Dinstag den 12. Mär? 3539 D I I V r i e n. Eisenbahn von Wien nach Tviest durch Stcyermark und Kram. >^me Eisenbahn, zumal eine von 80 Meilen Länge fso viel düifte die Distanz von Wien und Trieft »nil den durch Terrain-Verhältnisse gebothenen Aus-lleugungen ziemlich betragen), ist nun em schr großar.-liges Thema, und da kann es denn nicht fehlen, daß in deu Urtheilen über Ausführbarkeit und Wirkungen dttselben manches Verschiedenartige ans Licht kömmt. Während Einige, verblendet von den fast taglich «scheinenden pomphaften Ankündigungen neuer Eisen-iahn-Unternehmungen im Auslande, ihrer Hlimalh den Voiwurf machen, daß in derselben zu gleichem Zweck, noch nichts geschehen sey, schütteln Andere, lwgsdenk der beschränkten <3e,ldkräfte deö Landes, und jm Wahne, dieses müsse die Kosten bestreiten, bei >nl>, von Donizetti — mit Begleitung des Männer-Chors, gesungen von Schober. Varia« tionen für das Violoncello — vorgetragen von Merk, ?. k. Kammer-Virtuosen und Mitglieds der k. k. Hofkapelle. Duett und Schluß-Quartett ausderOp" II (^lui'llmllnta, von Mercadante — gesungen vol»^ Jenny Lutzer, k. k. Kammer--Sängerinn , undSabine Heinefetter; beim Quartett begleitet von Schob" und Schunke. Zweite Abtheilung: Ouvertüre zu E^ monl, von Beethoven. Arie aus der Oper ^m^'^'» 83 von Pacini — gesungen von Jenny Luher, k. k. Kammer.Sängerinn. Tonstück für Violine und Vio^ loncello — vorgetragen von den k. k. Kammer-Vir-tuosin und Mitgliedern der k. k. Hofkap,lle, May-std,r und Merk. Duett auS der Oper Marino Fa-liero, von Donizetti — gesungen von Schober unt Vtaudigl, Mitglieder der k. k. Hofkapclle. Großer Lhor aus b,r Oper Wilhelm Teil, von Rossini. (Adl.) M n g a r n. Pesth, 2. März. Als in Majda, Toronialer EomllatS, vor Kurzem ein Einwohner sich einen Vrun. «en Hraben wollte, stieß er in der Tiefe von sechs Klaftern auf den Vordertheil eines großen Schisses, welches »r dann, genauer untersuchend, mit Hirse angefüllt fand. Das Holz des vor vielleichtIahrtausen« den versenkten Schiffes war so vermorscht/ und die über einen Schuh langen Nägel so verrostet, daß man das Holz nur in kleinen Theilen herauszubringen vermochte. Die Hirse war von Außen zwar roth, aber im Innern war die natürliche gelbe Farbe unverän. 5,rl erhalten. Das Brunn,ngraben wird fortgesetzt, und fernere Berichte über di« dabei zu machenden Entdeckungen versprochen. (Adl.) DeutschlanV. Wiesbaden, 20. Februar. Hier ist eine vom l?. Februar datirte landesherrliche Verordnung erschienen, die Anordnung der Wahl-Versammlung zu d«r bevorstehenden neuen Wahl det Landstände des Herzogthums Nassau betreffend. Die Wahl-Versammlungen werden vom h. bis zum 9. März zu Wiesbaden , Weilburg und Rennerod gehalten. (Adl.) Frankfurt a. M., 28. Febr. Die BundeS' Versammlung hielt heute ihre erste Sitzung in diesem I'ahre, und zwar unter dem Vorsitz des königl. prell« ßischen Vundestagsgesandten Hrn. v. Schöler. (Allg. Z.) Oieverlanve. Haag, 23. Februar. Man schreibt von Katwyl, daß in dcr Nacht vom 20. auf den 21. d. M. das kleine Fahrzeug Kornelia Diderica, welchcK Herrn Iaquts Schapp angehört, auf dem halben Wege von Schtpeningtn, ohne die heloenmüthige Aufopferung eines jungen Fischers, Namens Huig Haasnool, un-fchlbar mit Mann und Ladung zu Grund gegangen wäre. Es war zwei Uhr Morgens, als die hochgehenden Fluchen gegen das gebrechliche Fahrzeug wüthend "'schlugen, dessen Mannschaft sich an das Strickwerk "klammerte, als jener wacker, Mann, nachdem er alle stineKleidungssiücke abgeworfen, sich indaSMeer wirft und auch glücklich das Uf.r erreicht; jetzt aber beg«nn erst für ihn eine mühsame Wanderung/ ganz «ackt einer überaus empfindlichen Kälte und einem heftigen Nordwinde ausgesetzt, kämpft» cr inmitten der dichtesten Finsterniß durch zwei Stunden gegen alle Hindernisse, und kam endlich nach Katwpk, von , wo man alsogleich ein Rettungsboot absandte, das - gegen sechs Uhr Morgens dort anlangend, die erstarr- - ten Schiffbrüchigen, welche naht daran waren, den - Uebeln dieser furchtbaren Nacht zu erliegen, aufnahm. (Adl.) ' N e l g i e n. ' Frankfurter Hl alter enthalten folgende ' Nachrichten au«s Brüssel vom 29. und 21. Febr.: „Brüssel, 20. Febr. Dank den weisen Vorsichtsmaßregeln der Autoritäten, Dank dem guten Sinne der Bevölkerung, die Plane der Ruhestörer habm nirgends zur Ausführung gebracht werden können. Die Aufreizungen zur Störung der Ruhe sind gescheitert. Ueberall, wo die Menge versammelt war, hat Ruhe geherrscht. Die öffentliche Ordnung wird daher ungeachtet dcr strafbarsten Versuche aufrecht gehalten werden. Dieß ist eine Wohlthat, wofür wir der Negierung, ihren Agenten und den guten Bürgern danken. — Die Sectionen der Re-präsentanlenkammer haben sich heute Morgens sehr vollständig versammelte von 2 02 Mitgliedern waren 99 anwesend.« — Brüssel, 2l. Febr. Die Frage der Competenz der Kammern ist gestern gegen die Opposition entschieden worden, woraus sich schließ,n laßt, daß man sich über die Hauptfrage in demselben Sinne aussprechen n»ird. Heut» hat Hr. von Gellache, erster Präsident des CassationShofeS, »me kl,in» Broschüre herausgegeben, worin er die Annahme des Vertrags für nothwendig erklärt. Die Stadt ist ruhlg; obgleich die Vertrauten deS Centralcomiles sich Bewegung genug geben. Die Regierung hat überall für Handhabung der öffentlichen Nuhe gesorgt. Verc dächtige Subjecte sind verhaftet, einige Offiziere von Brüssel weggeschickt worben. Die öffentlichen Debatten weiden wahrscheinlich morgen wieder beginnen, «nd drei bis vier Tage dauern." Das Journal d'Anvers erklärt, daß es mit Freuden dem Augenblicke entgegensehe, wo Holland und Belgien sich wieder im Interesse des Handels, der Industrie und der Künste die Hand reichen. »Wir bedürfen," ruft es den Holländern zu, »eurer, eurer Schiffe, eurer Colonicn, eurer Rechtlichkeit und Handelskenntniß, während ihr unserer Steinkohlen, unseres Eisens, unserer Gerathschaften, unseres Land-baues und der Erzeugnisse unseres GewerbsseißeS bedürft." (0st. B.) Frankreich. Toulon, 22. Febr. Es herrscht in der französischen Marine eine ungeheure Thätigkeit. Die Regierung, welche für die Verstärkung der Esc«dren vor Mexico und Vuenos-Ayres sorgen, mit den verschiedenen Stütioncn im Mittelmcer und im Ocean die Verbindung unterhallen, und zugleich die französischen Kauf-fahrttifahrer gegen die mericanischen Caperschiffe schützen 84 muß, ist genöthigt, bie Zahl der Ausrüstungen beträchtlich zu vermehren. Die Escadr« der Levante, welche aus sieben Kriegsschiffen besteht, wird noch durch die Linienschiffe Montedello, Jena und die Brigg Surprise verstärkt. Sobald die ottomanische Flotte die Dardanellen überschreitet, wird die französische Escadre nach Tunis segeln, da man noch immer glaubt, die Pforte beabsichtige dort eine Landung Die Corvetten Diligent?, Bcrgere, Danaide und Brisante werden bald segelfertig seyn, um zu den amerikanischen Esca-dren zu stoßen. Die Corvette Egle ist bereits unter Segel gegangen. Das LinienschiffIupiter, die Fregatte Thetis und die Corvette Egene treffen ihre Vorbereitungen, um 2Q00 Mann und die nöthigen Lebens-Mittel an Bord zu nehmen. (Allg. Z.) H p a n i e n. Madrid, 17, Februar. Zwischen dem Generalissimus Espartero und dem Kriegsminister General Alaix ist entschiedene Spaltung aufgebrochen. Der letzlere hat zum erstenmal keinen Anstand genommen, einen der Günstlinge des Grafen Lluchana mit Mißgunst zu behandeln. Die Ersetzung des Grafen Clonard durch den General Carratala ward gestern im Conseil beschlossen. Dieß ist eine den Exaltados gewährte Genugthuung; längst ballen jene die Absetzung des Ge-neralcapitans von Andalusien verlangt. Man wird ohne Zweifel nicht dabei stehen bleiben, und Baron Meer wird wahrscheinlich gleichfalls abberufen werdest. Die unabhängige Lage des Generals Alaix hat nicht wenig dazu beigetragen, diesem stolzen Charakter zu gestalten, sich bestimmter herauszustellen. — Gen»ral Palarea ist heute hier angekommen. Vayonne, 20. Febr. Man hat Nachrichten aus Vergara «om <6, und aus Estella vom l7. Ma» rolo ist von letzterem On in der Richtung nach d»r Ribera aufgebrochen an der Spitze von l6 Bataillonen Infanterie, H2U0 Reitern und 8 Geschützen, wovon ein Theil zur Velagerungsartilleri« gehört. In Gemäßheit der dem General Maroto von Don Carlos gegebenen Vollmachten hat derselbe befohlen, die Generale Guergue, Garcia, S^nz, sodann den Brigadier Flo. rencio Sanz, Bruder des Generals, den Generalintendanten Ochoa, den Intendanten Urriz und den beim Kriegswesen angestellten Ibanez in Haft zu setzen. Man glaubt, daß noch andere Individuen verhaftet werden, und erwartet mit Ungeduld Nachrichten aus dem Hauptquartier deS Don Carlos über diese strengen Maßregeln. (Allg. Z ) A e L v V t e n. Alexandlien, 6 Februar. Di, Nachrichten «us Syrien lauten sehr beunrudigend. Dit Bevolke» rung ist gegen die bestehende Regielnng sehr aufgeregt, und erwartet vi»lleicht nur «in Signal, um zu den Waffen zu greifen. Die christlichen Einwohner sind noch die ruhigsten; es würden ihnen sonst zu viele Vortheile entgehen, die ihnen Ibrahim Pascha eingeräumt hct; sehen sie aber, daß es Ernst wird, so machen sie gewiß gemeinsam« Sache mit den Tür« ken. Der ägyptische Befehlshaber verkennt seine kri? tische Lage nicht, und hat mehrere Abtheilungen Ae-lillei« abgesandt, um die türkisch« Gränze ju besehen. — Aus Acre läuft eben die Nachricht »in, d»ß im Horan ein« neue Insurrection aufgebrochen sey. Der Nemur von Acre marschirte mit 1500 Mann sogleich gegen di« Nebellen, wurde aber zurückgeschlagen. Alexandrien, 6. Febr. Der Pascha ist jen- seits Kartum, denkt aber noch nicht an die Rückreise. Man vermuthet sogar, cr würde bis zum Einttiltder Regenzeit daselbst verbleiben, und dann werde seine Rückkunft nicht eher als Ende Iunius Statt finden. Die Ncaierung hat einen Theil eines Briefes des Hrn. Tositza. griechischen Genrralconsuls, drucken und ver« breiten lassen, worin viel von der Administration des Pascha'« im Sennaar und den Reichthümern, die man dort entdecken werde, und schon entdeckt habe. gesprochen wird. Unter andern sind dort 8000 Centner Gummi zusammengerafft worden, und werden nach Aegypten geschickt, und man gibt sich der Hoffnung hin, daß bald eine ahnliche Quantität zur selben Bestimmung abgehen werde. An den Bergwerken d«s Fasokel arlrei« ten* unter Leitung der HH. Boreani, Lambert und Lefevre die angeworbenen Arbeiter und Soldaten. M«n hat auch Silber gefunden, und verspricht sich eine reiche Ausbeute. Der Pascha selbst befindet sich wohl, und soll sehr thalig seyn. (Allg. Z.) Notizen. Die Archiv« in Venedig. Unter dieser Auf» schrift entHall daS Journal „I.a I<','gn<'<' Ull^i-Äire" Nachstehende«: Keine Hauptstadt der Welt enthält eine solche Masse von Documenten, wie die Archive in Venedig. Dies« Anstalt besteht aus 298 Hallen, Sälen und Gallerten, deren Wände von oben bis unten mit großen Bänden von Manuscript?« bedeckt sind. Wenn die Reihin dieser Bände neben ,inlander ständen, würden sie eine Linie von 77,238 Fuß, alft die Entfernung von Paris nach Versailles ausfüllen. Sämmtliche Fächer enthalten 8,66^709 Vände. Man hat b,rechnet, daß 1000 Kopisten 73'» Jahre täglich acht Stunden «rbeiten müßten, uns dicse Document abzuschreiben . daß die Zahl der Blätter dieser 8,665,70? Bände sich auf 695/»76.72O belauf,, welche »ird?» einander gelegt »>n Band von 1/1^,800,000 Fuf Lang» und 16 Zoll Breite bilden würden,- d< r>u« der Umfang der Erbe in der Nähe des Aequa:«^s nicht mehr a!s 123,3^5,700 Fuß beträgt, so st'llt sich bei der Division der ersten Zahl durch di« leZtt einQuolient von 2i,l20 dar. Di«se getrennten Bls»? ter in Würfelform und als Baumaterial gedacht, würden sich zu einer Pyramide aufschichten lass»n, welche die grösite ägyptische, jene von Memphis, <«» Höhe und Umfang bei weitem übenräfe. Zwei neue Erfindungen: 1) Der röhm^ tickst bekannte Mechaniker Dupe in Oxford will eine Maschine erfunden h^ben, welcheWagen- und Schiff-läber, statt wie bisher durch Dampf, durch conden-sirle Luft in Bewegung setzt. Man hat berechnet, baß si, um Viz weniger als ein» gewöhnliche Dampfma-« schine kosten, und w?it geringern Raun als dieselbe «ixnehmen werde; das Modell wurde von mehreren Sachverständigen der Universität und Andern untersucht, und erhielt vollen Beifall. (Es ist dieß jeden» falls eine Erfindung, die nichts zu wünschen übrig läßt, als daß sich ihr,s Urhebers Nam« nicht an ihr bewähre. 2) Dem Professor Iacoby ,'n St. Petersburg ist es gelungen, die feinsten Züge des Grabstichels in Kupfer aufs genaueste in Reliefs umzuschaffen, ine dem er sie auf andere, Mittelsteiner galvanischen Vov* richtung zubereitete Platten überträgt. Der Kail«r von Rußland hat zur Vervollkommnung dieser Er' sindung die nöthigen Fonds aus seiner Chatouill« angewiesen. ^_ Verleger: Dgnaj Al. Vvler v Rleinmnrr.