B ^ V^H^ »843. ^B MG< <^ G i s b l u m e n. ^pTn den Fenstern, klar und hell, Weiße Blumen prangen. Duftgeboren sind sie schnell Nächtlich aufgegangen. Aber warmer wird die Luft In dem.Stü'bchen innen. Unk der Blumen zarter Duft Fängt an zu zerrinnen. Deine Freuden, armes Herz, Vind ein nachtlich Wähnen, Das am Morgen rinnt in Schmerz Wieder ab als Thränen. Ed. Woigt. Vaterländische s. , Beiträge zur Geschichte des altaoelichen gräflichen Hauses v. H o ch en w a r t. Von Joseph Ier sch in o v itz Ritter v. Löwengreif, k. k. pcns. Kreis - Cassier. (Foltsctzung,) '. I»l Jahre 1467 war cm ?lndreas Hochen-wart dcl- sieben und dreißigste Landeshauptmann in Krain. (Siehe die Acten in, ständischen Archiv.) Am Freitage vor unserer lieben Frauen der Schei--düng im Jahre 146? stiftete Andreas Hochenwar--t e r, Obrist Truchseß in Krain, mit Georg undCas-"ar von Tschernembl, Obrist Mundschenk in Kwin, das 3ranciscaner.'Kloster in Möttling, worüber die'päpst-l'che Bulle Pauli II. vom Jahre 1466 besteht. Mlt Sriftbriefe c^clu. St. Iohannestag in Weihnachten 1467 stiftete Andreas Hochenwarter die Er. Iohannes.-Capianei in Cilli, wovon das Original ml Archiv. Der Willbrief von Ulrich Grafen von Schaum-burg, Landmarschall in Steper, c16o. Montag vo» St.Sebastian im Februar 1468, an Andre Hochenwarter über etliche in der Stepermark gelegene Weingärten, ist noch im Familienarchiv vorsindig. Aus den ^nngi. 3^'i-iN) 3 Bände, Folio 532 ergibt sich, das; im Jahre 1469 Andreas Hochen^ warter, Hauptmann in Kärnten, die Hilfsvo'lker nacl Krain geführct, und vereint mit Friedrich und Wolf gang von Gallenbcrg , dann Georg von Rhein, 20,00« Mann angeführet und mit dem Hauptmanne de Möttling, Wilhelm von A ucr sperg, dieTürken zwi schen Laibach, Neustadtl und Möttling mehrmal al> das Haupt geschlagen und endlich gaxz zerstreut hab« (Valvaso r, in seinerEhre von Krain, beschreibt die linständlichcr iin IX. und XV. Buche). Nicht so glücklich war für Andreas von H o chenwarter das Jahr 1475, wo bei der große Schlacht bei Rain oder Raan, wie man es jc^ nennt, dieser mit sehr vielen vom Adel aus Steyei Kärnten und Krain in die türkische Gefangenscha fiel, aus welcher cr nur mit dein schweren Lösegelt von Sechshundert Goldgulden nach 2 Jahren befrc wurde. (Valvasor Chronik XV. Buch, Fol. 37^ H.!mal. Zl^i-iN, III. Band, Folio 547). Georg von Hochenwart, vormals Landeshaup mann in Krain, Hauptmann in Kärnten und Bur graf in Cilli, wohnte dieser Schlacht als Feldhaup mann der krainischen Ritterschüfr bei und wurde selber gctödtet. (Valvasor Chronik XV. Buc Fol. 611). Gleichmäßig ist im Familien - Archiv der Lehe brief von Bernhard Erzbischof zu Salzburg an Mc garcth, Hansen Hochenwarters Tochter, zur Vel cherung ihrer Heiraths.- Sprüche rnd innegehabt Stuck und Land, 66o. Salzburg, Freitag in den Ost» ftiel tagen 1479. — 14 — Im Jahre 1480 war Andreas von Hochen -wart Hauptmann der Grafschaft Cilli, die damals schon von Karnten getrennt und uut Steyermaxk einverleibt war, wie es aus einem Donations-Briefe der Margareth Eckenstciner, Tochter des Hansen von Hochen wart, cläo. Mltrichen vor St. Georgenstage 1475, welcher sich im Familien-Archiv befindet, ersichtlich ist. In dieser Eigenschaft unterschrieb derselbe im Jahre 1483 hier in Laibach die Graf Lamberg'sche Stif-tungs-Urkunde des Benef. St. Andrä in der Dom-kirche. (Valvasor im XI. Tl)., Folio 688). Die ^.ulialk» Olicat«l8 st^ria: erwähnen im 3. Theile 582 eines kaiserl. Befehls an Andreas Ho-chenwart, Hauptmaun in Cilli, vom Jahre 1487, womit ihm aufgetragen wurde, die Nechte des Bischofs von Laibach mit gewaffneter Hand zu schützen. In dem angeführten Befehle wird dem Geschlechts-liamen von Hochenwart zun, ersteninal in einer öffentlichen Urkunde das Prädicat von Gerlach-stein beigefügt, ungeachtet dieses Geschlecht schon viel früher im Besitze dieser Burg war. In diesen, Archive habe ich einen Verzichrsbrief des Hansen Lamberger, Dechant zu Freisingen, eingesehen, clclo. Freisingen 1441 am Samstage nach Allerheiligen, an seine zwel Brüder, Jacob und Casper Lamberger, über die väterlich Georg Lamberger und mütterlich Anna Hochenwarter Erbantheile. — Der Original - Stiftbrief von der in der Spiialkirche , zu Cilli von Andre Hochenwarter, Obrist-Erb-truchsessen in Krain und Hauptmann zn Cllli, gemachten Stiftung und seiner Gemahlinn Susanna, des Edlen und Vesten Volkards von Aucrsperg selig. Tochter, ällo. Cilli 1487 an dem neueu Jahre, ist ebenfalls im Familien.-Archiv. In eben diesem Archiv ist cm? Abschrift des Kaufbriefes (der sich in orl'n'inall zu Lemberg befindet) «ber die Herrschaft Rabensberg und Lainberg von Siginund und Georg Grafen von Schaumburg, Gevctter an Andre und Stephan Hochen war r gc-gcn Erlag von 1000 ungarischen Ducaten über ehc-hin N'legte 8540 ungarische Ducaten insEigen überlassen worden, ciclo. Cilll ain Sc. Osivaldstage 1487. Kaiser Friedrich erläßt einG>'bot an eben diesen Andre Hochenwarter, daß er das erhaltene Kauf-recht zn dem Schlosse Reifniz gehörig handhaben, .und nichts dagegen handeln soll. ädo. Linz Freitag nach St. Martinstag 1492. (Im Archiv). Valvasor in seiner Chronik von Krain führt wörtlich den Sciftbrief des Andreas von Hochenw a r t, «Klo. Möttsing 1493 am Montage nach dem heiligen Gottesleichnamstage an, über ein von selbem errichtetes Spital in Möttling. -^ Eben dieser führet in, VIII. Buches Folio 811, an, daß die von Hochenwart gemeinschaftlich »mt dem Grafen von Thu rn im Jahre 1495 das Franciscaner-Kloster in Stein gestiftet haben. Kaiser Friedrich verleiht am Samstag nach unserer lieben Franen Tag oonooplianis 1498 dein Andre Hochenwarter, Hauptmann zu Ober-Cilli, die Hauptmannschaft und das Schloß Nain auf Lebens lang. — Andreas von Ho-chenwart war, (Beweis: ^«jiiiliul ^lilii (!N8iU'is (^lmoiiiei 1<'l)sniiioli8l« ^n-ual. l!i^l-l>'«, zin^. 524) im Jahre 1498 noch Haupc-mann zn Cilli. Andre von Hochenwart der Änderte war in erster Ehe mit einer Kolonitsch,An zwcirer mit Barbara, Herrinn von Lamberg, (Vicio: Uncolnn Usu^ I^Q!nl)6i-^, I'ulio 117) vermählt. Dessen Schwester, Gertrud von H och e n w a r t, ehelichte un Jahre 150'^ den Frelherru Ulrich von Weisbriach, Landeshaupc.-mann in Karinen. (Illiceleni slemat. K,6V6iillill!lll^ I'olio 184 ol Wt^pri^cli, ^oiio '^53). Laur in, Archiv vorkommender Schuld- und Pfand--verschreibung, llclu. Notenmann den 22. t^ctoder 1506, ist die vom Kaiser Maximilian, lläu Rakersburg am St. Simon- uudIudastage 1493, dargeliehene 1^00 ungarisch und Eintausend Neinisch Gnlden ausgefertigte Schuld und Pfandverschreibung auf die Haupt-Mannschaft Cilli versichert, an Herrn Andre Hochenwarter, weiland an dessen hinterlassene Witwe und Erben auf das Amt und Schloß Rcifniz ausgewechselt worden. Diese Schnldpost wurde von besagter Witwe und ihrem Sohne, Erasm. von Hochenw a r t, mit Ge-nchmhaltung Kaiser Maximilians, gegen Erlag der ganzen Schuld dem Moritz Purgstaller 1516 abge-t.cten. Im Jahre 1530 hat Ludwig von Hochcn-wart ein nenes Schloß zu Gerlachstein im Thale erbaut und bezogen, wo es noch jetzt vollkommen erneuert stehet. Kaiser Ferdinand I. hat mit Erblehensbrief, 6l!c,. Wien 20. December 1535, nach Absterben des Andre H ochen w arte r, das erledigte Erbmichsessenamt mit Verbessernng des Wappens an Ludwig von Hochenwart übertragen, wovon das Original im Archiv aufbewahrt wird. In, Jahre 1547 war Stephan von H o ch e n -wart Domherr in Passau. (Fon!Vtz>.mg fclgt.) 1H Der Taucher. (Skizze ve» Dr. Nödi g c r.) In dem Kriege zwischen den Griechen und Tür» ken fanden viele griechische Familien eine gastliche Aufnahme in Marseille, der alten Phocier ° Colonie. Die Flüchtlinge füylccn sich bald heimisch in dem chnen eingeräumten ruhigen Sladtthelle und unter den Lorbcr« und Cltronendäumen; sie konnten dort ruhig an die in der Heimat Zurückgebliebenen den« ken, oder durch Arbe,r ihre düiftigeLage erleichtern. Einige benutzccn die ihnen gebotenen Vortheile so gut, daß sie gegenwärtig unter den ehrenwerthesten und reichsten Handelsleuten der Stadt genannt rrerden. Der hilflose Zustand der in Marseille landenden Griechen flößte noch tieferes Mitleid ein, als d»e Wunden einiger unter denselben befindlichen Krle-ger. Zahlreiche Familien mit wunderschönen Kindern, Mädchen von echt antiker Schönheit, und junge Männer verließen, mit Lumpen bed.ckc die sardlschen oder genuesischen Fahrzeuge, auf welchen sie nach Frankreich hei übe» gefahren wäre», und sahen sich im Hafen nach unlrthäcia/n Freunden um, von denen sie auf emeZelt lang dle nothwendigsten Leb-ensbedüif-Nisse erhalten könnten. Die Marse,llancr ließen nicht lange auf sich warten; »n jedem nur einigermaßen wohlhabenden Hause fand eine griechische Familie Obdach und Unterhalt; die Greise erhi.lcen an den rüstigen Männern eine Stütze, und die verwai-seten Kinder wurden von den Fiauen ihrer neuen Heimat gleichsam im Triumph nach Hause geführt. Unter den Griechen, welche in Marseille anS Land gesetzt waren, befanden sich jedoch einige, welche sich längere Zeit nach hilfreichen Händen umse-"hen mußten. D>cß waren giößtentheils Männer, »reiche allein ohne die rührende Umgebung einer hilflosen Familie angekommen waren, und deren ausdrucksvolle Züge und kräftige Glieder, das den Schwachen vorzugsweise aufbehaltene öffentliche Mitleid nicht in Anspruch zu nehmen schienen. Sie mußten die Gelegenheit abwarten, ihre Fertigkeit in irgend einer Kunst zu zeigen, um Aideit und Lebensunter-' halt zu bekommen. Aber welcher Ei werd st^no dieser Kation zu Gebote, welche schon Iahlhundeiee lang ">Ner dem tyrannischen Scepter ihrer Glaubensfeinde geseufzt und überließ immer di? tiefste Verachtung vor jeder Art von Industrie gchegr hatte? AufIagd, Fischerei und einige nautische Geschicklichkeit beichränk. ten sich d,e Kenntnisse der Griechen, welche gleich-wohl, trotz der Bedrückung, unter welcher sie gelebl, geistreich, stelz, scharfsinnig und poetisch geblieben waren. Zu jener Zeit ging ein junger Grieche, dem Anscheine nach ein Matrose, j.den Tag, vom Mor-gen bis zum Abend, am H^fen von Marseille auf und ab. Die schönsten Formen, welche dle Poesie den griechischen Statuen gegeben hat, fandcn sich in Leon,das verwirklicht; allein er schien sich weder seiner schönen, regelmäßigen Gesichtszügc, noch seiner schlanken kräftigen Gestalt bewußt zu seyn, denn er schritt nach!äss,g, mit zerstreutem Blicke am Ha» fen auf und nieder, biS lhn Jemand aufforderte, ein lnS Meer geworfenes Frankenstück heraufzuholen. Dann erwachte er aus seinem tiefen Nachdenken, warf seine Jacke ab, und stürzte sich pfeilschnell ini» Wasser. Nie kam cr dann wieder zurück, ohne das Geldstück im Mund zu halten. Das Tauchen war sein Gewerbe, kein Wagstück schien ihm zu groß. Es war ihm ein Spiel, sich vom Verdeck eines Schisses oder von dem Ende einer Scgelstange hm» unter «n die Fluthcn zu stürzen, und staunend ap» plaudlrten die auf dem Verdeck und am Ufer ver« sammelten Zuschauer. Gegen etwaS höhern Lohn kletterte er Mlt bewundernswürdiger Leichtigkeit amTa-kelivcrk hinauf biS zur obersten Segelstange, ging ohne Zögern b>S ans Ende derselben, und sprang von da in dle Luft hinein, von wo ihn das Gewichr seincS eigenen Körpers mit Blitzesschnelle inS Wasser hinunieiwarf. Auf diese Weise fristete 3 eoNidas, der älteste Sohn einer der ersten Familien Griechenlands, sein Leben, und erübrigte selbst einige kleine Summen für sein Weib und seine Tochter, welche zu Ipsara in der Sclaverei lebten. Der Arme! Er dacht-an Weib und Kind, während cr sich mit dieser furchtbaren Kaltblütigkeit in die Fluchen stürzte. Es war im Jahre 1825. Der Sultan und der Pascha von Aegypten, welche damals m gutem Einverständnisse lebten, ließen in den französischen Ar-senalen Kriegsschiffe erbauen. Der Anfang wurde in Marseille mit zweiGadairen gemacht, welche gleichzeitig im Hafen dieser Seestadt erbaut wurden. LeonidaS begab sich täglich auf den Bauplatz, und musterte die sich raschen Schrittes ihrer Vollendung nähernden Fahrzeuge mit der größten Aufmerksamkeit, welche man natürlich für eine Folge der Bitterkeit und des Ingrimms hielt. Nichts entging seinem Scharfblick, denn er überzeugte sich mit dem Scharfsinn eines Sachverständigen, ob alle Theile der Schiffe im gehörigen Verhältniß und Gleichge-wicht standen. Die Zimmerlcutc und Kalfaterer duldeten ohne Murren die beständige Anwesenheit des Gi'iechcn, welcher nie seine Meinung über die Ar» — 16 — leit laut werden ließ: das müßig.' Zu'chaucn schien seine einzige Zerstreuung, sein einziges Vergnügen zu seyn, womit er die Zeit ausfüllte, welche ihm sein Tauchergewerbe übrig ließ. Der Tag, an welchem, ein Schiff vom Stapel gelassen werden soll, ist ein Festtag für die Bewohner einer Seestadt, und die Neugierde währt >m Verhältniß zu der Große des neuen Schiffes. Die Feierlichkeit findet gewöhnlich Morgens Statt. Schlechtes Wetter ist unter dem ewig heitern südlichen Himmel von Marseille nicht zu fürchten. Schon bei Anbruch des Tages eilen die Bewohner aus allen Theilen der Stadt und aus der Umgegend herbe», und nehmen auf den amphitheatralisch aufgerichteten Bänken ihre Plätze ein, von wo aus man den ganzen Raum übersehen kann, den daS neue Schiff zu durchsiiegen hat. Die eine der beiden Gabarren, welche vom Stapel gelassen werden sollten, hieß der »Mahmud«. Wie gewöhnlich hatten die Zimmerleute das Schiff Mit Epheugewinden und Blumenkränzen geschmückt. Die weiße Flagge wehete am Vorderteile. Von allen Seiten drängten sich die Neugierigen heran; Jeder fürchtete, zu spät zu kommen. Die im blendenden Sonnenlicht glänzenden Quais brannten unter den zierlichen Füßen der braunen Marseillerinnen, UNd die vielen verschiedenfarbigen Sonnenschirme gaben der dichtgedrängten Menge von Weitem das Ansehen eines Tulpenflores. An den Fenstern der stattlichen Häufer, welche dle Aussicht auf den'Hafen darbieten, zeigten sich die ausdrucksvollen Gesichter und feurigen Augen der Frauen und Tochter angesehener Handelsleute, und die Mastbäume der im Hafen vor Ank.'r liegenden Schiffe wimmelten von Matrosen aller Nationen, welche das große Ereigniß des Tages mit Ungeduld erwarteten. Zwei Personen zogen vorzüglich die Aufmerksamkeit der Menge auf sich: der reiche türkische G'.'oß-händler, welchem vom Sukan und Pascha die Beaufsichtigung des ganzen Unternehmens übertragen worden war, und Leonidas, der Taucher. DerTürke hatte mit seinen Freunden und seiner Dienerschaft auf dem Verdecke eines in der Mitte des Hafens vor Anker liegenden Schiffes unter einem seidenen Zelte Platz genommen; LeonidaS dagegen befand sich unter den Zimmerleuten, welche das Schiff vom Stapel lassen sollten. AlS das erste Signal alle Anwesenden aufforderte, sich aus der Nähe des Schiffes zurückzuziehen, wirf der Gü'eche schnell seine Jacke ab und stürz» te sich ms Meer. Es wäi'e schwer gewesen ihn von solcher Unbesonnenheit abzuhalten, und es war auch zu spät, denn schon schlug der Zimmermann den Zapfen ein, welcher das Schiff noch auf der schrägen Holzbahn festhielt. Eine feierliche Stille herrschte unter den Tausenden, welche in der höchsten Spannung den Augenbick erwarteten, wo die ungeheure Meisse sich bewegen und mit Blitzesschnelle dem Meere zueilen sollte; __ zugleich aber zitterte manche schöne Marftlllerinn für den tollkühnen Leonidas, wclcher gerade in drr Richtung schwamm, welche der pfeilschnell?, alles vernichtende »Mahmud» einschlagen nnißce. Die dein Ufer am nächsten stehenden Zuschauer hörten chn deutlich lachett und spotten. Endlich war der Zapfen völlig in das Gerüst eingetrieben; der Zimmermann eilte zurück und die Gabarre neigte sich. Man erwartete jeden Augen» bl,ck , daß sie ins Wasser gleiten würde; aber Leonidas lag behaglich und sorglos auf dem Wasser, wie auf einem Ruhebette ausgestreckt. Die Gabarre, welche sich schon in Bewegung gesetzt hatte, blieb plötzlich stehen, und dcr tau-sendstimmige Hurrahruf verstummte. Das Schiff setzt sich zum zweiten Male in Bewegung, bleibt aber wiederum stehen, und neigt sich endlich mil schrecklichem Krachen auf die Seite. Das Exp«> riment war verunglückt; tausend Pferde hätten den „Mahmud« nicht ins Meer ziehen können. Der Schmerz, die Betrübniß übcr dieses unglückliche Ereigniß war allgemein ; die Frauen, welche den Griechen noch kurz vorher mit so gl'o ßer Theilnahme betrachtet hatten, sahen ihn jetz> Mit abergläubischer Furcht aN/ denn sie waren fes überzeugt, daß kein Anderer als der Taucher 3 ? o nid a s an dem Mißlingen des Unternehmen« Schuld sey. Auch der Türke hielt cen Griechen fü, die einzige Ursache des Unglücks. Wie hätte diese, auch sonst so tollkühn seyn können, in dem Augen blicke, wo Jedermann voll angstvoller ErwartUNj war, sich dem Koloß in den Weg zu werfen? Während man mit unerhörten Anstrengung.', daran arbeitete, den „Mahmud" bis ins Meer zi treiben — ein Unternehmen, w.lchcs nicht wenige als vier Monate dauerte, traf man auch die nöthi gen Vorkehrungen, um auch die zweite nunmeh vollendete Gabarre vom Stapel zu lassen. (Vcschlül, folgt.) Dem heutigen Blatte liegt der Inhalt des Illyr. Blattes vom vorigen Jahrgange 1342 bei. Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleiumayr.