OnbaäierIeituna,. .1« 8». Samstag am 8. April »834 Die „Laidachrr Zeitung" ers6)cint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und kostet sammt den Beilagen im ssomptuir ganzjährig 11 fi., halbjährig 5 ft. 3l> fr., „lit Kreuzband im <5omptl.nr ganzjährig 12 ff., halbjährig 6 fl. Für die Zustellung iu'S Haus sind halbjährig 30 lr. mehr zu entrichten. Mit dcr Post portofrei ganzjährig, unter Kreuzband uud gedruckter Adrcffe 15 ft., halbjährig 7 fl. !i0 fr. — InscratiouSgeb iihr fiir eine Spaltrnzeile oder den Raum derselben, für einmalige Einschaltung 3 fr., für zweimalige 4 kr., für dreimalige 5 lr. C. M. Inserate bis 12 Zeilen losten 1 fl. sür li Mal, 50 kr. für 2 Mal und 40 kr. für 1 Mal einzuschalten, Zu diese» Gebiihren ist nach dem „provisorischen Gesetze vom österreichischen Staaten ai^ gränzenden türkischen Provinzen. U. Nr. 69. InhaltSanzeige des unter der Nummer 44 des Neichsgesehblatteü vom Jahre 1864 enthaltenen Erlasses. Laikich am !>. April 1864. ^onl k. k. Nedactionöbureau des LandeS-NegierungS-blattes für Kram. Aichlamllicher TheiÜ 43rientnlische Angelegenheiten. Wien, 6. April. Dem „W. Lloyd" wird vom ^^legsschanplape Folgendes geschrieben: I Die heute aus Vnkarest elngetroffenen Pri« Abriefe vom 29. März melden dle am 27 Früh UM 4 Uhr erfolgte Einnahme der Festung Maischiu durch die Nüssen. Es war sonach am 28. nur »och ^saktscha ln den Händen der Türken. Die Schan-^"' welche die Türken an der Stelle, wo sich die "°uau zwischen Isaktscha uud Tnltscha in zwei Arme ^ilt, «llichtec hatten, und die von den Nüssen er» stürmt wurden, waren von bedeutender Ausdehnung "nd mit viel Kraflauswand errichtet- Es waren auch "umme aufgeworfen, um die Verbindung in dem mo-^'^" Terrain herzustellen. Das officieUe Bulletin "s Fürste,, Gottschakoff, welches heute mit Briefen aus Bukarest h.er «».traf. uud Ibralla deu 24. da-"t lst. velvet dagegen noch nichlS von der nach 4>llvatderlchteu und Bukarester ZeicuugSnachrlchteu schon am 22. erfolgr sein sollenden Einnahme Tul-tscha's. Die Vesahung von Matschin hat sich ergeben, nachdem die Festung durch zwei Tage beinahe ununterbrochen mit Bomben beworfen und zwei Mal gestürmt wurde. Die Besahuugstruppen werden nach Vessarabien eScortirt; sie sollen sich auf etwas über 6000 Mann belaufen und einige englische und franz. Instruccionsofflziere unter sich haben. Um 4 Uhr Morgens am 27. wehce die russische Fahne auf den ballen vou Maischln, das nut bedeutenden Proviant» und Munitiosvortätheu versehen war. I Aus Bukarest vom 29. März wird bellch-let, daß das in Bukarest angehäufte Vrückenmate-riale nach Giurgewo gebracht wild, auch werden daselbst noch immer Trnppen angehäuft. Omer Pascha wellt in Rustschuk, und lm türkischen !^ager Herrschi große Bestürzung über die Erfolge der Russen in der Dobruoscha. Eö macht sich eln rathloses Hm» und Helmalschireu der Truppeu bemerkbar. Diejenigen Regimenter, die Ordre erhalten halten, von Silistxa an l)en Tiajanswall zu marschireu, um den hart bedrängten Mustapha Pascha zu velstarken, wurden, ehe sie an chren Bestimmungsort anlangten , zum Rückmal!.che beordelt. d^ ma» eine» Donauübergang der Nüssen bei Slllstria ernstlich besorgt. In Sillstria und Schnmla beschäftigt man sich eifrigst mit Befestigungsarbeiten, die i» der ^iuie von Schnmla, Ternowa und Sosia aufgestellt gewesenen Truppen marschiren in Eilmär» scheu an die Donau. In Schumla selbst soll bis zum Eintreffe» der Verstäikungen aus Constaütioopel eine Garnison vou unr 6000 Mann zurückgeblieben sein. Dagegen ist nach Paravachi zur Deckung Schum; la's eine bedeutende Truppeuzahl diolocirt. ?iach Constantinopel sind Eilboten mit Depeschen von Omer Pascha gegangen. in denen er die Deckung Varna's ron dcr Seeseice dringendst empfiehlt. Kostendsche und Mangali halt man berettS für verloren. 5^crr o. Fonton befindet sich in Bukarest. Für den Em> pfaug der erwarteten Großfürsten NicolauS nnd Michael, dann des FM. Fmst Paskiewitsch, lst das Pa» lais des Fürsten Stirbei eingerichtet. Die russ. Generale beschäftigen sich an verschiedenen Punkten der innern Walachei mit Aufstellung von Reservecmps in Zeltenlagern, nachdem nun die Donaulmie gehörig sichergestellt ist. > Die leyten Nachrichten vom Kriegeschanplaye an der Donau, welche bis 1. d. M. reichen, melden, daß sich der kaiserliche Commissür, Baron von Bud» berg, temnachst in die Dobrudscha begeben werde, um dort die nöthigen Verfügungen wegen Administration der Provinz, welche General Gortschakoff in KriegSznstand erklärte, zu treffen. Am 28. wußte man in Bukarest, daß englisch.französische Schisse vor Varna erschienen sind. General Lüders stand am 28. in der Nühe von Kostendsche, und hatt« die Verbindung mit den bei Hirsowa operirenden russ. De» tachements hergestellt. In Braija wurde die Einnahme der Festung Matschin a,n 28. Mürz bekannt- Die Russeu sind nun vollständig Herren der bedenten-den Ausdehnung der Douau-ilinie vom Meere bis Hirsowa. > Ueber die Einnahme der Citadelle Hirsowa wird aus Bukarest folgende verläßliche Mittheilung gemacht: Montag den 20., also drei Tage vor dem Douauübcrgange bei Ibraila, passirce Oberst Suroff >i'it einem Detachement von 2000 Mann die Donaufurch, 2 deutsche Meile» unterhalb Hirsowa, und sehte sich gegen die zum Schuhe Hirsowa's errichteten Schanzen in Bewegung. Sein rascher Angriff wurde dnrch das Feuer vou Kanonenbooten un-terstüyc, mußte aber, da die Türken wüthend kämpften, drei Mal erneuert werden. Am 21. waren die Schanzen genommen, am 22. begann die Cernirnng, am 23. die Belagernng Hirsowa'ö. Mustapha Pascha, den am 22. der Uebergang der Rnssen bei Ibraila überraschte, sah sich durch deu Uebergang bei Htrsowa und durch die auö Odessa herbeigezogenen Landungstruppen in den Flanken bedroht uud konnte Hirsowa nicht retten. Dle Belagerung der Citadelle dauerte rom 23. bis 30., an welchem Tage Früh sie mlt Scurm genommen wurde, nachdem «in Theil durch das Bombardement ein Raub der Flammen geworden war. <3 o r r e s p o u d e n z. Adelsberg. 6. April. ^ r. Was geschieht nicht Alles zufällig in der Well! - Der leidige Zufall ist förmlich zum Sündenbock dcr fehlendtn Menschheit geworden. Wiclmge, !o gut als bedeutungslose Ereignisse, wie sehr auch vom freieu Handeln der vollkommensten irdischen Ge> schöpfe abhängig, werden, um daS eigene Veischnl» den zu beschönigen, gur häufig als Werk des bösen Zusalls bezeichnet. — Entschuldige daher, lieber Le, ser, caß auch ich die Verspätung dieses CarnevalS» derlchceo, welcher den erstorbenen Klangen der Fastnacht aus dem Fuß hätte folgen solle», ans cie bre»» ten uud sehr tragfähigen Schultern des geduldigen Zufalls zu legen so frei bin. — Niemand darf erwarten, vou glänzenden Bällen, nnd all' jenem prunkenden und schimmernden Schmuck zu lesen. womit man derlei Feste »n Städte» auszustatten pflegt. — Wlr leben am Lande, und darum durften wir ein Unternehmen nlcht wagen , daS im besten Falle bescheidenen Anforderungen kaum genügt hätte, und leichtlich der beißende» Satire als willkommene Beute verfallen wäre. — Eingedenk des Spruches: »^ll l'üz;ix l'x^mnlum lotllx <-ohsiunS 35tt von raschen Flügel» getragen, zu eilig dahinschwanden. — Doch nicht allein der unverläugbare Drang nach geselligem Vergnügen war eS, ivaS diesen kleinen Festen Leben gab, und zur ungewöhnlich zahlreichen Theilnahme ermunterte; — die wackern, im Wohl' thun wetteifernden Adelöbergcr vergaßen inmitten der Carnevalsfreuden nicht, daß eS unter ihren von Miß-jahren schwer heimgesuchten Brüdern so viel Elend zu lindern, und so viele Thränen zu trocknen gebe. — Vor Allem fiel das Augenmerk auf einen Theil der hiesigen Schuljugend, die in ihrer schlechte», höchst ärmlichen Bekleidung bei Schnee und Wind «in klägliches Bild deS Jammers darbot. — Um wenigstens dem dringendsten Bedürfnisse Abhilfe zu schaffen, wurde der ganze Ertrag des TombolaspieleS vom 29. Jänner l. I., dem Zwecke des Ankaufes von Kleidungsstücken für die aimen Kleinen gewidmet, und auf diesem Wege die Summe von 10 l ss. erzielt. — Einen noch günstigern Erfolg batte die am Fa-schingssonntage zu Gunsten der Notleidende» de> k. k. Benlksliaoplmannjchaft Adelsberg, und vorzüg lich der Insassen einiger Ortschaften deS Bezirke? LaaS veranstaltete Tombola, zu welcher 16 geselmiack-und weridvolle Gewlnnstqeqenstande vo» der hochge dornen F,an Vlccorie Freii» v- Mac.Neven, geborue F r e l i n v. C o d e l l l, — eine durch Seeleuadel und Fra»e»Milce gleich ausgezeichnete Dam. — im Vereine mit ihreu hochgeachteten Augehörige» großmüthigst gespendet worden sind. DaS von der hohen Frau angeregte edle Unter-nehmeu »rar durch daS Erscheinen einer Gesellschaft von mehr denn 200 Personen gekrönt, — viele milde Geldgabeu sind nebstbei eingeftossen, und man war in der erfreulichen Lage, mit Hinzurechnung deS Spielerträguisses, nach Abzug sämmtlicher Kosten, den namhaften reinen Ueberschuß von 184 fi. 37 kr. dem menschenfreundlichen Zwecke zuzuführen. — Mit dieser in so schöner Weise durch die Mu-nificenz der Frau Baronin bezeichneten Abendunterhaltung, wobei der Tauzsaal von der Gefälligkeit des allgemein geschaßten Herrn W. eine recht nette Ausschmückung mit sinnreichen Emblemen erhielt, — hätte für Adeloberg die heurige Carnevalssaison schließen sollen; — doch benüßte unsere tanzlustige Welt auch noch deu Faschingsdinstag, um dem heiteru Frohsinne >> beim Scheiden die leßten Ovationen darzubringen. Nul> könnte ich über den in der untern Classe der hiesigen Bewohner seit Iahreu üblichen Corso, über dle Originalität der bunten Maskenzüge :c. berichten, — doch nein, — auf diesen schwierigen Puncc gelangt, muß der Vorhang fallen, „Denn der Mensch verlange nicht zu schauen, „Was die Nacht birgt iu ihrem Grauen. — Dem Iagdsreuiide eudlich, iu dessen Hände mein heutiger Bericht fallen köunte, sei gesagt, daß in unserer Nachbaischaft vor etlicher Zeit abermals zwei Wölfe (Weibchen) erlegt wurdeu; — beide schöne Eremplare, — aber ulcht zu jener erst im verflossene» Winter ucueutdeckten Species der Steinwölfe gehörend- — Oesterreich. 'Wien, 3. April. Wir brachten vor Kurzem eine Mittheilung deS Inhaltes, daß daS k. k. Ha»< delsmiuisterium die Handels- und Gewerbekalnmern der Monarchie aufgefordert habe, für die Ueberrei-chung der vorgeschriebenen Hauptberichte ihrer Wirk' samkeit einen Termin von drei Jahren statt des bisherigen einjahrigeu einzuhalten, nachdem nur von solchen Uebersichten, welche einen größeren Zeitraum umfassen, eine lehrreiche, zu neuen Verkehrscombi-nationen anregende und daher iu der That fruchtbare Darstellung erwartet werden kann. Bei demselben Anlasse hat aber auch das k. k. Handelsministerium ausgesprochen, daß eS für die Vorlage der Nachweisungen über die zur Handels-und GewerbSstatistik erforderlichen Daten bei dem festgeseyten einjährigen Termine sein Bewenden haben solle, so wie sich von selbst verstehe, daß den Handels» und Gewetbekammerli auch fernerhin unbenommen bleibe, ihre Wünsche und Anliegen zu je- der Zeit zur Kenntniß deS Handelsministeriums zu bringen. Mit dieser Bestimmung wird genugsam vorgesehen, daß die Thätigkeit der Kammern, die sich schon mannigfach „schlich erprobte, keine Beschränkung erleide und jeder practische Antrag derselbe» vor wie nach die eutsprecheude Beachtung finde. * Der Wattawafluß durchzieht daS weitausgedehnte Gebiet des Vöhmerwaldcs und steht mit der Moldau in nächster Verbindung. Um den noch ziem-lich unausgebeuteten Holzreichlhnm jenes Forstes, sowohl für den Bedarf des benachbarten Flachlandes als für die dortländige Industrie nuybar zu gestalten, hat das Handelsministerium, einverstäudlich mit dem Ministerium deö Innern und der Finanzen, einen onrchgrelfendeu Correctionsbau der Flußstrecke vou Langendorf bis zur Ausmüudung der Wattawa in die Moldau bei Klingenberg genehmiget, wodurch die Erreichung des Zweckes vollständig sichergestellt wird. Da der verfügbare Lanbesfond nicht die erforderlichen Mittel zur Durchführung dieser Arbeit darbot, so ward beschlossen, daß von jeder auf der Wattawa ver-slößcen Klafter Holz zu Kllngenberg eine Wasser-maulh vou Iu kr- C. M. während drei auf eiuander folgender Ial)re eiugehobeu werde. Ungeachtet das Princip deö k. k- Handelsministeriums, alle den freien Verkehr anf Flüssen und Stlömeu beengenden Ge-l'ühren nach Tdunlichkelt zu vermindern u»o zu be-selilgen fest steht, so schien doch «u diesem gegebeneu Falle die gewählte Modalität am zweckmäßigsten, um so mehr als die betreffende Gebühreneut-rlchlung nach einer kurzen Zeitperiode ganz entfällt. Der Kostenaufwand für die Regulirung ist mit 29.63>'i fl., das dreijährige Erträguiß der Gebühr auf 32.898 fl. veranschlagt, somit die Deckung des gemeinnützigen Unternehmens eiue vollständig genügende. * Der Hafen von Pontelagoscuro im Kirchenstaate ist, sowohl was die dortige See- als Flußschifffahl t betrifft, für Oesterreich von erheblicher Wich», takelt . mdem der Hauptverkehr daselbst mittelst österreichischer Schiffe und mit österreichischen Promuzen betrieben wird. Insbesondere das abgelaufene Jahr !8.',3 zeichnete sich in Folge der (soujunctur mit Brotstoffen dort durch eine gesteigerte Handels-uud SchlfffahttSbewegnng aus. Der Werth der Einfuhr im Hafen ström- und seewärts betrug nämlich 4.070.Ü80 gegen 1,449.900 ss. im Vorjahre, somit nm 2l/u Millionen Gulden mehr. Der Werth der Ausfuhr dagegen, auch nach Oesterreich, hatte eiue Abnahme erlitten. InSbejondere beachleuSwerth aber erscheint die Wahrnehmung, daß seit der Gründnng und Ac-tioirung des Zollvereius zwischen Oesterreich und den Herzogthümern Parma und Modeua der Verkehr dieses HafeuS mit deu lelttgedachten sich vermindert bat, weil sie jept zur Deckung ihres gewerblichen und sonstigen Bedarfes an Producten mehr an die österreichischen Provinzen angewiesen erscheinen, was jedenfalls practisch beweist, daß dieser Verein der österreichischen Industrie» und HandelSthätigkeit in immerhin beachtenSwerthem Maße zu Guten kommt. Wien, !l. April. Die Direction der National« bank hat sich, in Berücksichtigung der gegenwärtige» Verhältnisse, bereit erklärt, in Vrü»n «ine AuShilfo-casse zu errichte», welche auf Waren Vorschüsse gewähren würde, nnd dazu eiue bestimmte Summe aus dem Dotationsfonde der Fllial-Escompteanstalt zu beziehen hätte. — Die k. k. niederdsterreichische Statthalterei hat auf Grund der Berichte über den Zustand der in Wien bestehenden weiblichen Arbeitsschulen daS Consistocimn ermächtigt, dem FraueuwohlthätigkeitS-Vereiue für die zu Gunsten der Arbeitsschulen bewiesene Sorgfalt, sowie auch dem Frauenvereine für ArbeltSschulen die volle Anerk«nnung auszusprechen. Als Thatsache wird dabei hervorgehoben, daß diese wohlthätigen Vereine während der kurzen Zeit ihrer Wirksamkeit jcht schon eine bedeutend größere Zahl armer Mädchen in ihren Schulen ausweisen, als alle Privatarbeitsschulen. Während die in Wien bestehenden PrivatarbeitSschuleu im 2. Semester 18ü3 nur 938 Schüleriunen ausweiseu, wurden durch die Fraueu-WohlthätigkeitS-Vereine in 8 Schulen 717, durch den Fraueuverein in 9 Schule» 964, also zu- sammen 1681 Mädchen unentgeltlich in weiblichen Arbeiten unterrichtet, uud mit vorzüglicher Rücksicht auf religiöse Entwicklung zur Arbeit und Sparsam-keit angeleitet. — DaS im vorigen Monat eröffnete neue Thea-ter in Chr »dim hat 1ü Logen, 106 Parterre, Sperrsipe und 36 Gallerie - Spertsipe. Ueber dem Frontespice trägt eS die lateinische Inschrift: »Viri-I»i5 unilix«, über dem Portale die <>echlsche: „ «I«vg »!»-<,«l l'^luviuli vx(K'l3n4 und 1866 geschritten. Kiel, 31. März. Russischer SeitS erwartet man den ersten Zusammenstoß mit de» Engländern auf der Insel Oelel bei Neval. Der lepcere Ort ist von einer jeyt auf die Hohe von 31.090 Mann ge> brachten Mannschaft beseht. Italien. Turin. 28. März. Ei»er Corresponoenz der „G. di Venezia" zu Folge, geben die savoy'schen Deputaten mit dem Gedanken nm, in Masse auS der zweiten Kammer auszntreten; die übermäßige Besteuerung ihrer Provinz und die Nlchtberücksichlignng ihrer Einwendungen soll der Beweggrnnd dlescS Vor. saßes sein. April. Folgender telegraphische Be licht ist aus TouIon hier eingetroffen: »In den Tagen des 29. und 30. März sind l l Dampfer aus unserem Hasen abgegangen, theils um eingeschiffte Truppe» nach dem Orient zu dringen, theils um deren zu Algier und Marseille, zum Zwecke der nämlichen Bestimmung, zu holen. Gestern, am 3!., hal^'n ebenfalls vier Schiffe, 5l00 Soldaten mit nehmend, lniseren Hafen vi'rlasscn. Eine unermeßliche und teilnehmende Menge drängle sich, um diese, Abfahrt beizuwohnen. Das aus dem M,nfche liier her befindliche 27 lÜnienregiment wird jeden Au genblick erwallet. Es soll sicl) morgen auf den Schiff sen „Napoleon" und „Suffrcn" cinschiffen. Dreißig Handelsschiffe haben seit zwei Tagen Marseille mil Ladungen von Material und Artillerie verlassen. An dere Konvois sind zur Abfahrt bereit. Die driltl Division und die Reserve der Expeditions - Arms? werden erwartet. Der Stadtrath zu Marseille veranstaltet ein großes Bankett für den Prinzen Na. poleon. Die mit der Anordnnng beauftragte Commission ist schon ernannt." Paris, 1. April. DaS OfficiercorpS der hier durchkommenden englischen Truppen wird vom Offi' ciercorps der Armee von Paris, die Soldaten von den Soldaten festlich bewirthet werden. Paris, 2. April. Ein «ben publicitteS Decret vom 20. v. M. bestätigt eine frühere Mittheilung, daß die französische Regierung der linkischen ll) Mil« lionen Fr. vorgeschossen habe. Der Finanzminister ist autorisirt, diesen Vorschuß zu machen, welcher Zinsen tragen, und entweder von dem Ertrage eines nächsten Aulehens der ottomanischen Regierung, oder in Naturalien zurückgezahlt werden wird. Die englische Regierung scheint U> MlU. Fr. ebenfaUS zu diesen Bedingungen vorgestreckt zu haben. Großbritannien und Irland ' London, 3l. März, In der gestrigen Over< Haussitzung fragte Lord Malmesbury, ob es wahr sei. daß die russische Flotte aus Sevastopol ausgclau fen sei, und eine wichtige Expedition nach der zirras. fischen Küste unternommen habe, ohne von de„ alllir ten Flotten im Geringsten belästigt zn werden? llord (§l.irei>don hat darlU'er in den Zeitungen gelesen, aber nichts auf officicUem Wege erfahren. Im Ge> genlhcil, nach einer Depesche aus Eonstantinopcl halten 10 russische Linienschiffe Scdastopol verlassen, nichl um nach Zirtassien, sondcm nach Perekop, ans der westlichen Küste der Kumm, zu segeln. Und Sir E. llyons, der ebcn mit einer Anzahl Kriegs« dampfern aus den zirtassischen Gewässern u^ch Heikos zurückgelchit war, hatte dort tcin einziges russisches Kriegsschiff gesehen. Auf eine Anfrage Lord Mal. mesdury's, die Uebereinkunft der Alliitten mit der Pforte betreffend, erwiederte Lord Clarendon, er könne keine Abschrift des Vertrages vorlegen; derselbe sei zwar zwischen den Vertretern der drei Machte in Eonstantinopel abgeschlossen und vom französischen Gesandten provisorisch unterzeichnet worden, aber eine Schwierigreit habe sich in Bezug auf seine Vollmacht zur Unterzeichnung ergeben, was den endgilti-gcn Abschluß verzögert habe. Der heule Abend zu stellende Antrag auf eine die Kriegsdotfchaft der Krone beantwortende Adresse lautet: „Daß eine ergebenste Adresse Ihrer Majestät überreicht werde, um jür Ihrer Majestät allcrgna-digste Botschaft, so wie für die Mittheilung der verschiedenen aus Ihrer Maiestät Befehl dem Par lament vorgelegten Schriften dcn Dank dicscs Hau scs uuszusprcchen; um Ihre Majestät zu versichern, laß wir Ihrer Majestät ängstliche und stete Se-mühungeu, ihrem Volke die Segnungen des Frie. oens zu bewahren, gerechter Wci,e anerkennen und das vollkommene Vertrauen, daß Ihre Majestät gc-sonnen ist, den Drangsalen des Krieges ein Ziel zn letzen, sobald dieser Zweck, im Einklang mit der Ehre der Krvnc und den Interessen des Voltes, er-reicht werden kann; daß wir unt tiefcm Kummer kemertl haben, wie Ihrer Majestät Bemühungen durch die Angrissspolitik vereitelt wurden, welche der Kaiser von Nußland durch seine Ucberziehuug und fortdauernde Besetzung der Provinzen Moldau uno Walachei, durch die Verweriuog billiger, mit der Sanction der vier Hauptmächte Europa's ihm au> gedolene FrledensbedingunglN und durä) die Ausrüstung ungeheuerer Streitmächte zur Durchsetzung seiner ungenchlen Ansprüche an Tag gclegl Hal; d.»ß dicsc Aillnaßm'gei, uns geeignet scheinen, rie U» adhängigleil des ollomanischen Reiches zu untergr.». ocn; und ix,ß wi> errenucn, daß das in uns ge-setzte ^cilrancn von unserer Seile dcn festen Ent-fchluß uerlailgt. Ihrer Majestät im kräftigen Wider stände gegen das Unternehmen eines SouvcrainS deizustehm, dessen Machtuergrößerung der Unab-hangigk'it Europe's glfährllch wäre." D snch auf dem „Wellington" schildern: „Wir kamen mit unsertr Jacht dicht oor dein Spiegel des „Wellington" vorbei. Ein Offizier grüßse schr freundlich; er sprach gebrochen deutsch und lnd uns ein, hinanf zu steigen. Wir ließen uuS das lilcht zwei Mal sageu, aber die Sache halte >hre Schwierigkeit. In der Thar nämlich ragte das Deck des ,,WeUl»gto»" so hoch über den Wasserspiegel u> die Hohe, daß der Mast unserer Pacht, die doch am Ende U Fuß lief in das Wasser ging nud der etwa A0 Fuß Höhe hatte, nur mic semem Wimpel das oberste Deck überragte. Die Leiter war schmal, indeß kamen wir glücklich hinauf. Oben angelangt, empfing uno der «lgenthümliche Anblick und oaö bunte Leben emeS großen KrlegysclMo. Der Eindruck, den der „Wellington" machte, war mehr der einer gewissen Breite und ruhigen Mächtigkeit; ich glaube nicht, daß dieß auf den andern Schiffen eben so gewesen sem wild. Und demnach wird man eo sich loch: erklären, daß auf einem solchen Schiffe das erste, was eluem unbefangenen Beschauer entgegentrat, die Menge von Menschen und ihre bieneukordahnllche Geschäftigkeit sein mußce, denn der „Wellington" hatte nicht weniger, als ungefähr N00 Menschen an Bord, wao >m Grunde bel 130 Kanonen noch wenig genug war. Dl« meisten dieser Personen waren nun in beständiger Bewegung, und ließe» sich durch unsere Anwesenheit nicht im Geringsten stoien; fortwährend wogte es hin uud her, Trepp auf uud ab regte stch in alle,, Winkeln, auf allen Verdecken; und doch hörte man fast nirgends ein Commando, nirgends sah ma» einen bestimmten Zweck, und ehe man sich dessen recht versehen, hatte es einen weggedrängt von einer Schlfföseite auf die andere, vom Vordercastell auf den Quarterdeck, vou diesem uach der großen Luke an die Schiffscreppe, und hinunter war man, als ware eigentlich »ur da unten recht etwas zu sehe» und nicht unter den ungeheueren Masten und ihrem schonen Gestecht vou Tauen, Raaen, Segeln, Flag- gen, Franzcn und Ketten. Die drei Decke, zu denen wir hinabstiegen, waren natürlich im Wesentlichen ganz gleich und boten äußerlich dasselbe Schauspiel dar, wie bei den dänischen uud russischen Schiffen. Bei genauer und sachkundiger Besichtigung mochce indessen gewiß Manches stch ganz anders stellen. Mir fiel zunächst nur auf, das; hier zwischen dcn einzelnen Kanonen Tische angebracht waren, um der Mannschaft jenes englische Fürsichsein möglich zu machen, das auch den Wirthshäusern Englands ein von dem Continent so sehr abweichendes Ansehen gibt. Alles war übrigens böchst reinlich und ordentlich. Die Kanonen standen in gerader Linie, 2V an dcr Zahl auf jeder Seite jedes Verdeckes ; dle Lafettage war die ein-fache Schiffslafetce mit kleinen Näoern; die Kanonen »varen mit Stellschrauben zum Visiren versehen; eine Menge von Utenstlieu zum Schießen war an ihrem Plal). Der Rückstoß bei dem Schlffe wird durch 2 starke Taue aufgehalten; man hat noch immer kein anderes Mittel dafür finden können. Ich wlll jedoch nicht läug-nen, daß d>e holländische „Nicety" nicht uolhanoeu war; die Ordnung war strenger als die püoctllche Reinlichkeit. Will mau dlese beurtheilen, so muß man sich hinzudenken, daß ein solches Schiff l" Jahre alt ist, und dann dem Effect dieses Alters auch alle die kleinen Risse uud Fehler und I»finltefimal-Un» monuugen hinzusehen, die allerdings noch übrig blel, ben, wo die absolute Reinlichkeit nicht auö der Natur jedes Einzelnen, sondern aus dem Vefchle der Offiziere entspringt....." Niederlande. Haag, 20. März. AuS den Erklärungen des Kriegsministers in der zweiten Kammer gebt hervor, daß die verlangte Veimehrnng der bavallerie und Artillerie des limburg'schen Eontmgencs in Folge eines Beschlusses des Bu»descages vom ll). März l85)Ü angeoidliec worden. Das Gouvernement erklärte, dem Beschlusse des deutschen Bundes, wonach has Contingent nm ein Sechstel verstärkt werden soll, Folge zn geben. S p a n i e n. Die Revolte in Saragossa ist vorübergegangen, oh»e irgend eine Spur ,m Lande zn hincellasscn. Die Regierung bereitet die wichtigen Maßregeln vor, welche der Ungewischtit der politischen Lage ein Ziel s^,en sollen. Der Graf von San-LniS, der, nach Bersichernna. des „Ionrnal des Debars", nach wie vor das volle Vertraueu der Konigin genießt, soll Ihrer Majestät folgende Zusammensetzung des Mini, riilms vorgeschlagen haben, deren baldiger Billigung man entgegen sieht: Domenech bleibt Fmanzmini-ster, Fortagan ersetzt ten Marquis von Gerona im Ministerium der Justiz, Llorento (Finanzminister mic dem General Roncali), Herrn (Zalderon de la Barca im Ministerium der auswärtige» Ang«legen-heicen. Telcgvnphisclio Depesche». " Verliu, 6. April. Eine lilhographirre ßor-respondenz bringt die Meldung, Ritter v. Bnnsen, der kdnigl. preusi. Gesandt« zu London, habe Urlaub erhallen, um seine angegriffene Gesundheit in Bädern herzustellen. Genua, 4. April. Einige in Stradella befind» liche Emigranten wurden von der dortigen Behörde vorgeladen, und auf höheren Befehl nach Alessandria befordert. - Paris, li. April. AuS dem „Monitem"' ,,Der kaiserlich österreichischt Gesandte, Hr. v. Hübner, hat gestern dem Kaiser Napoleon ein Schreiben Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich überreicht. Die Regierung überreicht heuce der Kammer einen GescheSentwUlf, womit das Contingent von l863 nm ttl).OOl) Mann vermehrt werden soll; olischon die Klugheit diese Maßregel erfordere, so lasse doch Alles hoffen, daß ein bedeutender Theil dieser Man», schaft nicht werde in Ansprnch genommen werden. Der Gesepentwurf habe den Zweck über dieses Con» tlngeuc fur den fernabliegende.' Fall, dast Frankreichs Ehre es erheischen sollte, zu d,opo.»:e»." Die gerichtliche Verfolgung geg," Moncalembert lst bewllllgc. »HI Feuilleton. Nachruf auf den hochwürdigstcn Herrn Friedrich Baraga, Bischof von Amyzonia. Heb' wohl, verehrter LandSmann, lebe wohl, Du Perle in der Welt der Missionäre! Noch sind von Dir die Herzen Aller voll, Und stießt Dir nach die schöne Wehmuthszahre. Vom fernen Welttheil, über's große Meer, Vist Du zu unS als Bischof heimgekommen; Du sprachst zu uns so warm und mild — o Herr, Versichert sei! wir haben Dich vernommen. O welche Güte leuchtete aus Dir, Als Deine lieben Worte Dein uns nannten! Der Rührung heiße Thränen weinten wir, Und Freudethrä'nen Deine Anverwandten. Die Kerzen, die in Treffen Du geweiht — O mögen diese Kerzen allen Denen, Die sie gebracht, zum Port der Ewigkeit Als eine lichte Himmelsfackel brennen. Als Du in stiller Andacht dort gekniet, Wo Du, ein Kind, die heil'ge Tauf' empfangen, Da beteten sie Alle, Alle mit, Und trocken blieben wahrlich keine Wangen. Nicht ohne Deutung war ein Vild für Dich, O Herr! wo Du zum Leben neu geboren; Denn dort, wo Du getauft alö Fried er ich, Dort taufet Franz taverius einen Mohren. Wie hat in Mottling Alles, Alt und Jung, Als feinen einst'gen Hirten, Dich umrungen! Das Wort der Liebe, der Verwunderung, Klang Dir von Tausend aber Tausend Zungen. Sich zu verlalignen, der Gemächlichkeit, Den theuern Anverwandten zu entsagen, Für Gott den Tod zu leiden auch bereit — O wessen Herz soll denn für Dich nicht schlagen! D'rum, nicht umsonst war Dir allüberall, Wo die Erinnerung Dich hingeleitet, Ein hehres Fest, ein frommes Freudenmahl Dir, würdiger Apostel, vorbereitet. Jedoch, was jeglich Herz für Dich empfand — O leider kann ich's Dir nicht anvertrauen; Nur dieß: Stolz ist auf Dich das Vaterland, Sind Treffen's, Döbernig'ö u. Möttling's Gauen. Nimm von unS Allen hin den heißen Dank, O Herr! für Deine» bischöflichen Segen; Dich segne Gott, erhalte Dich noch lang, Beschütze Dich auf allen Deinen Wegen. Fahr' glücklich über'ö ungestüme Meer, Von Deinem guten Genius geleitet, Der schon seit lange vor Dir schreitet her, Die Krone der Apostel Dir bereitet. Und nun, verehrter Landömann, lebe wohl, Nimm von unS hin die letzte Abschiedszähre; Gedenke im Gebete liebevoll Der lieben Deinen auch vom fernen Meere! Vtlnhaid Gomschllsch. Bulgarien. (Fortsetzung.) Der Serdschinperdschin ist eine besondere Abgabe fur Borstenvieh. Die Regierung sucht diesen Zweig der Viehzucht durch tine starke Neftemrung zu unter, drucken, so daß gegenwärtig Verkaufes, Käufer und Schlächter eines Schweines, jeder für sich. 3 Piaster dezal)len. Der Ichtisab — Verzehrungssteuer — wird nicht nur beim Verkaufe von Fleisch und anderen Gemißt artikeln, sondern auch von Pferden, Ochsen, Büffeln, von Wolle. Häuten, Honig, Wachs, Fellen, Leder, Gespinnsten lc. und von ausländischen Stoffen, wenn sie im Innern des Landes umgestaltet werden, mit I Para vom Piaster, d. i. mit 2'/« Percent des Werthes, eingehoben. Eine andere Kategorie dieser Steuer ist die im I. »846 unter dem Namen Harad. schümrück aufgehobene, aber schon nach einem Jahre unter der Benennung Batsch wieder erschienene Ab-gade, die von Hvlz, Balken, Brettern :c. nach dem-selben Verhältnisse von 2V2 Percent des Werthes entrichtet werden muß. Wein und Branntwein zahlen von jedem Fasse (l0Oka) l ^ Percent, nekstbei noch eine geringe Abgabt für jede Schenke. Die Erzeugung von Meersalz, der Fang von Fiscken und Blutegeln, die Benützung von Weiden sind Regalien, deren Verpachtung dem Staate be, tlä'cktliche Summen eintragt. (Zin anderes Monopol der Neqierung bildet den Verkauf von Salz, gebranntem Kassel), Schnupftabak und Schießpulver. Für Passe zur Reise im Inlande werden an Etempela.ebühlcu 6 Piaster, zur Reise i>,'s Ausland 40 Piaster eingehoben. Bütschritten erfordern einen Stempel von 30 Piira; Wechsel, welche auf keine höhere Summe als l00 Piaster lauten, 40 Para, einer solchen Gebühr, die für Beträge bis «000 Piaster und daö zehnfache erhöht wird. öontracte, Waffen. passe u. dgl. erheischen einen Tarerlag von 3 Piastern, Ilams (Urlheilsabschriften) und Hodgrts (Verträge über den Verkauf liegender Güter) hingegen eine Stempelgebühr von 6 Piastern. Die Art der Einhedung des Haradsch und der Verghi verdoppelt den Betrag beider Abgaben. Um nicht für vermöglich gehalten zu werden und dadurch Gefahren ausgesetzt zu sein, läßt es jeder Zahlungs Pflichtige auf die executive Eintreibung ankommen Die Eintreibungsmcmnschaft lebt bann auf Kosten der Gemeinde und nimmt selvst noch Ledensmittel fort, während der Landmann seine Producte vcr. schleudert cder Geld darauf borgt, um der Steuer.-sorderung zu entsprechen. Auch werden die cou» sircnden Münzen nur mit einem durchschnittlichen Verluste von l5 Percenten bei der Steuerzahlung angenommen. Neben diesen Steuern und deren drückender Einhebungsart lasten auf dem Najah aber auch noch andere, nicht unbedeutende Verpflichtungen, für deren Leistung er nicht entschädiget wird. Dergleichen sind Transporte, öffentliche Bauten und Reparaturen aller Art, wozu die Najahs ohne Berücksichtigung der Ent. fernung der Dörfer und der Jahreszeit gezwungen werden. Außer oen Staatsabgaben trifft den größten Theil der Bewohner Bulgarien's, als Anhänger der griechisch'Nichtunirten Kirche, eine namhafte Anzahl von Geldentrichtuiigen au die Hierarchie derselben, da das ordentliche Einkommen der Metropoliten und mehrerer Bischöfe, nach Beschaffenheit der Diö-cese, auf 40 — 80,000 türkische Piaster veranschlagt wird. Der Unterhalt der osmanischcn Priester wird regelmäßig aus der Verpachtung von liegenden Gütern bestritten, welche entweder zur Zeit der Eroberung des Landes den Moscheen zugesprochen wurden, oder als fromme Vermächtnisse denselben von Zeit zu Zeit zufallen. Im Ganzen ist die Dotirung der osmani schen Religionsdiencr ziemlich dürftig, und steht weit hinter jener der griechischen Geistlichkeit zurück. Die Bodencultur hat in Bulgarien, mit Aus' nähme weniger Landstriche, welche durch die Gunst besonderer Umstände in der Entwickelung weiter gediehen sind, im Allgemeinen noch keine bedeutenden Fortschritte gemacht, da denselben Unsicherheit des Eigenthums und Ueberbürdung mit Steuern und Privalabgaben im Wege steht. Die Pforte, welcher nach orientalischer Auffassungsweise daß Eigenthum alles Bodens durch die Eroberung des Landes zu° gefallen ist, h>,t noch immer einen namhaften Thell desselben nickt in irqcnd einer Art an Private über- lassen, weil die Provinz schwach bevölkert ist, und die Producte, die ihr auf dem Wege des Feldbaues abgenommen werden, noch kein eigentliches Staats, einkommen bilden. Ein großer Theil des BodenS liegt daher nicht nur brach, sondern nutzlos da. Bezüglich desselben steht aber jedlm Bewohner, er mag nun Moslim oder Najah sein, das Recht zu, ihn durch Pflug und Haue urbar und crtragfähig zu machen; findet er das Resultat dem angewandten Kraftaufwand«: nicht entsprechend, so verläßt er den Neuriß, um sich auf einer anderen fruchtbareren Stelle zu versuchen. Diese Freizügigkeit des LandmanneS, wird von der Pforte geschützt, da sie vor den ärgsten Bedrückungen localer Gewalthaber sichert, und oft schon ganze Dorfgemeinden mit ihrer Familie und sämmtlicher beweglichen Habe ihr Heil in ferneren Gegenden aussuchen ließ, Unter solchen Umständen beschränkt sich der Land-mann hinsichtlich der Ertragsfähigkeit der Grundstücke lediglich auf die der Natur inwvhnende Kraft, die zu entlrickeln und zu vermehren er weder Kenntniß noch Willen hat, Obwohl er durch die Mokanen und seinen eigenen Reichthum an Schaf' und Horn» vieh sich zur Anwendung der Düngung mit Vieh-mist fast getrieben sieht, vernachlässigt er dieselbe ganz, geschweige, daß er den im Lande selbst so häusig vorhandenen Gyps sich zu Nutzen machte. Hierbei kann von einer Abwechslung in der Bewirth' schaitung der Grundstücke ohmhii, keine Rede sei», und es ist nur zu bedauern, daß selbst in Gegcndln, wie z. B. um Nazgrad, Trnuva, Lovcza und Plevn.i, oder au deu besuchteren Küsten des schwarzen MeenS, wo die landwirthsch^ftliche Industrie wegen gesteigerter Nachfrage nach ihren Erzeugnissen schon mehr fort. geschritten ist, an einen lationelleu Betrieb der Land» wirthschaft noch nicht gedacht wird. Während die eben bezeichneten Grundstücke der freie» Benützung überlassen sind, hat die Regierung einen nicht unbedeutenden Theil dis Bodens als Nutz' cigenthlnn an Private,unter dem Namen von Spahiliks, überlassen. Die Herren dieser Gründe, Spahi's ge? nannt, und in gewisser Beziehung den adeligen LcheN' gutsbesitzern des Occidents ähnlich, erwarben durch die ihnen zu Thcil gewordene Schenkung das Recht, von Allen, welche sich aus ihren Grundstücken nieder, ließen, Arbeitsleistungen und Naturalien.Abgaben zu fordern, allerdings ohne über sie irgend einen privi-legirten Gerichtsstand ausüben zu können. Da jedoch in dicstr Beziehung von jeher Willkürlichkeiten Statt fanden, hat sich aus diesem Verhältnisse der Insass,,, zum Spahi eine Art Unterthänigkeitsverband Heiaus, gebildet, welcher sowohl hinsichtlich dcs Umzuges der darin begründeten Rechte und Pflichten, als auck der Ausübung derselben den eigentlichen wunden Kl