P itisiiwerolteiiSitPrtife Für L‘ a i b e tb: Sanzjährig • • 8 fl. 40 tr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich 70 » Laibacher Mit der Potz: Sanzjährig.................12 fl halbjährig............ Vierteljährig Für Zustellung inS HauS Diertelj. 25 «r.. mono«. 9 kr. Einze ne Nummern 6 kr. ^blatt «nonyme Mirtbeilungen werben nicht berückfichtigi; SDlannlcnpte nicht zurückgesendet. Redactiou Bahnhosgaffe Nr. 152. 8x-rSttio»- & Jnserateu-Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buch-Kandlung von Jg. v. Klein, mehr L Fed. Bamberg.) 8«fertio*Stire> Für die einspaltig 6l 4 tr., bei miede fchaltung ä Anzeigen bis 5 Z Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für cotnpiicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 251. Mittwoch, 3. November 1875. — Morgen: Karl Borr. 8. Jahrgang. Protestantismus und Katholicismns in jbreu Beziehungen zur Wohlfahrt der Bölker. (Schluß.) In gleicher Weise behandelt Laveleye die Moralität Wenn die Sitten verdorben sind, ist der Staat verloren. Ihm hier zu folgen, würde uns zu weit führen, zumal es sich um die laxe Schand. ftteratuc handelt, welche in Frankreich rc. herrscht und hier nicht die unerbittliche statistische Methode angewandt werden kann, sondern mehr subjective Urrheile herrschen. Auch in ihrer Beziehung zur Regterungsform der Staaten betrachtet der geistreiche Belgier Katho-ljciSmuS und Protestantismus. Die Reformation fcat den Fortschritt der Völker, welche sie annahmen, fLfmftiat weil sie ihnen die Begründung freier Kirfvunaen erlaubte, während der KakholiciSmuS Söntus oder zur Anarchie führte, ja häufig iuDespot.smu btjben_ £je natür[i4e Regierungs- fnrm rer protestantischen Völker aber ist die reprä-! , »in. Die den katholischen Völkern congeniale Erunctfweise aber ist bie despotische. Oft schon U ! Inn ncfraflt, warum die Revolutionen iit ben Kbrtlanben, in England, in Nordamerika zum 2/°,, gelangten, während jene in Frankreich — und toÜln mir hinzu auch in den spanischen Republiken snLmerifae trotz der Form gescheitert sind. Guizot ftlbst Hot eine Schrift veröffentlicht, welche sich mit den Ursachen dieser Erscheinung beschäftigt. „Ich zögere nicht,“ schreibt Laveleye. „eine Antwort auf diese Frage zu geben: weil die erfteren Revolutionen in protestantischen, die letzteren in einem katholischen Lande gemacht wurden." Wenn auch die richtige Form des konstitutionellen Regiments in einem katholischen Lande vorhanden sei, so fehle doch der wahre Geist, die Tolleranz sei dort wol in den Gesetzen, nicht aber in den Sitten. Alle modernen Völker sind bestrebt das Repräsentativsystem bei sich durchzuführen, das aus altgermanischen Einrichtungen hervorgegangen und vom Protestantismus befruchtet fei — in den katholischen «Staaten aber vermöge eö sich nicht dauernd einzubürgern. Der katholische Regent werde von seinem Beichtvater regiert, der seinerseits vom Papst abhänge. Also sei der Papst oer wahre Herrscher, oder vielmehr die Jesuiten, welche ihn leiten. So habe eine fremde Macht zum Schaden des Landes die Prärogative der vollziehenden Gewalt, welche die Verfassung bem Herrscher zubilligt, in btt Hanb. Da« beweise bie Geschichte. Seinem Beichtvater gehorsam, wiberrief Ludwig XIV. das Edict von Nantes; Jakob II. von England und Karl X. von Frankreich verloren ihre Krone, Ludwig XVI. die Krone und das Leben, Ferdinand II. und Leopold von Oesterreich ruinierten ihre Staaten durch Glaubensverfolgungen, August und Sigismund von Polen bereiteten die Theilung ihres Landes durch Unduldsamkeit und Berufung der Jesuiten vor. Mit einem vom Beichtvater regierten Herrscher ist ein konstitutionelles Regiment undenkbar. In protestantischen Ländern dagegen ent- wickelt sich, ohne den herrschenden Einfluß Roms, das constilutionelle Regiment naturgemäß. Wenn Laveleye alsdann im abgeschwächten religiösen Gefühl der intelligenten Stände in katholischen Ländern eine Inferiorität der letzteren erblickt, während das religiöse Gefühl bei der Intelligenz in protestantischen Ländern ungebrochener fei, so können wir ihm hier nicht beipflichten. Wenigstens nicht was das protestantische Deutschland betrifft, wo der JndifferentiSmuS unter den Gebildeten ein hoch, gradigrr ist und die bei Weitem größere Anzahl berfelben, wenn auch nicht dem Namen nach, doch in der That bereits außerhalb der Kirche steht. Laveleye schließt seine Arbeit mit folgenden Worten: „Buckle zählt den JndifferentismuS zu den Verdiensten unseres Jahrhunderts, weil er uns vor Religionskriegen bewahrt. Wenn dies ein Vor» theil ist, so hat ihn unsere Zeit nicht bewährt. Alles scheint auf einen großen Zusammenstoß hinzuarbeiten, bei dem die Religion ein Haupttrieb, mittet ist. Schon 1870 hat der UltramontaniSmu» an Deutschland den Krieg erklärt. Wenn Heinrich V. ober Napoleon IV. auf den Thron gelangen, so wird dies mit Zustimmung des Klerus geschehen und letzterer wird sich zu einem neuen Kreuzzug ausraffen, um feine „verfolgten" «rüber jenseits des Rheins zu befreien. Die Staaten, in welchen die klericale Partei herrscht, werden wahrscheinlich in den „heiligen Krieg" mit verwickelt werden. Das ist die Politik- welche in Frankreich „l'UniverS" und anderwärts die übrigen Organe der römischen Curie predigen. Die Restauralion der legitimen Herrscher Feuilleton. Handbuch für österreichische Geschworne. 550 erscheint also der AuSspruch der Geschwor-t* ein Zeugnis des Volke« über die Schuld ^icktschuld deö Angeklagten; als eine das öffent-rl Mecktsbewußtsein vollkommen beruhigende Ge-^„«Vertretung in den Fällen, in welchen der An-" ia, Leugnen verharrt. Dieses VolkSzeugnis ■n non eminenter Bedeutung in Fällen, in welchen Angeklagte sich gegen ben Staat selbst vergan-hat d. !. bei politischen Delikten. Da wird 901 S-'rdicte der Geschwornen ein ungleich günsti-itnL «erträum entgegengetragen werden, als dem * *fnru*t der vom Staate bestellten und von thm ci 0ber minder abhängigen Staatsrichter und • fnt in solchen Fällen ein Schuldigspruch, so ist ^ moralische Eindruck, den das Urtheil auf das N lf macht, ein weitaus nachhaltigerer, andauernder und wirksamerer. ctI Die rechtliche Bedeutung der Geschwornengerichte gibt fi4 ferner» auch aus der Erwägung, daß keine andere Strafprocedur in so hohem Grade geeignet ist, die Staatsbürger zu verebeln, ihnen Abscheu vor dem Verbrechen einzuflößen, sic von jedwedem Unrechte abzuhalten, ihre sittlichen Motive zu verviel. faltigen, sie mit Achtung vor dem Gesetze und jenen, die es ausführen, zu erfüllen und dadurch das Rechtsgefühl und Re ch t S be w u ß t sein, wo e« schlummert, zu erwecken, wo eS bereits wach ist, zu kräftigen unb bauernb zu erhalten. Zu diesem Erfolge trägt besonders die Öffentlichkeit der Schwurgerichtsverhandlungen bei. Zwar ist die Oeffentlichkeit auch bei den gewöhnlichen Verhandlungen von Fachrichtern nicht ausgeschlossen; allein abgesehen davon, daß die wichtigsten und daher interessantesten Fälle vor das Forum der Geschwornen gehören, zieht der ganze Schwurgerichtsapparat, die ganze Jnscenesetzung das Publicum in viel höherem Grade an und zeigt daher die Erfahrung, daß die gewöhnlichen Verhandlungen nur ausnahmsweise, die Schwurgerichtsverhandlungen aber regelmäßig stark besucht werden. Der Gerichtssaal aber ist eine vorzügliche Schule zur Bildung des Verstandes, zur Weckung. Belebung und Erhöhung des Rechtsgefüh-leS, und die mündliche Verhandlung trägt sehr viel dazu bei, das Ansehen des Gesetzes unb der Gerichte zu heben. Der Zuhörer, der sieht, mit welcher minu. tiöfen Gewissenhaftigkeit alle Umstände hervorgesucht, beleuchtet unb behanbelt werden, die für oder wider den Angeklagten sprechen, wie die in geheimnisvolles Dunkel gehüllt gewesene That durch die Geschicklichkeit des Untersuchungsrichters mit allen ihren Um. ständen aufgeklärt worden Ist. wie der Angeklagte gegen bie wider ihn vorgebrachten Beweismittel machtlos ist und ungeachtet seiner Schlauheit und Spitzfindigkeit sich in den Schlingen fängt, die er sich durch seine Verantwortung selbst gestellt hat, wie schließlich das Recht über das Unrecht triumphiert und dem beleidigten Gesetze die Sühne wirb, der andererseits milanhört, wie ein ungerecht Angeklagter sich ganz anders vertheidiget, als jener, den das Schuldbewußtsein drückt, und den Eindruck mitfühlt, den die Freisprechung eines solchen Angeklagten auf diesen und das Publicum machen muß, wird von Achtung und Verehrung vor dem Gesetze und den Dienern beSselben erfüllt nnd begrüßt aus vollem Herzen Rechtsinstitutionen, die in gleichem Maße den Schuldigen der wohlverdienten Strafe und den Unschuldige« der Freiheit zuführen! Was nun der einzelne Zuhörer miterlebt und mitgefühlt hat, das erzählt er zu Hause seinem in den drei romanischen Ländern Spanien, Italien, Frankreich, die Rückgabe Roms an den Papst und die oberste Controle der Kirche, die Rückkehr zu den „wahren" Regierungsgrundsätzen, nemlich zu jenen, welche der SyllabuS enthält und die katholische Tradition lehrt — das ist der grandiose Plan, an dessen Verwirklichung die Ultramontanen arbeiten. Werden fie ihn durchführen? Wer kann das sagen? S|ber;- wenn fie unterliegen in diesem Ansturme gegen den germanischen Protestantismus, was wird da» Los der Besiegten sein? Man schaudert bei dem Gedanken des Unglücks, daS über Europa kommen kann, durch den Traum, der Kirche, b.|h. der Geist-lichte!t, die Weltherrschaft wieder zu erobern, ein Plan, den sie bis jetzt mit mehr Kühnheit und Zähigkeit als je verfolgt."___________________________ Politische Rundschau. Laibach, 3. November Zuland. Nach dem Exposö des HandelS-ministerS, welches im Hause lebhafte Bewegung verursachte, bei der Nennung der Arlberg, und Predil-bahn sogar Ohoruse hervorrief, wurde die Be. rathung des Gendarmeriegesetzes fortgesetzt. Eine heftige Debatte entspann sich bei § 2 des Gesetzes, welcher die Unterordnung der Gen-darmerie unter das Landesvertheidigungsministerium verfügt. Baron v. KellerSperg befürwortete aufs wärmste seinen bereits in der Generaldebatte angekündigten Antrag, eS habe die Gendarmerie hin. sichtlich deS öffentlichen Sicherheitsdienstes den politischen Bezirks- nnd Landesbehörden und in oberster Linie dem mit den Geschäften der öffentlichen Sicher, heit betrauten Minister des Innern und nur in militärischen, ökonomischen und administrativen iln. gelegenheiten in letzter Linie dem Minister für LandeSvertheidigung zu unterstehen. Dieser Antrag fand reichliche Unterstützung, infolge deren der Minister de» Innern, Freiherr v. Lasser, seinem hartbedrängten College auf der Ministerbank hilf, reich beizuspringen sich bemüßigt fühlte. So standen sich zwei Autoritäten auf dem Gebiete der politischen Verwaltung hart gegenüber. Die Ausführungen des Freiherrn v. Kellersperg fanden den lebhaftesten Beifall, und die Anschauung der Regierung siegte nur durch die Hilfe der Polen, der „Rechtspartei" und des Centrums. Der Antrag Kellerspergs blieb mit 89 gegen 94 Stimmen in der Minorität. Der Budgetausschuß begann am ver-gangenen Samstag die Budgetberathung. Die di-recten Steuern wurden conform dem Regierungs-antrage mit 87.785,000 fl. eingestellt. Drei Ausschußmitglieder bringen die harte Steuereintreibung zur Sprache. Der Finanzminister erklärte, es sei Weibe und seinen Kindern und verbindet damit unwillkürlich die Lehre an die Seinen, das Gesetz stet« zu beobachten und nie mit demselben in tzon-flict zu gerathen. So pflanzen sich gute Lehren fort und wenn die Geschwornen, die nach gethaner Arbeit wieder zum häuslichen Herde zurückkehren, zu Hause, in der Gemeindestube, ja selbst im Privatum-gange ihre in der Geschwornenbank geschöpften Erfahrungen ehrlich verwerthen, werden sie die gün-stigen Eindrücke, die sie dort erhalten, in immer weitere Kreise verpflanzen und damit den Sinn für Recht und Gesetz, die Achtung vor den Behörden und das Verständnis -er sittlichen Aufgaben des Staates weithin verbreiten. So ist es gekommen, daß in Staaten, in welchen die Jury eingebürgert ist, das Gesetz eine Herrschaft über die Gcmülher der Staatsbürger erlangt hat, von welchem andere Staaten sich nichts träumen lassen dürfen. So z. B. gebietet in England rin unbewaffneter Constabler einer nach taufenden zählenden Menge, selbst wenn fie aufgeregt ist, Ruhe und die Masse folgt — nicht dem schwachen Menschen, sondern dem Gesetze, in dessen Namen der Diener einschreiiet, weil sie das Gesetz selbst irl dem untersten Diener desselben respektiert, wogegen e« in ändern | keine Weisung wegen schärferer Steuereintreibung an die Steuerbehörden ergangen. Bezüglich eines speciell angeführten Falles werde er sich informieren. Äuf die Anfrage Wanke's, warum die Gebäudesteuer für das Jahr 1876 höher präliminiert fei, als sich wahrscheinlich ergeben werde, antwortete der Sektion«-chef Distier, das Präliminare wurde nach dem bisherigen Einnahmsresultate für das Jahr 1875 nach dem 5perzentigen Abstriche ausgestellt. Das Capiiel „Verzehrungssteuer" wurde in allen Thrilen nach den Referentenantrag ohne Debatte angenommen. Die wiener Blätter besprechen insgesammt das Exposö des Handelsministers Ritter v. C h l u > m e c k y über das Eisenbahnprogramm der Regierung. Die Urtheile lauten im großen und ganzen günstig. Der Ausschuß, betreffend den W i l d a u e r'schen Schulaufsichts-Gesetzentwurf, ist für Mittwoch vor Beginn der Plenarsitzung zu einer Versammlung einberufen, um bezüglich des durch die jüngste kaiserliche Verordnung gegenstandslos gewordenen § 3 neuerdings Beschluß zu fassen. Unter den Gesetzentwürfen, welche zur Burlage an den ungarischen Reichstag bestimmt find, befinden sich auch zwei kirchenpolitischer Natur. Der eine derselben bezieht sich auf die Civil ehe, der andere auf die Regelung der RechtSverhältniffe der N aza rene r. Nach dem, was man über den Inhalt derselben mittheilt, dürften jedoch dieselben nichts weniger als allgemeine Befriedigung hervorrufen. Bei dem einen handelt es sich um die Einführung der N o t h c i v i l e h e, durch den ändern soll den Nazarenern wol Anerkennung gewährt, jedoch gleichzeitig auch ein Cor-porationSzwang auserlegt werden, welchen gerade diese Seele entschieden perhorreSciert. Ausland Die berliner „Nationalzeitung" sucht auszuführen, daß der Passus über die heilige Allianz in der deutschen Thronrede deswegen seinen Platz gefunden habe, um die Verschiedenheit der damaligen und heutigen Verhältnisse zu constatieren. Aus der Thronrede ist aber über eine solche Absicht absolut nichts herauszulesen. Was die Naiionalliberalen nachträglich in dieselbe hinein-zubeuten versuchen, ergibt sich aus einer üusfühtung der Lasker'schen „B. A. C.", in welcher hervorgehoben wird, daß die Thronrede selbst nur von einer Revision deS Strafgesetzes nach Maßgabe der zutage getretenen Lücken und Mängel spreche uno hiedurch die Opposition gegen die politischen Bestimmungen, welche keiner solchen Lücke entsprechen, zum vorhinein rechtfertigen. Am 15. November kehrt die italienische Kammer an ihre Arbeiten zurück. Eine der Hauptfragen. welche die Kammer beschäftigen werden, sind Ländern am Eontinente vorkommt, daß bei einem Kravalle das Volk regelmäßig für die Excedenten und gegen die Wache Partei nimmt. Das Ge-schworneninstitut hat also auch deshalb eine große Bedeutung als Rechtsinstilut, weil es das Rechtsgefühl der Staatsbürger weckt, rücksichtlich erhöht und unverfälscht erhält, dadurch aber dem Gesetze und mit diesem dem Rechte, dem F o r t -schritte und der wahren sittlichen Freiheit zum Siege verhilst. Damit die Jury aber diese Bedeutung erlange, damit sie ein Segen für Staat und Volk und nicht ein Fluch für dieselben werde, muffen die Geschwornen ihre Schuldigkeit thun. Erfüllen diese ihre Pflicht, dann ist der Erfolg sicher. Segensreich war dann ihr Wirken und das Bewußtsein treu er-süllter Pflicht, der Gedanke wahrhaft Gutes ge» than zu haben, ist tausendfacher Lohn für die Mühen de« Amtes und die damit verbundenen anderwärtige» Opfer. Mögen auch die österreichischen Geschwornen ihr Amt treu und redlich erfüllen, damit diese» freiheitliche Institut in Oesterreich feste Wurzeln schlage und recht bald in das Fleisch und Blut de« Volkes übergehe zum Heile unseres großen, gemeinsamen Vaterlandes, zum Heile seiner Völker! die Präventivbilanzen pro 1876, welche der Ministerpräsident noch vor Jahresschluß entschieden sehen möchte, um die provisorischen Budgets zu vermeiden. Um seinen Zweck desto sicherer zu erreichen, ließ der Finanzminister den respectiven Berichterstattern die Liste der Modifikationen überreichen, wodurch letztere in Stand gesetzt sind, ihre Arbeiten zu beschleunigen. Der Minister wird in der ersten Sitzung den Eomplex dieser Modifikationen vorlegen. Gegen de-« 19. November werden voraussichtlich rie Berichterstatter ihre Ausgaben erledigt haben, worauf die Berichte sofort dem Votum der UntercomitöS und schließlich jenem des Generalcomites für das Budget werden unterbreitet werden. Das Gesummt-ergebnis der modisicierten Bilanzen erscheint relativ besser, als das Erstlingsproject hätte prognosticieren lassen. Die Motive liegen in der konstanten Vermehrung der Einnahmen uns nian ist auf diesem Terrain zu der Hoffnung berechtigt, es werde sich das Ministerium mit der Kammer einigen und zeitraubende Diskussionen vermeiden können. Die Vugranö » Dumonceau'sche Angelegenheit kommt in Belgien wieder auf die Tagesordnung. Die gerichtliche Untersuchung ist nun« mehr geschlossen und ein Haftbefehl gegen den flitch-ugen Lagrand-Dumonceau erlassen. Er wird sein möglichstes thun, um den belgischen Boden zu meiden. Ob ihm dieses gelingen wird, ist aber zweifelhaft. Denn die Verbrechen der Fälschung und des Betruges, welcher Lagrand-Dumonceau angeklagt ist, sind in allen Auslieferungs-Verträgen, selbst mit Amerika, vorausgesehen. Die gerichtliche Ver-solgung Lagrand'Dumonceau's zieht natürlich auch die sammtlicher Verwaltungsräthc nach sich, und da mehrere derselben im Senat und in der Kammer Sitz und Stimme haben, so dürsten alsbald gleich nach Eröffnung der Session beide Versammlungen die nothwendige Ermächtigung zu ertheilen haben, damit besagte Deputierte und Senatoren zur 9M«" schaft gezogen werden können. Wäre der @tufltf®inis sler Dechamps nicht mit Tod abgegangen, so Wtt der Cardinal-Erzbischof von Mecheln dieDevW'-gung erlebt, feinen Bruder auf der Bank deS Zucht-Polizeigerichtes als Angeklagten zu sehen. Dieser Monstre-Prozeß wird für die klerikale Partei in Belgien hoffentlich ein schwer zu verwindender Schlag werden. Die Meldung, in welcher ein ossicieUes, vom .Regierungs-Anzeiger" veröffentlichtes Communiqu6 der russischen Regierung mitgetheilt wird, dürste eine alarmierende Wirkung auf den ganzen Erdtheil üben. Eine so drohende Sprache ist seit Aui-bruch der Insurrektion noch von keiner Macht gegen die Türkei geführt worden. Dennoch scheint die Bedeutung des Eommuniquös weit weniger in der energischen Schwenkung wider die Pforte als in der panflavistischen Färbung zu liegen. Rußland zieht wieder die Zügel an, mittelst deren es die slavischen Heißsporne aller Länder gelenkt hat. Dabei scheut es sich nicht, die Stelle zu entblößen, wo die Allianz der drei Kaiserreiche sterblich ist; es erklärt, dem großen Friedensbunde jedes Opfer zu bringen, nur nicht seine Sympathien für die „unterdrückte slovische Bevölkerung der Türkei," das heißt nur nicht seine panflavistischen Tendenzen. Der Wink sollte nicht übersehen werden.______________________________ Zur Tagesgeschichte. — UeberdenWassereinbruch in den Marien-Kohlenschachten bei Littitz bringen Pilsener Blätter nähere Miltheilungen. Wie gemeldet wird, befanden sich in dem Momente, al8 da« Wasser in da« Bergwerk einbrach (t6 war dieS am Montag den 25. Oktober früh um 4 Mr), ein Obersteiger, sieben Bergarbeiter und zwei Knaben darin. Die Knaben, die sich im Vororte befanden, vermochten sich noch zu dem Förderschachte zu retten. Die Übrigen acht Personen eilten, als sie während der Arbeit ein starkes Wasserraiischen vernahmen, ebenfalls auS der.Strecke dem Schachte zu, konnten denselben aber nicht mehr erreichen, er war durch daS Waffer bereits zur Käuze abgesperrt. AlS der Obersteiger (RinistioSrttr) Franz Zyka dies gewahrte. commonbicrte er die Arbeiter sofort zurück in Die Strecke, bie »eil sie nadi auswärts getrieben ist, in ihrem obern rh^ile vom Wafler frei roar. Er tuhm ben Arbeitern bie m bas Bergwerk mitgenommenen Brotstücke ab unb theiltr diese in Nationen auf mehrere Tage ein. Sobann wies er die Arbeiter an, aus verriebenen Holzstiicken ein Kreuz zu verfertigen, vor welchem bann alle niebertnieten unb um Errettung aus ihrer furchtbaren Lage beteten. Die Pumpen arteten inbes unaufhörlich Tag unb 9ta*t, um bas Wasser au5 betn Bergwerke zu schöpfen. Am Emstag früh gegen 3 Uhr bemerkten bte im Bergwerke eingeschlossenen zu ihrer namenlosen Freute, baß bas Wasser abzunehmen beginne (SS war bies ber erste Hoffnungsstrahl bet Weitung. Mittwoch ben 27. Oktober früh um 8 Uhr ergab bie Angestellte Mes-, daß das Waffer im Bergwerke nur noch eine Höhe bim fünf Schuh habe. Ohne Verzug fuhren nun ber Schacht-meist« Schwel, ber Obersteiger fiubrna unb sechs Bergleute in den Sdbadht hinab, wo sie durch das Wasser wateten unb zu den Unglücklichen vorbrangen, bie in höchster Aufregung ihrer Befreiung liarrten. __ Der Werth eines Auges. Diejertage würbe in 3 i I a h bei einer Schlägerei zwischen wala-bischen Bauern einem derselben ein Auge auSgejdilagen. Der Beschädigte brofjte mit bei gerichtlichen Klage — als man ihm aber als Crjaö für bas Auge einen Metzen Kukurutz versprach, gab ei ficb iufrieben. __ unfehlbares. Bekanntlich haben schon vor Sahrhmibcrten einzelne religiöse Schwärmer ben Satz auf» jfjeuj ber Papst unfehlbar sei. Damals wollten aber die Päpste im Bewußtfein, baß sie keine göttlichen Personen, fonbern nur staubgeborne Menschen ftnb, bavon nichts wissen anb verdammten unb verfluchten jeben, ber eine solch merk- oürbige Lehre aufbrachte. So ließ Papst Nikolaus V. z. B, 114 Minoriten als Ketzer verbrennen, weil sie bie Unfehlbarkeit des Papstes als Glaubensfatz aufstellten. Damals war man also ein Ketzer unb tonnte nickt felig werten, wenn man an bie Unfehlbarkeit glaubte; heute ist man im geraten Gegenteil ein Ketzer unb kann nicht selig werdm, wenn man an tiefe Unfehlbarkeit niefct glaubt. O bn heiliger Simplicius. wo ist ba eine Religion, noch bazu bie allein seligmachenbe Religion, wo bleibt da der Verstand? _ Das Lourdes-Wasser als Purgiermit. t I — im Solltarif. In Portugal unb in ber Schweiz WAäftiaten si* iie Zollbehörden schon längere Zeit mit der 3fr unter welche Tarifpost das Lourdes-Wasser zu sub- 2ere,t wäre. 3« Portugal ist man noch immer zu kei- nem Resultate gelangt, die praktische Schweiz aber hat bie Stxane bereits gelöst. Dort würbe bas heilige Wasser erst unter Medicamenie" mit fünfzehn Francs für je fünfzig Kilogramm besteuert. Balb kam man jeboch hievon ab, um nicht bem frommen Schwindel auch ofsiciell Heilkraft zuzuer- kennen unb ließ es als „Mineralwasser" mit 1’/, Francs für je fünfzig Kilogramm besteuern. Seltsamer Zehent. In ben patriarchalischen ländlichen Gebieten von Unler-Canada hat beinahe jebes ©orf tinc Familie mit 20 Kindern. Bisweilen beläuft sich .. iifret sogar auf 26 unb auch mehr, olles von einem Vater anb einer Mutter. Dafelbst wirb betn katholischen Klerus auch noch ein Zehent gezahlt, aber ber Zehent ist nicht bet iebnte£heil ber Ernte, sonbetn ber sechsunbzwanzigste. Unb ia us ist eine seltsame Sitte entstauben. Dem Pfarrer ° mii* auch bas fechSunbzwanzigste Kinb als Zehent , diesem Falle wird bas Neugeborene im Triumphe fnflbU%fattci Stagen, unb bet Pfarrer betrachtet es, wie . eneS Kind unb forgt für bte Erziehung unb ben Ut halt Ein solches Kinb war auch Mr. Quimet, im 6 1 873 bas Haupt bes Ministeriums in Oucbtck. Er sechsunbzwanzigste Sind eines kleinen Farmers zu Sainte-Rof^ Äcal- und Provinzial-Angelegenheilen. Eichämter in Krain.) In Krain werben bn Aichamter errichtet unb ist im Amtsblatt! bereits ber tlltt a zur Besetzung bet bei benfelbett offenen vierzehn JS^P-en ausgeschrieben. Für bie «ichämter in Lai-Ü! Stein, Krainbnrg. Rabrnaunsborf, Dberloitfdi, Jbria, ,'sberg Liltai, Rub^lfswerth, (Surtfelb, Tschernembl unb * f 'wirb bie Befähigung zur Aichung von Längen« Hohlmaßen für Flüssigkeiten unb trockene Körper. "'°dtz"l'sgewichten unb Wage», Meßrahmen unb Fässern, £an bo3‘ Aichamt Laibach überbies auch eventuell bie Be- fähigung zur Aichung von Gasmessern, endlich für bie Aichämter Wippach unb Möttling lebiglich bie Befähigung zur Aichung von Fässern ersorbert. Zum Nachweise dieser Befähigung hat jeder Bewerber beim Aichamte Laibach einen praktischen LehrknrS, ber ungefähr acht Tage bauern wirb unb am 10. Dezember 1875 beginnt, mitzumachen, sobann aber sich sofort einer Prüfung zu unterziehen, bie ber k. k. Aichämter-Jnspecwc für Krain in Laibach abhalten wirb. — (Spenbe.) Die löbl. Feuerassecuranz ber priv. wechselseitigen Versicherungsgesellschaft in Graz hat ber hiesigen Feuerwehrkaffe fünfzig ©ulben gefpenbet. P. (Sängeraben b.) Nach bet gestrigen, sehr stark besuchten Concettprobe des Männercbores unserer philharmonischen Gesellschaft fand im Casino-Clubzimmcr besstn Generalversammlung unter dem Vorsitze des Gesellfchafts-birectors Mahr statt, bei welcher bte Herren Burgarell (Chorführer), Till (Tafelwart), Böhm (Archivar), Sch o 1 z (Secretär), Razinget unb Terdina in den Ausschuß gewählt würben. Daraus folgte ein äußerst gemütlicher, butch zahlreiche Toaste, burch markige Chöre unb packende Soloquartette gewürzter Sängerabenb. Die Begtüßungstebe bes neuen Direktors Dr. Leitmaier erwiderte ber Männerchor mit bet begeisterten Abfingung bes Wahlspruches. Sänger 2 a i b l i n hob in einer herzlichen Ansprache bie großen Verdienste hervor, bie sich ber scheibende Directot Mahr um bie Gesellschaft erworben unb brachte ein Hoch aus ihn aus, in bas bie Versammlung stürmisch einstimmte u. s. w. Das rege Sängerleben, bas sich gestern entwickelte, bie zahlreiche Betheiligung, bie Lebhaftigkeit unb Präciston bet Vorträge und der Eiset ber neu beigetretenen jugenblichen unb flimmbegabten Mitglie-ber, lassen bet zukünftigen Concertsaijon, bie schon in bie sem Monate eröffnet werben soll, nicht nur ein günstiges Prognostiken stellen, fonbern sichern auch ben beitragenden Äcsellschastsmitglie dern manche vergnügte Sängerabende, deren Veranstaltung sich der neue Ausschuß gewiß wirb angelegen sein lassen. Mögen sich bähet die Freunde ber edlen Musik, die dem Vereine noch nicht angehören, mit dem Beitritte beeilen, sie werden sich gewiß in ihren Erwartun gen nicht getäuscht fühlen. — (Professor Supans Lehrbuch berGeo-g r a p h i e.) Prof. Supans Lehrbuch ber Geographie für österreichische Mittelschulen ist vor kurzem in zweiter Auf läge erschienen. Das Literaturblatt ber „Gr. Tgp." widmet demselben folgende anerkennenbe Besprechung: „Dbwol an allen Mittelschulen Geographie einen obligaten Lehr gegen staub bilbet, jo läßt bie Behandlung bieses Gegenstandes doch meist noch sehr viel zu wünschen übrig. Ein Gruub hiesür liegt schon in bet unglücklichen Marotte, daß bie Geographie stets mit ber Geschichte verknüpft werden müsse, So einleuchtend bies in ber Theorie aussieht, so nachtheilig wirkt es in der Praxis, denn ein« von beiben, die Geographie ober die Geschichte, kommt dabei zu kurz. Und zwar nun meist die Geographie, schon deshalb, weil ihr Stoff für Lehrer unb Schüler viel „trockener" ist als der bet Geschichte unb bann, weil es bisher an wirklich gediegenen Lehrbüchern der (Erdbeschreibung gefehlt hat. Dies Urtheil klingt hart aber jeber an öffentlichen Anstalten wirkende Fachmann wirb es uns bestätigen, welche Mühe es kostet, nach ben gebräuchlichen Vorlagen in den Schülern Lust unb Liebe zu dem das Gedächtnis jo stark in Anspruch nehmenden Gegenstände zu wecken. Supans Lehrbuch ist nun unstreitig das beste neuere Werk, welches ben großen Vorzug hat, daß es dem Schüler nicht nur ein reiches, wohlgeordnetes Materiale bietet, sondern ihm auch zu denken gibt und ihm offenbar macht, daß Geographie nicht etwa ein Sammel surium von Namen unb Ziffern, sondern eine wirkliche unb bedeutungsvolle Wissenschaft sei. Die Thatsache, daß das Buch binnen Jahresfrist eine zweite Auflage erfuhr, be weist, wie rasch man seinen Werth erkannte. Wir hoffen, eS balb an ben meisten Mittelfchulen in Gebrauch zu finden. -- (Wie matt gepanfchtenWein erkennt Im „iföaibmann" wirb folgenbe Probe als unfehlbar bezeichnet, um jeben künstlichen Wein, unb mag berjelbe noch jo gelungen hergestellt sein, sogleich zu erkenne»: Man nimmt ein Fläschchen, bas etwa ein Weinglas hält, füllt basfelbe mit der zu untersuchenden Weinjorte, verschließt die Oeffnung mit dem Zeigefinger, breht bie Flajche um, jo baß bet Boben nach oben ju liegen kommt, taucht sie in dieser Stellung jn ein Gesäß voll Wasser jo weit unter, bis sie vollständig vom Waffer bebeckt ist, wartet bis sich bas durch Untertauchen in Bewegung gesetzte Wasser beruhigt bat und nimmt bann den die Oeffnung verschließen-ben Finger behutsam von derselben weg. In bieser Lage hält man bie Flasche von oben etwa zehn Minuten fest, wobei man sie so wenig als möglich bewegt. Das Wasser drückt nun zwar von unten gegen den Wein, vermag aber -nicht, ihn ans der Flasche zu entfernen, indessen findet doch ein solcher Druck statt, daß er vermöge ber Attraction sich alle fremden Substanzen, bie im Weine enthaltend sind, durch Ans>augen aneignet. Nimmt man nach zehn Minuten bie Flasche heraus, wobei man selbstverständlich vor dem Umdrehen wiederum den Zeigefinger verhalten muß, so wirb man finden, daß bei unechtem Weine ber herrliche . „Chateau Lasitte" ober „Chambertin" sich in abscheulichen Essig verwandelt hat, weil alle Zusätze, Zucker tc., bei vielen Sotten selbst bie Farbe vom Wasser aufgesogen worden ' tnb, während ein wirklich reiner Wein genau so bleibt, -wie er war. — (Verkehrswesen.) Dem Ausweise über die Betriebseinnahmen der österreichisch - ungarischen Eisenbahnen im September b. I. entnehmen wir folgende Daten: I. Süd bahn: Befördert wurden 876,065 Personen (25,488 mehr als im September 1874) und 7.103,690 Zentner Frachten (427,278 mehr ais im September 1874); die Mo natseinuahmeii betrugen 2 Mill. 953,817 fl. (168,641 fl. weniger (?) a!6 im September des Vorjahre«). II. Rudolf-bahn. Befördert wurden 146,179 Personen (10,800 weniger als im September 1874) unb 1.783,883 Zentner Frachten (8311 Ztr. weniger ate im September 1874). Die MonatSkinnahmen beliefen sich auf 388,540 fl. (um 2356 Gulden höhet als im September des Vorjahres.) P. (Theater.) Gestern wurde zum erstenmale aufge-ührt: „Javotte, das neue Aschenbrödel," komische Oper (?) in drei Acten, nach dem Englischen des Alfred Thompson von Julius Hopp. Musik von Emil Jonas. Die Oper wurde lebhaft applaubiert, bie Darsteller ber Hanptpartien wieder-holt gerufen und ber Chor und Aufzug der Patrouille im ersten Acte mußten wiederholt werden. Zu diesem Erfolge haben beigetragen: bas rasche Tempo der Handlung, Jonas' lustige Musik im ersten unb im ganzen zweiten Acte, bie fast dnrchgehends heitere Darstellung und eine mise-en-scene, welche burch Decotattonen unb Kostüme bie einfache Operette zum Ausflattungs- unb Schaustücke machte. Hören unb Sehen verging keinen Augenblick unb bte komische Albernheit vertrieb für einige Stunden die ernsten Gedanken des Pnblicums. Man glaubte auf einem Balle zu sein, inmitten von heiteren, glänzenden Masken und umtauscht von lustiger Tanzmusik. Eine ftritik Javolle'S wird man von uns nicht verlangen. Das ganze Genre, nur bestimmt zu unterhalten, provociert keine Kritik und wenn es nicht an-widerub auftritt und zurüdfgewiefen werden muß, so genügt ein leicht schilderndes Referat. Von diesem Standpunkte aus wollen wir zngcstehen, daß der Stoff zu Javotte sehr fadenscheinig ist. daß einzelne Handlungen geradezu un-motiviert dastehen, aber bie Entwicklung geht jo rasch vor sich, baß bie Bewegung für die Dürftigkeit des Körpers entschädiget. Die Musik gefällt durch ihre heitere Form, erinnert zwar an viele Vorgänger, allein sie ist geschickt gemacht und paßt sich der Drollene glücklich an. — Die Aufführung war im großen und ganzen recht gelungen. Die Hrn. Thaller und Steinberger Überholen sich gegenseitig an brolligen und komischen (Einfällen, sie gaben die beiden Spitzbuben Nick und Tom vorzüglich, waren tn gesanglicher Richtung recht wirk-fam und gefielen namentlich im zweiten Acte im Terzett als Pafletenbädfer mit Frau Paulmann. Fr. Paulmann sah als Javotte recht hübsch aus, fang und spielte reizend; Auch Herr Schimmer fand als Prinz Anerkennung. mit bet Wahl feiner Maske war er jedoch nicht glücklich. Herr Adam als Plnmpndding machte einen immerhin guten Einbruck, bemühte sich verbienstvoll bie Partie so gut als möglich lvieberzugeben. bewegte sich jedoch etwas zu im-beholfen unb vermochte die beiden Charaktere als Sherif unb Kammerherr nicht unterschiedlich fein zu nuancieren. Frl. Zinnberg (JsabeUa) war in ihrem Spiel etwas linkisch unb einförmig, Stimme bekam man wenig von ihr *u hören. Frl. »blot (Pamela) war in ihrer kleinen Partie recht brav, sowie auch Herr R u b o (Brock) recht verbienstvoll mitwirkte. Die Operette war von Directot Schwabe reich unb glänzend in Scene gefetzt unb stand unter beffen alle Anerkennung verdienender Regie. Das HauS war ausverkauft, fand an bet Operette viel' Gefallen, war beifallslustig und fo hegen wir die feste Ueberjeugung, daß die Direclion mit der Aufführung einen glücklichen Zug gelhan hat und noch viele ausverkaufte Häuser unb große Einnahmen bamit erzielen wirb. Witterung. Laibach, 3. November Morgen» trübe, bann Aufheiterung, die Alpen klar schwacher SO. Wärme: morgens 6 Uht 4- 06« mittag« 2 Uhr + 5-6* C. (1874 + 5 3«; 1873 + 13.40 0'v Barometer 737 96 Mm. Das gestrige IaaeTmi»,i Wärme + 5 0° um 2 0° unter bem Normale Wichtig für Viele! In allen Branchen, insbesondere aber bei Bezug der allgemein beliebten Original-Lose rechtfertigt sich das Vertrauen einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, andererseits durch den sich hieraus ergebenden enormen Absatz. Von ganz besonderem Glücke begünstigt und durch ihre Pünktlichkeit und Reellität bekannt, wird die Firma Adolf Haue «S* Co. in 11 um bürg jedermann besonders und angelegentlichst empfohlen. Nähmaschinen von 15 fl. bis 150 fl., so au» Maschin-Leide, Zwirn. Nadeln und Apparate stets in größter Auswahl billigst zu haben nur bei (679) 1 Franz Detter, Laibach, Judengaffe Nr. 228. E pilepsie (Fallsucht) heilt brieflich der Specialarzt Dr. Killlsch, Neustadt, Dresden (Sachsen.) 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Prlorltät«-Obl. Franz Joses«-Bahn . Oest. Nordwestbahn . Siebenbürger . . StaatSbahn . . . eübb..@c(,ju 500 bto. Bon« Lose. Srcbit - Lo!e...... Äubolfe - *oft .... Wechs. (3Mon.) «U66b.100fl.fflbb.ro Franks. IOC Diarl . . Hamburg „ „ London 10 Psb. 6t«l. Pari« 100 Franc« . . Münzen. Lais. Münz-Tucaten 80»Franc«ftück.... PrellH. Ikaffenscheine. Gilbet . . 70 85 55*86 55*80 55*3(1 118'S0 US'— 44*85 44 86 5-341/, 5*351/, 8*05 9*07 1-68V, V681/, 103*85|104*— Telegraphischer Cursbcrichl am 3. November. Papier-Rente 69 65 — Silber-Rente 73 40 — 1860er Staats-Snlehen 111-40. - «ankactien 929. — Lredit 196 -- London 113-—. — Silber 103 95 — St. k. Mün,. bacattn 5 351/». — 20-FrancS Stücke 9 05'/,. — 100 Rei^s mark 56.10. Wer I f* rt für einen soliden 40 st. Rkisc-Pklz mit echtem siebenbürger Fell gefüttert, und (678) 3—1 A fl für einen guten Ji Dll!'mer^on Minter~£oc6 mit 8lott gefüttert unD abgesteppt, zahlen will, bemühe sich nur zu M. Nemann Agram, JelaUc-PIatz, Laibach, Fiume. 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Juli 1871 wird jedermann verpflichtet, die neuen ffieioitfcte ehestens einzuführen, und es können dieselben schon jetzt ausschließlich verwendet werden; nach Ablauf dieses Jahres ist der Gebrauch der alten Gewichte strenge verboten, wevbalb der baldige Umtausch derselben gegen neue Gewichte im allgemeinen Interesse hegend erscheint. (6«',i) 2 Augekommeue Fremde am 3. November. Hotel Ltavt Wien. Haas, Reis., Brünn. — > Urbaniii, Gutsbes.. Thurm. — Älcß und j ütegul. ftaufleutt, und Fischer, Reis., Wien., — Svoboda. f. k. Beamter, Klagensurt. — ! Horvath, Gloggnitz. Hotel Elefant. Hladuik. Hof. — Ulfar, Pfarrer, Vets. — Seisart. Wien. — Sajovitz. Pola. v. Thienel Antonia, und Pnhar, Triest. Hotel Europa. Luka I. W.. k. k. Militär-Prediger, Graz. Mohren. Pogainik. Sagor. — Papagay Anna, Laibach. — Detela, Reis , Janerburg. Urlinn. Budweis, Eger]tiräz/l>8rzJ^glaü^^ Innsbruck, Klagenfurt, Krakau, Laibach. 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Theater. Heute: Debüt deS Opernsänger- Herrn I. Maurer. Da» Nachtlager zu Granada. Oper in 2 Äcten von Conradin Kreutzer. Morgen: D i e zärtlichen Verwand-t e n. Lustspiel in 3 'fleun »on Roderich «enedix. 03 03 Druck von Jg. v. *letnma»t * K«d. Bamterg. Verleger Ottemar Bamberg. ftflr die «rtettion verantwortlich: Franz dioitalet.