Millllcher MtlMg. Nr. 131. P rIiI! II »IeV <1 ti oI! sVreis: Im Comptoir q.iiizj. s>. >l, H.Ul'j. N, 5.5». ssilr dic Ziistcüiiiiss int» Haus haU'j. s>l! l> Mit t>« Post La»,,, si. , H^Idj. s>. 7.5.(1. Samstag, t0. Juni Inse» tionSgebilhr bis w Heilrn : lm«l <>0lr., ^m. xu lr., »m. l st.; sonst pl. Zeile 1»i.« lr., 8m.»lr., :!»!. i<> li. u. l. w. Injcrliou^stcmpcl icdcilm. ^u lr. 1871. Aintlicher Theil. e3>e. l. und f. Apostolische Majestät halicn auf Grund eines vom Reichskanzlcr, Minister deß kaiserlichen Hauses und des Acußcru, erstatteten allcruntcrthänigstcn Bortrasses mittelst Allerhöchster Entschließung vom Wten Mai l. I. die Gcsa!!dtschaflsaltach!'s Mazimilian Grasen Estcrhazy und Nndolf Grafen Wcl scrs heiiub zu Honorar - Lcgationssecrctärcn allcrgnädigst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, l). Juni. Es liegen nunmehr die Berichte mehrerer Commissionen des Herrenhauses vor, welche in der nächsten Sitzung dieser Körperschaft zum Vorlrag gelangen werden. In Betreff des bekanntm Wickhofsschcn Antrages hinsichtlich der Vorschrcibung und Einhcbnng der Erwerb- und Einkommensteuer von an bestimmte Standorte gebundenen Erwerbsunlernehmungen. beantragt die vereinte finanzielle und juridische Commission des Herrenhauses einige Aenderungen. Die wichtigste derselben zielt dahin ab, daß auch jener Gemeinde, in welcher sich der Sitz der Gesellschaft befindet, ein Nnlh il an der Er-wcrb- und Einkommensteuer zugestanden werden möge. Für die Bemcssuug desselben wird die Ziffer von i^0 Percent empfohlen. Dicser Antrag ist sehr wichtig für Wicu und ai'dcre größere Slädtc, denen durch die unveränderte Annahme des Gesetzes, wie es das Abgeordnetenhaus beschloß, ein außerordentlicher Schaden, respective ^nt^ang an Communal-Steucrn cwachscn würde. In der letzten, der Schlußredaction der Prcßnovclle gewidmeten Sitzung des P re ßan s s ch u s se s gab der Il,sti;minislcr, wie die ,.N. Fr. Pr." meldet, folgende Erklärung ab: Die Regierung könne den, Gesetzentwürfe, wcnu er als Ganzcö zur Porlage käme, ihre Zustim-">»üg nicht ertheilen. Wolle sich aber der Ausschuß zu einer Theilung herbeilassen und in den einen Theil die Bestimmungen über die Verweisuug des objectiven Per» fahrcns au die Geschwornen und die Aufhebung der Ucbcrtretung der pflichtmäßigen Obsorge, in den anderen Theil die Bestimmungen über die Verschärfung der Strafen für Privat-Dclicle u. s. w. verweisen, so könnte die Regierung den letzteren Theil acccplircn, den ersteren über zurückwciscu. Dcnn die Regierung könne auf das odgcnannle Verfahren in seiner gegenwärtigen Gestalt nicht verzichten, da sie damit des einzigen Schutzes gegen maßlose Angriffe der Presse sich begeben würde. In Paris versäumt man nichts, um die Ordnung äußerlich wider herzustellen, man setzt Administrativ-behörden ein, die einen in ihren alten ^ocalitätcn, die änderen, deren Gebäude abgebrannt sind, in prouisori schcn Localilätcn, den CassationShof im Luxembourg, den ^lppellhof im Ministerium der Justiz, die Scinepräfcctur ln der Mairic des 7. Arrondisscmcnts, das Finanz-lninistcrium in den alten Burcanx des Ministeriums des Iimern u. s. w. . . . Die Pflasterer stellen das Strahenpflastcr wieder her, die Omnibusse circnlircn bieder, und in den Kirchen nimmt man eilige Reparaturen vor, um den Gottesdienst darin wieder beginnen ill können. Die Schwierigkeiten, welche sich der Vcr-Vroviantirung zuerst in den Weg stellten, sind gehoben, di< Ccnlralhallcn sind mit Getreide ganz überfüllt. Inzwischen siud alle Blätter voll von den durch b'c Vcrsailler seit der Einnahme von Paris verübten Greueln. Die Hahl der Anhänger der Commuuc, die von dm Truppen summarisch ohne besonderes Verfahren erschossen wurden, wird auf 15.000 angegeben, und nach einem in Berlin eingelaufenen osficicllen Telegramm des Generals Fabrice, von dem die „(5. S." Notiz nimmt, l°ll dicsc Zahl eher zu niedrig gegriffen als übertrieben sein. Und noch fährt man fott, ohne Richterspruch die Mitglieder der Commuuc, die Brandstifter, die Deserteure der Armee zn füsillircn. Schrecklich ist die That-s"chc. daß die blutige Hast der Versaillcr vielen Unschnl-^'«cn den Tod bercittt hat; ein Negotiant, ^iamcns ^"illant, wurde für den gleichnamigen Delcgirlcn des Vcntlichcn Unterrichts genommen und gefesselt nach ^atory geführt, wo er vou Alexander Dumas' Sohn, er ih„ sannt.' befreit wurde. Weniger glücklich war ein Schauspieler, Namens Iouz<', der oft in Militär-dramcn anflrat. Er wurde erschossen, weil «nan bei ihm eine rothe Hose gefunden hatte. Der Oberst Bcr< thaud, Vcrmorcl und Pilotcll, der mit der Arrcstation des armen Chaudcy beauftragte Zeichner, wurden auf dcu Barricade» gelobtet. Verniorcl soll nicht weit von Dclcsclnzc gefallen scin. Von diesen, letzteren versichert man, er habe freiwillig ohne Wafsm auf einer Barri' cade den Tod gesucht, indem er zuvor auf der Mairic des N. Arrondisscmcnts einigen seiner College» über die Brandstiftnng Vorwürfe gemacht und verzweifelt ans-gcrufen habe: «Ihr Elenden, Ihr habt das Leben eines ehrenhaften RcpnblilanerS entehrt." In der Freitags-Sitznng der National-Vcr samml un g legte der Finanzministcr Pouycr Qucrticr einen Gesetzentwurf vor, durch welchen der Finanzminister ermächtigt wird, behufs Bezahlung der Kriegsentschädigung und Bedeckung des vorgesehenen Deficits eine An leihe bis zu 2'/2 Milliarden Francs zu machen. Die Vorlage wurde der Bndgclcommission überwiesen. Du-saure brachte einen Gesetzentwurf ein znr Veranlassung der gerichtlichen Conslatirung dcö Schicksals aller seit September 1.^70 bis Z0. Mai 1tt7l vcrschwuudcncu Militärs. Der Gesetzentwurf wegen Wicdcrricl'tung der Vs'ndomc-Säulc wurde vou der Tagesordnung abgesetzt nnd die Bcralhnng hierüber vertagt. In Frankfnrt finden noch einige Nachverhandlungen zum Frieden statt. Von deutscher Seite ist dort Graf Arnim, von französischer Goullard und Leclclc eingetroffen. Der deutsche Rci chsanzcig er puvlicirt einen kaiserlichen Erlaß über die an einem schwarz-weiß-rothcn Baude zu tragenden KricgSdenkmünzeu für Combatlan-tcn, Nichtcombaltailtcn, in Folge deö Kriegcs iiu Dienste verwundete Ciuilbcamlcn, Iohcmnilcr, Mallhcscr-Rittcr, Krankenpfleger und Seelsorger, endlich auch für Frauen und Jungfrauen, welche in den Kricgslazurelljcll thätig waren. Dic KiiclMclitmim^li für die Combatlanlcn si»d aus fral^ösischcm Kanoncugut, die für ?iichtcom-batlantcn aus Stahl gefertigt. Die „Krcuzzcitung" de° mcntirt das Gerücht über ciucn Wechsel im Berliucr Polizei-Präsidium, dann auch die Wiener Meldungen über Verhandlungen betreffs einer Vertretung Oester» reichs bei der Einzugsfeier, ^aran sei lein wahres Wort, da ein Meinungsaustausch darüber uicht stattfand. Seit Sountag weilte eine neue Deputation El-sässcr, aus Iudustricllen und anderen ^iotablen bestehend, unter Führuug dcö Hcrrn Dollfuß in Berlin. Unter den Wünschen, die sic Bismarck vorgetragen, sind die hauptsächlichsten: Vorläufige Nichtcinsührung der allgcmciucu Wehrpflicht, dann daß bei einem Wiedcraus-bruch eines Krieges Deutschlands mit Frankreich die El-sässer nicht gezwungen werden, gegen Frankreich zu kämpfen. Bismarck, bei welchem die Deputation di-nirtc, antwortete, daß er bestimmte Znsagm der Natur der Sache gemäß nicht machen, aber jctzt schon versichern könnte, daß das aus Gewohnheit entstammende An-hänglichkcitsgcfühl der Elsässtr geschont und der Proceß der Rcgeriuanisirnng uicht forcirt werden follte. Die Nachricht von der bevorstehenden Vermählung des Königs von Baicrn mit der russischen Prinzessin Marie ist ganz unbegründet. Den entgegengesetzte» Nachrichten gegenüber ist zu constatircn, daß der italienische Regierungssitz schon am 1. Juli nach Rom verlegt werden wird. Die italienische R^jicrulisj hat die österreichische bereits osficicll vor drei Wochen davon in Kenntniß gesetzt. Aus der diplomatische» Welt vernimmt man, daß die großen Mächte sich dahin geeinigt hätten, ihre Ge^ sandtschaftcn beim Papste nicht mit denen am italienischen Hofe zu cumulircu. sondern mit dieser Vertretung, „um der Anerkennung der hervorragenden Stellung des Oberhauptes der kalhulischcu Christenheit cinen fortgesetzt unzweideutigen AnSdnick zu geben", jederzeit einen eigenen Gesandten zu betrauen. Es wird sonach in Ron, zwei diplomatische Corps geben. Die „Italic" mcldct. daß General Dcuecchi in ciucr Mission der italienischen Regierung bezüglich der Gründung einer Colonie am Rothen Meere nach Egyptcn abgereist ist. Im englischen Untcrhause anlwortctc der Un° ter-Staatssecrctär Enficld auf eine Interpellation Hay's: Die Abtretung Helgolands wurde nicht gefordert, folglich hat auch keine Corrcspoudcnz darüber stattgefunden. Auf eine Interpellation Mial's erwiderte er: Die französische Rcgieruug deutete dcu, britischen Gesandten an, cs werde nicht der ganze Handelsvertrag abgeschafft werden; wohl aber sollen einzelne Pnnltc desselben beseitigt wer-den Eine offfciellc Corrcspondcnz darüber wurde noch nicht geführt. Abgcor>nclcnhlUlg. Wien, 6. Juni. (Schlnß.) Fortsetzung der Budgetdebatte. Nach Snwlla ergriff Abgeordneter Dr. GiSlra das Wort: Redner bezeichnet das Ministerium als eine Anomalie; es besitze das Vertrauen der Kammer nicht, und sagt dann über die Thätigkeit des Ministeriums: Die Interpclla« tionen über die Schulgesetze, «ach deren Durchführung das Voll fich fehnt, wcrdcn keiner Beantwortung gewürdigt. Dasselbe Verlangen hegt nach freiheitlicher Entwicklung in den religiösen Fragen die ganze intelligente Bevölkerung und das Verlangen wird gleichfalls nicht befriedigt Die galizischc Resolutionsvorlagc ist cine Mon-struosität; sie verlaugt für Galizicn, daß es seine Angc> lcgcnhcitcn selbstständig besorgen, daß adcr die galizischcn Abgeordneten gleichwohl über dieselben Angelegenheiten für die anderen Bänder Beschlüsse zu fassen haben. Und wcun ich zu der in den ^ciborgancn gepriesenen Rcgic-rnngslhäti^kcit des Ministeriums übergehe, so muß ich wohl fragen : Bestcht diese ruhmwürdigc Thätigkeit darin, daß ein Minister in seinem allernnterthünigslen Vortrage an Sc. Majestät erklärt, die Ersparnisse des kleinen Mannes dürften dem Staate nicht anvertrant werden? Oder besteht sie darin, daß ein anderer Minister auf eine dringliche Interpellation bezüglich eines Attcntates auf die consessioncllen Gesetze erwiedert, es sei ihm auf amtlichem Wege noch nichts bekannt geworden, er müsse den Recurs an d^s Ministerium abwarten? Mag das Ministerium auch an den Auchstalicn der Versas-sima. noch nicht gerührt haben, die dcclarirtc Absicht, die Verfassung aus dcu Angeln zu heben, liegt vor uns. Wir auf dieser Seite des Hauses sind der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß durch die Politik des Miuistcriums die Grundlage unseres Staatswcsens erschüttert wird, der Ausgleich mit Ungarn und Alles das, was uns in unserer staatlichen Existenz in ethischer, frei-heillicher oder religiöser Richtnng von Werth uud Wichtigkeit nschcint. Sollen wir nun der Regierung die Mittel zur Durchführung ihrer gefährliche» Absichten in die Hand geben? Wir dürfen nicht dazu beitragen, daß das Parlament zum bloßen Beirath und zur Stcucrmaschine herabgesetzt werde. Wir dürfe» hier nicht falsche Motive zur Geltung gelangen lassen. Man hat gesagt, das Budget weide uicht der Regierung, sondern dem Staate bewilligt. Das ist jedoch nicht richtig, denn wenn der Grundsatz, man dürfe die Steuern nicht verweigern, damit die Staals-mafchinc uicht in's Stocken gcralhc, richtig wäre, dann wäre auch das Steucrbcwilligungsrccht der Kammer überhaupt illuforisch. Die Maschine muß allerdings im Gang bleiben, aber sie kann es nur dann, wenn die gegenwärtigen Maschincnführer befeitigt siud. Die Legierung besitzt allerdings das Vertrauen der Krone, deren Acte über jcdc Discussion crhadcn sind, aber die Loyalität gegen die Krone darf nicht bis z»r willenlosen Unterwerfung gehen. Sache eines Ehrenmannes ist cS, seine Ansicht frei auSzusprcchcn nnd als Abgeordneter die kostbaren Schätze der Verfassung z» hüten. Der Loyalität gegen die Krone steht die Loyalität gegen unsere Mandanten gegenüber, und die Erstere wird sich an der Letzteren nnr stählen und erhärten. Von der Regierung aber verlangen wir nichts weiter, als daß sie prüfe, ob sic sich zu dem Vertrauen der Krone auch daS Vertrauen dcS anderen glcichbercchtigtm Gesctzgcbungofactorö: dcS Volkes nämlich,' erworben habe. Die Regierung löse das Hans ans und appelliie an die Wähler. Unsere Verweigerung des Budgets hat nicht den Zweck, zur Steuerverweigeruna aufzureizen, fonder» nur den Zwcck, die Regierung zur Auflösuug des Hauses und zur Ausschrclbung von Neuwahlen zn zwingen. Die EMrimcnlalpolitit dieser Regierung wird und muß zu Schanden wclden. Dann soll man sich aber erinnern können, daß das Parlament kein leerer Schall, sondern in der Thal Schild nnd Wehr für das Volk sei. Wir wollen die gegenwärtige Krisis zu einer parlamentarischen machen, von der wir wissen, wie sie ausfallen werde; weiß aber die Regierung, was für einen Ausganq die von ihr heraufbeschworene staatliche Krisis haben werde? Wer weiß ob der Stautslörper eine solche Krisis über- 960 Haupt noch wird aushalten lönnen? Die gegenwärtige Situation erinnert mich lebhaft an die vor dem Aus-bruchdeS schleswig-holsteinischeu Krieges. Damals sträubte sich eine Minorität gegen die Bewilligung der Mittel zur Führung dcS militärischen FcldzugeS. Heule sträuben wir uns gegen die Bewilligung der Mittel für einen vcrfassungsbckämpfendcu Feldzug, der, das sind wir überzeugt , zu einem Verfassungtztöniggrätz führen wird. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen links und auf der Galerie.) Abg. Dr. Weigel sucht die Aufgabe dcr Buogct-Dedatte darin, sie als eine Gelegenheit zu benutzen, um die Politik der Regierung zu beleuchten, die Mittel der Abhilfe gegen Schäden anzugeben, den Staatshaushalt zu überwachen und zu ordnen. Man sagt, aus Verfassungstreue dürfe man daS Budget nicht bewilligen, was that man nicht Alles schon aus Verfassungstreue! Aus Verfassungstreue zogen wir den Ausgleich jahrelang hinaus, aus Verfassungstreue nergelt man an der Regierung und bewilligt nur allmonatlich Steuern, aus Verfassungstreue eifert man gegen die Organisirung und Vermehrung der Landwehr, in der gemeinsamen Delegation gegen die Wehrhaflmachung der Monarchie, aus Verfassungstreue beschlossen wir eine Adresse an Sc. Majestät, die leine andere Kundgebung ist, als die dcS Unmuthes darüber, daß Männer an der Spitze stehen, welche die Zügel der Regierung etwas strammer und selbstbewußter in dic Hände fassen, als es früher der Fall war. In unseren Verhandlungen, meine Herren, zeigt sich offenbar eine Verschleppung, die zum großen Theile herbei-gcfüh't ist durch die staatsrechtlichen Wirren, die unsere Thätigkeit lahmen. Können wir vor unsere Wähler hin« treten und es verantworten, duß wir die Sachen, fast könnte man sagen, muthwillig verschleppen? Ich wüßte nicht, wie ich meinen Wählern Rede stehen könnte über jeden Tag, den ich hier auf Kosten deS Polkssäckels zu» bringe. (Beifall rechts.) Ein Vorredner hat gesagt, daß eine Monstrosilül der Regierung nach der anderen vorgelegt werde, uud nahm Bezug auf die Gesrtzcsvorlage, betreffend die Erweiterung der Gesetzgcbungs - Initiative der Landtage. Daraus macht man einen förmlichen Putsch der Regierung, welche sagt, sie wolle die Landtage aus ihrer de< müthigen Stellung befreien. So ist es aber, daß ein Antrag eines Landtages nicht an die Reichsvcrlrctung gelangen kann, wenn man ihn nicht zu einer Hinter» thüre hereinschmuggelt oder ein Abgeordneter sich zum Gevatter hergibt, der das illegitime Kind des Landtages hereinbringt, um cS hier legitimirt zu machen. Angesichts aller von mir angeführten Gründe, Angesicht" der ernsten Verhältnisse, die uns umgeben, glaube ich, daß wir auch ernst an die Arbeit gehen sollen, und stelle demnach an das hohe Haus die Bitte, es möge die Berathung deS FinanzgesetzeS vornehmen, die u»S mehr Ehre bringen wird, als die Enthaltng vou derselben. (Lebhafter Beifall und Händellatschen rechts.) Abg. Dr. Ritter v. Mayrhofer sagt, das Verbleiben des Ministeriums im Amte vernichte das oberste Princip des Constitutionalism«^ man dürfe nicht in den Fehler des Bürgerministeriums verfallen, der zu geringen Energie gegen fremde Einmischung und Vcr-söhnungsmacherei, und daher müsse man zum Frommen jür Kaiser und Reich diesem Ministerium die Mittel seiner Existenz entziehen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. v, Plener sagt, wenn er gegen den Antrag stimme, sei davon keineswegs der Grund, daß er der Politik der Regierung zustimme. Gegen die Vudget-uerweigerung mache er ab.r gellend, das Volt würde nicht begreifen, das Budget sci nicht bewilligt worden, aber gleichwohl sollen die Steuern gezahlt werden. Die Regierung bliebe dabei im Amte und könnte ihre föderalistischen Tendenzen durchführen. Ich halte die Budgctocrweigcrung in dem gegenwärtigen Augenblicke für die Zukunft des Constitutiona-liSmuS in Oesterreich für einen bedenklichen Schritt. Sie würde den Gegnern des ConstilutionaliömuS willkommene Waffen in die Hand liefern, die ausgebeutet und dazu mißbraucht wcrdeu dürsteu, um zu sagen: „Die Möglichkeit drs ParlamentariSmns cxistirt für Oesterreich nicht." Ich glaube, daß wir gerade in die Berathung des Finanzgesctzes eingehen sollten, schon im Hinblick daraus, daß uns ja heule von der Ministcrbant aus erklärt wurde, daß mit der Genehmigung der Anträge dcS Finanzausschusses der Regierung lein willlommcnei Dienst geschehe. Wir geben eben nur das Nothwendigste, damit der Staatshaushalt fortgeführt werden könne, und für die Minisleibant ist daS gewiß lein Vertrauens votum Ich wäre ferner dafür, daß wir weiter in keine Berathung ugend welcher, von der gegenwärtigen Regierung bereits eingebrachten oder noch einzubringenden Vorlage eingehen. (Oho! rechts.) Durch Ablehnung aller Vorlagen wird vielleicht die Wendung hergestellt werden, damit endlich wieder der richtige parlamentarische und (oustitutionellc Zustand herbeigeführt werde. Ich halte die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß ich durch meine heutige Haltung in einen Widerspruch mit den Anschauungen meiner Wählcr komme, aber ich muß das endgiltige Ullheil meiner Wählcr dem Zcilpunltc vorbehalten, in welchem sie eine begründete Molivirung meines Votums vor sich haben. Wenn dieses Urtheil nicht zur vollkommenen Befriedigung ausfüllt, dann werde ich nicht zaudern, denjenigen Schritt zu thun, der dem Widersprüche zwischen den Anschauungen des Abgeordneten und denen seiner Wähler entspricht. Abg. Dr. Rechbauer sagt, es handle sich darum, daß die Mittel zur Existenz des Staates in die Hände Solcher gelegt werden, welche das Beste des Staates wollen. Das Ministerium hat den Erwartungen nicht entsprochen. Es bedürfte reicher Interpellationen, um endlich eine Vorlage einbringen zu sehen von constitu^ tioneller Monstrosität. Das Friedensfest begann man aber damit, daß man die bisher Zufriedenen zu Unzufriedenen machte. (Heiler» leit links.) Bisher waren wenigstens die Deutschen so ziemlich zufrieden. Wcnn einer von den Herren von jener Seile dcS Hauses gesagt hat: nehmt Euch ein Beispiel an uns, wir verweigern kein Budget; so sage ich: ja, das glaube ich, Sie gehen einfach fort und lassen uns hier sitzen. (Heiterkeit links.) Solche Mittel ergreifen wir nicht; wir wollen auf dem Boden des Gesetzes vorgehen bis an die äußerste Gren;e desselben, aber darüber hinaus nicht. Wenn man den Grund dafür sucht, daß wir nie zum Abschluß dcS inneren Friedens gelangen lönnen, dann glaube ich, ist er nur in dem fortwährenden Cxpcrimentireu und in dem Nichlfcsthallen an dem, was als Gesetz gegeben ist zu suchen. Man will die Ccntralgewalt schwächen und den Schwerpunkt der Vertretung in die Landtage legen. Das heißt den Constitutionalismus zu Grunde richten, denn mit 18 Landtagen gibt es keinen Constitutionalism»«!. Nur eine Gcsammtverlretung gibt die Mittel, nm eine wahrhaft freiheitliche Verfassung zu Stande zu bringer, uud darum halte ich die Verfc'ssul'g hoch. Ich halle die Verfassung ferner hoch, weil sie den Staalögcdantcn verwirklicht, weil sic die Einheit der sämmtlichen zur Vertretung im Nriä'srache berufenen Länder aufrecht erhalten soll, weil sie uns allein den geschlossenen Ausgleich mit Ungarn und die constitntio> nelle Regierung diesseits und jensciis der Leitha verbürgt, weil sie unS wichtige f'.cihcitliche Recdte gewühlt und weil sie dem Dcutscheu jene Stellung einräumt, die ihm gebührt vermöge seiner Bildung, seiner Zahl uud seines Wohlskmdcö. Wenn wir heute von dem Rechte des Gesetzes Ge-brauch machen, welches uns dic Vefassulig gewährt, so können wir beruhigt den Folgen entgegensehen; dann haben wir unscre Schuldigkeit gethan. Es ist möglich, daß man vielleicht auf nicht legalem Wege übcr allc Pcrfassliüg hinweggeht; allein, w.nn man mit Gcwall uns das Recht nimmt, so wird die Gewalt bestehen, su lange sie eben ist, aber das R^st wird b'.eiben. Wenn wir aber selbst unser Rccht aufgeben, w^in wir nichl den Muth haben, unser Verfassungörcchl zum Schutze der Verfassung geltend zn inichen, so sind wir Diejenigen, die uns selbst zu Gruüde gerichtet haben. Aus diesem Grunde nun kann ich das Budget nicht bewilligen. (Beifall links.) Es folgt Schluß der Sitzung, nächste Sitzung morgen. Der Mcilcr-Elttjj in Ery. Graz, 7. Juni. Die „Grazer Ztg." schreib«: Wcnn wir sagen wollten, die bedanc.üchcn Er/essc der vorgestrigen Nacht seien gestern Nachls s.ilens dcr Arbeiter wieder fortgesetzt worden, so n ürde dirs dcr Wahr-heit nicht entsprechen. Wir l'^'ten linmüch bei den g^ strigcn allerdings bedeutenden Ansl^m'liiüa/n die Uedcr< zeugung gewonnen, daß nur c!n vci schwindend lleilur Theil von zu Excesscn geneigte» ?l< Keilern, ein Theil, wie ihn leider auch andere Sländc licht entbehre,', ^' Ort und Stelle war, um sich an eventuellen Anssärci' tungen zu bctheiligcn, während dcr wcilans größere Theil besonders Arbeiter, der sich und seinen Sland achtct, der Demoi-sttation ganz und gar fern dlicb. Vi?>! den 4 — 500 Personen, welche sich gestern Abends gegen 8 Uhr vor den ehemaligen Localilätcn dcö ausgelösten Arbeitcrbilduugsvcrcincs in dcr Schulgasse und in der, in die erstere mündenden Vorbeckgassc ansammelten, waren sicherlich nicht 50 wirkliche Arbeiter. Der größere Theil war arbeitsscheuer Pöbel und Neu-gierige, unter Letzteren das „zarte Geschlecht" stark vcr> treten. Dcr Nest waren sogcnc>i.!,!e (Halgenpliysiogüo-mien, welche sich für lurze Z^il niller ehrliche Arbcilcr mengen zu lönnen glaubten, um bei etwaigen Excessen und Unmdmmgcn im Trüben zu fischen. Thatsächlich wurden auch einige Taschendiebe durch Sicherheitsorgane erkannt und ergriffen. Der Rummel, welcher sich übrigens gestern nur auf die Mmvorstadt beschränkte, erreichte gegen 9 Uhr Abends seinen Höhepunkt. Es mögcn da in der Schulgasse an C>00 Personen versammelt ae» wesen sein, welche durch die hie und da durch die Straßen streifenden Dragoner-Patrouillen von der Thatsache lc-lehrt wurdeu, daß die Behörde nicht gesonnen sei, durck eine Anzahl übelberathener Gesellen die Ruhe friedliebender Bürger stören zu lassen, und daß dieselbe für alle Fälle ihre Vorkehrungen getroffen habe. Da ertönten auS der nahen Kaserne Hornsignalc .smilsl'llill. Wer Einnehmer von Modane. Novelle. (Fortsetzung.) Was that Michel während der langen Stunden, die er allein zubrachte? Am häufigsten gab er sich sei» mm düsteren Hinbrüten, zuweilen auch Träumen emcs fernen Glückes hin, dessen geringe Wahrscheinlichkeit er fühlte. Träume, welche er sich als eine Art von Sicherheitsventil erlaubte, durch welches er die Ueberfülle seiner Liebe uud seiner jugendlichen Muth ausströmen ließ. Zu anderen malen versuchte er eS auch mit irgeud einem schwierigen und avsorliirendeu Studium, indem er alte vergessene Autoren las, wobei die Schwierigkeit der Sprache im Verein mit jener des Textes ihn wohl für einige Stunden ganz in Anspruch nehmen konnte. Endlich, in Augenblicken, wo das Bedürfniß uach einem Freunde oder Vertrauten, um die Traurigkeit seines Herzens vor ihm auszuschütten, sich am heftigsten fühlbar machte, versuchte er einige von den Empfindungen, von welchen sein Herz überströmte, m Vcrsc zu fassen und sie als einen blassen Wicderschein der von ihm mit solcher Heftigkeit empfundenen Eindrücke auf dem Papiere festzuhalten. Waren diese Vcrsc vollendet, so fiel er wieder auf mehrere Wochen in seine moralische Apathie zurück, ungeachtet dcr mehr oder minder bcmertlichcn Anstrengungen, die er machte, um sich derselben zu entreißen. Hier folgt einer dieser Ergüsse, dcr mindestens das Verdienst der Aufrichtigkeit und Einfachheit hat: Wenn mit achtlosem Schritt dcr Wanderer Zertritt die Vlume, die so frisch geblüht, Eutströmm rriu'rr Düfte dcr zertretenen Und siiirl'rc, unter ihres Mörders Füßen. DaS Schicksal lirß mich wandeln einen Pfad, Auf dem mich sicher tonnt' das Unglück treffen. Der bliude Gott trat grausam auf mein Herz, Empfangend all' fein Blut als duft'gc Spende, Au« Thrüucubrcheru, sagt mau, schlürft der Dichter, Ohne zn murreu, Bilterkit unendlich. Im Aufschrei seme« Schmerze« wa'chSl friu Geist Uud mit der Vcidcu Große auch sein Name. Gibt's folch' ein Herz? O, ich tail» cö uicht glaubeu; WaS hilft eiu eitler Ruhm? Ich wandelte Im Schatten lieber nnbekaunt und glücklich, Als iu deö Ruhmes Sonne hoch gepriesen! lliigekamit lieber, als berühmt um solchen Preis! Mciu Herz, entströmt' ihm nnch unsterblicher Gesang, Es würde blute» uou dcu fcharfen Dorucu, Womit durchflochtcu dcr misel'ge vorder. Ohnmächtig ist in wahrem Schmerz dic Klage; Das Herz, daS sie beruhigt, ist leiu starlcs! Das meine, mit dem Schmerz nuö bis zum Tode, Erlischt in seinen taltcu Armcu schweigend. Eines Morgens im Monalc März, da die Sonne, aus ihrer Wollenumhüllung hervortretend, die dichlcu Schneemassen, die nun dem Thale als Horizont dienten, mit rosigen Tinten beleuchtete, forderte Madame Du-bourg Michel auf, dieses Nachlassen in dcr Strenge dcS Winters zu benutzen und einen Spaziergang auf dcr Hauptstraße zu machen, deren Boden, vom Schnee ge. reinigt und gefroren, einen ziemlich langen Weg zu machen erlaubte. Wozu, Mutter? antwortete er, ich habe heute leiu Geschäft auswärts. Es wird Dich auf cinige Augenlilicke zerstreuen, erwiederte die Mutter. Michel lächelte, ein zugleich ironisches, trauriges und doch zärtliches Lächeln, ein Lächeln, das in seiner stummen Bercdtsamleit so vieles ausdrücken wollte, daß seine Mutter ihr Herz sich zusammenziehen fühlte und einen großen Entschluß fassend, rief sie plötzlich ans: Michel, mein theueres Kind, Du langweilst Dick hier, ich sehe es nur zu gut. Du mußt um einen Ur< laub ansuchen und eine Reise machen. Eine Reise! Welcher Gedanke, Mutler; woh'" sollte ich gehen? Nach Paris, sagte Madame Dubourg mit Festig leit, da doch Deiu ganzes Herz bereits dort ist. Michel erbebte vom Kopf bis zu den Füßen, cin Strahl von Hoffnung drang in sein Herz und erhellte sein Gesicht, daS vou einer plötzlichen Nöthe überzogen ward. Und das Geld, rief er aus, ist das denn bei u"s möglich? Ich habe Geld genug, daß Du diese Reise mache" und einige Tage in Paris bleiben kannst. Ich habe cil>c" guten Gebrauch von dem, was Du mir gegeben hasl, gemacht. Wir haben 500 Francs erfpart. Bei diefeu Worten sah Michel, wie durch cinc" Blitzstrahl tausend Umstände, die ihm in dcr egoistische" Sclbstucrslmlenhcit, in welcher er gelebt halte, nicht am" gefallen waren. Er erinnerte sich, daß seine Mutter dc" ganzen Winter ihr braunes WoUentlcid nur so.'gsäll'li ausgebessert, aber nicht erneuert halle; er sah ihre u>^ aufhürliche Abcudarbcit, er rief sich ins Gedächtniß. ^ die Tasse Kaffee, welche sie sich sonst nach ihren Mal)' zelten erlaubt hatte, auf dem Tische zu erscheinen a»> ' gehört hatte und vor seiner Mutter niedcrlnicnd, liili er sie und sagte: 9ss! und kurz darauf marschirte unter Trommelschlag eine Infanterie-Compagnie im Laufschritt durch die Güssen und wnrdcn unter der Lcitui'g dcö Ehcfs dcr Sichcr-heitöbehördc Herrn Magisttat-'ratl, Gröbl und inehrcrcr Sichcrhcitsbcamtcn. vom k. k. Militär mil ancrkenncnS-werther Schonung, aber energisch die Straße» geräumt und sodann abgesperrt. Ein Theil dcr Menge zog sich in dic Anncnsttaßc zurück, wohin sofort Militär nach« rückte, ein anderer Theil zog unter Absingung dec „Mar-' scillaise" in Reihen gegen Eggcnderg und um 11 Uhr Nachts begannen dic während dcS ganzen Abends unge-incin belebten Straßen dcr Hauptstadt sich zu leeren und hatte dic „Demonstration" ihr Ende erreicht. In dcr t. k. Burg, deren Wache entsprechend verstärkt worden war, blieb bis Mitternacht unter Commando eines Ritt« lncisters eine halbe Escadron Dragoner znrück. Aus Paris. Paris, 0. Juni. Gestern Nachts fand am Vendome-Platze ein ernster Auftritt statt. Eine aus ungefähr 130 Mann bestehende Truppe größtenlheils «run» lencr Soldaten, welche von einem Sergeanten geführt wurde, umringte das Picdcstal dcr zerstörten Säule und brach nach lurzer Ansprache ilzrcS Führers in stürmische Hochrufe auf König Heinrich V. aus. Bei ihrem Ent-fernen von einem Dctachcment der die angrenzenden Straßen besetzenden Abtheilungen wegen dieser Nuhestö-rung angehalten, weigerten sich die Soldaten, dcr Arre-tirung Folge zu leisten. Nach thatsächlichem Widerstände ließ dcr commandircnde Officier Feuer geben, das 15) Tumultnantcn todt zu Boden streckte. Der Führer dcr Rotte wnrdc schlrcr verwundet gefangen genommen. Bei seiner Durchsuchung fand man an 10.000 Francs in Papieren und mehrere Hundert Francs in Gold in feinen Tasche»'. Hagesneuigkeiten. — Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind am 6. Juni, Nachmittags von Meran in Schönbrunn angekommen. — (Convertirun g dcr Staatsschuld.) Von den auf Grund des Gesetzes vom 20. Juni 1808 zu cou-vertircnden Effecten der allgemeinen Staatsschuld wurden, in Schuldtitel dcr einheitlichen Schuld umgerechnet, im Monate Mai 1871 couvertirt und als solche verbucht: 8,303.872 fl. 50 tr. in Noten und 3,391.950 fl. in Silber verzinslich, zusammen 11,755.822 fl. 50 kr. Im Ganzen wurden bis 31. Mai 1871 convertirt 978,307.075 Guldeu 40'/2 kr. in Noten und 880,436.164 fl. 18 kr. in Silber verzinslich, zusammen 1.864,743.239 fl. 64^ kr. Zu convertiren sind noch 78,612.105 fl. 5 tr. in Noten und 89,050.031 fl. 45 kr. in Silber verzinslich, zusam-Wen 107,862.736 fl. 50 kr. ö. Währ. Aus dem Verichtssmilc. Proceß Domenig. Dritter Verhandlungstag. Laibach, 7. Juni. Heule kam das dem Angeklagten zur Last liegende Verbreche» des Betruges zum Nachtheile der Concursgläubiger insoweit zur Verhandlung, als dasselbe auf die Aufstellung erdichteter Gläubiger Vezug nimmt. Der Vorsitzende coustatirt, daß Andr6 Domenig in dem am 23. October 1869 beim hiesigen Landesge-lichte überreichten Vermögensstatus unter den Passiven eine Schuld von 10.900 fl. an seiueu Schwiegervater Johann Schmidl angeführt habe, und zwar 7000 st. aus einem Schuldscheine, dann fünf Wechfelschuldcu pr. 1900 fl< 700 fl., 300 fl., 500 fl. und 500 fl. V 0 rf.: Wie sind.dic Wechfelfordcrungen Ihres Schwiegervaters entstanden? Angekl.: Der Schwiegervater hatte von Prag, Graz uud Ungarn Capitalieu bezogen, mir diefelben als Dar--leheu gegeben und ich habe ihm hiefür fünf WecM ausgestellt. Vors.: In der Untersuchung konnten Sie sich an die Zahl der Wechsel nicht genau erinnern; im Art. Nr. 45 sprachen Sie nur von 4 Wechseln per 1900, 700, 500 uud 500 fl.; im Art. 148 sagten Sie, nicht zu wissen, wie viel Wechsel bestehen. Angetl.: Ich hatte vergessen, daß mehrere Wechsel in einen Wechsel zusammen gezogen wurden. Vors.: Haben Sie auf jeden Wechsel die Valuta bekommen? Auge kl.: Ja. Vors.: In dcr Untersuchung sagten Sie ganz an. ders; so sagten Sie im Art. 153,' daß ein Wechsel durch Ueberuahme einer Forderung des Schmidt au Schicßler entstände» sei? Angekl.: So ist es. Vors.: Unrichtig! den» Schmidl hat beim Schieß-ler'sche» Verlaß zwei Forderungen per 500 und 300 st. augemeldet, und diese sind durch Dr. Schreiner realisirt und die bezüglichen Beträge an Ihren Schwiegervater eingeschickt worden. Augetl.: Und ich erhielt sie. Vors.: Wie ist der Wechsel per 1900 fl. entstanden? Angetl.: Aus den kleinern Wechseln per 700. 500, 500 und 300 fl. Vors.: Im Art. 182 haben Sie doch angegeben, daß der Wechsel pr. 1900 si. separat aufrecht bestehe und Sie haben ihn auch im Status aufgenommen. Angetl.: Ich habe mich erst nachträglich an die Zusammenziehung erinnert. Vors.: Die vier kleinern Wechsel machen 2000 st. aus. Wie kommt es, daß der Gesammtwechsel nur Über 1900 fl. ausgestellt wurde? Auge kl.: Die 100 fl. wurden separat bezahlt. Unter auderm gab ich dafür meinem Schwiegervater die eiserne Kasse. Vors.: Wanu geschah die Novation? Augekl. : Ich kann keinen Zeitpunkt nennen. Vors.: 1808 oder 1809? Angekl.: Ich glaube 1868. Vors.: Vor oder nach Ihrer Wiener Neise? Angetl.: Ich weiß es nicht. Vors.: Ich werde ihrem Gedächtnisse zu Hilfe kommen. Schmidl gibt au, daß Sie ihm schon im November 1608 dic Ausstellung des Gcsammtwechselö versprochen, denselben jedoch erst Mitte October 1869 übergeben haben? Angekl.: Ich weiß es nicht. Vors.: Was ist mit dem Wechsel geschehen? Angekl.: Jedenfalls hat ihn Schmidl in die Hand bekommen und ihn eingeklagt. Vor f.: Ihr Schwiegervater behauptet jedoch, ihn nicht eingeklagt zu haben. Angetl.: Ich habe ihn nicht eingeklagt. Vorf.: Auf welche Zeit war der Wechsel ausgestellt? Angekl.: Ich weiß es nicht. Vorf.: Was geschah zur Verfallszeit mit demWechsel? Angekl.: Ich glaube, er wurde prolougirt. Vors.: Im Wechselbuche erscheint der vom Jahre 1808 oatirte Wechsel erst im Jahre 1809 eingetragen. Angekl.: Ich habe deu Wechsel uicht gleich eiu« getragen, sondern auf die Seite gelegt. Vors.: Sie haben aber gerade früher gesagt, daß Sie den Wechsel uicht in Hä'uden gehabt haben. Der Angeklagte kanu hierüber keine Ausklärung geben. Vors.: Was ist mit den audern vier Wechseln geschehen ? Angell.: Das weiß ich nicht. Vors.: Sie haben in Ihrem Verhör? eine Forderung des Schmidl pr. 4000 st. erwähnt, welche jedoch im Status nicht aufgenommen ist. Was hat es mit diefer Forderung für ein Bewandtniß? Angekl.: Der Schwiegervater übergab mir eine Polizze der Versicherungsgesellschaft „Ianus" per 4000 fl. zur Einlassirung, welche ich bei Zinner in Wien realisirte. Vors.: Haben Sie die 4000 fl. als Darlehen erhalten ? Nngekl.: Ja. Vors.: Welches Schulddocument wurde über die 4000 fl. ausgestellt.? An gell.: Ein Wechsel. Vors.: Ein solcher Wechsel kommt auch im Wechselbuche vom Jahre 1807 vor, bei dem die Vemertuug „ausgetauscht" steht. Dieser Wechsel wiederholt sich am 27. August 1867 mit der Aumerkung „Schuldschein ausgestellt." Aug.: Ich erwirkte von meinem Schwiegervater etwas billigere Zinsen, weshalb ich nachträglich einen Schuldschein ausstellte. Vors.: (Weist den Schuldschein vor.) Auf dem Schuldscheine erscheiuen die Stempel unter der Schuldurkunde aufgeklebt und mit Ihrem uud Schmidts Namen überschrieben. Es hat daher den Anschein, daß dcr Schuldschein vorbereitet war, um ihn zu geeigneter Zeit zu ver« wenden. Angelt.: Das ist nicht wahr. Der Schuldschein wurde schon ursprünglich so ausgestellt. Vors.: Die Clausel am Schuldscheine, betreffend die Zinsherabsetzung, erscheint, obschon späteren Datums, mit der gleiche» Ti»te wie die Schuldurkunde geschrieben. Nngekl.: Es kann ja in den beiden Fällen dieselbe Tinte gewesen sein. Vors.: Im Hauptbuche erscheinen 8ud Fol. 72 die Zinsen dieses Capitals bis zum 25. Februar 1867 berichtiget, obwohl der Schuldschein vom 25. Februar 1868 ausgestellt und das Geld für die Polizze erst im April 1867 eingelangt ist. Angetl. : Das muß ein Schreibfehler sein. Vors.: Es liegen vom Schmidl zwei Bestätigungen llber die erhaltenen Zinsen bis 25. Februar 1869 vor. Angell.: Ich weiß nicht, wie dies kommt, ich habe sie nicht zweimal bezahlt. Vorf.: Warum lommt die Forderung per 4000 fl. nicht im Status vor? Angekl.: Weil ich sie mit meiner Forderung an L., welche ich an Schmidl abtrat, für compensirt hielt. Vors.: Demnach besteht die Forderung per 4000 fi. nicht mehr zu Recht? Angetl.: Nein. Vors.: Wie ist die Forderung per 7000 fl. entstanden ? Angetl.: Mein Schwiegervater wurde verständiget, daß von seinen beim Generalcommando sequestrirten Werthpapieren ein Betrag von etwas über 7000 ft. behoben werden könne. Diese Behebung erfolgte in Graz durch meinen Bruder Josef auf Grund einer ihm vo» Schmidl Sie sind gut, wie ein Engel, Mutter! und ich bin kin Egoist und ein Undankbarer. Nein, mein theures Kind erwiderte sie. Ich weiß wohl, daß Du mich licvst, abcr Du bist unglücklich, u>,d das «nacht Dich düster und in sich versunken. Eben weil ich in dic Tiefe Deines Herzens sehe, mein Kind, sordcrc ich Dich auf, diese Reise zu machen. Ncise, und komme mir mit ciucm anderen Gesicht zurück, und ich werde nichts bedauern! Nun wohl, sagte Michel nach einigem Schweigen, 'ch werde um einen Urlaub ansuchen, ich habe das ^ccht dazu. Aber, fügte er in leiserem Tone hinzu, wer Weiß, ob es mir zum Heil oder zum Verderben gcrei-Hen wird? ! Vierzehn Tage später, an einem schönen Nachmit-! läge, yegen Ende des Monates März, befand sich Mi-chel an dcr Thüre dcr Wohnung, welche die Marquise U"d das Fräulein von Clarevaux in der Nue de Vareu-"cs innehatten. Seine Hand zitterte, als er dcu Krystall-, lN'ff der Klingel in Bewegung setzte; cinc unbcschrcib-^ uche Bewegung bemächtigte sich seiner und tried ihm Schwcißlroftfcn auf dic Stirn. ^ Ist die Frau Markise zu Hause? Ja. Dle -"iarqmsc hatte Empfang und Michel wurde, nachdem ^' sich genannt hatte, durch mehrere Gemächer in einen, Netzen, über und über vergoldeten Salon geführt, dcr "Ut Mölielu und Tapeten von rothem Damast angefüllt, "'it Lnstrcs, Porzellan und Blumen ausgeschmückt war. ,. Hier fand er vicr Personen versammelt: daö Frau-^" von Elarevaux, eine Dame von ungefähr sechzig ^nhren, kalt, steif, von pnritanifchcm Aussehen, cercmo-'"üser Sprache und von einer ebenso sorgfältigen und regelrechten Toilette, wie ihre ganze Person; eine junge sehr elegant gekleidete, kleine u»d schmächtige Frau ; einen nicht weniger eleganten, großen, blonden und kalten Mann, welcher der Genial dcr Dame zu sein schien, und endlich die Marquise selbst. Michel ging etwas zitternd auf sie zu und obschon im höchstcu Grade über dieses Zusammentreffen erregt, bemerkte cr doch auf dem Gesichte der andein anwesenden Personen einen Ausdruck der Verwunderung, hervorgerufen durch die Autüudigung dieses plebejischen Na» mcns, dcr allen dreien vollständig unbekannt war. Madame von Clarevaux empfing den jungen Mann mit ihrer natürlichen Anmuth und Freundlichkeit, aber sie reichte ihm nicht dic Hand, wie sie cs zur Zeit ihrer täglichen Zusammenkünfte im Fort jeden Tag zu thun gewohnt war. Sie wandle sich zu ihrcr Schwägerin und sagte, indem sie auf Michel dcutctc: Herr Dubourg war dcr Nachbar meines Vru-dcrs während seines Aufenthaltes in ^escillon und dort habe ich daS Vergnügen gehabt, seine Bekanntschaft zu machen. Michel dünkte es, in der Betonung dieser Phrase eine Nuance von Entschuldigung durchschimmern zu sehen. Friiuleiu von Elarevaux erwiederte seinen Gruß; dann verwandelte sich ihrc erstaunte Miene in eine gleich-giltige nnd etwas nicht achtende. Vielleicht cMirte diese letztere Nuance auch nur in der Einbildung Michels. Inzwischen lam doch eine Art von Eonversalion in Gang. Die Marquise bat um Nachrichten über ihrc Gelanntcn im Fort, über den rauhen und guten Commandanten, den alten Nlmosenier; aber eS war etwas Gezwungenes in ihrer gewöhnlich so natürlichen Haltung, als ob die Erinnerung an ihren vertraulichen Verkehr ihr unangenehm gcwcsen wäre. Michel hätte dic Hälfte feines Lebens gegeben, sie in dcr Abwesenheit dieser Fremden sehen zu können. Er glaubte in der Stimme der l Madame Clarcvaux etwas Verschleiertes und cinc Art . unterdrückter Bewegung zu finden, die ihn hoffen ließ, . daß sie die jüngste Vergangenheit nicht ganz vergessen . habe. Abcr dieser Wunsch sollte sich nicht rcalisiren; > das Gespräch erlahmte bald, da die andern drei Anwesenden keinen Antheil daran nahmen. Endlich sagte daS Fräulein von Clarevaux mit halblauter Stimme: Dcr Herr wird Sie culschuldigen, meine theure Marie! aber Sie wissen, daß cs Zeit ist, aufzubrechen, wenn wir zur bestimmten Stunde bei der Herzogin sein wollen. Die Marquise erröthctc schr. Es war unmöglich, ohne offene Unhöflichteit deutlicher fühlen zu lassen, daß dcr Besuch Michcls lange genug gedauert hatte. Er stam. mcltc eine Art von Entschuldigung und stand auf, um Abschied zu nehmen. Die Marquise sagte nun ihrer Schwägerin einige Worte in'ö Ohr, wahrscheinlich, um ihr deu Vorschlag zu machen, Michel zum Diner einzuladen, wenigstens war das die Vermuthung des letzteren, nach der Antwort, die er hörte. Das scheint mir nicht nothwendig, sagte sie. Ein Schatten zog über das schöne Gesicht dcr jungen Frau. Abcr Michel befand sich bercitS an der Thür, grüßte und verließ den Salon, wo cr einen andern Em pfang zu hoffen gewagt hatte. (Fortsetzung folgt.) 962 ausgestellten Vollmacht. Schmidl händigte mir sohin die 7000 fl. Darlehen ein. Vors.: Was für ein Schulddocumeut wurde über die 7000 fl. errichtet? Nngetl.: Ein Schuldschein. Vors.: Im Artikel 152 Ihres Verhörs haben Sie doch nicht gewußt, ob ein Schuldschein oder ein Wechsel ausgestellt wurde und verlangten sogar, man solle den Wechsel einsehen? Ungell.: Es lann wohl ein Wechsel gewesen sein. Vors.: Im Wechselbuche erscheint wirtlich der Betrag als Wechsel. Die erste Eintragung vom October 1667 ist so flüchtig, da°ß sogar das Datum vergessen wurde. Die zweite ist am Nande der untern Zeile mit fluchtiger Hand angesetzt, welche Eintragung unter dem Rande sonst im Wechselbuche nicht vorkommt. Die dritte Eintragung ist am obern Rande noch vor der ersten Zeile, da Sie sonst die Zeilen immer eingehalten haben, während die letzte wieder am untern Rande unter der letzten Seite vorkommt. Dieses alles hat den Anschein, daß die Eintragungen der Täuschung wegen später eingeflickt worden sind. Angekl.: Ich habe die Eintragung nicht gleich, sondern später, um Ordnung zu machen, vorgenommen, da ich überhaupt auf Wechsel, die meinen Schwiegervater betrafen, keine solche Aufmerksamfeit verwendete, als bei Bank-wechseln, bei denen ich die Zahlungstermine genau einhalten mußte. An gell.: Dies dürfte deshalb geschehen sein, weil statt des Wechsels der Schuldschein ausgestellt wurde. Vors. : Im Hauptbuche erscheint bei dem bezüglichen Accepte die Bemerkung „eingelöst." Ungekl.: Wahrscheinlich wollte ich damit sagen, daß ich hiesur dem Schwiegervater meine Forderungen an den Simon Vout'schen Verlaß abgetreten habe. Vors.: In demselben Monate erhielt aber Ihr Schwiegervater ein Schreiben des Dr. D. mit 22 Stück Rudolfsbahnaclicn im Werthe von 4400 fl., und durch das Handlungshaus R. in Wien eine Barsendung von 3000 fl., demnach ungefähr so viel als das Accept ausmachte, woraus man folgern muß, daß das Accept wirtlich beglichen wurde. Angell.: Diese Wcrthsenduugen ließ ich nur unter Adresse meines Schwiegervaters kommen, weil ich Furcht hatte, daß mein Gläubiger M. in Wien darnach greifen tonnte. Mein Schwiegervater hat mir jedoch die Werth» sendungeu ungeschmälert ausgefolgt. Vors.: Haben Sie die 3000 fl. verbucht? Angeklagter sucht längere Zeit im Hauptbuche nach und findet die Verbuchung der 3000 fl. unterm 15. October 1868. Vors.: Woher rührten die Rudolfsbahnactien? Angekl.: Dieselben habe ich fUr Raimund P. in Laibach bestellt. Ueber Antrag der Staatsanwaltschaft wird der Zeuge Raimund P. vorgeladen und bestätiget derselbe nach seinem Erscheinen, daß er von Domenig im October 1868: 19, möglicherweise auch 23 Stück Rudolfbahuactien crhaltc» habe. Vor s.: Wie kommt es, daß die Forderung als Wechselforderung eingetragen erscheint, da über dieselbe doch ein Schuldschein ausgestellt wurde? Angetl.: Es wurde zuerst ein Wechsel und erst dann ein Schuldschein ausgestellt. Vors.: Vei der letzten Eintragung des Wechsels erscheint der Beisatz „zahlt," ein Ausdruck, den Sie immer im Wechselbuche gebrauchen, sobald eine Forderung bezahlt wurde. Der Vertheidiger des Johann Schmidl, Dr. Suppan, verlangt die Vorlesung mehrerer Actenstücke, aus welchen sich rü'cksichllich des Darlehens pr. 700 st. zur Gewißheit ergeben wird, daß eine Verkürzung der Concursmasse eine Unmöglichkeit war, da die Forderung der Bodencreditgcsell-schaft an Domenig pr. 14000 st. zu Recht besteht und Schmidl nur seine Regreßcnsprüche bezüglich jener 7000 fl., für die er der genannten Gesellschaft gegenüber als Bürge eingetreten ist, beim Eoncurse angemeldet hat, und von der Bodencrcditanstalt auch nur 7000 fl. angemeldet wurden. ' Es gelangen hierauf durch den Vorsitzenden verschiedene Schriftstücke zur Verlesung, aus welchen sich ergibt, daß für Schmidl um die oberwähute Zeit 7057 st. 10 lr. bei der Kriegstasse in Graz angewiesen wurden, daß Domenig der Bodencreditanstalt 14000 fl. schuldete, daß Schmidl die Forderung per 7000 fl. an Domenig der Bodencreditanstalt ablrat und rücksichtlich der Eindringlichkeit derselben die Bürgschaft übernahm, daß die Bodencredit-anstatt nur die restlichen 7000 fl. beim Domenig'schen Concurse anmeldete und dieser Betrag auch im Concurs» verfahren liquidirt wurde, endlich daß Echmidl nicht seine Forderung per 7000 fl. sondern nur seine Regreß-Ansprüche rückstchtlich der für die der Eredilanstalt cedirten 7000 fl. übernommenen Haftung beim Domcnig'schcn Con-curse anmeldete. Hierauf wird die Unterhandlung unterbrochen und die Fortsetzung auf Nachmittag halb 4 Uhr anberaumt. Locales. — (Fortbilduugsverein.) Im Fortbildungsverein für Buchdrucker wird Herr Professor Hugo Niltcr v. Perger kommenden Montag, 12. d., einen Vortrag über „den unmittelbaren Einfluß eracter Stoffforschung aus Industrie und das tägliche Leben" halten. — (Unglücksfnll) Venn Aufrichten des sogenannten Maibaumes am Vorabend des Frohnleichnamsfestes ereignete sich in Dousko, Pfarre St. Helena, ein bedauerliches Unglück. Der mächtige Baum war schon in der Höhe, als er, zu schwer für die dabei Beschäftigten, das Uebergewicht bekam und krachend niederschlug. Dabei wurde ein Mann erschlagen, zwei andere verwundet, der eine davon so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. — (Versicherungswesen.) Die im Jahre 1829 gegründete k. k. priv. inneröstr. wechselseitige Brand-schadeuversicheruugs-Nnstalt in Graz, wies mit Anfang 1871 ein Activ-Vermö'gm von 700.000 st. auf. Sie zählte zu dieser Zeit in Krain 14.572 Theilnehmer mit 9.280.100 st. Vcrsicherungswerlh. Für Kraiu besteht ein besonderer Ver-emsausschuß, dessen Mitglieder die Herren Graf Ant. Alex. Auersperg, Josef Hudabiunigg, Mathias Koren, Dr. Orel, Albert Samassa, Dr. Carl v. Wurzbach sind. Eingesendet. Ncine Klaiill/cit vcrma.) dcv dclicatcn Uevolu^idro ,1» Ii^<-l>- zi> widerstehen u»d beseitigt dieselbc ohne Medicin und Koste» alle Mazmi , Ncvveu, Nnist., ViüM» , ^cder-, Dvili»» , Schleimhaut, !/lthcm , Äl>iien »nd Nicrenleide!!, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthmn, Huste», lliwnt-.nilich leit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Häinorrboide», Was serwcht, Fieber, Schwindel, Vlntaussleiqe!!, iDIiveuvrause», Uebellcit und Erbrechen selbst während dcr Schwanher!chas>, Diabetes, Melancholie, Äb. masseruuss, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. - Auszug aus 72.WU Certify cate» über Genesungen, die aller Mediein widerstanden: Lertificat Nr. 58782. Tyrnau, 1<). Mai l«c an Appetitlosigkeit und Erbrechen nach dem Lssen, Idre vortreffliche Il«v»l<>8^l«lo hat da« Lrbreche» gänzlich gehoben und mci »e» Appetit herbestellt. Meine Ucbcrzcu^un,, «on der Vortrcfftichleil IZrcr lisvals^i^r« veranlasst mich, dieselbe andern Leidende» bcstcno anzuraNicu. Carl Verger. Certificat Nr. 62914. Weslau, lt. September I8W, Da ich jahrelang für chronische Hämoirhoidal-Lcidcn, Lcbcrlranlhcit uub Verstopfung alle mögliche ärztliche Hilfe ohne Erfolg angewendet, so nahm ich in Verzweiflung meine Zuflucht zu Ihrer liov^Iiiumsro, Ich lann dem lieben Gott uud Ihuen nicht genug danlen für diese köstliche Gabe dcr Natur, die sitr mich die unberechenbarste Wohlthat gewesen ist. Franz Stcinmann. Nahrhafter a!« Fleisch, erspart die ilüvulegeiör« bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Pre,s in Arzneien. In Blechbüchsen von '/, Pfund fl. 1.50, l Pfund fl. 2.50, 2 Pfund fl. 4.50, 5 Pfund st. !0, 12 Pfund fl. 20, 24 Pfund fl. ««>. - lisvlile««^« 0k««o!»lüe m Pulver und in Tabletten silr 12 Tassen fl. l.5l), li4 Tassen fl. lt.ül), 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für iuu Tassen st. 10, für 288 Tas ten st. 20, sür ü?U Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Aarr>> H Comp. in 'Wlsu, ^V^1M»oli^»»«« I?r. 8, in I>a1b»ok Ed. Mahr, in Marburg F. ssoll einig, >u Nlagcnfurt P. Äirnb acher, in Graz Gc> briider Oberranzmayr, in Innsbruck Diechtl H Frank, in Linz Hasclmaycr, in Pest Tor öl, in Prag I. sturst, in Brunn F. Lber, sowie in allen Städten bei guten Apothekern und Spcecrcihändlern; auch ue» sendet das Wiener Hans nach allen Gegenden gegen Postanweisung oder Nach> nahmen. Unterleibsbruchleidende werden a»? die m dieser Nummer enthaltene bezilgliche Auuouce von G. Tturzcuegsser anfmerlsam gemacht. Wir machen hierdurch auf die im hcntigcn Blatte stlhmdc Annonce der Herren T. Stcindeeker K5 (5o. in Hamburg besonders aufmcrlsam. Es handelt sich hier um Original-Lose zn einer so reichlich mit Hauvt-Gewiiiucn ausgestatteten Verlosung, > oc>h sich auch in uilsercr Gegend eine sehr lebhafte Betheiligung > voraussetzen lallt. Dieses Unleniehmen verdient nm so mehr oaS volle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch vorbenaimteö Hani« durch ein stclö streng reelles Handeln uud Auszahlung zahlreicher Gewinne allseits bekannt ist. Neueste Post. (Original-Telegramm der „Laibacker Zeitung.") Wien, U Juni. Neichsrath. Vnd„etbe< rathung. Specialdebatte, Vei (Erfordernis, deS VtinisteriumsdesIuneru beantragte (3zerkawoki Namens der Minorität des Vndgetausschufses >2tt.tttttt Gulden ;u Staatspolizeiauslassen (Dispositionsfond). Der Antra., wird mit7tl ssegen tt2 Stimmen an«^llomme«. Der von ^zerkuwski bei dem Ministerium der Landes« Vertheidigung gestellte Antrag, als auheror deutliches (frforderniß5«>» «>«><> Gnlden ml-hr einzustellen, wird abgelehnt, (frforder,,isse: Hofstaat, die (5al»inetska>,zlei, dcr Neichsrntli, das NeichSgericht und die übrigen Titel des Ministeriums des Innern und d>r. 17 an Fraisen. D r n 5. Inni. Dcm Herrn Michacl Ucak, Maler, sei» Htind Äloisia, alt 2 Jahre, dann sein Kind Paul, alt 5 Mmialc, bnde in dcr ^3tadt Nr. 15<> an Convnlsionen. — Anton Krea/r, Hausbesitzer nnd Zimnlerlnann, alt und dem Ioj«^ Äiil>elcic, iUeinoiehhäüdlev. seine Gattin Mavia, alt ^5> Ialnc, ill der Hradctzlyvorstadt Nr. 2«;, lxide an der ^nngenlähnlnnci - Anna Ianc, Institntsarlne, alt 73 Jahre, im Civilspital a» Äraild und Wassersucht. — Iuliann ^agar, Hubenbcsitzer. al< 3') Jahre, im <^ivilspital an der Gelnrnlähniuug. — Hcrr sluloii Verbic, Zilnmcrmaler, alt 62 Jahre, in der Stadt Nr 218 an der Tnbercnlose. — Andreas Svcte, TagltHner, alt 69 Jahre, im Civilspital an der Auszehrung. Den 7. I u n l. Dein Josef Hocevar, Arbeiter, seine O"t' tin Maria, alt 69 Jahre, in der Stadt Nr. 13l an der Lnlträf' tung. Den 8, Juni. Dem Anton Bai lain, Kammerdiener, sc>" Kind Anton, alt 8 Monate uud 28 Tage in dcr Polanavorstadt ilir. 59 an der ^nngeulahmnug. Molelirulossische NeobachtulMll ill LMüch. ' '? M « ' U A 6 N Mg, 324 ,,4 ^11,l SW. schwach halbhritcr 9. 2 ., N. i!24,2!, -s-13.« SW. mäfj,ci! ssanz bcw. <)..<) 10 „ Ab. c<24.8? > 9.U !SW. schwach stcrncuhcll Wechselnde Bewölkung, in der Umgebung Regen. Abcudrulh' Das Tagesmittcl der Wärme -^- 113°, um 8'2" unter dem N"' male. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i n m a y r. Jürlellverichl. Wien, 7, Inni. Die Horse betrachtete d>c Erledigung der Vndgctsrage im gitnstigen Sinne alS gesichert uud fand sich hicdnrch zu einer wiNigcrcu Halümg animirt All^ diugs blieb der tlmsatz IiMlürt. doch vollzog stch derselbe in conlaulcr Weise bei festen, vielfach gebesserte» Cnrsen, Bantpapicrc namentlich ernellcn Aväiilen. aber a^ Ossecteu anderer Katcaorie fanden Begehr und flotten Absatz. Devisen etwas stnfer. 4. Mlaemeine VtaatSschuld. Mr 1(!0 si. Geld iVaal' Einheitliche Staatsschuld zu 5 p(5t.- i>, Noten verzinsl. Mai-November 59 10 59.20 , ., „ Februar-August 5910 59.20 „ Silber „ Iüuuer-Iuli , 69 20 69,30 ,. „ „ April-October . , ^aare i,ilhmcn .... z»5p(l< 96,- 97.^ ^alizicu .... ,, 5 „ 75.- 7530 'Itieder-Oesterreich. . „ 5 ^ 97.50 98. - c>ber-Oestcrreich . . „ 5 „ 94.50 95 50 Siebenbürgen ... „ 5 „ 76 7^ 77,25 Hjelermat' ... ,, 5 ^ ^11 3< ' Ungarn .... „5„ 8075 81.70 ti. Andere öffentliche Anlehen. Donaungulirungslose zu 5 pCt. 97.75 98.-Uug. Eiscubahuaulehcu zu 120 ft. ö. W. Silber 5",.. pr. Sll!ct 107,35 107.60 Una Plliulienlllllrheu zu 100 si. V.W.l75fl. Einzahl.) pr. Stuck 94.30 94 50 Wiener Eommunalanlehen, rücl- Geld Waare zahlbar 5 pEt. fllr 100 fl. . . 87.30 87.50 «V. Actieu vo« Bankinftituten. Geld Waare Nnglo-Usterr. Bant , . . ?45 - 245.50 Oauluerein.......254. - 25«.— Vodcn-Ercditanstalt ... 264, - 265.— Hrrditanstalt f Handel u. Gew . 290 40 290.60 ilreditaustalt, llllgem. nngar. . !11 25 111.50 ESconiPte-Gesellschast, n ü. . . «95. 900,— Frauco-ofterr. Baut .... 121. - 121.50 Geulialbanl ....... - —. ^ Handelöbanl.......149.50 150.- Nlltionalbllul.......761. 783,- Umonbaul.......283 50 294.- VereinSbanl......108.— 108.25 Aerlehrsbant.......171.— 172.- «. Actien von Transportullterueh, mungen. Geld Waare Nlfölb-Fiumaner Bahn . , . 176.75 177.25 Vohm. Westbahn.....255.50 256. Earl-Ludwig-Bahu.....261.25 261.50 Donau'Dampsschifff. Gesellsch. . 588.— 590. - Elisabeth'Westbahn.....224.- 224.50 Elisabeth-Westbahu (Linz - Vud- weiser Strecke).....liw.— 200.- Ferlmiandö-Nurdbahn . . . 2282 2285.-Flluil,cchrn-Varcstr.Vahn , . 177.50 178.— Geld Waar, , Tran'.-Iosrdbs.Vabn . . . . 203 50 204 — ^mbcrn-Hzrrn.lIllssyer-Vahn . 173.50 173 75 Aohd, ijsierr........Z7().__ 373... Oesterr. Nordwcstbahn . . 215.— 215.50 Rudolfs-Bahu......165.25 165 75 sicbeubitrger Vahn . . , ,172.75 173.25! stlllltsbahn.......430,— 431.— Sildbahn . ,......174 80 175,^ Sild uordd, Vcrblnd. Bahn , . 179.— 180. Theiß Nahn.......245— 245.50 Ungarische Nordostbahn . . . 164.75 165.— Ungarische Ostbahn . . , . 85. - 85.50 tramway........220.50 221.— r. Pfandbriefe (filr 100 fl.) Mg. oft Bodm-EredwAnftal! Geld Waare vrrloSbar zu 5 pCt. in Silber 106 30 106 50 oto.iu33I.ruckz.zu5pEt.iuü.W, 86.90 87.10 NaUoualb. zu 5 PCt. 0. W. . . 92 50 92,80 ling. Bod.-Ered.-Nuft. zu 5'/, pLt. 89 25 89.75 «. vrioriiätSvbligationen. Gelb Waare Olis.-Westb, iu S. oerz. (!. Gmiss.) 94 75 l'5.— Ferdinands.Nordb, in Silb vcrz. 195 20 105.60 ,1rlll:z,Iüsl'phS.Vihn .... 96.90 97.10 «'.Gurl^'ndw.B.t.S.verz.! Vm. 104 50 105. Orfterr. «srbweftbahn . ... 96 35 96.60 Gel>> Wa.ilt Siebend. Bahn in Silber vcrz. . 88.75 89-" Staalöb. G. 3°/„ ^ 500 Fr. „>, Em. 139 -. I3i»/'l' SUob.G. 3"/, u 500 Frc. pr. Slllck 110 30 11»'^ SUdb.-G. i. 200 fi.z. 5"^. für 100 si. 89 50 8!».?" GUdb.-Bous 6°/., (18?c^ 74) i. 500 Frcs Pr. Stilck , . . 239.75 240. , Ung. Ostbahn fiir 100 fl. . . 84.70 84 !"" »». Privatlose (per Slucl.) Kreditanstalt f. Handel u. Gew. Geld Wa«^ zu 100 si, 0. W......171 75 1?s.^' Rudolf-Stiftung zu 10 si. . . 15. - 1^" Wechsel (3 Mou) Geld Waa" Augsburg silr 100 st llldd. W. 102 90 103.^ Fraulfurt a.M. 100 fi. detiu 103.10 1»'^ ^ Hamburg. fUr 100 Mart Banco —,— ^-^ i!oudon, sttr 10 Pfund Styling 123.55 12^?" Paris, silr 100 Franc« ... —.— -'" (lvurö der Geldsvvteu O.-ld Wc.c>" «. Münz-Ducatei. . 5 si. 87 kl. 5 ft. «« " Napolconsd'or . . 9 .. 82j « 9 „ 83 " Preuß. Easscnschcinc, 1 „ 82 .. I . «^ " Silber , 121 „ 75 „ 122 ^ ^ " Kraiuische Gruniirntlastnugs - Obligationen, '^li' uatnotiruu«: —.— Oelb, — Waare,