Freytag den 21. März 1823. L a i b a ch. "emäß des eingelangten hohen Hofcanzleydecretes «c>m 7., Erhalt «4. l. M>, Z. ä28i, haben Se. k. k. Majestät mit a. h. Entschließung vom i. Dec. v. I. ge-ruklt, dem Vinccnz Strnadt, Öconom zu Wien, am Nr,itenfe!0 Nr. ^c>, auf die Verbesserung „des B:armt-wündrenncrey-Apparate» , welche im Wesentlichen da> rin bestehe: ,) daß sle sowohl bey der gewöhnlichen Feuer-, ol« «uch bey allen Arten der Dampfbrannlwein-brelinerey Anwendung finde; «) daß man durch dieselbe auf dem nähmlichen Apparate einen i8gradigen Branntwein au« der Maische brennen, und zugleich mittelst einer sehr einfachen, nicht kostspieligen, während und nach dem Ablaufe der, Maische ohne Störung binnen 6 Minuten zu bewirkende Änderung de2 Apparats, bey «inem schr geringen Feuer.nach Belieben einenxZ, l". 35 und 4<, gradigen Geist, ohn« wcitere Mischung und mit Beseitigung de« destillirten Wassers erhalten tonne; 3) daß oer Dampfkessel da« durch den Dampf verlorn« Wasse» auf die schnellste und einfachste Art n/i-der verschaffet, das Kühlwasser durch eine da« Ab-»prcngen der Helme vermeidende Vorsicht erseht, und da« Product bey dem Auslaufe durch einl besondere Verrichtung, ohne den mindesten Verlust an Qualität od.'r Quantität, aufgefangen werde; endlich 4) daß man nus dem iLgradigen Vlanntwcin, selbst ohne Feue:, «uf trockenem W?ge ein Erzeugniß bis zu 42 Äraden liefern tonne , und dns bey allen diesen Vorrichtungen überhaupt die größteErsparniß an Holz.Ardcit un^ Kosten erpveckt sey,« ein zweyjühiiges Privilegium, nach den Bestimmungen des a. y. Patentes vom ö.Dec. i8«o,zu verleihen. Vom t. f. lllyl. Wub, Laibach am «8. V«d«- ^«2- / , " Wien. Se, k.k,M<,jessät haben mit Allerhöchst» Entschließung vom 2c>. Jänner d. I., vem Llirenz Sev«, Ober» richte« der Hauptgemeinde Tscherrn Rücksicht auf die Verdien» Ne, welche sich derselbe bey verschiedenen Gelegenhei. ten, und insbesondere im Jahre 1813 erworben hat, die kleine goldene <3hren > Medaille mit Ohr und Bond allergnädigst zu verleihen geruhet. ^ Se. k. k. Majestät haben den Mathias Schluet, Adjuncten bey der k. k. illyrischcn Domainen-Admini« stration in Laibach, sammt dessen ehelicher Nachkommen» schaft, in Nückslcht auf seine'c,eun und dreyßigjährige angerühmte Verwendung in öffentlichen Staatsdiensten, vorzüglich aber hinsichtlich seiner > bey Gelegenheit der , feindlichen Einfälle bewiesenen treuen Anhänglichkeit für denAllerhöchsten Dienst, in den österreichischen AdelZstand mit dem Prädicate «von Schluetenberg" tuxfrey aller» gnädigst zu erheben geruhet. > Päpstliche Staaten. Nachstehendes ist der weitere Versolg der (in un» serm lchten Dicnstagsblatte abgebrochenen) Actenftücke ' aus dem Diario Vi Noma: Officiell« Antwort Sr. Eminenz de« Cardinal, Staatssekretärs Consalvi, auf v,rN«hendt Note des Herrn Cavaliere A p a r i c i. Aul den Gemächern de? Qnirinall -den i> Jänner 1822. Im Eingang dies« Antwort wiederhohlt der Cardi» ual-Staatüsecretär wörtlich die bereits bekannte Note de« Cavaliere Apaiici und fährt dann also fort: ,I,i Erwiederung auf diese Note, muß der Untei» zeichnete aufVefehldes heiligen Vater« (5w. zuvörderst ^ den Heigang der auf gegenwärtigen Gegenstand sich he» ziehenden Thatsachen in« Gedächtniß zurückrufen. traullchcZ Billet (das er zur giößern Geheimhaltung eigenhändig schrieb) und theilte Ihnen darin mit, daßder .heilige Vater >ie Entschließung Sr. Majestät, einen bevollmächtigten Minister nach Rom zusenden, als einen neuen Beweis ansehe, wie sehr Se. Majestät wünschen, die Pande des guten Vernehmens und der Freundschaft, welche Sie mit dem heiligen Stuhle verbinden, zu erhalten und noch enger zu knüpfen, daher Se. Heiligkeit bereit waren, mit den aufrichtigsten Beweisen des Wohlwollens den Minister Sr. katholischen Majestät zu em> pfangen; daß aber zugleich auch Se. Heiligkeit nicht umhin konnten zu bemerken, daß die Person, worauf Sr. Majestät Wahl fiel, Werke bekannt machte, und Gesinnungen in Kirchenangelegenheiten äußerte, welche, indem sie dieselbe unfähig machen, dem Zwecke, wozu sie gewählt wurde, zu entsprechen, Sr.Hciligkeitdie un° ,angenehmeNothwendigkeit auferlegen, die Abänderung dieser Wahl zu wünschen. Der Unterzeichnete brachte in jenem Billet« in Erinnerung, daß Hr. Villanueva Verfasser des Werke» ist, welches den Titel fühlt: Briefe des D- Rocco-Lcal«, welchet im Jahre 1821 von Sr. Heiligkeit durch die heilige Congregation dell' In-dice verdammt wurde, und daß derselbe» während er «IZ Abgeordneter in den Cortes saß, Anträge machte und Grundsahe hinsichtlich geistlicher Dinge äußerte, wodurch er sicher das Vertrauen Sr. Heiligkeit nicht verdienen konnte, zu welcher er abgesendet wurde, um gerade über äußerst zarte und wichtige kirchliche Angelegen« heiten, i» über eben dieselben zu unterhandeln, worüber «r mündlich und schriftlich Grundsätze äußerte, die der hlilige Stuhl, «lZ höchst beleidigend für ihn, verdammte. Der heilige Vater hätte sich billig bekkiqen, und es «!< eine Beleidigung Seiner Würde und dcr Rücksichte» ansehen können, welche Er in Erwiederung derjenigen er> warten darf, deren Er sich bestandig gegen die Regierung Sr. katholischen Majestät bediente und noch bedient,?« Er sehen mußte, daß man Ihm einen Geistlichen zu ttn» terhandlungen mit vem heiligen Stuhle zusandte, d«r ein offener und erklärter Femo desselben ist; aber ?i« Ihm ganz eigene Mäßigung gebrauchend, beschränkte sich derselbe, dem Ministerium Sr. katholischen Majestät die oben angeführten Umstände zu enthüllen, unv einzig durch das Organ des Unterzeichneten in dcm att'-geführten vertraulichen Nillete bemerken zu machen, daß Se.katholische Majestät und Ihr Ministerium wohl nicht glauben konnten, daß ein Geistlicher, wie Hr. Villanuüva, geeignet sey, die innigen Freundschaftsverhältnisse Gr. katholischen Maj-stät mit Sr. Heiligkeit zu erhalten und noch enger zu knüpfen; und daß sie vielmehr glauben Mußten, daß Se. Heiligkeit zu viel von Ihrem Ansehe« vergeben würden, wenn Sie bey Sich als Minister det kotholischen König» den Verfasser von Werken anmh' men wollten/die der apostolische Stuhl erst n»ch »oc Kurzem verdammte. Dcr heilige V^ter, st«tt Sich aus das jedem Souuerain zustehende Recht zu berufen, d'< Person eines Ministers auszufchlagen, die Ihm zugcse»' det werden sollte-, berief sich auf die Freundschaft un> die Rücksichten, die Se. katholische Majestät gegen de« heiligen Vater bekennen, so wie auf jene Fromm,>^«it' welche Se. Majestät ausgezeichnet und beseelt, und g<' stützt auf die Evidenz und Gerechtigkeit der genannten Beweggründe, gab er dem königlichen Ministerium dül.H Ew. zu erkennen, daß er daran nicht zweifeln tönn«' Se. Majestät würden eine andere Wahl zu nehmen g<' ruhen. Das hierauf Bezug habende Nillet liegt in Ab' schrift hier bey *). Die vertrauliche Mittheilung des Unterzeichnete" wurde von Ew. dem am Morgen de« 2. Octebcr «"« Rom abgegangenen außerordentlichen spanischen Coul's< ') Das angefüllte Ville« haben wir in der ««" »' gischen Ordnung der gezenwHrtiüen Acten!«"«* «it« geliefert. III Stuhles beydem königlichen Hofe uon Turin, und theilte ihm vorbehaltlich und unter dem Siegeldes undeding-wsten Geheimnisses das in dieser Angelegenheit Vorgefallene mit, und hieß ihn wohl darauf merken, um zu erfahren, wann Hr. Villanueva nach Turin kommen könnte, um ihm sogleich bey seiner Ankunft daselbst auf d'e höflichste Weise und unter demselben Geheimnisse zu "öffnen, daß der heilige Vater der Regierung Sr. katholischen Majestät einige Beweggründe dargelegt hätte, "ach welchen Er es für ungeeignet hielt, daß Hr.Ml' lanueva in Nom, in der Eigenschaft eines Ministers bey dem heiligen Stuhle resiLire.uno da jene Mittheilungen einige Tage nach seiner Abreise von Madrid daselbst auf-gekommen seyen , erachten es Sc. Heiligkeit für gemessen, ihn von dem allen in Kenntniß zu setzen, damit «r seine nach Nom gerichtete Reise einstellen, und die Befehle seiner Regierung erwarten möge, welche an ihn zu gelangen mcht zögern könnten. (Ost-V.) (Die Fortsetzung folgt). R«m, den 5. März. Die Durchmärsche Verlaus Neapel kommenden österreichischen Truppen dauern fort. Ami. ging ein Artillerie.Park in Begleitung eines IägcrbataillonZ h^. durch. Am 3. zogen drey Feldhat' tcrien untci Bedeckung von 2 Compagnien vom Regiment Cyasteller durch unsere Stadt. (V. 0. T.) Rußland. W i lna. Das hiesige Gouvernement hat eine Verordnung Sr. kaiserl. Hoheit des Großfürsten Constantin »om i5. December v. I, bekannt gemacht, in Folge de» re« vom i5. Jänner d.I, an, alle, an Se. kaiserl. Ho» heit gerichtete Bitten und Beschwerden nebst Beylagen, «us Stämuel-Papier zu zwey Rubeln, in einer deutli° chcn, reinen, bündigen und chcerbiethigen Spracheige» schrieben, auch von den Concipicnten sowohl, als von dcm Verfertiger der Reinschrift unterzeichnet seyn sollen, widrigenfalls dergleichen Gesuche unberücksichtigt und ohn« Anwort bleiben sollen. Dieselben Vorschriften sol. l«n auch bey Abfassung von Eingaben an beyde Gou« verneurs in Wilna, desgleichen a» verschiedene andere Nahmhaft gemachte Behörden und Beamten, beobachtet Werden. (Lcmb.Z.) Spanisches Amerika. Londoner Blätter sprechen gleichfalls «on den (in unserm letzten Dienstagsblatte erwähnten) Vorfällen in Neuspanien und nennen ebenfalls den GeneralS ntta An-«» als denjenigen, der sich zuerst gegen Pturbde erhoben haben soll. Dieselben Blatter liefern auch nachstehen» de, Bruchstück tinei der Form und dem Inhalt« uach merkwürdige» Schreibens gedachten Generals «n den Kaiser Auguslin I.: >M einHerr, Sie wissen, 0a«< ich Ihr Freund bin; ich hape ihnen Beweise davon gegeben, alsichzu Ihrer KrönungzumKaisermttwirlte. Ich bin annoch ihr Freund, mein Herr, seyen Sie aber so gut, den Rathschlägen eines Ihrer Person aufrichtig ergebenen Mannes Gehör zu verleihen. Sie habe» auf eine allzu willkührlichc Weise gewirthschaftet, Sie haben dieNationalrcpräsentation aufgelöst. Me > nHerr u n > Freund! Ich kann Ihnen nicht ferner Gehorsam lei> sten, meine Pflicht gebiethet mir, die Waffen gegen Sie zu ergreifen.....Folgen Sie mir, und sehen Sie Ihre Person und die Sicherheit Ihrer l> e b e ns w ürdi-gen Familie nicht aufs lSpicl. Es handelt sich bloß darum, daß Sie aufden KaisertitelVerzicht leisten, und eine Nationalversammlung zusammen berufen, welche die Constitution, die diesem schönen Lande angemessen ist, mit voller Freyheit festsetze» wird. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf, diese Versammlung wird die Dienste, die Sie Mexico erwiesen haben, nicht verkennen; sie wird Ihnen eine National »Belohnung angcdeihe« lassen.« Vermischte Nachrichten. Unter der Aufschrift: Goetye's Genesung, enthält die Berliner Vossische Zeitung vom 4. März Folgendez: „Aus einem Briefe des jungen Hrn. v. Goethe vom «6. Februar können wir folgende beruhigen» dc Mittheilung machen. Am 17. d. M. erkrankt« unser geliebter Vater plötzlich an einer Herzentzündung (»ie Ärzte sind über die Krankheit nicht einig), die iyn am ,3., wo sich kein Mittel mehr wirksam zeigte, an de» Rand des Grabes brachte. Glückliche« Weise lrattn am neunten Tage, den 24., die von den Ärzten ersehnten Krisen ein, und in diesem Augenblick b zwar nicht seiner besondern Größe willen, aber als die größte aller andern auf der Landseitean sle angeschlossenen Vor» slädtc, eine besondere Auszeichnung verdient. Die militärischen Ämter. 8) Der Aga der Iunilscharen, unmittelbar dem Woßwessiir zurAufrechthÄttunn der öffentüchenQrdnung und Sicherheit untergeaeben. Un^er demselben steht un-. mittelbar der Profos (Muhsir Aga), welcher m!t einer Anzahl von Musketircn^ (Tufenkdschi), Leibwachen (Mataradschi), Laufern (^chatir), Vothen (Tschausch>, Gerichtsdirnern (Muhstr) , und Henkern (Dschellad) an den Mittwochen die gewöhnlicheRunde des Marktes hält, um auf die Aufrechthaltung der Satzungen zu wachen. 9) D bestrafen. 11) Der F«stungs< Commandant der sieben Thür» me, als der Vorsteher des Staacsgcfängnisse». l?) Der Kapudan Pascha, d. i. der Großadmiral oderNefe„ls!,aderdes ganzenSeewcsens.Unter ihm st,'»:: 13) Der Verwalter des Atsenals (Tersane kiajassi), als Qderaufseher des Kerkers der Admiralität, oder dc< sogenannten Vagno, worin die zu den Galeerenarbci» ten verdammten Sclaven und christlichen Gefangene» zl>« sanlmengeschmicdec >vurden. 14) Der Fperciermeister des Ianitscharencorps (T<>' lin>chanedfchibaschi). Die Exerciermeister bilden dae vic« und fünfzigste Ianitscharen > Regiment, dessen Obersten nicht nur die Sorge der Waffcnübungcn derIanitschaten, sondern auch die Huth der öffentlichen Sicherheit aus dem, hinter Kassimbaschi gelegenen Pfcilplatz (Qtmci' dan) und der umliegenden Gegend obliegt. Nach del Einrichtung des Eroberers war diesem Officier sc>o,»< das Recht über Leben und To0, welches vom Aga oe< Ianitscharen abwärts, kein anderer der vorhergehen?^ besitzt, über die Schuldigen seines Corps eingeräumt' Er war befugt dieselben mit einer Bogensehne zu e«' drosseln, ode« mit Pfeilen todtschießen zu la,sen < u>^ diese Bogensehne ist vermuthlich der Ursprung der feidl' nen Schnur. (Der Beschluß folgt). vV n 7, e i g c. N^cln, ßn^elxüi, ^«Iclle» liiurmil, ^"^ vor ^ü5cI,iÄF?.etteIv?>rä ä.'>«MK«i'L i>e!c,5inN ill»c^^, , W e ch se l c u r «. , Am i5. März war zu Wien der MittelMis ",. Staalsschuldverschreibungen zu 5 pCt. >n CM. ?3^.; Da'tleh,mitVerlos, vomI, i8«c>, für ioosi, inCM. - detto detto vomI. i«2i,für ic.c>fl,inCM. Certif,f. 0. Darl. v. 1.1821. für iac> fi. in CM. . .,; WienerSta0t'Banco>Qbl,g.zu 2 1/2 pCr, inCM.^",^« Curs auf Augsdur«, für 100 Guld. C«rr., V«" 1001/2 Br. Ufo. — Conventionsmünze pCt- «Za» Bank-Actien pr. Stück 679?/^ >n LM> Ignaz Alo>)3 l3dl. v. Kleinmayr, Verleger und Redacteur. Die künftige Dienstagszeitung wird wegen des eintretenden Fepertages erst Mittwoch den 26. ausgegeben.