vFj '-waa {.'tftöun« v gojrjnnf. i Deutsche Zeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — 'UriftlttaHig »k «erwalt»ng i frtietnoo« «ttca 5, Xc!*y|oa Br.21 (intermrfcan) 1 ««,»,,preis, für da, Inland: vierteljährig 40 ®»n, halbjährig 80 Din. ganj-Sttflndigsngm werte« w du Bemoltnng ,» dUIigsten »edühren entgegengenommen f jährig 160 Hin. Für da, «u»land entsprechend« Erhöhung. Einzelnummer Din 1.50 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Tonntag Nummer 41 Telje, Donnerstag, den 21. Mai 1831 |[| 56. Jahrgang Jugoslawien und das deutsch-österreichische Zollabkommen Die Einstellung der jugoslawischen Oeffentlich-keit dem deutsch-österreichischen Zollabkommen gegenüber findet in Berliner politischen Kreisen lebhaftes Interesse. Es wird hier die durchaus ruhige Haltung der jugoslawischen Presse anerkannt, die sich, mit geringen Ausnahmen, bei der Beurteilung des Wirtschastsproblems, um das es sich bei dem deutsch-österreichischen Zollabkommen handelt, in erster Linie von den wohlverstandenen wirtschaft-lichen Interessen Jugoslawiens leiten läßt. Dabei sind freilich auch einige falsche Urteile mitunterlaufen. Der Berliner Berichterstatter des Novisader „Deutschen Volksblattes" hatte dieser Tage Gelegenheit, gerade darüber mit einer maßgeblichen deutschen politischen Persönlichkeit zu sprechen, wobei ihm diese Person-lichkeit u. a. folgende beachtenswerten für die jugo-slawische Oeffentlichkeit bestimmten Aeußerungen machte: In jugoslawischen Zeitungen konnte man in den letzten Tagen die Behauptung lesen, eine deutsch-österreichische Zollunion sei eine Gefahr für Jugo-slawien und bedeute erhöhte Zölle auf jugoslawische Agrarerzeugnisfe. Das gerade Gegenteil ist richtig: Die deutsch österreichische Zollunion soll den Anfang einer besseren inneren Organisation Europas bilden, d. h. einer Organisation, die u. a. den Agrarerzeug-nisfen des Südostens einen breiteren Markt in Mitteleuropa sichert, einen gesünderen Markt mit größerer Kaufkraft und besseren Preisen. Daß kein Gedanke daran ist, jugoslawische oder andere Agrar-erzeugnisse Südosteuropas gar mit höheren Zöllen als bisher zu belegen, geht daraus hervor, daß Deutschland und Oesterreich sich ausdrücklich bereit erklärt haben, auch zu anderen Ländern, und zwar gerade auch zu den Agrarländern des Südostens, in ein engeres handelspolitisches Verhältnis zu treten. Wenn man in Jugoslawien keine Zollunion mit Deutschland und Oesterreich wünscht, nun gut, so sind beide Länder auch bereit, statt dessen Vorzugszölle für Getreide an Jugoslawien zu gewähren. Bekanntlich verhandeln beide Länder bereits mit Staaten Südeuropas auf dieser Grundlage. Im Interesse Europas und gerade seines agrarischen Südostens liegt es. Deutschland und Oesterreich ihren wirtschaftlich vernünftigen Weg ruhig weiter gehen zu lassen. Es ist leicht, großar-tige, ganz oder halb (Europa umfassende Systeme auszudenken, aber wichtiger ist, praktisch dort den Anfang zu machen, wo die natürlichen Voraus-fetzungen gegeben find. Vielleicht hat man den Umfang der Wirt-schaftsnot und den Grad der Gefahr doch noch nicht überall richtig erkannt. Deutschland und Oester-reich können sich nicht mit Systemen abspeisen lassen, die praktisch nichts halten und dazu bestimmt scheinen, sie von ihrem wohlüberlegten Wege abzubringen. Sie halten an diesem Wege fest. Will man Deutschland mit Gewalt Sowjetrußland wirt-schaftlich ganz in die Arme treiben? Und zieht man in Jugoslawien einer deutsch - österreichischen Zoll« union Pläne vor, bei denen Oesterreich die Rolle als Kern einer Donaukonföderation zugedacht wird? Man sollte doch alles tun, Deutschland nicht nach Osten abzudrängen und Oesterreich nicht von Deutschland fort in andere Richtungen zu stoßen. Politische Rundschau Inland Grllndungsausschuh für die Errich tung einer privaten deutschen Lehrerbildungsanstalt für die deutsche Minderheit in Jugoslawien Gestützt auf die Verordnung des Herrn Un-terrichtsminifters, mit welcher er die grundsätzliche Genehmigung zur Errichtung einer privaten deutschen Lehrerbildungsanstalt behufs Heranbildung einer für den deutschen Unterricht an den bestehenden und noch zu errichtenden staatlichen deutschen Volksschulen bezw. Schulabteilungen befähigten Lehrerschaft aus-gesprochen hat, hat sich ein Gründungsausschuß für die Errichtung dieser privaten deutschen Lehrerbil-dungsanstalt gebildet, der sich die Aufgabe gestellt hat, alle notwendigen Maßnahmen vorzubereiten, um die Mitarbeit der weitesten Schichten unseres Volkes für dieses große, bedeutungsvolle kulturelle Werk, von welchem die Zukunft des deutschen Schul-wesens in Jugoslawien bestimmt werden wird, zu gewinnen und die hi«u unerläßliche Opferbereitschaft und kulturelle Selbsthilfe der deutschen Minderheit in unserem Staate zu organisieren, damit die ge-plante Bildungsanstalt ehestens ins Leben gerufen und das gesamte deutsche Schul- und Bildungs-wesen in Jugoslawien auf eine dauerhafte Grund-loge gestellt werden kann. Der Ausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Vorsitzender: Dr. St ephan Kraft, Präsident der Völker dundliga der Deutschen in Jugoslawien, Beoqrad, Präsident der landwirtschaftlichen Zentraldarlehens' kasse in Rovisad, Eisenbahngasse 98; Stell-vertretender Vorsitzender: Dr. Georg Graßl, Sektionschef a. D, Generalsekretär der Völkerbundliga der Deutschen in Jugo-slawien. Beograd, König - Ferdinand - Str. 19; Schriftführer: Johann Keks, geschäfts-führender Obmann des Schwäbisch-Deutschen Kultur-bundes, Rovisad, Eisenbahngasse 96: Schatz-meister: Dr. Franz Perz, Hauvtschriftleiter des „Deutschen Volksblattes", Rovisad, Ungargasse 76; Rechtsberater: Dr. Hans Moser, Rechts-anwalt in Zemun. Ausland Die Zollunion vor dem Europa-Ausschutz Auf der Sitzung des Europa-Ausschusses am 16. Aiai. an welcher auch Vertreter der europäischen NichtMitglieder des Völkerbundes, nämlich Sowjet-rußlands, der Türkei und Islands, sowie Vertreter der tagsoorher eingeladenen Freien Stadt Danzig teilnahmen, sprach als erster der deutsche Reichs-außenminister Dr. Curtius über die Hauptursachen der europäischen Wirtschaftskrise, die in der Ueber-Produktion an Lebensmitteln und Rohstoffen, dem Rückgang der Konsumkraft, der Steigerung der Kauftraft des Goldes und der Störung der Ka-pitals- und Geldmärkte sowie vor allem in dem Zerfall Europas in eine Unzahl von kleinen Wirt-schaftsgebieten zu suchen seien. Gerade was die un-erfreulichen Zollverhältnisse in Europa anbelange, seien die Verhandlungen bisher immer wieder gescheitert. Deshalb habe der Gedanke der regionalen Verständigung und der Plan der Zollunion in den letzten Jahren wachsende Bedeutung erlangt. Deutsch-land sei bereit, mit jedem Lande, sei es groß oder klein, in einen Gedankenaustausch über die Möglich- keit der Einführung einer Zollunion einzutreten. Es werde gerne an allen Vorschlägen und Anregungen mitarbeiten, die zur Wiedergesundung Deutsch-land und Europas beizutragen geeignet wären. Dem Reicheaußenminister Dr. Eurtius antwortete der französische Außenminister Briand, daß nach seiner Meinung die Zollfragen nicht die Ursache, sondern nur eine Auswirkung der Krise seien. Die Völker hätten nämlich gehostt, gerade durch Erhöhung der Zollschranken die Krise einzuschränken oder von ihrem Lande fernhalten zu können. Man ver-suche heute Teillösungen, weil man kein Vertrauen in die Gesamtlösung habe, die zu finden man nicht recht probiert habe. Frankreich schlage nun neue praktische Mittel vor, Dr. Curtius jedcch eine Zollunion. gegen die sich Frankreich klar und entschieden au-gesprochen habe. Frankreich halte an dieser Op-Position fest, es stimme allen Zollsystemen bei, nie aber solchen, die in Widerspruch zu den geschlossenen Verträgen und den internationalen Abkommen stün-den. Auf die Ausführungen Briands erklärte Dr. Eurtius, er habe nicht speziell vom deutsch-österreichi-schen Zollunionsplan gesprochen, sondern von der Frage der Zollunion im allgemeinen. Im Völker-bundrat werde hinreichend Gelegenheit sein, von der deutsch-österreichischen Zollsrage zu reden, er müsse aber schon jetzt betonen, daß sich dieser Zollplan nach deutscher Auffassung streng im Rahmen der internationalen Verträge halte. Der französische Wirtschaftsausbauplan Die französische Delegation in Genf hat am 16. Mai den Wirtschaftsausbauplan der französischen Regierung, der die deutsch-österreichische Zollunion ausschalten soll, veröffentlicht. Eingangs wird darin festgestellt, daß das deutsch-österreichische Zollunion?» Protokoll, das gewissen internationalen Verpflichtun-gen widerspreche, nicht geeignet sei, weder den Be-teiligten noch Europa die Vorteile zu bringen, die die Urheber des Planes erwarten. Deshalb lege die französische Regierung einen konstruktiven Plan vor, der die Möglichkeit beschleunigter und praktischer Lösungen für die dringendsten Probleme enthalte. Der ftanzösische Plan sieht in den Hauptzügen vor: Für die Getreidesrage ein Präferenzsystem, das den Getreideerportstaaten gewährt werden soll. Als Gegenleistung käme ein Vorzugssystem für Industrie-wäre nicht in Frage, denn die Vorteile einer solchen Gegenleistung müßten allen Staaten mit Meistbe-günstigung zugute kommen. Die Agrarländer auf der einen, die Industrieländer auf der anderen Seite sollen sich zu machungen d Beispiel hiefür Kartelle. Es bestehe die begründete Hoffnun ammentun, um durch gemeinsame Ab-le betreffenden Fragen zu regeln. Ein bieten die zahlreichen bestehenden eine derartige Organisierung des europäischen Marktes zum Abbau der Zollschranken führen würde. Die Regierung sei bereit, mit den französischen ianken über die Bedingungen zu verhandeln, zu denen diese sich an der Finanzierung der Ernte be-teiligen würden. Bezüglich der wirtschaftlichen Lage ~ " "• ' ''gestellt, daß ' ' ■ denen gegenüber Oesterreich sich seinerzeit verpflichtet Oesterreichs wird festgestellt, daß diejenigen Staaten, habe, seine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu bewahren. auch die Pflicht hätten, zu seiner wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Man erwäge den Gedanken von besonderen Handelsvorteilen zugunsten Oester-reichs. Die Hauptkunden dieses Landes würden ohne Ausnahme aufgefordert, durch eine geniein-same Abmachung Oesterreich Erleichterungen seines Ab* Seite 2 Deutsche 3citang Nummer 41 fofjmarftes zu gewähren. — Die französischen Gegen-vorschlage zum deuttch-österreichischen Zollangleichungs« plan wurden in Genf kritisch aufgenommen. Man weist darauf hin, daß eine Finanzhilfe durch Agrarlredite keine Lösung des Agrarproblems be-deute, wenn nicht gleichzeitig die Absatzfrage geklärt werde. Die industriellen Vorschläge seien pro-bleniatisch, weil sie von der Industrie der einzelnen Länder abhängen. Die Bereitwilligkeit Frankreichs, seinen Markt ausländischen Anleihen zu öffnen, komme der Lösung der europäischen Wirtschaftskrise ebenfalls nicht nahe, weil es sich hier in der Regel um Anleihen handeln werde, die Frankreich aus politischen Gründen bestimmten europäischen Ländern geben würde. Praktische Hilfe statt leerer Versprechungen In der Nachmittagssitzung des Europa-Aus-schusses am 16. Mai hielt der österreichische Vize-kanzler Dr. Schober eine mit Beifall aufgenommene Rede in englischer Sprache, in welcher er die tröst-lose Wirtschaftslage Oesterreichs darstellte. Gerade vor seiner Abreise nach Genf habe die österreichische Regierung das größte Bankinstitut des Landes unter schweren finanziellen Opfern sanieren müssen, weil fast das ganze Kapital infolge der ungünstigen wirtschaftlichen * Verhältnisse hingeschwunden war. Oesterreich habe im vergangenen Winter 400.000 Arbeitslose erhalten müssen. Industrie und Land» wirtschaft führen einen venweifelten Kampf um ihre Eristenz, Die österreichische Einfuhr übersteige die Ausfuhr jährlich um 1060 Millionen Schilling. Seit mehr als zehn Jahren habe sich Oesterreich immer wieder bemüht, zu engeren wirtschaftlichen Beziehungen mit seinen Nachbarn zu gelangen, die ür seine Tristem von entscheidender Bedeutung ind, aber alle diese Bemühungen scheiterten an pottischen und handelspolitischen Interessen der Rach->arn. Es sei nur noch die Methode der Zollunion übriggeblieben mit jenen Staaten, die darauf ein« gehen wollen. Oesterreich werde mit bestem Willen an jedem Vorschlag mitarbeiten, den andere Re-gierungen machen. Es werde Verhandlungen mit jeden, Staat führen, der dazu bereit sei. Aber die österreichische Regierung könne nicht länger warten, sie könne sich nicht damit be-gnügen, daß wieder nur im voraus zum Scheitern bestimmte Konferenzen geplant würden. Sie müsse darauf bestehen, das; positive Verhandlun-gen geführt werden, die Aussicht auf Erfolg haben und eine ernste Lösung der so schweren wirtschaft-lichen und sozialen Aufgaben Oesterreichs ermöglichen. Die Zollunion vor dem Völkerbundrat In der Eröffnungssitzung des Völkerbundrates am Montag, die unter dem Vorsitz des deutschen Reichsauhenministers Dr. Eurtius stattfand, schlug der englische Außenminister Henderson gleich zu Beginn eine Entschließung vor, derzufolge der stän-dige internationale Gerichtshof im Haag gebeten wird, sein Gutachten darüber abzugeben, ob der österreichisch-deutsche Zollunionplan mit dem Artikel W des Vertrages von St. Germain und mit dem Anleiheabkommen von 4. Oktober 1922 vereinbar sei. Henderson sprach die Erwartung aus, daß der österreichische Vertreter damit einverstanden sein werde, daß bis zur Entscheidung des Völkerbundrates über das Gutachten des Gerichtshofes die Verhandlungen über die Zollunion keinen Forlschritt nehmen. Räch Henderson sprach der österreichische Außenminister Dr. Schober, indem er den Rechtsstandpunkt der österreichischen Regierung darlegte. Mit Bezug auf das französische Memorandum stellte der Redner fest, daß die Frage, ob die Zollunion für Oester-reich wirtschaftlich vorteilhaft wäre, doch Oesterreich zur Beurtellung überlassen werden müsse. Was aber die Unabhängigkeit Oesterreichs anbelange, werde diese durch die Zollunion keineswegs beeinträchtigt, weil diese der Parität der vertragschließenden Teile in jeder Hinsicht Rechnung trage. Eine Aenderung des Zolltarifs bedürfe der Zustimmung beider Re-gierungen und beider Parlamente. Die paritätische Konstruktion sei durchaus ernst gemeint: dem klei-neren Partner stehen dieselben vertragsmäßigen Mittel zur Verfügung wie dem großen. Es fei eines der wichtigsten Elemente der Souveränität und Un-abhängigkeit eines Staates, daß er mit anderen Staaten verhandeln und seine Beziehungen zu ihnen regeln kann. Wenn die Staaten, die um die Un-Abhängigkeit Oesterreichs besorgt sind, diese Sorge so weit treiben, daß Oesterreich in seinen Beziehungen zum Ausland aktionsunfähig würde, so müßte ge-rade dadurch seine Selbständigkeit gefährdet werden. Außenminister Briand erklärte, daß Frankreich trotz aller Erklärungen und Zusicherungen die Zollunion weiterhin mit Beunruhigung betrachte. Sie sei eine politische Gefahr, eine Bedrohung der Ruhe Euro-pas. Der italienische Außenminister Grandi meinte, es sei keineswegs sicher, daß die Zollunion das Heilmittel für die wirtschaftliche Krise sei, unter der Oesterreich und Deutschland leiden. Der deutsche Außenminister Dr. Curtius wies mit Entschieden-heit den Versuch zurück, neben einer Rechtsfrage auch politische Fragen in die Debatte zu werfen. Er erklärte u. a.: Es erscheint mir nötig, eines mit aller Klarheit zu betonen: Wir sind damit einver-standen, daß der Haager Gerichtshof die Rechts-frage klärt: es ist aber nicht zulässig, daneben den Völkerbund anzurufen, um den Vertrag hier unter dem Gesichtspunkt einer Störung des europäischen Einvernehmens oder gar des europäischen Friedens Br Debatte zu bringen. Wohin sollen wir hier im ölkerbundrat kommen, wenn wirtschaftliche Ber-träge, auch wenn ihre Rechtszulässigkeit festgestellt ist, hier darauf untersucht würden, ob sie einzelnen Mächten erwünscht oder vorteilhaft erscheinen oder nicht! Die Besonderheit des deutsch-österreichischen Falles liegt in den geltenden vertraglichen Bestim-mungen. Ist diese Frage geklärt, so würde eine darüber hinausgreifende Befassung des Völkerbundes mit der Angelegenheit nichts anderes bedeuten, a l s unsere beiden Staaten als Staaten minderen Rechtes zu behandeln. — Der Antrag Hendersons, demzufolge die deutjch-öster-reichische Zollunion dem Haager Gerichtshof vor-gelegt werden soll, bedeutet ein Ausweichen des Völkerbunds vor der Beantwortung der Rechtsfrage. Man will es vermeiden, daß der Völkerbund bei dieser Gelegenheit in Brüche geht, denn wenn er die Frage zu ungunsten der deutschen Staaten ent-schieden hätte, würden diese wohl aus dem Völker-bund austreten, worauf auch der oben zitierte Satz des deutschen Außenministers über die „Staaten minderen Rechtes" hinweist. Ein französisches Memorandum gegen die Zollunion Die französische Delegation in Gens hat am 17. Mai dem Völkerbundrat ein Memorandum gegen die deutsch-österreichische Zollunion vorgelegt, in dem darauf hingewiesen wird, daß das deutsch-österreichische Protokoll gegen die Verträge von Versailles und St. Germain, denenzufolge die Auf-gäbe der Unabhängigkeit Oesterreichs nur mit Zu-stimmung des Völkerbundes erfolgen könne, sowie gegen die Verpflichtungen Oesterreichs gegenüber den Garantiestaaten der Anleihe des Jahres 1922 verstoße. Zweitens stehe es im Widerspruch zu den Grundsätzen des internationalen Rechts, wonach drstte Staaten die im österreichisch-deutschen Abkom-men enthaltenen Maßnahmen oder die Vorteile der Meistbegünstigungsklausel für die Ausdehnung ihres Handels in Anspruch zu nehmen das Recht hätten. Drittens würde die Zollangleichung auf der Grund-läge des deutschen Zolltarifes die Lebenskosten in Oesterreich erhöhen, die Konkurrenz Deutschlands auf den ausländischen Märkten steigern, eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit in Oesterreich nach sich ziehen und allenfalls die Kündigung der Handelsverträge dritter Staaten zur Folge'haben. Viertens wurde auf die politischen Gefahren einer zu engen wirt-schaftlichen Union zwischen Staaten von ungleicher Stärke hingewiesen. Im 19. Jahrhundert hätten in Deutschland Zollverträge als Vorstufe der politischen Union eine wichtige Rolle gespielt, es ergebe sich eine Aehnlichkest des deutschen Zollvereinsabkommens vom Jahre 185,3 mit dem gegenwärtigen Wiener Protokoll. Schließlich weist das Memorandum auf die Beunruhigung hin, die die Art des Abschlusses des Abkommens in aller Welt hervorgerufen habe. Dr. Benesch und Dr. Marinkovic über die Zollunion Auf der Sitzung des Völkerbundrats am 19. Mai ergriffen der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch und der jugoslawische Außenminister Dr. Marinkovic das Wort in der Zolluniondebatte. Beide betonten, daß der Völkcrbundrat nach Herab-langen des Gutachtens des Haager Gerichtshofes auch noch die politische Seite des deutsch-österreichischen Zollabkommens zu prüfen haben werde, weil die politischen Momente dieses Problems von verhäng-nisvoller Wichtigkeit seien. Beiden Redner erwiderte Dr. Curtius, daß es falsch sei, Deutschland als Störer des Friedens darstellen, wenn dies auch in versteckter Form geschieht. Deutschland sei ein aufrichtiger Anhänger der europäischen Zusammen-arbeit und wünsche, daß die Zollunion auf ganz Europa ausgedehnt werde. Er könne die Meinung Dr. Marinkovic' nicht annehmen, daß nach dem Haager Schiedsspruch noch über irgendeine politische Seite des Abkommens verhandelt werde. Sobald das Haager Gericht das deutsch-österreichische Zoll-abkommen genehmigt haben werde, werde höchsten, noch eine Verhandlung über die wirtschaftliche Seite des Problems notwendig sein, die aber schon nicht mehr in den Wirkungskreis des Völkerbundes falle. Außenminister Briand erklärte, daß er nicht begreifen könne, warum sich Dr. Eurtius der politischen Verhandlung des Problems im Völkerbundrat wi-derjetze. Schon die bisherige Debatte habe dazu ge> führt, daß die Zollunionfrage nicht nur zwei Staaten angehe, sondern sie sei auf ein höheres Niveau gehoben worden. Ueber alle Fragen müsse vom Standpunkt internationaler Interessen verhandelt werden. Darin liege für keine Nation etwas Er-niedrigendes, wenn sie den aufrichtigen Willen zur Mitarbeit und die feste Absicht habe, nichts zu tun, was den Weltfrieden stören könnte. Nach beendeter Debatte wurde der Antrag Hendersons, daß die Zollunionsfrage dem Haager Gerichtshof vorgelegt werden solle, einstimmig angenommen. Die endgül-tige Entscheidung über die deutsch-österreichische Zoll-union wird voraussichtlich erst im September oder Oktober fallen. Der österreichisch« Vizekanzler Dr. Schober erklärte den Journalisten, daß Oesterreich auf jeden Fall auf der Zollunion beharren werde, denn in dem Wust theoretischer Heilungspläne für Europa fei dies der einzige praktisch« Weg, der Oesterreich aus seinen Nöten herausführen könne. Eine verabscheuungswürdige Tyrannei Der Londoner „Observer" schreibt am 17. Mai in einem Leitartikel, die große deutsche Nation im Herjen Europas werde von den Siegerstaaten noch noch immer als Besiegter behandelt. Diese enthalten ihr die volle Freiheit vor, während sie selbst bis an die Zähne bewaffnet seien. Eine solche Art der Vorherrschaft müsse die stärksten Kräfte der mensch-lichen Natur aufreizen. Die wirtschaftliche Union zwischen Deutschland und Oesterreich sei ein natürlicher und gesunder Plan und niemand habe das mora-lische Recht, die beiden Länder zu verhindern, ihre gegenseitige Wohlfahrt auf ihre Weise zu fördern. Oesterreich zu verbieten, seinen Interessen in der Weise zu dienen, wie sie seine Bevölkerung und seine Staatsmänner für richtig halten, sei eine verabscheuungswürdige Tyrannei, die dem Geist der Heiligen Allianz vor 100 Jahren entspricht. Der Autor kritisiert ferner den Artikel des Friedens»« träges, der den Anschluß verbietet, der schließlich doch erfolgen müsse. Oesterreich, das heute ein armer Staat ist, fei durch eine berühmte Vergangenheit mit großen geschichtlichen Systemen ver-knüpft. Deutschland habe dasselbe Recht wie andere Rationen, politische Bündnisse einzugehen, und es werde niemals auf dieses Recht verzichten. Henderson Präsident der Abrüstungskonferenz Bekanntlich wurde vor einiger Zeit in der eu-ropäischen Presse die Möglichkeit besprochen, daß der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch zum Präsidenten der kommenden Abrüstungskonferenz gewählt werden würde. Auf der jetzigen Sitzung des Völkerbundrates war jedoch keine Rede davon, daß diese unverhältnismäßig? Aussicht verwirklicht werden könnte, es wurde vielmehr der englische Außenminister Henderson ersucht, den Vorsitz dieser Konferenz, die in Genf — und nicht, wie in den letzten Tagen einige Blätter es als sensationellen Plan Dr. Beneschs servierten, in Wien — stattfinden wird. Aus Stadt und Land König Karol von Rumänien Inhaber eines jugoslawischen Regiment». König Karol von Rumänien wurde von S. M. König Alexander zum Inhaber des 54. jugoslawischen In-fanterieregimentes ernannt. Der Chef des jugofla wischen Generalstabes General Milanovic überaß an der Spitze einer Abordnung dem rumänische-Herrscher in feierlicher Audienz die Abzeichen der Kommandantenwürde. Berkehrswisfenschaftliche Woche in —, Wien. Die Oesterreichische verkchrswissenschaftliche 5lumma 41 r Deutsche Zettung Seite 3 Leichter Lauf und leichtes Lenken hingen wesentlich von der Bereifung ib. Die mit peinlicher Sorgfalt gearbeiteten Continental-Reifen rollen leicht dahin und erleichtern dem Motor die Arbeit. ^nflnentel Garage Haselbach, Celje. w «Gesellschaft veranstaltet in der Zeit vom 8. bis 13. Juni l. I. an der Hochschule für Welthandel in Wien die II. verkehrswissenschaftliche Wvche. Die Veranstaltung bezweckt in einer geschlossenen Reihe von Vorträgen hervorragender Fachleute aus The-orie und Praiis des Verkehrswesens und durch onschliehende Besichtigungen den Teilnehmern einen Ueberblick über zeitgemäße Fragen des Eisenbahn, Binnenschiffahrt»- und Krastwagenoerkehres zu bieten. Den Abschluß der Woche wird eine gemeinsame Fahrt der Teilnehmer nach Passau zur Besichtigung; der dortigen Bahnhofs- und Donauumschlagsan-lagen, sowie des Kachletgroßkraftwerkes bilden. Die Teilnahme kommt für jedermann in Betracht, der den zu behandelnden Fragen ein entsprechendes Interesse entgegenbringt. Auswärtige Teilnehmer genießen für die Hin- und Rückfahrt auf den schiffen der Ersten Donau-Dampfschiffahrtsgesell-schaff und auf den Strecken der österr. Bundesbahnen eine 50 x - ige Fahrpreisermäßigung. Anfragen find zu richten an die Oesterr. Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft, Wien, XIX/1, Hochschule für Welthandel. Magenschmcrze». Magendruck. Äerfiopsung, Darm-fdulntS, galliger Mundaeschmack, schlechte Verdauung, Kopfweh, Zungenbelag, blasse Gefichitfarbe werden häufig durch Gebrauch des natürlichen ,i»rnnz Josef Bitterivassers, ein Glas voll abends kurz vor dem Schlafengehen, behoben. Spezialäntc für VerdauungSkrantheiten erklären, dab das Kranz Josef-Wasser als ein sehr ziveckdienlicheS Hausmittel warm zu empfehlen fei. TaSHrau;>)ofes Bitterwasser ist in Apotheken, Trogenen und Epezereihandlungen erhältlich. Celje Frühlingskonzert und Mozartfeier. Unser Männergesangverein veranstaltet am Samstag, dem 30. Mai. seine Frühlingsliedertafel, die mit einer Feier des 175. Geburtstages (geb. 27.1. 1756) des großen Tondichters Wolfgang Amadeus Mozart verbunden werden soll. Trotzdem findet die Veran-staltung angesichts der vorgerückten Jahreszeit nicht vor Sesseln, sondern vor Tischen statt. Der Abend wird mit einer Gedenkrede des Vereinssangwarts Dr. Fritz Zangger eröffnet. Hierauf werden vier herrliche Chöre von Mozart — zwei davon mit Orchesterbegleitung — gesungen werden. Den zweiten Abschnitt der Veranstaltung bilden zwei Terzette aus Mozarts „Zauberflöte", weiters die köstliche, aus Mozarts häuslichem Leben entstandene Szene „Liebes Mandel, wo ist's Bändel", welche im Ko-ftüme gegeben wird. Die Rollen der Szene sind mit Frau Marie Hotko (Konstanze Mozarts und den Herren Erich Blechinger (Mozart) und Aler. Aistrich «Mozarts Intimus Iaquin» besetzt. Wach einer Pause schließt die Veranstaltung mit zwei wirkungsvollen Chören von Viktor Keldorfer und Karl Hlinak. Die Vorbereitungen für diese Veran-staltung sind im vollen Gange und versprechen einen Abend, welcher allen Mitwirkenden und Zuhörern als Kulturfest in schönster Erinnerung bleiben wird. Kartenvorverkauf findet keiner statt, ebenso werden keine Einladungen ausgeschickt. Frisch-Oslag-Äbend. Ein vollbesetzter Saal an einem strahlend schönen Frühlingssamstag — das ist ein in unserer Stadt überaus seltenes Er-eignis. Die Konzertgeber können sich darauf wirklich etwas einbilden. Ja, die Firma Frisch-Oslag übt trotz der schweren Krise, die sich auch auf dem Ge-biete der Kunst auswirkt, noch immer eine un wider-stehliche Anziehungskraft aus. Meister Frisch und dem wie durch ein Wunder dem Tode entrissenen unverwüstlichen Schalk Toni Oslag haben sich diesmal zwei ernst strebende junge Künstler: Fräulein Marion Ciaricci und Herr Leopold Florian, endlich der famose Humorist Dr. Leo Scheuchenbauer gesellt. Fräulein Claricci hat einen Mezzosopran von edelster Klangfarbe und sang Wagners berühmte Tristan-Studie „Träume", Henschcls „Morgen-Hymne", eine Arie aus Samt Saens „Samson und Delila" und Weingartners ,, Liebesfeier" mit größter Wirkung. Es bedarf keiner Prophetengabe, um eine glanzvolle Zukunft dieser anmutigen, stimmgejegneten Künstlerin vorherzusagen. Herr Florian hat, seitdem wir ihn zum letzten Male hörten, seinen prächtigen Bariton zum ausgezeichneten Jessen in Graz in die Schule geschickt. Ein bedeutender Fortschritt ist deutlich erkennbar. Herr Florian war diesmal etwas verkühlt. Aber gerade dies gab ihm Gelegenheit, zu zeigen, was er «n Graz gelernt. Er sang Valentins „Gebet" aus Gounods „Margarete" und die ent-zückenden Chansons „Wozu denn immer warten" und „Musik und Frauen" von Hermann Frisch. Reicher Beifall folgte allen Vorträgen. Ueber Toni Oslag braucht eigenlich kein Wort verloren zu werden. Wir möchten nur feststellen, daß der gutmütige Humor, der schon httnter ein Charakte- ristikum dieses besten Komikers unserer Heimat war, sich trotz oder vielleicht wegen des Unglücks, das ihn getroffen, zu einem verständnisvollen Lächeln über die Schwächen und Dummheiten der Welt vertieft hat. Wenn Oslag nichts anderes gebracht hätte als die „Schöne Leich", so hätte sich der Besuch des Konzertes schon verlohnt. So etwas kann man nicht vergessen. So oft man daran denkt, muß man wieder vom ganzen Herzen lachen. Wie köstlich und wie wahr ist doch diese kleine Meister-schöpfung Hermann Frisch' — und wer könnte sie besser vortragen wie Oslag! Oder das gelungene hochaktuelle Couplet „Wo bleibt denn das Vergnügen". Kann es eine witzigere Verspottung der Uebertechnik unserer Zeit geben? Daß Herrn Oslag jetzt auch ernste Sachen liegen, zeigte der ergreifende Vortrag des wie Abendsonnenschein leuchtenden Herbstliches von Frisch. Etwas ganz Liebes waren die Wiener Lieder, welche die Herren Oslag und Dr. Scheuchenbauer stilecht sangen. Namentlich „Was a Frauenherz all's aushalten kann" ließ uns wieder den bleibenden Wert der alten Wiener Volksmusik deutlich fühlen. Da ist noch Geist und Gemüt, geformt von begnadeten Volkspoeten. Kann man den mo-dernen Fabrikaten diese Rote ausstellen? Und doch überschwemmen diese Machwerke das deutsche Haus, Sachen hingegen, die wahren Humor und gute Musik in bester moderner Form bringen, wie z. B. die Werke von Hermann Frisch, setzen sich auf dem großen Markte nicht durch. Gerade auf diesem Ge ( biete macht sich der namenlos verderbliche Einfluß des Judentums auf unser Kulturleben in erschrek-kendem Maße geltend. Und nirgends zeigt sich Rettung! Die einzige Hoffnung ist noch, daß vielleicht auch diese Seuche durch sich selbst sterben wird. Unser Konzert stand jedenfalls im Zeichen deutscher Kunst und dafür danken wir den Künstlern, vor allem Meister Frisch, dessen geniale Begabung und blendendes Klavierspiel den ganzen Abend mit Licht und Wärme durchstrahlte. Ein Kinderfest war der letzte Sonntag-Nachmittag für die deutschen Kinder unsrer Stadt. Wie alljährlich versammelte Herr Pfarrer May an einem Maitag die Kinder seiner Gemeinde zu Gesang und Spiel und einer Kinderjause. Diesmal brachten die Kinder den zahlreichen Zuhörern und Zuschauern zunächst selbst durch ihre frischen Lieder, lustigen Deklamationen und ein reizendes Singspiel „Das Geschenk der Bergfee" große Freude und Ueber-raschung. Fräulein Ollt) Unger-Ulmann hatte mit großer Mühe und viel Geschick den Kindern ihre Sache beigebracht und das Beste aus den kleinen Künstlern herausgeholt. Aber was noch viel schöner war: diesmal dursten die Kinder nicht nur ihre Estern, sondern auch alle ihre Freunde und Ge-spielen mitbringen. Waren diese kleinen und aller-kleinsten Gäste < wieviel putzigen Nachwuchs gibt es doch!) zuerst schon das dankbarste Publikum, so kannte die Freude keine Grenzen, als sie dann ebenfalls bei Schokolade und Himbeersaft, Rosinen-brot und Bäckerei, den Spenden der Eltern und Großeltern, an langen Tischen im schattigen Pfarrgarten sich gütlich tun durften. Der Jubel erreichte den Höhepunkt, als der Gcfrorenes-Mann erschien und aus seinem schier unerschöflichen Wagen jedem, der nur wollte, immer wieder gelbes und rotes Eis spendete. Ein buntes Treiben entfaltete sich im großen Garten: 94 Kinder, unsre lachende Zukunft, wimmelte umher in Spiel und Lu-stigkeit. Die hundert Stühle des Pfarrhauses ge-nügten nicht für die vielen Eltern und Kinderfreunde, die sich von dem reizenden Bild nicht trennen wollten. Es waren ein paar Stunden, die uns alle, die wir teilnehmen konnten, an Hoffnung und ' Freude reich machten. Evangelische Gemeinde. Am Pfingst-fonntag findet im Festgottesdienst um 10 Uhr in der Christuskirche die diesjährige Konfirmation statt. Im Anschluß an den Gottesdienst wird das hl. Abendmahl gewendet werden. Zur Eröffnung des ersten jugoslawi-scheu Thermalfreibades in Rimske T oplice. Es erübrigt sich, über das herrliche Thermalbad in Rimske Toplice Worte zu verlieren. Die schöne Lage mitten im Walde und die ganz hervorragend heilkräftigen radioaktiven Thermalquellen haben ihm nicht ohne Grund den bevorzugten Titel das „jugo-slawischen Gastein" eingetragen/Die Heilwirkung der warmen Thermalquellen ist nicht nur wissenschaftlich einwandfrei festgelegt, sondern ist auch durch eine nachgewiesene 2000-jährige Erprobung gewährleistet, denn schon die Römer haben die segenspendenden Thermen zu würdigen gewußt. Nun wird dieses schöne, von der Natur zu einem wahren Paradiese ausgestattete Fleckchen Erde noch mst einem neuen Zauber bedacht. Die Thermalquellen werden von nun an nicht nur in dem bekannt prächtigen ge-schlossenen Bassin und in Separatbädern, sondern auch in dem neuerbauten „Fr ei bade" den Menschen Gelegenheit bieten, sich Erfrischung, Stärkung und Heilung zu verschaffen. Das erste jugoslawische Thermalfreibad, verbunden mit Sonnen-, Luft-und Sannbädern, wird zu Pfingsten, d. i. am 24. Mai 1931, seine Pforten t öffnen. Das Thermalfreibad entspricht den höchsten Anforderungen eines modernen Weltbades und bietet den Besuchern den Genuß eines Bades in einem mit durchfließendem Thermalwaffer gefüllten offenen Bassin mst zirka 17S Millionen Liter Wasser in Gottes freier Natur. Drei Tiefenabstufungen ermöglichen es auch Nichtschwimmern und Kindern, gefahrlos zu baden, und den Schwimmern den Genuß, von hohen Trambulins herab vier Meter in die Tiefe zu tauchen und nach Herzenslust der Schwimmkunst zu huldigen. Das Baden in dem heilkräftigen Thermalwafser im Widerschein eines blauen Himmels, die Sonnenbestrahlung der Be-sucher, auf sauberen Sandflächen ruhend, die ge-sunde, staub- und rauchfreie ozonhaltige Luft, die durch die vieltausendjährige Durchdringung durch Radiostrahlen auch das Gestein und die ganze Natur ringsum mit einer erst in der jüngsten Zeit erkannten eigenen Luftelektrizität ladet, die selbst auf den gesundesten Menschen eine heilkräftige Wirkung ausübt, die Umgebung einer blühenden, immer grünen Landschaft, zu Füßen die schnell fließende Sann als Ventilator und Fächer in den heißesten Tagesstunden, eine von Stadtlärm und Fabriken verschonte göttliche Ruhe, umaaukelt von nicht zu lauten, unaufdringlichen Radio-Melodien, ein Büffet mit stärkenden und erfrischenden Speisen und Ge-tränken, ein Turnapparat und sonstige zur Aus- .. .. NAUKA'< .. W issenschaftliche Buchhandlung Inhaber Dr. Leo Hermann Zagreb, Deimanova 4 hält Lager der neuesten £>-•]; scheinungen von technischen, medizinischen u. tierärztlichen Büchern u. liefert schnellstens zu Originalpreisen. Bücher und Zeitschriften aus allen Gebieten und In fader Sprache. Seit« t Deutsche Zeitung Nummer 41 Übung des Wassersportes dienliche Ilnterhaltunys« gerate, eine aufmerksame Aufnahme — all dies qualifiziert das Thermalfreibad zu einem irdischen Paradies, einem Nirwana, das dem menschlichen Körper neue Schwungkraft, dem Herzen und den Nerven Stärke und Beruhigung, dem gesamten Organismus neue Lebenskraft schafft. Die heurigen Assentierungen für den Bezirk Telje finden in nachfolgender Reihenfolge statt, und zwar in der Bügerschule (Eingang von der Ttrohmayerjeoa ulica): am 2V. Mai für die Gemeinden Eelje-Stadt und Zalec, 21. Mai für Eelje Umgebung und So. Loorenc pod Prozinom, 22. Mai für Dobrna, Franiolovo, Polzela und Grajska vas, 23. Mai für Dramlje, lsmartno v Ro'zni dolini, Gomilsko und Grize, 2K. Mai für So. Juris ob j. z. Umgebung und Rava cerkeo, 27. Mai für Petrovce, So. Pavel pri Preboldu, Marija Reka, Sv. Peter v Savinjski dolini und Svetina, 28. Rtai für öfofja vas und Visnja vas. 29. Mai für Teharje, Vojnik, So. Jurij ob j. z. (Markt) und Slivnica, 3tt. Mai für So. Rupert ob Lasko, So. Jurij ob Taboru und Vransko, 1. Juni für Velika Piresica und Braslovce, 2. Juni für Sv. Jeronim und Ponikva, am 3. Juni für Kotoolje, Prekopa, Kalobje und ßmartno ob Paki. Während der angeführten Tage dürfen den Rekruten und ihren Begleitern in den Gasthäusern etc. keine alkoholischen Getränke verabfolgt werden. Die Kanzleien der Hauptabteilung der Finanzkontrolle in Eelje suchen bis 16. August 1931 eine entsprechende Unterkunft. Die Hausbesitzer, welche bereit wären, zu diesem Zwecke Räume zu vermieten, sollen bis spätestens 25. Mai 1931 ihre Angebote schriftlich an die Kanzlei der Hauptabteilung der Finanzkontrolle, Cankarjeva ulica 11, richten, wo sie auch die erfor-derlichen Informationen erhalten. Versteigerung der Heuernte der Stadt gemeinde. Der Stadtmagistrat verlautbart: Die Stadtgemeinde Eelje wird im Wege der öffentlichen Versteigerung die Mahd der Wiesen 1) neben dem städtischen Friedhof, 2) unter der Josefikirche und 3) beim Seidlbrunnen am I. Juni 1931 an Ort und Stelle, und zwar ad I) um 8 Uhr früh, ad 2) um 19 Uhr vormittags und ad 3) um 11 Uhr vormittags vergeben. Die ersteigerte Mahd «Heu oder Grummet) mutz der Ersteh« sofort am Ort der Versteigerung aus,zahlen. Die Interessenten werden eingeladen, sich zur angegebenen Zeit an der Versteigerung zu beteiligen. Die Mahd wird nicht unter dem Tagespreis abgegeben und die Versteigerung wird endgültig die Stadtgemeinde-Verwaltung bestätigen. Bei dem Simultanspiel, das der öfter-reichische Schachgrotzmeister Spielmann am 15. Mai von 8 Uhr 45 abends bis halb 3 Uhr früh in Eelje mit 48 hiesigen Schachspielern spielte, gewann er zusammen 38 Spiele. Stadtkino. Der Film „20.990 Meilen unter dem Meer" nach dem berühmten Roman Jules Vernes wird infolge seines grotzen Erfolges noch heute Donnerstag. 2t. Mai, gegeben werden. Auf den Plakaten war er bloh für Dienstag und Mitt-woch angesagt. — Ab Freitag der grohe Tonfilm: „Herr auf Bestellung" mit dem besten Tonfilm-jünger Willi Forst in der Hauptrolle. Maribor Tragischer Tod eines Sportlers. Am 14. Mai verunglückte der Buchhalter der Kuranstalt Slatina Radenci Herr Antun Guerra auf einer Motorradfahrt nach Graz bei Kaisdorf tödlich. Der Verunglückte, ein Reffe der Besitzerin der genannten Kuranstalt Frau Louise Wieltjchnig, stand im Alter von 25 Jahren. Er war allseits belieb». Evangelischer Gottesdienst. Am Pfingst-sonntag, dem 24. Mai. findet um 10 Uhr vor« mittags ein evangelischer Gemeindegottesdienst oer-bunden mit der Könfirmationsfeier statt. Anschließend daran wird das heilige Abendmahl gespendet werden. Der übliche Kindergottesdienst entfällt an diesem Tage. Am Pfingstmontag, dem 25. Mai, findet im Lutherhause in Ptuj um 10 Uhr Vormittag ein Predigtgottesdienst statt. Anschließend daran um 11 Uhr Kindergottesdienst. Sport Frühjahrs-Derby'Meeting und Reit» turuier in Maribor. Zu den Pfingstfeiertagen finden auf der Thesen bei Maribor an jedem Tag 5 Trabfahren und 1 Restturnier statt. Infolge der großen Anzahl der eingelaufenen Nennungen dürfte ganz erstklassiger Sport auf diesem Gebiete zu sehen sein. Das Jugoslawische Derby wird am Pfingst-sonntag gelaufen; an diesem großen Staatspreis werden sich nicht weniger als 10 der besten Vierjährigen beteiligen. Die Rennen beginnen an beiden Tagen Punkt 15 Uhr; ständiger Autobus-verkehr ab 14 Uhr zwischen Velika kavarna und dem Rennplatz. MMardvne Zähne «wiftttlm da» schönst« Bnllift Uebler Mundgeruch rolrtt abstohend. Beide Tchönh«ii»fehs«r twden gründlich beseiligl oft Ichon durch tinmaliges Pichen mit der herrlich erfrischend Ichineckenden Chlo. -Zahnpaste. Die Zähne erhallen danach einen wundervollen l!l?enbcinglanz Verlucken Sie es zunächst mit einer !lernen Tube zu Din. 8.—, groi>e Tube Din. 13 —. Uederall zu haben \m TOPLICE eröffnet zu Pfingsten 6a» neugebaute offene Thermalschwimmbad In der Vor- und Nachsaison ein 20-tägiger Kuraufenthalt (Zimmer, Verpflegung, Bäder. Arzt, Kurtaxe) Din 1200.— . Sir-Haslac-Split! ZaatnpstTo traii seriozna firma. Adresa u upravi ovog liata. 36213 Kanzleibeamter 28 Jahre alt, ledig, militärfrei, versiert in allen einschlägigen Kontorarbeiten, dersloTenischen. deutschen und serbo-kroatischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, sucht geeignete Stelle in einem Industrie-, Handels- oder Speditions- Unternehmen. Gefl. Angebote unter .Selbständige Kraft 3?'205* an die Verwaltung des Blattes. 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