Mr. 50. Donnerstag, den 23. Juni 1881. YI Jahrgang. Pränumerations-Bedingungen. Zur ikilli j . . , —.»d . . I.»» MWfetü . . . «»»>lädr>q. . . »W«I AuKelaa, (Fttttrliic Nummer» ? fr. Mit Vost. Versendung! VinMilOriil . . l.«o H-Id,iU,r>, . . . g.x> U»oiHtattiji . . . «.«<. Erscheint zeden Donnerstag nni> Sonntag Morgens. Inserats vseklsn angenommen ia »ft UmMlion »er „«im» jriinng", cn-rrig.flt Wt. « («uJiHurtctei «.» J»ü«na ««tut«!). flutnüri« »«>»«» 3attr«lc fite d>» „SiIIin ^'Uu«d" .»! «. M«N« i« aitt allen bcbl. C-ptMlif ant Ratu. x li.mti in wie», ij. Stalle, ^nun^l - ttjtniui ia (ilttt. ?er untersteirische Parteitag. Seine Wanderversammlung sondern ein Partei« tag im vollste» Sinne des Wortes war es. welcher dnflofsencn Sonnlag über Ingerenz des „Deutschen Lereine»" aus Groz in der ältesten Sladt Steier« marks stattfand. Der nationale Spuk, welcher die Ilrndeutsche Bürgerschaft PellauS in neuerer Zeit so dausig belästigte, ist wohl nun gänzlich gebannt, denn angesichts einer so imposanten deutschen Kundg-bung dmfte selbst der tollste Eiferer der slovenischen Krone Anstand nehmen, eine Stadt in den Kreis seiner Phantastereien zu ziehen, welche rein und mächtig, wie der edle Wein, der auf den sonnigen Hügeln ihrer Umgebung wächst, gezeigt hat, daß sie deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird. DaS Fest selbst nahm mit dem Bankett in dem mit den österreichischen, deutschen und steiri» scheu Farben decorirten Murschetz'schen Salon seinen Anfang. Die Betheiligung war eine über Erwarten zahlreiche. Außer der mit ihrem wackeren Bürgermeister Dr. B r c« n i g fast vollzähligen Bürger-schaft PettauS und dem deutschen Vereine in Graz waren au« allen Orten des Unterlandes hervorragende Persönlichkeiten erschienen. Die Tafelmusik wurde von der trefflichen Eapelle de» Pellauer MusikoereinS unter persönlicher Leitung ihres CapellmeisterS Stöckl besorgt. Den Reigen der Toaste eröffnete Bürgermeister Dr. Bresn ig, dessen treue deuliche Worte eine zündende Wirkung erzielten. Sein Hoch galt dem „Deutschen Verein" in Graz. Dr. Graf Ignaz Attems toastirte auf die deutsche Sladt Petlau, der deutichen Wacht an der Drau. Dr. Strafella brachte dem Obmanne be» „Deutschen Bereines", dem Grafen Altem«, der seine Thatkraft für das BolkSwohl einsevt, ein Hoch. Unter stürmischem Beifalle brachte Graf S a l d u r g sein Glas dem deutschen Bürgerthume. Professor Müller toastirte auf die deutschen Städte an den Sprach» grenzen, Dr. Starkl auf den „Deutschen Schulverein", Dr. D u ch a t s ch auf die Berfamm-lung, Dr. M i ch e l i t s ch auf den Abgeordneten Dr. Schmideeer, Dr. H i g e r s p e r g e r auf den „Deutschen Bere',«"» Dr. S ch m i d c r e r auf seine Wähler, Dr. Michelitsch auf die liberalen Zeitungsschreiber und Graf Attems auf die WeinproZucenten Pettau«. Zustimmung«- und BegrüßungStelegramme hatte» gesendet: Mehrere GtsinnungSgtnosseu au« Marburg, Graf Wurmbrand, Dr. G l a n l s ch n i g g, Baron Walterskirchen, Dr. Foregger und Oberlehrer Simon itsch. Noch zahlreicher als die Betheiligung Mittag» am Bankett war jene am Abend bei der eigentlichen Bersammluug, daher auch der Obmann Graf Attems derselben mit R cht den Eharacter eines Parteitages beilegte. Professor Z w i t d e n e f • Süderihorst sprach nun über die nationalen Forderungen der Deutschen Oesterreich» bezüglich des Sprachunterrichte« und der Unterrichtssprache mit besonderer Berücksichtigung der Steiermark. Redner erörterte aus der gegenwärtigen Bewegung, daß die Deutsch-Oesterreicher keine wichtigere Aus-gäbe haben, al« die eigenen nationalen Interessen zu wahren gegen die Versuche, die Deutschen au» ihrer Stellung zu verdrängen. Es sei bedauerlich, daß die wirthschaftlichen Fragen in den Hintergrund gedrängt werden müssen, aber die Geschichte beweise, daß es keine starke Eulturentwicklung gebe ohne eine starke Nationalität. Die Deutsch-Oester- reicher wollen die Erhaltung de» Großstaaie«, den sie mit der Dynastie Habsdurg gründeten. Mit einem schwachen föderalistischen Eonglomerat wollen sie nicht« zu thun haben. Die Deutschen sind durch die Gründung Oesterreichs dem deutschen Reiche entfremdet worden; sie sind sich aber bewußt, daß mit der Stellung der Deutschen Oesterreich« diese Großmacht steht und fällt. Die Slaven sind mit den Deutschen zugleich und unter gleichen Verhältnissen in Europa aufgetreten, sie haben durch ein Jahrtausend die Geistesarveit den Deutschen überlassen; jetzt aber wollen sie plötzlich auftreten und behaupten, sie seien zur Leitung berufen. Die Deutschen erstanden trotz aller Un-glückSfälle immer wieder mächtig; andere, größere Reiche sind unter günstigeren Verhältnissen zu Grunde gegangen, weil sie nicht die politischen und socialen Formen für ihre Existenz gesunden hakn. Und die Nationalen wollen die Deutschen, welche zwei mächtige Reiche gegründet und erhalten haben verdrängen? Wir wollen nicht unterdrücken, aber führen. Wir kommen mit anderen Nationen recht gut au«, wenn wir auch ungerechtsertigle Angriffe zurückzuweisen verstehe». Man will heute die geistigen Kräfte, welche die talentvollen Slaven durch die deutsche Eultur erworben haben, auf ein kleine« Gebiet zurückdrängen, wo sie unmöglich Bedeutung erlangen können; man will ihnen den geistigen Weltmarkt rauben. Wenn wir daher sagen, daß wir da« eigentliche Interesse der Slo-venen vertreten, so ist da» keine Phrase. Wir wollen die deutsche Staatssprache in der Westhälfte, wodurch allein die Staateeinheit möglich ist. Wir müssen darauf bestehen, daß den Slovtnen die Erlernung der deutschen Sprache möglich gemacht wird und daß die Mittelschulen Feuilleton. In den Gewittern der Zeit. Roman von Max Vogler. llS. Fortsetzung.) — Ob er jetzt noch kommen würde? . . . Geiriß er muß noch kommen. Da« waren seine Schritte, die jetzt drinnen im Flur töuteu, . . . er kam eilig, ganz raschen Gange« ... er läuft fast athcmlos. Gewiß! er ist'«! . . . Er hatte sich in lebhafter Unterhaltung befunden, und nicht geglaubt, daß man so schnell nach Lindenschlag heimfahren werde, und der Vater hatte ihn nicht daran erinnert, hatte ihm kein Wort davon gesagt, . . . der garstige, ernste Baler! Und nun wollte sich Bruno entschuldigen, daß er sich so lange nicht nach ihm und Margarethe umgesehen, er «vUte bitten, sich noch ein wenig zu verweilen .. . vielleicht würde er sich gar entschließen, in den Schlitten einzusteigen, und ein Stück mitzufahren . . . er war gerade ihr gegenüber, wo sie ihm recht tief in die Augen sehen konnte, noch ein be-qiieme«, warme«, weiche» Plätzchen, und sie legte schon die kostbare, dichte Haardecke zurecht, damit er sich leicht setzen könne. — Vielleicht wird er un« gar nach Hause begleiten ... die Pferde haben jetzt wenig zu thu», sie können ihn wieder zurückbringen . . . oder er könnte auch sein eigene» Gespann hinterher fahren lassen, um e« auf dem Rückwege zur Sladt zu benutzen ... er kann auch in Lindenschlag übernachten ... ja, komm' nur! Hier, Bruno, sitzt sich'« gut I Und sie bebte leise zusammen, al« er beim Einsteigen sanft ihr Knie streift . . . — Hi! ruft der Kutscher und schwippt leicht mit der Peitsche, und die flinken Pferde schnauben, von bannen saust der schlanke Schlitten, durch die scharfe Winterlust dahin . . . Er ist aber nicht gekommen; e« war eine Täuschung gewesen; ihre Erregung hatte sie geäfft. Ein tiefe», schneidende« Weh will ihr die Brust zusammenschnüren. Die lustigen Melodien eine« eben begonnenen Walzer« klingen den Dahineilenden noch nach. Ihre Stirne ist fieberhaft; sie lehnt sich zur Seite und drückt da« Haupt tief in die Polster hinein . . . Herr von Waldstedt sprach kein Wort. Al« Margarethe, gepeinigt vom tiefsten Schmerz, da« Haupt in die Kissen barg, sah er nur einen ein-zigen Augenblick lang zu ihr hin. . . — Du lieber Gott l So ein zarte« Kind er-liegt leicht den Anstrengungen de« Tanze« . . . was Wunder, daß die Müdigkeit ihr Köpfchen neigt? So dachte er und dampfte feine Cigarre ge-müthlich weiter. Sich mit dem jungen Grafen zu beschäftigen, Halle er keinen Grnud, sein Wort war nun gesprochen. Da, unweit der Stadt, lag sein Grundstück, welche« man erwerben wollte, um e« zu einem Exercierplatz einzurichten. — Die Herren sollen sich verteufelt wundern! meinte Herr von Waldstedt bei sich selbst und sah wohlgesälligen Blicke« aus da« Grundstück hin und überlegte, wie er dasselbe, wenn da« darauf be-findliche kleine Gehölz ausgerodet, auf die Vortheil» haftest« Art parcelliren wolle . . . ' Dann ging'« den Hügel hinauf und drüben wieder herab. Bald war der Wald erreicht . . . Margarethe sah schüchtern empor und zuckte leise zusammen. In der Gesellschaft, in welcher sich Bruno von Pahlsen befand, hatte man inzwi,chen noch manche« Gla« geleert. E« war zornig aus den Tisch geschlagen worden, wie der junge Gras au»-führlicher, al« er e« schon vor einer Stunde gethan, und nicht ohne Bitterkeit erzählt hatte, in welcher Weise Herr von Waldfted ihm erklärt habe, daß er unter allen Umständen sein Grundstück nicht zur Verwendung für den bewußten militärischen Zweck hergeben wolle, und mancher scharfe Wort» hieb fiel gegen den wunderlichen Herrn. deutsch bleiben unter jeder Bedingung, nicht nur jetzt, sondern auch künftig, wo man vielleicht sogen wird: ES ist schon Alk* wieder gut. wir sind schon wieder auf den coruliichcn Stühlen, welche wir so schmerzlich vermißten. Auch in jenen Zeilen werden wir diese Forderung erheben und nicht nachgeben. Redner beantragte nun folgende Reso-lution: „Die Versammlung erklärt im Interesse der StaatSetnheit und der Nationalen Oesterreichs, daß jede Beschränkung der S t t l« lung der Deutschen, der deutschen Sprachkenntniß in den von Deutschen uud Slavenen bewohnten Ländern vermieden, im Gegentheile Alles aufgeboten werden müsse, um die deutsche Spracht alsStaatSsprache in allen Reichstheilen wenigstens in den mittleren Kreisen der Bevölkerung lebendig zu erhalten. Diesem Grundsätze gemäß, welcher allein die StaatSeinheil verbürgt, erscheint eS unbedingt geboten, in den slavischen Volksschulen die deutsche Sprache unobligat so gründ« lich und ausgedehnt zu lehren, daß die Schüler befähigt werden, eine höhere deutsche Lehranstalt mit Erfolg zu besuchen. In den Mittel-schulen, Lehrer« und Lehrerinnen-BildungSan st alten kann nur die deutsche Sprache Unterrichtssprache sein. Die deulsche Partei wird nur jene Regierung als eine den deutschen Interessen entsprechende unter« stütze», welche diese Forderungen energisch durchführt." Die Resolution wurde über Antrag des Bürgermeister» Dr. Bre « nig einstimmig unter brausendem Beifall« angenommen. Hierauf sprach Dr. Hin» M i ch e l i t s ch in scharfer mit Humor und bitterer Ironie durch-webten Rede über die Gleichberechtigung der Nationalitäten. Redner bewies, daß die Gleich« berechtigung der Nationalitäten in einem Staate unmöglich sei. Den fünf Viertel Millionen Slovenen gegenüber haben wir die Macht noch nicht verloren. Die Wissenschaft werde durch nationale Isolirung, durch ein Winktlidiom nicht gefördert. In Agram und Galizicn bestehen slavische Universitäten, die-selben haben aber keine Leuchten der Wissenschaft gebracht, sie sind höchstens Beamtenseminare. In einer Pettauer Tischrede sei seinerzeit der erste Impuls zum Ausgleicht mit Ungarn gegeben worden. Redner wolle dessen Nothwendigkeit nicht untersuchen, aber von solchen Ausgleichen wollen wir absolut nichts mehr wissen. Unsere Slovenen wissen nicht» davon, daß sie den Beruf zu einer staatenbildenden Nation haben; es wissen selbst die Gclthrttn nicht viel davon. Wenn man beim — Lassen wir endlich den alten Querkopf! sprach jetzt einer der Offiziere. Er wird ja sehen, wie weit er mit seinen Wunderlichkeiten kommt! Und er erhob das Gla«. und man schlürfte vom Neuem den köstlichen Wein. — Ia, lassen wir ihn! wiederholte Bruno und stieß kräftig an. In fröhlichster Stimmung stand man auf und ging nach dem Saal zurück; eS wandelte Einige, vom Champagner angenehm erregt, die Lust an, noch einen Tanz zu machen. In wenigen Augenblicken hielten die statt« lichen, kraftvollen Gestalten schlanke Tänzerinney im Arm und wirbelten durch den Saal hin. Der junge Gros dachte nicht mehr an das gequälte Mädchen. Da» edle Naß hatte ihn seinen trüben Gedanken entrückt und in den Zauber Heller Freude geführt. Er schritt durch den Saal und blieb bald hier, bald da stehen, um mit den ihm bekannten Damen fröhliche Worte zu wechseln und mit ihnen zu scherzen. Dann lehnte er sich an eine von Geilanten umwundene Säule und ließ die Blicke durch de» schimmernden Raum, durch den von betäubenden Duft durchwehten Saal gleiten. ES war, als sei er in tiefster Seele zufrieden. Einer der Freunde kam jetzt auf ihn zugegangen und klopfte ihm in ausgelassener Laune auf die Schulter und neckte ihn mit seiner alten Liebe zu Luzia Liswendt. Ausgleich mit Ungarn sich auf historische Gründe berief, so ist eS auch historisch, daß wir ein deutsches Reich waren, und wenn dieses Reich eS nicht mehr ist, so hört es überhaupt auf. Wir wollen nicht, daß eS wie eine Artischoke zerblättert werde, wenn auch die Deutschen in Oesterreich dabei am wenigsten zu kurz kämen. Wir Deutschen haben daS neue Oesterreich acreprirt, aber wir wollen auf diesem Standpunkte bleiben. Die ker« nige Rede Dr. Michelitsch'» fand donnernde Zustimmung. Vor dieser Rede verlas Herr Miller-H a u e u f e l S die Vorschläge de» erkrankten Referenten Professor Winter wegen Verbesserung der gewerblichen Zustände. Dieselben werden in der nächsten VereinSversammlung behandelt werden. Nachdem das Programm erschöpft war, schloß Graf AttemS mit der nochmaligen Begrüßung der Gäste und dem Danke für ihr Erscheinen die Versammlung. Nun folgte eine fröhliche Abendunterhaltung. Der Männergesangverein wetteiferte mit dem Musikoereine in dem Vortrage erhebender Weisen. Sämmtliche schwungvoll vorgetragenen Chöre und Tonstücke wurden durch rauschenden wohlverdienten Beifall ausgezeichnet. Allen voran das „Deulsche Lied", wrlcheS mit dtinonstraliocm Jubtl btgrüßt wurde. Ein prächtiger Chor „Alpengrüßc" von Herrn Schulfink, wurde unter persönlicher Leitung de» CompositeurS mit saScinirender Verve gesungen. Um 1 Uhr Nacht» erst fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Der festliche Tag. sowie die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft der wackeren deutschen Patrioten PettauS werden allen Theil-nehmern unvergeßlich bleiben. Wien, 21. Juni. (Drig -Gorr.) Im Banne des ElericalismuS stehend, dürfen die spärlichen Repräsei» tonten deS Freisinnes im Schoße der Majorität des Abgeordnetenhauses nur während der ReichSrathS Ba-canzen ihrem gepreßten Gemüthe Lust machen- Und so hat denn auch der Abgeordnete jür Lemberg Dr. Wolski vor seinen Wählern erst den Muth wiedergewonnen über die schmachvolle Abhängigkeit Klage zu fühlen, in welche der Polenclub durch einen unseligen Kompromiß mit der sogenannten „RechiS"parei gebracht wurde. Neues ist in der Rede nicht zu finden, welch« Tr. Wolsli vor-gestern vor seiner Lemberger Wählerschaft hielt: aber e« ist immerhin intercssant aus dem Mundc eines Nicht-Teutschen Worte zu vernehmen, welche die Berechtigung der von den Verfassungstreuen gegen das Taasse'sche Regiment erhobenen Vorwürfe darlegen. Irgend welche Bedeutung für die Parteiveihältnisse im Reichsrath vermag man indeß derartigen postHumen Hcrzerleichte-rungSreden selbstverständlich nicht bei,«legen. Wenn das Abgeordnetenhaus wieder zusammengetreten sein wird, dann wird sich Herr Dr. Wolsli an seine vorgestrige Rede auch nicht einmal erinnern dürfen. Das Organ des böhmischen Jeudaladel» ist darum voll im Recht, daß es sich über die Tapferkeit des liberalen Polen Bruno war sich nicht bewußt, daß beim Klang diese» Namens seltsame Gefühle vom Grund seines Herzens emporschwollen und ihm da« ohne-hin vom süßen Wein erhitzte Blut noch heißer durch die Adern jagten. Er ließ das Auge durch den Saal schweifen ... er suchte etwas ... er suchte und suchte. . . Welch' ein Gluthquell ihm jetzt in die Schläfe schoß! Wie mächtig das Herz an die Rippen schlug! Er hatte das andere Auge gefunden, welches er unbewußt suchte, er hatte seinen süßen, ver» zehrenden Strahl eingesogen, heiße Gefühle drängten sich hastiger und hastiger durch feiie Brust . . . wie verzaubert stand er da ... Er konnte den Blick nicht mehr von ihr wenden, und e« ergriff ihn wie stiller Neid, al« er die schöne, üppige Gestalt in den Armen eines schmucken Tänzers immer wieder an sich vor« überfchweben sah. Er halte diesen weichen, geschmeidigen Leib einst in seinen Armen gehalten, diese volle Brust hatte einst an seinem Herzen gewogt und dies reiche Haar seine Schiäse umspielt. Ihr süßer Athem hätte ihm einst alle Sinne berauscht, und er wußte nicht, der Unglückliche, wie sein Hauch ihn wieder zauberisch selig anwehte, wie die gol» denen Fäden sich wieder lei« um seine Seele spannen und da« duftige Netz webten, da» dann so lustig macht, welcher die Reactionären schlägt, wenn sie nicht dabei sind. Solche Gegner läßt sich die Reaction gerne gefallen und mit dem Stoiker Diogenes sagt sich Herr Lienbacher: »Mag mich Herr Dr. Wolski prügeln, i wenn ich nur nicht dabei bin; im Reichsrath muß er doch tanzen, wie ich pfeife " Das klappernde Mund- j heldenthum eines Wolski schmeichelt dem Mackilitzel der ölericalen fast noch mehr als die renegatenhaste Wohl- > dienere! eines Otto Hausner. Zähneknirschend, sich bi« ! in's Tiesinnerste schämend muß Wolsk, das siicriftduni iutollcctus bringen. Er hat keinen Deckmantel, um die Schmach des Rechtsbruches zu decken, dessen sich die Majorität und er mit dieser durch die Annullirung der Wahlen des oberösterreichischen Grundbesitzes schuldig gemacht und dem sie durch die AgnoScirung der vom Reichsgerichte stigmatisirten Neuwahlen die Krone aufgesetzt | haben. Wenn er sich dennoch unterwirft, so liegt darin die höchste Anerkennung für die überwältigende Macht deS clericalen Unterdrückers. Herr Hausner dagegen sucht nach Sophismen, um sich selbst hinwegzutäuschen über , sein wenig ehre, volles Verhältniß zu der ultramontanen „Rechts"panei. Hierin liegt schon eine Art von Protest gegen die Ucbermacht. Er will sich wenigstens den An-schein geben, als folgte er seiner eigenen Ueberzeugung und darum behandelt die clericale Presse Herrn HauSner sozusagen, mit mitleidsvoller Ueberlegmheit, ähnlich etwa, wie den Herrn Grasen Taaffe, dem sie es gleich-falls ungestraft hingehen lassen, wenn er sich selbst vor-spiegelt der Spielball der Clericalen nicht zu sein. Sie gönnen ihm das kindliche Vergnügen. Pettau, 20. Juni. tck, dem ihren begegnend, feurig aufloderte... sie wußte ganz genau, welch' eine süße, heimliche Gluth sich jetzt in alle seine Schläs« hämmerten und selige Schauer sein ganze» Herz durchbebten. Sie [ah ihn nicht wieder an . . . sie war ihre« Siege« gewiß . . . Luzia'» Verwandte brachen auf. Ihr Vater hatte sich bereite vor einer Stunde soribegtben. Beide waren die Gälte seine« Schwager« und über» »achteten in dessen Hause. Allen Bewegungen Luzia'« folgte jetzt Bruno ; er sah, wie sie sich verabschiedete, wie sie sich der Thüre de» Saale« nüherU, um denselben zu ver« lasten. Er war in fieberhafter Aufregung. Sie ging stolz an ihm vorüber, sie würdigte ihn kaum eine« Blicke«. Aber der Ausdruck ihrer Züge verrieth, was ihr Innere« btwcgte. Sie harrtt ihre» Opfer«. Nun war sie hinausgegangen . . . Bruno stand immer noch regungslos, den Blick zur Thüre gewenttt. sei. Die Bürger der Stadt, der wackere Bürgermeister Tr. Bresnig an der Spise, waren, man könnte sagen, vollzählig erschienen, um Zeugniß abzulegen von ihrer wabrbast deutschen Gesinnung. Dieses heizerhebende Zeugniß birgt in sich die beste Gewähr, au» der wir Muth und Kraft schöpfen werden, als treue Wacht an der Trau, unerschütterlich festzuhalten an unsern Prin-«lpicn und allen Bestrebungen, — insoweit sie gegen das Deufchlhum und gegen die freiheitliche Entwicklung der deiilichen Schule gerichtet sein sollten, insoweit sie aus Ärißenwahn und höchst verwerflichen Eigendünkel be-mV« — aus das entschiedenste entgegenzutreten. Mögen unsere Gegner auch ferner in Verläumdungen in Acr-lailgnung und Verdrehung von Thalsachen und in an-deren unehrenhasien Mitteln ihre Glöße finden. Einem solchen Treiben werden wir immer mit gekreuzten Armen gegenüber stehen; aber die Hand weg von dem Versuche, die deutsch« Stadt Pettau und ihre deutsche« Schulen slovenisiren zu wollen. Der gestrige Tag hat unS den besten Beweis geliefert, daß wir ei in unserer Stadt nii mit einem verschwindend kleinen Haustein sanalisch Andersdenkender zu thun haben, welche uns terorifiren nollen. Mögen eS sich so manche Jugendbildner in un-seren Schulen gesagt sein lassen, daß die heilige Sache der Erziehung und des Unterrichtes nichts mit dem Getriebe der politischen Parteien zu thun haben darf. Bohl soll und muß der Lehrer Kunde haben von den Vorgängen im politischen Leben, wohl soll er Gebrauch machen von den Rechten und Pflichten, die ihm al« Ltoalsbürger zustehen. Aber alle anderen politischen Zgilalionen und Machinationen müssen ihm ferne stehen, denn sie stören und hemmen seinen Lehrberuf. Hr hat mit der schönen Mission, die ihm geworden, Maus zu thun, und will er sie gewissenhaft ersüllen, so nimmt sie sast sein ganzes Denken und Fühlen in Wisptuch. Den Adel der Gesinnungen und Gefühle, dcu Trieb und Muth für alles Edle und Gute, bei den Kindern zu erzeugen, das ist die Aufgabe eines wahr-hallen Pädagogen, nicht aber den ihm anvertrauten Kindern systematisch das Gift der nationalen Zwietracht einzuimpfen. Hvhrnegg, den 19. Juni- (Orig.-Gorr.) Wie in s» manchem Crte, so besteht auch in unserem Markte die altherkömmliche Sitte oder besser Unsitte, an ge-rissen Feiertagen zur größeren Ehre Gotlcs und zur Hebung der feierlichen Stimmung zu schießen. Ob die mißlichen Eoniequenzen, die oft daraus entstehen auch zur Feierlichkeit beitragen, möchte ich dahingestellt sein lamn. So beobachtet man die zarte Rücksicht, schon um 2 Uhr Früh die Böller donnern zu lassen. Wie oft kommt eS vor, daß ein Kranker, welcher nach qualvoller Ziachl in den ersten Morgenstunden ein wenig einschlum-»nt, durch das Getöse wieder geweckt wird. Wenn auch die Bewohner des Marktes das allensalsige Zerbröckeln eines Ziegels aus dem Dache und sogar ihre persönliche Gicherheit in Folge der herabgeschossenen Steine hintan' sesen, so sollte doch auf die Passanten, namentlich aus iolche, die sich der Equipagen bedienen, Rücksicht genommen melden. Wie oft sieht man nicht unruhig werdende sich Drunten führte schon der Schlitten dir Fa« rnilie Rewsanz und Luzia der ia unmittelbarer 5Uhe gelegenen Wohnung der ersteren zu. Die Freunde des Grafen wollten sich ver-«schieden und störten ihn au» fernen Träumen «f. Man stürzte noch ein Glas Champagner hinunter und verließ das Hotel. Bruno hätte nun feinem Diener befehlen sollen, zur Abfahrt bereit machen zu lassen. Er that eS nicht. Er ging, anstatt den Diener zu senden, selbst in das Garderobezimwer und ließ sich seine» Hut geben. In wenigen Augenblicke» war er auf der Llraße oi>d wandle feine Schritte, von unficht-baren Geistern getrieben, durch die öden, stillen Elraßcn zur Stadt hinaus . . . Oa stand er vor der Rcmfang'fchen Fabrik, lint) dort, ein wenig davon entfernt, erhob sich d°« Wohnhaus. Es war ihm dies wohlbekannt. Er schritt aus das letztere zu. In allen Zimmern war e« dunkel; kein einziger Lichtschein drang durch die hohen Fenster. Und doch konnte sie noch nicht zur Ruhe ge-ganzen sein; doch mußte ihr Herz ihr verrathen, doh er ihr feigen würde; sie mußte ihn erwarten. Die Geister vergangener Tage, die alten, herzbe-strickenden Geister raunten es ihm zu. Er ging nach dem linsen Flügel des mächtigen Hause« hin und bog um die Ecke nach der hinten» bäumende Pferde, welche nur durch die größte Borsicht be? Kutschers wieder zur Ruhe gebracht werden können. Ich glaube, es würde der Ehre Gottes kein Abbruch gethan, sondern im Gegentheile der Religion, die ja doch aus Nächstenliebe basirt ist, viel mehr entsprechen, wenn man die Geldbeträge, die als Pulver verpufft werden, dem Armensonde oder einem ähnlichen wohl-thätigen Zwecke zuwenden würde. — Es wäre sehr er-wünscht, wenn die Gemeinderäthe in Hahenegg — so wie in jenen Orlen wo noch diese eben so alte als dumme Sitte besteht — endlich einmal den festen Enischluß fassen würden, der üblen Herkömmlichkeit »ach Kräften zu steuern. Kleine Chronik. eilli, 22. Juni. (S p a r c a s s e.1 Die DirectionSmitglieder der städtischen Sparcasse wählten Herrn Franz Zangger zum Obmann, Herrn Anton I e r j e n zum Odmann-Stellvertreter und Herrn Biclor Wvgg zum Kanzleivorstand. AlS RechtSconsulent wurde Herr Dr. HigerSperger bestellt. (Für Mittelschulen.) Dem Gym-nasiallehrer Josef F e i ch t i n g e x in Graz wurde vom stciermärkischen Landesschulrathe die Bewilli-gung zur Errichtung eincS BorbereilnngscurseS für Mittelschulen ertheilt. (U n t e r st e i r i f ch e Bäder) Bi« zum 21. d. M. sind in Bad Neuhaus bei Eilli 250 und in R S m e r b a d 153 Gäste zum Eur-gebrauche eingetroffen. (Euriosuin.) DaS hiesige Telegraphenamt hat das Telegramm des Dr. Glantscknigg an die Wanderversammlung de» deutschen Vereines von Gra; in Pettau am 19. d. M. nicht sofort ab-gegeben, fondern sah sich veranlaßt erst in Graz anzufragen, vd da» Telegramm abgelassen werden dürfe. Der Inhalt des Telegramms ist au» der „Grazer Tagespost" bekannt, und wir können demnach nicht genug staunen über die Aenzstlich-feit de» hiesigen Telegrafenamtes. Sollte dasselbe etwa unter der Controle des Herrn Dr. Bosnjak stehen ? I (Schadenfeuer.) Man schreibt uns aus Ponigl unterm 19. d..° „Gestern gegen 1 Uhr Nachmittag» brach im Dorse Berteöe (Gem. Ponigl) auf bi« jetzt unbekannte Wctje Feuer au». Binnen zwei Stunden bereits waren sämmtliche Gebäuke und Hadseligkeiten von 3 Grundbesitzern eingeäschert. Dem hiesigen Gend.-Posten Commando, welches sogleich am Brandorte erschien und mit unermüd-llchem Fleiße wi'kie und schaffte, ist eS zu danken, daß nicht das ganze Dorf ein Raub der Flammen wurde. Der Schaden beträgt gegen 3000 fl. Keiner von den Betroffenen war affecurirt." (Hagelschäden.) Ueber die OrtSge-meinden: Süssenberg, St. Marein, St. Peter im Lärenthale, St. Hemma und Sibika ging am Front des letzteren; verborgene Mächte lenkten seine Schritte. Dort brach noch mildgedämpfter Schimmer durch die Scheiben. Eine hohe, schlanke Gestalt warf ihren Schatten auf die weißen Gardinen. Da oben mußte sie weilen. Eine Zeit lang stand er regungslos da. Kein Laut klang durch die eisig kalte, in tiefen Dunkel über der Landschaft lagernde Nacht. Auch oben regte sich nichts. Er ging einige Mal auf und ab . . . der Schnee knarrte unter feinen Tritten. Mochte er knarren; Bruno hörte nicht« als da« wilde Ver-langen feine« Herzens ... Sie gab kein Zeichen, daß sie oben weilte... sollte er sich doch täuschen?...... Aber nein? Sie mußte hinter diesen Gar-dinen schweben; eine heimliche Stimme rief e» ihm immer und immer wieder zu, und jetzt konnte er ganz deutlich ihren Schatten erkennen. Sie tritt an'« Fenster, sie wird e« öffnen, sie wird nach ihm auespähen! Doch sie ging rasch wieder zurück, und einen Augenblick kam es wie dämonischer Zorn über ihn. In der Sladt schlug e« einhalb drei Uhr. Er entfernte sich ein Stück und wandelte abermal« eine Zeit lang hin und her; sie mußte ja wissen, daß fein Herz hier unten dem ihreo in heißer Glulh entgegcnschlug . . . Nachmittag de« 16. d. ein Hagelwetter nieder, welche« sowohl die Felder al« auch die Wein» gärten verheerte. Das Hagelwetter dauerte 17 Minuten. (Blitzschlag.) Da» Wirtschaftsgebäude de« Grundbesitzers Johann Ziegler in der Gemeinde Hl. Geist ging am 16. d. durch einen Blitzschlag in Flammen auf, die Schwester de« Besitzer«, welche sich im Hause befand konnte sich nur mit Mühe retten und erhielt lebensgefährliche Verlesungen. (Diebstahl.) Hohenegg, den 21. Juni. Dem Grundbesitzer und Winzer Johann Lesial von Zivce, Gemeinde Neukiichen, wurde heute Bormittag, circa '/„lO Uhr, im Amislocalc de« „Vorschußcassa-Vereines" in Eilli au« der Seiten-tasche de« Rocke« eine Brieftasche, worin sich nach persönlicher Angabe folgende Gegenstände befanden, entwendet: eine alte Banknote zu 10 fl., eine neue Banknote zu 10 fl. und zwei Stück Papier-gülden. Summa 22 fl. Ferner eine Einantwortung«-Urkunde vom k. k. städt. deleg. Bezirksgerichte Eilli und mehrere Winzer-Rechnungen auf seinen Namen lautend. (Aufgefundene K i n d e « l e i ch e. ) Montag, den 20. d., wurde in einem Abortfaffe des hiesigen Gefangenhauses die Leiche eine» neu« geborenen Knaben gefunden. (Die h ö ch st e Politik) treibt unstreitig da« in deulscher Sprache in Marburg erscheinende Slovenenblalt. Die letzte Nummer diese» Blatte» bringt unter der Rubrik „Politische Rund» schau" die Nachricht, daß unter den Zöglingen der Lehrerbildungsanstalt in Brünn der Fleck» typhuS auSgedrochen ist. (D e r A e r g e r regt f i ch.) Die erhebende Kundgebung zu Pettau, welche wie ein luftiger Maihauch die Gemüther deutscher Patrioten er-frischte und stärkte, findet in der „Sudelsteirischen Post" ihre hämischen Bemerkungen. Da da» ehren» werthe Blatt indeß von den Thatsachen nicht» wegzulügen vermag, so sucht es die Redner zu ironisiren und den denkwürdigen Tag als darm-loses Sonntagsvergnüzen hinzustellen. Gönnen wir der frommen Dulderin das kleine Bergnügen! Buntes. (Hony soit, qui rnalypense!) Wer kennt nicht diese berühmte Devise deS engli-scheu Hosenband - Ordens, zu deutsch : „Schande über den, der davon etwa« Scylechte« denkt!" Wenig bekannt dagegen dürfte e» fein, daß jene stolze Devise zu einem sehr niedlichen Wortspiel Veranlassung gegeben hat. Die Inschrift de« Pferde-stalle« im Jägerhaft des Prinzen Karl bei Klein» Glienicke lautet nämlich: Hony soit qui mal y panso, bedroht also Denjenigen mit Verachtung, der die Pferde schlecht striegelt. So hat denn ein Nun stand er wieder still . . . Sieh! Da schwebt e« droben obermal an da« Fenster heran und horch! ... ein leise« Knarren . . . da» Fenster wird geöffnet. Ein schlanker Leib neigt sich vorsichtig herau» und ein Paar dunkle Augen blitzen in die schwarze Nacht. Sie ist'« . . . Er ist der Wand de« Hause« um einige Schritte näher getreten, und der Schnee knarrt wieder unter feinen Füßen. Er möchte sprechen, aber da« Wort erstirbt ihm auf den Lippen. H chon hat sie da« Fenster wieder geschlossen. Ob sie ihn bemerkt hat, ob sie die knarren-den Tritte vernommen? Bruno steht jetzt ganz nahe am Hause. Er lauscht aihemlo« und möchte selbst da« ungestüme Klopfen feine« Herzen« unterdrücken, damit et jeden andern Laut vernehmen kann. Da schwebt e« leise über den Flur ... er hat e» nicht hören können, so sacht glitten die Füße die Treppe herab. ES ist an dieser Seite des Hause« nur eine kleine Thüre; der Haupteingang befindet sich drüben auf der andern, wo die Wohnräume der Familie Remfang liegen. (Fortsetzung folgt.) einzig?» kleines Schriftlichen den altenglischen Ritterspruch zu einem passenden Wahlspruche für die Pfleger edlen Pferdematerials gemacht. (Blutvergiftung durch Tinte.) Im Nassauischen ist kürzlich ein Lehrer an Blut-Vergiftung gestorben, die durch einen Stich mit der Stahlfeder in die rechte Hand hernorgerufen wurde. Es ist die» eine Mahnung zur Borsicht. Srhr häufig ist die Tinte zur Verhütung von SchimmeldUdung mit etwas Aetzfudlimat, einem Präparat aus Ouechilberoxid mit Salzsäure, ver-setzt, einem der stärksten Gifte. E» ist bekannt, wie gern Kinder die Feder nach dem Gebraucht ob-lecken, wie leicht kann außerdem in eine kleine, am Finger befindliche Wunde Tinte kommen; auch «ine an sich unbedeutende Verwundung mit der Feder selber ist keine Seltenheit. In allen diesen und anderen Fällen sind die schlimmste» Folgen möglich, sobald die betreffende Tinte Sublimat enthalt." Korrespondenz der Redaction. An die Redaction der .Südfteirischen Poft" Sie erwähnen unter diversen Ungeicimtheilen ihrer letzten Nummer, daß uns die Tagespost nähre. Wenn dem auch so wäre, aber unsere Leser wissen, daß dies nicht der Fall ist, so wäre dies wohl zu verzeihen, denn ein Blatt, das gewiß doppelt so viel Abonnenten zählt als sämmtliche slovenischcn Tages- und Wochenblätter, inklusive der „Südst. Post", als Ouelle zu denk Yen, ist jedenfalls verzeihlich. Weniger verzeihlich ist «s jedoch, daß Sie die „Cillier Zeitung", für die Sie doch nur Schimpfwort» haben, mit auffallender Regel-mäßigtcit plündern. Wir würden uns. weiß Gott, schä-men, Ihrem Blatte die kleinste Zioli» zu entlehnen. ÜLas die Schlußnotiz Ihrer heutigen Nummer „Wiederholt insultirt" betrifft, so finden wir, daß Sie den Wink, den wir dem „Slovenski Gospodar" gegeben, beherzigt haben. TieS ist einmal schön. Jetzt sind Sie endlich recht gelaunt. Wir werden, hoflich wie wir find, Sie nicht lange aus Antwort warten lassen. Vorläufig empfehlen wir Ihnen über GötheS Worte: „Ich hab es öfter rühmen hören Ein Komödiant könnt' einen Pfarrer lehren" »achzudenken. ßourse der Wiener Aörse vom 22. Juni 1881. Goldltntt ............94.15 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 77.05 . „in Silber . 77.85 1860er StaatS-AnlehenSlose .... 132.50 Bankaktien...........821.— Ereditactien....., ... . 356.50 London............117.— Napoleond'or.......... 9.29 I. f. Münzducaten........ 5.51 100, Reichsmark.........57.— ßisenöaknI-aßrordnung. Richtung W i c n - T r i e st. Ankunft Abfahrt TageS-Eilzug................ .'(.40 3.42 Nachm. Nacht Eilzuq................. 3.34 3.30 Nacht«. Poftzug.....................11.32 11.42 Mittag. Posl.ug.....................11.42 11.47 Nachl». Gemischter Zug.............. 5.22 5.30 Nachm. Richtung T r i e st - W i e n. Ankunft Abfahrt Tages Eilzug................ 1.12 1.14 Nachm. Nacht-Eilzug.................12.24 12.2« Nachts. Svstzug..................... 3.55 4.01 Früh. oftzug..................... 4.26 4.32 Nachm. Gemischter Zug.............. 9.11 9.19 Norm. Secundärzug ab Eilli 6 Uhr Früh Ank. Laibach 9 Uhr 24 M. Vcxm ab Laidach 5 Uhr 45 M. Abds. Ank. Eilli v Uhr 4 M. Adds. Aösaört der Kosten von Eilli nach: Sachse»seld, St. Peter, St. Paul, Franz, Möttnig, Troja»». Lukuwetz, Bir, Laibach um 5 Uhr Früh. Fraßlau, Praßbrrg, Lause«, Lberburg um 5 Uhr Früh. Wollaa, Schönstcin, Mißling, Wiadischgraz um 5 Uhr Früh. Neuhaus um 12 Uhr Mittags. tobearag, Weitenfteiu um 12 Uhr Mittag*, achseuseld. Et. Peter, St. Paul, Frauz um l Uhr 5 M. Nachm. Mit 1. Juli 1881 beginnt ein neue» Abonnement auf die wöchentlich zweimal erscheinende „KiMer Zeitung". Der Abonn-mentspreiS beträgt: Für Cilli mit Zustellung in» Haus: Monatlich fl. —.55 Vierteljährig „ 1.50 Halbjährig „ 3.— Ganzjährig „ 6.— Mit ^ostversendung (Inland): Vierteljährig fl. 1.60 Halbjährig „ 3.20 Ganzjährig „ 6.40 Jene P. T. Abonnenten, deren Abonnement mit 30. Juni d. I. zu Ende geht, ersuchen wir nm sofortige Erneuerung, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintrete. Administration der „Cillier Zeitung". Zwei möblirte Zimmer mit »«paratem Eingang sind iu vermiethen Mttiugil-ttiai* /©<*. Wohnung, 31s_2 bestehend ans 3 Zimmern sammt Zngebör, 1. Stuck, gassenscitig, ZQ vermiethen. (jrazergasse ,Schwabu. CZZXZXZZXZXZZZZZ3 Eine schöne Wohnung mit 5 Zimmern. auch 3 Zimmern *u vorgeben. Anzufragen: Caf£ Krusehitz. 310—3 Qnt erhaltene Wein- und Obstpresse Ist billig zu Terkaufen. Näheres in der Expedition. 1). 388. Kundmachung. Es wurde wahrgenommen, dass zinklniltige, aus vulkanisirtem weissem Kautschuk verfertigte Saugdiiten im Handel sich befinden. Da nun diese Saugdüten aus vulkanisirtem weissen Kautschuk alle meist zinkhältig und in diesem Falle nach der Ministerial-Verordnung vom 1. Mai 1866 R. (x. BI. 54 verboten sind, so werden die betreffenden Herren Gewerbeinhaber und Apotheker im Sinne des hohen Statthaiterei-Erlasses vom 7. Juni d. J. darauf aufmerksam gemacht. Stadtamt Cilli, 17. Juni 1881. 31®—2 Der Bürgermeister: Dr. Neckermann. Eröffnnngs-Anzeige. Ieh Endesgefertigter mache die hofliche Anzeige, das» ich mein mit grösster Eleganz aasgestattetes ZESstse-uj:- und J^riseur-lHCScliäst nm ## n t# gt 11» f n 11 e im Wolfschen Hause mit heutigem Tage eroffne, und zwar mit der Versicherung der solidesten Bedienung und stelle gleichzeitig an ein hochgeehrtes Publicuiu die ergebenste Bitte, mich in meinem Unternehmen gütigst unterstützen zu wo len. Hochachtungsvoll •Johuiin Zwerenz. Cilli, am 23. Juni 1881. 316—7 In der Laibacher Vorstadt in Cilli Xr. 26 nächst dem Exercierplatze ist ein GasUtaas samt ealsjreclienden Wotamp-totaMtleilen, ferners WMalWäM aiii ActopM 311—2 zu verpachten. Auch wird die ganze Hausrealität verpachtet oder verkauft. Weiters ist in der Villa ia Lava eine grössere Wohnung zu Termiethen. Anfrage bei Dr. Ang. Schurbi, I'ostgasse in Cilli Xr. 26, Gut erhaltene Möbel 817_i werden zu kaufen gesucht Adresse Eipeditiou. 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