LailmchelWMtullg. ^v »^!^»^ Prä,!umc?ationspiei«: Im Lomptoir ganzj. «f> Z* ^^H^, fl. ll, H.Ubi. fl. 5.5«. stur dil Zustellung in« Hau« » « ^»Ff^. halbj. 20 lr. Mtt del Post ganzj.si. 12, halbj.fi. 7.50. Samstag, 3. Novcmbcl' Instltl onsglbllhl bi» lo Zeilen: lmal «a li., -« ^">/»^» lm.80ll., Iin.isi.; sonst P».Z«ilelm.s>lr.,»m.«lr., > ^>H>H 3m. lu lr. u. s. w. Inscrtion«slemptl j«dcsl». yu l^. ^ ^F v«^ «dc. k. f. Apostolische Majestät habm mit Allerhöchste Entschließung vom 18. October d. I. die cm ^>u Füüflirchncr Domcapilel erledigte Domherrnstcllc ^Ni Honorarhofcaplan, Doctor und Professor dcr ^iclllossic lmd Eonsislorialrath Joseph Äaau aller« Obigst zu verleihen geruht. Sc. l. l. Apostolische Majestät habe» mit Aller-höchster Entschließung vom 20. October d. I. die ^ dem Epcricscr Domcapitel erledigten zwei Tiwlar-<>omhcrr!>s icndc Iustructioncn abgcsaudt, während dcr spanische ^lN'dtc in Pails seinen eigenen Privalsccrelär in aller . ,c gleichfalls nach dcr Hauptstadt dcr Köuigin Isa« "" ubfcrtigte. licit ^?" anderer Seile wird über dieselbe Ungelegen-Lcschricbcn: Die Besorgnisse vor einem Hand- l streich Prims wachsen, und die spanische Regierung beschwert sich darüber, daß die französische Presse die Idccu dcr iberischen Uuiou unterstütze, daß Belgien Prim dm Aufenthalt im Lande gestatte, und daß England dem. selben mit Geld unter dic Arme greife. Dafür siud die französischen UUramoutanen und Lcgitimisten zum Frieden mit der Königin Isabel bereit, indem sic in deren Verwendung für dic weltliche Macht dcs PapstcS ciucu Schritt auf dem Wege des Heils erkennen, dcr vielleicht noch znr völligen Rückkehr zum Hort aller Völ» lcr, zum göttliche» Erbrechte führen könnte. Dic „Allg. Ztg." culwitfl in einer Eorrcspoudcnz aus Oberitalicn ein eben nicht schr anmuthiges Bild von dcu iuuern Zuständen dcs geeinigten Königreichs uud bclonl vorzugsweise die verderbliche Korruption, welche linter dcn E^ccutoren dcr Gesetze uichts ScltcucS mehr sei, „Diese Schutzlosigkcit dcs RechtcS — heißt cS iu dem bcmerlcuSwcllhen Artikel - und diese Straflosigkeit dcr Schuld habcu auf dcr ganzen Halbinsel, hier mehr, dort weniger, einen Zustand moralischer Zcr-fahrenhcit erzeugt, in welchem, wcuigslcuS iu dcn uu< tern Classen, sich alle Begriffe von Ehre uud Recht« lichlcit aufgelöst! haben, uud nichlö übrig blicb alö cill Sumpf dcr ticsstcu Cntsilllichung, überzogcu mit dcm biö in dic höchslcn Stände hiuanfwuchcrudcu Untraut äucr millioncnarmigcu (üamorra, die selbst im Proceß Pcrsano ihre letzten AuSläufcr aufweist." Eine» Maßslab für dic Bcmthciluug dcS sittlichen SlandpUülteS der Äcvöttcruug dcr Halbinsel glaubt dcr Eoricspondcnt durch dic Thatsache zu liefern, daß innerhalb dcs Zeitraumes von 3 Mouatcn W.923 Reale sich ereigneten, uud fährt danu fort: Meine italienischen Freunde hoffen nun alles von dcr lommendcu Schnl« bildnng; löuncn einmal dicsc 17Millioucu l>!n>!l'<>Ii(!!il»!l>l! llwl-ulc) verloren gegangen, und cS befiudct sich in dcr Lage cincs musikalischen Instrumentes, welches so heruntergekommen, daß alle Mühe auch des geschicktesten Stimmers vergeblich ist; da cS cbcn lcinc Stimmung mehr hält." DicscS Gcständniß ist cin sehr bitteres, abcr nichtsdestoweniger wahreö. Zur Kaiserreisc. Prag, 30. October. Se. Majestät dcS Kaiser hielten henle Vormittags iibcr dic Pragcr Garnison R cvue. Dieselbe war um 7 Uhr MorgenS unter dcm Eommaubo des Truppcndivisionärs FML. Freiherr v. Koller aus dcn Excrcirftlah dcS Belvedere's ausgerückt uud hatte in drei Haupllrcffcu, dic Fronte gcgcu die Stadt zugekehrt, Stellung genommen. Im crstcn Haupt-trcffcil stand die Brigade Graf Wimpffcn unter Com< mando deö Obcrstcn De Rue, im zwcilcn die Brigade Trentiuaglia, im drittcn acht Batterien deö 10. Artil-lericrcgimcuts untcr Eommando dcs Obersten von Hoffmann. Jede Brigade war wieder in zwei klciuerell Treffen in Divisionsmasscn nach dcu ciuzelncn Bataillons aufgestellt. Im ersten Treffen dcr crstcn Brigade stand am rechten Flügel das li. Iägcrbataillon, nebenan das Iilf.'Reg. Kaiser Franz Joseph; im zweiten Trcf» fcn dicscr Brigade das Inf.'Rcg. Erzherzog Franz Karl und ein Bataillon Vcnedcl. Die Brigade Trcntinaglia halle im crstcn Treffen am rechten Flügcl das fünfte Iägerbataillon, daran anschließend stand das Regiment Naßan, im zwcitcu Treffen stand das Inf..9teg. Erz« herzog Karl Salvalor uud die Sanitätsablhciluug. Sc. Majestät dcr Kaiser laugten in Bcglcituug Allerhöchst" ihres ersten Gcncraladjutautcu, Sr. Excellenz des Hcrrn FML. Grafen Crenncuille, nnd dcS Flügcladjutantcn Baron Fejcrvary um 5) Uhr MorgcnS beim Sandthorc an und fuhren bis jene Stelle, wo sich die Allce nach dcm Banmgarten abzweigt. Se. Majestät verließen dort mit dcr Allerhöchsten Begleitung den Wagen, be-» stiegen eines dcr bcrcit gchaltcncn Pfcrdc uud ritten im gemäßigten Trabe dcn Wällen der Stadt entlang nach dcm Exccirplakc, an dessen Eingänge sich der Herr Adlalllö dcS LandcScommandircndeu FML. v. Wcigl, GM. Snpancic und GM. v. Wnrmb mit dcm gc' samniten Generalstabc der kaiscrl. Snite anschlössen. Sc. Majestät ritten hierauf unter den Klängen der Volkshymnc dic drci Hauptlrcffcn dnrch, worauf die beiden Brigaden in acüffnclen Eolonncn compagnicweisc, die Artillerie in Halden Batterien nach dcr Richtung dcö Glolieltc'S vor Sr. Majestät dcfilirtcn und dann gcgcn die Bubenlschcr Straße abschwcukeud durch daS Saudthor ihrcn Rückweg nahmen. Sc. Majestät kehrten hierauf iu dic laiserl. Burg zurück und fuhren nach dem Garnisonsspital Rr. 2 anf dcm Hradschin. Se. Milll'lml. S'eelcnfeier in der Natur. So !lettel! traIIz. ^tr Abend sinlt uud feuchte Nebel ziehm ^rsfteustig leise über Thal und Hühen: "!° ihrcr Schauer Thräueu uiedergehr», "5lllt die 3tatur, dcS LebeuS Farben fliehen. as an der Solmc Glanz so wohl gedlehm, ls Vlumeuschmnck und Laub hold anzujehc», ^5t einsam jetzt i>n herbstlichen Verwehen, °ß »hin so lm-ze Lebenslust lierliehen. ^nge nicht, Nalnr, vor nahem Tod', u wirst mit jcdcö Fnlhlings Morgenroth "jllngt zu »ener Blilthe Dich erheben, "ü ist denn Stelbm? Nus der Grabcrnacht " ^älcr ranlt mit frischen Schaffens Macht ^ allswin-ts ihrer Enfcl ncncö Leben. '" schlafen sie, die Menschen vieler Tage, ^ ""scheu Kreuzen Trauerfräuze hangen; kebt'"""^ Schmerz, mit Jahren untergaugen, ""l in heißer Thränen stummer Klage. Und wer hier diese Leichmslrinc frage, Darans der Hiügefchicd'nen Namen prange», WaS die »ü» sind, vom kw'geil Schlaf nnifancien, Die Antwort ihm ei» Todtcnfchädrl sage, WaS sind sie mm? Ach, nur deö Moders Staub! Die schönste Hillle ward der Wlinner Naub; Das smd der MeuschcnaMc Herrlichleiten. Ein eitler Wahn bleibt nus'res Lebens Tranm, Schwingt nicht der Geist sich ilber Eroenranm Empor z»l seiueS Urquells Ewigkeiten. Soll unser Schmerz nur hier am Staube lleben? Hinauf, hiuauf zu aller Gnade Sonnen, Zum Urquell, zu dcS cw'geu LebruS Vrouuen Soll uns der Scclensrier Ernst erheben. Woyl uns, wenn wir für unser ganzes Lebm Aus Gräbern hier deS Glaubens Trost gewonuen, Daß nicht, wenn schou der letzte Tag zerronnen, Uns dann erfaßt des TodcS laltcö Vcbeu. -Wie iu dcm Lnfnnccr jeder Vlilthenhanch. Das llciustc Thier am grüum Sommcrstrauch Bedeutung hat dcS Allgemeinen wegen; So jedes Mrnschcusciu, ob llcin, ob groß, Hat Antheil an dcr Geister rw'gcm Loö, Und seine Heimat in beS Himmels Segen. Johann Iurschc. vaibach, 3. November. Allclseclcn, das Fest dcr Todten, schließt eine Woche, die dein leichten Griffel deß Fcnillctonislen kaum einen Sloff bieten zu wollen fchicn. Zwar wurdc sie wüidig cingclcilci durch die W o h lt h ä t i a. kc i ts ° G es c d a der Citalnica, nnd dcr Feuilletonist, dcn lhcilö scin Nmt, theils sein Wunsch, auch sein Scherflcin zum edlen Zwecke dcr Bcllcidnug frierender Kleinen bcizntraaen, dahin führte, hatte cS nicht zu bcreucu. Es war cin gemüthlicher Abend, die Vcrsairlmlnna glich einer großen Familie, die cin häusliches Fest fciert, jedcr bemühte sich, das Beste zn leisten, und jeder, fand cin danlbarcS Publicnm. Ein frischer Hauch wchlc dnrch dcn llcincn hübschcn Saal nnd gab dcr Production cincn ciacucn Reiz. Wir sahen ein kleines Mädchen mit heller Stimme nud sehr deutlicher Aussprache cincn Prolog vortragen, cin Gedicht übcr dcn „Ursprung deS Elends." Daß dicfcr schon von Adam, eigentlich von Cua, dcm crstcn HauSlrcuz, herrührt, war nnS nichts NcncS. Die Ehörc, die nnn folgten, waren voll, frisch, gut eingeübt und ihre Gesänge weckten in dcn Her-zcn der patriotischen Zuhörer c.incn Beifallsjubel, der einigermaßen schwache Nctvcn angreifen tonnte. Zum Schlüsse wurdc cin kleines Lu ftspicl aufgeführt, wül> rend dcsscn unS ein langer Monolog anf dcn Gedanken brachte, die Entwicklung, die nicht mehr .lange auS« bleiben tonnte, in der Restauration der Citalnica zu erwarten, wo wir eine nene gnte Seite unseres stove» nischen Easlno's cutdccklcn, das Bier, dessen Ruhm schon weil übcr die Greuzen der weißen I^juliljim:, g» drungcn. Und wir fanden unsere Hoffnung echM. 1666 Majestät begaben sick) in Begleitung dcs Herrn Ohcr< stabarztcS Dr. Korda und dcs Spitalcommandanten Hcrrn Obcrlicntcnant I. Gegner zunächst in die erste, dann in die zweite Abtheilung dcr Verwundeten. C« befinden sich zur Zeit IN blessirte Ncilitärs iin Spi-tale. Sc. Majestät richteten fast an jeden einzelnen Worte dcr huldvollste!'. Theiluahlnc und verweilten ins« besondere bei den Amputirtcn längere Zeit, sich sowohl nach dcr Art dcr Verwundung, als nach dein Verlaufe dcr Krankheit erkundigend. Nachdem dcr Kaiser über die Verpflegung nnd ärztliche Behandlung dcr Kranken Allcrhöchstscine vollste Zufriedenheit auSznsprechcn gc» ruht, verließ Allcrhöchsldcrselbc das Spital und fnhr in die kaiserliche Burg znrilck. Um 12 Uhr Mittags nnlcrnahmcll Sc. Majestät einen Ausflug nach 9icpy. Sc. l. k. Apostolische Majestät habe» mit allerhöchster Entschließung vom 28. October d. I. die all-soglcichc Inangriffnahme nnd Ausführung einer V c r« l, indnngsbahn zwischen dcn PiagcrBahn» Höfen dcr böhmischen Wcstbahu, dcr nördlichen Staats-bahn nnd dcr künftigen Franz-Iofeph-Bahn als Noth. standöban zn genehmigen nnd dcn mit dieser Hcrslcl» lung zn betrauenden Eonccssionärcn dcr Franz-Ioscpl)-Bahn hiczn cincn Acrarialvolschuß von cincr nnd einer halben Million Gulden in Staalsnotcn allcrgnädigsl zn bewilligen geruht. Oesterreich. Wien. Am 13. October l. I. hat die Ucbergabc der österreichischen Krie g S fl o tl i l lc am Garda-Scc nnd dcS Marincmaterials in dem Arsenale zn PcSchiera an die ilalicnifchc Regierung, nachdem dic< jclbc die Schiffe nnd da« Malerialc käuflich an sich gebracht Hal, stattgefunden. Die dicsfälligcn Vcrhand-lnugcn wnrdcn östcrrcichischerscits von dem Eorvellcn-Eapilän Moriz v. Äconfroni, dem Liuienschiffolicutcnanl Gustav Maycr nnd dem Marine < Vcrwaltnngsofficialc Kutschig — italicnifchcrscitS vol, dem Frcgatlcneapitän Paul Eavaliere Orcngo nnd dem SchiffSingcnicur Fclice Eavalicro Fasclla geleitet. Die ilalieuischc Regierung l,at dic sechs Propeller. Kanonenboote „Raufbold," „Spcilcufcl," „Uslokc," „Schalsschütz," „Wespe" uud „Wildfang," jcdcs von 90 Pfcidclraft, nm Z42.000 fl., die beiden Raddampfer „Hcß" uud ..Franz Joseph," crslcrcS von 100, letzteres von Ü0 Pferdelraft, um N3.000 fl. übernommen. Anßcrdcul wnrdcu sämmtliche im Arsenal zn Peöchicra und in den sonstigen Maga-zincn vorhandenen Vorrälhe an Marine-Materiale und Steinkohlen gegcn eine angemessene Geldcutschädignug abgelöst, nur das Artillerie- nnd Gcmcmatcriale wurde von dcr italienischen Rcgiernng nicht übernommen, es werden demnach diese ärarischcn Güter iibcr Riva ans dem Landwege nach Pola gesendet. — 31. Oct. Nnnmchrist, wicdas „Frdbl," vernimmt, auch die E in l) e rnfu u g d c S un ga r i sch cn L an d -luges vollzogen. Derselbe wird, wie die cislcithani' schcn Landtage, am 1'.). November zusammentreten. Die Session der letzteren wild jedoch dem Vernehmen nach nur cine lnrze, in erster Rcihc dcu Finanzangclegen-heiten, insbesondere der Feststellung der LandcSbudgclS gewidmet sein. Pva„, 30. Oclober. Die Bczi rköo bmän-ner, welche sich ans Anlaß dcr Anwesenheit Sr. Ma< jcstät dcs Kaisers in Prag ciugcfnndcn hatten und, wie schon erwähnt, am Somttag Sr. Majestät ihre Hnldi-gnlig darbrachten, haben sich in einer Vorbesprechung, die SamStag Nachmittags hicr stallfand, geeinigt, Sr. Excellenz dem Herrn Staatsministcr ein Memorandum zu überreichen, in wclchcm die Wünsche dcr Ac« zirlsocrlreluugcn dcs Königreiches Böhmen cnlhaltcn wären. Diese Schtift wnrdc von cinem eigenen Aus-schussc, bestehend auö dcn Herren Obmännern Dr. Brauner, Dr. Trojan, Baron it. Maria Vilaui nnd Dr. Kralen, ausgearbeitet, Sonnlags in einer Versammlung von Bczirliüobmännern in oer böhmischen Bürgcrrcssonicc angenommen nnd von dem erwähnlcn Ausschüsse als Deputation gestern um 11 Uhr Vormittags Sr. Excellenz dem Herrn Staatsminister iibergebcn. Was dcu wcscnllichcn Inhalt dcs Schriftstückes anbelangt, so er-snchcn die Bczirlsobmäuncr dcn Herrn Staatsministcr, Sc. Excellenz niögc sich vcilvcndcü: l. das; allen vom Kriege heimgesuchten Aezirkcn eiuc vollkommene (5utscha'diglmg für sämmtliche erlittene Kriegs-schlidc», und zwar im Sinne der allerhöchsten Willensäußerung Sr. Majestät in der betreffenden allerhöchsten Zuschrift au Se. Excellenz den Herrn Staalsmiuister geleistet werde; 2. daß die durch die heurigen Fn'lhjahrsfröste verursachte» Schäden incht in der gcwöhülicheu Art und Wlise, wo der Schaden von eiuzelucu Gruudslüctcn erHoden zu werden pflegt, ermittelt werdeu, da dieser Weg bei dem Umstände, daß in den letzten Jahren das Flachland Mittel-Böhmens auch durch anhaltende Dürre großen Schaden gelitten, weder cine schnelle noch genug ausgiebige Hilfe fchasft, sondern daß eigene Localcommissioneu, ähnlich denjenigen, welche die Kricgöschäden zu erheben hatten, einfach, schnell imd um-sasscud cruiren, wie groß der Schaden im ganzen Äezirle ist und wie viel einem jeden Aezirke von der betreffenden Grund- und nölhigensalls auch von anderen Steuern verhält» »ißmäßig abgeschrieben uud nachgelassen werden solle; e dic „Pr. Zlg." mcldcl, die obcrwähutc Deputation der Bczirlsobmänner ficuuolichst cinpfangcn, das '.Vlcwo< raudnm entgcgcngcnonlmcn nnd versprochen, allc vol" gebrachten Wünsche genau zn erwägen uud, wenn nöthig, locale Erhebungen vornehmen zu lassen. (5ssck, 2<>. October. Hcntc wurde die Sl'b-scriplion für die südslauifchc 1l n i v c t s i tiil eröffnet, nnd cs zcichnttcn dic Herren: Spi^c lM (5rnudal Z00, Ä,lic 100, Rnlauina 100, ilolaric !W, Ialcin 5)0, Pcro <Äcorg!coic' 50, Krcst,c -A) n»d Za»" 20 Gulden. Ausland. — Bekanntlich hat Preußen in feierlichen Staats actcn nnd Noten, sowie in der Presse in allen Forme" behauptet, es sei v o n O c st c r rc i ch nn d dcn nbli-gen B nn dcsglic o crn zn cinem Vertheil»'" gungskricg genöthigt worden. Als die uäclM Veranlassung wurde dcr Majoritätsbeschluß dcs Bundestages vom 14. Inni, dcr gcgen PrcM" ausfiel, hingestellt. In dieser Aczichuug theilt ma» l'"» dcr „N. D. Zig." auS Frankfurt n.M. folgende interessante Gcschichlc mit: „Einsender dicscs halle dic' scr Tage Gclcgenhcit, Tagcbuchblältcr auS dcr Map^ eines Diplomaten in die Hand zn bekommen, wclW anf dicse Äiolivirung dcs kriegerischen Vorgehens del norddeutschen Großmacht ein mchr als zweideutiges Lichl werfen. Hiernach halle in dcr ewig denkwürdigen Silm^ vom 14. Inni dcr preußische Gesandte v. Saviguy z>^ Ertlärnngcn der preußischen Regierung vor sich licgcü! die eine für dcn Fall, daß dcr betreffende Anlrag d>< Majorität erhielte, die andere für dcn Fall, daß er m"' eine Minderheit von Stimmen anf fich vereinigte. A" nnn dcr Antrag durchging, verlas dcr prcnßischc Dipl^ mal dic cinc dcr vor ihm liegenden Erllärnngcn, ucl' griff fich aber nnd sing daS für dcn Fall des DlN'ch' falls des Autragcs bcrcchncte Schriftstück zn verlesen a"' Er merkte zwar alsbald seinen Irrlhnm lind vcrla" das richtige Actcnstnck, aber so vicl hatte man dm ans dem Vorgetragenen entnommen, daß Prenßen a»^ für dcn Fall, daß der Antrag nntcrlag, den Austritt a»' dein Bnndc nnd damit wohl auch dcn Krieg beschlosst halle. DaS Tagcbnch, das überhaupt auf dcn dipl»' malischen Fcldzng vor Beginn des letzten Krieges M!>l nnd sehr interessante Slrciflichtcr wirfl, dürflc w^ dcinnächst inl Druck erscheinen." Htnttgart, .W. October. Man erinnert sich, ^' nnlnittelbar vor dcm Zusammentritte dcs wnrttcindcrgl' schcn ttandtagcö die Zweckmäßigkeit von Eingaben "" die Voltsvcrlrctliligcn angeregt lvnrde, um die ^ins^^ rung ciner nach dem schweizerischen Vorbilde hcrznilc lcndcn Wchivclfassung, dagcgen das Fcinhaltl,'» de prenßischei, Militäisystems zu fordern. So ganz lwg wohnlich kurz die Zeit des Beisammenseins dcr Ka,^ mcrn diesmal gcwcscn ist, kamcn doch aus!^l Oenu'»' den dcs Bandes solche Eingaben, zusammen mit nah^i 8000 Unterschriften, ungerechnet die vol, Vereinen. ^ W8re die Kiichc dcs Herrn Lansch, deren Güte Gonrmands nnscrcr Bekanntschaft in dcn Himmel er< heben, nnt dicscn, Bicr zu vereinigen, das wäre unser Mekka. Ucbrigens hat die Restauration des Herrn Lausch noch ihre Flitlerwochcn, in welchen dcr Himmcl voller Geigen hängt, d. i. denen der Musilbandcn. Zudem kommt sie in die Mode, nnd so verdunkelt die-seS aufstcigcndc Licht, welches noch dazu ein Gas' licht, alle petrolcnmbelcnchtctcn Hotels der Rachbarschaft. Uud damit wären wir auch wirklich am Ende nn^ sercS Stoffes angelangt nnd es kostete nns nicht mchr als cincn 5ull<> mur tu l<>, nm — auf dcn Kirchhof zukommen, zn dcn Todlen, welche dranßcn in den weißen Mancrn von St. Christoph rnhcn, nberragt von den dusligen Coutouren dcr Alpcn und bestrahlt von dcn warmen Strahlen cincr herbstlichen Sonne. Der Himmel lächle gar heiter herab auf dcn bunten Mcn. schcnstrom, dcr anf unscrcn Eanipo santo hinanswogtc. Das Leben machte dem Tode seine solenne Visitc, eS brachte prunkende Grablatcrncn und Imortcllcnkränzc für Grüber, deren Tobten es vielleicht daS Herz gebrochen, während manchcr arme verlassene Grabhügel geheiligt ward dnrch die stille Thräne, die ihm ein treues Herz weinte. Und ,vie ich den stillen Ort, dessen Inschrift Lccl! ii'll'm mich immer so mächtig ergriff, am hellen Tage betrat, als ciuc bnule, gaffende uud geschäftige Menge fich iibcr die schmalen Fußpfade ergoß, da floh mein Gcfiihl wie ein schönes Vögclein in das Innerste der Brust und ich riß mich loS ans dcm lauten Gc-lriebe, verfolgt von einem vielstimmigen Bctllcrchor mit den bekannten Phrasen, auS denen mich aber cinc mach. lia ergriff, dic deS Blinden, der bat, dem Armen etwas zu fchenlen, der dcn „weißen Tag" nicht schen könne. Aber ehe ich scheide, noch einen Vllck auf die Gräber unserer Patrioten. Da ruhen ja so nahe bei einander: Vodnil, dcr gemnlhvollc Sänger dcö VoltcS, dcsscn Inschrift seinen Ruhm dcr Nachwclt so sicgcS-gcwiß verkündet: I^o ll^<,«') n« «inu l'o nüln no do der sprachkundige Top, in der Zeit nationalen Auf-schwuugcs der Dreißiger Jahre der Eifrigsten cincr, den die Wellen dcr Save verschlungen, nnd endlich der cdle Polc K o ryito, fcrn dcr Heimat früh hingegangen, dcr Herausgeber unserer Volkslieder. Und sic waren nicht vergessen, dicse Gräber. Alle schmückten Kränze, die ihnen treue Liebe gewidmet. Und noch ein Gang zn meines alten Lehrers Grab, ein Obelisk, dem Anden« ken eines wahren Jugendfreundes gewidmet, dcS Pro« fcsforö KcrSnil, mit dcr rührend einfachen Inschrift: „Illn'0 l'i" ulmnu." Eine interessante Erscheinung war anch der improuisirtc Obelisk mit den Namcn von acht Gliedern dcö slovcnischcn TnrlwcreinS Sokol, auf dcr Spitze dcö Obelisken blinltt dcr liegende Halbmond, darüber erhob sich dcr anfftcigcnde Stcrn, nntcr dcn ausgebreiteten Fittigen dcS Falken, ein poetisches Symbol dcr Stämme, dic thcilwcise noch unter barbarischen Joch sich cmftorrilia.cn langsam zur Freiheit, ein Sym« bol für das Ringen ciueS Bollöstammcs nach edlerer Gesittung . . . Und da bin ich wieder am Eingänge nud cö rassclu mir dic magistratlichcn Sammelbüchsen entgegen, mit berechtigter Bitte, im Gegensatze zn dcn calilinanschen Existenzen dcr Bettler da drinnen. Die Plage ist jedoch, wenn auch noch immer sehr an italienische Zustände erinnernd, nicht mehr so stark, wie im vorigen Jahrhundert, wo am Eharfreitag mehr als 3000 Bettler die Kirchthnrcn belagerten. Und ich ging, nin ^i^ zukommen, als die Sonne sich neigte nnd der ^^ stern aufstieg, wie cm Bild dcr Verheißung, alS . Menschcnstrom vclrauscht nud ich allein war l'^., den cwigcn Sterncn, in dcm ringsum snnkclndcn ^ , meer der Gräber. Und ich empfand tief oic s^'^ Worte Fe n ch t c rsl c bcn s in feiner „Diätetik ^, Seele": „Nichts ist in unserem Lose dancrhaflcr "lo ^ Schmerz." ,, Noch führte mich mein Wcg auf den llcincn c" ^ gc tischen Fried Hof, dcr mit seinen sa"lA' ,, Dolomitfand bestreuten Wegen nnd dcu dunklen V^l gruppen -— cs ist der Lebeus bäum, der st" ^, hicr dcm Tode entkeimt — einem kleinen Garte« 9 h, Wohlthuend empfand ich die Einfachheit dcS ^ ,^ schmuckes, das ltrcnz dcr Erlösung, cs ist das c>^,A Symbol, das dicsc wcnia.cn Grabhügel schmückt. ^^ Säulcu, Katafalke gleichwie Trümmer, vo>n ^ dcs LebcnsfchiffeS gestrandet dort." Und so lM ^. meine stille Wauderuug beendet, uud ich l)ältc ",^„, treuer Ehronist dcr Woche höchstcuS noch z" bcr ^, daß ich gestern den traditionellen „Müller lM,g Kind" gesehen, cs fehlten nicht die jährlichen Bcs»^ ^ dcm Volte, die Galcric zum Brechen voll, l>"/^ tcrre gleichfalls, abcr Dutzende gähnender, d- ',' ^ Logen. Wie cS fchicn, cinc Art Protest gcgcn ^' ^ pach'schc Hüstclci. Aber ein Thcaterdircctor l>l ^O vatiu und weiß, was scin gctrcncö PublienM oo ^/ dic Majorität desselben an diesem Tage von ^ ^F langt. Und so wollen wir dcn seligen „MiUlcr ^.^ seinem Kinde, dieses übrigens wieder crgrcisetto ^s, stellt durch unsere talentvolle Liebhaberin Frl. fcr, sanft ruhen lassen. 1667 ^' ttfahm,, schreibt die „N.D.Z.," sind nach dcr Vcr-»8lmg der Kammern noch uielc wcitcrc Eingaben iu /,l nämlichen iltichtnng eingetroffen, und es unterliegt c»!em Zweifel, daß dic Menge sich sofort vergrößern ^lb, sobald dic Frage erst prallisch vor dic Volkover» "ltui,g kommt. . Von der italienischen Grenze, 27 October. lnch ilosfnlhs Antrag werden die ans Uuaarn gcbürti- ^'Soldaten der bisherigen u n garisch cu ^cgiou dcr 'lnlieiuschcn Anncc ciuvcrlcibt. Da die meisten dcrscl» ^> schon wegen politischer Acte vor dem Krieg com» plomitlirt luarcu, so fiüdct dcr Anmcsticartltcl dcs Flic- ^»suerlragcS auf sie keine Anwendung. Zahlreiche öster- fische Descrtclirc sind dicser Tage uoil Udinc liach ^'essandria verbracht worden, Dieselben sind von allem '^lhiM'il cutblöstt nnd erhalten für ihrc Vorliebe fiir ^^licn täglich 50 Cculesimi, in ciuciu Lande wo sie ^üzlich flrind find nnd sich nichts verdienen können. "7 ^ic cs heißt, wird General Lamarmora seinen u'clangcfochtcncn Posten als Commandant dcS Mili- "'dcftcnlemcnlö von Florciiz niederlegen, nm wahr« u)ci>,lich das ihm angetragene Commando von Bcrolla i» iibcrnehmcn. Vcnezicn wird den Hcldcn von (5n> ^^^ ^,vi^ ,llit offenen Armen anfiichmcn, nnd cö ^'ocn ihli sogar die „Anstriacanü" gern schcn, da er, 'ach ^',^ „^cnouo Diritto," in jeder Vczichnng mit dem ^ttreichischcn General—Mack zn vergleichen ist. Durch- ^ »icht zn bedancrn wäre cs auch wcnn sich das frucht bestätigt, daß Marchcse Pcftoli seine Eutlafstmg 3^ koiliglichcr Connnissär von Padna nehmen wolle. — "ach dem „Corricrc delta Marchc" ist dcr „Affouda. °^" gerettet. Das Auspumpen des Wassers ging sehr M uon statten, nnd das Schiff wird wohl jetzt schon ^" ^wohnliches Ilumcnsionsnivcau erreicht haben. Das mcltctc Schiff wird in da« Innere des Hafens von ^'coiia geschleppt werden. — Am Tage des CinzngS ^ Königs in Venedig wird die Staalszcilung !,55 Cr- t»Nl,ngcn von Senatoren nnd verschiedene sonstige Ans- ^Wl,ngc,i melden. Sämmtliche Gesandte in Florenz ^" von ihren Regierungen cimächligt, dcn König nach , ^'^rig ^l begleiten. — Nach einem königlichen Dccrcl ^ Vcnczicn 50 Dcputirtc, dem italienischen Wahlgesetz ."'" l7. December 1,^00 gemäß, zn wählen, nnd zwar ^ ^'ovinz Vclluno .!, Aiaulna !i, Padna 0, Rovigo ,/ ^N'viso (; ^hjl,c U, Venedig tt, Verona 0, Vi» ^ ^tvm, ,">0. October. Dcr Papst hat an die Car« i„ , ^ beiden Allocnlioncn vertheilt, welche er w, ^u Consistorinm gehaltcu hat. Iu dcr ersten ^ 'Million dcllagl dcn Papst die von dcr italic ni-^'l! Negicnmg gcgen die Kirche gerichteten Vcrfol» ^"9en, die Unlcrdrncknng dcr religiösen Oidcn, dic ^aiiioltisinii'g der geistlichen Güter nnd die Civilchc, ^ ^ninint alle dicsc Acte nnd indem er an die Kirchen->"!l>len gegen deren Urheber erinnert, erklärt cr nichts« ^Mvcnigcr, Italien seinen Segen zn geben. Dcr Papst 3^lirt ücgcn die Invasion nnd Usurpation der päpst-che>, Provinzen, gfgcn das Vorhaben dcr Rcvolntioü, ,'^ 9tom die Hauptstadt dcS ncnen Königreiches zn .^/>>, crklärt bcreit zn scin, selbst dm Tod für die , lelliglcil Ncchlc des heiligen Stnhlcs zn erleiden nnd, c,,/" „^.'wlhwcndia. ist, selbst iil cimm andern Lande ^ s'^^iigc Sicherheit znr besseren Ansnbung scincs z,l ! /'sclM AmtcZ zn snchcn nnd empfiehlt schließlich Hir/ ' ^"^'lt Italien die Nebel bcrcnc, welche cs dcr bcr y' ^^lirsachc. - In der zweiten Mocnlwn citlärt ^>n ^'^' ^' ^^ russische i)legicrnng das Concordat t>c>, >'"hrc 1848 gebrochen habe, erinnert c.n dic gegen sch^"Mchof von Warschan nnd die polnischen Äi-ih^. ^nchlclcn Vcrfolgnngcn, an die Unterdrückung tzo lcnilimcn Gcrichtödartcit in ihren Diöccscn, an die N»,,> ^lmg t,^, ^iich^^iltcr, 3lclc, welche die Zcrstö' bcili.f^ Katholicismnö in Nnßland bezwecken. Sc. ^crf^ ^ "'diät niit dem Wnnsche, daß dcr Czar dic ^ung der Katholiken anfhörcn lasse. > i v >^"'"' ''0. October. Dic W a h l c n z n m N a « se„ ^^'athc sind in »nhigstcr Stimnnlng abgelan« Vlc»d^"ncist wnrdcn dic frnhcrcn Wahlen bestätigt, ^üili/^". ^'^ eingetreten: In Zilrich, wo wahr» >vy ^"> drei Oppositionelle gewählt werden; in Acrn, ^!cv ^>^" ilrciscn die Liberalen nene Vertreter auan» ^>l)n^^'^ung wählten nnd ein ^reis ganz conscrvativ ^dc^ ""; sodann in Genf, wo dic Listc dcr Inde-'Rhlt "',Nc>nz dnrchging. Ällc Vnndcöräthc sind ge-^d ^ ^>'N' vtäff, der in St. Gallen noch in der Wahl, °^lc>/. l'Vlncl, dcr in Genf nut dcr Listc dcr Ra- m' >r Minderheit blieb. . " die- ^ ^-^ctobcr. Der „Monitcnr" verüffent« "k'Uio,, ,"!^^U'g"l^ der französisch.prcnßischcn Con- ^ zu/ ^ s"^ bic Zlicker.Melasscn, mit Abnahme jcncr, ' Zoll^^'^"lion bestimmt sind, bei dcr Einfnhr in ^ "en, ^^^ ^ Cingangszöllcn befreit. ?."ls ^^"hdcm von dcr'Andicnz des Cardi. °le 3^,' c'! chaeh beim Kaiser ?tapolcou vicl ^dclbci^^n, anch das cinc oder andere Wort, « sich .Uiprochcn wurde, in dic Welt gedrungen ist, ^ '" den ^""'^^ Correspondent des „Herald" cnd-K^^satim. s '^ ^sctzt, dcn Inhalt dcr bclrcfscndcn iN"' -^ . Ntllcnwcisc „gcnan" wiederzugeben. Der ^ ""»,,,.. ""tt die Darstellung - cröffuclc dic " 'u dic !^> '^"'^" lcincs lebhafte» Bedauerns, Nothwendigkeit gesetzt war, dic bcwnßtc Convention abzuschließen. „Man hat mich gezwungen," sagte er; „sollte jedoch iu Rom eine aufständische Bcwc-gang aufbrechen, dann würde nichts, was in dcu Pa-ragraphcu der Convention enthalten ist, mich abhalten, dic päpstlichen Staaten wicdcr zu bcsctzcn. Ich habe versprochen, meine Truppen zurückznzichcn, abcr nicht dic Vcrpflichlung übernommen, sic nie wicdcr zurück zu scudcu. Der Papst taun auf den Schatz Frankreichs bancn." Letztere Versicherung wnrdc anch von dcr Kai« scrin, wclchc bci dem Gespräche zll,;sgeu war, wiederholt, woranf dcr Kaiscr in besorgter Wcise fragte, was dcr Papst lhnn wmdc, im Falle dic italienischen Truppen in Rom einbrächen. „Sc. Heiligkeit", erwiderte dcr Cardinal, „würde sicherlich abreisen; fnr cinc solche Eventualität sind alle Verfügungen längst getroffen." Darcuif cntgcguelc dcr Kaiser: „Das wärc ein ans vielen Gründen bcdancrnswcrthcr Schritt. Wäre cs für dic Interessen dcr Kirche imd dcö Papstes selber nicht besser, wcnu zwischcu Victor Cmanncl u»d dciu Papslthnmc ein Ucbcrcinkommcn uud mit dcr italienischen Ncgicrung cine Aussöhnnng zu Staude gebracht werde» lömile?" „Sire," erwiderte dcr Cardinal, „Nie< maud weiß bcsscr, als Cncrc Ä^lajestät, daß cine folchc Alissöhmii'g unmöglich ist. Der Papst kann dic Angriffe nicht mit ansehen, wclchc sich gcgcn die Religion in ganz Italien, an Intensität sowohl, wic an Zahl täglich mehren. Cr ist der Hüler der Moral aller Christen nnd kann nicht duldeu, was in allen Cizichungs' anslalten unter dem italienischen Ncgimcntc notorisch gc-schicht, nämlich die Cinführnng von Personen — Männer sowohl wie Frauen — vcm anerkannt schlechtem Charakter zn^ dem bestimmten Zwecke, die Jugend zu verdcrbcu. Cr kann dic Confiscation von Kirchcneigcu. thum nnd die Vcrbannnng religiöser Ordcu uiunucr-mchr dulden. Cncre Majestät weiß, daß Sc. Hciliglcit, in Nom verbleibend, gcuöthigt scin würde, alles dies mit anzuschcu, und daß von einer Mösöhuung keine Ncdc seiu tonnte." Dcr Kaiser und noch mehr die Kaiserin schienen über die Festigkeit !?es Cardinals sehr ans der Fassnng zu scin. Dic Unterhaltung war zn Cndc nnd schon am nächsten Tagc verließ Sc. Eminenz Paris nnd gmg nach Ron, znrück. Petersburg, 30. October. Dcr „Russische In. ualidc" meldet: Gelegentlich der Anwesenheit des Orcn-bnrgcr Gcncralgouvcrueurs iu Taschtcnd überreichten dic ^cwohocr eine Petition nm Anfnahmc in dcn russi< schcn Untcrthaucnverbaiid. Dcr Geucralgouvcrucur hat die Anfuahmc bewilligt und am 2'.). August wnrdc die Leistung dcs Untcrihancncidcs vollzogen. An dcn Baiser wmdc cinc Adrcssc cnlscudct. — Dic „Vörscu Ztg." schreibt: In Folge dcs FiucmzrcforinprojcclcS sollen allc für Rcchunng dcr Krone im Auslande bishcr gc-machtcn Acstcllnnaeu ftrilicifticll anfhörcu nnd, nnge» achtet allcr Hlndernissc, der rnssischcn Industrie zilgc-wcndel wcrdcn. — Das Marineministcrinm projcclirt, ohne dcn Ban dcr Pauzcischiffe zu unterbrechen nud ohnc die Vctthcidignngslraft dcr Flotte im baltischen Mccrc zu schwächen, ein ürsparniß von 16 V^ Millionen im Budget, lmd zwar durch folgende Maßnahiucn: Dic Flotte im schwarzen Mccrc und stillen Mcerc soll auf. gchobcu und dic Flotte im caspischcu Meere rcducirt wcrdcn; dic Häfen in Astrachan, Sewastopol und am östlichen Ufcr dcs schwarzen Meeres sollen eingehen. Dic Stationen russischer Schiffe iu fremden Meeren, mit Ausnahme cmer in: Griechenland uud ciucr iu Constautinopcl, sollen cmfgchobcn uud endlich soll dic Ccnlralvcrwaltung rcdncirt werden. — Dcr russische „Ilwalide" sagt von dem durch die „Indcp. belgc" verbreiteten Gerüchte der Vereinigung dcr griechischen Ost« mit dcr römisch - t a t h o l i s ch c n W c sl t i r ch e, dasselbe sei einer gcwöhnlichln Zeilungsculc sehr ähnlich. Ein Crcigniß so großer Bedeutung lassc sich nicht im Geheimen so fix nnd fertig machen, wie behauptet wcrdc, obglcich dic westliche Diplomatic augenblicklich im Oricute außergewöhnlich rührig sei. Frcilich ist laut dcu Berichten dcr „Indcpcudaul'c" bisher dcr Patriarch von Conslau-tinopcl gcwouueu, dcr es übernommen haben soll, die Znstimmnng dcr Clerisci zu crwiilcn. Wem einigermaßen die Verhältnisse Rußlands zum Clcruö dcr Ostkirche belanul sind, wird leicht begreifen, wie schwer die Ausgabe sei, wclchc sich die westliche Diplomatie gestellt, uud wic zweifelhaft ihr Sieg. Dcr niedere Clerus nämlich, die niigchcurc Majorität, welche un-mittelbar mit dem Volke i" Berührung kommt, ist so vollständig Rußland crgcbcu uud zugethan, daß dcr Patriarch vou Constaulmopcl mir dauu ctwaö vermöchte, wcnn rlissischclsciis dic Zuslimmungsparolc dcr niederen Clcrisci gegeben würde. Daß im vvrlicgcndcu Falle vou diesseitigen Agenten eventuell im cutgcgcugcsctztcn Sinne eifrig gcwirlt wcrdcn würde, ist wohl fraglos. Daher die ruhigen, fast ironischen Zwcifcl unserer Prcß-organc, wcnn nicht über dic Glaubwürdigkeit dcr Nachricht überhaupt, so doch übcr das Gelingen besagten PlancS uns nicht im luindcstcu ubcnaschcn. Lissabon, 31. October. Lopez hat Friedcnsoor-schlage gemacht. Mitte hat Curngnatay augcgriffeu nnd wurdc mit empfindlichem Vcrlnstc zmückgcschlageu. Flores ist uach Vloulcvidco zurückgekehrt. — Aus Rio dc Janeiro wiid gemcldlt, daß Vcrraz vom Kricgsmi. uistcrium znrückgclrclcn ist. Dcr Iustizminislcr Para-vabua übernimmt provisorisch das KlicaspoNcfcuillc uud Marquis CaixiaS wird die brasilianischen Streitkräfte in Paraguay befehligen. — Aas Paraguitischer Quelle wird gemeldet, daß die Vcrbüudelcn bei dcm Aufrisse auf CuriiMUay zurückgeworfen wurden uud 8!M) Mann uud i^ Schiffe verloren haben. Iu dcr Argentinischen Confö'dcralion herrscht große Aufregung. Mexico. Der „Constitutimmcl" theilt Nachrichten auS Mc^ico vom 20. September mit, die ihm übcr Ncw-Zork zugekommen sind. Es sind die Herren Theo« Phil Mariu, Garcia Aguirrc und Ioaquim Micr y Tercm zu Miuislern des Iuueri», dcs öffentlichen Unterrichts uud dcr öffentlichen Arbeiten ernannt worden. Sie gchören dcr conscrvativcu Partei an. Außerdem ist Gcucral Raiuou Tavcra zniu Kriegs« uud dcr ehemalige Präfcct uoil Cholula, Herr Ioaqnim Torres Pa-rainzoz znm Premierminister ernannt worden. — Eiuc kleine Ansprache, welche dcr Kaiscr Maximilian am Unabhäugigkeitsfcstc vor eiucr Schaar vou etwa 7- bis 800 Gctrcucu iiu Alcazar in Chapnltepcc gehalten hat, lautete nach dein „Constilutiouucl" folgcndcrniaßcn: „Ich danke Ihnen für dic Wünsche, dic Sie mir uud der mir so lhcurcu Kaiserin darbringen. Ich hege das Ver-tränen, daß mit dcr Hilfe dcr getreuen, loyalen und cncrgischcu Mcxicancr die Zukunft dcs Vatcrlaudcs gesichert werden wird." Am folgcudcu Morgün richtete Kaiscr Maximilian nachstehende, bereits telegraphisch sigualisirtc Worte an Herrn Lacunza, der ihm im Namen dcs Staatsralhcs eine Adresse überreichte: „Ich harre fest an dem Platze ans, anf den mich dcr Wille dcr Nation gestellt hat, allen Schwicrigleitcu zum Trotz und odnc iu meiner Pflicht zu wankcu. Dcnu iu gc-fahrvollcu Augcnblickcu verläßt ein echter Habsburger feinen Posten nicht. Dic Mehrzahl dcr Nation hat mich zur Vertheidigung ihrer heiligsten Rechte gcgcn dic Frcvlcr an Ordnung, Eigcnthum uud wahrhafter Unabhängigkeit crwählt. Der Allmächtige muß uns also schützen, dcnn cs ist cinc heilige Wahrheit, daß dic Stimme dcs Volkes die Stimme Gottes ist. Das hat inan schon zn anderen Zeiten gcschcn, das »uird man auch in dcr jetzigen Wiedergeburt sehen." — Ueber den Ausfall dcr Oclobcrwahlcn iu den Vereinigten Staaten wild der „Times" vou ihrem Cor-rcspondcntcn in Philadelphia vom 12. October geschrieben: Die Wahlen sind vorüber, und wic zu cr« warten, warcn die Radicalcn als Sieger daraus hervorgegangen. In Pennsylvauicn hatten sic cinc Majorität von 15.000, in Ohio cinc von 50.000, in Indiana cinc vou 15.000, in Iova cine von 20.000 und schcn sie jetzt anch in Newport »»d dcn andern im November wählenden Staaten cincm lcichtcu Sicge entgegen. Dcr Wahltampf war ein ungewöhnlich heißer, die Bc-thciligung größer als je vorher. Dcr Ausgang ist zu cincm großen Theile dcli Feinern znznschrcibcn; cin Ucbcrgang von ihlcr 10< bis 15.000 alls dem demokratischen ^aacr zu dcn Radicalcu reichte hiu, um in mehreren Eta^tcn für die letzteren zu entscheiden. In allen Städten, Philadelphia, Piltöburg, Harrisburg, Cincinnati, Indianopolis, Cleveland :c. habcn die Demokraten entschiedene Fortschritte gemacht. I,i Philadelphia ganz besonders erwies sich die Patronage der Regierung als von mächtigem Cinstnss,', nnd ohuc den Abfall dcr Fcnicr würden dic Dcmolratcu unzweifelhaft die Majorität gehabt haben. War in dcu Städten dic Majorität dcr Radicalcu thcilwcisc cine schr gcringc, so war sie in dcn ländlichen Beziikcu desto größer uud ihr Sieg ciu gauz unbcstrittcncr. Für dcn Präsideutcn ist die Niederlage cinc furchtbare; dic Demokraten, falls fie, wic vorauszusehen, anch in Newport und bci dcn übrigen Novemberwahlen unterliegen, sind gänzlich außer Staude, ihm gcgcn sciuc erbitterten Feinde Hilfe zn lcistcu, und cinc Hochvcrraths-Al'klagc nnd Absctzuuc, starrt ihm culgcgcu. Scinc Frcunde dräi'gcn ihn, durch Annahme des Vcrfassuiigs'Amcndcmcnls dicscnl vorzu" beugen, aber obglcich er ihnen rnhig zuhört, hat cr einen Entschluß bis jetzt noch nicht gefaßt. Hagesnemglieileu. — se. k. l. apostolische Majestät habcil mit aller-höchster Enlschlicsnmg vom 27. Oktober, d. I. dem böhmischen Historiograph?,! Tr. Franz Palacly in Aii-ltV!Nlu»g sciücr Vndi-nsle um die Wissenschaft nud speciell um die böhmische Hiswlwgmphi« dcn Orden der eisernen Krone zweiter Classe tcizsr-i alleignädigst zn ocilcihen geruht. — Aeziiglich dcr über den 0 st c r r eichifch . f ra n» zösischen Handelsvertrag in Paris gepsiy. genen Unterband Iu ngcn meldet die „I. C.," daß s,e cincu »egrlmähigrn Verlauf nehmen, abcr doch noch vor einigen Wochen nicht zu einem vorläufigen Abschluß gelangen lonnci,. Die dstcrreichischen Unterhändler seien mit den «usreicheudsten Instruktionen versehen, uud die französische Legierung habe nicht im entferntesten daran gedacht, im vorhinein irgend einen Tennm alö unerlählich fur deu «b' schluh der Vethandlllngcn zu bezeichnen. — 3Iu3 sichere» Qnclle wird dem „Vaterl." Folgendes elMt: Vor einigen Tagen lam des Morgens ein Bursche uou etwa 16 Jahren, abgezehrt, bleich, todtmüde, vor die Villa Vrannschweig iu Hiehing ftci Wien). Es war cm junger H an n ov era n er, der seineil Köuig sehen wollte. Dcr Aursche ist Tambour gewlscu d<'!m Leibregimcute in Hannover, hat den Zug der hannoverischeu Armee und die Schlacht bei Lcmgeusalza mitgemacht. Cchon damals 1668 haben der /lönig und der Kronprinz ihn gelaunt. (5r ist dann nach Hannover zurückgekehrt. Aber die preußische Gewalt und Uugcrechtigleit gegen seinen König hat er nicht ertragen liwnen. So bat er sich ausgemacht am 1. October, zu Fich und uhue Mittel, um durch die weiten Lünder zu wandern, bis cr seineu König wiederfinde. Sein einziges ^ Hilssmitlel ist eine Karte gewesen, auf welcher er sich mit! Strichen seinen Weg verzeichnet hatte. So ist es ihm ge« lungen, in vierundzwanzig Tagen den langen Weg zurück« zulegen und das Ziel seines Slredcns zu erreichen. Der König wird ihn bei sich behalten. Ü3 ist eine Manifestation dcö unerschütterlichen Vertrauens der Hannoveraner, dah es so nicht aus sein könnte, daß ihr Königreich fortbestehe. Man erzählt uns, daß in Hannover einige Aauern sich er« boten haben, die Pferde des königlichen Marslalles unent» geltlich in Pflege zu nehmen, bis ihr König wiederkomme. Wird die Gewalt und die Heuchele! des Preuheuthumes Herr werden ilber diesen Sinn der Ehrlichkeit und Treue? — Nie. — Der Schriftsteller Eigmund Kolisch ist nach 18« jHhriger Abwesenheit von Wien, die cr im (5'ril zu Paris verlebte, wieder zurückgekehrt. Graf Belcredi hat ihm die Bewilligung zur Rückkehr und zu einem fechswöchent» lichen Aufenthalt im Vaterland« ertheilt. — Vie „Tiiester Zeitung" vom 31. October schreibt: In der vorgestrigen öffentlichen Sitzung des Stadtrathes wurde die Berathung über das neue Schema für dcn stkdti« schen Voranschlag fortgesetzt. Der erste Viceprasident Dr. v. Vaseggio ereiferte sich bri diesem Anlasse über das Wort „Pauschale" und meinte, man müsse in einer „italienischen" 6tadt erröthcn, einen so barbarischen Ausdruck gebraucht zu sehen. Die „Tr. Ztg." fügt dem bei: Wir sind nun zwar weit entfernt, den gerügten „I-i^u« Im^uln" des betref» senden magislrallichcn Stylisten in Schuh nehmen zu wollen, aber abgesebcn davon, dcch man hier aus dem (5rröthen nicht herauskäme, wenn einem jeder italienische Sprachschnitzer das Älut in die Wangen zu treiben Hütte, müssen wir doch bemerke», daß unseres Wissens driest leine italienische, sondern eine österreichische Stadt ist. — In Meran hat sich ein Comity gebildet, welches sich zur frommen und patriotischen Aufgabe setzt, für das Jahr 1867 zur Erinnerung an den hundertjcihrigen Ge« burtstag Andreas HufrrS eine Hofer«Feier zu veran» stallen und dcm „Manne von Tirol" ein Denkmal zu fetzen. Dieses Denkmal, eine Kapelle, soll in der Nahe des Sand. Hofes in Passcier errichtet werden. (5in Icldgoltesdienst, ein Frrischicßen und andctv Festlichkeiten sollen die Einweihung verherrlichen. An der Spitze des l5omil('s, an welches die Beitrüge zu richten sind, stehen Anton Graf Vrandis, Pe« ter, Abt von Marienbcrg, Josef Valentin Hallcr, Altbür. germeister von Mcran. — Aus Vrcslan berichtet die „Vr. Ztg.": (im seit vier Wochen hier im Militär < Arrestlocale delimiter öster« reichischer Soldat, welcher sich wahrend seiner Kriegs» gesa n g e n scha ft in Schweidnitz an einem preußischen Unterosficu'i thätlich vergriffen hatte, wurde vom hiesigen Militärgerichte zu mehrjähriger Festungsstrafe verurtheilt und uun naä) Glatz znr Verbüßung seiner Strafe abgeführt. — Die Aschaffenburgcr Zeitung schreibt: 6s wird auch für auswärtige Leser von Interesse sein, zu erfahren, wie hoch die Summe für die Diners der preußischen Generale in den ersten Tagen der Occupation der hiesigen Stadt sich bcliesen, welche dieselbe dann zu zahlen hatte. Die Diners für den General Vogel v. Fallenstein am 14., 15. und 16. Juli betrugen die Snmme von 1274 fl. 24 kr., die des Generals v. Mantcnffel am IC.ten, 17., 18., 19 und 20. Juli 1412 si. 6 kr., die deS General Flieh am 20. und 21. Juli 299 fl. 15 lr., die des Generals Manteussel (bei seiner Rückkehr von Frankfurt) am 21. und 22. Juli 483 sl. 27 lr. Tolalsumme der Diners vom 14. bis 22. Juli 340V si. 12 lr. — Zahlen sprechen und Generale — essen! — Ueber den Zustand Napoleons III. wird gemeldet: Der Kaiser, der sür körperlichen Schmerz sehr empfindlich ist, hat abwechselnd gute und schlimme Tage; die letzteren treten ein, sobald die Sondiruug erneuert wird, welche stets eine anhaltende Schwäche dcS Patienten nach sich zieht. Seit dem 36. October babcn die Aerzte von ueuem den Winteraufenlhalt in Algerien empfohlen, der auf den Wunsch des Kaisers seit einiger Zeit aufgegeben war, um, wenn möglich, die Einsetzung einer Regentschaft zu ver« meiden. Ein sicheres Zeichen, ob und daß die Äcise festge« setzt ist, wird sein, wenn Marschall Mac Mahon den Ober» beschl über die Garde erhält und nach Paris zurückkehrt; denn Marschall Canrobert, so viel Günstiges ihm auch nach» gerühmt wird, entbehrt der sür wichtig« Fälle unentbehrlichen Energie. — Aus Paris wird vom 27. October geschrieben: Ein Zuaven.'Lieutcnant hat in vorletzter Nacht einen Varon Lequin im Zwcilampfe gctödtct, und zwar unter einem Gas can del aber. Der Getödtcte hatte einen Zettel in dcr Tasche, in welchem er sagte, cr habe sich s,lbst entleibt: doch wild dcr Thäter gerichtlich verfolgt. — Die <3ifenbahn»Compagnie Chicago und Great Ca« stern hat angefangen, durchaus eiserne Personenwa« gen in Betrieb zu setzen, deren Construction bei Solidität und Feuersicherheit auch in Hinsicht aus Bequemlichkeiten und Eleganz nichts zu wünschen übrig läßt. Zu derselben Mahregel, die wegen dcr weit längeren Haltbarkeit auch eine loslensparcude sein muß, will man jetzt in Frankreich schreiten: die ersten neuen Wagen dieser Art sollen auf der Lyoner Aahn in Aetrieb gesetzt werden. Locales. Cholera-Bulletin au5 der 8lM Laiüach. Am 1. November verblieben in der Behandlung 4, bis 2. Abends sind zugewachsen leine, zusammen 4 Kranke. Davon sind genesen 2, gestorben leine, es verbleiben so« mit in Behandlung 2 Personen. Seit dem Beginne der Epidemie sind in der Stadt erkrankt 192, genesen 96, gestorben 94 Personen. Laibach, am 3. November 1866. Von d«r l. l. Sanitüts'Landeecommissiou. — An der Normalhauptschule, dem Gymnasium und der Realschule wurde der diesjährige Schnlenanfang heute durch ein feierliches Heiligengeistamt inaugurirt. — Die Cholera ist in der Gemeinde Planina, wo sie bekanntlich heuer mit besonderer Heftigkeit herrschte, nun bereits vollkommen erloschen, und aus diesem Giunde der dorthin als Cholera'Arzt abgeordnet gewesene Herr Doctor Bö hm, dem«aus Anlaß scines erfolgreichen ärztlichen Wir< lens während dcr Epidemie von competenter Seite höcbst schmeichelhafte Anerkennung zu Theil wurde, an seine Be« slimmung al« Secundararzt dci hiesigen Civilspitals gestern schon zurückgekehrt. — Morgen findet in der hiesigen evangelischen Kirche die Feier deS 9teform a tio n öfeste s, das bekanntlich auf den 31. October fällt, statt. — Bei dem hiesigen Magislratscommissariate erliegen folgende im Monate October l. I. gefundene Gegenstände: 1 Handbracelet von Haaren mit goldener Schließe, 1 alte lederne Brieftafche mit 6 fl. 8 lr. — Donnerstag den 6. d. M. um halb 0 Uhr Abends findet eine wiff e nscha f tl i ch e Versammlung des „Vereins der Aerzte in Kram" statt. Programm: Innere Vereinsangelegenheiten. — Wissenschaftliche Vortrage: I. Professor Dr. Valenta über Entfernung eines Utrrus< Polypen mittelst Ecrasement: 2. Dr. Schiffer über die operative Heilung einer großen Ovarien»Cyste; 3. Docent Dr. Tanzer aus der Zahnheillunde. — (Schlußuerhandlungeu) beim l. l. Landes« gerichte in Laibach. Am 7. November. Johann Podpecnit: Nothzucht und Dicbstahl: Johann Oprta: Schwere lörper« liche Beschädigung. — Am 8. November. Peter Kadircz: Schwere körperliche Beschädigung - Johann Starmann : Schwere körperliche Beschädigung: Franz Hvan: Vergehen des Aus« laufes. — Am 9. November. Franz Kastelic und Carl Gostiöla: Schwere körperliche Beschädigung: Georg Karle: Oesfcnlliche Gewallthütiglcit'. Michael Maußer: Vorschub« leistung. ________ Neueste Nachrichten und TelcMmme. (Triginal'Tclcstranlm dcr „Laibachcr Zeitung.") Mien, 3. November. Die „Wiener Ht«,." meldet: Se. Majestät der Kaiser habe den ungarischen Landtag auf den >4Z. November einberufen. — Nach dem „TViener Journal" hat Herr v. Veust gestern die Leitung des Ministeriums des Auswärtigen übernommeu. Ziehung der «5«><><><> fi., Ser. »4 5tt8 Nr. » gewinnt 5O.OQO fi Prag, 1. November. Ein an den Straßenecken angeschlagenes Telegramm dcS StaalSministerS au den Bürgermeister von Prag zeigt an, daß Sc. Majestät dcr Kaiser die D c m o l i r u n g dcr Stadtmauer n genehmigt hat. Neichenburg. 1. November. Se. Majestät dcr Kaiser hat heute um 8 Uhr früh Sichrow verlassen, sich mit dcr Aahn nach Ncichcnbnrg begeben nnd daS Absteigequartier im (^lam'schcn Schlosse genommen. In Liebenau, Neichcnau nnd ^angeuliruck festlicher Empfang. Neichenbcrg ist überaus zierlich gcschmiiclt; freudigste Stimmung. S. Majestät der Kaiser hat 1000 Gnl. dcn für die, Armen Liclienau'ö und 2000 Gulden für die von Aicha gespendet. Der fürstlich Rohan'schc Hof« rath Ianik erhielt daS Niltcrlrcnz des Frauz.Ioscph-OrdenS. Se. Majestät werden Audienzen ertheilen, hierauf die Fabriken besuchen. Dic Alifahrt mit der Vahn nach Turnau erfolgt um halb 3 Uhr. Neichenberg, 1. November. Se. Majestät besnchtc das Militärspital im Clam'schcn Palais und mehrere Etablissements, nahm sodann ein Dejeuner beim Grafen Elam und verließ Neichenbera. um halb 3 Uhr. Der Kaiser hat den Armen von Rcichenberg 3000 fl., jenen vou Nicmes 1000 fi. und jenen von Groltau nnd Krotzau 1500 ft. gespendet. Sc. Majestät hat dem gc-wcsencn Bürgermeister Ehrlich den Orden dcr ciscrucn Krone uud den Herren Stadttath Dr. Sieb er, Carl VSllclt und Dr. Uchatzy, Comilö-Vorständc, dcn Franz-Ioseph.Orden verliehen. Gitschiu, 1. November. Die Ankunft Sr. Ma< jcstät erfolgte um 5'/. Uhr Nachmittags. Auf dem Wege wurde dcr Kaiser überall, insbesondere m Turuau, festlich empfangen. Gitschiu ist glänzend beleuchtet, Fackel- uud LamftiouSträger und die Gilden blideu Spalier. Verlin, 1. November. Heute wurde da« große Armee-Avancement publicirl. Biele beförderte Officierc wurden heute vom Könige empfangeu. Die Generale Vogel v. Fallen stein, v. NlveuS leben, vou Tumpling und v.Z astrow erhielteu die Commcm« den dee crstcn, vierten, sechsten uud siebenten Armcecorps. Floren;, 31. October. Die officicllc Zeitung veröffentlicht ein Circular des Ministers Baron Nicasoll an die Präfectcn, worin gesagt wird: Das Aufhören der fremden Occupation gestaltet dcr Ncgiernng, die Bischöfe, welche entfernt und nach einem Zwangs culfcuthalte rclcgirt wurden, sofort in ihre Diöcescn zu' r ückzu li e rufen. Ausgenommen sind für jltzt 1"" Bischöfe, wclche sich in Rom aufhalten, und jene, wclche in der letzten Zeit Beweise von politischen Umtticlieil gegeben haben. — Graf Barral wird heute Abends nach Berlin zurücklehren. Floren;, 31. October. Ein königliches Decret schließt die Parlamcutsscssiou; ein anderes Dccrct wil'd das Pailamcut ciulicrufc!?. Eiu drittes Dccrct sctzt die Wahlen in Vcuczicu für das Parlament auf den 25stt» November fcst. Haag, 1. November. Zwcinndvicrzig Deputirtn'' wählen sind bclanu!; dic Vibcr.ilcu vcrlorcu bisher Einc Slimmc. Sicbcuzchn Wahlrcsullate sind noch uilbc" lanitt; bei scchszrhn Wahlcu si„d zweite Scrntilüc» nölhig. Petersburg, 1. November Dcr Kronprinz »o>l Dänemark ist auf dein Sccwcgc gcstcru AbcudZ l» Niga cingetroffcu und mittclst Cj.lrazuges nach Pclcl^ bürg abgereist. Dcr Kronprinz vou Preußen tlW Samstag, der Prinz von Wales Sonntags in W>^ ballcu ein. nm dcr Hochzeit des Großfürsten-Throns"!' gcrS iu Petersburg beizuwohnen. (5ousta»tinovel, I. November. (Direct.) 3" dcr letzten großen Schlacht anf Caudia kämpftc" I0,(XX) griechische Insurgenten. Dieselben vcrlorcu 7^" Todte; dic Türken erlitten gleichfalls starke Bcrllislc-Ans allen Thcilcn der Iuscl langen Dcpntationcü c>l', welche ihre Untcrwcrfung amncldcn. Drcitanscud >" die Grölte vou Melidoui geflüchlcte Insurgenten s>>^ durch eine Ucbrrschwcmmuug ertrunken. Gcgcu d^l verciuigtc starkc Näulicrbaudcu iu Thessalien sind T>»p' pen aufgeboten worden. Der Aiarouitcu'HäliplliNö Iussnf Karain ist nach Frankreich abgereist. Tclegraphisclie I^>echselcourse vom 2. Novmidrr. 5pell-. Mttdlliques W.IO. - bprrc Nationnl Ai,lcli?n ' bringt 08 Passagicrc, 3 Bricfsäckc, ^00 TouS Ladn»l> uud 65).>!,^ Handeln- li»d Oewcrdflannncr hat uor siingen Tage» an S/' Ex^'llrn; dlii Herril Hniidcl^ininislrr daS A>is»chm uiii !chl""^^i Bülaniitllaln- der »mchrii Zolllilsliuininug!'!! sl!r den P^rtehl Ilalim ci^sirllt. So. Cn'l'll^i; wnr so ssMni, »lügsheüd ?» " « wovlni, daß der üstsrreichischc Handel sofort in den ^^^r de ^ C ouu eii ti ou al - Z o llt avi fS l) e tr e t c» , >" c > lv , cineii Besta nd thei l^ des zwischen Italien "i, Fraullei ch nute r m 17. Iä u „er 1 8«;3 n b a r j ")' "^ sciien Ha n dr l? u cr tr a ss e s bildet. Tkscr Tarif, >^^ dcr rramuirle Handrlö- und Echiffsalirl^uerlra^ uoni 18. ^ ,„< 185>l sind cnthaltcn in dein '!' -> r > l'si, z< c; « (^ r i, I«! >! <'!) " ^ ,>, ^ .1 !> l! ! l l, I ! l> ,! <> <'c»! l,^!>,!!'!! ll^II,'» <^!^c>!:,!(! !>!^^"'' ^ !'!!>!!!!/(! l/W!N? '> ^ ,, g, lüni^ü/iciiil: u lti !'c>n>inl'n:><) I,,'» I'lt:,Iil, l>>'l'. l'»^ > ' ^ s l „ », >> t>!'!!, !»!u!(.' 18»l5>. — dann auch in drin blla'U^, iin Buchhandel uorlunnnendril Wnle „Tie ^olllarifl' ^,, ^andcr," von Oll» Hüdncr, !!. Änsl. Is^loh», ^"'"ll „ I, Baedeker 18lz6, Seile 2!^»' 279. Dic Zollä » dr r tt » ^ sind in Nr. 35) der „Ansiria" vcrosscullicht. ^» Theater. Heute Samstag deu 3. Vtouember: .^ Zum Vortheile des Regisseurs uud Schauspieler« H"'"' B u rc; qraf.- M utteval i» ck. 5,'uslspicl in 3 Actcu vou Dr. Haui< Hopsc»- Hierauf: Die schone Galalh«:. -,,»w'. Mythologisch-tomifchc Opcriui Ätt uo» Frauz u- ^"^ M orgeu Souut a^ den 4, ?! o v c >» l' ^ ' Nacht «ud Morgeil. ^----""''^ _______^ » n ? ! Z « ^______-^^^ <>U. Mg. 327,'^ 0^ windstill Diebel ^ 2. 2 „ N. 327.2« -l- 8.2 windstill . hntcr ^ 10.. Ab. 32