^2«. KamstaZ den 2^. UunI 1828. Ner Hammer - Abenv. v^chön mit purpurfärb'gen Dache Nuh't der Hain im Abendlicht, Wem, im silberklaren Bache Lieblich Lunens Gvldssrahl bricht. Frisch beseelt von Edens Lüften Zeucht der Hirt von Flur und Wüst', Da zum Abschied' noch die Triften Seiner Schalmey' Laiit begrüßt. Iephyrs lelscr Athem wehet Wohlduft auö bethaiitem Grün', Leider! nur zn früh gemähet Welken FlorenS Kinder hin. Horch! die Ähre» im Gefilde Lispeln scmft bei Sterneuschem, Gleich als sehen sie dic „ilde, Holo« Ceres Segen streu'».— In verzückter ZünberMe Lauscht,der Pappe! zartes Laub, F«rn vom tollen Wcltgewühlö Schlummert Wild und Wurm im Staub. Nur der Grille Melodeyen Tönen noch aus Perleuthau, D«m will sie ihr Loblied weihen, D«n verki'md't der Welten Van.— L'i'Älc: zn^nsli «elene, ^5^ör di in,5lil, »------- Der Kuttan Kelim unv vie BMriFe. Als der General Sebastian,', franzosischer Gesandter in Konstantinopel war, hatte der Sultan Selim bei Einer seiner Wanderungen durch die Stadt, die er, wie Harun - al - Naschid, verkleidet zu durchstreifen pflegte, bei einem französischen Musiker ein ihm völlig unbekanntes Instrument gesehen. Den andern Tag ließ er den französischen Gesandten ersuchen, sich ins Serail zu bemühen, wo er gegen denselben den Wunsch äußerte, einmal diese lange Maschine spielen zu hören. Dic Beschreibung, welche er von dieser Maschine machte, war eben nicht deutlich; Sebastian: lirß also alle französischen musikalischen Instrumente, dic er kannte, zusammenbringen. Beim Anblicke cines Contrabasses rief Selim sogleich aus: «dieß da ist es!" So sonderbar die Gelegenheit auch war, so glaubte Sebastiani doch von ihr für seine Landsleute in Pcra Nutzen ziehen zu können. »Unsere Musiker" — sagn er zum Sultan — «sind auf die-stm Instrumente nicht eben sehr geschickt; ich kenne aber,einen hiesigen Kaufmann, der in Europa der größte Virtuose auf dem C^ntrebaffe ist. Wenn es Ew. Hoheit beliebt, so will ich ihn rufen lassen.« Sr. Hoheit konnte nichts erwünschter seyn. Herr E. erschien. Nm des Sultans Ncugler noch mehr zu reitzen und zu steigern, machte der Kaufmann, der wohl unter« richtet war, Bedingungen und bestand darauf, nirgends anders als in dem Harem und in Gegenwart der Frauen Selims spielen zu wollen. Der Sultan ward über dieses kühne Ansinnen böse und schlug ct erst rund ab; doch siegte endlich die Neugier. Warum sollte er auch seinen Frauen dieß Vergnügen versagen? Er befahl also, den Franzosen in den Harem zu führen; doch sollten dichte Schleier ihm das Gesicht der Favoritinnen, die zugegen seyn würden, verhüllen. Herr E. war nun aber gar kein so großer Virtuose auf seiner Baßgeige, wie es Sebastiani gemacht hatte. Vald haite er Alles gespielt, was er konnte, und d« er nichts konnte als das Liedchen: Marlborouah, so blieb ihm nichts weiter übrig, als das Lied, wenn es einmal beendigt, war, wieder von vorne anzufangen. Dem Sultane mußte diese Musik dieses Liedes unge-Weines Vergnügen machen; denn er liesi es immer wiederholen. Am andern Tage sangen alle ^Sclaven, aile Eunuchen, das ganze Serail, immer Einer besser a's der Andere, das Lied: Marlborough. Als Hr. E. den Pallast vlttieß, ließ ihm Sclim drei Beutel überreichtn, oie er sogleich unter die Ianitfchareü ver^ theilte. Diese faßten nun eine so große Liebe zu Marl -borough, daß sie alle Tage vom Sultan das Lied verlangten. Er mußte Hrn. E. kommen lassen, der jedesmal drei Beutel erhielt, diese aber auch jedesmal unter die Ianitscharen vertheilte. Endlich ward dem Herrn E. sein Amt widerlich, so daß er, um nur davon loszukommen, eine Reise vorschützte. Von allen Beuteln des Sultans behielt Herr E. nur drei Zechi-nm, die er nicht ermangelte, jedesmal, wenn cr dieß Geschichtchen erzählte, vorzuzeigen. Aeue höchst interessante OrffnVuug. In Paris hat unlängst ein Herr Braun, Professor der deutschen Sprache an dem polytechnischen Institute die bisher für unausführbar gehaltene Kunst erfunden, den Luftballon nach Belieben zu lenken. Um Unterstützung zu erlangen, hat er an den Minister des Innern sich gewendet, dieser aber hat die ganze Sache an die k. Akademie dcr Wissenschaften gewiesen. Da er aber auf sein Ansuchen bisher noch keine Antwort erhalten, so hat der Erfinder sich an das Publikum selbst gewendet, und in einer Ankündigung versprochen, auf dem geräumigen (^Ilump cle Mclig in Pa, ris in die Luft zu steigen,, seine Richtung nach Calais zu nehmen, über die Meerenge hinüber zu fliegen, 4lnd sich aus London dic vom Parlamente auf diese Erfindung ausgesetzte Prämie von tausend Pfund Scer-ling abzuholen. Zur Deckung seiner Ausladen, schlägt l s^rbe,!. Als kürzlich in Paris ein Millionär begraben würd«, war alle Welt über d:n Eifer erstaunt, mit welchem ein Enkel des Verstorbenen, der zu den Erben, gehörte, während der Begräbnißceremonicn aus einem kleinen Buche für den Dahingeschiedenen zu beten schien. Ein Neugieriger schlich sich hinzu, warf in das Büchlein einen flüchtigen Blick und erkannte zu seinem Erstaunen den <^ocie civÜL, ,'n welchem das Capitel über die Erbfolge aufgeschlagen war. Seltsame Ankünvigung. Von dem Gerichte des Gutes N. N. werden die dem verstorbenen N. N. gehörigen Meubeln, als: Weizen, Hafer, dann Pferde, Horn-und Borstenvieh :c. versteigerungsweise verkauft. F^rezMiessen in Naibach 1562. (Buchstäblich ^ach eincs alten Dichters Handschrift, mitgetheilt vonH-C.) Am 14. Iully hielt der Rath Zu Laybach in der Werden statt. Am Freischiessen daß gunig woll ab. 5c, Tl>aller war die frei Gab. Man hat geschosseil ohn Verdruß Zivenn Dukaten in Riter schliß. K ä t h f e l. (<5iü Wort 00,? drticrle« Bedeutung.) Wir treiben, was nicht fort will Gewaltig an zum Gehen; Wir wiegen schwere Lasten Wie Ammen Kinder wiegen; Wir springen auf wie Helden, Will man Gewalt ims anthun. Wir tanzen gar vergnüglich Wenn wir ins Freie dürfen; Ost treibt man unS zusammen Und steckt uns dann in Sacke, So drücken schöne Mädchen Uns an die Lockenköpfchen, Wenn uns der Himmel wohl will- Wir trinken manches Schlückchen Aus unsern kleinen Fäßchen, Und geben dann zu trinken. Ost schoß durch uns're Röhren Selbst Amor seine Pfeile. Auflösung ves Räthsels im Dllyr. Vlatte Kr. 25. Der Würfet. Nevatteur: F^r. t'av. Ueivrich. Verleger: Dgnaj Al. EMer v. Aleinmaur.