Ligita Stramkale Zur beruflichen Fortbildung der Musiklehrer in Lettland Short scientific article UDK: 37.011.3-051:78(474.3) ABSTRAKT Die berufliche Fortbildung der Musiklehrer war in Lettland immer ein aktuelles Thema. Vorschriften des lettischen Ministerkabinetts bestimmen die Anforderungen der beruflichen Fortbildung der Lehrer. Diese werden bei der Durchführung vielfältiger Fortbildungsprogramme für die Musiklehrer umgesetzt. Im folgenden Beitrag werden die Besonderheiten der beruflichen Fortbildung der Musiklehrer und eines der Fortbildungsmodule - „Didaktische Modelle des Musikunterrichts" - analysiert. Die hier referierte empirische Studie versucht, die Einstellungen der Musiklehrer zu den Einflussfaktoren auf die Qualität der beruflichen Fortbildungskurse und deren Lektoren zu erfassen. Als Ergebnis wird auf mehrere Faktoren hingewiesen, die auf die Qualität der beruflichen Fortbildungskurse der Musiklehrer Einfluss nehmen. Schlüsselbegriffe: Musiklehrer, berufliche Fortbildung, Qualität der Fortbildungskurse Poklicno usposabljanje učiteljev glasbe v Latviji Kratki znanstveni članek UDK: 37.011.3-051:78(474.3) POVZETEK Strokovni razvoj učiteljev glasbe je v Latviji še vedno aktualna tema. Predpisi latvijskega ministrstva določajo zahteve strokovnega izpopolnjevanja učiteljev. Ta se izvajajo v okviru različnih programov za usposabljanje učiteljev glasbe. V prispevku analiziramo posebnosti profesionalnega razvoja učiteljev glasbe in enega od izobraževalnih modulov - Didaktični modeli glasbenega pouka. Empirična raziskava, iz katere izhajajo predstavljeni izsledki, poskuša zajeti odnos učiteljev glasbe do dejavnikov, ki vplivajo na kakovost programov poklicnega usposabljanja in njihovih predavateljev. V sklepu je poudarjenih več dejavnikov, ki vplivajo na kakovost poklicnega izobraževanja učiteljev glasbe. Ključne besede: učitelj glasbe, profesionalni razvoj, kakovost razvojnih programov Einführung und Aktualität der Studie Über alle historischen Perioden der Republik Lettland war und ist die berufliche Fortbildung der Musiklehrer stets ein aktuelles Thema. Bis zum letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts erhielten Personen, die als Lehrer in Lettland tätig waren, keine spezielle pädagogische Ausbildung. Ausbildner bereiteten ihre Schüler/ Studenten als ihre „Nachfolger" auf den Lehrberuf vor. Es gab in der Regel keine systematische Lehrerbildung wie heute. Als Begründer einer Lehrerbildung in Lettland gilt Ernests Gliks (1652-1705), der seine Tätigkeiten im Bildungsbereich mit demokratischem Charakter und Menschlichkeit erfüllte. Für Musiklehrer in Lettland gab es bis in die 1930er Jahre keine spezielle Vorbereitung. Im Jahr 1921 beschrieb der Komponist und Musikpädagoge Jekabs Graubins das niedrige musikalische Bildungsniveau der Musiklehrer in einem Artikel (Graubins 1921, 32). Das Fach wurde von Lehrern unterrichtet, die keine spezielle musikalische Bildung hatten. Das hat die musikalische Entwicklung der Schüler nicht gefördert. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Entwicklung von Kenntnissen und Fertigkeiten der Musiklehrer wesentliche Schwerpunkte in der Musikpädagogik in Lettland. In dieser Zeit gab es klare Vorstellungen von einem „perfekten Lehrer": • „Ein schlechter Mensch kann kein guter Lehrer sein, weil im Lehrerberuf die persönlichen Qualitäten zu professionellen werden sollen; • in der Persönlichkeit der Lehrer sollen sich Talent und Kenntnisse vereinen" (Rinkuzs 1938, 196). Angesichts der oben genannten Feststellungen sollten für die Lehrer, die Musik unterrichten, regelmäßige Weiterbildungskurse veranstaltet werden. Obwohl in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts speziell ausgebildete Musiklehrer in den Schulen angestellt waren, war es wesentlich, zahlreiche berufliche Fortbildungsprogramme für Musiklehrer anzubieten, um sie mit neuen Lehrmethoden - wie zum Beispiel - mit der relativen Solmisation vertraut zu machen; auch konnten sie dadurch ihr persönliches Wachstum im Lehrerberuf vorantreiben. Zurzeit wird die Ausbildung zum Beruf des „Musiklehrers an allgemeinbildenden Schulen" an vier Hochschulen und Universitäten in Lettland angeboten: • Jazeps VTtols Lettische Musikakademie (JVLMA), • Hochschule für Pädagogik und Bildungsverwaltung Riga (RPIVA), • Universität Daugavpils und • Universität Liepaja. Das Musiklehramt erfordert nicht nur besondere Fachkenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, sondern auch die entsprechende pädagogische Fundierung. Um in einer Schule als Musiklehrer arbeiten zu können, muss man • eine umfassende musikalische Bildung nachweisen; • mehrere Musikinstrumente spielen können; • die Schwerpunkte der Musiktheorie und Musikgeschichte kennen; • sich die Grundlagen von Singen und Dirigieren aneignen und vor allem in der Praxis anwenden können. Gleichzeitig muss ein Musiklehrer die entsprechenden pädagogischen und psychologischen Erkenntnisse erwerben und sie befolgen; darüber hinaus muss er Erkenntnisse der Musikdidaktik richtig anwenden und die Besonderheiten des interessenorientierten Lernens berücksichtigen. Angehende Musiklehrer können bereits während ihrer pädagogischen Praxis erste Erfahrungen in den vielseitigen Aufgaben eines Musiklehrers gewinnen: Sie brauchen vor allem auch organisatorische Kompetenz, um die Planung des Unterrichtsprozesses sinnvoll erstellen zu können - adäquate Formen musikalischer Aktivitäten finden und die Besonderheiten jeder Altersgruppe beachten. So ist es wichtig, geeignete Unterrichtsmethoden und Unterrichtsformen auszuwählen; darüber hinaus müssen sie wissen, wie die jeweilige Struktur des Musikunterrichts aufzubauen ist und wie die musikalischen Tätigkeiten der Schüler gefördert werden können. Theoretisches Hintergrundwissen verbindet sich mit der Fähigkeit, die Schüler im kognitiven Bereich dem Lehrplan entsprechend anzuleiten und in ihnen mit Hilfe kooperativer Strategien strukturiertes Wissen aufzubauen. Ein gutes Strukturieren von Wissen geht Hand in Hand mit der Realisierung didaktischer Prinzipien. Die emotionale Aktivität richtet sich an die Einstellungen der Lehrer zur Musikkultur und die Fähigkeit, im Unterricht zusammen mit den Schülern den Sinn für das Ästhetische zu bilden, und eine positive emotionale Einstellung zur Musik zu schaffen. Durch Forschungsaktivitäten sollen die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten der Lehrer verbessert werden. Dies erfolgt insbesondere durch die Analyse der musikalischen und pädagogischen Aktivitäten der Lehrer sowie durch permanente Selbstreflexion und -entwicklung. Mit einem Hochschulabschluss geht die Ausbildung der Musiklehrer allerdings nicht zu Ende. Auf der einen Seite ist berufliche Fortbildung in den Vorschriften des Ministerkabinetts Nr. 363 festgelegt (Noteikumi par pedagogiem nepieciesamo izglTtTbu un profesionälo kvalifikäciju un pedagogu profesionäläs kvalifikäcijas pilnveides kärtTbu, 05.10.2014); auf der anderen Seite geben die Musiklehrer zu, dass sie in ihrer täglichen Arbeit vor vielen Problemen stehen - z.B. Planung und Realisierung der pädagogischen Arbeit, Umsetzung der Aktivitäten der Schüler .... Die Musiklehrer sind nicht immer in der Lage, diesen Anforderungen gerecht zu werden, weil ihnen notwendige Kenntnisse und Fertigkeiten fehlen. Deswegen ist die berufliche Fortbildung ein integraler Bestandteil der pädagogischen Tätigkeiten jedes Musiklehrers. Nach Meinung von Ivan Nagel „leben [wir] im wahren Wortsinn nur, solang wir lernen: uns entwickeln, weiterbilden" (Nagel 2003, 289). Aufgrund der oben skizzierten Anforderungen bzw. Mängel wird das Ziel der vorliegenden empirischen Studie bestimmt: • die Besonderheiten der beruflichen Fortbildung der Lehrer zu analysieren; • die Einstellung der Musiklehrer zu diversen Einflussfaktoren auf die Qualität der beruflichen Fortbildungskurse aufzuklären. Zur Forschungsmethodik Um das Ziel der empirischen Studie zu erreichen, wurde zunächst theoretische Literatur zu Besonderheiten der beruflichen Fortbildung bei Erwachsenen gesichtet und analysiert. Die Erhebung, an der sich 356 Musiklehrer beteiligt haben, wurde zwischen Juni 2011 und März 2013 durchgeführt. Die Musiklehrer hatten die Möglichkeit, ihre fachlichen und pädagogischen Kompetenzen durch Kurse im Umfang von 36 Stunden zu erweitern und zu entwickeln. Sechs einzelne Module wurden für die professionelle Entwicklung angeboten. In diesen Modulen haben die Musiklehrer nicht nur Innovationen und Lehrmethoden des Faches Musik kennen gelernt, sondern auch neue Erkenntnisse aus Pädagogik und Psychologie erworben. Besonders wichtig war dabei die Entwicklung der Fähigkeiten zur effektiven Anwendung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Musikunterricht. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wird jedoch nur ein Modul - Die didaktischen Modelle des Musikunterrichts (im Umfang von sechs Stunden) - analysiert. Die Ergebnisse wurden auf die gesamten Kurse für die Entwicklung fachlicher und pädagogischer Kompetenzen extrapoliert. Es wurden 16 Gruppen gebildet, wobei jede Gruppe im Durchschnitt aus 23 Musiklehrern besteht. Die angebotenen Fortbildungskurse finden nicht nur in der Hauptstadt Riga statt, sondern auch in anderen Städten wie Cesis, Ventspils, Limbazi, Aluksne, Daugavpils, Liepaja, Kuldiga, Tukums und Jekabpils. Nach jeder Vorlesung wurden die Musiklehrer gebeten, Inhalt und Lehrmethoden sowie die Qualität des Lektors des Moduls (Die didaktischen Modelle des Musikunterrichts) zu bewerten. Insgesamt wurden 12 Fragen gestellt, von denen vier Fragen die Qualität des Inhalts und die mögliche Umsetzung des erworbenen Wissens im Musikunterricht betreffen. Vier Fragen zielen darauf ab, ob die Lehr-/ Lernmethoden an die Bedürfnisse der Musiklehrer angepasst waren. Zwei Fragen tangieren die Ansichten der Lehrer über die Arbeit mit Internet bzw. e-Learning sowie den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Zwei weitere Fragen betrafen die Qualitäten des Lektors. Jede Frage war auf einer sechsstufigen Skala zu bewerten (6 - stimme voll zu, 5 -stimme zu, 4 - stimme teilweise zu, 3 - lehne teilweise ab, 2 - lehne ab, 1 - lehne voll ab). Resultate wurden über das arithmetische Mittel gewonnen und analysiert. Die Ergebnisse werden in Tabellen in Prozenten angegeben. Zur Ermittlung einer Korrelation zwischen den Einflussfaktoren auf die Qualität der beruflichen Fortbildungskurse wurde der Rangkorrelationskoeffizient nach Kendall ermittelt. Die Daten wurden mit SPSS 19 verarbeitet. Besonderheiten der beruflichen Fortbildung der Musiklehrer Die berufliche Fortbildung von Musiklehrern ist aufgrund permanenter Veränderungen in der Gesellschaft notwendig. Damit sich Lehrer an diese permanenten Veränderungen schneller anpassen können, sind nach Michael Fullan folgende vier Fähigkeiten erforderlich: • Entwicklung einer persönlichen Vision; • Erkenntnis; • Fertigkeit; • Zusammenarbeit (Fullan 1999, 23). Jeder Lehrer sollte sich bemühen, effektiv zu sein, um positive Veränderungen im Bildungssystem zu bewirken. Die nationale Bildungspolitik fordert heutzutage, dass der Lehrer • in der Lage ist, sich an neue Themen und Lehrmethoden anzupassen; • für die Qualität der Ausbildung verantwortlich sein muss; • an allen Arbeitsplänen der Schule beteiligt ist; • neue Technologien im Unterrichtsprozess einführen muss (Nacionälo izglTtTbas politiku analTze. Latvija 2000, 78). Die oben genannten Punkte machen deutlich, dass berufliche Fortbildung der Musiklehrer nicht nur einen persönlichen und beruflichen Entwicklungsfaktor darstellt, sondern auch eine wichtige Bedingung für die Entwicklung des Bildungssystems sein kann. Besonderheiten der Lehrerfortbildung liegen in der Verwendung vielfältiger Methoden zu ihrer beruflichen Entwicklung. In beruflichen Fortbildungsprogrammen sollen Musiklehrer Lust aufs Lernen bekommen, was wiederum die selbständige Weiterbildung begünstigt. Es ist daher wesentlich, dass im Verlauf der Fortbildungskurse die Lernmotivation, die durch mehrere Faktoren beeinflusst werden kann, aufrecht erhalten wird. Zu diesen Faktoren zählen: • positive Emotionen; • Interesse an erlernten Inhalten; • die Nützlichkeit der Informationen; • die Verwendungs/-Anwendungsmöglichkeiten .... Wenn die Musiklehrer die Kenntnisse, die sie im Fortbildungsprogramm erworben haben, in der Praxis umsetzen können, dann wird der Lernprozess für sie nützlich sein und wird schon bei der ersten Begegnung positive Emotionen wecken. Janis Vablis findet, dass „die Einführung des erfahrungsbasierten Lernens und des offenen Lernens in der Erwachsenenbildung wichtig ist" (Vablis 2004, 45). Beim erfahrungsbasierten Lernen handelt es sich um theoretische Maßnahmen und praktische Tätigkeiten; das ist Lernen durch Handeln und Tun. Die Bedeutung des erfahrungsbasierten Lernens wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von D. Kolb und J. Dewey erkannt. David Kolb entwickelte einen erfahrungsbasierten Lernzyklus, bei dem vier Schritte verbunden werden: • Konkrete Erfahrung, • Beobachtung und Reflexion, • Abstrakte Begriffsbildung und • Aktives Experimentieren und Überprüfung (Kolb & Yeganeh 2011, 4). John Dewey betont die Rolle der Erfahrung im Lernprozess 2000, 371). Im Bezug auf den Musikunterricht ist es jedoch nicht so einfach, die Erfahrungen der Musiklehrer mit den theoretischen Kenntnissen in der beruflichen Fortbildung zur Kongruenz zu bringen. Brit Lonstrup ist der Meinung, dass sich die Lektoren auf persönliche Erfahrungen der Lehrer verlassen und ihnen die Möglichkeit geben müssen, selbständig zu arbeiten, statt Fragen zu beantworten und Anweisungen zu geben (Lonstrupa 1995, 77). Das Prinzip „offenes Lernen" impliziert die effektive Verwendung von Informationstechnologien. Auch diverse elektronische Datenbanken werden für die berufliche Fortbildung der Lehrer verwendet - z.B. ERIC (Education Resources Information Center), oder EBSCO - eine Datenbank, in der man zahlreiche Zeitschriften und Bücher über die aktuellen Themen der Musikpädagogik finden kann. Auch die Portfoliomethode erweist sich in der Lehrerfortbildung als sinnvoll; sie hilft den Lehrern, das Lernen selbstständig zu organisieren und ihr berufliches Wachstum zu reflektieren. Das Portfolio enthält Vorbereitungsmaterialien, Reflexionen über die gehaltenen Unterrichtsstunden und mögliche Perspektiven für die künftige Weiterbildung. Es wird immer wieder mit Materialien und Dokumenten ergänzt, die die berufliche Fortbildung der Lehrer dokumentieren. Diese Methode ist die beste Form des selbstregulierten Lernens. Der Leiter des Fortbildungsprogramms fungiert für die Musiklehrer als Partner; gleichzeitig ist er auch Subjekt des pädagogischen Prozesses. Dies wird möglich, wenn in den Fortbildungskursen die folgenden Voraussetzungen Berücksichtigung finden: • ein aktuelles Thema für Musiklehrer anzubieten; • musikalische Tätigkeiten für Musiklehrer zu organisieren, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Musikbereich zu entwickeln. Mögliche Einflussfaktoren auf die Qualität beruflicher Fortbildungskurse für Musiklehrer Die Evaluation von Fortbildungskursen für Musiklehrer ist eine Möglichkeit, ehrliches und konstruktives Feedback zu erhalten, Kursinhalte und Verwendbarkeit der Methoden zu erfassen sowie die Arbeitsqualität des Lektors festzustellen. Für Musiklehrer ist es wichtig, dass in den Fortbildungskursen ein Gleichgewicht zwischen theoretischen und praktischen Aktivitäten herrscht (stimme voll zu -46,2%; stimme zu - 45,4%). Die Lehrer brauchen nicht nur erlernte Kenntnisse, sondern auch die Entwicklung der musikalischen Fähigkeiten (stimme voll zu -46,5%; stimme zu - 43,7%). Ebenso wichtig ist es, dass erworbenes Wissen für Innovationen im Unterricht verwendet werden kann (siehe Tab. 1). Tabelle 1: Faktoren, welche die Qualität beruflicher Fortbildungskurse beeinflussen (n = 356; Angaben in Prozenten) Behauptungen 6 5 4 3 2 1 Der erlernte Inhalt ist aktuell 47,5 45,4 7,1 0 0 0 Es herrscht ein Gleichgewichtes zwischen theoretischen und praktischen Aktivitäten 46,2 45,4 7,0 1,4 0 0 Geeignete Unterrichtsformen und -methoden können den Lernprozess fördern 49,1 41,5 8,8 0,6 0 0 Lehrmethoden und Situationen unterstützen die Sicherstellung der erlernten Kenntnisse 43,2 49,0 7,3 0,2 0,3 0 Die Zeitplanung entspricht dem vorgesehenen Lerninhalt 38,9 54,9 5,6 0,6 0 0 Selbständige Arbeit und Klausuren sind sinnvoll und angemessen 36,8 48,3 14,8 0 0 0 Die e-Learning Materialien sind für das Lernen ausreichend 35,1 47,8 12,1 4,1 10,9 0 Der Inhalt fördert kreative Zugänge für weitere Aktivitäten 46,9 43,8 6,9 2,4 0 0 Meine IT-Fertigkeit verbessert sich während der Kurse 25,8 37,1 19,7 6,3 7,5 3,6 Ich werde die erlernten Kenntnisse zur Innovation meiner Arbeit verwenden 49,3 36,7 11,7 2,3 0 0 Die Lehrmethoden fordern zu aktiver Zusammenarbeit auf 46,5 43,7 8,2 0,6 1,0 0 Die Arbeit des Lektors war qualitätsvoll 64,5 29,1 5,4 0 1,0 0 Die Mehrheit der Musiklehrer stimmt voll zu (47,5%) oder stimmt zu (45,4%), dass die Lerninhalte in den Fortbildungskursen für sie aktuell sind. Die Musiklehrer denken, dass die Lerninhalte qualitätsvoll sind, wenn • die in den Kursen erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten im Lehr- und Lernprozess angewendet werden können (r=0,83); • kreative Zugänge zur Planung, Organisation und Durchführung des Unterrichts gesichert werden (r=0,71); • selbständige Arbeit und Klausuren während der Kurse sinnvoll und angemessen sind (r=0,67). Die Mehrheit der Musiklehrer stimmt voll zu (49,1%), dass geeignete Unterrichtsformen und Lehrmethoden die Aneignung von Lerninhalten fördern können. 49% der Musiklehrer stimmen zu, dass die in den Kursen verwendeten Lehrmaterialien und Situationen die erlernten Kenntnisse unterstützen können. In der Erhebung wurde festgestellt, dass ein enger Zusammenhang besteht • zwischen den verwendeten Lehrmethoden und Organisierungsformen der Lerninhalte - einerseits - und • der Qualität und Vielfalt der e-Learning Materialien (r=0,70) • sowie einer möglichen innovativen Anwendung der erlernten Kenntnisse im Lehr- und Lernprozess (r=0,71) andererseits. Musiklehrer entwickeln sich permanent und haben Interesse an didaktischen, methodischen und technologischen Innovationen. Bei der Konzeption beruflicher Fortbildungskurse müssen vier Komponenten berücksichtigt werden: Inhalte, Methoden, die Qualität des Lektors sowie die Entwicklung der Kompetenzen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (siehe Tab. 2). Tabelle 2: Komponenten der beruflichen Fortbildungskurse (n = 356; Angaben in Prozenten) Kompetenzen 6 5 4 3 2 1 Inhalte 47,5 42,8 8,2 1,5 0 0 Methoden 43,9 45,6 9,8 0,4 0,3 0 Entwicklung der Kompetenzen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien 30,5 42,5 15,9 5,2 9,2 1,8 Die Qualität des Lektors 43,2 42,0 5,5 0,3 0 0 Am höchsten wurden die Inhalte und die Qualität des Lektors bewertet. Die Qualität des Lektors kann während der beruflichen Fortbildungskurse eingeschätzt werden durch: • die Berücksichtigung des Gleichgewichts zwischen theoretischen und praktischen Aufgaben (r=0,64); • die richtige Auswahl von Unterrichtsformen und Lehrmethoden (r=0,71); • ausreichende e-Learning Materialien (r=0,78); • die Verbesserung von Kompetenzen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (r=0,79); • eine mögliche Durchführung von Innovationen im Unterrichtsprozess (r=0,73); • die Möglichkeit zur aktiven Teilnehme bei der Aneignung von Kenntnissen und Fähigkeiten (r=0,62). Nur 30,5% der Musiklehrer stimmen voll zu, dass ihre Kompetenzen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien während des Kurses entwickelt wurden. Man darf nicht vergessen, dass die Fertigkeit der Musiklehrer bei der Nutzung vielfältiger Informations- und Kommunikationsmitteln - ebenso wie für Lehrer anderer Unterrichtsfächer - wichtig ist. Dies kann einen modernen Zugang zum Unterrichtsprozess sichern. Auch hinsichtlich der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen theoretischen und praktischen Aufgaben zu berücksichtigen (r=0,74). Das erfolgt durch: • die richtige Auswahl von Unterrichtsmethoden und Organisierungsformen (r=0,65); • ausreichende e-Learning Materialien (r=0,72); • die mögliche Anwendung der erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten in der pädagogischen Tätigkeit (r=0,69); • die Möglichkeit von aktiven Zusammenarbeit während des Kurses (r=0,64). Musiklehrer in Lettland verbinden die Qualität beruflicher Fortbildungskurse mit der Fähigkeit des Lektors zur Planung der Tätigkeiten und Aufgaben während des Kurses. Die Zeitplanung für die Erreichung des Kurszieles ist angemessen, wenn der Lektor die entsprechenden selbstständigen Arbeiten ermöglicht (r=0,77). Hohe Qualität in beruflichen Fortbildungskursen kann nicht nur die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Musiklehrer entwickeln, sondern auch langfristig zur Entwicklung des Bildungssystems beitragen. Schlussfolgerung und Diskussion Heutzutage bestreitet niemand mehr, dass fachliche Kompetenzen allein ausreichen, um als Musiklehrer arbeiten können. Bei der Fachkompetenz vereinen sich theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten. Die einmal erworbene Qualifikation garantiert lebenslange fachliche Kompetenzen nicht. Musiklehrer müssen sich permanent entwickeln und die für den Lehrerberuf notwendigen Kenntnisse erweitern, um den veränderten Anforderungen der Unterrichtsarbeit gerecht werden zu können. Die berufliche Fortbildung der Lehrer hat ihre Besonderheiten, die primär durch Folgendes charakterisiert werden: Prinzipien des erfahrungsbasierten und des offenen Lernens und Verwendung von vielfältigen Arten beruflicher Fortbildung. Darüber hinaus sollte der Lektor Partner und gleichzeitig Subjekt im pädagogischen Prozess sein. Bei der inhaltlichen Planung beruflicher Fortbildungsprogramme fragen sich Lektoren oft, ob denn die Entwicklung von Kenntnissen und Fähigkeiten nur im Musikbereich notwendig ist. In der empirischen Studie zeigte sich, dass bei der inhaltlichen Planung die Aktualität der ausgewählten Themen zu berücksichtigen ist. Gleichzeitig müssen sie in den Bereichen Pädagogik, Psychologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien Lernprozesse in Gang setzen. Pädagogische Kenntnisse ermöglichen es dem Lehrer, geeignete Lehrmethoden für den jeweiligen Unterrichtsinhalt zu wählen und die Schüler zu vielfältigen Aktivitäten im Unterricht anzuregen. Psychologische Kenntnisse helfen dem Musiklehrer, die Lernfortschritte jedes einzelnen Schülers zu beobachten, die eigene Unterrichtstätigkeit zu reflektieren und zu verbessern. Die effektive Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien sichert einen interessanten und modernen Musikunterricht. Von großer Bedeutung ist jedoch die direkte Umsetzbarkeit des in Fortbildungskursen Gelernten in der eigenen Unterrichtsarbeit was durch eine Gleichgewichtung von Theorie und Praxis erreicht werden kann. Vor allem der Praxisbezug erleichtert eine qualitative Planung und kreative Durchführung des Musikunterrichts. Wie die Ergebnisse der Studie zeigten, ist in den Fortbildungskursen die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien unzureichend; das Auffinden von geeigneten Lehrmaterialien ist ein weiteres Desiderat. Ligita Stramkale On Professional Development for Music Teachers in Latvia The development of skills and knowledge of music teachers has always been one of the most urgent problems in music education in Latvia. Music teachers use four types of activities in pedagogical practice: organizational, cognitive, emotional and research activities. Research activities are important to analyse the musical and pedagogical achievement of teachers; they help engage them in continuous professional development. Based on theoretical literature special features of the professional development of Latvian music teachers were analysed. The following aspects seem to be important in adult education: • Experiential learning and open learning principles; • Use of various types of professional development; • Lecturers have to be partners and subjects of the pedagogical process at the same time. The empirical study involved 356 music teachers (n=356). The aim of the research was to identify factors that could determine the quality of the professional development courses (implementation and management). The empirical study brought to light that four components must be taken into account to improve and provide the professional development courses for music teachers: content, methods, quality of lecturers, and development of the strategy for developing information and communication technologies skills. As to the aspect of content it is important to take into account the most topical and relevant issues for music teachers - not only being related to the development of knowledge and skills in the field of music but also providing professional development in pedagogy, psychology and in the area of information and communication technologies. The transfer of knowledge and skills - acquired in the professional development course - into practice is a further important issue. Therefore the content of professional development courses should provide a balance between theory and practice. Music teachers believe that the acquisition of new knowledge helps innovate music learning; practical activities encourage creative planning and management of music lessons. Music teachers expect the lecturers to allow independent study; then tests during the professional development will be reasonable and appropriate. They want to use their time during the course efficiently, but also by following an e-learning approach. Teaching material, therefore, has to be available electronically and must be varied and of good quality. Unfortunately the professional development course analysed could not improve ICT-skills of music teachers effectively. Therefore it is recommended to pay more attention to these aspects during planning und providing new professional development courses. LITERATURANGABEN Graubins, Jekabs. 1921. Dziedäsanas skolotäju sagatavosana pamatskoläm. Latvju müzika. 2 (01.04): 32-34. Fulans, Maikls. (1999). Pärmainu spëki. Riga: Zvaigzne ABC. Kolb, D. A., & Yeganeh. B. 2011. Deliberate Experiential Learning: Mastering the Art of Learning from Experience, http://learningfromexperience.com/media/2012/02/deliberate-experiential-learning.pdf (Accessed October 05, 2014) Lonstrupa, Brita. 1995. Mädt pieaugusos - ar atklätJbu. Kopenhagen: The Royal Danich School of Educational Studies. Nacionälo izglJtJbas politiku analTze. Latvija. 2002. Riga: Profesionäläs izglitibas attlstibas programmas agentüra. Nagel, Ivan. 2003. Weiterbildung. In Kluge, Jürgen (Hrsg.); Reisch, Linda (Hrsg.) Die Bildung der Zukunft, Frankfurt, Main: Suhrkamp. Rinkuzs, Kärlis. 1938. Jänis Cimze. Riga: Valters un Rapa. Noteikumi par pedagogiem nepieciesamo izglTtTbu un profesionälo kvalifikäciju un pedagogu profesionäläs kvalifikäcijas pilnveides kärtJbu. http://likumi.lv/doc.php?id=258334 (Accessed October 05, 2014) Vablis, Jänis.. 2004. Skolena personJbas attlstlbas - izglJtlbas virsuzdevums. Riga: Zvaigzne ABC fltron, flxüH. 2000. fleMOKpamux u o6pa3oeame. MocKBa: negaroraKa-npecc. Dr. Ligita Stramkale, Universität Lettlands, Lettland, ligita.stramkale@lu.lv