WWW' ^^ ^-^ ^^^^W Laibacher K-^) Zeitung. Freytag den 2. Christm. 1791. Inländische Nachrichten. N)ien den 26. winterm. Se. Maj. haben den Hrn. Iosse Clemmen, Schöffen bey dem Magistrate zu Gent, sowohl in Rücksicht auf seine Verdienste um das Handelswesen, als vorzüglich wegen selber während der Niederländischen Unruhen bewiesenen Treue uud Ergebenhelt fur das M^rdurchlauchtigste ErzHaus ,.in den Frey-herrnstand zu erheben allergnadlgst gernhet. ^-^naleich n haben Se. Maj. des Hrn. Christian Egqer Abstammung von der bestehenden adelichen Familie Egger V.Echo, nicht nur anzuerkennen, sondern demselben smlmt seinen Abkömmlingen beyderlen Geschlechts , auch überdieß das Ehrenwort von Marienfels, ben ulegen geruhet. — Zur Heyer des am Donnerstage den 24.. d M ' eingefallenen G^burtsfesies Ihro, Majestät unsrer allgeliebten Ka'serm , ward^ des Abends im Nauonalhoftheattr. me trste Vorstellung einer grossen Opera ft"a' mit Tanzen, genannt "I'efeo ü 3tize, mit der vom Hrn. Sebastian Nasolini, ein?m Venezianer , ganz neu verfaßten Musik, gegeben. In diesem Schauspiele trattcn zum ersten Male Mademoiselle Cacllia Gniliani, in der Rolle der Fcdra, Herr Vinzeno Maffoli als Teseo , und Herr Angelo Testori als Ippolito auf, welche sälnmtlich den ungetheilten Beifall des zahlreich versammelten Publikums erhielten. — Als di? Kaiserin in ihre Loge 'er« schien', empfingen Ihro Majestät durch wiederhohltes Händeklatschen und frohes Hujauch-en des Publikums den Ausdruck der innigsten Segenswünsche, welche alle Gemüther erfüllten. — Den, 24. d. M. siarb allhier eines plötzlichen Todes, Io-' hann Hugo, des heil. röm. Reichs Freiherr V.Hagen , Ritter des goldenen Vließes, Sr. Römisch - Kaisers. Maj. wirklicher geheimer Rath, Kaiserl. ReiHshosrathspräsi« ^ HM, und Reichs?onferm'm'n!st^r, nach ^ elnen r:lhmvo:l zurückgelegt n Alur von 34 I^ren. Sein/ von Iu^nd an aus-g-zeichnete w^'nschn'cli cheV'rwendunz, wovon er anfänglich ass Edelknabe bey well. Kaiser ^arl ^«,. und nach nals auf Uni-v^rZnäten so statt iche Proben abgelebt l hatte, daß er schon von allkrhöchstoesa^ l ter w'il. Kais. Maj. unter dem lo.Win-r tn'mona's 1735. Ulm ^iais. Reichshofrath ernaünt, und seith r von weil. dem Kaiser Fratn, den 4. H tünonars «7s!. als 3in h)hofra(h«v!z?prasii)elit , und endlich Von Sr. jün >st abgelebten Kaiserl. Maj. Joseph ll. den ,4. Februar /778. zum Hlais. R ichsho rathsprasioenten erkläret/ lind von 6r. qeg'Nwartiq regierenden Hais. M.ij. ln dic'sl-r aniehnllchen Würde besta-tl.^t worden ist, seine vorzüglichen persönlich n Eigenschaften, sein ausgeeichne-t^r Iüstiz^fcr ^ und seine untep vier Kai--sern geleistttn unermüdelen Dienste mcchen den Verlust dieses in a'lem Vttrachte denk-würdig'-n Mannes unvergeßlich, tz Wied,r neue polilishe Prospekten in "- Europa ! und die'e wären ? — eine Aülatl; zwischen Rußland und Preußen. Dlctts wir^ uns dilrch e:n Schreiben von: «x Winrcrül. aus Warichau «nic dem He..-sz', v l-slch^rt , diese A^iiail', sch.' ne qan; ft^l s r I'.v ifcl zn fti)N , lmd es büstalige si,i.j der H rr von Blschofslverder in dieser Angelcgcnheit aus B rill nach Pe-ktt2bur,j schon abgegailgtn sey. — Alls Koblcnz wird geschrlebeu : Das Jahr l. «79l. wird sich mit qro^n Ereigni,sn endigen, und bald werben sie dm ?lnfaig dazu oernehmen. — In Paris ist eil 6>>,lahrlgks Weib vor la'.tt.'r Fr?'ch«i!-^ tt'l'nl schwanger und nachylll auch cnr-bll-,>>n würden. Als ein Milaktl der Natllr bac ße dle Na^ollcllverftmmlttng um Uu- terstnzung. "" Der Pabssliche Herr Nuns jlius , Graf v^n Caprara , hat i.. tinee bey Sr. Majestät erhaltenen Audienz ei« Promemoria wrg'N Avignon und wegen Venaissain übcrgeben, und der Monarch hat den Hcrrll Nunzius sehr liebr.ich ansgenommln und vcrlprochm, skch für Se. Heiligkeit zu vfrw,^dttl. Vou diesem Memoire hat der Nunzius gesi.m dem qesammtcn d'or^z c^i^lomut c^ue ?lb-s6)rifteu mitgetheilt. — Der Herr Fürst von Aucreberg ist brutt nach Neapel abgereiset. — Nnl>r Vorhschaster am Sizilianischen Hof Fürst Ruspoli, wclchcr um sine Entlassung angksucl t und auch crhaltcn hat, souie sck.on Anfangs d. M. Neapil verlassen lllid nach Rom ftincr Vaterstadt gehen. — D>>r Bi'chof von Wlnchcster , Brüter des Lord Norch, welcher sich einige Zeit hier aufgehalten hat. ist mit seiner Gemahlin und Toch-tcr die vorige Woche nach Neapel abge« reiset , der junge Hcr og v. Ä1?anch,stcr macht sich cbttifalls rcitierlig nach Ita-lull lt gehen, wo er dcu Wlnttr in s(sy-rcnz und Rom zubring.n will. — Der Marquis de Vandetml, welch-r mit g--hcimcu Au tlä.).cll von G?ite der ftanzösi-scheu Prin cn durä) einige ^eit hier war^ ist auch wieder adgerciftt. Dr Kölilg^on Ncavcl soll ihm 1200000 Li ras ur lln-t rstü'^unq d»r Prinzen lll,d ihr r ^'ar hey h.idcn onweiscn lassen. — We^ n der c^jlich anhoffsndll, glücklichen Entlindun^ Ihr r kölligl. Hoh?'t der Frau n Erzherzogin TH'reNa G mahlin dfs Er her-o^ Franz königl H h>it sind z:.r tölling der . Kanonen auf die Bastioinn berlits die Stücke Vorbi'reittt worden. — Ai s Sro« kßrau vrüinmit man , daß der Hr. B..n-limstss G:'rl M't noch einig n Ba! vcrst.n-digcn allda gewesw, und das dortige Kom- r"'si'onsqebaube ausgomeffcn haben, rvess solches u einer Kassrn? hergestellt w r-tcn , und die dortiqe Komlnißlon eingehell solle, indem siü we^en der hier etabllrttn Hauplkcnnßion ohnchin unllöchig wird« Cricst dcn 21. wmterm. Ich komme so eben aus dem Kastell, wohin ich 'curch d«? Gelegenheit einis srm,den Herrn ge« lanqte, welcher die Arbmm eines wegen Verfälschung von BankoMeln si «nden Italzrners sehen wollte, lim von diesem Verbrecher sich ein? Karte snchen zu lassen. Allein die Kunst dieses Italieners entsprach nicht der Erwartung des fremden Herrn. Bey dieser Gc?cg?nheir l,anc icb auch das Glück jenes Loch zll sehcn, durch welches gestern dcr hier gesanqm geftssene Prinz oub dem hiesiqen Kastell entkommen ist. Dieser Prinz muß vermuthlich Langweile gehabt haben, er ließ daher qestcm um halb 6 Uhr Abends einen Strik in einer kleinen Oefnung des Abtritts mittels eines vorgeschobenen Slük Holmes durch seinen Bedienten bcsestig'N. An diesem Strik tnMte er i,i emcn kltliicn Winktl, ungefähr l s K-aftcr, tief , hernnter , und entkam sonach, ohne Hindernis glücklich. Dieser Pcitiz, der von einigen Qcai.-1'n^i 1 rcnc^ ä« <^!c< a , Voll cillderU aus dessen Unterschriften Mavroj't.y genannt wird,. llüd ein Sohn oder Vel er des ;n Sck)»umia enrhauptetcn Mavroj'Ny, vormall.;ttl Fürsten d> llm dem Mslischtllgeschlechl den bevorste-hel.dm jüngsten Taq al^ukündigsn, wel-chcr binnen 40 Tägen lind Nachten un-ottsbleiblich er olgcn würde.. Zuw B.weis, d.iß er ein wahrer Prophet?ry, wies ef? die steinerne Tafel Moitb auf, weiche wirk-llch ein«,' schöne M.:rmorplatte n.it einge« grabetun altttt Z'ichen war, und^0,4 auch velschiedklle andile s.hen^würdige Antiken und Mer'wültigktttkN hervor , worunter er den Pwrnr besoüd^s auf ein Stük zu machelt sklchte. Der tluge Pfarrer, weicher in tem Propheten gleich tcn Spizbubtn oder den Narren fand , benahm sich dab y auf e'ne belchndene Att, lachte dem ^.lcphtten seii nrn Beyfall zu , und wies ihl? bty:n ?? tsp ner ein EjslN und Nachtquartier^ an , lvit dcm Beyfay , daß n.an über disse wicht gt Sache nwrgeu beym Flühsiül naher sprechen würde. Der Vogel mag dcn Lunten qerochcn haben , denn er machte sich dey der Nacht unsl-l tbar, und kam nicht wie-hcr in Uiol schein. Weil man si^ vor di« fatschm 'Ploph'ttn rden Ndch iwwlr in Gzißww, «nd hat das hi^se Silber. Dltses bösnMq? Fieber soll auch anfan» qen , ben einen Theil der llsßjschln T?npo pen Verwüstung an-uricltcn , lind die beiden Generals R:bas und SglMtl^w sind noch immer sehr krank. -"- Der Kongreß , welcher jetzt in Iajsy eröffnet werden soll, hat noch nicht angefangen« — Es sind 4 Pulks Kosacken in die Moldau eingerückt und noch mchrere Truppen Werden erwartet. — Herr Mozori der nämliche welcher am Kongreß in Snßtow beym Reichs-E fendi als Do.lmetschn' sich Hefand , ist Hospodar von der Moldau geworden, und man bewundert in Äon-stantinopel diesen Schritt der Pforte, da Potemkin sich so eifrig für Maurokordato Verwendete, und in Weigerungsfall wenn dieser nicht zum Fürsten in der Moldau gewählt würde, so gar gedroht haben soll, daß kein andere? von Rußland würde anerkannt werden. — Die kaiserlichen deutschen Tnippen haben den mittägigen Strich der Moldau ein und zwanzig Monate im Besitz gehabt, und in dieser Zeit eine Million fünfmal hundert tausend Gulden Als unsere Administrazion allh der Moldau ausgeben ist, hat sie 2642^ Gulden auf achtzehn Wag'N, welche 500 barkoische Huffaren begleiteten, hereingebracht. Mons den 6. Mmterm. Die fran' zösiscbe Nazionalgarde fangt in unserer Nachbarschaft an, die Gränz? zu beun-nchigen. Am 2. d. M. wagte sich ein ziemlich zahlreicher Haufen davon zwischen Maubeuge, und hiesiger Stadt über die Gränze -. allein beym ersten Anblicke unserer Truppen , die ihnen entgegen zogm, kehrten sie über Hals und Kopf zurück, und liessen 5 von ihren Kameraden im Stiche, die von den Unserigen gesanglich «ingebracht wurden, und wirklich hier im Verhafte sitzen. Gestern ließ sich neuer« dings ein Haufen Franzosen gelüste«/ über die Gränze zn kommen , und unsere Truppen gleichsam herauszufodern. Diese waren auch gleich ben der Hand, und dies» mal so wenig schonend , daß sie anstatt Gefangene mitzuschleppen Feuer gaben, 2 bis 3 Mann todt^ niederstreckten , und ein Dutzend davon verwundeten. Ausländische Nachrichten. ^" Frankreich. P^ris dm 14.. V)n'tcrm. Bey den Demokraten war hoher Jubel über das don« nernde Dekret der N. V. gegen die Emigranten , daß sogar die Brüder des Bönigs mit derTodcsstrafe belcget,wenn sie nicht vor dein i.Iän.l792. zurückkehren. Allein, siehe da, der König wird dieses Dekret nicht sankzioni-ren oder bestattigen. Er bediente sich, als man ihm dasselbe vorlegte des Ausdrucks: Nun und nimer werde ich das Todes-Unheil meiner Brüder unterschreiben! Der Minister des Königs kündigte dies der N. V. an, und da das Veto, oder die Weigerung desKönigs ein durch die Konstitution dem Äönig eingeräumtes Vorrecht ist, so konnte die N. V. uichts dagegen einwenden, und das gan^e Dekret bleibs also ohne Wivl'uNH. Gelassene, unbefangene Personen billigen dicse Hand^mg des Königs, aber dle heftigen Demotraten crheben ein fürchterliches Geschrey, und behaupten nun aufs neue, der König seye noch immer fort mit den Ausgewanderten heimlich verstanden, u.nd die Gahrung der Gemüther ist also aufs neue sehr groß. Um allen Verbackt von sich''abzunehmen , hac de? König am 12. Winterm. eine nrue sehr liebreiche Proh^a-mazion an die Emigranten ergehen lassen, »vvrin-nen er sie noch einmal ermahnt, in ihr Vaterland, zurückzukehren. Allein nach allen Berichten fahren' diese unerschütterlich fort, sich in Verfassung ,u setzen, um Frankreich mit dem Degen in der Faust wieder zu erobern, worinnen der immer in Innern zunehmende Geist der Unordnung sie nicht weniz bestärkt. Die AussickU z^ einem schrecklichen Bürgerkrieg wird also leider, immer wahrscheinlicher. Üiber die Minister des Königs , die man bose Rath-a,?5ev des Koniqz nennt, sind die Demokraten äusserst aufgebracht.