Dienstag den 25 Juni 1833. Päpstliche Staaten. ^»ncona, 5. Juni. Am 3i. Mai ist die Brigg, Mesange, nach Toulon unter Segel gegangen. Sie bringt 25 Franzosen nach Frank« reich. — Der Sanicätsrach hat die amtliche Nachricht erhalten, daß zu Elbassar, einer Stadt des türkischen Albaniens, die Pest ausgebrochcn sei» Dieser Anzeige gemäß, sind alle aus den ionischen Inseln kommenden Schiffe unter Beobachtung der hier üblichen Sanitätsgesctze unter Quarantine gesetzt. — Am 3. d. M. kam der junge Herzog von Leuchtenbcrg hier an. General Eubieres, so wie alle Stabsoffiziere statteten ihm ihren Besuch ab. Tags darauf woht'tc der Herzog in der Uni« form clncs Dragonc.robcrst einer Rcvne bei, die kber die französischen Bataillone gehalten wurde. (1''ol. cll V«l-.) Tcü tsch la n v. München, ii. Juni. Von hier sind gestern mehrere von der Regentschaft berufene außgezeich-ncle junge Juristen, unter ihnen Hr. Feder, der vor zwei Jahren durch die Losung einer Prcisauf. gäbe die philosophische D^ctorwürde erlangt hat, nach Nauplia abgegangen. Andere, auch aus dem Fftchc der Forst- und Hüttenkunde, rrcrden ihnen folgen, da es sich findet, daß zur gehörigen Ein» nchtung und gründlichen Führung jene, Zweige dcr Verwaltung es wie fast in allen andern an hinlänglich'vorbereiteten Individuen gebricht. (Mg. Z.) V r e u 15 e n. Die Stadt Thorn 'st am 4. d. M. von ci< nem großen Unglück betroffen worden. An die« scm Tage gegen 7 Uhr Abends sprengte dämlich ein Hündlungslehllilig, wie man vermuthen darf, aus Rache gegen seinen Lchrhcrru, den oberen Theil des in der breiten Straße nahe am Markte belege-ncn Hauscö des Kaufmanns Wechsel durch Anzündung des daselbst gelagerten Pulvers in die Luft. Die O^plosion war furchtbar; drei Menschen wur» den dadurch getötet, und einige zwanzig mehr oder minder bedeutend verwundet. Biclc Personen, die sich eben auf der Straße befanden, stürzten vor Schreck zur Erde, die benachbarten Häuser wurden fast ganz ruinirt, und nahe an Ja andere beschädigt. In den onsioßcndcn Straßen sprangen fast alle Fenster, ja mehrere wurden sogar sammt dem Kreuz auf die Straße geworfen. Der Korper des Burschen, der das Unglück angestiftet, wurde etwa 100 Säritte weil auf einem Dache gcfun» den, das eine Bein dcNelbcn aber war über das Rathhaus hinüber, etwa 3oa Schritte weit, ge« schleudert worden. Uebcrall in cen Straßen fand m^n Ziegel und Dachsteine liegen, so daß man sich nur wundern muß, daß nicht noch mehr Menschen beschädigt worden sind. (Oest. B.) M i e v c r I a n v e. Der Staatscour rant meldet, daß ein g:s» ßer Theil unserer Antwcrpencr Kricgsgcfcmgelien sichwieder aufniedcrlätidischcm Boden befindet. Am 7. d. wurden 2^o geschoben hatte, steht nun im Begriffe, sclbe an« zutreten. — Die in diesen Gegenden seit me-hreren Monaten anhaltende Dürre, hat die Saaten in einein Umkreise von 20a Werst gänzlich zu Grunde gerichtet." (Oest. B.) Griechenlanv. Das Journal de Smyrne schreibt aus Syra vom 1. April: „Die Freunde dcr Ordnung beginnen bei den von der Regentschaft getroffenen Maßregeln neu aufzuathmen. Das Verbot des WaffentragenS für die nicht zum Militär gehöri. gen Bürger, das so lan ,e Zeit unter allen Regie« rungen, die in Griechenland aufeinander gefolgt sind, verlangt wurde, hat hier/'den lebhaftesten Beifall gefunden. Auch die Organisation der Gc« richte ist ein großer Schritt der neuen Regierung. Wir hoffen, daß die provisorischen Gerichtshöfe in Nauplia, ,Missolunghi und Theben nächstens eine definitive (Zonstilution erhalten, U!>d daß auch die andern Städte mit solchen tZollegien werden ver« sehen wcrdcn. — Die Admirale Sachturis, Ka< landruzzo uni) Kanaris find vor einigen Tagen hier angekommen, und haben sich im Auftrage der Rc-gierung nach Porös begeben, um den Hafen und das Arsenal zu untersuchen und einen genauen Be» richt darüber zu erstatten. Man scheint die Ab« si dt zu haben, das Hauptarsenal ocr griechischen Kriegsmarine in Porös zu errichten." Nauplia, 3. April. Die für den griechischen Dienst in Baiern geworbenen Freiwilligen, die am l. Apr«! in Nauplia ankamen, müssen als der Stamm des griechischen Heeres für alle Waf. fengattungen angesehen werden, und es ist sehr zu wünschen, daß die Werbungen noch lange und mit so glücklicher Auswahl fortgesetzt werden. Die ankommenden Truppen sind im Durchschnitte wohl-gedildcte, gut gekleidete Leute; die zwei Gscadro« nen Lanzenreiter konnten mit den schönsten Trup. pen verglichen werden, die man jemals bei einem Hccre gesehen hatte. — Auch der Gründung einer ________^> .,:'!'/-' ?>^'/,..— -<^ künftigen Hauptstadt Griechenlands scheint di'cNe« gierung ihre Aufmerksamkeit zugewendet zu haben ; eine Commission aus mehreren Baukundigen und einem Arzte bestehend begab sich bereits nach Athen, und wird, wie man sagt, auch den Isthmus von > Korinch bereise»,. Auch hat noch vor der Ankunft des Königs die Nationalversammlung in Nauplia den einstimmigen Beschluß gefaßt, daß die künftige Hauptstadt Griechenlands am Isthmus von Ko« rinth angelegt werden, und den Namen Ottonia erhalten sollte. Briefe aus Nauplia vom 2». Mai melden, daß uäch einer in alleil Theilen von Griechenland vollkommen hergestellten Ruhe die Regentschaft mit der Organisation der Armee und der Verwaltung ununterbrochen fortfährt. In Bezug auf jene findet man sich indeß sowohl mit der Mannschaft als mit dem Material in Verlegenheit. Die leichten, unregelmäßigen Truppen, PaM'arcn genannt, hatten ^hne Äu nahm.- verwcigcrt in das regu» laire M l!tair überzutreten, und diejenigen, welche in Griechenland selbst ihr Unterkommen nicht fan» den, zogen vor nach Thessalien und nach Albanien zu den Türken auszuwandern; da nun auch die Werdung in einem Lande, was von Einwohnern großen Theils entblößt ist, keinen Fortgang habeil ram,, so sind, wie man hott, nach Baiern Auftrage ergangen, die Werbungen daselbst für den griechischen Dienst wieder aufzunehmen. Ma» sagt, daß sie sicd auf zehn (Compagnien Infanterie, auf Artilleristen zu sechs Batterien und auf vier Escadrons Kavallerie erstrecken würde». (Allg. Z.) Unterm »5. April ist einekönigliche Verordnung über die Sint Heilung des Königreiches Griechenland und dessen Verwaltung erschienen: „Das Königreich Griechenland ist in zehn Departements und 47 Provinzen gechcilt.In jeder Provinz sollen sofort Gemeinden errichtet und deren Bezirke bestimmt werden. Ueber Anzahl und Be« nennung der Gemeinden wird seiner Zeit eine l cson« dere Verordnung erscheinen. Die Departements des Königreiches sind folgende: 1) Argolis und Korinth. 2) Achgja und Alis. 3) Mcssenien. 4) Arkadien. 5) Lakonien. 6) Akarnanien und Aelc» lien. 7) Phokiv und Lokris. 8) Attila und Böotien. ü) Euböa. 10) Die Kukladen. (Oest. 25.) Nevacteur: H"r. 5av. Heinrich. Verleger: Hgnaj W. Evler v. Alcinmayr.