T Sonntag, Hcn 22. Mai 1938. >Mariborer Zchtmfrc. Nummer 116. 6onDergeflalten am Dem Von ISauI 6(0Iofff>r 1830 wird am Bachern noch von Ur­ wäldern, 1890 nur noch von iM-valdähn- lichen Beständen berichtet. . Unwegsamkeit, das Fehlen jeder Unter­ kunft in den Tiefen des Waldes, das Vor­ handensein wilder TierP (Bär, Wotf, /Luchs, Wildschwein und Wildkatze), ließ 'den Bachern vor 1850 noch näher seinem Urzustände nufscheinen. Die Wildnis for­ derte vordt'iT» ihre Opfer an Verirrten, von Raubtieren zerissenen, Beraubten und Ermordeten. Und aus jener Zeit mag es #ierstar>nicn, daß der Bacherer (Pohorc) noch 1910 der Ansicht huldigte, die Innen- fandschaft des Bachern .sei so groß, daß die ganzen Slow. Büheln zweimal hinein­ gingen. In Wirklichkeit bedecktc sie nur ^ine Fläche von 90 kms. Das Unlustgefühl .der Waldeinöde gegenüber zittert hierin noch nach. Noch gab es keine Holzriesen und Förderbahnen. Der Urwald des Hoch- innern wurde erst in den Vierzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erschlossen. So kann man denn noch bis vor 1850 hier von einer richtigen urigen Waldromantik sprechen. AU dies war Vorbedingung, daß sich tiier menschliche Sondergestalten ent- . jwickeln und halten konnten, die ganz be­ deutend von den Bewohnern der -and- lichen Umwelt abstachen. Und von dieser \ randlichen Umwelt aus wollen wir in das 'Innere des Bachern eindringen und einige j dieser verewigenswertcn Sondererschei- .nungen der Spezies homo sapiens kenno i Ii Aemen. j - Barbara Gellman. Nur ihr Anfang war j «Ine Sonderheit. Hatte ein Erdenbürger "das Licht der Welt erblickt, so ging es • .»vordem bei der Taufe hoch her. So kehrte ungefähr 1815 eine lustige, arg illuminier­ te Taufgesellschaft von der Pfarrkirche j Vpn Ho5e Iitlm. Abci, oll Schreck! Wohl hatte die weiße Frau das schöne Steckkissen unterm Arm, aber keinen — Täufling. Nun, da war guter jRat billig. Man wankte einfach denselben eg zuriick, und richtig, am Lobnikschen 1912) Acker stand der winzige Welt- |liarger, steif, aufrecht im Schnee steckend, , wie eine Christkindlkerze am Weihnachts­ baum. Der Täufling, Barbara Gellmann, ^ nahm keinen Schaden. Sie starb hochbe- l-lagt, kinderlos, und ihr Grabstein ist jfceute noch am Friedhof zu sehen. Josef Qraschitz vulgo Kos war das Ur­ bild des ländlichen Einlegers, trotzdem er •keiner war. Von Profession Schneider, kam er, als solcher auf Stöhr arbeitend, bei allen Bauern des Ostbachern herum, ^ '^atte offen Aug und Sinn für alles und war die personifizierte Sagensaninilung Gebirges. Als er nicht mehr arbeiten konnte, verschmähte er es, als Oeineinde- ^mer oder Einleger seine Tage zu be- •A*ft.chUeßen. Schon des Kirchenbcsiiches egen wollte er HotJe nicht verlassen.! h warmherziger Bauer nahm den gut- tigen Alten auf. Dort am Hofe hauste im unheizbaren Vorraum einer Ickamnier, im Sommer und Winter, und achte sich ntitzlich, soweit es seine wachen Greisesarme noch vermochten, die Genügsamkeit selbst, war mit llcsem Altteil vollkommen zufrieden, ort rdiente er nur 20—30 Hei' •• und lebtfi Maissuppe und Erdäpfeln. Mit Gier 'schlang er alles Lesbare und bevor- c insbesondere Georgraphic und Ge- ichte. Die Speisen aß er ungesalzen, inn«, begründete er, »ungesalzen ver- ngert 3as Leben, viel.r^isalzen bringt nellen Tod.« Und das traf bei Kos r.i«: 1 zilhlte er 08 Jahre! Sein Rezept hat irigent), unabhängig von ihm, seither 'n Medizin Eingang gefunden. Und doch r Kos dir Mitentdecker! leorg Crnko vulgo Stolz war ein ver­ ender Jun;rgeselle, der ungef.^:!!" ^58 fzigjährig verstarb. Den Grundstein zu en Sonderheiten legte Marinsek, ein rtiger Oeisiosgostörter, ehedem Thco- aiis Ru5e, der ihm ^ "iteinisch bei- aclit hatte. Crnko war «ehr fromm, iete in Bohova und Hoöc drei Kapellen die große Kirchenglocke im '-^tzteren fe. Eine besondere Bewandtnis hatte mit der Türkenkapetlc, halbcnwegs :8ia^ertitDaI5e M Ort und Bahnhof Ho^e. Diese ließ er von Grund auf erneuern und ließ sich im Dachraum ein Loch als Eingang aus­ sparen. In diesem beengten Gelaß brachte er oft tagelang zu, sich die Zeit mit Ab­ fassung und Lesen lateinischer Schriften vertreibend.'Die Eingangslücke soll -«Tch seinem Heimgange letztwillig vermauert worden sein und der Dachraum soll 1912 noch Crnkos- Handschriften geborgen haben. Das Skorpionmanndl. Uin 1836 lebte am Bachern ein angeblich diplomierter Chi­ rurg, damals schon 80 Jahre alt, sein harmloses Sonderdasein. Irgendein gro­ ßes Weh mag ihn in die Waldeinsamkeit getrieben haben. Er hatte kein ständiges Heim und schlief bald da, bald dort, im Stalle oder in der Tenne irgendeines Waldbauern. Er machte sich überall nütz­ lich, behandelte die Kranken, stellte Re­ zepte aus; die in der Apotheke in Maribor auch abgefertigt wurden, beschäftigte sich aber vorzüglich mit dem Einsammeln von bestimmten Moosarten und Skorpio­ nen, die hier schon selten vorkommen. Die Moose wurden von den Bauern und Jägern gern zu Gewehrpropfcn verwen­ det, doch hatte er auch in der Stadt Ab­ nehmer. Die Skorpione sammelte er in Hollunderröhrchen. Sie dienten zur Berei­ tung des in der Volksmedizin sehr belieb­ ten Skorpionöles. Das Skorpionsammeln brachte dem kleinen, altcrsgebeugten Männchen das »vulgo« Skorpionmanndl« ein. Skorpionmanndl war überall jernc gelitten. Einige Wäldlertypen sind untrennbar verknüpft mit dem hochherzigen Vater Zinke und der Siedelung der Glashütte in Ober-Limbus (Quellgebiet des Bistrica- baches, 1033 m ü. d, M.) Zinke war 1843 bi» 1070 Besitzer der Glashütte. Hans Amberger lebte dort oben, allge­ mein so genannt von — am Berg. Seinen wirklichen Namen kannte niemand, an­ geblich auch er selbst. Amberger war bis zu seinem Tode eine Patriarchenerschei­ nung mit langem, selbst die Schultern um­ wallenden, vollem Bart und Haar. Als De­ serteur kam er in den Urwald, beschäf­ tigte sich anfangs mit Holzkohlen- und Aschebrennen, später gab ihm Zinke Un­ terstand. Da machte er sich um und in der Fabrik nützlich und lebte im hohen Alter von den Wohltaten Zinkes imil seiner braven Glasarbeiter. Er starb einhundort- sechszehnjährig! Anfangs nmßtc Amber­ ger Tal und Menschen meiden, später ward es ihm zur Gewohnheit und er ver­ ließ nie mehr den gastlichen Wald — am Berg. Fassel war in seiner Glasgilde eine be­ kannte Persönlichkeit. Er besaß Humor und Lebenskraft in einem solchen Maße, daß er es gar nicht tiefer empfand, als m) und gehörten den Herrschaften Sliv- nica und Fala. Das Holz wurde Winter: , meist schon im Dezember, gebracht. Oft standen hier küstenländische Slowenen in Arbeit. Oft hatte Sticher fünfzig Arbeiter Im Schlage und bis cinhundertfünfzii^ Mann bei der Schlittlerei zur Bringung nach der Glashütte. Sie alle waren cbens(i wie ihre Arbeit über eine große Fläcfu verteilt und dennoch übersah all dies der einfache Holzmeister mit bewunderimg'^- würdigem Geschick. Sticher konnte wedf-r lesen noch schreiben. Die nmfnngreicho Arbeit mit Mann und Material führte er ist enUschädend 'für das Ausaehea einer Frau! ELIDA lOEÄt CRE durch Hämoftie»*> ihm bei einem Unfälle beide Hände zer­ schmettert wurden. Und noch während der Ausheilung schüttete er infolge einet Wette binnen vierundzwanzig Stunden zwei Eimer Wein hinter die Binde: zur Ehre seines Namens. Die Tabakschwärzer sah noch 1856 die Glashütte quer übers Gebirge ziehen. Die übten ein gefährliches Handwerk aus. Sie schmuggelten den Tabak aus Ungarn übers Draufeld, bestiegen den Bachern bei Race oder Fram und wandten sich gegen Kärnten. Oft waren es Trupps von zwanzig Mann ,hohe, sehnige Oesfalten, die Lasten bis vierzig kg am Rücken tru­ gen; verwegene Männer. Oben vertrauten sie dem Biedersinn der Glasleute und rasteten jedesmal oberhalb deren Kolonie im Jungwalde, mit Falkenauge die ganze Gegend und alle Wege wohl überblickend. Und da floß des öftern ein dankbares Tabaksbächlein zu den Glasmenschlein hinunter. Michael Sticher war wohlbestallter Zin- kescher Holzmeister. Die Holzschläge der ; (jlashütte lagen südwärts zwischen Reka i (11156 ni ü. d. M.) und St, Heinrich (1249 im Kopfe durch! Sein fabelhaftes Ge­ dächtnis war das Hauptbuch der gan/on Holzwirtschaft. Er irrte sich nie und ge­ noß das imbegrerKzte Vertrauen st^ne^ Herrn. Einem späteren Atifsatze '^ei in UK-sem Zusannnenhange. als etwas aiilkri^e- wöhnliches, FamiHengcschichtiiche> z-wei- er Bauernsippen vorbehalten. Fatal. »Ich habe gehört, Ihre Fabrik ab)4L'- brannt. Das ist ja schrecklich-! Was fal^- zieren Sie denn?« »Feuerlösch-Apparate !<: Der Nachteil. »Nun, wie gefä+lt es dir in eurer neuen Wohnung?^: »Es geht . . . Wenn nur riicht neben uns ein junges Ehepaar wohnen würde, das sich den ganzen Tag lang streiiei! »Ja, das ist unangenehm, so was inh anzuhören.« ''>Fürchterlich! Und das Sehlimmsie ist. daß sie französisch sprechen, so daß man kein Wort davon verstehen kann!.: IfnolOtf auf fter £onöoner if-3ol^ii Durch den Zusammenstoß zweier U-Bahnzüge ereignete sich nahe des Knotenpunktes der Station Charing Groß ein fol­ genschweres Unglück, bei dem bis jetzt sieben Tote und 40 Verletzte zu beklagen sind. Viele Hunderte von Menschen be­ obachteten von der Hungerfordbrücke die Arbeit der Rettungs- und Bergungsmannschaften. Auf dem andern Bild sieht man, wie Verletzte von den Bergungsmaimschaften durch das dichte Spalier der Menge aus dem Bahnschacht heraufge­ tragen werden (Schcrl-Bildcrdienst-M,^ t