LMacher Zeitung. Nr. 13«. PränumelatlonSprei« : Im Comptoir gcnzj. ft. li, halbj. N. 5.50. ssül!>»eZuft«Uung in« HauS halbj.5U lr. Mit bevPcst nanzj.st. 15, haldj.N.?.50. Freit.,«, 3. Juli VnseNi ontneb libl bis ,o feilen: ims.l SO ll , 2«.«!1tl., 3m. i fi.i ft'uft pr.Z^ile im. «lv.,»m.hki, 3m. 10 ll. u. s. w. I!',scrtion>s»e:!ipel jedc^m.?«^,. 1868. Amtlicher Theil. 35e. k. t. Apostolische Vlajeftät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Juni d. I. den Land-tagSal'aem'dncten nnd Hof- und Gerichtsadvocaten in ^lnz Dr. Moriz Eigner zum Landeshauptmann ini ^rzhcrzogthumc Oesterreich ob der Euns allergnu^igst ^ll erucnncn geruht. Giskra »». ^. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchste Entschließung vom 24. Juni d. I. den odder-ennsischen ^andcehauptmatnistcllvcrlrctcr Dr. Karl Wiser unter Anerkennung seiner ersprießlichen Wirksamkeit über seine Bitte von seiner bisherigen Stelle allcrcmädigst zu entheben geruht. ' Giskra m, i>. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Inni d. I. den Docenten bn Waarcukundc am Wiener Polytcchnicum Julius Wiesner znm außerordentlichen Professor dieses Faches °n der genannten Lehranstalt allcrgnädigst zu crncnncn geruht. Hafner m. ,'. Der Minister des Innern hat den Banadjuncten Sigmund Ritter v. Steinberg znm Ingenicnr für den Staatöbaudicust in Kärnten ernannt. Der Minister für Cnltns und Unterricht hat den Architekten nnd Docenten am polytechnischen Institute zu Wien Joseph Stork, den Maler und akademischen Rath Ferdinand Laufbcrger, den Maler Friedrich Sturm, den Bildhauer Otto König und den Maler Michael Nieser zu Professoren an der Kunstgcwcrbe-schule des k. k. österreichischen Museums für Kunst und Industrie ernannt. Erlaß >es k. k. FinanMinistcriumg vom 28. Zum 1868 betreffend eine thcilwcise Aenderung des allgemeinen Verschlcißtarifes für das zum menschlichen Genuffc bestimmte Salz. Auf Grund der durch das Gesetz vom 7. Juni 18l>8 (R. G. Vl. Nr. 70) dem t, t. Finanzministerium ertheilten Ermächtigung wird dcr, in dem mit l. Juli 1868 in Wirksamkeit' tretenden allgemeinen Vcrschlciß-tarife für das zmn menschlichen Gemisst bestimmte Salz rücksichtlich des Sp iz a - Stein sal;es in Stücken bis 25 Wiener Pfund per Wiener Centner im unverpackten Zustande l«"" Wicliczka mit fünf Gulden festgesetzte Bcrkaufs preis auf vier Gulden achtzig Kreuzer ermäßig t. Für verpacktes Spiza-Salz bleibt der Verkaufspreis um 24 kr. per Wieucr Rentner hoher. Am 1. Juli 1868 wurde iu der k. t. Hof- lind Staats-dnickcrri das XXX, Stilcl des NsichSasschblatttS ali^ci^sbcn und licrsriidcl. , » > » Dn^selbe ciUhält unter Nr. 75 dic VerordiN!,^ d,'ö Fiuaujmimsteriums vom 25. Juni o. I. dclrrffmd dir Aiiflafsiii^ dei< AusschlaqeS auf das nus Vnll d>';ogruc Sal^ liriu, Aii^irillr über dic GrmM Tirulö; ^cr. /l> di<> ,«u»dmaä>l,i,ss des Fiuau^unmstcriiiuis vom 25. Juni d. I. ülicr d!.> Aushebung dct! Salzausschlansauitts ,u Chri- ^^«'?'^ deö ssi,ttu,zmi,^s!eriums Uom ii8. Imu d. I ?. >K ris 7's ^^'""'' Acudcrm.c, de« allgemeinen Ver-schUchlanfts ,»r da. zum m.uschlicheu Geuusse bestimm.c ________________^^ ^Wr. Ztg. Nr, 154 vom 1. Juli.) Nichtamtlicher Theil. Die VppllsitillNZlrillö der „neuen Aera" iu Oesterreich. Wien, I.Iuli. Wo Licht ist, muß auch Schatten sein. Dieses Naturgesetz vollzieht sich auch im staatlichen Leben. Es gibt keinen freien Staat, in welchem der Regierung nicht auch eme Oppositionspartei gegenüber stände, die nach der Hcrr,chc>ft su»^. Vom Ucbcl ist für einen Staat das Streben der Opposition nnr dann, wenn das System der Regierung ein so^g ist, daß die Opposition von dem Volte ausgehe« ^ ' '^' ^ Regierung die Bevölkerung auf ihrer Seite, so ist es sogar für sie uon Vortheil, wenn auch eine Oppositionspartei wirkt, und so lange diese sich in erlaubten Grenzen hält, trägt der Schatten sogar dazu bei, die Regierung in freund« licherem, hellem dichte erscheinen zu lassen. Eine Regie» rung, die sich einer uicht im Volle wurzelnden Oftposition gegenüber sieht, ist niemals bedroht und ihre Stellung niemals eine gefährliche. In dieser Lage befindet sich gegenwärtig unsere Regierung, und man thul daher Unrecht, wenn man der Opposition ?',:>c allzu'große Bedeutung bcinnßt oder in ihrer Existenz eine Gefahr erblickt. Die Opposition in Oesterreich ist gegenwärtig aus drei Elementen zusammengesetzt, die in ihren' Zusammenwirken dc» an dn' Spitze der Regierung stehenden Männern wohl ihre Arbeit erschweren können, die Regierung aber weder ernstlich bedrohen, noch gar stürzen können, weil ihnen der legale Boden fehlt nnd die Re-gicruug sich darauf beschranken kann, sie in die Schranken des legalen Terrain« zu verweisen, innechaib wcl^ cher die eigentlichen Ziele dcr Opposition nie und nimmer erreicht werden können. Gefährlich für i.'inc Rcgic-ruug ist nur eine Coalition der oppositionellen Elemente in dem Vcrtrctungekörper, die unter Umständen zu cincr Majorität gegen die Regierung führen kann, welcher letztere dcn constitutioncll parlamentarischen Principien gemäß, weichen müßlc. In diesem Falle trüge die Opposition aber auch, wenn auch vielleicht nur für kurze Zcit, die Elcmcutc der Regicrungsfähigleit in sich. Den Elemcutcu, aus welchen die gegenwärtige Opposition in Oesterreich zusammengesetzt ist, läßt sich dies nicht-nach-sagcn, wcder wcnn man sic vereinzelt, noch wcuu man ihre Coalition betrachtet. Die Opposition in Oesterreich besteht auö dcn Clcricalcn, anS den Feudalen uud aus dcn Czech cn. Betrachtet man oicse drei Gruppen einzeln, so unterscheiden sie sich von einander nur durch die Mittel, die sie in Anwendung bringen, haben aber das gemeinsame Charakteristiken, daß sie sich wohl bcwußt sind, allein nichts ausrichten zu können, innerhalb der Gvcnzm des Rcchtsbodcns machtlos zu sein, weshalb sie alle drei sowohl auf eine Unterstützung von Anßcn als auf eine Vcrcinignng unter einander rechnen, die nur auf Grund cincs allgemeinen Umsturzes zu vollziehen wäre. Die Unmöglichkeit durch ihre Verbindung im Parlamente eiu auch nur beachtenswertes Fähnlein auszubringen, also innerhalb der für den Kampf der Parteien eröffncteu Arena erfolgreich für ihn Sache zl>. streiten, führt sie zu rechtswidrigen Schritten, und es crgiebt sich für die Rcgicrnng um ihrer Se>bslcrhaltung willen oic Aufgabe von selbst, diesen Rechtswidrigsten Grenzen z»'. stcckm, dir Ucbevschreilung derselben zu strafcu uud die Verbindungen dcr feindlichen Parteien mit dcm Auölaude abzuschneiden. So fahcn wir die Kirche, statt sich auf die dogmatifchc Bekämpfung der nach dcn Anschauungen der Clcricalen mit dcn religiösen Principien unvereinbaren Gesetze zu beschränken, den Versuch machen, Rom als Staat intcrvenircn zn lassen, uud es ergibt sich hieraus sür die Rcgieruug die Verpflichtung, jcdcn Versnch Roms in dieser Richtung als eine „Einmischung cincr fremden Macht" zurückzuweisen, während es dcr Rcgicruug uicht ciufällt, dem Gewissen der Staatsbürger einen Zwang anzuthun, sondern ihr B^strcbl'n nur ist, dcn Zwang zu verhüten. Die Rcgicvung'kcmu nur im allgemein nicht zu-gebcu, daß die Verfassung angegriffen werde, daß die verfassungsmäßig zu Staude gebrachten Gesetze für null und nichtig erklärt werden, aber wcr ein Gegner der Civilehc ist, braucht ja keine einzugehen, wcr ein orthodoxer Anhänger der Kirche sein, ihre Dogmen auf das Minutiöseste beobachten will, wird ja nicht daran, gehindert. ^ ^ - ^,-, '.^ Vie Feudalen befinden sich in einer ähnlichen ßage, wie die Cleri^lllcn, auch sie greifen zu ungesetzlichen Mitteln. Sic stellen sich das Armuthszeugniß aus, daß ihre Mittel auf legalem Budeu wirtuugölos siud, greifen sic nun, wie ihr Organ, das „Vaterland," zu ungesetzlichen Mitteln, suchen sie aufzuwiegeln und reizen sie zum Haß und zur Verachtung gegen die Ncgicrnng und die Verfassung, so ist es wieder die Pflicht der Regierung, die gesetzliche Vtrcnge walten zu lassen. Nicht minder ist dcu Czechen, denen doch dic» selben Freiheiten gewährleistet sind, wie dm andern Nationalitäten, der Rahmen für ihre oppositionelle Thätigkeit zu eng, und fuchen fic in Petersburg oder Moskau, was die Clericalen in Rom suchen: oder aber, sie trach. ten durch Excesse zu imponiren und vergessen dabei, daß rohe Ausschreitungen, weit entfernt, dcn Eindruck der Stärke zu machen, gerade von Haltlosigkeit uud Verkommen, heit zeugen. Es bleibt also der Regierung auch diesem Oppo- sitionselemente gegeuüber nichts auoetes zu thun übrig, als es unschädlich zu machen, was sie um so aetroster thun kann, als siss von allen Besonnenen kräftigst unter, stützt wird. Eine innere Verwandschaft zwischen den dret Oppositionstlcmcntcn ist nicht nnr nicht vorhanden, so» dern selbst da, wo eine Verbindung hergestellt ist, ist diese nur eine künstliche. Faßt man all dies zusammen, so sieht man, wie wenig von die»'en Oppositionsparteien zu fürchten ist und wie wenig sie eine eigentliche Bekämpfung erheischen wenn nur dic natürliche Schntzmaucr ausgedaut und befestigt wird, welche wir in der Verfassung selbst uud dcn verfassungsmäßig zu Staude gebrachten Gesetzen besitzen. . ^"- „VMöstcnnd" und „Vaterland." Die Debatte schreibt: Das Vaterland veröffentlichte in seiner Sonntagsnnmmer einen die p cip st l i ch e ?l llccut i o n behandelnden Artikel, welcher in der An» sicht gipfelte, das; „durch dcn M>md dcs Oberhauptes dec katho ifchci: Kirche der gan;c Complex des Rechts» bodens, anf welchem die neue Acra beruht, für null und nichtig und als keineswegs zn Recht bestehend erklärt worden sei." Wir halten es für überflüssig, abermals und aber^ mals diesen und ähnlichen Ansichten des „Valnland" entgegenzutreten, die nur bewciscn, daß jene Partei, als oercn Organ das genannte Blatt betrachtet werden darf, jcdcs Verständnis; für die Verhältnisse uud Bedürfnisse Oesterreichs und sür die For-dcrungcn der Zcit verloren hat, also gar nicht mehr in Betracht komm.n kann, wo cs sich um österreichische Politik handelt. Wie isolirt diese Partei ist, gcht aber am besten aus dem Umstände ycrvor, dnß sclbst der „Volksfrcund", trotzdem das „Vctt tcrland" vor der Omnipotent des h. Vaters im Staube liegt, es für uöthig hält, die Aeußerungen des „Vaterl." ;u bekämpfen. „Unserer Ueberzeugung nach, schreibt nämlich der „Volksfr.", gcht nbcr das „Vatcrl." hierin, wie i:i anderen Ausführungen seines letzten SonntagsartikclS viel zn wcit und vermischt Weltliches mit Kirchlichem. Die Absicht des heil. Stuhles ist cs sicher nicht, die Bewohner Oesterreichs gegen die „neue Acra" des bür» gcrlichcn Gehorsams zu cutbindcn; dieser Gehorsam findet erst dort seine Grenze, wo eine Bestimmung der weltlichen Gcsctze positiv dem göttlichen oder kirchlichen Gebote, also dem Gewissen entgegen ist. Der Colisiict zwischen Staat und Kirche ist immer einc sehr traurige, nnscligc Sache; cs ist die Aufgabe derer, die für Thron >',nd Altar streiten, dcn Conflict nach Möglichkeit zu mildern und ihn uicht dnrch Hineintragen fremder Elemente zu verschärfen." Rcbcr die Schlußverhandlung gegen die serbischen /ülstenulörder wird einem Wiener Blatte aus Belgrad, 26. Juni, geschrieben : „Das Gericht wurde in einem Schlippen im rückwärtigen Theile des Gebäudes gehalten, dessen Decke und Scitcnwand mit ^aub dicht garnirt wareu. Die ^ocalilät machte dm Eindruck, wie mauchc Etablissements in der Umgcuung Wiens, wo „Hcnrigcr" ans-geschänkt wird; nur das Kren; und die Wackskcr;c, die auf dcm mit einem Tuche bchangcncn Gcrichtstische aufgestellt waren, mahnten an dcn Ernst nnd die tragische Feierlichkeit dcr bevorstehenden Verhandlung. Das Ändl-torinm war bunt gemischt, wie die demokratische Gesellschaft Belgrads überhaupt; Consuln, Minister, Senatoren, Popen in ihren malerischen Talaren, kleinere Beamte, Militärs, Bürger uud Studenten gruppirten sich ohne auffallcudc Wahrnehmung der Rangunterschiede bunt ucbcncinander. Pnutt 9 Uhr begann die Borführung der Mörder des Fürsten uud dcr Hauptverschwor-ncn in schweren Eiseu und unter Begleitung zahlreicher Gendarmen. Es waren unaehei crliche, furchtbar scheußliche Physiognomien, denen das Auge begegnete, vergeblich einen sucheud, in dessen Blick sich nnr ein Strahl milder Menschlichkeit wicdergespiegelt hätte. Kosta Nado-vanouics, dcr im Fleische des unglücklichen Fürsten Michael so eigentlich herumgewühlt, ist eine nahezu diabolische Erscheinung. Thierisch, blutdürstig glotzend, verräth er beispiellose Gleichgiltigkeit. Und dieser Maries, der verwegeu leugnet, seine Frau gemordet zn haben, ungeachtet er deshalb iu Tofttschider seine Strafe büßte und für das Geschäft des Fürstcumordcs nicht einmal Ducateu nehmen, sonderu blos feinen Rachedurst in Blut fühlen wollte! Advocat Paul RabovcmonicS und 1114 Simon Nenadovics sind Erscheinungen, nicht ohne jdaS Gepräge einer gcwisfcn Feinheit: dcmungcachtct ist ihr Antlitz von so furchtbar verzehrenden ^cidenschaslcn durchfurcht, daß sie würdig der Gesellschaft sich anreihen, in der sie hierherkamen. Nichts ist da wahrzunehmen von verführter Jugend, die nach Idealen jagt - so weit diese unzurechnungsfähige „Jugend" im Spiele war, hat sie die tlnge Belgrader Regierung ganz aus dem Spiele gelassen. Nur anf die hartgesottenen Aösewichtc, welche den VNcrd so leicht nahmen, wie eine Billard-partie, anf die Verführer dcS Militärs, auf cidbrüchtigc Ossicierc und Beamte legte sie ihre Hand, und daran that sie unbedingt wohl. Nichts wäre ihr leichter gefallen, als den Procch zu ciucm Monstrcproceß aufzu bauschen; es zeigt vou gouvernemeutalem Tact, daß sie es nicht gethan. Daß die Werkzeuge dcS Mordes von den Haupt-rädclsführcrn. Advocat Paul Nadovanovics und ilicnado-vies, sämmtlich auf den Ex-Fürsten Alexander Kara-ycorgievics hingewiesen worden waren, ergab sich schon aus dcin ersten Theile der Verhandlung, dem heute Nachmittags der zweite folgt. Auch von dcchiffrirtcn Briefen war die Rede; gleichwohl drang man hcutc Vormittags nicht bis in das Cabinet dcS EpFürsteu vor, uud nur sciu Sccrctär TrifkovicS, der die bekannte Erklärung im ,.Pcstcr ^loyd" ausfertigte, wurde davon berührt. Nach dem Ncquisitorium dcS Gerichtspräsidenten haben fast alle Angeklagten umfassende Geständnisse abgelegt. Der Eine machte aber kein Hehl daraus, daß ^ die löbliche Absicht bestand, die Familie Karagcorgicvics ' gänzlich zu cludircn und ein Triumvirat einzusetzen, an dem nebst Paul Radovanovics zwei ganz unbescholten? Persönlichkeiten, unter andern Herr Dcmctcr Matics. Sccrctär des Senats, thciluchmcu solltcn. Das ganze gleicht daher einer Höllenkomödie, bei der man Betrüger und Äetrogenc nicht gut zu unterscheiden vermag. Wenn sich hcutc Nachmittags oder morgen Früh der beredte Mund der angeklagten Advocatcn öffnen wird, so dürften wir ein Langes und ein Brciccs über die Vcrderblichkcit und autinationalc Haltung dcS Michael-scheu Regiments zn hören bekommen, und zwar umso-mehr, als das serbische Gesetz weder Staatsauwatte noch Vertheidiger kennt. Jeder vertheidigt sich eben so gut er kaun; diesmal ließen die Angrtlagtcn zumeist Anssagcn, welche sie vor der GcrichtScommissiou gemacht hatten, vorlesen und bestätigten dieselben einfach. Daß für dcu Ministerpräsidenten und den Kriegsminister eigens Mörder aufgestellt waren, ist bekannt, aber auch der Senats-Präsident Mannuuics sollte ans dem Wege gcränmt wcrden. Mit so viel Blut wollte man den Vuden einer neuen Ordnung der Dinge düngen und hoffte rcgicruugsfühig zu wcrden. Wclchc Illusion und Verblendung? Oesterreich. Wien, 1. Juli. (Falsche Vlllarmu achrichten.) Die „Wr. Abdpst." schreibt: Wir befassen uns in der Rcgrl nicht damit, die irrigcu Nachrichten, welche von den Präger Blättern „Narodny Klsly" und „Politlt" mit eben so viel Vchna.cn als Unermüdlich-tcit in die Welt gesetzt werden, auf il,rcn wahrcn Wcrth zurückzuführen. Wenn wir heute ciuc Ausnalimc ma-chcn, so gcschicht es, uin an einem Beispiele wieder zn coilstalircn, daß diese Organe ihre Hauptaufgabe darin finden, die Gemüther zn verwirren uud zu beunruhigen. Nur eiucm solchen Zwcckc tönncu die von dcu genann-ten B'ättcrn vcrbrcnctcn Niitthcillingcn gcmiduict scin, daß unmittelbar nach Veröffentlichung dcr päpstlichen Allocution vom 22, Juni d. I. ciu Ministcrrath statt' gefunden habe und daß 80.000 Mann Tn'Pven sich gc genwärtig in Ungarn auf dem Durchmarsch befinden. Beide Nachrichten sind Erfindungen. Pest. 30. Juni. (Sitzung der Dep u t i r t cu -tafel.) Graf Andrassy lcgte die santtiouirtcn Gcsctzc über die Salzsleucr uud die Verlängerung dcr Vollmacht zur Emhcbung der Steuern vor. Die Wahl Milsics wurde verificirt. Sodauu wurden die Stimmzettel für das Fünfzchncr-Comit''' behufs Behandlung dcs Wchr-gcsctzcs abgcgcbcn. Die crülirigc»dcu Paragraphc des Stcmpclgcsctzcs wurden angeuonimcu. Die Bchaudluug des Bcschlußantragcs Cziky's bezüglich des Porgchcus dcr Rcgicrung gegenüber dcm Demolratenvcreine, so wie die Behandlung dcS Bcschlußantragcs Bobori'S bezüglich des SalzexportcS wurde abgelehnt. Unsland. Florenz, 30. Juni. sF ü nf Kammer, Bu -reaux) sprachen sich zu Gunsten des Tabakftachtvertra-gcs aus. Ein Bureau, welches sich dagegen erklärte, ernannte einen dem Vertrage günstigen Berichterstatter. Die anderen vier Bureaux haben noch keinen Beschluß gefaßt. Serbien. (Vin neuer Thron caud id a t.) Dcr Petersburger „Golos" hat sich endlich auch ganz entschieden auf die Seite ciucö Throncandidateu für Serbieu gestellt, doch weder die Dynastie Karageorgie-uics, nocb die der Obrenouics wünscht er auf dem serbischen Fürstenthrone zu sehen, sondern enthalt im Gegentheile in seinem Leitartikel vom 19. Juni ein langes Plaidoycr für den Fürsten von Montenegro. Der „Go- los" hebt dabei dcu Heldcumuth des montenegrinischen Fürstcustammcs uud dessen Haß gcgcn dic Türken hervor und eifert gcgcn die gegenwärtige Regentschaft in Belgrad. «ifsabuu, 29. Iuui. (V crfchiedcuc S.) Die Nachrichten vom Kriegsfchanplatzc sind ohne Bedeutung. Mau versichert, der Präsident Mitte werde wegen eincs mit Brasilien abgeschlossenen, geheimen Allianzvcrtrageö, von dcm Eongrcssc dcr argcntinischeu Republik zur Vcr-antwortung gczogcn werden. - Dcr Gouverneur von Buenos Ayres tadelt in einer Rede die Fortscyuug des Krieges. Die Wahl Urquiza's zum Präsidenten dcr argentinischen Republik scheint gewiß zu scin. Die offend liche Meinung in allen La Plata-Staatcn verlangt cincn Friedensschluß. - Der Ministerpräsident erklärte ncncr-dingS in dcr Kammer, Brasilieu habe kciucn Erobc-ruugSkricg unternommen. - In Montevideo ist eine Fiuauztrisis eingetreten. Stew-Hvrk, 20. Juni. (Verschiedenes.) General Graut billigte das Benehmen des Generals Buchanan in Louisiana. -- Dic VcgiSlatur vou Florida hat zwei Radicalc zu Senatoren erwählt. In Washington ist eine Fcnicr-Deputatiou eingetroffen, um beilu Senate wegcu Auuahmc dcs GcsetzculwurfcS über die Naturalisation Schritte zu machen, — Ge-rüchtwcise verlautet, es sei auf San Domingo ucucr-diugs ciu Aufstand gcgcn Bonavcntura Bacz ausgc-brochcn. Proceß Chorinsky. (Fortsetzung.) (is folgt P r u f. D r. M a ycr: Ich habe zn bedaucr», daß dcr Angeklagte erst nach dcr That eiuer ärztlichcll U>l-tcrsuchimg unterzöge» wurde. Mei»e Quellen sind die Zeugenaussage uud deren Beobachtungen. Ich habe ihu zwei Stunden beobachtet. Simulant ist er nicht. Wen» aber die Erscheinungen die Grundlage meines Urtheils bil-deu, so ist eS besser, wem« sie bestimmt hervortreten. Eine längere Beobachtung würde cine ganze Reihe noch anderer Symptome an den Tag bringen. Vou Wichtigkeit sind die Zeugenaussage» des Herrn v. Glanz und des Frl. Hof-manu. Zuerst beziehen sich die Aussage» auf eiu gewisses nervöses beiden. Ohne Veranlassung wurde er gereizt, oon eiuer Geliebten stürzt er zur anderen; cS ist zu be-uierkeu, daß dieser Eavalier, nach dem er alleS genossen, geheiratet. Kanu« hat er einen Moment sie besessen, so gehl er au eine andere, deren Namen uns verschwiegen wird, dann läuft wieder daS Verhältniß mit der Hottowy, später mit der Ebergeuyi. Darüber habe ich, als dem Centrum des ganzelt, mit dein Angeklagten lange gesprochen. Mau machte nicht den mindesten Hehl, was Julie Ebergcnyi war. Er wußte es uicht oder wollte es nicht wisseu, das ist ein Mangel seiner VeurtheilungSkraft. Er nannte sie mit Name», welche die Rücksicht auf religiöses Gefühl zu widerholcu verbietet — feinen Abgott, seine Heilige — diese uervösc Reizbarkeit wird uicht nur von den obige», sondern von allen Zeugen behauptet. Solche Reizbarkeit gehört einem Kranken zu. Es wird mir gestattet sein, mich auf die Autorität ciueS Deutscheil, des Dr. Gricsingcr zu berufen. Er führte au, wie außerordentlich schwierig es sei, die Kranken zur Ruhe zu briugen. Dieselben sind oft eigensinnig. Ich glaube, daß der Angeklagte sich unter dein Einflüsse dcr geschlechtlichen Aufregungen befand. Ich kann nickt begreifen, wie eS möglich sei, einen zornesmüthigcn Menschen »lit gewöhnlichen: Hanoauflegen zur Ruhe zu bringen. Es ist lein Zweifel, daß der Angeklagte an anomalem Stimmungswechsel leide. Ich fand dcu Angeklagte» trübe, niedergedrückt — Dr. Morel heiter, gesprächig. Ich fragte ihu, warum er sv sei. Er sagte, das lonunc von selbst, namentlich Morgens. Ein solcher Wechsel dcr Ciimmuug ohuc innerliche Gründe ist bemer-kenöwerch. Der Angeklagte erzählte mir, daß es ihm gc schiene», es sei die Ebcrgeuyi zu ihm in das Gefängniß au sein Bett gekommen uud hab.' ihm zugcrufe»: „Gustav, komm, komm!" Auch glaubte er das Rauschen des Kleides zn hören. Ich lege in der That kein großes Gewicht aus dergleichen Erscheinung» — ich erkläre, daß meine Methode ciuc wesentlich pathologische sci, Eine Erscheinung hat mich frappirt aus der Zeugenaussage der Hottowy. Eiu gewisser Zwang des Gedankenganges — er mußte oft eine yalbe Stunde Fädcu a.u Kleide zählen. Auch die Schlaflosigkeit dcS Angeklagten scheint mir auf eiue ähnliche Erscheinung hinzuweisen. Es komme ihm nämlich immer ein und derselbe Gedanke uud er köune uicht schlafen. Auch dcr Lebenswandel des Angeklagten scheint mir von niederer Verstaudeskraft zu zeuge». Ich stellte ihm vor, daß, nachdem er seine Unschuld wiederholt betheuerte, oft Unschuldige auch gestraft wcrden, daß es auch eiue äußere Ehre gebe, daß es mich wundere, daß er so gleichgültig sei, daß scin Leben immerhin geschändet ist, wie auch der Proceß cude, da rief er: „Ich heirate sie, ich komme doch loS, der Vater ist freilich dagegen," er ließ sich dabei in den heftigsten Tcheltworteu gegen dellselben aus — — ich muß zu allem sage», daß mir eine überraschende Urteilslosigkeit darauS entgegcn-leuchtet. Ich muß die verschiedenen Zeugnisse des Angeklagten berühre». Die militärischen Zeugnisse können nicht viel zählen, denn wie ich höre, ist oft für einen österreichischen Officier eine Bildung hinreichend, wie sie anderwärts ein Uitterofficicr hat. Diefe Zeugnisse also vo» solchen Behörden habe» »icht viel zu sagen. Die »»reife» Zustände deute» jede»fallö darauf hin, daß der Kranke au Anfällen litt, die auch Aenderungen nach der psychische» Seite dcS Meuschen z»r Folge haben. Diese »ervöse» Anfälle habe» geschlechtliche Ezccsse hervorgerufen, die Abstiueuz des Ker kcrS hat dieselben gelegt, so ist cS auch ill den Irrenhäusern. Ich möchte cine »cue Thatsache, welche die neueste» Forfchuugen uud statistischen Date» immer mehr ausweisen, erwähnen, daß Eindrücke einer Zange bei der Geburt nicht so schnell schwinden, wie mau glaubt. DaS Stirnbein dcs Angeklagten ist zurückgcdrückt, dieser Zurückfall würde eiueu nahezu erschrecken. Depressionen in der Nähe der kleine» Fontanelle sind eine ziemliche Verschiebung. Daraufhin möchte ich schon sagen: Anf den muß man Acht geben. Alle diese Thatsachen legen die Frage vor, ob eine Disposition zu Geisteskrankheiten da sci. Ich halte den Menschcu sür dazu diSpouirt. Wenn ich blos auf die einzelueu Symptome mich stütze »ach der sogc»an»tcu psychologischen Methode, so wäre es anders, ich aber muß nach meine» Erfahrungen bei diesem leider von Gebnrt geisteskranken Mensche» erklären, daß diese 'Natur sich wohl an die äußeren Verhältnisse anschmiegen konnte uud daß keine solche Erscheinung an ihn herantrat, daß daS Bewußtsein gestört worden »nd eine Wahnvorstellung entstanden wäre. Kommen Symptome wirklich vor, so zeigt sich keine Manie oder dergl. Diese Beobachtungen gehören der neueste» Praxis an. Das Eine habe ich ferner zu bemerken. Es ist mir Gelegenheit gegebc» wordc», Ge fäuguisse »ach solchen Krcmte» zu uutersuche», »m zu erfahren, wie zahlreich die Zahl je»er Kranken sei, und da entdeckte ich Gleiches bei dein Nachweise, der Gefangene sei zur Zeit der That trank gewesen. Die hohe Protection, die der Angeklagte seither ge»oß, war sein Verderbe». Wag fange ich mit einem folchen Sohne a», tonnte sich dcr Vater des Angeklagte» denken, wenn eS ihm gelungen wäre, den Sohn zu befreie». Ich hätte den Eltern gcratheu, ihu iu eine Irreuaustalt zu gebe«. Wir müsseu nicht »ur diesen Fall, sondern die Wissellschaft inö Auge fassen. In Hannover wird einer wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen, lebenslang iuS Irrenhaus gethan; frage» Sic dcu Augctlagtcn, was er wolle, vb nach einem Irrclchause oder dem Antrage der Staatsanwaltschaft sich zuneige». Er wird daS letztere wählen. Ich verbinde mit diesem weitbekannte» Processe die Hoffnung, daß die Justiz und die menschliche Gesellschaft anch auf das Nervensystem der Verbrecher mehr Rücksicht nehmen wird. Ich halte dcu Augetlagteu »ach dem Gesetze für nuverant-wurllich. Professor Guoden stellt nicht in Abrede, daß der Angeklagte mancherlei Indispositionen von Geistesstörungen hat, dies ergebe sich aus seinen nervösen Zustände», welche die Zeugen fast einstimmig geschildert habe»; er theile jedoch nicht die Ansichten seines Vorredners über den Werth dcr Symptome und glaube uicht, daß der Zustand dcr Unzurechnungsfähigkeit als eingetrete» zu erachten wäre, er halte nicht dafür, daß daS ruhige Bcuchme» des Angeklagte» im Gerichtssaale su vollständig Verdienst des Verchcidi-gers sci, cr sei »icht in der Weise beruhigt worden, wie man eili Thier durch Streicheln beschwichtigt,' sondern Grunde habe» auf ihn gewirkt. Auch sei es nicht möglich, solche Selbstbeherrschnng zu zeigen, wenn man sie nicht früher geübt. Die Kraltkheit speciell des moralischen Sinnes, wie Professor Morel sich anüdrückt, gebe es »icht. Herr Angttlagter ist Ali Iahrr alt geworden und man habe keinerlei Fortschreite» emer solche» Krankheit bemerkt. Würde es sich jetzt um ein Verbreche» haudel», das der Angeklagte im persönlichen Asfcct begangen, etwa einen Todtschlag, dann allerdings würde cr (Professor Ouo-de») glauben, die Frage ernstlich i» Erwägung ziehe» zu müsscu, ob die That in einer Geistesstörung bcgange» worden, da der Angeklagte allerdings Anlagen hiczu besitzt; nachdem aber dic Anklage gegen deu Grafen Ehorinsty dahin gerichtet ist, daß e°r sich der Theilnahme an einem Morde in einer Weise schuldig gemacht, welche mit reiflicher Ucberleguug »ud Bcsomienheit verbünde» war, so miifse er seili Gutachten dahin abgeben: wenn dic Geschwornen den Angeklagten deS ihm zur 5'ast gelegten Verbrechens der Theilnahme am Morde schuldig erklären, so wnrdc dic-seS Verbrechen im Zustande der ZurcchnungSfähigkeit begangen. Der Präsident läßt den Angeklagten vorführen; er erscheint gefaßt nnd ruhig. Der Präsident theilt dem Gesetze gemäß ill tnrzcn Worten die Schlußpointe »nd abgegebenen Gutachten mit, was derselbe schweigend anhört. Hierauf schließt der Präsident die Sitzung und bestimmt die Fortsetzung (Plaidoyer dcs Staatsanwalts) für Nachmittags 4 Uhr. (Nachmittagssitzung.) Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung um 4 Uhr, indem er dem Statsanwalt Dr. Wülfert daö Wort er-theilt. Derselbe nimmt in folgender Weife daö Wort: Meine Herren Geschworeneu! Seitdem dieser Saal dem Dienste der Gerechtigkeit gewidmet ist, wurde hier man-ches grauen- und geheimnißvolle Verbrechen ans Tageslicht gezogen, mancher verwickelte »nd wahrhaft interessante Cri-minalproceß zum Austrage gebracht, aber noch leiner hat 1115 sell dieser Zelt die öffentliche Theilnahme nnd Aufmerksam-keit in der Weise erregt, wie derjenige, welcher mm durch Ihren Wahrfpruch seiner Entscheidung zugeführt werden soll. Mau kann diesem Ausseden seine Berechtigung nicM absprechen. Zwar war ich vor wenigen Stunden gewillt, demselben, was die juristische Seite betrifft, jede Bedeutung abzufprecheu. Denn die That, welche den Gegenstand der Anklage bildet, ist eines der schwersten Verbrechen, nnd so einfach nnd klar dem natürlichen Rechtsgefühle, dein sitt lichen Begriffe entgegen, daß ein Streit zwischen Vertheidigung nnd Anklage kaum möglich ist. Der Beweis der Schuld ist vom Thäter uud von dem Thciluehmer, namentlich durch die Aufzeichnungen des Letzleren so geliefert, daß nach meinem Dafürhalten nicht nnr ein gewissenhafter, sondern auch ein bedächtiger Richter mit Zuversicht anf die Richtigfeit nnd Untrüglichleil sciuer Ueberzeugung sein Schuldig aussprecheu würde. Auch die psvchologische Bedeutung des Falles schien mir bis vor wenigen Stunden kein besonderet' Interesse zu haben. Weder in der Anlage, noch in der Durchführung des Verbrechens, noch in der Verantwortung des Beschuldigten bekundet sich die schöpferische Kraft eines reichen Geistes, die Einsicht in der Berechnung der Mittel uud der Folgen, iu dem Aufsuchen der Verthcioigungsbehelfc, Ul der so nothwendigen Treue des Gedächtnisses uud iu der Unerschütterlichkeit des Willens, welche uns selbst oft vor den: Verbrecher Bewunderung abzwingt. Hier aber ist alles mittelmäßig, ja selbst gewöhnlich. Und wenn im ersteu Augenblicke auch die Vcrüb'ung einer so grauenvollen Unthat uns überraschen mag, so schwindet doch diese Ueberrascknug, wenn man, den'Beweggründen und dem Charakter der Beschuldigten nachforschend, entdeckt, daß bei dem Anstifter der That Eigeuuutz nnd Haft und bei der Thäterin die »nächtige Eiuwirtuug des Geliebten uud die dadurch eröffnete Aussicht eiucs freilich schmachvollen Ehcbüuduisses war, nnd das; folchcn sündhaften Reizen weder bei ihr, noch bei ihm, der, in Unsittlichkeit gleich ihr hcrabgckonnnen, ohne sittlichen Halt ein Spiel-ball der Leidenschaften wurde, eiue Rücksicht entgegenstand. Sie mußten aber diesem verbrecherischen Antriebe um so mehr zum ^Pfer fallen, als angenschcinlich dieselben in die abenteuerlichsten Rcchtsanschammgen versnnten waren In semen Brlefen nimmt er, tief verstrickt in die heuten-tage lang,t hmsalllg gewordeneu Prätensioncn einer einseitig und übermäßig bevorrechteten Classe, da? Recht in Anspruch, daß mit Rücksicht anf feine Familie nnd feinen Stand das Gefetz nicht vollständig in Anwendung kommen wird, und offenbar hatte er geglaubt, daß es dem Einslnsse, der einer Julie v. Ebcrg^ny'i das Diplom einer Stiflsdamc zn verschaffen vermochte, auch gelingen werde, die Gerechtigkeit aufzuhallen nnd die Untersuchung wegen Mordes niederznfchlagen. ' ' Sie werden nns zugebeu, meine Herren Geschwornen, daß dieser seltsame, für den bürgerlichen Rechtsstaat uubc-greisticke Wählt den Entschluß des Verbrecheus weseutlich erleichtern mußte, weil er ihu über die Folgen der Handlung in eiue arge Täuschung versetzte. So blieb nur die Frage nach der Zurechnung der ^hat, nnd wenn ich anch bisher diese Frage für eine gelarte gehalten hatte — der Widerspruch, welcher heute Morgeus m dem Gutachten der Sachverständigen hervorge-^ '" dieser Frage ein Interesse verliehen, welches dem „alle ^elleicht eine höhere Bedeutung verleiht. Allein, meme Hcreen, diele Seite ist es wohl nickt, welche das ungewöhnliche Aus,ehen des Falles herbeigeführt hat. Bon emeni Standpunkt aus findet das Publicum denselben nnr "ttere,,ant, msoserne es denselben von menschlicher von rem socialer Seite betrachtet. Jedes Verbrechen üb/ anf das mcnMicke Gemüth eine eigenthümliche Wirluug. Wir leheu mcht ohue pharisäischen Hochmuth, ganz gewiß nicht d 0^'"?^" ^""er, ^ von der Gesellschaf, d sch^ ^7 ^" ^""" ^^'""k'n von de L i-rMch ^ergeworfen, fo wie die 'ver.hvollsten der mo-Em^ ""'.'"' Nevelhafler Hand zenrümmern. Tiefe ^pfmdmgen ^tetgern sich beun Anblick emes Mordes Schande? '-^ckltche des verbrecherischen Willens mit ^/^.'""^- ^° '^)en wir )ulie Ebe^n i fchchem Nauten, unter der Maske einer Leidensgenossin in °as Vertrauen der Gräfin Chorinsky sich einschleichen und d ",, ^^..^^Ucl^le. srenndlichste Entgegenkommen und sehen ^'"""^"lt "tit dem Gisttrank' belohnen- wir veru>,Mck!e?s?!"'"^l"".^'" ^"'^"'"tnngen, nach 'einem ausgeru^'' "^"u Ver,uche bei ^', ?'^ul "'scheilieu, sckaft heuchc " ^'", wdllichen Gift, geißllerisch, Freund-' Wir s 3 "" Todesgedanken lNl ycrzen. wobl die war"^ «7,^ ?^' ^'"" .^^"'^ schuld ren des Grafen tts,' "^" ^^t ^" meineidigen Schwü--^ertr^h?''^' glaubte uud ^ '^ebe und zum Morde des M. s ""^'"^ ^' ^^lebte auszieht W L^ ^ Gatte a,f s^-^^!. ,...>> ^!"» s , " """ ^nbet in jemer Gedanken-nvk ^^/N^I' gotteslästerliche Gebete zu dem "UM, de, der Richter seiner Greuelthat ist. Mein noch ist hiemit das Maß nnseres Entsetzens nicht erschöpft. Wir sehen eine dnrch lockere Auffassniig der Verpflichtungen zerrüttete Ehe, wir fehen ein Liebespaar, welches sich förmlich mit den übertriebensten, geschmacklosesten Licbesbelheurungen überschüttet. trotzdeut sie sich gegenseitig die Treue brechen, indem er gleichsam als Zinszahlung einer entliehenen Summe das Verhältniß zn einer älteren Geliebten fortsetzt und sie die Beziehnngen zn freigebigen Bcsnchen nicht anfgiebt, ja sogar während des Mordes bei der Bekanntschaft mi! dem Handlnngsreisenden Umlauf zu solchem Treubruche sich herbeiläßt. Meiuc Herren Geschworenen! Sie sehen Unsittlichkeit, Uuzucht, Uutrcue auf allen Seiten, Ehebruch und die Prostitntion reicht die Hand hiezu. Der gehoffte Mciueid zahlreicher Verwandten ist ein herbeigezogenes Verthcidi-gungsmittel. und damit dauebeu das Schändliche nicht fehle, dringt sich der Verdacht einer Abtreibung oer Leibesfrucht uuvcrkennbar anf, abgesehen von dem dnntlen nnd manche Vermnthnng zulassenden Vorgange mit den Ringen. Und nun, meine Herben, wer sind die, welche diese Scheußlichkeiten verübt haben? Sie sind nicht ans der Hefe des Voltes hervorgegangen, nein, sie sind nicht hervorgegangen aus der Armuth, einer Elasse, die ungestümen Tricbeu roher Sinnlichkeit sich hinzugeben pflegt, die durch Roth uud Elend von Laster zu Laster nnd von Verbrechen zu Verbrechen gelrieben werden! Nein, an ihrer Wiege stand das Glück. Ihre Jugend leitete gute Erziehuug, ein edler Name, glänzende Verbindungen, alles, was Wohlstand und Erziehnug gewähren, stand zu Gebote. Und doch sanken sie so lief, weil sie wahre Bildnng des ö'eistcs und Herzens sich nicht anzueignen, weil sie ihre Begierden nicht zn zügelll vermochteu. Ja, meine Herren, es ist dieses schlimmer, von solchen Leutcu ciu Verbrechen verübeil zu sehen, ein größeres als bei anderen, weil die gesellschaftliche Stellung, ill welcher solche Lente sich befinden, sie abhalten sollte von einer so schweren Verletzung des Gesetzes, uud die Personen, welche hier in Frage stehen, gehören den besten Ttänden an. Wir finden unter den Verwandten und Bekannten glänzende Namen, hohe Staatsbeamte, vornehme Militärs der östlicheu Nachbarreichcs; ihrer Geburt und Stellung gemäß haben sie sich ill den entsprechenden Kreisen bewegt. Freilich wird niemand von der Umgebung auch nnr eine Ahnuug gehabt habeu, welche tiefe sittliche Verworfenheit sich in diesem Mörderpaar verhüllt. Aber, meine Herren, die Lebensweise einer Ebergenyi lann auch iu ihren Kreisen kein Geheimniß gewesen ' sein nnd sie wurde doch geduldet. Zahlreiche Frennde uud Angehörige wnßtcn nm ihre Beziehung zu dem verheirateten Mauue, doch fand niemand ein Wort des Tadels, wenige unr eine fchüchterne Bemerkung. Wir sahen sogar nahe Verwandte das Verlobungsfest mit - seiner Geliebten mitfeiern. Es schien überhaupt in dieser Beziehuug ein eigenthümlicher Begriff über die Moral in der östlichen Hälfte des Reiches zu herrscheu. Hat doch selbst hier eine Zcngin, gegen deren Ehrenhaftigkeit uud Acktuugswürdigkeit keiu Widcrfprnch besteht, den seltsamen Widerspruch nicht empfunden, der darin liegt, daß ein verheirateter Mann gelegentlich eines Liebesverhältnisses mit der Stiftsdamc dieser so schöne Briefe geschrieben habe. Und als min diese Verhältnisse in eine Spannung gerathen waren, die Lösnng erheischte, sehen wir Erscheinungen anftrcten von der bedenklichsten Art. Jener Nam-pacher, der nach der Acnßeruug Juliens für Geld zn allem zu haben ist, der nach der Erklärung derselben dein Statthalter gegenüber, wie er selbst sagt, mtt Sammtschuhen anfiretcn mußte, wir sehe», daß « das ihm Angetragene nicht ausführte, weil er die uöthigc physische Kraft uicht hatte; diefer führt Tierkes herbei, dann fehen wir den Loprcsti anftanchcn, der Anlaß zn Bedenken iu mehr als einer Instanz giebt und bei dem jedenfalls zweifellos feststeht, daß er Mittel zn der That geliehen hat, die ins Wert gefetzt werden sollte. So stehen wir vor einem Abgrunde sittlicher Fanlniß. Damit wir aber auch uicht einmal das Mitleid nngctrnbt genießen können, muß auch die Ermordete am Abende ihres Lebens sich eines Fehltrittes schuldig machen, welche» sie, uicht um ihres Gallen willen, dem sie ja keine Rücksicht schnldig war, aber nm ihrer selbst uud der sehr achtuugs-werthen Eltern willen, die so großmüthig uud edel gegen sie waren, hätte vermeiden müssen. Deshalb, meine Herren, werden diejenigen, welche in diesen Saal gekommcn sind, um sich am Scandal zn weiden, hochbcfriedigi fortgehen; aber anch diejenigen, die, getragen von ernstlichem Bestreben, mit Bekümmcrniß die Verirruugeu mcuschlicher Leidenschaft nnd sittlicher Haltlosigkeit anfgedeckt sehen, werden wenigstens dnrch das Wallen der höheren Gerechtigkeit und der irdischen, welche Sie, meine Herreu Geschworcueu, durch Ihren Wahrspruch be-lhätigeu werdeu, die Ueberzeuguug mitnehmen, daß niemand ungestraft das Gesetz verletzt und daß Misere Richter jeden nach gleichem Maße richten. Nuu gestalten Sie mir, das Ergebniß des Veweibver-sahrens vorzutragen. Der Slaatsanwall geht. nun ans die Details des Proceßmaterials über. Er faßt vorerst die einzelnen Umstände zusammeu, welche dem Beweise gegen Julie Ebergenyi vorliegen, und gelangt hierauf zu den Beweisen gegen Graf Chorinöty. Alle diese Beweise sind durch den Wiener Proceß längst in erschöpfender Weise bekannt und wir haben nicht nöthig, daranf näher zurückzukommen. Die Correspond denz des Angeklagten, die Anstalten, welche er zur Abreise der Inlic Ebergcnyi getroffen, die falsche Verantwortung des Angeklagten werden vom Staatsanwalt ansführlich spe-cificirt. Der Staatscmwalt geht mm daran, nachzuweisen, daß der Angeklagte anch der Anstifter des Verbrechens gewesen. Er weist daranf hin, dah d?r Angeklagte es gewe-sen, welcher stets die größte Heftigkeit an den Tag gelegt, wenn es sich um die Befriedigung seiner Liebesgeluste han< delte, eine unbezähmbare Heftigkeit, die nm jeden Preis ihr Ziel erringen wollte. Der Angeklagte sei vielleicht gutmüthig, wenn man seinen Willen thne, stelle man aber demselben Hindernisse in den Weg. so kann er znr Grausamkeit ausarten. Der Redner macht auf die Ausbruche seines Hasses gegen seine Gattin aufmerksam, welche so gemein sind, daß sie im Munde eines Officiers schamlos erscheinen; auf feinen Brief an seine Gemalin, anf die Briefe an Julie Ebergenyi, worin er sie aneiferte, im Gegenfatzc dazu. nnd auf den Leichtsinn der Julie Ebergenyi. Der Staatsanwalt weist endlich auf die Herrschsucht des Angeklagten hin, er weis! darauf hin, daß er nur allein ein lebhaftes Interesse an dem Tode seiner Gattin hatte, damit er frei werde, damit er die Zinsen feiner Cautiou empfange. Inlie Ebergenyi hatte keinen so leb haften Grnnd, sie liebte ihn nicht, denn sie sagte vor Gericht: „Ich habe ihn gern, weil er so lieb ist." Solche Worte bcdenlen Wohlwollen, aber nicht Liebe. Der Angeklagte war es, dem der erste Gedanke der Heirat mit Julie Ebergeuyi kam. denn sie batte nie daran zn denlen gewagt. Der Staatsanwalt fährt nach einer ausführlichen Erörterung hierüber fort: Gras Ehorinsky ist trotz der ihm nachgerühmten Gut' nlüthigtcic ein Mensch von erschreckender Selbstsuch:. Tic werden mit mir nicht glauben, daß der üble Geruch Schuld an seiner Treunuug von seiner Frau war. Nach allem, was wir hörten, war die Gräfin Chorinstu trotz ihrer Schwächen — icb bin nicht da, um sie als Tugendspiegel darzustellen — ein edler, schöner und liebenswürdiger Cha-rakter. Aus allem, was wir hörten, ergiebt sich, daß sie eine Fran von edler Denkungsart, von gebildetem Geiste war. Der Grund seines Hasses ist in seiner Unbeständigkeit, in seiner Selbstsncht zn suchen. Er hat sofort der Pflichten vergessen, die er am Altare gelobt. Er trat mit der Zumu-thnng Hera», daß sie zurücktrete uud ihm zum Opfer falle, uur damii er seiuer Neigung folgen nnd beim Militär bleiben könne: beim Civile hätte es dem Sohne des Statthalters nicht fehlen können. aber znm Civile wollte und mochte er nicht. So war er die Veranlassung, daß diese Ehe zerrüt' tet und unglücklich wurde. Es ist Pflicht für mich, hier zu sagen, daß Graf Ehorinsty uicht von adeliger, sondern von niedrigster Gesinnung und moralisch völlig versumpft ist, Der Staatsanwalt citirt hieranf einige der vom Grafen au Malhilde Eh. nach Malesville gerichteten Briefe, lind fährt dann fort: Mciuc Herren! Noch niemand nnter Ihnen hat je einen folchcn Brief gehört nnd Graf Chorinskl, fchrieb denselben an dasselbe Weib, das er noch wenige Monate vorher als seinen Engel verehrt hat. Angesichts der ungewöhnlichen Herzenöhä'rte, der niedrigen Gesinnung, die sich in allen Worten lind Handlungen dcS Grafen Chorinsty aussprechcu, bill ich wohl zu der Bchauptuug berechtigt, daß dem Charakter des Grafen Chorinsty nichi ein Fünkchen moralischen Werthes bcizu-messcn ist. Unter solchen Umstauden bin ich auch zu der Ueberzcuguug berechtigt, daß die Idee des Verbrechens vom Grafen Chorinsty felbst ausgegangen: denn wenn Julie Ebergeuyi es ihm geschworen hat — wie er selbst schreibt — so war der Schwur und die That von ihn» verlangt und er war derjenige, der die That crsouncn; sie war das Werkzeug. Es bleibt uur noch die Frage, ob er im Sinne unseres Gesetzes für seine That verantwortlich sei. Das Gesetz bestimmt, es bestehe nicht daS Verbrechen, wenn zur Zeit der That Raserei oder Plödsiuu eiutrat. Die Selbstbestimmung fehlte. Hier handelt es sich nm einen Mord mit reiflicher Ueberleguug — dann frage ich Sie, meine Herren, kannte er die Slrafbarkeit seiner Handlungen oder nicht? In seineu Ausschreibungen vom 17. bis 21. December ist ersichtlich, Sie habeu das auch in seiner Verantwortung gesehen, er hat sich mit behaglicher Breite über kleine Geschehnisse seines Lebens ansgelasscn, aber wie er Farbe bekennen sollte, da wurde er kürzer. Sein ganzes Handeln ist das eines Vernünftigen. Wer so im Stande ist, zweckmäßig zn handeln wie er, der iann nicht für unzurechumigsfähig erklärt merdcu, es mögen die Psychialren sagen, was sie wollen. Das Be-wußtsciu der Ncchtswidrigkeit seiuer That ist bei ihm cr-wiesen — diesen Pnnkt hat auch teiuer der Sachverständi« gen ausgesprochen. Er hat sich selbst in der Hand, er hat eine ganz freie Willensmeinung, er hat zur Zufriedenheit seiner Dienstobern gedient, nnd Sie werden mir zugeben, daß kein Stand eine größere Pflicht des Gehorsams auserlegt als der des Soldaten. Er hat dagegen nie verstoßen. Und derjenige, der im Staude ist, im Kriegömi' nislerium seine Arbeiten mit Pünftlichteit zu rollbringen, hat das Vermögen, sich zu entscheiden, ob er seine Frau ermorden will oder uicht. Die Sachverständigen haben mts nur die Unterlage zu dem Beweis geliefert, daß sei" Geist gestört sei, Ich aber bestreite angesichts aller dieser Vr- 1116 scheinlmgen, daß Graf Chorinsky mangelhaft geistig cmsge-! stattet wärc. Wenn alles das constatirt ist, so hade ich nur dem beizupflichten, was die Herren Sachverständigen ausgesprochen haben. Es ist selbstverständlich, daß die Erccntricitä-ten seiner Liebesabenteuer nicht in Betracht wmmen. Wo es sich um ein Monate lang verborgenes Verbrechen hciu^ dclt, haben diese gar kein Gewicht. Was die .handlnng des Grafen Chorinsky betrifft, so werden Sie mir beipflichten, daß sich die Worte der Gräfin Chorinsky auf dem ersten Blatte ihres Tagebnches erfüllten: „Meine Liebe ist mein Hort, ich will an diesem Horte sterben!" Diese Ahnung sollte sich freilich anders erfüllen, als sie gedacht. Sie dachte nicht daran, daß ihr Gemal seine Geliebte anstiften werde, sie zn todten. (Die Sitznng wird auf nnr fiinf Mimtten unterbrochen.) (Schluß folgt.) HagespMlgkeiten. — (Vom bannovci'schen Hofe.) In Hiching haben am Samstag die dort anwesenden Hannoveraner den Iakrcötag dri sittlichen Schlacht von Langensalza und zu-gl'ick die Enchlllluni; dcs Tenlmalö gestiert, welches filr die in dies.l Schlacht qefallencii Hanuovclaner ciliat't wurde. Kronprinz Ernst August tam zu diesem Zwcä^ uon spinnn Ausflüge nach M^zöhegyes nach Hiching zurilcl. Die Epoque l^kt den König G.'org wegen Ailkaufes von Mircnnar i» Unterdandlung stehen, was die Oeslcrr. (5ovr. cntschicbin lemeoliit. — (Au 5 dcm Rechlslebc».) Die „Wr. Ztg." sHteibt: Nach den Z'itunaMenchten ubcr die vor oem Schwur« getichtM'fe in München stallgeliable Schlubocrbanrlung wider Graf Gustav Cborinöly dat sich d», bei welchen s,ck die Olnzelnhllsl wegen Maogels an Naum für lluler« juchungsgelangene »icht durchsnhren la'ht, dic Ucbun^, dah man zu blsondeis gesülxlichen und länt.sllchtigen Inqui< silen solctc Individuen zu^sellt, wilche infoweit vellühlich scheinen, Seldstmoidoersuche oder (5oticspondc»zen, wenn nichl zu bindeln, roch nicht zu sürrern. Kommt cö nun vor, dah de'Iei Mitgefangene sreiwiUig derlei Enthüllungen über die Angaben jene« Ioquisiten machen over vie Corlesponden-zcn nach 2luh,n hin entdecten, so darf sie der 3lichtei nicht zurückweisen, im Gegenteile isl cs nach § l'»0 und 225 2l. P. O. sein? Pfl'cht, zur (5imililu»g der Wahrheit jenen G.brauch davon zu mack^n, den das Gesetz g»staltet. Wüide e« abrl vottommen, daß solcbe EnthlNinugcn, hier so wie in München bei ciner Eckiubuerbandlung benützt werden und baß ein Vcitbeidigei hier so wie in München diesen Anlaß ergreifen winde, gegen rin anderes slrmonachbarliches Ge> lickt ungegnindele und nicht zur Sache gchdiiae V.rdächti« ßUl'aen vorzublingen, io w^irde d>r Vorsitzende es im Sinne unser.,'! St. P. O. sür seine Pflicht erachten, solche Er-Üilcrun^cn zu beseitigen und den Redner in die Schranll» der Mäßigung zmiltlweik'n. — n d c n und zwar in W i e n , Ofcn und P r a g beüehen i durch die Cinstthrung dci Aimec-I'tenranluren wnd seldslvelslanrlich eine grobe Zahl der bisherigen Verpflegs- uno Klitgecommissariatibeamten disponibel, w lchen aber »ach vorher abgelegter P>ü!u>'g uno der vollen Eignung hiezu d»r Emlrilt in die Inlcnean-tuc offen st,bt. — Ferner verlautet, dah in der M'litHr. Genchlobarleit wesentliche Veränderungen bevorstehen, vor-lkusig sollen, und zwar schon mit I. Juli sämmtliche Audi l o r i a l e bn den CaualerieNegimentern ausgelasien, die Grlichtsbaileit dirser Truppen aber auf die Dw>slons-Com> manden übergehen, welche hiezu Auditore zugewiesen erbal-ten. Durch die wnleren Ma^egeln in der Militär-Gerichts' barteil, welche noch im Laufe diefeS Iahreö bevorstehen, wird brinahe die Hülste der bisherigen Audilore überzählig, da die Territorlal.-Dmisions^Commanoen zur Führung der G.'ticktLbarteit ihrer unterstehenden Truppen nur eine geringe Anzahl von Auditoren benolnigen werden. — (Deutsches Au n oe s s chie hen.) Die neueste Nummer oes ..Festblaltes" verzeichnet wieder 18 Beste aus Hannovcr, Vibcrach, Wliolingbach und Sievering, Leipzig, H.aunschweig, Franlju'ta.M.. Veilin, Schirgiswalve, Piina, Zü'iä), Höchsl bei Frankfurt a. M., Gmunden, Äarnten, Stadt Enns, Salzburg, Tirol, Haarburg und von der Lctühenge« lellschaft l. auf der Tüllenschanze bei Wien, außerdem neun Gaben aus Wien und line aus Gmunden für die Industlie» scheide. — Das Wol) nun gs c omit« hat bis jetzt die llnceilunft von 17.000 Felltheilnchmerl! gesichert. Da« Kriegömmistenum stellte auher oen illaumlichteilen für 1000 Tiioler Schützen noch 7000, die Commune Wien 600 Vcltcn zur Verfügung, von Privaten wurden bisher 400 Frei-qualtiere angemeldet, deren Zahl sich wohl auf 1000 erhöhen düljte, und 7000 Wohnungen gegen mäßiges Elllgclt. — Die öffentlichen K u n sl s a mm l n n g c n werden den Schützen tügl»ch Vormittags gegen Vorweisung der Fcsllarte geöffnet sein und das öslercelcbische Museum veranstaltlt sür die Tage oes Festes eine Ausstellung von seltenen Abbildungen von Schlltzenjesten, Wissen, Trachten :c. :.. aus der berühmten Sammlung des Herrn FZM. Ritter v. Hauölab. — (Die Fahnenweihe und Einweihung des Monuments bei T l a u t e n a u) ging am 27. Juni unter Ai>wrjr»heit Sr. l. Hoheit oce, durchlauchtigsten Helln Erzherzogs Albrecht, des FZM. Freiheri v. G.>blenz und vieler anderer Generale und NotaoilitÄten, begünstigt von der schönsten Witterung, in solenner Weise vor sich. Große Meoschenmassen nahmen enthusiastischen Antheil an dcm Feste. Tlaulenau war festlich glfchmüctt. — (Der verurlheilteChorinsty) hat — wie aus München gemeldet wird — noch am Tage seiner Veruitheilung an den österreichischen Gesandten Grafen Trautt» mannsdolff tie Anfrage gcnchtet, ob er nicht am selbe» Tage sein Gnadengesuch a» den Künig überreichen soll. Graf Trautlinanllsoorss bat höflich und talt jede Interveutio» der taisell'chen Gciand>chc>jt in dieser Angelegenheit abgelehnt. Sonntag und Älonlag wurde der Verullhcillc iu der Frohn-feste von Frau Hotlowy und Grüsin Stom befucht. Der Präsident halte diese Zusammentun!! geslattlt, doch mußte der Asenmeister bei dcr Unteiledung ale, Zeuge fungiren. — (Eisenbahn-Unfall.) Aus der Süvbah» fand in der Nacht vom Sonntag auf Montag (Morgen« 2 Uhr) ein Unsall stall. Von eimm Gülerzuge, crr aus oer Station Clan» stand, lösten sich mehreie Waggons ab, welche durch das starte Gefalle der Bahn mil grower Hcs« tigtnt biö gegen den Viadutt von Pauerbach rollten. Don slüßen sie auf cineu daselbst velwillendc» Güterzug, zertrümmerten mehrere Waggo»S desselben, in denen sich eine große Quantität Clgarellen < Papier besand, Waisen mehreic Tllegraphlnstangen um uno machten das Gileise süc den ganzen Tag unsahrbar. Der Führer des Zllgeö blieb unbeschädigt, drei Conducteure, die herabsprangen, ll> litten ungejühlliche Verletzungen. Noch am 30. v. M. trafen einige AssccuranzbeanUe tin, die dcn angerichteten Schaden auf Z0.000 fl. schaljtni. — (Preußische Amnestie.) Die Abendausgabe der Verlimcr „Zulunst" vom 30. Juni meldet: Die wegen Hochveriaths vcruitheilten Hannoveraner wuroen durch Ca^ biNllsordre begnadigt, dieselben werden heute auö ihrer Hasl entlassen, (Taü Wolfj'sche Vurcau in Arrlin bcmeltt, dah es div Richtigkeit dieser Nachricht nicht vetbürgtN könne.) Locales. — (Der Ackerbauminister Graf Potocli) schreibt das „Wl. Tgbl." hat im Nbgeoidnetenhause wie« »erholt sich dahin ausgesprochen, daß er nach Schluß der Schnngen der Neicbiivertrelung einige Provinzen besuchen werde. Wie wir hören, wäre der Zeitpunkt zur Verwirklichung dieses ProjecteL ganz nahe ge>ückl. Graf Polocki soll sich zunächst nach Oberösi^rreich. Eteielmark, Kärnlen, Krain und Islrien, und nach der Rückkunft von dort nach den nördlich gelegenen Provinzen der Monarchie br-geben. — (T ri glavplo ceh.) In der gestern abgeführ» ten Scklutzverhandlung wurl,'e der Redacteur des „Tnglau" Herr Peter Grasseli wegen Vergebens gegen die ösf.nt-licke Ruhe und Ordnung nach § 3<»2 St. G. zu sü>ch wöchentlichem Arnfl. verschalst mit einmaligem Fastcn in jeder Woche, und 60 fl Caulionsvclfall vcruriheilt. Wir bringen die Ve>Handlung morgen auesührlich. — (Ernte.) I„ den Laibacker Felde an dcr Save ist gutcm Vernehmen noch das C'rntcergedniß folgendes: Sommergerste schwaH; Korn miltelmäsnq: Weizen gut. Man spricht von Schaden, welcher durch die übermäßige Vermehrung der Hasen verursacht woroen ist. Bezüglich der Erdäpfel, Hülfensrüchte :c. dürfte der s^it gestern eingetretene Regen sehr wohlthätig wirken, s» daß auch in tmscr Hinsicht ein gutes Ecgcbniß anzuhosfen ist, — ^Unglück s fall.) Am 15. v. M. fand man den von seincn Vcrufsgenosseu s^br geschätzten und in sei- ^ncm Berufe eifrigen Unterlehrer Georg Bajt in Dolenja-vas bei Reifniz im doiligen Bache ertrunken. Rcchdem man alle möglichen Belebungsversuche sruchllos angesllllt halte, wurde der Leichnam Tags daraus auf dem Reifnizlr Fcicdhose unter dem Geleite der Collegen beerdigt. Man glaubt, daß dal, Unglück bum Baden durch einen Krampf. ansall verursacht wurde. Dcn Abend vorher an seinem Namenstage befand sich der Verunglückte noch im fröhlichen Kreise dreier seiner Berufsgenosscn. Es wurden Lieder ge« fungen, darunter auch ein Grabgesang: ,,.1limi^ befand. Plötzlich traf ein Blitzstrahl die Harfe und mit ih, auch die beiden Ehelcutc. D^r Mann wurde nur betäubt die Flc,u jedoch gctövttt. D>>r Blitz zündete nicht. Die Gc-lüolete hinteiläßt vier erwachsene Kinder. — (Hagels chlag.) In der Nacht vom 26. auf den 29. Juni wurden die Feld-, Wiesen- und Weingcnlfrüchte in der Steue,gemeinde Weinoo'f, Ortigemcindc Sr. Michael« Stopic, durch Hagclfchlag und Wolkenbruch beinahe ganz verwüstet. Neuchr DH. Wien, 1. Juli. Nach den Mittheilungen auswärtiger Blätter ist die Slaatöanwastschaft gegen dcn Artikel des „Vaterland" ülicr die päpstliche Allocution und dic Staatsgruudgcsctzc migcschrittcu. Dieser Artikel hat bekanntlich im „Vaterland" selbst eine Entgegnung „von cmcm hochgeschätzten Mauu auö Nicdcrösterreich" gcfuudeu. Dcr „Polksfrcund" bezeichnet den Vifchos von St. Polten alS dcn Zuscudcv dicfer Eutgcguung. Nach Rom soll bereits dic Note dcr öslcrrcichischcu Ncgicruug abgegangen sein, welche durch dic Botschaft dcm Papste ;ur Kenntniß gebracht wcrdcn wird. — Dcr Wiener Gcmcindcratl) hat am I.d. M. zwei Driliglichkeitsallträgc, welche gegen die jüngste päpstliche Allocution gerichtet sind uud iu wclchcn das Bei-traue« in das cutschicocuc Vorgehen dcr Ncgicruug ge-geu dic Ucbcrgnffe iu dic Ncchtc dcö Staates ausgedruckt wird, mit allcu gcgcu 2 Stimmen (P. Gatscher und Fcyerfcil) augcnomiucu. — Die „Debatte" widerspricht der Nachricht deS „Volksfreuud," daß Baron Mcyscubua, angewiesen worden sci, iu Rom gegen dic Abberufung dcs päpstlichen Nuntius Monsignorc Falcinclli zu wirkcu. Dicsc Wcisuug sci vielmehr sciucrzcit dcm Grafcu Crivelli ertheilt wordcu, als cs verlautete, die Curie werde auf dcn Hcrrcuhansbcschluß vom 21. Mär; ohncwciters mit dcr Abberufung dcs Nuntius autworteu. Nach der Allocution licgc allerdings üstcrrcichcrscitS kcine Vcran-laffuug vor, dic Curie iu dieser Vczichnug abzumahucn-Wenn die österreichische Regierung ai'ch couscciucnt von ihrem versöhnlichen Standpunkte aus cS verschmäht, ihrcr> scits dcr Allocntiou mit Maßregeln zu begegnen, welche vuu.dcr ciueu oder anderen Seite in der ersten Aufwallung augcvathcu wurden, so kann cs ihr andererseits ^icmlich glcichgillig sein, wcun mau iu Rom etwa es für angezeigt erachten follte, dcr Allocution noch die Abberufung dcs Nuntius — hinzuzufügen. Scu'lin, 2. Juli, 9 U. 30 M. Vorm. (Agr. Zeitnug) Milan lV. wnrde heute 9 Uhr von der Lkup-schtina zum Fürslcu vou Serbien vroclamirt. Kanonen^ donncr, Olockcugcläutc. Kriegsminister Alazuavae und Präsident Ristic führen die Regentschaft. Dcr Inquisit Marics schreibt seit Samstag an Enthüllungen. Telegraphische HUechselcourse. »um 2. Juli. s.ptt-c. Meto.llic,U'>? 57.90. — l>perc. Melalliqneö mil i1»l.ü- und '^ovember-Ziilseu 58 80. — bpcrc. ?z'atlonal Aulcheii ' 87/10. — Ban?«^:«' 748. — ssvedilacticu 1^14,80. — London 115.->0. — Silber N275. - K. t Duculen 5.50, Kaudel und Golkswirtljschastliches. Verlosung. Bei der am 1. Juli d. I unter Intcrucn!-riiiili dcr StaotMnldrlicontwlrcommissioii dcs Neichsralhes vor.-genoiiunciicn 28. Verlosung der Sern-n des Lolloankheni« uom ^ahrc 1^5't sind nachstehende 22 Sceicnnmuncrn gezogen worden : 8 0^j 15i) 5«6 781 7^2 814 i)43 1006 125>'i> 1036 1775 1871 2166 2368 2l'10 258!» 2^16 3222 3325 3429 315'» 3470 3906 4027. O^winustc: Seric 2734 Nr. 47 grw. 2'.0,000fl. S. 390, de5 Slnnle? «fur 100 ft.) Geld Waarr III o. W. zu 5pE«. fur K.0 st 55 15 55 30 delto v. V 1866 . , . . 59.25 l''9,85 detto rückzahlbar ^) . . 94.25 94.50 Silder-Aulehcu uou 1864 . . 68.50 69..^ ^llberani.1865 (strcs.) nlch^hid, m 3? I. zn 5 pCt. filr 100 ft, ?3 — 74.- 9iat.-Anl. mit I.N1..C0UP. zn 5°^ 63.— l!3.10 « „ „ Apr,-Coup. „ 5 „ <'3.15 <^«/^ ^. , 5^25 Mit VMos. v. I. !839 , , I<;5- 1^6.-. ., „ „ „ 1854 . , . 77.-. 7«.— „ ,. „ ^<>N zii 5D0 st. 85.30 «5 40 „ « „„ 1860 „ 100 „ ^.5" 94.— .. „ ,, „ 18L4,.1O0,. 91.50 !'..7o ^nmll^vmtcnsch, zu ^.i !.. 3u»!. 2^ .',0 23. - ^omlliüm 5fterc in Silber 1W.50 106.75 li- der Kronl«nder (slir 100 fl.) Gr.-Ettts.-Odiizi. Niederüslerreich . ^ 5°/,, «5.75 86,- No?röslcrreich . „ 5 ,, 87.50 8^.- Geld Aaare Slllzdlirg .... „ 5 „ 87. - 88.-- Bäh'.nkll . . , , .. 5 „ 91.50 98.50 Mährru .......-'. „ 88:0 «!».-- Schlesien , . . . „ ö „ 88.50 ^9 50 Stncriiunt ... „ 5 ,. d»,.?.'> 87.50 Uüguru.....„ 5 ,. 75.50 76.» Temeser - Baun« . . „5 „ 7". - 7.'1..V Crnatlcü und Slauoiilsli ., 5 „ 75,— /5,50 Galizicn .... ,, 5 ,. 65.^5 65.75 Sicdeubllrgcli . . . ,. 5 „ 69.25 69.75 Vutovi'.la ' . . . . „ 5 „ 64.50 65,— lwg, n:. d. V,-C, 1867 „ 5 „ 7235 72,75 Tem.V,m.d.V.-C. 186?., 5 ,, 7^.- 72.^ Ncticn (pr. Stiill) Nuliuilatbüul , . (Ex-Dw.) 73»,.— ?3k<,— Kaiser Fcrdiual!di!:^io>.ddah!i zu 1000 si. ü. W, (C'pDw,) 1785. 178? Krcdit-Anstalt ?,i 200 ft, ö. W, 194.»'<> 194 70 N.ü, Eö^m.-Gss.zi^Wsi^.W. 6(<5 6>> i.'55.80 Kais. Clis. Bahn zu 200 ft. CM. 161.50 161.7.) Sild,-nordd Vcr,-B.200 „ ,, 148,- 148.25 Gcld Waare Siid.St.-,l.-uc,i.l!,;.-i.E,200fl. 180. 180,25 Gal.Karl-Lnd,-B. ;.20<> sl.CM, 2(4,75 205. Bühm. Wcsldahu ;u 200 st. . 154.— 154.50 Ocft.Dou.-Danipfich,-Ges. Z-« 522,— 524.— Oesterreich. Lluyd in Trust Z I 237.- 239.— Wirn.Daliipfm.-Actg, . . . 3^0.— 390.— Pester Ketteubrüclc .... 4l2.— 416 — A:ig!o-Austria-Baul zu 200 ft, 149.50 250,.« Lembera. Ezcruulmher Actuu . 183.50 18^.— Pfandbriefe (fiir 100 fl.) National- ^ baut auf > onl^bar,'u 5°/„ 96 80 9?.— ^5. M. j Nlltioi!alb.aufü.W.verlosb.5„ 92.40 98,6<) Uug. Vod.-Cred.-Anst. zu 5'/, « '^,25 92.50 Allg. üst A^d?u-Credit-?!ustalt verlo«l,ar zu 5'7„ iu Silber 9X.50 99,— ^os? M. Sliick.) Ered.-A.f.H,u.G.z.100st.ü.W. 136.- 136,50 Dou.-DmPfsch.-G.,.i00fl.CM, 93,50 94.— Sladtgem. Ofen „ 40 „ ö. W. 25.- 26.— Estcrhaz^ zu 40 ft. 2M. 175.- --.— Salm ' .. 40 .. ,. . 35.- 35.50 Geld Waare Plllff!, zu 40 ft, CM. 27.— 27..">0 Clary „ 40., .. . 28.-- 2X.50 St. Genois „ 40 „ ,. . 25.50 25.75 Windischgratz „ 20 „ „ . 20.— 20.50 Waldstciu ,, 20 ,. „ . 22.5,0 22.75 Kegleuich „ 10 „ « , 13.25 13.75 Rudolf-Stiftuua 10.. ,. . 14.— 14,50 Wechsel. (8 Moliate.) Augsburg fur 100 ft, sitdd. W. 96,40 96.ii0 Frailfsinta.M.100 ft. detto 36,50 9«,80 Hmudurg, für 100 Mart Baiito 85 20 85 40 Loudou für 10 Ps. Sterlius, . 115 65 l 15,75 Pari? für 100 Franl? . .' . 45,80 4-V90 ^vurs der Geldsovten Geld Waarc K. M'mz-Ducaleu 5 ft. 50 ,lr. 5 st. 51 lr. 9laftoleonsd'or , . 9 „ 22 „ 9 ,. 22 ,. Äuss. Imperials . 9 ,. 50 ,. 9 « 51 „ Vcrciu«!thalrr . . I „ 70; „ I „ 70) „ Silber ' . . ,13 „ - «113 „ 25 ,. Krailnsche Onmdeutlastungs - Oblio.c>tlomn, Pv,' vatuotirung: 35 Geld, 88 Waa"'