___^ . ______________, ._______^ V^ Dienstag/ den i3. October 1825. U n g a e n. 'Beschluß der Nachrichten aus Preßburg vom l6. September, über die Krönung Ihrer Majestät derK»i« serinn von Osterreich. Carolin« Auguste, zur Königinn von Ungarn. Sobald ihre Majestät«« die Kirche verlassen hatten, wurde die Kiste, in welche die Kronhülher die Reichst!«!» nodicn gelegt hatten, sogleich in die Sacllstey getragen, unv die übrigen Hüther daselbst zurückgelassen, die Reichs, kröne aber, in Begleitung der zwey k. k. Commissäre, von dtn Kl0nl)üthern in einen Hofwagen gelegt, und indem» selben offen nach dem Primatialpallaste gefühlt, worauf der Wagen folgte, in dem die Gemahlinn des Erzhof-richterg zur linken der Obtlsthofmeislerif-.n saß< und welchen ein Theil der ungarischen Nobelgard« zur Pri. matial. Nestdenz begleitete. Ihre Majestäten wurden bey Ihrer Ankunft in dem Primalial.^iUzst« thrfurchtSvoll empfangen und bis in das innere Gemach begleitet. 3« dem für das königliche Bankett bestimmten Spei-fefaal befanden sich bereits dee Stellvertreter des Erz< Hvfthülhüthers (^»uiluruiu NeßHii'liu Uagizter) und die 'hm deygeordnecen Commissare, sammt einigen dazu be» Nimmten Individuen des Hofs zur Aufrechlhaltung der Ordnung und Vermeidung jeder Verwirrung. Unter Vortretung des Stellvertreters des Erzhof» Tluchseßcs (vÄpllerurniu Ke^llliuM I^lu^izter) m, loczaer ssrzbischof. 9) Se. geheiligte Majestät der König, in Deglei» tung der zwey assistirenden Bischöfe, der zwey Capitane der Leibgarden, des Erz »Hofmeisters mit dem Stäbe, des Erzhofkämmerers und des dienstthuenden s. k-Käm» melerS; io) Die Kronhülher und der durchlauchtigst, Erzher» zog »Palatin mit der Krone auf einem gestickten Kissen, »l) Ihre Majestät di« Königinn, mit der Hausklone geschmückt, in Begleitung der asslstirenden B>» schöfe, stch auf die Hand Ihrer Oberst « Hofmeistermn stützend, während die Oberst »Hofmeisterinn des Hof, staacs der Königinn die Schleppe des Kleides hielt, wor» auf die Gemahlinn des Erz »Hofrichters folgte, nebst mehreren vornehmen Damen, di« sich »ur linken Seite der Tafel stellten. Ihre Majestäten wurden von acht ungarischen No-belgardiste ! begleitet, die sich den im Saale bereite be« findlichen übrigen ungarischen Nobelgardislen anreiheten. Als sich Se. geheiligte Majestät der König der Tafcl genähert halt«, übergaben Allerhöchstdiefelben Ih> ren Kalpagdem Erzhofmeister, diefer aber dem dienst, thuenden Kämmerer, der ihn auf den Nebentisch zur 352 rechten Hand legte. Del durchlauchtigste Erzherzog. Pa> o latin legte aber die Reichskrone auf «in gegenüber ste- T hendes Tischchen, wobey sich die Kronbüther stellten. ^ Ehe sich Ihre Majestäten zur Takel sehten, goß Ih- < nen der durchlauchtigste Erzherzog > Palatin Wasser zum Hanbewafchen in ein Becken, und de« Rochs» Primas ( reichte Ihren Majestäten «in Handtuch zum Abtrocknen d dar. Hierauf sprach der d.en Primas assiftilende Hos» l Ceremomanus das Lllueäici«,«, und nun setzten sich Ihre x Majestäten nieder, wobey der Erzhofkämmerer dem l Könige, der Königinn aber Ihr Obersthofmeister, die l Lehnsessel herdeyrückten. Nachdem Slch Ihre Majeslälen , niedergesetzt hatten, sehten sich auch der durchlauchtigste j Erzherzog ^ Palatin, der Reichs. Primas und der Erz> ! bischof von Kolocza zu« königlichen Tafel, während Ih> , rer Majestät der Königinn von Ihrem Obersthof' ! meister die Hauskrone vom Haupte herunllr genommen, und von dem k. t. Schatzmeister zur Neichstrone gelegt wurde/ bey der er während der ganzen Mahlzeit stehen blieb. Dey dem ersten Trunk Sr. Majestät des Königs wurde die dritte Salve unter Glockengeläute gegeben, und .es begann zugleich dle Tafelmusik, die bis zu End« der Mahlzeit dauerte. So ost Ihre Majestäten tranken, «lhoben flch die hohen Gäste, und fehlen sich erst nach Hinstellung der Becher auf die Tafel, wieder nieder. Nach Hinwegtragung des Nachtisches standen di» Gaste auf und blieben so lange dey ihren Sitzen stehen, bis Ihre Majestäten sich sitzend die Hände gewaschen hatten. Das Wasser zum Abwäschen goß dießmahl der Primas ein, der durchlauchtigste Erzherzog Palatin reichte aber das Handtuch zum Abtrocknen. Noch vor dem Abwäschen hatte der Obersthofmeister Ihrer Majestät der Königinn die Hauskrone aufgesetzt, der Erz«Hof. weister aber Sr. Majestät dem Könige den Kalpag gereicht. Dann sprach der Fürst Reichs «Primas , unter Assi. stenz des Ceremoniärs, das »vea ^1-2^25,« worauf sich Ihre Majestäten, in de« vorigen Begleitung, in Ihre inneren Gemächer verfügten , wohin auch die Relchokrone getragen wurde, die spätern» die Collegiat» undPfarr. kirche des heiligen Martin zurückgebracht und den übri. gen Reichskleinodien beygefügt wurde. Die sämmtlichenMagnaten und dieStänd« desNeichg wurden zur nähmlichen Zeit an einer großen Tafel von sieben hundert GeXcten im Nahmen des Königs von dl« obersten Hofchargen bewirthet. Während der ständischen Tafel erschienen nach alter Sitte beyde Majestäten,» dem Saale und wurden mit dem einstimmigsten Lebehoch empfangen. Am Abend war ungarisches Freytheater. Die ganze Stadt war beleuchtet, undgcwährte einen um so reihen» dern Anblick, als die Beleuchtung, eben so wie alle Feyer^ lichkeiten deg Tages, vou dem heitersten Wetter de» günstiget wurden. Das Einzelne naher zu beschreiben würde hier nicht möglich seyn; wir wollen daher nur bemerken , daß, außer den schon an dem Tag< desEinzu» ges Ihrer Majestäten besonders schön erleuchteten Ha'uc fern und neben vielen von der Theilnahme aller Classen des Volkes zeugenden Transparenten , und einer Säule vor der Sommerrestdenz desFürstenPrimas, auf welcher die ungarische Krone prangte; die Häuser des Fürsten Kohary und des Fürsten Glaßalkowics, das Nieder, mann'sch« Haus, so wie einige Häufer an der Prome» »ade, und nahmentlich auch die Schiffbrücke fich aus« zelchneteu. D«r Ka ganz besonders die geschmackvolle Pracht der nationalen e Kleidung, verbunden mit der sich jeden Augenblick, auch ' im äußern Betragen zeigenden, offenen und herzlichen ' Anhänglichkeit de» Ungarn für ihren König und ihre Kö, l niginn, einen höchst erfreulichen Eindruck machten. 1 DlePreßburgerZeilung vom 5o. Septem. ve« enthält Folgendes: »In der am 26. d. M. gehalte. ' nen siebenten ReichstagSsttzung wurde der von den Stan» b den mit vollkommener Übereinstimmung gefaßte Ae« t fchluß bekannt gemacht, dem durchlauchtigen Hrn. Für. t sten von Mette rnich. Sr. t. k. apostol. Majestät '' Haus.. Hof« und Staats > Kanzler lc. tc. auü voller >' Ueberzeugung von dessen vielfältigen, ausgtzelchncten Verdiensten um den österreichischen Kaiserstaat im allge. meinen, wie auch insbesondere um das Königreich Un, ^s gärn, überhaupt aber um ganz Europa in den wichtig' n sten Perioden del Wtltereignisse, das Indigenat des Kö» n n>gr«ichg Ungarn taxfrey zu ertheilen. —Auch watd v.'- 333 schloffen, aus innigster Verehrung und Liebe zu Ihrer Majestät der Kaiserinn » Königinn, d Majestät dtm "'ser zu allerhöchster Genehmigung unterbreitet wer» ,^p'^^" dtlftlden Schung wurde auch das nach alt» dcrrommlichil Weise beft.mmte Krönungsgcschenl für ^yce Maicstät die Kaiserinn-Königinn beschlossen und w" allgemeiner Ucdelt.nsummung .r. Majestät, und Allerhöchstdieselden, geruhten, nachdem die Truppen nach jeder Production einzeln vorbey defilirt waren, so» wohl über die richtige Ausführung der Evolutionen, w,e auch über den vortrefflichen Zustand der Mannschaft und P^erd«. AUcrhöchstchr Wohlgefallen zu erkennen zu ge» d«n. — II. kk. HH. di« durchlauchtigst«« Erzherzoge Carl und Ludwig haben am 2V. unsere Stadt ver. lassen und stnd nach Wien zurückgekehrt — Gestern früh ist auch die k. k. Trabanten Leibgarde nach Wien, und diesen Morgen das Grenadierbataillon Orlandini nach Brunn zurückmarschilt.« Am Donnerstag den 29. September Abends um 5 Uhr fa„5 die achte (gemischte) Reichstags «Sitzung Statt, m welcher Sr. Majestät alle?2n6digste Erwiede- rung auf die von den Nelchsstanden in ihrer fechöterl S'hung beschlossene Dankaddresse für die allerhöchste» Proyosltiouen verlesen wurde. Sie lautet >n der Übe«« sctzullg folgendermaßen: »Im Nahmen Sr. geheiligten Majestät unsers gnädigsten Königs und Herrn, wird dem durchlauchtigsten Erzherzoge, den Hochwürdigsten, Hochwürdigen,, Ehrenwerthen:c. ,c. zu wissen gegeben: Se. k. k. Majestät haben die Huldigung und Dankbarkeit der Herren Reichestände übe? die in ihrer am 24. d. M. gehaltenen S>yung adgrfaßte Dankaddrcsse, hinsichtlich der, sowohl von dem königlichen Throne, wie auch in den allerhöchsten königlichen Propositionen gemachten Erklärung, aUergnäd'gst aufgenommen und wünschen, daß, nachdem die Krönungefeyer der Königinn bereits verüber ist, die Herren Stande zur Verhandlung der das Wohl des Königreichs und seiner Nedenländtl einzig und allem bezweckenden königlichen Proposmonen schreiten und eine mit den allerhöchsten Absichten übereinstimmende unter: thänige Äußerung einzugeben sich bestreben mögen. Und da Se. geheiligte Majestät in AUerhöchstihren königlichen Propositionen den Wunsch zu erkennen gcgeben, daß die Herren Stände alles das. was zur Erhaltung des gemeinschaftlichen Wohls geeignet ist, Allerhöchstdensel« den vorlegen mögen, so erwarten Se. Majestät, daß alles, was ein unbegränztes Vertrauen und kindliche Aufrichtigkeit den Herren Ständen eingeben, sie inden allergnädigsten väterlichen Busen ausschütten werden. Im Übrigen verbleiben Se. k. k. Majestät den versam» melten Reichbständen mit Allerhöchstihrer kaiserlich könig, lichen Gnade fernerhin zugethan.«— Durch Se. k. k. Majestät, Ignaz von Markus. Preßdurg den 28. September »6,5. Um 7 Uh» an demselben Abend war Hofball in dem Saal« des Primatialpallastes, wobey die Damen in ungarischen Kleidern, der männliche Adel in Staatö» uniform, das Militär aber in Uniform ohne Schärpe er« schien. Die Versammlung war äußerst zahlreich und glänzend. Am ,. Octoder geruhten Se. t. k. apost. Majestät von ? bis 9 Utir früh öffentliche Audienz zu ertheilen; nachher aber bis Mittage, verschiedene Deputationen zu empfangen. Zuerst genossen sämmtliche Reichstags» Deputirte aller königlichen Freystädte das Glück, Sr. l Majestät durch den königl. ungarischen Tavernicus,Hrn. Grafen Anton Cziraky, einzeln und unter nahmentlich«? , Aufrufung eines Jeden vorgestellt zu werden. Dann er, > schienen nacheinander: eine Deputation der Stande deß , Preßburgel Comitctts, durch ihren Obtlgespan Herrn 534 Fürsten Joseph Palffy vorgestellt; see gesam'mte Stadt» Magistrat ; die Professoren der hiesigen königl. Akademie; die Geistlichen der evangelischen Gemeinde und d'aZ Of« ficiercorvS der bewaffneten Vürgermiliz. Se. Majestät hatten die allerhöchste Gnade, Sich mit allcn diesen Branchen aufs Herablassendste und Huldvollste zu be» sprechen. — llm bald i Udr erhielt die i)l>!g<. au^« 23 Mitgliedern des Prcßdurgcr Coinitats beftedenöt Depu» tation» auch die aUt'rgnädigste Erlaubniß, Ihrer Maje« stät derKaiserinn »Königinn aufwarten zu dürfen,Aller« höchstwelche, indem Sie an jeden Einzelnen einig« Wor. te richteten , dadurch dem ganzen' Körper e>tt auügtleichne« tes Merkmahl allerhöchstcr Gnade zu verleihen geruhtett. Sonntag den «. Qctode« versammelten sich, vor i» Uhr Mittags, sämmtliche Neichsstände >m National. Co« stüme im Saale des Pr,matialpallasteS, um i) cA«, geheiligten Majestät dem Kaiser ünd König ^u Allerhöchst» dessen Nahmenstage die Glückwünsche der ganzen Nation feyerlichst darzubringen', und 2) um Ihrer Majestät det Naiserinn und Königinn dabin' der' stedenten Sitzung de» fchlvssene Krönungsgeschenk ehrerbicthigft zu überreichen^ Gleich nach »2 Uhrerschienen Se- Majestät der Kaiser in der Uniform AUerhöchstdessen Husaren > Regiments, und unter Vortritt und Begleitung det Odersthofäm» ter.der hict anwesenden Tlaatöminister (worunter auch Se. DurH)i. der Fürst von Mettermch im ungarischen Costüme) lc. lc- und ließerl Sich auf dem Tiirone nie. der. Der Fürst > Reichsprimas, als Wortführer dieser Versammlung, drückte hierauf ln einer würdcpoUen la. teinischen Rede an Se-Majestät. die fe.?erl,chel< Glück» wünsche der RcichSversammlung uns durch dieselV« auch die der ganzen ungarischen Kation aus, welch« Se. Majestät aUergnädigst aufzunehmen und irl einer ebett» falls lateinischen Antwott huldreichst zu erwiedern getuh: tett, Worauf Sich Alltrhöchstdieselden unter dem freu» Vlgslen Vivatluf derVersanimlung zurückzogen. —Vald nachher erschienen Ihr, Majeli^l die Kaiserinn - Königinn, unte« Vortritt und V.'gleitung Allclhöchf:,h?er Hofoa» Men, »n dem Saale und lleßen Sich edenfaUZ cluf d; V«ron Sigism. Pcrenyi, Bereghsr», und Andr. Y.- Markooitsch , Poseganar . Comitato^'Deputirte. Fremden - Anz elge. Angekommen den n. Oet 0 bel l8«5. . Hr. Peter Questiaux, k. k. Gud. Nath und Gen. Consul in Smyrna, v. Mailand n Wien. — Hr. Dr. Andr. Mosctig. Protomediser und k. t. Gub. Rath, v. Wien n. Tritst. —Hr. Alden Bohat^, . k. k. Stadt, und Landrath, ?. Gräh n. Triest. — Hr. Wllh. Freyherr v. Puleani,o. W,en n. Tritst. — Hr. VogoS P'ambukiroglu. Hanoelsmann. v, Rom n. Constantino-. pel. — br.Fr«niB,lhal, Handelsmann, v. Trieft n. Wien, ^-- Ht. Ioj. 'üeffo, Handelsmann (lürk. llnterlhan). v. W>en n T'lest. ^- Hr. Matleo ssälmger, Handl. Agent, 0. Triesl n. Wien. " ««, ,^/" "' H^' 3"Nj v. sgger, Rtgierungsralh unv 'prosessoe an der Universität cn Wien, mit Gemahlmn. v. Görz n. W'en. ^ Hr. Ioh.Rajovlch. Handelsmann. V. Trieft n. Agram. Den,5. Hr. Jacob Vieentini, t. k. Äsllinspector >N Triest. v- Wien n. Trieft. Den l4- D>e Herren v. Hopfgarten, Hauptmanrl Und Veigadeadjulant ,n Metlendurg. Diensten; Ludw. Hoffniilttn. Particuliel aus Leipzig.' und William Mo« linc, «aufMann, alle dreh v. Tliesi n. Wien. — Hr. Carl Krauß Edl. v. Sandezwehr, Student, v. Verona n. Gräh. Lues som »2. Oc tober «826. Niltelpre^ Staatssch»lldvtrschrt!bu«g (Ärarial) (Domest.) Öbllgatiolien de« Stände (C.M.) (C.M.j v. Österreich unter und zu 3 v-h.^ — ^ sb der <3r>ns , von'Aoh 1 zu 2 ,/z v.H ) 5, ^/^ ^, men . Mähren . Sckle- zu 2 ^ v.H,^. ^ sien,Steyermark.ttä'rn- zu 2 y.H,^ ^z^/5 __ ten, Kraii: und Görz. zu 1 3./) v.H.' -^ ^ Wiener>Oderr.AmtsiQblig,zu 2 v.H. ^14/5 ^ Vanlac-lien pr- Stück »i89 Z/io !n C> M, Iijnaz Aloys