Schriftrettung: Nathhau »nltckg-g-dr»! n»wrn!ofe Statt tifuBflcr; midi tenitfsiiitijt. Sitnibia« »»<" n-osrnt die gegen Beitftauna Nt dMtzst trt» irtfOttJi 0<>tt4tai estatftn. — 0ci E>itDetio(anjcn Prri»-iiiiltUil. tie „I tätigt fi'4ctitt |ctc!>ingn«gcn i>» »illi «tt Ailftelling ix'« RlMtiiA H»»«: WMtaiairia •» fcfsfe*. «. —'SS st. 1.5« st. s--fl. Yr. 88 ßilli, Donnerstag 1. Ilovemöer 1896. «llWrta ■ 'JÄH W< V°P t«i»4 nische Gymnasium in Cilli ist nun einmal nichts anderes, als ein slooenischer AgitationSherd, ein nationales Kampfmittel und nichts anderes. Der eigentliche Schulzweck kommt dabei gar nicht in Betracht, weil ja auch das Schülermaterial fehl», welches einen pädagogisch reformiern» Lehrkörper voraussetzen würde. Man hat auf die rein agitatorische Bedeutung schon bei der Errichtung des Gymnasiums auf merksam gemacht und die pomphafte Hervorkehrung der „culturellen Bedürfnisse" mit Recht inS Reich politischer Tartüfferie verwiesen. Daher wird man auch heute nicht fehl gehen, wenn man den Grund zur Reform des Lehrkörpers nicht auf fachlichem, fondern auf agitatorischem Gebiete sucht. Das slovenische Gymnasium ist unseren Gegnern zuwenig AgitationSherd; der Lehrkörper betheilig« sich zu« wenig an der öffentlichen Hetze und Agitation. Eine „Reform deS Lehrkörpers" nach dieser Richtung hin wäre freilich recht sonderbar für eine Regierung, die dem KielmannSeggischen Beamtenerlasse ihre Zustimmung nicht versagt ha». Allerdings werden in Oesterreich nicht alle Nationen gleich beurtheilt und wer weiß ob der genannte ErlasS und seine gleichwertigen Nachfolger nicht etwa nur sür deutsche Beamten und Lehrer berechnet war. Deutsche Beamte und Lehrer werden präteriert und versetzt, wenn sie sich an der nationalen Agitation beteiligen, die slovenischen Lehrer aber werden — falls die „Reform' in dem hier erörterten Sinne durchgeführt wird — dann versetzt, wenn sie zuwenig agitatorisch wirken. Die neuen nationaler gesinnten Lehrkräfte, welche also vielleicht an die Stelle der gegenwärtigen treten werden, werden aber ebenso wenig uns Deutsche bange machen, al» das von vorne herein unhaltbare slovenische Gymnasium aus einen grünen Zweig bringen. Wir Deutsche werden auch diesen neuen An« schlag aus den nationalen Frieden, dies« neu« Ver« höhnung unseres Rechtes nur als pathologische Erscheinung unserer Staatsentwicklung auffassen und als ein neues Beispiel dafür, dass man nun einmal gegen unS regiert, gleichviel ob sich deutsche Ver-treter noch so sehr um den zweifelhaften Ruhm der Regierungsfähigkeit bewerben. Eine „Reform des Lehrkörpers" im slovenisch-nationalen Sinne am deutschen Eillier Gymnasium halten wir aber bei allem MisStrauen für unmöglich. Denn ein gleiches Ministerwort, wie eS das slovenische Gymnasium verschuldet hat, werden wir jedem Versuche, den Lehrkörper des deutschen Gym- Sie Vermählung des italienischen Kronprinzen. Aus Rom meldet man: Die Vermählung deS italienischen Kronprinzen mit der montenegrinischen Fürstemochter vollzog sich unter großartigem Pompe. Unmittelbar nach der Civiltrauung fuhren das neu-rennählte Paar, die königliche Familie und alle fürstlichen Gäste in sieben goldstrotzenden Wagen nach der Kirche Santa Maria degli Angeli. Die Fahrt durch die Via Nationale erfolgte unter lebhaften Hochrufen einer zahllosen Menschenmenge. Durch verflatternde Wolken schien die Sonne goldig «arm herunter und beleuchtete ein Schauspiel von wundersamer Farbenpracht. Der Wasserstrahl deS Riesenbrunnens auf dem Thermenplatze leuchtete und glitzerte wie ein diamantenes Blendwerk. Von den in Blau-Weiß-Gold geschmückten Tribünen, von den Fenstern. Balkönen und Dächern schwenkten die Frauen Tücher zum Gruße und auf die Braut fiel auf dem ganzen Wege ein Resenregen herab. Die Truppen leisteten die militärischen Ehren« bezeugungen, während Kanonen erdröhnten und die Glocken leuteten. Ter Enthusiasmus ist ein un« beschreiblicher. Die Menge brach fortwährend in Hochrufe auf die Neuvermählten und das Königs« paar aus. Der Einzug in die Kirche, welche der Architekt Sacconi durch seingestimmte Sammldekorationen und Gobelins in einen Festsaal von überwältigender Schönheit verwandelt hatte, erfolgte in der vom Hofceremonial vorgeschriebenen Ordnung. Die Königin trug ein Goldbrocatkleid und über dem Blondhaare eine Diamanienkrone. Eine wahrhaft tizianische Lichtgestalt! Die Braut war in Weiß gekleidet, trug auf der Brust einen kleinen Orangen-blüthenstrauß, im Haare und am Halse kostbares Perlengeschmeide. Sie war blaß und erregt, dass der Vater sie stützen mußte. Die Königin von Portugal schritt am Arme de« Kronprinzen, die Herzogin Lätitia eine junonische Gestalt von packender Schönheit, am Arme deS Herzogs von Genua, dann kamen die Herzogin Helene von OrleanS-Aosta am Arme des Prinzen Viktor Napoleon, die Herzogin Jsabella am Arme deS Grafen von Turin, der Herzog von Aosta. Graf von Salemi, Prinz Peter Karageorgievich (dieser im schwarzen Frack), alle Würdenträger deS HofeS. Die Damen trugen alle lange Hofschleppen und auf dem Haupte weiße, über die Schultern herabfließende Spitzenschleier. Von dem dunklen Hintergrunde der Sammuapeten hoben sich die hellen Toiletten reizend ab. Der berühmte Thermensaal schwelgte in un« geahnter Farbenharnionie. und mächtige Orgel» Accorde durchbrausten ihn, als das Brautpaar, von Monsignore Anziuo geleitet, vor den in der Mitte de« Saales gerückten Altar Vanvitelli's trat und auf bereitgehaltenen Schemeln niederkniete. Der AbtZvon Sanct Nikolaus zu Bari bot dem Krön-prinzen und der Kronprinzessin Weihwasser, worauf der Großprior PiScicelli den TrauungSact vornahm. AlS Zeugen fungirten der Herzog von Aosta, Graf von Turin. Prinz Viktor Napoleon und Prinz Mirko, welche während des TrauungSacteS zuHäupten des Brautpaares einen kostbaren Schleier hielten, der bereits bei der Hochzeit deS Königs Humbert und der Königin Margherita in Verwendung gestanden war. . Nach lau» gesprochenem Jawort wechselten Prinz und Prinzessin die Trauringe am Altar Vanvitelli's, dessen JaSpiS« und LapiS-Lazuli-Platten wie ein ausleuchtender Schatz glänzten. ES begann sodann daS Hochamt, und PalestinaS feierliche Weisen, von einem Männer- und Knabenchor unter Leitung deS Maestro Bossi vorgetragen, hoben die Phantasie der Anwesenden in mystische Höhen. Die Braut schien tief ergriffen, und unwillkürlich griff sie, nach Fassung ringend, mehrmals nach der Hand deS ihr angetrauten Gemahls. Als der Prister sie segnete, konnte sie ihre Bewegung nicht mehr bemeistern, Ter ganze« Auflage der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der landwirthschaftlichen Maschinrnsabrü Pl, Mmis.mh Co. bei 2 Deutsch- Wacht- 1896 naftum zu slavisieren, mit aller Entschiedenheit entgegenhallen können. 0. A. O » * Der Abgeordnete RobiL dementirt heute in der ,91. F. P." die Nachricht, daß er in letzterer Zeit zum UnterrichtSminister berufen worden sei oder mit demselben conferiert habe. Dem gegenüber lassen wir hier die bezüglichen Mittheilungen deS Reichs-ralhSberichterstatter«, deS .LlovensKi Narod" folgen. Unter dem 27. October schreibt derselbe: Die slovenischen Abgeordneten sind durch die letzte Rede deS Justizm,nister« in Aufregung gerathen, so daß sie anfangs alle gegen den DiSpositionSsond stimmen wollten. Infolgedessen hatten der Ministerpräsident und Baron Kautsch mit Dr. Ferjanöic und Robiö eine längere Unterredung, gelegentlich welcher diese ihren Etandpnnkt klar machten, und den Unwillen (?!) zum Ausdruck brachten, welchen da» Auftreten der Regierung im Allgemeinen und deS Justiz-Ministers im Besonderen in allen slovenischen Gegenden (?!) hervorgerufen habe. Am 28. October schreibt er weiter«: Auch die Slooenen sind von den Ausführungen Badeni« nicht vollkommen besriedigt, allein trotzdem haben sie nach der Rücksprache der Abgeordneten Ferjaneiö und Robiü mit dem Ministerpräsidenten und Baron Gautsch beschlossen, für den DiSpositionSsond zu stimmen. Dass bei diesen Unterredungen auch vom Cillier Gymnasium die Rede war. hat ein Abgeordneter im Reichsrath ausgeplaudert. Die Nachricht deS „Grazer Tagblatt" ist nicht unrichtig gewesen. Z)ie Wahlen in Mngarn. DaS politisch reife Ungarland war in den letzten Tagen der Schauplatz der ReichStagSwahlen. Dieses constitutionellste aller Rechte wird in dem tausendjährigen Culturstaate mit Blut besiegelt: jede Wahl ist eine Art von Revolution, jedoch nicht etwa die Revolution einer freiheitlicheren Partei gegen die Regierung, sondern aller politischer Factoren untereinander. Die Parteien revoltieren gegen einander und gegen die Regierung und diese schließt sich dem großen Chöre an. Als „Revolution" wird nämlich die Wahlcampagne dem Auslande gegenüber ausgelegt und Oesterreich ist sür Ungarn Ausland. Oesterreich hat schon aus alter Zeit her den Beruf, neuestenS aber jedenfalls als Entgelt für die 70%, das übermüthige Brodeln deS poli» tischen Hexenkessels im Nachbereiche als Polizei» wachimeister zu beruhigen. IM So wurden auch diesmal österreichische Truppen aus Ste»ermark. Krain, Niederösterreich, Mähren, Schlesien und Galizien gegen Ungarn mobilisiert, um dort zu tausenden das zu besorgen, wozu bei uns in Oesterreich, wenn es schon hoch hergeht, zwei Gendarmen genügen; sie sollen nämlich bei den Wahlen die Ruhe aufrecht erhalten. Es ist wahr, bedeutende Ausschreitungen haben vor und bei den Wahlen stattgefunden. Nach den vor-liegenden Berichten will eS unS jedoch bedünken, dass die Unruhen nur der Ausdruck erhöhten Gegendruckes gewesen seien, den der unglaubliche Druck hervorgerufen hat, womit die „liberale" ungarische Regierung alS Kampfpartei in die Wahl-campagne eingegriffen hat. Gerade die ungarische RegierungS- und ofsiciöse Presse hat die Wahl- weinte still vor sich hin, während die tiefsinnige Melodie von Sgambati'S Benedizionc nuptiale in allen Herzen heilige Schauer weckte. Nach einer kurzen Ansprach« an die Neu-vermählten war die Feier zu Ende. Die Rückfahrt nach dem Ouirinal eröffnete das junge Paar in einem sechsspännigen Wagen. Kanonendonner er« tönte, die Glocken von Montecitorw wurden geläutet, die Truppen präsentinen das Gewehr, die Musik-kapellen spielten die italienische Hymne. Das Volk gab sich nun seinen herzlichen Empfindungen ganz hin, schwenkte die Hüte, klatschte Beifall, warf Blumen in den Wagen. Von den Dächern flogen bunte Blätter mit Sinngedichten und anderen Grüßen herab. Die Prinzessin machte auf die Frauen einen bezaubernden Eindruck. „Wie schön, wie lieb!" hörte man allseits rufen, und laut rief min dem Kronprinzen .Glück auf!" zu. Auf dem Schloßplatze erneuerte sich die Scene immer wieder und der Gruß, der zum Balkon hinauffcholl, war noch dröhnender und begeisterter als zuvor. Als die Vermählten hinaustraten und dankend den Gruß erwiderten, flogen fünfhundert Brieftauben auf, um ganz Italien die vollendete Thatsache zu verkünden. 2 Uhr war lange vorbei, und noch umstanden dichte Massen das Schloß. excesse mit den blutigsten Farben geschildert und — ist es ein Spiel der Parteienpsychologie? — gerade die Oppositionsparteien sollen einzig und allein die Excesse verschuldet haben. Wir wissen ganz gut, dass die Verhetzung durch die politische Geistlichkeit die traurigsten Folgen haben kann (wir brauchen nur an den Wahlmord von Arnoldstein zu erinnern, der den bekannten Einspieler in gerichtliche Un:er» suchung gebracht hat), wir wiffen auch, dass die Kossuthianer und Apponyianer über ein Uebermaß an politischen! Temperamente verfügen — allein das Ideal von politischer Vornehmheit können wir bei der herrschenden liberalen Partei in Ungarn auch nicht suchen. Diese Partei hat also durch die Aus» bauschung der Wahlunruhen zu einer „Revolution", die Ersetzung der Polizeigewalt durch Militär hervorgerufen, offenbar in der Absicht, ihre Wahl-chancen dadurch zu verbessern. Der „dumme Schwob" hat abgesehen von seinen 70%, in die ungarischen Verhältnisse, welche bei einer 1000jährige» Cultur und Geschichte groß» artige geworden sind, bekanntlich nichts dreinzureden. Nun wurde ihm eine solche Einmischung auferlegt, denn die heimischen ungarischen Truppen sind ent-weder zu schwach, oder zu unzuverlässig, um Wahl-uuruhen im eigenen Lande niederzuhalten. Hiezu ist die Gesammtarmee deS Reiches nothwendig. Ungarn, das angeblich auf der Höhe moderner Entwicklung steht, soll seine VerwaltungSangelegen-heilen (und das sind die Wahlen) selbst besorgen. Es widerspricht einfach der Verfassung des Dualis-muS, dass wir mit unseren Truppen bei der Wahl-hetze des Auslandes in Ungarn Polizeidienste zu ver-sehen haben. Wenn bei solchen Unruhen die Armee beider Staaten mobilisiert werden muss, dann ist es ja wahrlich zu befürchten, dass die ungarischen Truppen in einem äußeren Ernstsalle wohl nur einen bescheidenen Wert haben werden. Wenn die von den Ungarn so sehnlichst be-gehrte Zweitheilung auch auf dem Gebiete der HeereSmacht durchgeführt würde, dann kämen die Herren vielleicht in die Lage, ihre Wahlen mit Hilfe RufslandS oder Frankreichs oder irgend eine» anderen Staates durchzuführen. Und wer zahlt die Kosten, der Truppen-Verschiebung nach Ungarn? Oesterreich 70%, Ungarn 30 %. Die österreichischen Steuerträger bezahlen die RegierungSwahlmache in Ungarn — wenn sie eS gutwillig und ohne Protest thun, dann verdienen sie es. politische Rundschau. Badeni und die Linke. Vor kurzer Zeit erst hatte "eines der hervorragendsten Mitglieder der Linken. Hofrath H a l l w i ch vor den Wählern die „Opposition bis aufs Messer" und „goldene Rück-sichtSlosigkeit" gepredigt. Man tonnte also ver-muthen, daß die Linke wenigstens den DispositionS-fond nicht bewilligen werde. Die Partei der Hof-räthe und solcher die eS werden wollen, hat sich aber vorerst noch ausS Fragen verlegt. In der am Dienstag abgehaltenen Sitzung des Budgetausschusses fragte Hosrath Beer, ob die Regierung die inter-consessionelen und kirchenpolitischen Gesetze, sowie das Schulgesetz aufrecht erhalten wolle. Hosrath H a l l w i ch verlangte Parteinahme der Regierung für die Deutschen in Böhmen gegenüber den jung-tschechischen Provocationen und fragte, ob die Re-gierung an der bestehenden Verfassung unter allen Umständen festhalte und insbesondere in staatsrecht-licher Beziehung keinerlei Zugeständnisse zu machen beabsichtige. Von der Beantwortung dieser Fragen wird eS abhängen, ob die Linke über die Ablehnung deS DipositionSfondS — nachdenken wird. Graf Badeni hat seine Antwort rasch und leichthin ge-geben: Die Regierung steht bekanntlich auf dem Boden der Verfassung, sie denke nicht an die Aenderung der Gesetze, obwohl eine Schablone nicht überall gelten könne und eine „Ausgestaltung" nicht ausgeschlossen sei. Die Regierung werde den nationalen Frieden anstreben, Aeußerungen des nationalen Lebens unparteiisch schützen und Vor-stoße der einen Nationalität in die Sphäre der anderen nicht dulden. Nur mögen die streitenden Parteien nicht zuviel Empfindlichkeit und Wehleidig-keit zeigen. ES sei gar nicht nothwendig, die selbst-verständliche Bedeutung deS deuischen Volkes zu betonen (und anzuerkennen?) Kurz und gut: Wasch mir den Pelz und mach ihn nicht naß. Wenn jetzt nach dieser Frozzelei die Linke sich noch respectiert glaubt, wenn sie mit dieser Antwort zufrieden ge-stellt ist, dann kann sie nicht behaupten, daß noch ein Mann von Character in ihren Reihen steht. Vor der Auflösung deS ReichSratheS. die vermuthlich die Linke begraben wird, ist eS ohnehin gleichgiltig, was die altersschwache Partei auf dem Todtenbette macht. DaS kann unS Deutschen fast ebenso gleich-giltig sein, wie dem Grafen Badeni. Z>er ZUsposttionsfoud bewilligt! Der Budget-auSschuß nahm in seiner Sitzung am Donnerstag die Post „DiSpositionSsond" mit 25 gegen 9 Slimmen an. Für denselben stimmten die Abgeordneten Baern-reither. Beer, Exner, o. Fuchs. Gmewosj, Gregorcic, Haase, Kathrein, Povse, KozlowSki, Lupul, Maliatti. Mauthner. Meznik, MilewSki. Morsey, Palffy, Pietak. PininSki, Robitsch, RutowSki, Schwegel. Stalitz, SzczepanowSki, Wolkenstein. Gegen denselben stimmten die Abgeordneten Bareuther, Eldl. Hallwich, Nitsche, Menger, Steinwender. Kaizl. Pacak. Roman-czuk. Ein Commentar hiezu ist überflüssig. Z>ie Landtagswahkeu in Hliederölterreich, welche für die Landgemeinden am DlenSiag statt-fanden, haben mit einem vollständigen Siege der Christlichsocialen und der Auch-Deutschnanonalen geendigt. Die Radicalnaiionalen habe» nur e,n Mandat erhallen. Man sieht, dass der Clericalis-muS sich unter LuegerS Führung in Niederösterreich behäbig breit macht und noch dazu leider unter Mitwirkung von Männern, die sich in anmaßender Weise fälschlich den Ehrennamen „Deutschnanonal" beilegen. Zur Durchführung der neuen Steuer-reform. Im Finanzministerium sind die Vorarbeiten zur Durchführung der Steuerreformgesetze bereit» eingeleitet worden. Zunächst sind die Vollzugs-Vorschriften festzustellen und zu veröffentlichen. Es wird voraussichtlich für jedes Hauptstück je eine VollzugSfchrift erlassen werden, welche den Zweck hat, einerseits die Behörden, anderseits das Publikum zu belehren. Man kann wohl annehmen, dass diese Vorschriften spätestens zu Beginn des JahreS 1897 fertiggestellt sein und zur Verlautbarung ge» langen dürsten. Im nächsten Jahre werden sodann jene Verfügungen zu treffen sein, welche sich auf die Durchführung der neuen Erwerbsfteuer beziehen. Hier handelt es sich um die Feststellung der Ver-anlagungSbezirke, die Bildung der Steuercom-Missionen m den einzelnen Bezirken, welche zur Halste von den Steuerträgern gewählt, zur anderen Hälfte vom Finanzminist«r ernannt werden, die Bildung der Landescommifsionen und die Bestellung der ContingentScommission. All' dies muss im Laufe deS Jahre« 1897 in'S Werk gesetzt werden, da die neue ErwerbSsteuer mit dem 1. Jänner 1393 in Wirklichkeit treten soll und der Beginn deS JahreS 1393 von der Durchführung der Personal »Einkommensteuer vollends in An-spruch genommen sein wird. Die politische Bedeutung der Kermählnng de» italienischen Kronprinzen. Obwohl man in Italien selbst sich sehr energisch dagegen verwahrt, dass die Vermählung des Kronprinzen irgend eine politische Bedeutung habe, so werden dennoch politische Erörterungen an die römische Hochzeit geknüpsl. Die russischen Blätter lassen «S sich nicht nehmen, das« die Vermählung deS Prinzen Victor Emanuel eine entschiedene Annäherung Italiens an Rußland uns Frankreich herbeiführe. Dagegen schreibt „Whist" im Pariser „Fiparo", diese Auffassung sei ganz falsch. Der italienische Krön-prinz habe nach seinem Herzen gewählt und der Czar die Heirat der Prinzessin zwar gutgeheißen, aber nicht gefördert, vielmehr habe der Glaubens-wechfel der Prinzessin in Petersburg einigermaßen verletzt. Allerdings sei das Verhältnis Italien« ;» Rußland in der letzten Zeit ein besseres geworden, aber nicht wegen der montenegrinischer Heirat, sondern weil die italienische Regierung die aus-richtige Absicht zeige, mit Abyssinien in Frieden ;» leben und eventuell hiefür die Vermittlung d<< Czar« in Anspruch zu nehmen. Auhland und die römische Kirche. Leo XIII. hat dem Leiter deS auswärtigen Amtes in St. Peter»-bürg Schischkin das Großkreuz des Piusorden» verliehen. Ob dieser Versuch, ihn für die römische» Ansprüche günstig zu stimmen. Erfolg haben wird, steht sehr dahin, denn die russische Politik diesseil« und jenseilS des Ural steht der römischen Kirche so schroff gegenüber, dass keine Gunstdezeugungen deS römischen Papstes etwas daran ändern werden. Von dieser entschieden antirömischen Slimmung i» Rußland gibt eine Aeußerung des Generaladjaiant« des Czaren, Richter, ein neues Zeugnis, der sich dem in Wiesbaden erscheinenden „Rheinischen &>u-rier" zufolge gegenüber einem Vertreter die?«* Blattes in folgender Weise aussvrach: „Wir stehe» Deutschland mit den freundschaftlichsten Gefiihle« gegenüber. Von Deutschland droht unS kein Krieg, auch nicht von Oesterreich, aber Oesterreich wird beherrscht von den Ungarn, und einige hitzige un-garische Magnatenköpfe können einen Krieg herauf- 1896 Ueutsche Wacht" 3 beschwören. Eine Gefahr erblicken wir auch in der immer stärker werdenden Macht der deutschen Centrumspartei. War schon unter Kaiser Wil» Helm I. der Einfluss der ultramonianen Partei, speciell katholisch-polnischer Kreis«, ein so großer, dass er bis an die höchsten Stellen reichte und dass um eines Haaresbreite selbst Fürst BiSmarck damals gestürzt worden wäre, so muss man sich ernstlich fragen, wohin diese Partei eS tragen kann." Diese Aeußerungen sind bisher unwidersprochen geblieben, und man hat deshalb keinen Grund, an ihrer Authenticität zu zweiseln. ES wird damit ganz einsach gesagt, dass an der nationalen revolutionären Bewegung in Polen die römische Kirche den Haupt» antheil hat und dass man russischerseitS fürchtet, daS deutsche Centrum könnte auch einmal hier wieder die ultramonianen Interessen mit den polnisch-nationalen vermengen, und einen Conflikt heraus-beschwören. Tagesneuigkeiten. Die Apanage des italienischen Kronprinzen. Man schreibt der „Petit. Sorr." auS Rom: Der Artikel 21 der italienischen Verfassung bestimmt, dass für den Thronfolger, sobald er die Großjährigkeit erreicht hat oder auch früber, falls er sich vermählt, bevor er majoren geworden ist. mittels Gesetze« eine jährliche Apanage festgesetzt werden soll. Dieser Artikel der Verfassung ist biS zum heutigen Tage noch nicht durch-geführt worden, obgleich der Prinz von Neapel schon seit dem Jahre 1891 majoren ist. Wohl hatten die damalige Regierung und die darauffolgenden Cabinete bei dem Könige wiederholt beantragt, den Kammern eine Vorlage über die Apanage des Kronprinzen zu unterbreiten, einerseits um die Verfassung nicht zu ver-letzen, und anderseits um keinen Präzedenzfall zu schaffen, der König wies jedoch den Vorschlag jedesmal mit Rücksicht aus die finanzielle Lage deS Lande» zurück und entschied, das» der Haushalt des Prinzen von Neapel «us der Eivilliste bestritten werden soll. So stehen die Dinge noch heute. Anlässlich der bevorstehenden Ver-mählung des Thronfolgers trat nun die Frage abermal» in den Vordergrund. Der König weigerte sich wieder, da! Budget durch eine eigene Apanage für den Prinzen tt» Neapel zu belasten, während die Regierung unter Hinweis auf die ausdrückliche Bestimmung der Ver-fafsung der constitutionellen Lösung der Angelegenheit beiürwcrtet. Der König soll nun folgenden Ausweg gewählt haben: Um den Anforderungen der Verfassung gerecht zu werden, soll die Regierung den Kammern das Apanagegesetz vorlegen, gleichzeitig soll aber die königliche Eivilliste um den Betrag der Apanage ver» mindert werden. KrauerpoMarteu. In Italien beabficht man. binnen Kurzem Trauerpostkarten herauszugeben. Die Postverwaltung verspricht sich, mit denselben bedeutende Einnahmen zu erzielen. Pas Kcltament eines Arztes. Aus Klagen-furt meldet man unterm 25. dS.: „Ter heute nach'S um '/41 Uhr verstorbene Senior und PrimarmS der hiesigen Aerzte, RegierungSrath Professor August Kraßnik, testierte 150.(XX) fl. für die Erbauung eines Kinder-sxitalS." prompte Erledigung. In Chicago nimmt eine Ehescheidung unglaublich wenig Zeit in Anspruch. Am 2. October nachmittags 2 Uhr wurde das Ehe-icheidungSgesuch deS reichen SportSmanneS John B. «itcharn zu Protokoll genommen. Um 3 Uhr 10 Min. begann schon die gerichtliche Verhandlung. Um 3 Uhr •»3 Minuten hatte der Richter da» Gesuch gewährt. Um 3 Uhr 47 Min. war das Decret ausgestellt und um 4 Uhr 15 Min. war die geschiedene Frau im Besitze der ihr zugesprochenen Summe von 150.000 Dollar. Äene Wahn. Nach einer Mittheilung des .Giornale dei Lavori Pubblici" wird der Bau einer neuen bedeutend kürzeren Eisenbahn al» die Gotthard» Linie beabsichtigt. Von der Linie München-Weilheim-Sarmisch-Partenkirchen abzweigend, soll sie durch das Lcisachthal, den Griesenpas« über Lermoos nach Jmst führen, von Landeck längS deS JnnS das Engadin, denn den MalviapasS übersetzend, das Thal Valbregaglia durchziehen und in Ebiavenna in die Linie Ehiavenn«» Leere Mailand einmünden. Die neue Linie hätte eine Länge von 440 KUometer und könnte in 9 Stunden durchführen werden, während die heutige Linie über Verona 602 Kilometer lang ist und eine 16stündige Fabrt erfordert. Durch diefe Linie würde sich München mit der internationalen Linie Berlin-Mailand-Genua in Verbindung set>en und an einem großen Theil des Verkehrs zwischen dem östlichen Deutschland und Genua Antheil nehmen. Auch die Verbindung zwischen Wien und Mailand über Simbach und München, 850 Kilo-mcter wäre kürzer, als die über Pontafel von 990 Kilometer Länge. Mailand würd« von dieser Eisen- bahn den bei Weitem größten Vortheil ziehen. Der Weg über das Engadin wäre dem über den Splügen wegen dessen bedeutend größerer Höhe vorzuziehen. Außer Italien hätte zunächst die Schweiz ein Interesse an einer kürzeren Verbindung des Engadins mit dem Eisenbahnnetz. Oesterreich zöge vielleicht einen geringeren Nutzen; hier wird auch ein völlig entgegengesetzter Plan erwogen, nämlich eine Eisenbahn über Jmst-Nassereith-Reutte-Füssen, also eine Verbindung zwiscben der Linie Augsburg-Ulm und Innsbruck. Wie Mailand heute der Mittelpunkt de» italienischen Verkehrs mit Deutsch-larrd ist, so würde München nach Herstellung der erst-gedachten Eisenbahn zum Mittelpunkt des deutschen Verkehrs mit Italien. An einem Stiche mit einer StaYlfeder gestorben. In einer Pester Gewerbeschule stieß der Schüler Anton Schwarz einem Mitschüler beim Spiele eine Stahlfeder so heftig in die Magengegend, dass die Feder stecken blieb. Der schwerverletzte Knabe wurde in die Klinik gebracht, woselbst es nach langem Be-mühen der Aerzte gelang, die Feder aus dem Körper zu entfernen, doch war bereits eine Blutvergiftung ein-getreten, an welcher der Aermste starb. Aus Stadt und Land. Hegen die Hrhöhuug der Kiscallleuer im ASftudungsverfnhre». Am vergangenen Montag wurde dem Fmanzmmister Dr. Ritter v. BilinSki folgende Beschwerde überreicht: .Euere Excellenz! In neuerer Zeit mehren sich auS allen Theilen SteiermarkS lebhaste Klagen, dass die FiScalsteuer im AbsindungSversahren mit den VerzehrungSsteuer-Pflichtigen von Seite der FinanzlandeSbehörde in geradezu exorbitanter Weise hinaufgesetzt wird. Die Unterzeichneten erheben keine Einsprache gegen eine billige und mäßige Steuererhöhung in jenen ver» einzelten Fällen, in denen eine solche durch «ine auffallende Steigerung der BevölkernngSziffer und durch eine wesentliche Zunahme der wirtschaftlichen Wohlhabenheit gerechtfertigt erscheint. Nach über» einstimmenden Nachrichten auS Ost-, Mittel-, Unter-und Obersteiermark werden solche Erhöhungen unter wenig stichhältigen Gründe» und ohne das Vor-Hanvensein einer gesteigerten wirtschaftlichen Wohl, habenheit bei nur geringer Zunahme der Bevölkerung durchgeführt. Die Unterzeichneten begreifen daher vollkommen, dass die durch diese fortgesetzten Steuer-erhöhungen betroffenen Steuerträger von den Ge-fühlen lebhafter Beunruhigung erfüllt werden, was umso gerechtfertigter erscheint, alS die dermaligen wirtschaftlichen Zustände in vielen Theilen Steier-marks, von denen weite Gebiete durch den Mangel von Eisenbahnverkehrsmitteln in ihrer wirtschaft» lichen Entwicklung unterbunden sind, eigentlich eine möglichst schonende Behandlung in Stenersachen erheischen. Geruhen Eure Excellenz, diese Vorstellung gütigst entgegennehmen zu wollen und gestatten Sie unS, daran die Bitte zu knüpfen, Eure Excellenz möge sofort das nöthige veranlassen, damit den oben angegebenen Beschwerden ehestens durch eine ausgiebige Ermäßigung der Steuervorschreibungen entsprochen werden kann. Geruhen Eure Excellenz n. s. w." Unterfertigt ist das Schreiben von den Abgeordneten Kraus, Forcher, Scala, Lorber, Koko-schinegg, Posch und Foregger. Männergesangsverein „/icderkranz". Der» selbe hält Sonntag, 3. November d. I. im Garten-saale des Hotels zum goldenen Löwen seine dies» jährige Herbstliedertafel ab. Z>er Kinematograph (lebende Photographie), welcher von Dienstag den 3. November seine Vor-stellungen im Gartensaale deS Hotels «zum weißen Ochsen" geben wird, hat das dem Kinetoskop zu Grunde liegende Princip in einer bisher kaum sür möglich gehaltenen Weise vervollkommnet und statt der zollgroßen beweglichen Figürchen ganze Straßenscenen und Vorgänge mit Hunderten von Menschen in natürlicher Größe dem Auge vor-geführt. Diese erscheinen keineswegs als flache Schattenrisse, sondern vollkommen plastisch; Land» schasts- und Architektnrbilder zeigen eine Perspectioe, wie die besten Panoramenbilder. Aber wie unendlich verschieden sind sie von diesen! Alles, was in der Natur lebt und sich bewegt, der Verkehr, der aus Straßen und Plätzen flutet u. s. w.: Alles daS sehen wir vor unS greifbar nahe in unnachahmlicher Natürlichkeit. Da ist nicht« vorbereitete, auf den Effect berechnete Stellung, sondern alles ungeschminkte Wirklichkeit, auf der photographischen Platte ist jede» Stadium der Bewegung ausgefangen und ebenso getreu wiedergegeben. Der Kinematograph bringt ein« Serie von acht Bildern, und zwar: Erstes Bild: Pariser Straßenleben. Auf der Straße entwickelt sich ein Verkehr, wie er nur in einer Weltstadt möglich ist — ein kaum entwirrbares Durcheinander von Menschen und Fuhrwerken aller Art! Das zweite Bild: Man sieht, wie sich eine gemüthliche Gesellschaft bei einem Picknick gegen-seitig anregt. Das dritte Bild: Ein vom Exerzieren zurückkehrendes Regiment französischer Soldaten. Das vierte Bild: Zwei in Streit gerathene Karten-spieler. Das fünfte Bild: Eine Waschanstalt. DaS sechste Bild: Ein geprellter Lumpensammler. DaS siebente Bild: Eine Schwimmschule, und zum Schluss: Ein Schnellzug läuft in den Bahnhof ein. Weithin dehnen sich die Schienenstränge, das Stations-personal harrt des ZugeS. Er braust heran, gerade auf den Beschauer loS, so dass man zurückweichen möchte. Die Schaffner springen ab. die Eoupee» lhüren öffnen sich. Gepäckträger eilen herbei, die Reisenden steigen auS und begrüßen ihre zum Empfang bereitstehenden Verwandten. Dieses Bild ist wohl das Eindruckoollste von allen. Glückliche Reise. Fürwahr, es ist eine Reihe fesselnder Bilder, welche das ganze Leben und Treiben der Menschen und der Natur getreu wiederspiegeln. Der Apparat wird hier dasselbe Jntereffe erregen, wie in ver-schieden?» anderen größeren Städten, wo fortgesetzt Hundert« sich vor den Ausstellungsräumen des Kinematographen drängten. Hin Aahrraddieb. Am 29. d. M. morgens wurde der 17jährige Eommis Adolf Trafenig von der städtischen Sicherheitswache in Cilli ver-hastet. D?rselbe war in Laibach als Eommis bedienstet und hat sich dort verschiedener Veruntreu-ungen und auch der Entwendung eines Fahrrades verdächtig gemacht. Nach scharfem Verhör und einer Durchsuchung seiner Effecten wurde von der Wache^ festgestellt, dass sich Trafenig im Besitze eines Fahrrades befand, dessen Eigenthumsrecht er nicht nachweisen konnte. Schließlich gestand er. das Rad in Laibach gestohlen zu haben. DaS Fahrrad war von Trafenig bereit« zerlegt und die einzelnen Eisenbeftandtheile derart angestrichen, dass sie unkenntlich waren. Ebenso waren von Gubernal die Handgriffe weggenommen. Der Verhaftete wurde dem Kreisgerichte eingeliefert. Süffer. Um ihren ehemaligen, allgeliebten Lehrer zu ehren, und demselben eine bleibende Er-innerunz an die vergangenen Tage, da er der tugenv« losen Jugend gute Sitten gelehrt und ihr die Schritte zum Wege wies, aus dem sie brave Bürger werden sollen, zu bieten, überbrachte am Sonntag eine 3gliedrige Abordnung seiner ehemaligen Schüler auS Hrastnigg dem Herrn Oberlehrer Karl Valen-linitsch ein große«, blumenumkränztes Bild. Der Sprecher der Abordnung wies auf die vielen Ver-dienste hin. die sich der Herr Oberlehrer während seiner 17jährigen Thätigkeit in Hrastnigg (1869—86) um die Erziehung der Kinder und daS Aneisern derselben zu gutem und edlem Wirken verdiente, auf seine vielen Anregungen, denen auch die Odst-kultur und Landwirtschaft in seinem Umkreise so manchen Fortschritt zu danken hatte, und bat ihn schließlich, seinen ehemaligen Schülern ein liebevolles Andenken zu bewahren, indem er versicherte, daß ihm auch die, die seinerzeit andächtigen Gemüthes seinen edlen Worten gelauscht, eine dankbare Ver-ehrnng bewahrt haben. Sichtlich gerührt, sprach der Geehrte in bewegten Worten den Erschienenen seinen innigsten Dank aus sür die freudige Ueber-raschung, die ihm bereitet ward und betonte, daß ihm die Zeit seiner Thätigkeit in Hrastnigg in an-genehmer Erinnerung stehe und daß er immerdar gerne seiner Schüler gedenke und große Genug-thuung empfinde, wenn er die Herangewachsenen wiederfinde und sehe, daß sein Wirken kein frucht-loseS gewesen war. — Möge diesem edlen Menschen-freunde noch ein langjähriges, erfolggekrönte« Wirken beschieden sein; ein Wunsch, dem sich gewiß alle seine jetzigen Mitbürger ohne Ausnahme anschließen. Aus ZSöllau wird dem clericalen ,81. Oospoäar" folgender mehrseitig beachtenswetther Bericht gesendet: Schön wäre daS Schalltlal, wenn e« da nicht grausige Deutsche gäbe und auch einige verschlafenen Slooenen, namentlich in Schönstein, solche, welchen das Schmierblatt .SlorenM Xaroä' wettvoller zu sein dünkt als der Fortschritt der slovenischen Sache im Schallthal, besonders in dem jetzt noch slovenischen Schönstein. Wie sind doch unsere Deuischlinge arbeitsam, und wie sorglos unsere Slooenen! In Wöllan wurde mit Hilfe deS SchulvereineS im Sepiember ein deutscher Kinder-garten errichtet der schon 32 Kinder zählt. Ist das für die slovenische Gemeinde nicht traurig? ES ist an der Zeit, das« wir erwachen und die Verbreitung des preußischen Geistes verhindern, so lang es dazu nicht zu spät wird. Hg«tttsä>s IlUdjf 1896 Schaubühne. Der Evangelimann. Dichtung und Musik von W. Kienzl. Gewiss nach Humperdink» .Hansel und Gretel" die bedeutendste Leistung in der deutschen Opernliteratur. Die Handlung derselben ist in kurzen Umrissen wiederzugeben. — Martha, die Nichte und da» Mündel des Pflegers im Kloster zu St. Othmar ist in inniger Liede dem AmlS-schreib» Mathias Freudhofer dieses Klosters zu-gethan und weist daher deS Letzteren Bruder Jo» hanneS Freudhoser, der durch Des Pflegers Empfehlung eben Oberschullehrer geworden ist, und sie zum Weibe nehmen will, etwas derb« ad. Johannes verräth die Liebelei seines Bruders dem Oheim, welcher darob den Mathias aus dem Dienste jagt. In elfter Stunde finden sich Mathias und Martha zum trauten Abschied; Johannes, der sie belauscht, wird darob so rasend vor Wuth, dass er in das Kloster Feuer legt. — Der Verdacht der verbrecherischen That wird auf Mathias gelenkt, der sich bei seiner Entlassung zu einer Drohung gegenüber dem Vormunde hinreißen ließ. Von der Beweise Wucht erdrückt, wird er zu 2«)jähriger schwerer Kerkerhaft verdammt. Aus der Haft entlassen, erfährt er dald, dass Martha in Verzweiflung ihren Tod in den Fluten ver Donau gesucht und gefunden habe. — Vergeblich bittet er um Arbeit, weil der Schein der Schuld auf ihn lastet; so sucht er schließlich Trost in der Verkündigung des Gotteswortes: er wird ein Evangelimann. Als solcher kommt er nach lOjähriger Pilgerfahrt auch nach Wien und hier zufällig in den Hof des Hauses, in welchem sein Bruder, gepflegt von der ehemaligen Freundin MarthaS, Magdalena, wohnt. — Von Schuld gepeinigt und schwer krank darniederliegend verspürt Johannes beim armen Liede des EvangelimannS ernen solchen Zauber, dass er denselben zu sich rufen läsSt und ihm sein Leid und dessen Ursprung zu erzählen beginnt. Schon nach den ersten Sätzen erkennen sich Die Brüder wieder: in erschütternder Weise erfleht der sterbende Sünder von seinem Bruder Vergebung; kaum, dass er das erlösende Wort: „Johannes, ich verzeihe Dir!" gehört, sinkt er »odt aus sein Ruhebett zurück. Dieser, nicht ganz neue Vorwurs ist meisterhast behandelt; der Schluss insbesonderS hochtragisch, aber er befriedigt nicht. Wo bleibt hier das rächende Geschick?! Soll der Wurm, dcr dies harte Herz erst nach 30 Jahren zu Tode genagt ha», die einzige Strafe fein für den Frevler, der in der Aufwallung feiner Leidenschaft so leichtsertg mensch-liche» Gut dem Verderben preisgibt und des eigenen Bruders Glück und Existeuz vernichtet? Vergeblich harrt man des Eingreifens jener ewigen Gerechtig-keit, die daS Gute belohnt und das Böse vergilt. Mathias, der arme Schlucker, dem nie eine Sonne, auch jene nicht geleuchtet, die seine Unschuld an den Tag gebracht hätte, nimmt in Frömmigkeit GotteS heiliges Buch zur Hand; und Johannes, dem eS, — abgesehen von den Gewissenbifsen — ganz gut ergangen ist, bezweifelt schließlich daS Dasein Gottes, dessen Zweck er nicht einzusehen vermag! Auch Martha, für welche der Dichter ein so warmes Interesse im ersten Acte zu wecken wusste, vermißt man nur schwer in den folgenden Auszügen. Mit diesem seinem 3. Opernwerke (Urvasi, Heilmar, Eoangelimann) hat sich Kienzl die Hos. opernsähigkeit erworben. Schritt sür Schritt ist er hiebei von Wagner abgegangen; in Urvasi ganz der gelehrige Schüler seine« MetsterS, ließ er sich in Heilmar nur in wenigen Grundsätzen mehr von ihm leiten und tritt im Evangelimann ganz aus sich selbst heraus. Während er im Heilmar Haupt-sächlich die volkSthümlichen Scenen ausgezeichnet zu schildern wusste, ist es im Eoangelimann inS» besondere die Scene mit den Kindern, denen er Vergebung zu gewähren lehrt, die den Zuhörer wunderbar anmuthet. — Während hier die Wärme seines Ausdrucke» besonders zur Geltnng kommt, ha» er in der Kegelscene seinem köstlichen Humor vollen Lauf gelassen. — Die Musik ist aber auch in diesem Theile durchwegs im edlen Style ge-halten; das ganz« Werk »st überreich an gemüth-vollen, einjachen Weisen, wie auch an mächtig an-schwellenden Tonsolgen. Reizend ist das Zwielied Martha« und Mathias', inSbesonders das hiebei mitlaufende Cello-Motiv, das Lied MagdalenaS „O ihr schönen Jugendtage" und der Spottwalzer. All dies lässt uns erwarten, dass Kienzl den deutschen Liederschatz noch mit manch köstlicher Gabe bereichern werde. Die Wiedergabe der Oper war eine bedeutend bessere, als man sie für ein kleines Provinztheater erwarten konnte. Von den Darstellern ha» uns die Magdalena des Frl. Stister am besten gefallen, welche ihre Rolle in anerkennenswertem künstlerischen Geschmack, edel und ausdrucksvoll wiedergab: ihr volltönender Alt erwie« sich hinsichtlich Kraft und Klang ausreichend. — Frl. Weiß (Martha) besitzt «inc gut geschulte Sopranstimme, die in den Mittel-lagen weichen Wohlklang ausweist, und auch in den höchsten Lagen nicht grell klingt; dagegen ge-nügte ihre schauspielerische Begabung stellenweise nicht, den Mangel an Handlung zu decken. — DaS letztere gilt auch sür die Herren Merkl (Johanne«) und Reich (Mathias), erster hat zudem die Unart, beim Singen die Fersen zu heben. Letzterer, die Knie einzudrücken. Herr Merkl besitzt zwar keinen klangreichen, aber immerhin einen angenehmen Bariton; doch reichte seine Stimme für seine nicht gar große Parthie nicht auS; dem Sänger ging, zumal er sich in und vor der Sterbescene über daS Normale angestrengt hatte, früher der Athem auS al» dem Darsteller. — Dagegen hielt Herr Reich in seiner wirklich sehr anstrengenden Rolle wacker au« bis zum Schlüsse; sehr gut kam sein lyrischer Tenor zur Geltung in der AbschiedS-Scen«; warme« Leben pulsirte in d«r Erzählung seine« LebenSlause«. die er sehr ausdrucksvoll und in verständlicher Aussprache brachte. — Auch der Pfleger de« Herrn Galimberti ließ nicht viel zu wünschen übrig; ebenso waren die kleineren Rollen durchSweg« gut besetzt. — Die Regie bekundete ihre meisterhaste Hand in der vorzüglich dargestellten Kegelscene. DaS Hauptverdienst an der gelungenen Aufführung gebührt aber dem unermüdlichen Eifer de« Herrn Kapellmeisters Groß, der nicht allein dirigierte, sondern mitunter selbst die Begleitung besorgte. Gewiss bezeug» diese zwiespältige Thätigkeit große Begabung, wir würden jedoch in Hinkunft solche Kunststücke lieber vermieden wissen. Der Mangel an Orchesterstimmen muss sich auch auf anderem Wege begleichen lassen. Br. Hemieberg-Seide — »m «#', I»«n» direcl ab meliu» gadriti« dczvqcn. — idiroant. ««iß ttttb wrbig. ti.fi 36 Ts M r« >«.«- v. rn«t« — glatt. »«frrclfl, catttttt, a-mllfterl, Zamaftt «c. « Schweiz. »1—88 Ceidru > Fabriken G. Hcnneberg l l'brkeiten et«, billiger wie überall. — Auch nrur.i« and beste Borte fr'abrr&der lu 1U0 tl. — Um Nähere« verlange Jedermann s-Erzeutrer für Industrie-Zwecke; in 8 verschiedenen Grössen. Faulig* und erfrorene Kartoffel werden brauchbar ausgeschlossen! PH. 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Jortsehung.) „Ja, wenn sie daS nur thäten," widersprach der Geheimrath. „Aber das muß alles mitgemacht werden: Theater, Bälle, Gesellschaften, und die Mama und drei Töchter gekleidet: dazu freilich reicht der Gehalt eineS LandgerichtSrath nicht, der kein Ver-mögen hat." „Ja. aber sie können doch nicht immer zu Hause bleiben/ meinte die Geheimräthin entschuldigend. »Mein Himmel, eine Mutter muß doch ihre Töchter in die Welt führen, sonst können Tie sich nie ver-heirathen!" ^DaS werden sie überhaupt schwerlich," versetzte der Geheimrath. „Elli vielleicht, wenn es mit dem jungen GerSdorf etwas wird; sie ist die liebenS-würdigste, und auch die bescheidenste, was nicht zu unterschätzen ist/ „Und die fleißigste." fügte Jrmgard. für die Freundin eintretend, lebhaft hinzu: „Ohne sie sähe es schon übel in dem Bodinschen Hause auS. Die Räthin ist ja eine sehr gute Frau, ihren Kindern die zärtlichste Mutter- aber so verfahren, so gedankenlos. Ueber den Augenblick denkt sie nie hinaus: sie rechnet auch nicht. So lange sie Geld hat, giebt sie eS auS, und dann kommt die Verlegenheit." „Und der arme Bodin war dann gequält," sagte der Geheimrath. „Heute that er mir eigentlich recht leid, obgleich er mir im Grund unsympathisch ist. Der Fünfziger schon völlig ergraut. Ich hätte es ihm wohl gegönnt, wenn er die Freuve gehabt hätte, daß seine LieblingStochter, denn das ist die Elli, sich verlobte." Der Wagen hielt jetzt vor der inmitten eines wohlgepflegten Gartens liegenden Villa des Arztes. Elektrisches Licht flammt« im Innern auf. Man bot sich gegenseitig gute Nacht, und jeder suchte sein Zimmer auf. Jrmgard aber fand lange keine Ruhe. Sie liebte Elli sehr, die ihre beste Freundin schon seit der Schul-zeit war. Ihr Schicksal ging ihr ungemein zu Herzen. Sie kannte Elli'S ganze Liebesgeschichte. Schon von der Schule an hatten sie und Ottomar Gersdors Neigung für einander gehabt, und wie fleißig war Ottomar gewesen, um rasch zu Brod zu kommen, da-mit er seine Elli heimführen könnte, fort aus den traurigen Verhältnissen ihres Elternhauses, die sie mehr bedrückten, als irgend Jemand außer ihm ahnte. An ihm lag eS keinesfalls, daß die Sache doch nun wieder hinausgeschoben war, dann also an Elli. Gewiß war ihr Edelmuth, des Geliebten Carriere nicht zu hindern, zu loben, wie der Papa ja auch gemeint hatte. Aber eine innere Stimme sagte Jrm-gard doch, daß es besser für die Beiden gewesen wäre. Elli hätte diesen Edelmuth nicht gehabt. Da mußte doch etwas Besonderes dahinter stecken, irgend etwas im Hause wieder nicht richtig sein. Am Ende gar war die Familie wieder in Geldverlegenheiten. Wenn es nur daS wäre, da könnte sie vielleicht, wie öfter schon, die rettende Fee spielen. Der Vater gab ihr ein so reichliches Taschengeld, sie konnte leicht davon entbehren, und Elli, die mit recht vielem Talent, wenn auch noch wenig geschult, malte und sich gern etwas verdiente, war imnier so beglückt, wenn Jrmgard ihr einen Verkauf vermittelte. Natürlich war sie selber fast immer die Käuferin und machte Freunden und Bekannten Geschenke damit: aber daS durste die zartfühlende Elli aus keinen Fall wissen. Unter dem Grübeln, wie sie ihre Absicht diesmal am besten auSsühren könne, schlief daS junge Mädchen mit einem Lächeln auf den Lippen ein. Wie schön ist eS doch, reich zu sein und denen helfen zu können, die man liebt! 2. In der Wohnung deS Professors GerSdorf war indessen fast vollständige Stille eingekehrt. Die GaS- 2 flammen warm ausgelöscht. Da» Stubenmädchen Berlha und die Köchin räumten noch im Berein mit den für den Abend angenommenen zwei Lohndienern da» Geschirr im Speisesaal ab. Die Familie hatte sich in daS Studierzimmer de» Professor» zurückgezogen, wo sie «it dem Präsi-deuten noch ein Glas Bier tranken und sich über die Eindrücke des Abend« unterhielten. „Wie seid Ihr denn nur zu der Bekanntschaft deS Raths Bodin und besten Familie gekommen?" Warf der Präsident plötzlich fragend ein. „Die gehören doch gar nicht in Euren Kreis?" Er hatte sich vorgebeugt und seine klugen, etwaS tiefliegenden Augen glitten forschend von einem Fami-liengliede zum andern hinüber. Präsident von Werthem war ein schlanker, hoch gewachsener Mann von vornehmer Haltung, einem schmalm, seinen Gesicht, über daS ein Zug der Me-lancholie und des Leidens ausgebreitet lag. Und er hatte in der That viel Kummer in seinem an äußeren Erfolgen reichen Leben erfahren. Mit einer fchönm heißgeliebten Frau vermählt, die ihm zugleich mit ihrer Hand ein bedeutmdeS Vermögm brachte, hatte er das Unglück, sie und zwei herange-wachfene Kinder, einen Sohn und eine Tochter, kurz nach einander zu verlieren. Seit zehn Jahren schon allein in der Welt. Seine Schwester, die Professorin, sah ihm sehr ähnlich; doch fehlte ihr dieser Zug der Melancholie. Sie war eine stattliche Frau, die sich sehr stolz und aufrecht hielt und die geborne Freiin von Werthern noch gern hervorkehrte. Ihr Mann dagegm, klein, behäbig, mit etwas raschen unruhigen Bewegungen, machte den Eindmck größten Wohlwollens und freund-licher Gutmüthigkeit. Er lebte ganz seiner Wissen-fchaft, der klassischen Philologie, in der er Bedeutendes leistete, verlangte im Hause nichts als Ruhe für feine Arbeiten und überließ fönst das Feld vollständig seiner Frau, die sich denn auch zur allmächtigen Selbst-Herrscherin ausgebildet hatte. Nur gegen einen enthielt sie sich jeder Herrschaft, dem ließ sie die vollste Selbst-ständigkeit in all seinen Entschließungen, das war ihr einziger Sohn Ottomar, ihr Stolz und ihre Freude, wie sie mit Recht sagen konnte. Wenigstens bis da-hin hatte er Fraide gemacht. Ein fleißiger Schüler und ebenso fleißiger Student hatte er ein glänzende» Examina bestanden und galt jetzt allgemein für ein neu aufgehendes Licht in der Wissenschaft. Schon früh vom Vater in da» klassische Alter-thum eingeführt, hatte auch er sich mit Begeisterung dem Studium der alten Kunst und Geschichte hinge» geben, und war, nachdem er seinen Doktor absolviert hatte, schon ein Jahr in Italien gereist. Die Arbeit, die er al» Erfolg seiner dortigen Studien veröffentlicht hatte, war so bemerkenswert gefundm worden, daß sie ihm dm Ruf an da» Kaiserlich» Institut zu Athen ein-trug, zugleich auch da» Angebot einer Lehrerstelle an einem Gymnasium der Residenz, dessen Direktor seinem Vater besreudet war. Für die Welt war e» selbstverständlich, daß er nach Athm gehe; er selbst hatte lange geschwankt und erst ganz kürzlich sich zur Genugthuung seiner Eltern zu der Reise entschlossen. Ottomar GerSdorf war in feiner äußeren Erscheinung ganz da» Ebenbild der Mutter, hatte daher auch viel Familienähnlichkeit mit dem Präsidenten. Nur waren seine Züge kräftiger geschnitten, und eine große Festigkeit sprach au» seinen Mund, der sonst sehr wohlgeformt war, und wenn er lächelte, etwas ungemein Gewinnendes hatte. Bei der Frage de» Präsidenten hatte Ottomar aufgeblickt, überließ jedoch der Mutter die Antwort, die leichthin sagte: „Nun, wie eS so kommt, Robert. Wir haben lange in einem Hause gewohnt, und Ottomar ist mit dem Mädchen sozusagen ausgewachsen." „Hm, hm," machte der Präsident; „also so eine Art Jugmdliaison mit der reizenden Elli oder besser Leonore; denn ich vermuthe doch, daß sie auf den Namen „Elli", nicht getauft worden ist. Eine schlechte Mode übrigens, unsere schönen deutschen Namen so zu verunstalten." „Keine Liaison, lieber Onkel," warf Ottomar mit fester Stimme, sich vorbeugend, ein. „Wir, Elli und ich, haben unS miteinander versprochen. Ich wollte dir daS eigentlich schon mit-thilen, ehe Du sie persönlich kennen lerntest; aber Mama meinte, es wäre besser. Du sehest sie zum ersten-mal ganz unbefangen." » „Und wie hat sie Dir gefallen?" fragte die Professorin, ihren Bruder mit forschendem Blicke musternd: „Ich bemerkte wenigstens, daß Du Dich sehr lebhast mit ihr unterhieltest." „Gefallen?" Meinte der Präsident und stützte den Kops in die Hand, während ein jugendliches Leuchten in seine Augen trat. „Bei einem Mädchen wie dieser Elli kann man eigentlich nicht von gefallen sprechen. Sie gehört nicht zu den weiblichen Er-fcheinungen, die blenden, ja sie ist kaum besonder« hübsch zu nennen; aber sie hat etwas, was mehr werth ist, als das Alles, eine innere Anmuth, die ihr ganzes Wesen durchleuchtet. Solche weibliche Naturen sind nicht für die große Welt geschaffen; aber wo sie verwandten Empfindungen begegnen, fesseln sie und nehmen unbedingt Besitz vom ganzen Menschen." 3 Er Halle da» mehr für sich alS für seine Zuhörer gesprochen. Ottomar hörle ihm mit sichtlich steigendem Erstaunen zu. „Wie Du sie erkannt hast. Onkel, und doch viel-leicht nicht in ihrem ganzen Werth, wie ich sie kenne." „In der Tha», ein sehr braveS Mädchen/ fügte der Professor bestätigend hinzu. »Der arme Rath hat bei der großen Familie und dem schmalen Gehalt oft mit Sorgen zu kämpfen. Da scheut sich das tapfere Kind nicht, mitzuverdienen. Sie hat einen Kursus in der Kunstschule durchgemacht und malt nun für Geld allerhand hübsche Niedlichkeiten. Die Be-kanmen unterstützen sie auch, indem sie fleißig bei ihr bestellen." „Sehr gut, sehr gut," sagte der Präsident, „und doch — !" „Du hast etwas gegen sie einzuwenden?' fragte die Professorin lebhaft. „Gegen sie nichts, gegen die Heirath vielleicht so manches." Ottomar bog sich in feinem Stuhl zurück und zog die Stirn kraus. „Und aus welchen Gründen, wenn ich fragen darf?" „Ich könnte antworten, weil sie gänzlich ver« mögenSloS ist. und auch Du nicht zu den Krösussen gehörst. Aber daS ist eS nicht." „Das nicht?" suhr die Professorin aus. „Also noch etwas Andere«? O, ich ahne eS wohl. Du kannst Dir denken, Robert, daß ich immer gegen diese Heirath gewesen bin; Ottomar wollte aber nicht hören und Du kennst ihn, wenn er elwaS will — * „Ich hätte wirklich gedacht," unterbrach Ottomar jetzt den Redefluß der Mutter, »Du würdest eine Wahl nach dem Herzen gutheißen und sie verstehen!" „Gewiß verstehe ich sie," sagte der Präsident nun dem Neffen freundlich. „Bin ich doch selbst bei der Wahl meiner Gattin nur dem Herzen gefolgt, wenn auch die Vorsehung wollte, daß meine gute Luise mir neben ihrer Persönlichkeit auch noch ir-difche Schätze die Fülle mitbrachte. Aber hier liegt die Sache anders. Man spricht, offen zu sein, nicht besonders gut von der Familie Bodin." „Siehst Du wohl," rief die Professorin mit einem langen und vorwurfsvollen Blicke auf ihren Sohn. „Ich habe das immer gesagt und bin nun doppelt froh, daß Elli auf Deinen Vorschlag, die Lehrerstelle am Gymnasium anzunehmen und sogleich zu heirathen nicht eingieng, und auch auf die Veröffentlichung der Verlobung verzichtete." „Auf Deinen besonderen Wunsch, Mama," ent-gegnete Ottomar, „und weil wir der öffentlichen Ver-lobung entrathen können, da |wir einander ohnedem treu bleiben werden." „Also so weit ist e« schon gediehen," sagte der Präsident, den Kops schüttelnd. „DaS bedauere ich aufrichtig!" „UmS Himmel« willen, so sprich dich doch nur aus, was ist eS denn mit den BodinS?" forschte die Professorin erregt. „Liegt etwas Besonderes gegen den Bodin vor," fragte nun auch ihr Gatte. „So wenig angenehm mir der Mann auch stets gewesen ist, hielt ich ihn für durchaus ehrenhast." „Das will ich hoffen," entgegnete der Präsident. „ES sind überhaupt nur Gerüchte bisher, auf die viel-leicht nicht viel zu geben ist, wenn ich auch zugestehen muß, daß mir der Rath einen durchaus ungünstigen Eindruck gemacht hat. Ein starrer Charakter jedenfalls und etwas brutal. Und die Frau, nun — die gefällt mir noch weniger. Sie scheint mir dumm und eitel und gar zu sehr und deutlich beflissen, ihre Töchter unter die Haube zu bringen. So bin ich eigentlich geneig», diesen üblen Gerüchten Glauben zu schenken; und da wäre e« mir natürlich sehr peinlich, wenn der Rath sozusagen in ein verwandtschaftliche« Verhältnis zu mir träte." „Aber Onkel," warf Ottomar ein, „angenommen, es ist wahr, was Du gehört hast, und ich Deinem Urtheil über Bodin und feine Frau sogar zustimmen; denn auch mir sind sie nicht angenehm; aber waS kann Elli dafür? Sie ist eine Ausnahme in ihrer Familie, eine Perle, die desto herrlicher glänzt, je dunkler die Fassung ist, in der sie ruht." Er hatte mit Begeisterung gesprochen. Der Onkel stimmte ihm freundlich zu: „So erschien sie mir heute auch. Und dennoch bleibe ich dabei und warne Dich, diese Perle Dir zu eigen zu machen. Du stehst noch nicht so frei da. um nach der Welt nicht sragen zu dürfen, und die Welt würde ihre dunkle Fassung nie vergessen, lind was meUeicht noch schlimmer für Dich, sür sie wäre, auch Du würdest und könntest sie nicht vergessen, denn durch sie würden Dir in Deiner Carrivre Hindernisse ohne Zahl erwachsen; und bis die Welt dazu käme, darüber hinwegzusehen, wäret Ihr beide alt geworden, gebrochen, vielleicht durch den Kamps des Lebens beide elend!" Onomar schob feinen Stuhl zurück, eS hielt ihn nicht mehr mehr auf seinem Sitze. „Ich hätte Dich nicht für einen solchen Pessimisten gehalten, Onkel," sagte er und trat ans Fenster, mit heißem Auge in daS regenschwer« Dunkel der Nacht schauend. Auch der Präsident erhob sich jetzt. Die Pro-sessorin drückt« ihm lebhaft die Hand und sagte leise: Belehrendes. Unterhaltendes, Heiteres etc. HauSfrauenblätter. Wohlzuthun sei unser Streben! AuS der Ties« eigner Schmerzen Trösten andre müde Her,en, Das macht reich das ärmste Leben! Für die Kinder. Ten Werth der Jugendzeit siehst du erst ein. Wenn du dich weit von ihr entfernt haft: Von ihren Schätzen bleibt nur einer dein. — Tu selbst bestimmst, ob grob er oder Nein: Der Schatz von dem, was du gelernt haft- Der vrrgohrene vbstmost muß sogleich nach beendeter Währung in «inen kühlen Lagerkeller gebracht werden, da die Obstweine meistens einen niedrigeren Al-koholgehalt besitzen und daher auch leichter dem Verderben ausgesetzt sind, wenn sie bei etwas zu hoher Temvmtur lagern. Besonders sür Apsel- und Birnweine ist es nothwendig, daß sie in ein-"n lallen Keller eingelagert sind, um ibren natür-liehen Kohlensäuregehalt möglichst zu be-wahren. Auf dem Acker liegen gebliebene kranke Kartoffeln bilden sür Engerlinge und Larven geeignete Schlupfwinkel, wo diese sicher der Verpuppung entgegen-gehen. Namentlich finden die Feldmäuse darin hinreichende Stoffe, wodurch der Vermehrung dieser schädlichen Thiere Vor-schub geleistet wird. Wer der AuSbreilung deS Karloftelpilzeö entgegenarbeiten will, der lasse keine verfaulten oder angefaulten Knollen aus dem Felde liegen, sondern sammle diese zu Hausen, die dann m ein lies gegrabenes Loch geschüttet und mit Kalk Übergossen werden. Desgleichen ist es ersorderlich, daß die nach dem Auflesen der Karlosselhausen sich zeigenden Engerlinge vertilgt werden. Dir Treiberei der Hyacinthen auf Waffer ist alS sehr interessant, leicht, bequem und reinlich, aus daS Beste anzu-empsehlen, die Blüte wird ebenso voll-kommen. alS wenn die Zwiebel in die Erde eingeletzt wäre. Man bedient sich besonders zu diesem Zwecke gesormier Gläser, welche mit recht reinem, weichem Wasser so weit gefüllt werden, daß sich die oben aufgesetzte Zwiebel unmittelbar darüber befindet, je-doch ohne das Wasser selbst zu berühren. Nachdem die Gläser etwa vier Wochen hin-durch einen kühlen, dunklen Play erhalten haben, um der Zwiebel Zeit zur richtigen Wurzelbildung zu lassen, kann bei ansang« nur mäßiger Wärme die Treiberei beginnen. Das Wasser braucht nur dann gewechselt zu werden, wenn eS Übel riecht oder trübe wird: eine kleine Beimengung von Soda zum Wasser oder einige Stückchen Holzkohle, welche man hinein wirft, werden dazu bei-tragen. daS Wasser rein zu erhallen, nur muß man acht geben, daß es sich im An-fang siel» in gleicher Höhe erhält, fpäter, wenn sich die Wurzeln einmal tiefer hinab-senken, ist dieses nicht mehr so nothwendig. Turniere. Im Jahre N77 kamen in Sachsen IS Ritter und im Jahre 11241 auf einem einzigen Turnier zu NuyS bei Cölln so Ritler ums Leben. Bisweilen starben einzelne nicht an Wunden, sondern erstickten vorHitze in ihrer schweren Rüstung, oder es entstand aus Eifersucht ein ernst, licher Kamps. So zeigte die Gräfin von Clermonl aus einem Turniere im Jahre 1243 Vorliebe sür den Grasen Florenz v. Holland. Ihr Gemal griff diesen an, sie löteten sich gegenseitig und die Gräfin starb bald nachher an Gram und Kränkung. Deshalb verboten die Päpste aus mehreren Kirchenversammlungen die Turniere. Kein im Turnier Getödleler erhielt eine Ställe in geweihter Erde, so daß Frauen Znach Rom pilgerten, um vom Papste Aufhebung diese? Verbotes zu erflehen. Kroße Zartheit. Ein Zeitgenosse deS berühmien Philosophen Kant war der Gouvernenr oon Königsberg, General Mayer, ein äußerst gebildeter Herr. Kant, der i. 1.1764 im Haufe des Gouverneurs von einer Anzahl Osficieren ein Kollegium über Mathematik und physische Geographie hielt, wurde dazu stetS feierlich in einer Kutsche abgeboll. Auch speiste er sehr oft bei dem General, der, wie er selbst, unver-heiratet, gern Mittagsgesellschafl gab. Neben Osficieren waren dazu die ange-fehensten t5elehrten eingeladen. Der General hielt viel aus Eleganz und nahm nicht Anstand, den Osficieren mit einem strengen Blick eS zu verweisen, wenn sie durch Un-geschicklichkeit elwas bei Tafel versahen. Hiernach konnten sie eines TageS ihren Schreck kaum verbergen, als Kant, der dem Wirt gegenüber saß, Rotwein versehentlich aus das kostbare Gedeck verschüllete. Der General aber, um einer Verlegenheit zu begegnen, wars absichtlich selbst sein volles Glas um, und, da das Gespräch gerade oon den Dardanellen handelte, zeichnete er mit dem Finger im Wein ihre Richiung ab. Er that es, um den Osficieren zu zeigen, wie hoch er den Philosophen verehre. Benutzte Gelegenheit. „Nun adieu, alter Freund, mich siehst Du nicht wieder!" — „Gar nie mehr?" - „Nein, nie mehr!" — „Ach, Theodor, dann borge mir noch 40 Mark!" Schmeichelhaft. Dame: „Sind diese Hängematten auch dauerhast?" — Ver-käuser: „O, gnädige Frau, da können Sie sich ruhig hineinlegen — da kann sich ein Rhinoceros drin fchankeln." Zuvorkommend. Dame: Können Sie meinen Mund nicht etwas kleiner malen?" — Maler: „Mein Golt, gnädige Frau, wenn Sie wünschen, male ich Ihnen gar keinen Mund!" Praktischer Standpunkt. Pro-sessor: „Ein Körper, liebe Frau, ist Alle», was einen Raum einnimmt. Zum Beispiel, dieser Schrank hier nimmt doch einen ge-wissen Raum weg ..." — Gattin: „Wir können ihn ja aus den Boden bringen, dann nimmt er keinen Raum weg." Zu spät. Fräulein: „Sie wollten mir schon lange eine Locke verehren, Herr Lieute-nant!" — Lieulenanl: „Gerade gestern die letzie abgeschnitlen, gnädiges Fräulein müssen schon nächste Ernte abwarten!" Alte Bekannte. Erster Sonntagsjäger : „Du, wer war der alte Bauer, der Dich soeben so sreundlich grüßte?" — Zweiter Sonntagsjäger; „O, ein guler Bekannter, den hab' ich im vorigen Jahre dreimal angeschossen!" Mroßer Fortschritt. Tante: „Nun Else, lab mal'hören. was Du schon sran-zösifch gelernt hast. Ruf' einmal die Gouver-nanle auf französisch: sie soll herein-kommen!" — Else: „Pst!" Zu Hause nicht. Gast: „Also Sie sind Musiker? Was sür ein Instrument spielen Sie denn?" — Musiker: „Ich spiele die erste Geige, verehrter Freund." — Seine Gattin c. verfentet ja gab ttflp teilen dic alt leeH ent solid beiNief-nnle lnchfodrikS-Nirderloge Siegel Jmhvf in Brunn. Muster gratis und franko. Mustergetreue Lieferung garantirt. Beionkert PertbcII«, »inst b«i obiger Firma um ftsbrittsttc in kftcllt»: ®tc|t«»». »odl. inrain frisch« (Htm »erlegest) Baote; fix«, WSljfte ff otrittst eise, -nfmerN-mfie «»«fti»ru»g «ch Neiner »«tlevungen >c. »c. 7S?-«9 Gefunden wurde im Hotel Stsdt Wien (Spe;ses»al) eine grössere Geldnöte und int be!u> Eigen thOmer de« Hotel« zu beheben. li'AlU Coiiimis der Gemischtwarenbranche, flotter Verkäufer, findet «'fort Aufnahme, Offerte sub »A. F. 40* an die Administration der »Deutlichen Wacht*. 1005 Iielirjiiiij^e wird in citiern Gemischtwaarengeschäft aufgenommen. Anträge „sub. B. 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Zur regelmäßigen Stellung des JahreS 1897 sind die in den Jahren 1876, 1875 und 1874 geborenen Wehrpflichtigen berufen und werden alle im Stadtbezirke Cilli sich aufhaltenden Stellungspflichtigen dieser drei Altersklassen aufgefordert, sich behufs ihrer Verzeichnung in der Zeit vom 1. bis 30. November 1896 bei dem gefertigten Stadt-amte zu melden. Die fremden, das sind die nicht nach Cilli zuständigen Stellungö-Pflichtigen, haben zu dieser Meldung ihre Legitimationsurkunden bei' zubringen. Gesuche um Bewilligung zur Abstellung außerhalb des Heimat-lichen Stellungsbezirkes sind schon bei der Anmeldung mitzubringen. Wer diese Meldung, ohne hievon durch ein für ihn unüberwindliches Hinderniß abgehalten worden zu fein, unterläßt, verfällt in eine Geld-strafe von 5 bis 100 Gulden. Stadtamt Cilli, am 17. Oktober 1896. Der Bürgermeister: 391-92_Gustav Stiqer. Rudolf Baur, Innsbruck (Tirol), "sTersa.zid/tg'eacii.äJTt. 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