Laibachcr Donnerstag den 8. May. ^)rieft aus Semlin vom 21. d. M. melden, daß Se. Maj. der Kaiser und dcs Erzherzogs Franz K. H. von Ihren Mgeladjntanttn begleitet, den 16. zur MittagsM in Semlin eingetroffen sind. Der Kaiser, hezog in der Vorstadt das Quartier, und der Er^-her',yg in- der Stadt selbst. Am 17. besahen Se. Maj. mit dem Erzherzoge die Gegend von Semlin; am 58. begaben sich MerlMMieselbeu nach Klenak, einen an der Save^ de? Türkisch?« Festung 'Sabatsch aegen-llber liegenden GranZort, wo sich'die zur Belagcning dieser Fcsiung bestimmten Truppen versammelten. In Bricftn aus Ofen wird von dem fortgesetzten Zuge der zur Armee abgehenden Truppen gemeldet: Am 19. April ist das Kürass.erre-giment Nassau hier eingetroffen, ,mK am 2oten über, Pcst ^ur Armee wctter abge^oa^nzHoch an diesem Tage traf das Kürassierregiment An-spach ein, welches am 21. früh nachfolgte. Aln 2Q. sah lran auch noch 6 Bat. Infanterie zusammen ankommen , nämlich die 3 Grenadierbataillonen Latour, Auersperg, und No-ttzenberg, 1 Bataillon von Pellegri-ni, 1 von Ferdinand Toskana und 1 von Wartenslebm. Am 21. kamen 1 Bataillon von Tillier und i von Stein, einige Tschaikenfchiffc, einige Schiffe mit Munizionwageu und einige mit Pulver, auch ein Transport Jäger an, welche am 22. alle weiter fuhren. Der Damm, welchen man von Semlin längst der Donau herunter an unsern Ufer macht, wird ein Meisterstück , wenn er zu Stand kömmt. Mann giebt die Breite sciner Grund" läge auf 16, und jene deren Oberfläche auf 12 Klafter an. Die höhe übersteigt jene, welche die Donau bei den stärkstes Überschwemmungen deicht. ' Dieser Damm schützt das Land gegcn Uiberschwemungen und deckt die Kriegsunterneymuttgell. Unsere Kriegskosten, ohne die im Frieden gewöhnliche Ausgaben, der Armee, öetraM bis jetzt zwischen ss. und 56. Millionen, und der Verlust an Manfchaft durch Scharmützel ist bis jetzt 3^c)c> uno darüber. Lavbach. Mittels eines russischen Kuriers) welcher eben von Se. Majestät dem Kaiser weiters nacher Venedig ab-geschikt worden) vernehmen wir, daß Sabatsch bcn 2s. erobert, und die dießfälligen Vorkehrungen von höchst unserem rastloßen Monarchen selbst gemacht worden. Der Allgütige erhalte lws, den Besten der Landes-iväter, welcher mit Aufopferung aller seiner Leibs und Geisteskräften nichts als das Wohl seiner Unterthanen zu befördern sucht. So eben vernehmen wir auch die Nachricht, daß sich Räuber aus dem venctianisch Istrien bey Fiume und in diesen Gegendm befinden: 2 Bau- ersleute wurden von ihnen angehalten, ^ da Sie aber nur Geld bey Schuldnern anzubringen suchten, und keines hatten , so wurden Sie befragt, ob Graf Lichtenberg cmf seinen Guth zu Schneeberg sich befinde? siecher sich mit ber UMssenheit äusserten, und dann frey gelassen wurden; diese Leute ober ansiat ihren Schuldner aufzusuchen, giengen auf das schleunigste nach Schneeberg, und zeugten es an, von wo aus alfogleich Aviso an alle Ortschaften gegeben worden. Das geschah den z. dieses, ob man von' diesem Gesinde etwas bckommen wird, stcbt zu erwarten, es wäre aber überhaupt zu wünschen, dast man ganz Venezianisch Ismen von diesen im Uiberfluß allda befindlichen Gesinde reinigen möchte. Laibach den 6ten « Vermög eines von Sabatz den^ 25. datirten Schreiben meines Freunds, ist benannte Festung den 24. ^achmittags um 3 Uhr nach wieder-iollter Äußerung von denen Tür- ?en, wie es nachstehend ausführlich zu ersehen ist , abgetretten , und ohne Sturm erobert, folglich nicht nach einer 4 täglich vergeblichen Bombardi-rung mit Sturm eingenohmen worden. Was vsn 18. bis 2). zu Beschics-su«g dieftr Vestung von Se. Majestät selbst veranstaltet, und vorgenohmeu worden, hat man ausführlich im letzten Extrablat gelesen. I'ch setze also nur den Innhalt des Briefes von 23. angefangen Hieher. Den 23, schikte unser bey der Txpeäniou beständig gegenwärtig gewesene Monarch einen Trompeter an den Aga von Sabatz,. er solle sich ergeben, allein dieser erwiederte ihm, daß es wider ihr Gesetz wäre, un> wenn sie ja nicht aufkommen sollten, so würden sie sich lieber selbst er-myrdm, als sich ergeben. Der Monarch befragte hierallf einige Herren Generalen, wie viel Mann es wohl kosten würde, Sabatz mit Sturm zu erobern ? und auf die Antwort bei 1502, bis 2202 Mann sagte der menschenfreundliche Monarch: Bci Sabatz sollen mir keine 3 Mann sterben. Den 24. Frühe um 4 Uhr wurde Sabatz von 4 Stäken beschossen bis Nachmittag um , 3 .Uhr, fo daß alle,Vorstädte..in Brand, und blos die Vestung annoch zu sehen war. Um 9 Uhr wurde abcrmal.ein Trompeter saM cm OH'ir an.den Aga um die ^libergab geschikt, welche auch geschah , indem sie vor Hitze nicht mehr bestehen könnten. Die Uiber-gab geschahe gegen dem, daß sich die ^ganze Garnison als Kriegsgefangene ^geben mußttu, den ^Qffi'iers jedoch, ihre Pferde beibelassen wurden. Und aus diese Art wurde gestern Abends um 5 Uhr der Aga mit 709 Mann von Aurmser Hussarcn und Nik. Esterhazy. yach Peterwardcin gebracht. 27. Kanonen, wovon einige unser Kalibre haben, hab^n wir mit noch znulichcr Munition in Sabatz zesunden, und das Wurmst' Regiment hat gestern 14 Türkische Fahnen allda abgeholt, die heute auch weggeschikt worden sind. Während ^der s tagigen Expedition haben wir !4 Todte Kanoniers, und 2 Bles-!sirte, und'gestern wurden der Herr-Z. F. Z. M. Rouvroi und der Fin-st Poniatovski jedoch nicht lebensgefährlich verwundet. Die Weiber und Kinder hat der Monarch frey zurück geschickt. Dem Vernehmen nach solle Ge. Exzellen; der Fcldmarschul Va< ron Laudon fasi wöchentlich 2 mal von dem Monarchen mit Schreiben bechrt werden: Wenigstens wird es also behauptet. Die'lebten Nachrichten von der Hauptarmes melden, daß der Monarch von bester Laune seye; auch sich samt des Prinzen Franz Kömgl< Hoheit Voll-0MMN Wohl Hefi«d< ! T<5c;stch Erhalt-die Ercherzogin von Prin^ett ein Schreiben. Cin Schreiben von 22. die,i ans Semlin erzehlet einen adernahligett Anqrisf der Türken mit zc>Qo Mantt laufdm grossen Damm , allein sie ieictt 'von den k. Truppen vo l D Alton und S unuel Iiulay mit solcher Gcwaft zn^ !rück getrieben worden, daß gegen ic>^ >Man aus den Platz blieben , selche" meistens von denen Kartätschen dle ^v^ che aufgerijstn waren. Wird alle Donnerstag auf dem Platz 5l.i?3. in der^ön KlemmaHl' schen Buchhandlung ausgegeben.