewählt, daß der [ Schnittwinkel über der ganzen Mund-j stuckbreite gleich groß ist. Die Antriebs-| Zahnräder für die im Preßdcckel gelagerte obere Einzugswalze behalten infolge ihrer Lagerung in einem Schwinghebel unabhängig vom Hub des Preßdeckels» stets die gleiche Eingriffstiefe. Bei 400 U (min und 20 mm Schnittlänge) je Stunde können bis zu 9000 kg Grünfutt. u. 200 kg Schmerzerfüllt geben die Unterzeichneten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß ihr innigstgeiiebter, unvergeßlicher Gatte, Vater, Groß- und Schwiegervater, Herr Michael Moser Staatsbahnbeamter i. P. am Donnerstag, den 26. Dezember 1940 um i/ä14 Uhr, nach langem, schweren Leiden und versehen mit den Tröstungen der hl. Religion, im 69. Lebensjahre gottergeben verschieden ist. Das Leichenbegängnis, des unvergeßlich Dahingeschiedenen findet am Samstag, den 28. Dezember 1940 um 14.30 Uhr, von der Aufbahrungshalle in Pobrežje aus auf den Magdalenen-Friedhof ins Familiengrab statt. Die hl. Seelenmesse wird am 31. Dezember 1940 um 7 Uhr in der Magdalenenkirche gelesen werden. Pobrežje, Maribor, Šoštanj, 27. Dezember 1940. Maria Moser, Gattin; Hans Moser, Sohn; Maria Majer geb. Moser, Tochter sowie alle übrigen Verwandten. 10123 .Separate Parte werden nicht ausgegeben. In tiefer Trauer geben wir allen Verwandten, Bekannten und Freunden die traurige Nachricht, daß mein lieber Lebensgefährte, bzw. Vater, Großvater, Onkel und Schwager, Herr Paul Kontiert Färbermeister nach kurzem, schweren Leiden im 67. Lebensjahre, Donnerstag um 7 Uhr früh selig entschlafen ist. Das Leichenbegängnis findet am Samstag, den 28. d. um 16 Uhr von der Aufbahrungshalle in Pobrežje aus statt. Maribor, den 27. Dezember 1940. 10119 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Schmerzerfüllt geben die Unterzeichneten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß ihr innigstgeiiebter, unvergeßlicher Gatte, Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel, Herr Stefan Pestfcek Gastwirt in Sladki vrh Mittwoch, den 25. Dezember 1940 plötzlich im 76. Lebensjahre verschieden ist. Das Leichenbegängnis des unvergeßlich Dahingeschiedenen findet am 28 Dezember 1940 um 9 Uhr vom Trauerhause in Sladki vrh auf den Ortsfriedhof in Maria Snežna statt. Sladki vrh, 27. Dezember 1940 10121 Die trauernd Hinterbliebenen. Separate Parte werden nicht ausgegeben. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii mn iu vemtieleu DREIZIMMER - WOHNUNG sofort zu vergeben. Anzufragen: Kmetijska družba, Meljska cesta 12. 9918-5 žit uetkm&žu ECHTEN HONIG jedes Quantum, verkauft Kmetijska družba, Meljska cesta 12, Tel. 20-83. Dort-sclbst werden Bestellungen für Kalkstaub in Waggonla- STRÜMPFE. HANDSCHUHE Wäsche, Trikotware Wolle, Strickwaren Oset, Koroška c. 26. 672Y-1 Offene Tüchtige ZAHLKELLNERIN ein Lehrmädchen sowie eine Geschirrspiilerin werden auf-genomrnen. Gasthaus Dermastja, Aleksandrova c. 18. 10124-8 Für den Silvesterabend werden 2 gute MUSIKER gegen gute Bezahlung aufgenommen. Gasthaus Derinast- dungen entgegengenommen. 1 ja, Aleksandrova c. 18- Die Unterzeichnete Firma gibt die traurige Nachricht, daß ihr langjähriger treuer Mitarbeiter, Herr Paul Kunnert Färbermeister am 26, Dezember 1940 verschieden ist, Wir bewahren dem Toten ein ehrenvolles Andenken! (Daribor, 27. Dezember 1940. 1 HUTTER in DRUB 9916-4 10125-8 Fernruf; 25-67 25-68 25-69 nur bei der MARIBORSKA TI/KARNA S Maribor, Kopališka ulica 6 Schmerzerfüllt geben wir die traurige Nachricht, daß uns unser unvergeßlicher innigstgeiiebter Vater, Groß- und Schwiegervater, Herr MICHAEL AI CHER am 25. Dezember um 10 Uhr unerwartet verlassen hat. Die Beisetzung des teuren Verblichenen findet Samstag, den 28. Dezember um halb 16 Uhr von der Aufbahrungshalle am städtischen Friedhofe in Pobrežje aus statt. Die hl. Seelenmesse wird am Montag, den 30. d. um 7 Uhr frühmorgens in der Domkirche stattfinden. Maribor, Meža, Wien, Berlin, 27. Dezember 1940. Max Aicher, Großkaufmann; Karl Aicher, Oberleutnant im Reichsheer, Söhne. Albine Rattenberger, Olga Aicher, Stefanie Marcius, Arztenswitxve, Hely Lange, Töchter; Theo Lange, Fliegermajor im Reichsheer; Fritz Rattenberger, Kaufmann und Realitätenbesitzer, Schwiegersöhne; Therese Aicher, Schwiegertochter: Waldemar, Walter und Hilde, Enkelkinder.