Laitlichrr TliMtl. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Nr. 96. PriinumerationSpreise: Kür Laibach : Ganzj. fl. 8'«o; Austelluna in« Hau« vrtlj. SS lr. Mit der Post: Ganzjähr. fl. rr. Samstag, 27. April 1878. Morgen : Vitalis. Montag: Peter M. Snsertionsxreise: einspaltige Petitzeile L i !r.. bei Wiederholungen L S kr. Anzeigen bi» 5 Zeilen ro!r. 11. Jahrg. Die neue Phase der Orientsrage. m. Wir haben gesehen, daß Fürst Bismarck in seiner Rede die ethnographische Karte der Türkei für lückenhaft und nicht authentisch erklärte; Kiepert selbst, weit entfernt, seine ethnographische Karte sür vollkommen zu halten, sagt in der Einleitung: daß „die Grundlage seiner Arbeit unzureichend ist, und daß der zufällige einzelne Kenner der Oertlichkeit wahrscheinlich noch eine ziemlich große Anzahl der möglichen Jrrthümer heraus-sindeu werde." Für die hier in Betracht kommenden Distrikte benützte Kiepert vorzugsweise slavische Quellen, Jiretschck und Bradaschka, ferner die Mittheilungen vom-Konsul Sax, von F. Kanitz und von Hahn. Außer der älteren ethnographischen Karte von Lejean (1861) erwähne ich hier uoch der neueren Arbeiten von Stangsord, Bianconi und Synvet. Bianconi war einer von den Ingenieuren welche mit den Vorarbeiten für die rumelische Eisenbahn beauftragt waren, und benützte diesen Umstand gleichzeitig zu genauen Erhebungen über die ethnographischen Verhältnisse der von ihm aufgenommenen Distrikte; Synvet war Professor der Geographie am hiesigen kaiserlichen Lyceum, bis er vor kurzem von dem bekannten Ali Soavi Efendi, als dieser Direktor der Anstalt war, ohne allen Grund abgesetzt wurde, wahrscheinlich weil Herr Synvet nicht mit den barocken Urquhart'scheu Ideen Soavi Efendi's übereinstimmte. Ohne den vielfachen Verdiensten der genannten Gelehrten Lejean, Kiepert, Stang-ford, Bianconi und Synvet meine aufrichtige Anerkennung versagen zu wollen, muß ich doch von vornherein erklären, daß alle diese ethnographischen Karten falsch sind, und daß die ethnographische Karte von Rumelien noch zu machen ist, was aber wieder davon abhängt, daß wir richtigere Statistiken haben. Jene Kartographen haben geleistet, was menschenmöglich war, aber die ihnen vorliegenden Statistiken waren falsch. Als es sich in den Jahren 1872 und 1873 darum haudelte, die Diözese des bulgarischen Exarchais zu bestimmen, wurde zwischen der Pforte und der russischen Botschaft verabredet: daß alle diejenigen Ortschaften, wo die Bulgaren in der Mehrzahl waren, der bulgarischen Diözese angehören sollten, dem griechischen ökumenischen Patriarchat dagegen alle diejenigen Orte, wo die griechische Bevölkerung zahlreicher als die bulgarische war. Auf Grundlage dieser Verabredung wurden nnn Zählungen vorgenommen. Selbstverständlich sorgten die uuter der Aegide der russischen Botschaft, der russischen Konsulate und der panslavi-stischen Agenten zählenden Beamten dafür, daß die bulgarische Bevölkerung überall viel stärker ansfiel, als sie cs in der Wirklichkeit war. Umgekehrt waltete bei den griechischen Priestern ein ganz anderes Prinzip vor; sie suchten die griechische Bevölkerung so gering wie möglich darzustellen. Warum? wird man mich verwundert fragen. Der griechische Priester ist ein Priester wie alle anderen Priester, und besitzt leidenschaftliche Liebe znm Gelde. Hat er also eine Gemeinde von 100 Köpfen, so gibt er in seinem Bericht nur 50 oder 60 an, liefert die darauf entfallende Militär-, Patentsteuer u. s. w. au die türkische Behörde oder den Steuerpächter ab nnd steckt die Abgabe der anderen Gemeindemitglieder in die eigene Tasche. Was die Genauigkeit der türkischen Volkszählungen betrifft, so haben wir darüber die authentischen Erklärungen, welche der jetzige Premierminister Achmed Vefik Pascha voriges Jahr als Präsident der Depntiertenkammer abgab. Alle diese Volkszählungen sind also fehlerhaft; ist es aber gestattet, auf solche Daten neue staatliche Bildungen vorzunehmen? Der Kongreß, falls er wirklich zu stände kommt, wird sich wol zunächst bessere Materialien zu verschaffen suchen müssen. Wie oben schon erwähnt wurde, ist Herr Kiepert selbst weit entfernt, seine „Karte der Staaten auf der Balkan-Halbinsel nach den Grenzbestimmungen des Friedens von San Stefano" für genau zu erklären ; es stand ihm nur ein beschränktes Material, noch dazu meistens aus fla-vischen Quellen, zugebot. Vergleichen wir damit die „Htbiwgrsxdis st Ltatistiqus 6s lurquis 6'Lurops kt äs Is. Ersetz" von Bianconi (Paris, Mai 1877), so ergibt sich eine wesentlich verschiedene Vertheilung der bulgarischen, hellenischen und albanesischen Bevölkerung. Herr Bianconi hatte als Oberingenieur-Archi-tekt der rumelischen Eisenbahnen in den Jahren 1872 bis 1876 Gelegenheit, die ethnographischen Verhältnisse der Balkan-Halbinsel bis ins genaueste Detail mit eigenen Augen zu erforschen. Aus feiner Karte entnehmen wir, daß die bulgarische Bevölkerung compact anstritt: 1.) indemDonau-Vilajet, d. H. in dem Lande zwischen der Donau und dem Balkan, jedoch auch dort mit nicht ganz unbedeutenden Einsprengungen türkischer, tataririscher und tscherkessischer Bevölkerung, namentlich in der Dobrudscha und in dem Festungsviereck; 2.) auf den Südabhängen des Balkan mit den Hauptorten Karlowa, Kasanlik, Eski-Sagra, Jeni-Sagra und Slivno; 3.) in den Sandschaks Sofia und Küstendil. Alles, was außerhalb der angegebenen drei Strecken noch zu Bulgarien gezogen ist, beruht aus reiner Willkür. In den Städten Philippopel und Tatar-Bafardfchik wohnen zwar Bulgaren, aber nur in der Minderheit; dagegen dürften sich in Kyrk-Kilifsa und den übrigen Punkten Thraziens, fowie in Kawalla, Drama, SereS, Mo-nastir u. s. w. in Mazedonien entweder gar keine Bulgaren oder nur in isolierten Exemplaren vor-sinden; nach diesem Prinzip hätten z. B. die Griechen das Recht, Istrien, die Provence, Nu mänien und Beßarabien als integrierende Theile Jeuilleton. Ein Kampf ums Dasein. Nach dem Englischen des Thomas Bailey Aldrich. (Fortsetzung.) Das Zimmer war verdunkelt. Unter dem Kronleuchter, in der Mitte desselben, stand ein schmaler, länglicher, schwarzer Gegenstand auf einem Holzgerüste. Eine brennende Wachskerze, ein Crucifix und einige weiße Blumen standen auf einem Tischchen daneben. Julie Doriue war todt. Als Mr. Dorine den plötzlichen Schrei vernahm, der durch das stille Haus ertönte, eilte er aus seiner Bibliothek hinaus und fand Filipp mit geisterhafter Miene in der Mitte des Zimmers stehen. Erst später erfuhr Filipp die Einzelheiten des Unglücks, das ihn betroffen hatte. Am Abende vorher hatte sich Julie, anscheinend vollkommen wohl, auf ihr Zimmer zurückgezogen und ihr Mädchen mit dem Befehl entlassen, am folgenden Morgen früh geweckt zu werden. Zu der von ihr bestimmten Stunde trat das Mädchen in das Zim- mer. Mademoiselle Dorine saß in einem Fauteuil nnd schien zu schlafen. Die Kerze in dem Leuchter war bis in die Höhlung hinuntergebrannt; ein Buch lag geöffnet auf dem Teppich zu ihren Füßen. Das Mädchen erschrak, als es bemerkte, daß das Bett unberührt geblieben war und daß ihre Gebieterin noch das Gewand des vorhergehenden Abends trug. Sie stürzte an Mademoiselle Dorine's Seite. Das war nicht Schlaf — das war der Tod! Zwei Botschaften wurden sogleich an Filipp abgefertigt: die eine ans die Station G., die andere nach dem Hotel. Die erste hatte ihn verfehlt, die zweite hatte er nicht geöffnet. Bei seiner Ankunft in Mr. Dorine's Haus hatte ihn der Bediente, in der Voraussetzung, daß Wentworth von des Fräuleins Tode unterrichtet sei, in so grausam ungeschickter Weise plötzlich vor die furchtbare Wahrheit gestellt, indem er ihn in den Salon wies. Mademoiselle Dorine's Reichthum, ihre Schönheit, die Plötzlichkeit ihres Todes, der Roman, der sich durch ihre Liebe zu dem jungen Amerikaner an ihren Namen knüpfte, zog Massen von Menschen zu der Begräbnisfeierlichkeit herbei, welche in der Kirche der Rue d'Aguesseau stattfand. Die Leiche sollte in Mr. Dorine's Familiengruft auf dem Friedhofe Montmartre beigesetzt werden. Diese Gruft erfordert einige Worte der Beschreibung. Zuerst befand sich da ein Gitter von Eisenfiligran; durch dieses sah man in ein kleines Vestibüle, an dessen Ende eine massive eichene Thüre sich auf eine kleine steinerne Treppenflucht öffnete, welche in die Gruft hinabführte. Das Gewölbe hatte 15 bis 20 Fuß im Gevierte und war an der Decke sinnreich ventiliert, doch ohne irgend Licht herein zu lassen. Es enthielt zwei Särge; der erste enthielt die Ueberreste der längst verstorbenen Madame Tonne; der zweite war neu und trug auf einer Seite die Buchstaben I. D. in Monogrammform, von einem Lilienkranze umgeben. Der Leichenzug hielt an dem Gitterthore des kleinen Gartens, welcher den Bcgräbnisplatz umschloß; nur die nächsten Verwandten folgten den Trägern in die Gruft. Eine Wachskerze, wie sie in katholischen Kirchen gebräuchlich sind, brannte des Königreichs Griechenland zu reklamieren, weil in Triest, Marseille, Galatz, Odessa griechische Kaufleute existieren. Herr Bianconi gibt folgende Uebersicht der Bevölkerung der europäischen Türkei: Muhamcdaner: Osmanische Türken..................... 650,000 Tscherkessen . . - 200,000 100,000 150.000 140.000 150.000 20,000 3.000.000t 630.000 > 70,000) 3.000.0001 100,000, 290.0001 80,000/ 50,000> 25,000> 110,0001 i4g,ggo Tataren (aus der Krim) Bosniaken (slavische Renegaten) . Bulgaren iPomaken) „ Albanesen (Arnauten) Griechische Renegaten (B'Allahaden) Christen: Hellenen von reiner Rasse . . . Griechen von albanesischer Herkunft Griechen von walachischer Herkunft Bulgaren orthodoxer Consession . römisch-katholische. . . Albanesen orthodoxer Consession . „ römisch-katholische . . (Bosnien) römisch-kath. Kroaten . „ griech.-orthodoxeKroaten „ griechisch-orthodoxe Her- zegowiner .... „ römisch - katholische Her- zegowiner .... (Bosnien, Altserbien nnd Bulgarien) Serben. Armenier lin den Städten).......................... Juden in Rumelien nnd Bulgarien .... Walachei: in der Dobrudscha und im Donau- Delta .......................................... Walachen in Mazedonien und Thessalien . . Gesammtzahl der türkischen Unterthanen in Europa.......................................... Fast unabhängige Nationen, die nur einen geringfügigen Tribnt zahlen: Albanesen südostwärts vom s Miriditen . . Scc von Skodra 1 Dibri . . - Banjani (in der Herzegowina zwischen Niksic u. Trebinje) Kntschi....................... Klementi...................... Pnlati........................ Mati ......................... 1.410,000 3.700,000 3.100,000 370,000 75,000 8.0,000 550.000 110.000 80,000 80,000 10,000 9.625,000 Slaven ostwärts von Montenegro nnd vom See von Skodra 80,000 20,000 20,000 40.000 30.000 20.000 10,000 Total . . . 9.845,000 Die orientalische Frage hat durch die neuesten übereinstimmenden Schritte Deutschlands und Italiens bei dem englischen Kabinett, welche das italienische Blatt „Fanfulla" meldet, eine unerwartete Wendung genommen. Die beiden Mächte fordern von Lord Salisbury, er möge bekanntgeben, in welcher Weise er sich die künftige Gestaltung der Balkan-Halbinsel vorstelle, d. i. er möge ein Programm der englischen Wünsche entwerfen. Wir können in diesem Schritte nichts anderes sehen, als eine wenig verhüllte Parteinahme für Rußland, welches ja selbst die nämliche Forderung schon an England ohne Erfolg gestellt hatte. Wenn die beiden Mächte Englands Hauptforderung, Vorlage des ganzen Vertrages an dem Fußende des unbedeckten Sarkophages, einen düstern Schiminer über den Mittelpunkt der Gruft verbreitend, und die Schatten, welche rings in allen Winkeln des Gewölbes zu kauern schienen, noch vertiefend. Bei dem flackernden Lichte wurde der Sarg iu seine granitene Nische geschoben, die schwere Marmorplatte darüber gelegt, und die eichene Thüre drehte sich in ihren verrosteten Angeln und schloß den schwachen Sonnenstrahl aus, der es gewagt hatte, in diese Dunkelheit zu Dringen. Mr. Twriue warf sich, tief in den Mantel gehüllt, auf den Rücksitz des Wagens, zu sehr in seinen Gram versunken, um zu bemerken, daß er sich allein in demselben befand. Man hörte den knirschenden Ton der Räder auf dein^kiesbestreuten Wege — dann war alles wieder Schweigen auf dem Friedhofe von Montmartre. Beim' Haupteingange trennten sich die Wagen, nach verschiedenen Straßen fortrollend, mit einer Schnelligkeit, welche auf ein Gefühl der Erleichterung, den Ort der Trauer hinter sich zu lassen, schließen ließ. (Fortsetzung solgt.) von San Stefano auf dem Kongresse, als berechtigt anerkennen und unterstützen wollen, wozu dann eine gleichzeitige Pressiou auf England, seine Rüstungen einzustelleu, während Rußland selbe ruhig soll fortfetzen können? Nach einem Berliner Telegramm des ,,N. Wr. Tagbl." vom 25. d. sind übrigens die Beziehungen zwischen England und Rußland seit 22. d. äs Loto suspendiert, da keinerlei Anhaltspunkte für die diplomatischen l?ourxarl6>8 sich mehr ergeben. Inzwischen dauern die Kriegsrüstnngen beider Theile in unvermindertem Maßstabe fort. Ueber die Rüstungen in Indien berichten wir an anderer Stelle. In der russischen Gewehrsabrik Tula herrscht fieberhafte Thätigkeit, 5000 neue Arbeiter wurden engagiert, und schreitet die Erzeugung von Berdangewehren, von denen täglich 650 Stück fertig gestellt werden, so rasch fort, daß man sich mit der Hoffnung trägt, die ganze reguläre Armee bis Mitte September damit bewaffnen zu können. Gleichzeitig wird die russische Artillerie statt des jetzigen Materials, das sich im letzten Feldzuge als ungenügend erwiesen, mit neueu Vier- und Neunpfündern aus verdichteter Brouce, eine Erfindung des Obersten Engelhardt, von denen 25 Stück per Tag erzeugt werden, versehen. Außer den einberufenen 6000 Matrosen der Flottenreserve wirbt die Regierung unter der Handelsmarine 8000 Matrosen gegen hohes Handgeld an. Die beiden Doktoren des „kranken Mannes" — Fürst Bismarck und Kanzler Gortschakoff — befinden sich bedeutend besser; welche Wirkung dies auf das Befinden des Patienten ausüben wird, kann noch nicht gesagt werden. Einstweilen dürfte er froh darüber fein, daß es zum Consilium: Kongreß — noch nicht gekommen, er also jedenfalls offiziell noch nicht als aufgegeben erklärt worden sei. Rüstungen in Indien. Ealeutta, 2l. April. 'Die gauze Energie der indischen Regierung ist im Momente auf die Kriegsvorbereitnngen concentriert. Die eingebornen Regimenter werden alle auf vollen Kriegsfuß gesetzt. Die Waffenfabriken arbeiten Tag und Nacht, an Feiertagen wie an Wochentagen. Militärische und Sanitäts-vorräthe werden in großem Maße aufgehäuft. Die Sepoys habe», wie berichtet wird, in loyalster Weise der Aufforderung, im Auslande Dienst zu leisten, Folge gegeben. Eine Anzahl von Regimentern hat sofort freiwillig ihre Dienste angebo-ten. Der beste Beweis für die gnte Stimmuug der Truppen ist die Fröhlichkeit mit welcher die eingebornen Soldaten, deren Urlaub durch die Einberufung plötzlich abgekürzt wurde, zu ihren Regimentern stoßen. Die Maltadivision ist unter das Kommando des Generals Roß gesetzt, wohlbekannt als Führer des Kameelcorps im Jahre 1857. Er wird vortrefflich unterstützt von dem Brigadegeneral M'Pherson, einem ausgezeichneten Offizier, von Oberst Watson, Commandeur der Kavalleriebrigade, der sich als Reiterführer einen glänzenden Ruf erworben hat, und Oberst Brendergast, Com-mandeur der Sappeurs und Mineurs. Die Bombaykavallerie kommandiert Oberst Blair, die Gur-kahs Oberst M'Jutyre. Die Gurkahs hatten sich während der großen Revolution ausgezeichnet bewährt; das 9. bengalische Kavallerieregiment wurde uach dem Aufstande ans den Ueberbleibseln des famosen Hodson'schen Regiments gebildet. Das 13. Infanterieregiment besteht aus Brahmiuen, Radschpnten, Hindustanis, Muselmanen und Dschats. Das 31. Pundschabregiment ist aus Sikhs, Pnndschabis, Pathans und wenigen Pund-schabi-Hindus und Muhamedanern formiert — prachtvolle Leute mit großer Körperkraft. Dieses Regiment ist heute von Cawnpore nach Bombay abgegangen. Der Enthusiasmus unter den englischen Offizieren ist unbeschreiblich. Die Behörden in Simla werden überschwemmt mit telegrafischen Anerbietungen für den auswärtigen Dienst. Die beabsichtigte Benütznng der eingebornen Arinee in Europa hat dem indischen Militärdienst in den Augen der Hindu eine Glanz verliehen, der dieselben für die Zukunft zu einer der besten Truppen der Welt machen kann. Auch in anderer Beziehung kann diese indische Expedition nach Europa von Vortheil werden. Englische und indische Regimenter Seite an Seite in Europa kämpfend — das kann nur machtvoll dazu beitragen, die noch bestehenden Raffenvoinrtheile zn brechen. Die päpstliche Encyklika. Die „Voce della VeritL" veröffentlicht die Encyklika des Papstes. Dieselbe konstatiert die moralischen und materiellen Uebel der Gesellschaft und der Kirche im Augenblicke der Wahl Leo XIII. Sie zählt die Wohlthaten auf, welche die Kirche nnd das römische Pontifieat der Gesellschaft und Civilisation in der ganzen Welt, besonders in Italien, erwiesen haben. Sie sagt, daß die Kirche die Civilisation nnd den Fortschritt nicht bekämpfe, indem sie zwischen der christlichen Civilisation und der äußern, bürgerlichen Kultur unterscheide. Sie deutet an, wie unrecht die moderne Gesellschaft habe, die Kirche und das römische Pontifieat zu bekämpfen, besonders in Bezug ans dessen weltliche Fürstenwürde, welche eine Garantie seiner Freiheit und Unabhängigkeit ist. Wegen Besitzergreifung dieses weltlichen Fürstenthums der Kirche erneuert und bestätigt der Papst die Proteste Pius IX. Er bittet die Fürsten und Chefs der Nationen, sich nicht des Beistandes der Kirche berauben zu wollen, dessen sie in der gegenwärtigen Epoche, wo das Prinzip der legitimen Autorität erschüttert ist, so sehr bedürfen. Der Papst beglückwünscht die Bischöfe zu ihrer Einigkeit und empfiehlt ihnen, sich noch enger aneinander zu schließen, damit die Gläubigen, mit Gelehrigkeit und Gehorsam die Doctrinen der Kirche ausnehmend, die Jrrthümer einer falschen Philosophie zurückweiseu. Er empfiehlt gesunde Lehren für die Schulen, eine Reform der Gebräuche, besonders im Hinblick auf die Heiligkeit der Ehe; er hegt das Vertrauen, daß mit der Hilfe Gottes und dem Eifer der Seelenhirten die von so großen Uebeln heimgesuchte Gesellschaft endlich zur Ergebenheit gegen die Kirche zurückkehren werde, und dankt den Bischöfen nnd Gläubigen der ganzen Welt für die ihm alsbald nach seiner Wahl zum Papste bewiesene Zuneigung. Die Sprache der Encyklika ist im allgemeinen gemüßigt nnd voll von Wohlwollen gegen die Gesellschaft. Tagesneuigkeiten. — Pius IX. und die Oesterreicher. In der „W. Abendpost" lesen wir bei Besprechung einer sehr günstig beurtheilten Schrift von I. von Unger: „Aus meinem Garnisons-, Feld- und Reise-leben", höchst interessante, auf die politischen Anschauungen des verstorbenen Papstes nnd insbesondere seine Gesinnungen gegen Oesterreich ein neues Licht werfende Mittheilungen aus derselben: I. v. Unger und seine Freunde waren Angenzeugen, als am 21. März 1848 das römische Volk vom Palaste der österreichischen Gesandtschaft das kaiserliche Wappen herabriß und auf der Piazza del Popolo verbrannte; „als wir da im deutschen Künstlerklub unsere prachtvolle Fahne zum Zeichen entrüsteter Mißbilligung plötzlich einzogen, da drohte man uns mit gewaltsamem Angriffe auf unser Kasino nnd die dort vorhandenen Kunstschätze, und nur die be- Fortsetzung in der Beilage. Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr. stimmte Erklärung, wir würden den Palazzo Rus-poli mit bewaffneter Hand vertheidigen, bewog die Leiter der Volksbewegung, von ihrer bösen Absicht abzustehen." Am 26. März spät abends hatte der Erzähler eine Privataudienz bei Pio Nono; er versichert uns, aus dem Munde des Papstes Worte, wie die folgenden, vernommen zu haben: „Die deutsche Frage ist jetzt die erste und wichtigste... Das bisherige Verhältnis von Oesterreich und Preußen wird sich binnen kurzem durchaus umwandeln, und dann wird sich auch Italiens Schicksal entscheiden. Oesterreich ist Italiens größter Widersacher; bald wird sich zeigen, ob das übrige Deutschland Italien in seinen Bestrebungen unterstützen kann und wird." Gewiß ein bedeutsames Zeugnis, wenn der Zeuge auch in dem tatsächlichen Jrrthume befangen ist, daß der depossedierte „Papa-Rö" die ihm von der italienischen Regierung ausgesetzte Zivilliste je anerkannt und sich habe auszahlen lassen! Und zwar sollen die letztcitierten päpstlichen Worte an dem Abende gefallen sein, da es eben beschlossene Sache war, daß das päpstliche Heer zu Karl Albert stoßen sollte, nm gemeinsam mit ihm gegen Oesterreich zu kämpfen, denn Pio Nono fuhr in jener Unterredung fort: „Morgen wird ganz Rom wissen, daß auch Venedig sich empört hat und daß König Karl Albert von Sardinien in die Lombardei eingerückt ist, fest entschlossen, die Oesterreicher bis auf den letzten Mann aus Italien zu vertreiben..." — Erdbeben in der Türkei. Aus Pera, 21. d. M., wird telegrafiert: „Das Erdbeben in der Nacht vom Freitag auf Samstag war das stärkste, dessen man sich hier erinnern kann. In Konstantinopel selbst geschah kein Unglück, dagegen haben Jsmid und Brussa sehr gelitten. An Bord der englischen Flotte hörte man deutlich das Geschrei des Volkes in Jsmid, und am Morgen sah man viele zerstörte Gebäude und umgeworfene Minarets. Die See im Golf von Jsmid war in sonderbarer Bewegung, wallend und hohe Wellen werfend, so daß die großen englischen Schiffe eine Zeitlang heftig hin und her geworfen wurden. Der Kommandant eines britischen Kanonenbootes sah das Erdbeben und die ungewöhnliche Bewegung der Wellen für die Folgen einer Torpedo-Explosion an und sendete an Bord des Admiralschiffs „Alexandra" um Instructionen." — Der Phonograph als Missionär. Ein amerikanisches Blatt schreibt: Jetzt, da Laute ebenso eingelegt und bewahrt werden können, wie z. B. Conserven von Fleisch, Milch, Austern, Obst u. s. w., können Predigten von Missionären eingemacht und nach den Inseln der Südsee versendet werden, völlig fürs Genießen zubereitet, wobei die Missionäre noch den Vortheil haben, nicht mitverzehrt zu werden. Lokal- und ProvinMl-Angelegenhnten. Original-Korrespondenz. Bischoflack, 25. April. (Citalnica.— Feuerwehr.) Das Comite des hiesigen Cital-nica-Vereins hatte am Ostermontag ein Fiasco zu registrieren, es ließ an alle nationalen Gesinnungsgenossen in pompöser, überschwenglicher Form eine Einladung zu einem großartigen Vergnügungsabende, bei welchem Musikpiecen und Tanz auf die Tagesordnung gesetzt wurden, in Umlauf setzen. Obgleich der nationale Profet „Slov. Narod" in gewohnter großmäuliger Weise im Verlaufe des vorigen Jahres in die Welt ausposanueu ließ, daß die Citalnica in Bischoflack der Centralpunkt des geselligen Lebens sei, mußten die einigen wenigen Theiluehmer an oben erwähntem Vergnügungsabende die Thatfache ruhig wahrnehmen, daß es ohne die verhaßten „Nemökutarji" in Bischoflack derzeit nicht mehr geht. Die bisher eingehaltene Absonderung der slovenischen und deutschen Bevölkerung hat sich überlebt, sie ge- 96 vom 27. April 1878. hört, Gott sei gedankt, der Geschichte an, und die gesund denkende Bevölkerung unserer Stadt huldigt der richtigen Ansicht, daß das slovenische Feuer sich mit dem deutschen Blute vermälen, daß beide in Frieden und Einigkeit ihre Existenz suchen müssen und auch finden werden. Die erwähnte, ausschließlich für Anhänger der nationalen Gesinnungsgenossen arrangierte Unterhaltung am Ostermontage sollte eines glänzenden Erfolges sich rühmen können, aber siehe da, der Präses des Citalnica - Vereins wartete von Stunde zu Stunde auf das Erscheinen der zahlreich geladenen Gäste, es erschienen einige Kinder, später nur einige Familien. Und welche Genüsse wurden geboten? Man sang, aber wie? Man spielte Zither, aber wie? Wir Lacker sind zu bescheiden, um eine Patti, einen Scaria, einen Za-mara, einen Paganini zu verlangen, aber die Hochgenüsse, die am Ostermontage hier geboten wurden, waren — ohrenzerreißeud! Die Zuhörerschaft bebefand sich in so animierter Stimmung, daß die Citalnica-Lokalitäten schon um 11 Uhr abends — von Gästen verlassen waren. Will Bischoflack bessere, gemüthlichere sociale Zustände erleben, so muß aus den derzeit dort bestehenden zwei Parteilagern ein einziges erwachsen. Bischoflack ist in den letzt-abgelanfenen Jahren in die Reihe der auch von Fremden gern besuchten Sommerfrische» eingetreten; soll sich der Fremdenzuzug heben, so muß das hier bisher herrschende gesellschaftliche Leben einer durchgreifenden Reform unterzogen werden. Wir besitzen Männer in unseren Mauern, denen Geist und Kraft innewohnt, beide Parteien unter einen Hut zu bringen. Mögen sie an die Arbeit gehen, die guten Folgen für Bischoflack und seine Bewohner werden nicht ausbleiben, Einigkeit macht stark! Nun ein anderes Bild. Das Institut der freiwilligen Feuerwehr gedeiht seit kurzem vortrefflich, am 14. d. fand die zweite Generalversammlung der Mitglieder des hiesigen Feuerwehrvereins statt. Dieser Verein zählt bereits 85 ausübende Mitglieder; dieselben unternahmen am Ostermontag einen Ausflug nach Krainbnrg. Die hiesige Feuerwehr veranstaltete am 24. d. zu Ehren ihres Hauptmanns einen Festabend und offerierte ihrem Vorstande einen schön gearbeiteten Helm; Herr Georg Deisinger war infolge dieser Ovation sichtlich überrascht. Das Institut der Feuerwehr erwirbt sich in Kreisen der hiesigen Bevölkerung von Tag zu Tag erweiterte Sympathien, und die einigen wenigen Gegner derselben, darunter auch einige fanatische nationale Studenten, dürften in Bälde anderen Sinnes werden. — Auch die Hausbesitzer in unserer Stadt richten sich bereits zur Aufnahme von Badegästen und Sommerfrischlern ein. Die Nähe des Bahnhofes, die herrliche Lage Bischoflacks, die reizende Umgebung sind Vortheile, deren sich wenige Ortschaften Krams rühmen können. — (Personalnachricht.) Herr Dr. Josef R. V. Savinschegg, k. k. Rittmeister, Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter in Krain, erhielt die kaiserliche Bewilligung zum Tragen des ihm verliehenen Ritterkreuzes des päpstlichen Sylvester- und des k. württembergischen Friedrichsordens. — (Festschießen auf dem Laibacher Schießstande.) Zur Feier der Ankunft des neuen Landespräsidenten, Herrn Ritter von Kallina, veranstaltet die Laibacher Rohrschützengesellschaft, im Falle günstiger Wittemng, morgen auf ihrem Schießstande ein Festschießen, das zugleich das Eröffnungsschießen für die heurige Saison bildet. Das Schießen wird um 9 Uhr vormittags eröffnet und, mit Ausnahme der beiden Mittagsstunden — von 12 bis 2 Uhr, — während welcher in den Schießstand-Lokalitäten ein gemeinschaftliches Diner eingenommen wird, bis zur Dämmerung fortgesetzt. Um 4 Uhr nachmittags findet der Empfang und die Begrüßung des Herrn Landespräsidenten dnrch den Oberschützenmeister Dr. Ritter von Stöckl statt. Von 12 Uhr mittags an bis zum Schlüsse des mit zahlreichen werthvollen Besten ausgestatzetxy Schießens wird die Regiments-Musikkapelle Wtex persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn l^anSkh konzertieren. Schützen und Gäste sind freundlichst willkommen. Für gute Bedienung wird die dort bestellte Restauration Sorge tragen. — (Vorträge.) Prof. Seydler hält morgen um 2 Uhr nachmittags in den Lokalitäten der Leh-rerinnen-Bildnngsanstalt über „Aesthetik der Tonkunst" und Prof. Heinrich um halb 8 Uhr abends über das Drama im landschaftlichen Redoutensaale Vortrag. — (Dr. Tänzer) hat auf hiesigem Platze heute seine Frühjahrspraxis geschlossen. Wir berichtigen eine aus Mißverständnis im Verlaufe de-vorigen Jahres gebrachte Notiz dahin, daß nicht der in Graz domicilierende Universitätsdoeent Herr M.-Dr. und Zahnarzt Tänzer, sondern der Wundarzt Ludwig Tänzer als Zahnarzt in Klagenfurt sich wohnlich niedergelassen hat. Dr. Tänzer wird im Herbste seine zahnärztlichen Operationen in Laibach fortsetzen. — (Generalversammlungen) finde« morgen drei statt: um 10 Uhr vormittags jene des Volkskücheuvereines in den Lokalitäten der alten Schießstätte, um 11 Uhr vormittags jene des Aushilfsvereines im Gemeinderathssaale und um 11 Uhr vormittags außerordentliche Lokalversammlung der hierländigen Mitgliedergruppe des Beamtenvereins im Klubzimmer der Casinorestauration. — (Der Escamotenr Herr E. Gottlieb) gab gestern in der Restauration des Hotels „Europa" seine letzte Vorstellung. Gerechte Bewunderung erregten seine Productionen als Gedächtniskünstler und anS dem Fache der „Klopfgeisterei." Der junge Künstler begibt sich nach Adelsberg und wird dort Vorstellungen geben. — (Ein neues Aichamt) wird am 1. Mai l. I. in St. Martin bei Littai seine Thätigkeit beginnen. — (Diözesanveränderungen.) Kirchlich installiert wurden am 24. d. M. die Herren: BlaS Ookljiö, Cooperator in St. Martin bei Krainburg, als Stadtpfarrer in Bischoflack; Johann Sajovic, Pfarrer in Möschnach, als Pfarrer in Slavina; Zeno Baron Zirheimb, Kaplan in St. Marein, als Pfarrer in Karnervellach; Martin Pok, Kaplan bei St. Jakob in Laibach, als Pfarrer in Laserbach; Herr I. Razboröek für Egg ob Podpetfch. — (Ohne Pöllerschießen geht eS nicht!) Ungeachtet des in öffentlichen Blättern so oft gerügten Unfuges wird das Pöllerschießen bei kirchlichen Festlichkeiten und Hochzeiten in Landgemeinden eifrigst betrieben. Am Ostersonntag beschäftigten sich, wie dem „Slov. Narod" aus Lösch bei Gottschee erzählt wird, drei Burschen mit Abfeuern von Pöllerschüssen. Obgleich denselben daS gefährliche Handwerk Vonseite der Gendarmerie untersagt wurde, setzten dieselben das Pöllerabschießen fort. Bei dieser Gelegenheit entzündete sich das im nächst den geladenen Mörsern stehenden Topfe befindliche Pulver, und zwei der unberufenen Kanoniere wurden derart verletzt, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Schaden dürste endlich doch klug machen? — (Bärenjagd.) Ueber die neulich gemeldete Erlegung eines gewaltigen Bären in Haas-berg wird aus bester Quelle weiterer genauer Bericht erstattet, den wir des besonderen Interesse-wegen hier reproducieren: „Fürst Hugo zu Win-dischgrätz hat auf seiner Herrschaft Haasberg in Krain einen Hochstand auf Bären. Diesen Hochstand bildet ein kleines, außerordentlich festes HauS, welches auf vier ziemlich hohen Säulen steht und mittelst einer Leiter, die emporgezogen werden kann, bestiege» wird. In Schußweite vor dem Hause befindet sich ein Luderplatz in Gestalt einer schweren, aus so dicken Stämmen hergestellten Kiste, daß der Bär nicht im stande ist, das Fleisch gleich zu neh- men, sondern erst längere Zeit arbeiten muß, bevor es ihm gelingt, zu dem Aase zu kommen. Am Sonntag den 14. d. M. reiste, wie man uns mittheilt, Utrst Windischgrätz, nachdem er erfahren, daß ein Bär das Luder angenommen habe, nach Haas-berg. In der ersten Nacht wartete er vergeblich, in der zweiten jedoch erscheint der Bär, kommt auf die Fährte der Pferde, folgt dieser und schreckt, plötzlich schnaufend nnd einen Ton ausstoßend, den der Bär nur hören läßt, weun er in Angst geräth. Anstatt aber zum Luder zu gehen, wendet er sich direct, immer der Fährte folgend, gegen den Hochstand, packt die Leiter, die nicht hoch genug gezogen ist, klettert an einem der LeSerb^u hinauf, geht an der Thüre des Hochstandes vorüber und beginnt nun allerhand Versuche zu machen, um in das Innere deS Hochstandes, in dem sich der Fürst befindet, zu kommen. Zunächst steigt er aufs Dach, reißt dort die obersten Bretter ab, arbeitet nach besten Kräften, ist aber nicht im stande, die der Haltbarkeit halber aus außerordentlich dicken Bohlen gefügte und fest genagelte Wand des Standes zu zertrüinmern. Schnaufend verläßt er die Stelle wieder, nachdem er den Fürsten in eine nicht ganz unbedeutende Aufregung versetzt hatte. Anfsallenderweise erfolgte dieser Besuch des Bären erst um die Mitternachtsstunde, während er sonst regelniäßig um 9 Uhr abends zu erscheinen pflegt. In der folgenden Nacht ritt Fürst Windischgrätz später als gewöhnlich zur Stelle, und, um dem Bären nicht wieder Gelegenheit zu geben, seine Spur aufzunehmen, hängt er seinen Stock hoch an einem Baume auf, reitet bis zur Leiter, steigt vom Pferde aus auf dieselbe und ist eben beschäftigt, die Leiter hoch zu ziehen, als der Reitknecht, welcher bis zum Luderplatze geritten war. damit der Bär dorthin die Spur verfolge, ängstlich schreit: „Durchlaucht, der Bär kommt!" Ohne sich im geringsten durch die Anwesenheit der Menschen stören zu lassen, kommt die Bestie näher und näher, versetzt den Reitknecht in solche Todesangst, daß dieser sich mit Einwilligung des Fürsten aus dem Staube macht, geht schnurstracks aufs Luder los, reißt zwei Balken herunter, als wären eS Strohhalme, und trollt wieder ab, bevor noch der Fürst schießen konnte. Als er jedoch über eine Lichtung wechselte, gibt der Fürst zwei Schüsse ab, die den Bären werfen. Am anderen Tage erst wurde er gefunden. Was den Fall besonders interessant macht, ist folgendes: Man hat nie gehört, daß in der dortigen Gegend der Bär Menschen angegriffen habe, und auch nie Kunde davon erhalten, daß er einen Hochstand erklettert hätte. Es läßt sich also nur annehmcn, daß er, der Pferdespur nachgehend, plötzlich Menschen entdeckt, darüber wüthcnd wird, sich die Störer abzuwenden sucht und deshalb den Menschen aunimmt. Eine nähere Erklärung läßt sich vorläufig nicht finden, vielleicht Hilst Dr. Brehm auS der Noth. Der Bär wurde nach Wien gebracht und ist in den letzten Tagen von jagdkundigen Ca-valieren in Augenschein genommen worden. Auch Se. kais. Hoheit der Kronprinz fand sich vor dem mit dem Prinzen Leopold von Baiern unternouinie-nen Jagdausfluge nach Ungarn zur Besichtigung deS Bären ein." Aus der Gemeinderathssitzung. Laibach, 26. April. Anwesend: Bürgermeister RR. Laschan als Vorsitzender, 28 Gemeinderäthe und der Magistrats-Kanzleileiter als Protokollsführer. Der Vorsitzende theilt mit, daß ihm der neu ernannte Herr k. k. Landespräsident R. v. Kallina die Uebernahme der Amtsgeschäfte der krainischen Landesregierung angezeigt habe, mit der freundlichen Schlußbemerkung, daß er, nun ein Angehöriger der Stadt Laibach, an den diese Stadt betreffenden Angelegenheiten den wärmsten Antheil nehmen werde. Hierauf wird zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. I. Berichte der Personal- und Rechtssectio n. (Referent GR. Dr. R. v. Kaltenegger.) Der Gemeinderath genehmigt das Resultat der vor kurzem stattgefundenen Gemeinderaths-Ergän-zungswahlen, und zwar: die Wahlen der Gemeinderäthe Dr. Bleiweis, GorZiö, Peterca, Petricii! und Potocnik (III. Wahlkörper); R. v. Gariboldi, Pirker und Ziegler (II. Wahlkörper); Doberlet, Dr. Pfef-ferer und Dr. Suppan (I. Wahlkörper). Der Vorsitzende begrüßt mit warmen Worten die Wiederwahl der zum Austritte berufenen und die Wahl der neuen Gemeinderathsmitglieder. II. Berichte der Schulfectiou. (Referent GR. Pirker.) Der Gemeinderath bewilligt die Auszahlung der zweiten Qninquennalzulage jährlicher 60 fl. vom 1. Jänner 1878 ab an den städtischen Volksschullehrer Matthäus Mocnik uud der Subvention im Betrage von 150 fl. für das Schuljahr 1877/78 an die hiesige evangelische Schule aus der Stadtkasse. (Referent GR. v. Zhuber.) Der Gemeinderath bewilligt die Auszahlung der auf die Stadtgenieiude Laibach entfallenden Tangente per 200 fl. zur Honorierung der zwei städtischen Volksschulleiter und der vier Volksschullehrer für Ertheilung des gewerblichen Vorbereitungsunterrichtes im Jahre 1877/78 aus der Stadtkasse. HI. GR. Regali zieht den angeineldeten selbstständigen Antrag, betreffend die Errichtung einer öffentlichen städtischen Badeanstalt am linken Ufer des Laibachflusses, gegenüber dem Einlaufe desselben in den Grnber'schen Kanal, zurück. IV. Bericht der Polizeisectio n, betreffend die Errichtung einer Badeanstalt entweder im Laibachflusse oder in der Kolesiamühle am Gra-daschzabache. (Referent GR. Dr. Keesbacher): Es liegen zwei Projekte vor. Das Wasser iin Laibachflüsse wäre in sanitärer Beziehung jenem im Gradaschzabache vorzuzieheu, aber die Stromverhältnisse und die bevorstehende Regulierung des Laibacher Moores lassen die Errichtung einer Bade-Anstalt im Laibachflusse minder zulässig erscheinen; durch Errichtung einer solchen Anstalt würde die Schiffahrt gestört, das Flußbett ist zu solchem Zwecke zu eng, überdies müßten die Ubicationen alljährlich vor Eintritt des Winters weggeräumt und vor Beginn der Badesaison wieder aufgerichtet werden. Im Gradaschzabache begegnen wir solchen Hindernissen nicht, dort ist entsprechender Raum zur Errichtung einer öffentlichen städtischen Kaltwasser-Bade-Anstalt vorhanden. Die Vonseite des Laibacher Magistrates und Stadt-Bauamtes gepflogenen Erhebungen ergaben, daß die Kolesiarealität, welche sich zur Errichtung einer Bade-Anstalt vorzüglich eignet, aus einem Wohnhanse, einer Mahlmühle, einer primitiven Bade-Anstalt, Wirtschaftsgebäuden, sechs Joch Grundstücken und aus einem werthvollen Wasserrechte besteht und auf 14,240 fl. 69 kr. geschätzt wurde. Die dringend nothwendigen Bade-anstalts-Adaptierungen würden einen nur geringen Betrag, die Aufführung von Erweiteruugs- und Umbauten einen Geldbetrag von 8454 fl. in Anspruch nehmen; letzterer Betrag könnte in drei Jahresraten abgezahlt werden. Der gegenwärtige Besitzer der Kolesiarealität hat sich bereit erklärt, letztere um den Preis von 9600 fl. der Stadtgemeinde Laibach zu verkaufen; das hierauf haftende Satzkapital Per 5000 fl. könnte hierauf weiter belassen werden. Die primitive Bade-Anstalt trug bisher jährlich 890 fl. 60 kr. Brutto ein; Steuern, Reparaturen und Inventar nahmen jährlich 700 fl. in Anspruch; überdies ist der Ertrag der Mahlmühle und Grundstücke den Einnahmen zuzuschlagen. Diese Realität würde der Commune Laibach alljährlich einen Reinertrag von 450 fl. abwerfen. Der Ankauf der Kolesiarealität würde 10,000 fl. und die Herstellung einer komfortablen Bade-Anstalt eben auch 10,000 fl. in Anspruch nehmen, die Commune Laibach würde in den Besitz einer ertragsfähigen Realität gelangen, während die Herstellung einer Bade-Anstalt im Laibachflusse mindestens 7< >00 ft. kosten würde, welche Ausgabe voraussichtlich alle drei Jahre zu erneuern wäre. Die bei der Kolesiamühle bestehende Wasserkraft könnte auch zu anderen öffeutlichen Stadtgemeindezwecken in sanitärer Beziehung benützt werden. Durch Aufrichtung eines mechanischen Filterkastens würde die Commune im Besitze einer entsprechenden geschlossenen Bade-Anstalt und eines öffentlichen Freibades sein. In finanzieller Beziehung stellt sich das Kolesiaprojekt günstiger als das Laibachfluß-Projekt. Die Stadtgemeinde Laibach möge den gegenwärtigen günstigen Zeitpunkt zum Ankaufe der Kolesiamühle nicht unbenützt vorübergehen lassen; die Stadtkasse ist Heuer in der Lage, die verlangte Barzahlung hiesür zn leisten. Es ist Pflicht einer Landeshauptstadt, eine öffentliche Kaltwasser-Badeanstalt zu errichten, um so mehr, als Vonseite der Privaten in dieser Beziehung nichts zu erwarten ist. Auch vom sanitären Standpunkte aus betrachtet, erscheint die Frage der Errichtung einer städtischen Badeanstalt als eine dringende. Der Referent stellt folgende Anträge: 1.) Der Gemeinderath genehmige den Ankauf der Kolesiarealität saiumt Wasserrecht um den Preis von 9600 fl. ; 2.) im Verlaufe des heurigen Jahres seien nur die dringend nothwendigen Adaptierungen vor-zuuehmeu; 3.) betreffend die Nen- und Erweiterungsbauten bei dieser von der Commnne Laibach an-gekanftcn Realität, und 4.) betreffend den Verkauf disponibler Grundstücke von dieser Realität, habe der Magistrat die geeigneten Anträge zu stellen. Der Vorsitzende eröffnet hierüber die Debatte. GR. Regali stellt drei Gegenanträge: 1.) das Gradaschzaprojekt sei zu vertagen; 2.) der Magistrat habe ein Verbot bezüglich des Badens im Gradaschzabache zu erlassen; 3.) es sei eine billigere Bade-Anstalt mittelst Herstellung eines Bassins nächst den Ufern des Laibachflusses zu errichte». GR. Doberlet bemerkt, im Gradaschzabache habe man seit Mcnschengedenken gebadet. GR. Potocnik erhebt gegen beide Projekte finanzielle Bedenken, weiset auf die hohen Steuern und Zuschläge hiu und schließt sich dem Vertaguugs-antrage Regali's an. Der Referent widerlegt die Gegenanträge und Einwürfe, vertritt die Sectionsanträge und betont: die Errichtung einer städtischen öffentlichen Bade-Anstalt sei ein unbestreitbares Bedürfnis für Laibach und, diesem Rechnung tragend, müsse die Commune Laibach, wie bei anderen ähnlichen Anlässen, aus öffentlichen Rücksichten Opfer bringen. (Beifall.) Der Vertagungsantrag Regali-Potomik und die Anträge Regali's 2 und 3 werden mit 19 gegen 10 Stimmen abgelehnt und die vier Sectionsanträge mit 19 gegen 10 Stimmen angenommen. Hierauf Schluß der öffentlichen Sitzung. Witterung. Laibach, 27. April. Morgens Nebel, dann theiliveise heiter, Sonnenschein, windstill. Wärme: morgens 7 Uhr -i- 7'6°, nachmittags 2 Uhr -i- 19 0° 6. (1877 16 2»; 1876 -j- 14 9« 0 ) Barometer im Steigen, 728 7 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 11-2°, um 0 7" über dem Normale. Telegrafischer Äursbericht am 27. April. Papier-Rente 60 30. — Silber-Rente 64 — Gold- Rente 71 50. — 1860er Staats-Anlehen 109 75. — Bank-actien 781.— Kreditactien 202 —. — London 123-25.— Silber 107.30. — K. k. Münzdukaten 5 84 — 20-Francs-Stücke 9 87'/,. —100 Reichsmark 60'75. — (Für Beamtenkreise.) Der erste allgemeine Beamtcnverein der österr. - ungar. Bivn-archie hat soeben seinen Gefchäftsausweis pro Biärz 1878 ansgegeben. Mit Ende des vorigen Jahres befanden sich bei der Lebensversicherungs-Abtheilnng 29.080 Verträge über fl. 27.234,037 Kapitalsund fl. 53,875 Rentensumme in Kraft. An Versicherungsbeträgen wnrden im Jahre 1877 fällig fl. 332,750. Der Zuwachs an nenen Versicheruugs-abfchlüssen vom Jänner bis Ende März d. I. beträgt 870 Verträge über fl. 825,377 Kapital und fl. 2350 Rente. Durch Todesfälle erloschen während derselben Periode 92 Verträge, aus welchen fl. 74,000 Kapital und fl. 200 Rente fällig wurden. Die feit Begiuu des Vereines ausgezahlten Versicherungskapitalien betragen fl. 1773,000. Ende März d. I. bezifferte sich der Versicherungsstand nach Abschlag der Erlöschungen infolge Rückkäufen, Todesfällen u. s. w. auf 29,523 Verträge (Polizzen) über fl. 27.658,232 Kapital uud fl. 55,475 Rente, wovon ein Kapitalsbetrag per fl. 762,163 rückversichert war. Die im ersten Quartale dieses Jahres fällig gewesenen Prämien betrugen fl. 236,427. — (Der Agiozuschlag) wird vom l. Mai 1. I. an zu den hievon betroffenen Gebüren jener Bahnanstalten, welche zur Eiuhebnng eines Agiozuschlages berechtigt sind nnd von diesem Rechte Gebrauch machen, mit 7 Perz. berechnet. Hiedurch wird die im Zivilverkehre bestehende theilweise Erhebung eines I5perz. Agiozuschlages im Personen-, Gepäcksund Eilgutverkehre der k. k. priv. Südbahngesellschaft nicht berührt. Die zugunsten des Publikums bestehenden Ausnahmen von der Einhebnng eines Agioznfchlages überhaupt, sowie nicht minder jene Ausnahmen, welche durch die Fixierung eines Ma-ximal-Agiozuschlages für gewisse Artikel auf einigen Bahnen znr Einführung gelangten, bleiben unverändert. _______________________ Gedenktafel über die am 2. Mai 1 878 stattfindenden Li-citationen. 3. Fcilb., Selausche 8kcal, Jnnergoriz, BG. Laibach. — 3. Fcilb., Stoper'sche Real., Scebach, BG. Krainburg. — 2. Fcilb., Zcleznik'sche Rcal,, Oberkoschaua, BG Adels-berg. — 2. Fcilb., Sabcc'schc Rcal., Scuzc, BG. Adclsbcrg. — 2. Fcilb., Znidersii'sche Rcal., Bnjc, BG. Adclsbcrg — 2. Fcilb., Zele'sche Rcal., Dorn, BG. Adclsbcrg. — 2. Fcilb., Audolek'sche Rcal., Kompoljc, BG. Großlaschiz. — 2. Fcilb., Jersin'sche Rcal., GabrovSica, BG. Sittich. — Neuerliche I. Fcilb., Gilak'schc Rcal, Bruchauavas, BG. Großlaschiz.— Neuerliche I. Fcilb., Pugel'sche Rcal., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 1. Fcilb., Zuidarsik'sche Rcal., Cesta, BG. Großlaschiz. — 1. Fcilb., Cerkek'sche Real., Hrastje, BG. Rudolfswerth. Verstorbene. Im Zivilspital: Am 19. April: Mrau Johann, Knecht, 55 I, Hirnhautentzündung ; Jc^ck Gertrud, Jnwohncrin, 67 I., Lun-gcutubcrkulosc. -- Am 2V. April: Mcscc Franz, Tischler-gcscllc, 21 I, Plcuropncnmouia.____________ Telegramme. Hamburg, 26. April. Die Krankheit Bismarcks verlauft nvrinal. Berlin, 26. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, der Schwerpunkt der diplomatischen Action liege in der Antwort Englands auf die Anfrage Italiens nach dem positiven Programme der englischen Orientpolitik. Petersburg, 26. April. General Heimann ist am Typhus gestorben, General Tottleben am 25. d. von Odessa nach San Stefano abgereist. Gute kroatische Weine, einige hundert Eimer, werden wegen Auslösung des Geschäftes billigst verkauft von 5 fl. 50 kr. aufwärts, 1875er Jahrgang s 10 sl., bei Leopold Laumgiirtner, <206) 4-1 Agram, Jelaeiö-Platz. Künstliche (172) 9 Zi'ilM nnd Grt'ilsk werden nach der ucucstcu Kunstmethode schmerzlos eingesetzt. Vollkommen schmerzlose A a h n o p e r a t i o n e n unter Einfluß des sehr angenehm wirkenden Luftguse8 (ÄiekoXyl!ukgll8l vorgeuommeu vom an der Hradeezkqbrücke im 1. Stock. IN«. Muudwasseresseuz Flacon 1 fl. und Zahnpulver Schachtel 60 kr. sind außer im Ordiuationslokale noch bei Herrn Karinger uud den Herren Apothekern Maier uud Svoboda am Preschernplatze zu bekommen. Das militär-geogr. Institut in Wien hat uus dcu Verschleiß seiner Kartenwerke übergeben. Wir empfehlen uns zu geneigten Partie- uud Detailaufträgen. Die Probe- nnd Uebersichtsblätter der diversen Kartenwerke liegen in der Buchhandlung znr gefälligen Ansicht auf. (194) 2 Preisverzeichnisse werden gratis abgegeben. Äg. v. Kleiumayr LF.Lamberg. "U »-» r-L2- 0 0 O »o K L > tu -ST ^ --^.-LZ-SSZ- ZstzxßZs S rr. .i-» « " kin 8kI1ene8 kreignirr ja, «in im Buchhandel gewiß s«nsatt»n erregend«» Fall ist e», wenn ein Buch 100 »uflagen «lebt, bei» einen so großartigen Srsolg kann nur ein Wert er« lieten, welches sich in g»n) «»ßerordentticher weis» dt« Kunst de» Publikum« erworben hat. — Da» berühmt« popuILr-medicinische Werl: „vr. «iry'» Raturh«tt-methode" erschien in und liegt darin allein schon der beste »ewei» sitr die Gediegenheit seines Inhalt«. Diese reich il!»ftrirle, vollständig mngeardeitete Jubel-«u»g»d« kann mtt Recht allen Kranken, welche dewilhrli Heilmittel »ur Beseitigung ihrer Leiden anwcnden wollen, dringend zur Durchsicht empsohlen «erden. Die darin ab« gedruckten Original-Atteste beweisen die »»>erord»»t-lichen tzeilerlolge und sind eine Garantie dasür, daß da» Vertrauen der Kranken nicht getäuscht wird Obige» »«« Seiten starke, nur er Ir. <> W. kostende Buch kann durch jede Buchhandlung bezogen werden, man verlange und nehme jedoch nur „Dr. Siry'r Natur« Heilmethode", Dri?im>l-X»«gade von «iichter'» Verll>g»-L»ft«lt in eeipji,. Für Haushaltungen und Bammteritehmungen! ZG? Bau- und Galanterie-Spengler, Laibach, Stadt, Schustergasse Nr. 4. (Vcrl>iiid»»gsgasse dcs Äncrspcrg- mit Ski» Preschern-Platzc.) Ich cmpsehle hiemit dein P. T. Alle Gattungen Kasscc- < Publikum Alle Gattungen »asscc- § maschiiicn, als: Schnell- ? . -PW,, lNklll Mülfort,erle« Lager r»Ia8 ult,An drücken- i in vou allen iu der Haushaltung verwendbaren licrd, Gulaschmaschiiicn mit ErdäPseldimster sür Spiritus »nb Sdarl,erd, Damps-Eicrkochcr aus Spiritus. Badwannen ndZ undSitzwannen, lackierte Wasserschaffein und Wasserkannen. 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(rekbrte Rsäsction! leb ersueke uw AölLlligs volliobg-ltlieiis ^.uso»dws oktelistelikllätzr, io äsr Kummer 10 äer „2eitsckrikt livs Lllxemsiosii cisterreiebisebkn ^.potlielrerverkioss Lliittseite 164, entkaltkiiöll Xoti^ : „Heber eins Resebvoräs 6s8 ^potkeksr-k'ilis.Ixrkilliiims äss bvstLiiäslleii .liiux-dun^lLuer Lreises ist von äer lr. Ir. Ltktttdktlterei io krax mit äem Lrlssne vom 5. ^Lnovr 1878, 2. 70705, äik NLelisttzdeoäk ^Vsisunx Ln dis Ic. k. Lsrirlcsliitllptmktllo-scbkttell iw Lprenxel äes ebsmüligvo ^uoxbuorlrtuer Preises keritdxeli»ußt: Liu ^xotdsker-k'iljLlgroioirim dssckverts sied über erli»ii6 nelinikiulen Ickissbraned, äktss wpäilraiiientvss ki-Lpkrsts uocl LperiktlitLtko äorcd I>Is.teris.IvLr8llbiwäIer uiul Lktullsuts verkauft vsrcleo. uuä g»ss Lernte an Orten selbst clispensiereo, tvo sie äktru niebt dereebtißt sioil, oäer für berechtigte RktusL^otbeiiell cleu Lrroeidsäsrf von Nktteriktlisten berieben, unä ärtss clie den politiscbeii llnterbekurcleo nustekeväe HktnäbLlmog <1er äiesberüZlieden Kssetre unä Verordnungen nur I»u dstrieben unä dsäurcb einerseits äer XpotdelcerstLnd gesebLdißt veräe, Lvclersrseits »uvk leiebt LcbLäiguiißen des Lllzemeinen Kssundbeitsvobles entstellen können. Oewrutoize verden der Herr lc k. 8enirksdLiii>twktnn unter Ilinveisnox s.u5 die dikstülls l,e-stebenden Verordnungen »ukgsfordsrt, diesein 2veixv der öüentlieben 8ktnitLtspoIi/ei dis xebürende LnfmerksLilllceit ?u widmen uud insbesondere niebt nur dureb die 1. k. övrirksLrrite, sondern ktueb dureb die Angestellten OommunüILrrte die lilLteriril-varellbsodlungen reitveise lrontrollieren rn ILSSSN. od die idnen rustebenden Lefux-nisse niebt übersebritten werden. Lerüglied des Handels mit. LrrneivLren vird bier besonders »uk kunlrt 6 des latentes vom 25. Covernder 1775 (Verbot des Ver-Irknfes von Oebeiwrnitteln), Lut die mit Onbernietl-Verordnung vow 14. Lpril 1837, 2. 17835, und vorn 19. Lngnst 1836, 2. 36718, ferner s.nk ß 12 des 8»osierp».tenttzs und ZK 345 und 354 des 8tr»fßesetres vom ^abre 1852, ferner »nt die Znstir-ministeriktl-LrlLsse vom 19. ^luni 1855 (k. 6. LI. Ar. 107) und vow 9. August 1857 (k. 6. LI. Rr. 151), endlieb Luk H 27 der Keverde-Ordnung berüglieb des ÜLltens von llLusitpotbeken, bs^iebunxsvsise des Lelbstdisxensierens der Zerrte »uk d»s Ilofdeliret vow 10. l^itr^ 1795, dünn Luk den Z 32 der okirurgiseden Orewialordnung vom ^»bre 1822, endlieb Lus Z 12 der LlinisteriLlverordnuvL vorn 3. Derewber 1872 (R. 6. 81. Isr. 172) bingewiesen." — (207) Liiert auvli in Oesterreivk'? Gasthaus „zur Pfeift", Stadt, Lingergafse, gute Krainerweine zu 32, 36 und 40 kr., Auers Märzenbier, gute warme und kalte Küche empfiehlt (208) 3-i Föäerl. Zu verkaufen: Polnisches Gestütpfcrd, Wallach, Fliegenschimmel, 160 cm. hoch, 12 Jahre alt, sehr vertraut, hübsch aufgesetzt, guter Geher. Näheres im Coliscum. (198) 3—3 Die Kauptnieäerkage in Kram der Zementfabrik in Markt Tüfser befindet sich in Laibach: Gradischa, Burgstallgasse Nr. 2. : per 100 Kilo ab obiger Niederlage 2 fl. — kr. ö. W., per 100 Kilo ab Bahn Laibach 1 fl. 90 kr. ö. W. 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Die in den Zeitungen angebotencii Heil- und Gesnndhcitsmittel werden zwar heutzutage sehr bekämpft und angcfochten, aber das geschieht nur ans Unkenntnis und Vorurtheil und aus Mangel an Sachkenntnis, sowie nicht selten anch aus Mißgunst und Brodncid. Denn in Wahrheit ist es mir eine Wohlthat für die leidende und kranke Menschheit, daß gute Heil- und Gesundheitsmittcl anch durch die Zeitungen angcbotcn werden, wodurch die Kranken und Leidenden wenigstens eine Auswahl der Mittel habe». Aber alle Heil- und Gesnndhcitsmittel, und so anch die in den Zeitungen angebotenen, müssen den berechtigten wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen, welche darin bestehen, daß alle Heil- und Gesnndhcitsmittel vollkommen unschädlich sind, wirklich aber gnte und heilkräftige Eigenschaften besitzen. Ich habe Gelegenheit gehabt, Herrn Apotheker Wilhelms Schncebergs Kräutcr-Allop einer ganz genauen analytisch-chemischen und pharmako - dynamisch-physiologischen Prüfung zn unterwerfen, durch welche ausführliche wissenschaftliche Prüfungs-Weife die spezifischen Eigenschaften der Heil- und Gesundheitsmittcl nämlich am gründlichsten erforscht und auf unparteiische Weise festgcstcllt werden. Dieser Prüfung zufolge ist Herrn Apotheker Wilhelms Schncebergs Kräuter-Allop von allen schädlichen Bestandtheilen vollkommen srci, was die hauptsächliche Eigenschaft der in den Zeitungen angcbotencn Heil- nnd Gesundheitsmittcl sein muß. Im Gcgcn-theil aber enthält Herrn Apotheker Wilhelms Schncebergs Kräuter-Allop durchschnittlich uur solche auserlcscnc und wohlthätigc Gcbirgskräutcrstosfe, wclchc nach den Anssprüchen großer uud berühmter Acrztc, wie dieses in deren Schriften zu lesen ist, bei Brust-, Hals- und Lungcnlcidcn aller Art von der allergrößten Heilkraft und Wirksamkeit sind, daher entspricht Herrn Apotheker Wilhelms Schnecbcrgs Kräuter-Allop vollständig allen wissenschaftlichen Anforderungen und verdient um seiner vortrefflichen Eigenschaften willen mit Recht eine immer weitere Verbreitung und Empfehlung, was ich hiermit gutachtlich in unparteiischer Weise, nur der Wissenschaft und der Wahrheit gemäß, bestätige und beglaubige und zugleich bemerke, daß Herr Franz Wilhelm, Apotheker in Nennkirchcn, bereits seit dem Jahre 1855 der alleinige Versertiger dieses Kräuter-Allop ist. Berlin, 18. August 1876. Dr. Hetz, d, 8 ) rönigl. preuß. approbierter Apotheker erster Klasse, ^ ' gerichtlich vereidigter Chemiker und wissenschasllichcr Untersucher und Sachverständiger sür medizinische, Pharmazeutische, chemische und Gesundheitspräparate aller Art. (594) 4—4 Eine Originalflasche fl Erzeuger 1 25 östcrr. Währung, zn beziehen beim alleinigen I'rans Apotheker in Nciinliirchcn, tlicdcr-Vcstkrrcich, und bei nachstehenden Firmen: Ii» I ; Adelsberg: I.A. Kupferschmidt, Apotheker; Agram: Sig. Mittlbach, Apotheker; Bozen: F. Waldmüller, Apotheker; Borgo: Jos. Bcttaiiini, Apotheker; Bruueck: I. G. Mahl; Brixen: Leonhard Staub, Apotheker; Cilli: Banmbach'sche Apotheke und F. Rauscher; Essegg: I. C. v. Dienes, Apotheker; Frohnleiteu: Vin-ccuz Blumauer; Friesach: Ant. Aichinger, Apotheker; Feldbach: Jos. König, Apotheker; Gospic: Valentin Vouk, Apotheker: Glina: Ant. Haulik, Apothckcr; Görz: A. Frauzoni, Apothckcr; Graz: Wcnd. Trnkoezy, Apothckcr: Hall, Tirol: Lcop. v. Aichingcr, Apothckcr; Innsbruck: Franz Winkler, Apotheker; Jnnicheu: I. Staps, Apotheker; Jvanic: Ed. Polovic, Apotheker; Jaska:^ Alex. HciHic, v. Erlach, Apothckcr; Marburg: Alois Quaudcst; Mcran: Wilhelm v. Pern-wcrth, Apotheker: Mals: Ludw. Pöll, Apothckcr; Murau: Joh Stcyrcr; Pcttau: C. Girod, Apotheker; Möttliug: F. Wach», Apothckcr; Pcterwardei u: R. Dcodatto's Erben; Radkersburg: Cäsar E. Andrieu, Apothckcr; Rvveredo: Richard Thales, Apotheker; Rudol'fswerth: Dom. Rizzoli, Apotheker; Tarvis: Eugen Eberlin, Apotheker; Triest: C. Zanctti, Apotheker; Villach: Fcrd. Scholz, Apothckcr; Vukovar-, A. Kraiesovies, Apotheker; Vinkovcc: Friedrich Herzig, Apotheker; Warasdin: Dr. A. Halter, Apotheker; Wiudischgraz: G. Kordik, Apothckcr; Zara: V. Androvic, Apotheker. Das P. T. Publikum wolle stets speziell Wilhelms Tchueebergs Kräuter-Allop verlangen, da dieser nur von mir echt erzeugt wird nnd da die uuter der Bezeichnung „Julius Btttuers Lchnecbcrgs »triinter-Allop' uorkommeuden Fabrikate unwürdige Nachbildungen lind, vor denen ick besonders warne. ____________ ______________________ Loktsi' s ^ / antisrttii-itisvtiei-, sntii-tieumstisotie/ Hs 6INÜIF08 sjokvr nirkonäös Liutrsiui^snil tiir tiielit. Nerven, Oelsnli.qelinikr^sn. HiiilwrriloiilLi, llntsrisibz-Vsr8t»jitnn>n null so ^ mstirersn l-siiien. Unters,lcht, angewendct und als heilbringend erkannt von: k. k. Regierungsratb und o.-ö. Univcrsitätsprofcssor Dr. L. Fcilzl, Direktor des botanischen Martens in Wien re re., Pros. Gppolzcr, Dr. van Klogcr in Bukalest, Dr. Lust in Wien, Dr tlödcr in Wien, Dr. Zohamirs Müller, Med>-i„alrath in Berlin, Dr. Med. Ä. Eroyen in Newyork^ Dr. Ländlich n> Wien, Lr. Hcß in Berlin, Dr. Lchmann in Wieselburg, Dr. Werner in Breslan, Dr. Malllch in Äiubisnvpolje; von Len praktischen Aerzten: Hilger in Nachling, Nnßcger in Abicn>u, Lruchhol; in Marzaly, Jankomic in Nakofalwa und vielen andere» Aerzten (588) K—4 Allein erzeugt von , Apotheker in Neunkirchen. Ein Packet, in acht Gaben gctheilt, nach Vorschrift des Arztes bereitet, sammt Gebrauchsanweisung in diversen Sprachen 1 Gulden, separat für Stempel und Packung 10 kr. Mau sichere sich vor dem Ankauf von Fälschungen und wolle stets „^Villielin« antiarthritischen antirhcumatischcn Blntrcinignngsthce" verlangen, da die blos unter der Bezeichnung antiarthritischer antirheumatischcr Blutreinigungs-thee auftaucheudeu Erzeugnisse nur Nachahmungen sind, vor deren Ankauf ich stets warne. Zur Bequemlichkeit des P. T. Publikums ist der echte Wilhelms auti-arthritische anlirhcumatische Blntretnigungstlice auch zu haben in I : I Adclsberg: Jas. KnpferschmiSt, Apotheker; Agram: Sig. Mittlbach, Apotheker; Borgo: Gills. Bettanini, Apothckcr; Bruck a. d. Mur: Albert Langer, Apotheker; Bozen: Franz Waldmüller, Apothckcr; Bruneck: I. G. Mahl; Bello-vär: Rud. Swoboda, Apothckcr; Brixcn: Leonhard Staub, Apotheker; Bleiberg: Joh. Neusser, Apotheker; Cilli: Baumbach'sche Apotheke und Franz Rauscher; Cor-mons: Hcrmcs Codolini, Apothckcr; Cortina: A. Cambruzzi; Dcutsch-Laudsberg: Müllers Erben; Essegg: I. C. v. Dienes. Apotheker, und Joses Gobetzki, Apotheker; Fürstcnscld: A. Schröckenfnx, Apothckcr; Frohn leiten: B Blumauer; Friesach: O. Rllßhcinl, Apothckcr, und N. Aichinger, Apothckcr; Feld-bach: Josef König, Apotheker: Görz: A. Franzoni, Apotheker: Graz: I. Purg-leituer, Apotheker; Guttariug: S. Vatterl; Grubisnopolie: Josef Malich; Gospic: Valentin Vouk, Apothckcr; Grafendorf: Josef Kaiser; Hermagor: Jos. M. Richter, Apothckcr; Hall (Tirol): Lcop. v. Aichinger, Apothckcr; Juden-burg: F. Scnckowitfch; Inn ichcn: I. Stapf, Apothckcr: Imst: Wilhelm Deutsch, Apotheker; Jvanic: Ed. Tollovic, Apothckcr; Karlstadt: A. E. Katkic, Apothckcr, und I. Benic; Klagenfnrt: Karl Clcmcntschitsch: Kindsbcrg: I. Karineic; Kapscnbcrg: Turner; Kuittclscld: Wilhelm Vischncr; Krainburg: Karl Lchauuig, Apothckcr; Lienz: Franz v. Erlach, Apotheker; Leoben: Joh. Pe-scrschy, Apothckcr; Marburg: Alois Quandest; Möttling: F. Wacha, Apotheker; Mürzzuschlag: Johann Danzer, Apotheker: Murau: Joh. Stcyrcr; Mitrowitz: A. Kerstonovich; Mals: Ludivig Pöll, Apotheker; Neumarkt (Steiermark): Karl Maly, Apotheker; Otocav: Edo Toniaj, Apothckcr; Praßberg: Joh. TribuS; Pcttau: C Girod, Apothckcr; Peterw ardeiu: L. C. Juuginger; Rud olssw erth: Tom. Niz uli» Apotheker; Rottcumaiin: Franz X. Illing, Apoth.; Rovcredo: Richard Thalcs, Apoth.; Radkersburg: Cäsar E. Andrieu, Apoth.; Sam obor: F. Schwarz, Apolh.; Sebcnico: PctcrBcros, Apoth.; Straß-bnrg: I. V. Corton; St. Vcit: Julian Rippcrt; Stainz: Valentin Timouschck, Apoth.; Scmlin: D Joannovics Sohn; Spalato: Venatio v. Grazio, Apothckcr; Schlandcrs: B. Würstl, Apoth.: Triest: Jak. Scravallo, Apoth.; Trient: Ant. Santoni; Tarvis: Engen Eberlin, Apoth.; Villach: Math.Fürst; Vukovar: A. Kraicsowits, Apoth.; Vinkovce: Fried. Herzig, Apoth.; Warasdin: Dr. A. Halter. Apotheker; Windischgraz: Jos. Kalligaritsch, Apotheker, und G. Kordik, Apotheker, Windisch-Fcistriz: Adam v. Gntkowski, Apotheker; Zcngg: Jos. Äccurti, Apoth.; Zara: V. Audrovic, Apoth.; Zlatar: Joh N. Pospisil, Apoth. Druck von Jg. v. Klciumayr L F c d. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.