Lmlmcher Zeitung. Nr. 139. Pränumerationüprei«: Im Comptoir zanzj. fl. 11, halbi. si. 5.5». Fi!l die Zustellung ins Hau« halbt.öulr. Mit berPost aaiizi.st. 15. halbj. ft.7.üu. Dienstog, 14. Juli Insert tonSgebilhr bis 10 Zeilen : imal «« lr., lm.3ulr., 3m. 1st.; sonst pr.Zeile im. «Ir.,üm.8lr., »m. iU li. ii. s. w. Iüserliviisstcmpcl iebcem.»0l». 1868. Aintlicher Theil. Wer Minister dcs Iuucru hat die Ingenicurassi-stenten Johann Flatz, Johann Elmenrcich, Ignaz 6edcr und Anton Geppcrt zn Ingenieurs für dcn Staatsbaudienst in Tirol nnd Vorarlberg ernannt. Der Unterrichtslninister hat dcn Hilfslehrer an der l- k. deutschen Obcrrcalschnlc in Prag Wendel So bet zuni wirtlichen Lehrer «x!>n >ll>iu>» an der dortigen f. k. böhmischen Obcrrcalschulc ernannt. Das Ackcrbauministcrium hat die Hcrrcu Friedrich Vabcrlandt in Ungarisch - Altcubnrg, Ferdinand Ylllcr iu Prag, Dr. Anton H l ubc k in Graz, Alois Knrschncr in Troppau, Dr. Raphael M o l i n in Wicu, Wilhelm v. Ritter in Görz und Gilbert von Scari in Mczzolombardo zu Mitgliedern der für Mittwoch, den 15). Juli d. I., nach Wien einberufenen !' ^ 2uli 1868 w.ge» thnlw^r Ab«„-d^rmlg der Verovduuiiss uo>u 18, October 1807. (R. (Z. Bl. «« .>^^'" V"rrff drr Br°>mtwci!,bcstrllsNl„n; »tl. ^>1 dm Erlaß drö Finauzministerium« vom 10. Juli 186« ilbcr dcn Vcgun, dcr Wirksamlcit des Geschcö uoni «. Juli Nr, 93 dm Erlaß dcS Fmaiijiumislcriums vom 10. Juli 1868 wrqe» Durchflihriniq dri< GcsctzeS vom 8. Juli 1868, l>e-trrfftnd dic thlilweise Abänderung des Gesctzct« uom 18teu Octuber 1365 iu Betreff dcr Bralmtwcmbrsttuenmg; — giltig fllr dic Könic,rcichc, Läudcr und Landcölhrilc, iu drnen die Vrauulwciubcsieueruuq nach dcr El'.cunmia. statt-ftndet ' ' <, ^ , (Wr. Ztg. 3ir 164 vom !2. Juli.) Nichtamtlicher Theil. Nn Tommcntar Mr päpstlichen Allocution. Laibach, am 13. Juli. Es scheint, daß man in leitenden kirchlichen Krci-^m?"^ den sich mehrenden Protesten gegen die ausa n'/^'"'°" ""d rücksichtlich ge en die darin « un^s ^7 '"cksichtslose Vcrwer uug der StaatS-licken W^' ^' ^""fniß fühlt, sich mit der öffent-"aien Meinung auseinanderzusetzen und dem päpstlichen Proclam die Spitze abzubrechen Der „VolkSfrcund," dcn man allgemein als Organ eines hohen geistlichen Würdenträgers betrachtet und welcher schon in dem bekannten Streite mit dem fcndalen „Paterland" die Einmischung weltlicher Rücksichten in kirchliche Dinge ganz entschieden verdammt hatte, bezeichnet es in seiner gestrigen Nummer als eine ganz irrige Anschauung, daß dic päpstliche Allocution sämmtliche Staatsgrnnd-gcsctzc verworfen habe. Er erklärt ausdrücklich, „daß die päpstliche Allocution nicht die sämmtlichen S taa tsg ru u dgcsc tz c berührt, also namentlich nicht daS SlaatSgruudgcfctz über die Einsetzung eines Reichsgerichtes, nicht das Staatsgruudgcsetz über die richterliche Gewalt, nicht das Staatsgrundgcsctz über die AnSnbnng dcr Rcgieruugs' und VollzugSgcwalt, nicht das Gesetz vom ^1. Dec. übcr dic gemeinsamen Angelegenheiten uud deren Behandlung, noch viel weniger das Gesetz vom 21. December, wodurch das Grundgesetz über dic Rcichsvcrtretung vom 26. Februar 1861 abgeändert wird. Das alles bleibt uon dcr päpstlichen Allocution gänzlich unberührt. Also was meint denn die Allocution mit ihrer Verdammung'? Offenbar nichts anderes, als das St aatsgru ndge setz über die allge-mci nen Rechte der Staatsbürger vom Listen December. DcSwcgen bedient sie sich der einfachen Zahl. Damit aber ja kein Zweifel hierüber möglich sei, braucht sie nicht blos die einfache Zahl, indem sie sagt: „DaS Staatsgrungesetz vom 21. December," sondern sie fährt also fort: „In diesem Gesetze (Il li>! l<>8<') wird eine vollstäudige Freiheit aller Mcinuugcnnnd Preß erzeugn isse, dievolle Glanbens- und Gewissensfreiheit, so wie die ^chrfreiheit gewährt; es wird dcn Bürgern jedes Cultus die Erlaubniß ertheilt, Unterrichts- und Erzieh ungs-Anstalten zu errichten, und es werden alle die verschiedenen Rcl i g i o n sgc n oss en sch a f -ten einander g l c i ch g e ste llt u u d u o m S t a a te als solche anerkannt." Da sich dasjenige, was dcr Papst nicht übcr dic StaatSgrundgcsctzc (deren es mindestens vier gibt) im allgemeinen, sondern nur übcr das eine Staa tsgr u ndgesc tz sagt, worin alle dicsc in der Allocution genannten Punkte vorkommen, auf dcn vorstehenden Passus beschränkt, so muß es doch jedem Vernünftigen klar sein, daß dic Worte der päpstlichen Allocution eben nur gegen dieses eine Ttaatsgrundgcsctz übcr die allgemeinen Rechte dcr Staatsbürger gerichtet scicn. Durch dic angeführte Stelle dcr Allocution wcrdcu nämlich der 13., 14., 15)., nnd 17. Artikel dieses einen Staatsgrnndgcsctzcs, ihrem prin- cipiellen Theile nach, aufgeführt und als verwerflich be« zeichnet." Wir können die Beweisführung, daß die gedachten Gcsctzc dem Concordatc widersprechen, mit Beruhigung als einigermaßen antiquirt übergehen, nnd nehmen mit Befriedigung davon Act, daß nicht blos die andern Staatsgruudgcsctzc, sondern selbst auch die andern Artikel dieses einzig in dcr Päpstlichen Allocution besprochenen Staatsgruudgcsetzcs dnrch dieselbe völlig unberührt bleiben. Dcr „Polksfrcuud" crkenut also dic Verfassung an, uud vcn diesem Momente an kinn zwischen ihm uud deu Feudalen kcinc Cooperation mehr bestehen. Freilich müssen wir und mit uns dic öffentliche Meinuug bei dem Proteste gcgcu die Allocution beharren, denn wer auch nur E in es dcr Staatsgruudgcsctzc odcr cincu Theil derselben angreift oder nicht anerkennt, legt eben Bresche in dic Vcrfassnug, uud wir können uns die Verfassung nicht als Stückwerk, sondern nur als einheitliches Ganze denken, allein wir bemerken mit Vergnügen, daß unsere Gegner einen staatsklngcn Rückzug antreten uud daß sie selbst ihre Opposition auf das Feld dcr Prin -cifticu fragen zurückführen. Wir vcrtraucu darauf, daß unsere Vcrfasfnng in dcr Ausführung bald so feste Wurzeln geschlagen haben wird, daß principielle, theoretische Proteste uud Dcductioncn ihr nichts mehr wcrdcn anhaben können. Ueber die Hussltcnfthtt schreibt die „Presse".- Die Czechen haben Unglück; sie mögen was immer beginnen, es schlägt alles fehl, so anch die Hussitenfahrt nach Constanz. „Wenn die zweihundert Czcchen," schreibt mau uns auS Paris, „durch ihre Fahrt nach Constanz die öffentliche Meinung Europa's für dic Wcnzclstroue zu gewinnen dachten, fo haben sie wenigstens in Frankreich keinen Erfolg gehabt. Es mnß den Franzosen nm so bedeutungsloser vorkommen, daß ein czechischcr Redner den Dcntschcn, wofern dicscllxn nur das czcchische Reich sich entwickeln lassen, die Einheit gönnt, als Frankreich sich selber kaum die Kraft zutraut, dicsc Einheit zu verhindern. Man konnte sich dieser Tage in Prag vollständig überzeugen , daß die Sympathien Frankreichs, und zwar dcö kaiserlichen wie dcS liberalen, ganz für Oesterreich sind. Nachdem die freiheitliche Entwicklung Oesterreichs allen rcactionärcn, besonders ultramontanen Organen in Frankreich ein Stcin dcs Anstoßes geworden ist nnd dic demokratische „Presse" keinen wirksameren Stachel gegen die Regierung zu richten weiß, als „die Freiheit Die Pantoffeln. Eine Erzählung aus dem pcbcn. Von Tchmiedl G.d»I"^'',?2"^"7'5 d°„lt, l,a, mich stt,« dn-!5 I'l'i!I(X>5, l.'INi ,,lN' 6i>!I<1il, z-u.' l!'lm,l)()i,.,> tticln'Ii.u, abgestiegen, wurde ich echt franzö-Nsch, frenndlich und fein aufgenommen und verlebte' da ln höchst angenehmer Gesellschaft von zwei Herren, die 'ml nur zugleich angekommen waren, der eine k. k. Ma-lor, dcr andere Professor, während dcr famosen Weltausstellung des Jahres 1867 viele denkwürdig herrliche Ehe ich anf ciu klcincs Rciscabentheucr nberaehe welchem me.ne Erzählung ihren Ursprung verdankt, will ,ch memc freundlichen ^cscr übcr den Grund aufklären dcr nur die nähere Bekanntschaft von Paris so wün-schcuswcrth, ia beinahe zu einer Pietätspflicht machte. '„<.!. 'm,'!'/""'! ^"" rollt französisches Blut, denn ne ne Mttter stammt aus dem nicht unberühmten Gc-N der Clavlorcs" nnd war in einem Kloster auf deutschem Boden frauzösisch erzogen, nachdem sic die Iugeudjahre iu Frankreich verlebt hatte. Daher die mir innewohnende, durch Mutterliebe geuährtc Neigung zu allem, waS französisch ist. Als ich nuu Paris erreichte, war mcinc erste Sorge, Ertundiguugcu übcr mcinc Vorfahren von müt terlichcr Scitc einzuziehen. Ich faud die in der Familie meiner Mutter erhaltene Aussage uud Ueberlieferung bestätiget, wornach dcr Großvater dcr Mutter, Eticuuc Clavier es, im Jahre 1735> iu Gcuf geboren, sci-ucrzcit Banquier in Paris war, im Jahre 1792 dnrch die Girondisten auf cinigc Monate Finanzministcr, College, Partcigcnossc und Freund Rolands wurde nnd am 8. December 1793 durch Selbstmord dcr Giii-lotinc entgangen ist. Er sollte vor dem Tribunal erscheinen und seine Anklagcactc war ihm zugestellt worden Das Lügcn-sanunclsurium derselben empörte ihu dermaßen, daß ein unwiderstehlicher Welt- und Mcnschcnctcl ihn erfaßte. Mitten in der Nacht wnrdcn seine Zellengenossen durch dcu Ausruf Lamourcttcs geweckt: „Clavi^rcs, Unglück' lichcr, was haben Sie gethan?" nnd vernahmen zweierlei schrecklich Geräusch: das Röcheln eines Sterbenden nnd das Gctroftfc seines GlutcS auf dem Boden. Alle Bewohner dcr Zelle fuhren von ihrem vager empor; sie vermochten indeß kcinc Hülfe zu fchaffcu. Nach einer halbcu Stuudc war Elavi»'res todt, aber das Blut aus seiner Todeswunde tropfte noch auf deu Boden. Seine Frau war ihm bald nachgefolgt nnd ihre Enkelin, meine Mnttcr, hatte mit ihrem Vater Frankreich verlassen und anf österreichischem Boden Schutz und Schirm gesucht und gefunden. Während meiucS Aufenthaltes zu Paris, waren es vorzüglich die Abende, wo wir, auS dcn verschiedenen Theatern oder von den Boulevards müde und matt heimkommend, ein kleines Souper ciunahmen und unS mit der Familie des Hotelier Gallon gemüthlich unterhielten. Eines Abends kam das Gespräch auf den in Gasthäusern sich so oft wiederholenden Umstand, daß Passagiere bei dcr Abreise Effecten zurücklassen, welche zu Nachscndung und Rcclamationcn Anlaß geben. Scherzweise änßcrte ich, daß, wenn einem von nns drei vorangcführtcn Voyagenrs ein derlei Vergessen widerführe, ich über dcn vergessenen Gegenstand einen Aufsatz zu liefern anhcifchig sei. Siehe da! ich in eigener Person vergaß mcinc Pantoffeln nnd erhielt, als ich solche rnckvcrlangtc, folgendes Schreiben sammt Pantoffeln im Wcgc dcr Post: I'l'i'is Ic 11. ^cpUml'l^ 1867. Hl<»!!5l'8 (M VNU5 !lw retülim<'2 l't ljU« .j'nU!'lU8 Ml8<'8 «Ic cül<) l'our V0U5 I<« »l>NVl)^<>I- f'iN' I« plu8 l)I0l)l,«!N0 I^>l cc' lni'il vnu,^ »ouvi«'»! l!0 na!l<»ir ^t <1c volrl! l)l(illu>!8l', cic' vouloir nu cus (Nl'uu ! ml'nt8 v«^^«'Ul'8 ^ uubll'l'l'ilit Z)»»' lll». xm-^I qu^Iqul.' clw«l', impiovi^li' un »-«(.-it i-ur I'0l>^< l ci'uuuli-mcllu'. V<)j<.'l »l!Nls»ll1<'>." Vl>u« n'' !l 'NU'2 l'U8 loulo ln p< iin> )ll!l'«ll' (1(! vou>> llvnil' << j<> vou>! i'l-10 n tiincc'sc« l>l)mp!!Ml'lll!>l. 6' !! l I 0 !>. So wurde der in Frankreichs Hauptstadt geschürzte Knoten zu dcr nachfolgenden Erzählung entwickelt, welche hier freundlich aufgenommen sein wolle. 1182 in Oesterreich," findcl man es einfach uubcgrciflich, daß cillcr der Hussitcusahrcr von „Despotismus" sprach. Ernste Politiker, die den czechischcn Umtrieben cinc größere Ansmcrksaillkeit schenkn, als man allgemein thut, warnen vor denselben als vor einer Gcfährduug der Reorganisation Oesterreichs; sie fürchten, dieselben möchten nicht sowohl Rußland, als Prenßcn zugute kommen. Der Franzose, der als Festredner ans dem Eonstanzer Programm stand, Herr Leger, ist hier nnr in eineui sehr llcincn tt reise als Uebersetzer von Fricz' Wert übcr Böhmen bekannt. Herr Leger schreibt in czechischc Blät-ter und rühint deren Ucbcrlcgeuhcit über die Deutschen, da cr drei Sons für die Zeile bekommt. Es ist ihm cinigcmalc gclnngen, czechisch - anti - deutsche Bcmcrluu-geu in litcrarischc Aufsätze der Revue critique cinzn-schmnggcln. allein man wird ihm im Interesse des wissenschaftlichen und anständigen Rufes jener Rcvne künftig besser auf dic Finger sehen. Dann wird sich vielleicht auch die Partei entschließen, was ihr jetzt nnmöglich ist, Herrn Leger eine Autorität zuzuschreiben." Aus der serbischen Skuptschillü. Belgrad, 7. Juli. Nach Wiederaufnahme der Sitzung demcrlte der Pläsidcut: Der gesetzlichen Bcslim mung gemäß müssen dic drei Actcustückc über die Pro-" clamiruug des Fürstcu, die Bestimmung der Cioilliste und Ernennung der Regentschaft von allen Abgeordneten unterschrieben werden. Sccrctär Glavinitsch liest das erstere dieser, für dic Geschichte wichtigen Actenslückc vor; cS lautet: „Dic große Voltsskuptschina, welche uach der Ermordung des Fürsten Michael M. ObrcnouicS lll. der ohne LeibcSerbcn verschied, am 20. Inni/2. Juli !8!)>> in Toplschidcr zusammentrat, nm über die Wiedcrbesctznna des serbischen Thrones Beschlüsse zu fasscu, hat in Anbetracht, daß lant alter VulkSbcschlüssc von dem Jahre 1839, und gemäß des Vcrats nud Hatti-schcrif des Snltans vom Jahre 1830, die durch die SvctoAndrcjcr Stuptschina von 1858 wieder crncnert wnrdcn, die serbische Fürsteuwürde im Hause der Obre« nowicS erblich ist; ferner in Ewägnng, daß laut Gesetz über die scr^ liisch-fürstliche Erbfolge vom 20. October/2. ?lovember 185!) auch die Reihenfolge bestinunt ist, wie der Thron von einem Herrscher ans den andern übergeht: endlich in Erwägung, daß der znlctzt regierende Fürst Mi' chacl M. Obrenovics lll, ohne Lcibcscrbcn verschieden, aber noch ein Obrcnovics, der Sohn Milosch I. Obrc-novicS, Namens Mllan vorhandcn ist: auf Grund besagter Gesetze einstimmig beschlossen und giebt kund: daß nach dem Fürsten Michael M. Obrcnovils lll. der gesetzliche und erbliche Fürst von Serbien, Milan M. Obrcnovics, als vierter Herrscher auS dem Geschlechte der Obrcnooics ist. Indem die große VoltSskuptschina diescö im Naincn deS ganzen serbischen VoltcS beschließt und erklärt, ruft sie aus: Es lebe Serbien! Es lebe Milan M. Obre-nouics lV., Fürst von Scibien!" Die Skupts china: Hivio ! Hivio! Ura! (Hei» terc Stimmung.) Präsident: Jetzt wollen wir der Reihe nach nlle diesen Aet nnlcrschrcibcu. Einige aus der Skuptsch i n a: Ehe wir un- terschreiben, wollen wir noch, daß dem Fürsten eventuell ein Erbe auö dcm Hans: Obrcuovics gegeben werde, Viele: Nicht nur männliche, sondern selbst die Nachkomme» der weiblichen Linie mögen als thronfähig erklärt werden. Präsident: Brüder! ich sehe, daß das Volt das Erbrecht in der Dynastie Obrcnovics noch beseitigter wissen will. Mehrere: Ja! Ja! Präsident: Das tonnen wir später in Berathung ziehen; einstweilen wollen wir dieses Oocnmcnt nnlerschrclben. Viele: Gut; a'oer wir behalten uns vor, spä» ter über dic weitere Erbfolge Beschlüsse zu fasscu. Präs.: Nir müssen innerhalb gesetzlicher Grenzen arbeiten, wir sind aber noch nicht mit dcm zu Ende, was wir gesetzlich zu vollziehen haben. Darnm laßt uns vor allem diesen Aet unterzeichnen. Wenn wir dann noch andere Wünsche haben, so werden wir sie der nächsten Sitzung überweisen. Ich bitte daher, den Act zu unterfertigen; ill. der morgigen Sitznng werden wir anhören, welche Wünsche das Voll noch ferner hegt. Viele: Wir wollen jetzt einen Thronfolger bc> stimmen. Präs.: Das wolleil wir alle, aber jetzt ist nicht die Zeit dazu. Mehrere: So ist co. (Ein verworrenes Geräusch.) Präs.: Ich bitteum Ochör. Wir kamcn nicht hier-hcr, '.im ein Thronfolgcgcsetz zu beschließen, sondern um ei neu Fürsten von Serbien zu proclamircn. Alles stimmt bei. Präs: lasset n»s nun die andern zwei Docu-menle, das übcr die Eivillistc nnd die Regentschaft verlesen und dann nnlerschrcibcii. Wollt Ih, so? Stnftlschina: Ja! Ja! Secretär (liest): Nachdem die große Sluptschina hcntc einstimmig beschlossen und erklärt hat, daß Milan M. Obreuowics lV> der erbliche Fürst von Serbien sei, hat sic fcrner in Erwägnng gezogen, daß, da der Fürst noch minoren ist und in solchem Falle, gemäß der Gesetze über die Erblichkeit des fülsllich serbischen Thrones vom 20. October (2. Nov.) 185i), die Skuplschina drei Personen zu wählen hat, die als Stellvertreter des Fürsten dic fürstliche Macht auszuüben haben, kraft des ihr allein und ausschließlich zustehenden Rechts den Hcrrn Milivoj P. Blasnavatz, Obersten in der Artillerie und Kriegsminister, den Hcrrn Johann Ristilsch, Minister des Acnßcrn zur Deposition, nnd den Herrn Io> hann Gaurilowitsch, Mitglied des Staatsraths, zu Vertretern des fürstlichen Amtes gewählt. Die Stuptschiua: Sehr gut! Sehr gut! Hivcli! Präs.: Sind Sie dafür, daß die Stellvertreter die ganze Zeit über functiouircu sollen, bis der Fürst großjährig ist? Einige: Für die ganze Zeit! Andere: Das wollen wir nicht! Sccretär Glavinitsch: Ich bin hier ein Abgeordneter, wie Sie meine Herren, uud uicht uur So crctär. Darum ergreife ich das Wort und sage: Wir haben bis jetzt nur gesetzlich gehandelt, das wollen wir auch weiter thun. Dem Gesetze nach kann aber dic Regentschaft nur für eine dreijährige Dancr ernannt werden. Einer: So ist es! Bleiben wir beim Gesetze-(Lärm.) Präs. (klingelt): Ich bitte eine gewisse Ordnung einzuhalten. Es kann immer nur Einer reden. Nedlitsch (Abgeordneter für Belgrad): Es kann von Nachtheil sein, wenn wir die Regentschaft blos nuf drei Jahre crucnncn; der erlauchte Fürst wird erst nach vier Jahren Majoren, wegen Eines Jahres lohnt es sich nicht, cinc Sl'nptschina cinznbcrnfcn. Viclc (unterbrechend): Sie brauchen nicht um das Volt besorgt zn sein. Das Gesetz soll herrschen, es bestimmt drei Jahre, also cs bleibe dabei. Präs.: lassen wir dies auf Nachmittag, cinstwei lcn werden wir nns dies überlegen. Inzwischen waren anf telegraphischem Wege zwei Dankadressen cingelanfcn, sie wurden vorgelesen lind hier auf die Vormittagssitzuug geschlossen. (Pr.) Oesterreich. Wicn. (Die A r m eeredu ct i on.) Dic Nachricht, daß außer der zcitwciscn Beurlaubung von Soldaten für Erutc-Arbcitcn noch cinc A ruicc rc d n c t i o n angeordnet worden, erweist fich als Irrthum. Der Kriegsminister tonne in keinem Falle uutcr den bereits be willigten FriedcnSstand hcrabgchcn. Daß cr mit dieser Maßregel angeblich 4 Millionen, mit welchen sein no>^ mirtcs Budget überschritten worden wäre, hereinbringen will, sei cinc Fabel, denn da außer dcm Bruckcr Lager in diesem Herbste noch mehrfache halbbrigadcwcisc Eon-ccntriruugcn der in dcn ungarischen Stationen isolirtcn Garuisoucu iu Klaufcnbnrg, Erlau u. f. w. vorgenommen und diese Truppen.Eonccntrationen mit mehrfachen Auslagen verbunden sein werden, so müssen die Fonds des Kriegsministers noch immer nicht so erschöpft sein, daß cr sich zu dieser, die Schlagferliglcit des Heeres wcscutlich beeinträchtigenden Maßregel gezwungen'scheu würde. Die Acltestcn im Dienste sind ja noch kanm zwei Jahre unter den Fahnen uud müssen im Hcrbslc nach beendeter Recrntirung ohnedies beurlaubt werden; ocr gegenwärtige Präsenzstand der Insantcric (70 Gc-mcinc per Eompagnic bei dcn drei crstcu Feldbataillonen, bei dcn Dcpot-Eompagnicn gar nnr 20 Gemeine) sei ein so geringer, daß, namentlich bei größerem Garni' sonödienstc, auS zwci, ja oft drei Eompagnim cinc ein-zige formirt werden muß, um die nenen Reglements einüben zu können; nm nnn auch endlich im Bataillon nnd im Rcgimcntc gründlichere Uebungen vornehmen zu tonnen, wurden für dcn Monat September die früher erwähnten halbbrigadewciscn Eonccntriruugcn angeordnet. Dagegen wird gemeldet, daß cinc rcformatorischc Maß^ rcgcl anderer Art beschlossen worden, nämlich die Ein sührnng einer Armcc-Intcnda n z, deren Beamte auS dcmEiuilslandc entnommen werden sollen. (N. Fr. Pr.) — 11. Juli. (Zum serbischen Attentat.) Das ungarische Ministerium dcS Innern hat gestern, wie der „Pester Lloyd" mittheilt, den Pester Magistrat in Kenntniß gesetzt, daß zur Nntcrsuchnng nnd Vcrur' lhciluug jener Personen, welche von der serbischen Rc-gicrnng als Thcilnchmcr an dein Eomplot gegen den ermordeten Fürsten Michael Obrcnovics bezeichnet und in Ungarn verhaftet worden, das Pester städtische Gericht dclcgirt wnrde. Die Untcrsuchuug gcgcn dic Betreffenden wird auf Grund der von der serbischen Nc« gicrung eingesendeten Documcntc geführt. Dcm Mini« „Wollen gefälligst sich znr Witwe von Waldcnan begeben und sie ob inoilk»», ,» »loiül! !!,<» wegen bei ihr verübten Einbruchs eidlich vernehmen!" erscholl es ans dcm Hintergründe unsers Vnrcau, aus welchem der griesgrämige, aber verdienstvolle Präses desselben, von der Gotteogabc Wein, die er Mittags in langen Zügen zu genießen pflegte, etwas angegriffen, anf mich als dcm ältesten Raths Eleven zukam, mir mit langen Worten den Sachvcrhalt erörtcrd, weswegen ich erwähnte von Waldcnan als Beschädigte verhören uud über gethauc Arbeit pflichtschuldig rclationircu sollte; nicht wenig Gewicht darauf legend, daß cr mich zu so kritischem Actus beordere. Ich flog wie vom Sturme des Glückes getrieben, dessen nahes Erscheinen mir ciu ahuuugsvoll frohes Gc> fühl verkündete, anS der Thür, hättc in froher Hast dcn über die Stiege heranfkeuchcudcn Ralhsknccht Schwengel, wenn ihn uicht sciue derbe Beleibtheit im Gleichgewichte erhalten hättc, bald über dcn Hansen gerannt, riß Anslaß begehrend mit einer Gewalt am Glockenzug, daß dcu Händen des gichtischen Thürstchers vor Schreckcu der Schlüssel cutficl, und gelangte endlich — nachdem ich die von einer bekannten Dame im Vorbeigehen geäußerte kleine Reprise über mcinc Ersftarungs-methodc, mit Stcckärmcln durch die Gassen zu wandeln — sammt Acrmeln eingesteckt hatte, in Gesellschaft des mir bcigegcbcncn Schreiber-Assistenten an den Ort nuse-rcr Bestimmung, ciu uettcs Häuschen, bei dessen erstem Anblick die herabgelassenen Seiden-Gardinen im ersten Stockwerk auf Krankheit seines Bewohners schließen ließen. Schcn trat ich iu die Fußstapfcu meines Begleiters, der mir mit der Anmeldung: „Wir kommcu vom Gericht!" voranschritt, und wurde nicht wenig betroffen, bei Frau v. Waldenau eine sprachseligc Kaffeegesellschaft vorzufinden, welche die ^agc der guten, kränklichen Frau zu erleichtern bemüht war. Der Gedanke an meine Pflicht uud das Gefühl des Amtöansehcns bcmcislcrtcn jedoch bald mcine Scheu nud ich schritt, uachdcm mein Eonsocins die Actcn zn-rcchtgclcgt lind mit freundlichem Aedcntcn sämmtliche Oamcu in's Nebenzimmer dislocirt hatte, zur Protokolls-aufuahmc, als mit einem male ein holdes Mädchen —- das Bild aller Sanftmnth und edlen Anstandcs — eintrat. Der Anblick verblüffte mich so sehr, daß ich vor frcndigcm Schreck das Tintenfaß auf die blaue Moir<>-Ottomauc fallen ließ und auf dicsc Art aus der Tiute, die ich gerade umzurühren im Begriffe war, einen förmlichen Lava-Strom formirtc, der sich in eben uicht zu anmnthigcn Krümmungen, worunter die mit der dickeren Schrcibtinclur angeschwellten die Hauptliuicu bil-octcn, über das schöuc Sopha ergoß. Voller Verlegenheit ergriff ich in der Angst mci-ncs Herzens das neben der Kranken stehende Essigglas, überschüttete, in der Meinnng es sei Wasser, damit dcn Divan und Hütte noch dümmere Vcrsnchc, dcn Schaden wieder gut zu machen angestellt, wenn nicht der Herrin entschuldigendes Wort mich zur Fassung gebracht uud des Mädchens sanfter Blick, der mcinc anflodcrndc Nci. gnng zu verstehen schien, weil cr sogleich scheu zu Bo-ocn fiel, nicht zur Aufnahme der Ubication getrieben l,ättc, um durch solche schnell zu erfahren, in welchem Verhältnisse das liebliche Kind zum und im Hause stchc. Ich nahm daher auf der von mir schwarz und grün gefärbten Ottomane Platz und hörte zu meinem linausfftrcchlicheu Vergnügen: Vilchen halte man wegen Bravheit, Emsigkeit und Herzensgute wie ein Kind im Hause, obwohl sie nur im dritten Grade mit dem verstorbenen Ehegatten der Witwe verwandt war. Mcine Ncignng stieg, angefacht durch die herzliche Sprache des Mädchens: „Mein liebes Mütterchen, Du erhebst vou mir ausgeübte unerläßliche Pflichten, die iu schwacher Beweis meiner Anhänglichkeit sind, zum Verdienste." Es war ein wahres Glück, daß sie mir im Rücken saß, denn ich glaube, wenn ich bei dieser Anrede dem Mädchen ins fromme Auge geblickt hättc, es wäre mir wahrhaftig der Faden des Dictircnö entfallen und ich hättc, meines Amtes uncingedcnk, dcn Blick, statt ihn anf der Anssagcndcu haften zu lafscn, von dem Gesichte Vitchcns nicht abgewendet. War mir doch schon ihr Athem, von dem ich mich angeweht fühlte, gefährlich und schmälerte bei der näheren Thatcrhebuug so sehr meine Aufmerksamkeit, daß ich, mcinc Pflicht vorschützend, schon ersuchen wollte, auch sie möchte gefälligst abtreten, da die nähern Umstände — aber wie tonnte ich das, ohnc nndclicat zn werden? Das Mädchen mnßtc ja der Kranken, die unaufhörlich bcdicut sein wollte. hilfreich zur Seite stehen, um so mehr, da dicsc bei Erzählung des bei ihr began» gcncn Einbruches sich zu sehr hcrbcu Riickcrinncrungen überließ, deren Eindrnck sie sichtbar schwächte, so daß sie bald ohnmächtig aufs Bett znrücksauk. Die Bcstürzuug war allgemein uud wir konnte» nicht hiudcru, daß alle herzugekommenen Damcu der Hilfebedürftigen bcisprangen. Vor allen erschöpfte sich die Rcchnnngsofficials-Wittwe Schuak, die redseligste aller Nachbarinnen in der Runde, in Aufmerksamkeiten für die Leidende und entschuldigte den Schwindel mit dcn Worten: «Ach du mein Gott, ich weiß aus Erfahrung, wie es bei ocrlel. Umständen geht. Mein seliger Eheherr hatte einmal unglücklicher Weise ciu Suficit (sie wollte sagen Deficit) in der Casse und obwohl unbedeutend, so hättc mich 1183 sterial-Erlaß waren gleichzeitig für den Gebrauch des Stadtgerichtes mehrere Briefe der hier bereits verhafteten Serben Staukovics und Trifkovics beigeschlossen, welche dieselben an das Haupt der Verschwörung, an Radovauovics in Belgrad, gerichtet hatten und ans welchen ihre Mitwisscuschaft an dem Mcnchcluwrdc des Fürsten hervorgeht; die erwähnten Briefe sind sämmtlich schwarz gesiegelt. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß die Nachricht, als stünde der gegenwärtig in Pest weilende Fürst Alexander Karagcorgic -vics unter polizeilicher Ucbcrwachung, jeder Begründung entbehrt. - ^ (Ostasiati schc Expcditio n.) Ende Juli werden die für Siams uud Iapaus Herrscher bestimmten Geschenke, welche der außerordentliche Gesandte und Befehlshaber der ostasiatischcn Expedition, Eontrc-Ad-wiral von Petz, an dieselben zn überreichen hat, im Wiener Gcwcrbcvcrcm ausgestellt werden. Au dcu Kaiser von China werden leine Geschenke verabreicht, weil es nn ..Reiche der Mitte" Sitte ist, daß nur tributpflichtige Fürsten Geschenke verabfolgen. Da die „Donau" lhrc Rückfahrt über Südamerika nimmt, so kann diese Expedition gcwisscrmasscu als ciuc Erdumseglung bc< trachtet werden. Der „Friedrich" bleibt in den chinesischen Gewässern als Statwusschiss zurück. Preußen sendet fast zu gleicher Zeit die Fregatte „Arcona" lind Italien die „Gacta" nach Ostasicn, und es werden cigcn-thümlichcrwcisc die Sclffffc der drei Mächte, welche sich vor zwei Jahren feindlich gegenüberstanden, jetzt gleich-zettig an dem Werke des Friedens theilnehmcn. Pest, II. Juli. (Untcrhaussitzuug.) Der Gesetzcntwnrf über die Persoualcrwerbsstcuer wurde iu , der General- uud Specialdcbattc unverändert, nnd jener über die Stcncreiuhcbuug iu der Generaldebatte ange« nommen, Tisza's Gegenantrag wurde verworfen. In der Specialdebattc wurdc der letztere Gesetzentwurf bis Paragraph 15 unverändert angcuommcu. «emb.r,,. 11. Juli. (Der päpstliche Nnn-tlns Mousignor Falciuclli) ist soeben hier angekommen und beim Erzbischof Litwiuovicz abgcstic-^' Die «neckisch-katholische crzbischöflichc Ncsidcuz nnd die Metropolitankirchc sind prachtvoll illumirt. Viele Zuschauer haben fich vor dem crzbischöftichcn Palais eingefunden. Uns land, Stuttgart, 11. Inli. (Von oeu Staude-wahleu) sind bisher 57 Wahlen bekannt. Hicvou gehören 20 der Voltspartei, (daruutcr Ocsicrlein, Hlohl, Probst, Schott, Mayer), 4 der großdeutschcu Partei, » den Nationallibcralcu (darunter Nomer, Pfeiffer, Elben), 14 dtt RcgicruugSpartei und dem Centrum (darunter Mittnach, Sich.) Es inüssen noch 11 Er-gunzuugs- und Nachwahlen vorgenommen werden. 5)öl-oer kommt zur Nachwahl in Güppingcu. ^ Iu Posen hat aiu 5). d. ciuc Husa m m c u - ^.. «' v°" Polen aus Galizicn, Wcstpreußeu uud s" ^!'^ .^°scn stattgefuudcu. Die Zahl der galizi. «7w.,'!'^ ^'"^ ""° U>0. Bcgrüßuugsrcdcu wurden In in//? ^'"' ^"'" wurde daß trotz der Thci- alle Polen sich stets als eiuc Nation a 3n ^,^'^'" '""den. Es fand im poluischeu Ba- an dem etwa 600 Personen 6tM nahmen; Abends war zu Ehrcu der Gäste polni- che Vorstellung im Stadtlheatcr." Russische Blätter ha-beu iu dieser schon seil Wochen vorbereiteten Polcuucr-sammluug eiuc Gcgcndemoüstration gcgcu den Moskauer Slaucucougrcß crblickcu wollen; iudcß vcrsichcru poluische Blätter, daß die Versaunmuug jcdcr politische» Teudcnz cutbchrc nnd nur den Zweck eines frcuudschaftlichen.Vc-suchcs habe, Italien. (I ug eu i c urschu le uou Neapel nach dem Mout Ccnis. ^ Brigauteu. — Kirchengütc r frag c.) Die Zöglinge der Ingenieurschule vou Äicapcl werdeu, wie der „Pungolo" meldet, in der Anzahl von 42 unter dcr Leitung ihres Professors Mcudia ciucu AuSfiug uach dem Mout EcuiS un-tcruehmeu. Die Kosten der Fahrt wcrdcu aus Staatö-mittclu bestriltcn. - Aus Nossano wird die Verhaftung des Brigantcnchefs Majo iiln» Eatalauo berichtet, welcher seiner Zeit dcr berüchtigten Bande Palma angehörte. — Aus Rom wird der „Liberi" geschrieben, daß seit dem Zerwürfnisse mit'Oesterreich die Haltnng des päpstlichen Stuhles gcgcuübcr Italien ciuc viel versöhnlichere sein soll. Man wäre in Rom uicht abgeneigt, die Kirchengütcrfragc friedlich zn lösen, wenn das italienische Eabinct sich entschließen würdc, so wie das spanische Eabinct seinerzeit gethan hat, eiu dircctcs An-suchcu au die Curie zu richten. Pariö, 11. Juli. (Brand. — Vom Hofe. — Spanisches. — Vicnnet todt. — Gesetzgebender Körper.) Güstern Abends brach in der Ecntralmarkthalle ciu großer Braud aus, bei welchem große Verluste zu beklage» siud. Mehrere Eiuil- uud Militärarbcitcr wurden getodlct oder vcrwuudct. — Dcr Kaiser hat heute iu den Tuilcrien eiucm Miuistcr-rathe präsidirt uud ist um !'. Uhr Nachmittags wieder abgereist. — Die „France" demeutirt, daß zwischeu dem spanischen Botschafter Mun uud dcm Marquis dc Mou-stier ciuc Uutcrrcduug stattgefunden habe. in welcher dcr erstere vou Frankreich Vorsichtsmaßregeln an der spanischen Grenze verlangt uud Aufkläruugcu über die Ausweisung dcs Herzogs vou Montpeusicr gegeben hätte. — Dcr „Temps" mc.ldct dcu Tod dcs Acadcmikcrö Vieuuet. — In der hcntigcn Sitzung dcs gcsctzge-benden Körpers wurde über das Budget dcs Mi-uislcriums deS Innern verhandelt. Lanjuiuais ucrlaugtc eine Reform der Gesetzgebung dcs Jahres 1838, betreffend dic Aufuahme iu die Irrenhäuser. Minister Piuard antwortete hierauf. Picard spricht gcgcu die officiellcu Caudidatureu. Auch hierauf antwortet Piuard uud sagt: Die Rcgicruug hat bis uuu dic crste Etappe zurückgelegt, welche die Wiederherstellung dcr Ordnuug war; sie wird in Hiutuuft auf der Bahn dcr fortschreitenden Freiheiten vorgehen uud dem Lande uud Europa dicscs ucuc uud große Schauspiel darbicteu. Iu Bcaut-wortuug ciuer Aufrage Pelletaus über dcu Zcitpuukt dcr nächsten Wahlcu sagt iltouhcr, dic Auflösuug der ilammcr sei Sache dcS Souueraiuö; er habe keine anderen Ertlüruugcu abzugeben. Die Abstimmung über die Abthciluugcu dcs Budgets des Innern wird auf Moutag vertagt. <3onstautinopcl, 11, Juli. (Priuz Na pole ou) hat heule Mittags einen Ausflug nach dcm Acrgc Alhos gemacht uud bcgicbt sich vou da nach Gricchculaud. — Dcr Sohn dcS Vicctönigs vou Egyptcu soll die Tochter des vcrcwigtcu Sultans Abdul Mcdjid hciratcu. Hagesneuistkeiten. — - (Norm at age.) Der von m.hreien Seiten ausgesprochenen Vchauplung, daß die Abhaltung öffentlicher Lustbarltiten an Noimatagen bisher durch lein»? Polizeivor» ichiisten uerbolen war, wird von der „Präger Zeitung" widersprochen und betont, daß mit der Theaterfreiheit zwar auch die anderen Freiheiten an den Normatagen eintreten müssen, dies jedoch nur im Wege einer neuen Verordnung geschehen könne, deren Veröffentlichung auch für demnächst bereits in Aussicht genommen sei. — (Eheschließung.) Ein Pester Bürger, welcher in Wien nach österreichischen Gesetzen die Civile he eingehen will, wendete slch an das ungarische Ministerium um die Bewilligung. Dieses cutschied, daß der Fall keinen Ge» gcnsland der ministeriellen Competenz bilve und verwies den« selben an den Magistrat. Der letztere hat nun seine Entscheidung dahin getroffen, daß nach den ungarischen Laudes-gcsckcn z»r Schließung einer Ehe leine besondere Bewilligung erforderlich sei. — (Eisenbahnunfall.) Der Wien-Prager Eil« zug ist am 11. d. Nachmittags um halb 6 Uhr im Tunnel Mischen Adamsthal und Vlanslo entgleist. Glücklicherweise wuide niemand beschädigt. — (S e m m e r i n g f a h r t.) Die Semmeringfuhrt der Herren Delegnten zur europäischen Trlegraphen-Conferenz, oom Herrn Handclsministcr v. Plen^r ihnen zu Ehren veranstaltet, hüt bei dcm günstigsten Wetter Freitag stattgefunden. Die an 70 Personen zahlende Gesellschaft hatte sich um 9 Uhr am Südbahnhose versammelt und vor ,^10 Uhr oerlilh der für die Gesellschaft bestimmte Separatzug die Vahnhalle. Unter der angcrcgtesten und durch die Naturschönheiten der Scinmeringsahrl gehobenen Stimmung langten die Theilnebmer dieses Ausfluges gegen 1 Ubr in Mürz-zuschlag an, wo für dieselben in der Nahnhofs-Rchauration nn Dejeuner deceit stand. Es ist begreiflich, daß die an sich animirte Slimmung der Gesellfchaft durch die Geistes' fuiüen der zahlreich ausgebrachten Toaste sich zur heitersten Laune steigerte, welche bei dem humotiitischcn Toaste des Reichskanzlers ihren Höhepunkt erhielt. Der Repräsentant Franlleichs, Graf Dürthcim, schloß den Reigen der Toaste mit lincm deutschen Tnntspruche auf alle Orsterreicher, welcher mit lautem Zurufe aufgenommen wurde. — (Zweite Ver urtbe ilun g der Politil.) Das Urtheil in dem zweiten m ooulumlwium abgeführten Processe gegen den Redacteur der „Politil", Nedoma, lautet auf eine viclzehiimonalliche, mit Fasten verschärfte schwere Krrkt'lsttase und den Caulionsoetsall von 1500 fl. — (P re ß g e richll. Urtheil.) Der Schneider« mcislcr und Redacteur der Zeitschrift „Pravda", Skorpil, wurde wegen dcs Verbrechens dcr Störung der öffentlichen Ruhe zu zweimonatlichem Kutter, und Varal, der Haupt« Mitarbeiter dicscs Vlaltes, wegen desselben Verbrechens zu fünfmonatlichem schweren Kerter veiurtheilt. — (Straßenraub.) Ans Gr.-Stz.-Mitlos wird Pester Blätttüi geschrieben- Am (i. d., zwischen 4 und 5 Uhr Abends, also noch bei hellem Sonnenschein, wurde oie von hier abgehende Post zwischen D.-Csanad und K.'Zombor von 6 Räubern überfallen. Die Strolche, die rs blos auf das Geld abgesehen hatten, liehen die Brief« post unberührt und öffneten blos die Geldbeutel. Der Schaden soll zum Glücke nicht sehr groß s.'in, da der Abgang von hier sich in Vaarcm auf 140 Gulden belief. Außerdem wurdin vom hiesigen Stuhlrichteramte Schriften im Werthe von 900 ft. aufgegeben. Dcm Beglcilungemanne fen n /">"'" '^" "" Alteration dcr Schlag gctrof-Kreis"t'. ^ ^l mehr muß es die schwache Frau vett t?9 '?'?'^'"'in cmgrcifen, wenn sic das an ihr venlbtc Berbrrchcu zerglicdcru soll!" Rci/^s"mif^.''^ ^"^^°^ ""'s"""' iu VikcheuS lVbcnde ^.. ^"'" '" bcn Angcn die wieder auf- M cn, "''i' "'ller Theiluahmc begrüßte.- „Gutes ^l a.' - "ud würdc bis b u w Ä " ^"cht so gestaudcu habeu, wcuu die n^r^tt >/^^"cnn uicht selbst mich aus mit dcr Et!ar»..I / . '^ ^" wcitcrcu Vernehmung vorichergchend' .?7'''Ei' ^i!^ '"' ""^ll sei uu? wic das holde z ud das^ ' '^^ ^ auzuscheu, Pcrsouale wied ,s Se u!?.m ' Da.ueu-Sauitäts-dann uut erneuerter Sm- a t^'^^ Nch beschäftigte, wobci sic mil u^^ das Lokeuköpfchcu au deren Hcrz lchn'tc, inu aus dem Pochen derselben den Grad dcr Beklemmnng zu entnehmen. Bei dcr UcbcrsiedluugSzurechtwcisuug machte Frau ^chuak dcr Sorglichcu uicht wcuig zu thun, da sic ihr unt dcu Eiuwcnduugcu: ..Beste Vifschi. Sie sind ja nicht uu Staude, die Irau Gevattcriu allem zu bedienen chrchlichc Liebe befiehlt mir da zu blcibcu u. s. w." in dte Flaute fiel, uud mit lauter Sperren uud Drchcu oeu Eckloch bei dcr Thür mit cincr Gewalt anrannte «,"b '^' nllc Nippen krachten uud die Icmiue's uud ?"7)s, uut deueu sic abzog, weil bei dieser Carambolage hie Enveloppe entzweiriß, dic Stoßseufzer über dalwugctragcue blaue Fleckcu uicht iu Rcchuung gebracht, gar lcm Ende nehmen wollten. ^ " " ^ .. Ich aber mußte schou wieder tief iu dcm Gedau-m ..?^ ^ ""!^'" l"'^ der lieblichen Zurechtweiscriu "m den Hals nud baun zu Füßen zu falwi. weil Tante Kreis-Stcucrcinuchmcriu uach ihrer Aeußcruug schou zum dritte» male mit aller Austrcuguug fragte.- Wo wir im Verfolge uuscrcr Protokollsallfnahme gcblicbeu siud? Bei dcu Panto ffclu! erwiederte mein Schrcib-Hocius. dcr uulcrdcsscu weidlich dcm uus gastlich vorgcsetztcu Ncbcnsafte zugesprochen und auf die Art sriuc ohuchiu gläuzcudc Nase zn einer fuukclndcn metamorphofirt hallc; die Frageriu abcr, uachdcm fic durch ciucu tiefcu Seufzer sich ^uft gemacht, ergänzte: „Ja wohl, bci den unglückseligen Pantos fc l u, dcu lostbarstcu aller Effectcu, die mir eutwcudct wurdcu, der Ursache uiciuer Sicchhcit! Dcnu bci allcm crlittcucu Schadcu wäre ich guten Muthes geblieben, wenn nur dicscs Klciuod dcu Häudcu dcr raubgierigen Plünderer entgangen wäre; so abcr bleibt mciu Vikchcu eiue alte ^lmgfcr uud ich hä'rmc mick, zu Tode!" Wir stauulcn uicht wenig über die Möglichkeit dcs Znsammcuhaugcs ciucs Paares einfacher Pantoffeln mit dcm Schiksalc cincs Mädchcus, uud >nir iuSbcsondcrc war bci dieser ^crcmiadc zu Muthe, wie einem an convulsimschcu Zuckuugeu Lcidcudcu. dcsstn Körper mit eiskaltem Wasser übcrgosscu wird. Doch meiu Stauucn wurdc uoch vermehrt, als die Uuglückscrzählcriu iu ihrer Auseiuandcrsetzuug fortfuhr: „Meiu verstorbener Gatte, ein Sanguiniker in jcdcr Ader, ging in seiner frohcu Laune uud dcm ihm eigenen Humor, dcr ihu selbst iu der Sterbestunde nicht vcrlicß, so weit, daß er blos nm dcu vou ihm festgehaltenen Erfahruugssatz: ..Alle Mäuucr stcheu uutcr dem Pcm< tosfcl," sichtlich zu bewähren — auf dcm Krankenbette voller Scherz testamentarisch festsetzte: Nur derjenige solle fein Töchterchcn, d. i. Vikchcn, freien, dcr dic in einem sciucr Pantoffeln auf einem Zettel enthaltenen Bediuguugcu z" crfüllcu bereit sei. In dem anderen derselben hingegeu finde Vikchen auf einem Streifen Papier die Anleitung, wie sie sich gcgcu dicscn ihrcu Ehcgattcu, uach sciucm cigcucn Ausdrucke: einen ccht geschlagenen Pautosselrittcr, der blos dein Iuhult ciucs Pautoffcls scin nncrulcßlichcs Glück, das liebenswürdige Mädchen als Weib heimznführen, zu danken habe, benehmen müsse. Um die Pantoffel-Subordination zu bcfcstigcu, solle sic ihm bci jcdcr Uebcrtrctung cincr oder der anderen ocr festgesetzten Bedingungen stets an dic Wcib und Geld mit sich bringenden Pantoffeln verweisen, deren beide iil dcr Familie zum ewigen Andcukcu an die Pantoffel» Ehe als eine ><> ul^^lioui,^ aufzubewahren, jedoch vor Verlauf des 17. Lebensjahres seines Töchtcrlciu dcr Inhalt auS sclbcu uicht herauszunehmen wäre. Da uun 4 Wocheu vor vollbrachtem 17. Jahre Vikchcuö bci dcm uächtlichcu Einbrüche mit anderen Sachcu auch dicsc gchaltuollcu Pautoffclu gestohlen wurden und von dcr Anorduuug eines Stcrbcudeu nicht abgegangen werden kaun, so sei cs Gott geklagt, daß dcr letzte, obwohl gut gemeinte Wille meines Mannes mcin Schätzchcu iu's Unglück gestürzt." Fast wollte cs mich bcdüuken, als ob Viki das Uuglück dcr Ehelosigkeit wirklich fühle, dcun sie lehnte ihr Haupt wehmuthsvoll an deu Buscu dcr bckümmcrtcu Taute. Doch was giug das mich. dcu Frcmdliug, au, dcr überdies dic origiucllc Tcstamcutsklauscl uicht uugeschrie-bcn machcn konnte? Ich ermähnte daher meinen Ad-jutu'tcu zum schnellen Abschlüsse dcs Protokolls, und wir eutfcrutcn uus nach verrichteten Formalitäten, theils dankend, theils mcincrscits wegen dcr Cauapec-Schatti-rung eutschuldigcud, dcr ciue wem-, der andere licbetrun-kcn, iu dcu verfchiedensten Stimmungen. (Schluß folgt) 1134 wurde blos das Gewehr abgenommen. Von denselben Räubern wurden auch die von dem hiesigen Maulte auf 11 Waaen he!mt,hre»den Szegcdiner .Kaufleute überfallen uno ausgeplündert. — ^A us Thüringen) wild berichtet, daß in r,c» dortigen Gewehrsabriten, namentlich in dem berühmten Sul'l, auf tas angestrengteste sür die preußische und die badische Regie, ung gea>, bcitet w!rc>, um Vorderladungsgewehre i» Zündnad^lsimlen umzuwand.ln. Auch in Schmallalden läßl die preußische Regierung jetzt für den norddrulschen Vund Hieb- und Siohwasf^n uei fertigen und die flüh^en verschie-denarligrn Modelle nach pnuhiich,m M»stcr uniarbeiten. — (Cholera.) Da im Gebiete vo,< Marotlo die Cbollla sich gezeigt hat, so we»den die von roit kommenden Ech'ffc den üblichen Volsichlsmaßregeln unterzogen. Locale s. — (Elisabeth >Ki n d crspital.) Ih,e Durchlaucht Frau Fürstin Metternich-Winncburg daben dem C'liia-belh-K>»derspitale den Gründungsbnlrag von 25 fl. 0. W. gespendet und sind als O<ünde>in und Sckuhdame diesem WohlthHligleilsinslitute bcigelr.ten. — (M usitalisches.) Der hier in kurzer Irit sehr beliebt gewordene Violmist Herr Johann So>a, der Regi-Menls-Musil deö l. t. 79. Inf.-Reg. anqehönno, verläßt seine militärische Laufbahn, indem er als Mitglied in dae Wiener Opern-O>'cheslel einteilt. Zum Abschied veranstaltet derselbe am Mütwoch den 15. d. M. ein Concert im landschaftlichen Theater. — (Schadenfeuer.) Am 5. t>. M. Nachmittags gegen 2 Ubr entlud sich in del Gegend von NlUdegg, Ve-ziil Rudolsswcrth, ein slalkes Gewitter, wob.i der Vlih in das Haus des Leopold Sovan traf und in Folge dessen sein Haus und Meiergcdäuoe, so wie welters die Häuser des Johann Kcaniar und Anton Ceh, so wie die Wilth« schaftsa/bände der Genanten und der Frau Maria Audl sammt dcn dar»» aufbewahrten Fulteroorrälhen ein Raub der Flammen wurden. Der Schade dürfte sich aus circa 3500 fl. belaufen, und waren die Abbrändler mit einem Betrage von 1700 fl. für Gebäude, Leopolo Sovan nebsl-dem noch mit einem zifsrrmaßig nicht bekannten Betrage für Mobilien gegen Feueisch»,den veisichcrt. Günstigem Winde und wnllich braven Leistungen einiger zum Löschen Erschienene» ist es zu verdanken, daß dem Feuer weiteres Umsichgreifen verwehrt wurde. — (Cul lisle) der im Aadeotte Töpliz in Unter, lrain zum Clngebrauchc angekommenen Curgäste vom 12. Juni biö 8. Juli. Im „Vadliausc" : Die Herren: Anton Lulmann, Hand'löm., von Trieft i I. Wram, mit Gattin, Homöopath, von St. Kanzian: Hummer, Handelsm., mt Gattin, von Cilli: St. Kuller, Gewerlsinhaber, mit Gioh-vluller, und Kandl, Edler von Iabornegg, Gewetlöinbaber, beide von Nrumarlll; Raimund Snoy, Pfarrer in Pension aus Oblltrain: Waöcei, Pfarrer, von Stopic: Daniel Malar, Realilätenbes., von L,öce in Croatien: Jod. Privanlschiz, Kammmacher, von Rueolsswertb: Ferd. Lutmaxn, Postmei-ftcr, von St. Mariin i Ioh. Branda, l. t. Calasttaldcamte, aus Vöhmen ^ Darml Detella, Piivatier^ G. Stedry, Han° delöm, mit Küchini I. Lukmann, Handllsab,th Matos.l, »iustl. Aueröperg. B^mtens-Witwe, von Motlina.: C'nestinc Clarici, Gülerinspectors« Galtin, von V,eitenau: Maria Ieloretv, Znckeibäclel^gatlin, vonRndolf^weith. — Im Gasthause zum „Adler" : FrauIosefa Mellicer, von Tii.sl. — Im Gaslbause zum „Röhl" : Hcrr Ioh. Slubic, Willh, von Tschernembl. — Im Gasthanse zur „Post" die Herren: I. Spreiher, Wirlb, von Tschernembl: Lcustol, t. l. Postcondluleur, von Laibach: Jod. Leusttk, Handelsm., von Carlslavt. — Ja Piivalirohnungen. Die Herren: Äraöta, Pfarrer, von Hö'ugslein; Josef V'ly, Saltler, von Callsladt: Ioti. Pe^iat, MasHinenfuhcer, von Laibach. Zusammen: 83 Curgüsle und 396 vom Land. — (Schlußu er h a u dlun ge n) beim l. l. Lande«, gerichte in Laibach. Am 15. Juli. Michael Perme: Todt. schlag i Iatob Scmrou : schwere körperliche Aescha'digung. — Am 16. Juli. Gregor Mladic: Di>bstahl I Urban und Franz Dollenz: Diebstahl' Malhia) Nooal: schwere tülper-liche Veschaoigung.— Am 17. Juli. Anton Nesml: Dieb-ftahl i Anton Zor: Dlebstahl i Valentin Audnar und Valentin Ccsen: Dicbslahl. (Korrespondenz. /. BrUNNdorf, II.Iuli. (Erdbeben.) Seit un-gesöhi 7 Wochen glaubten sich die Bewohner der am Fuße des ilrim u»d in dessen nüchsttc Umgebung gelegenen Ort» fchajlen auf immer oon der Angst befreit, in die sie durch die mehrere Wochen hinourch sich täglich wiederholenden Erd-sldfte vers.kt word»n waren, alo sie gesler» Abends plöjjlich wiedrr auö ihrer Nnhe aufgeichrcctt wurden. — Die M^hc, h.il der hiesigen Bevölkerung lag bereite i» tiefem Schlafe, alö vlö^lich um 10 Uhr 12 Minuten ein von WSN. tolmmi'der Stoß die Erde erschütlerle, so daß Lampen, Glä->sse und Sprünge erhielten und von den Mauern sich ganze Slücle Ivölöelen. Gluctlichetweisr dauerte dic Crschlllterung, die an Hefli^tril aUe bisher wahrgenommenen übertraf, nicht länger als sine Secunde, dürfte aber trotzdem Man-chlin den Schlaf ve>scheucht hahen, da man nach den ge» machten Orsahrun^ ü b^fNrchtl'n mußt>' , daß dieser Errsloh nicht vereinzelt bllil^n wllte. Uod di's^ Acfülchlung erwies sich als nicht grundlos. In l» l,'i> Mt in der Kiimgegend wahraenommene C'rderschültltuügen i>l dereil periodisches Antreten, sowie der Um>lano. d^>h sie immer nur in der Richtung von WSW. nach ONO. fühlbar sind und auf ^ill bestimmtes Territorium b^Hriintl bleiben, so zwar, daß die Lidslöhe, die in den am Fufte dc» Krimm gelegenen Dörfern so heftig waren, »as, die Bewohner ihre Wohnun« gen verließen und sick lüngele Zeit im Frrün aufhielten, in der nilchslen Nähe von Vlunndors gar nichl gefühlt wurden. — Ob diese Umstände sich auch bei den gestern Abends stallgssuüdrnen Erde»schülUiu!,gen gellend gemach! lieben, ist dem Schreiber dies»'? u>ib>I,,i!ml, da er noch r.icht Gele-genhnt halte, nähere Eltunti^>lngen darüber einzniiehen. Noch ist hervorzuheben, raß aUe bisher bcobacdteten izrschütlerungen nicht in weUen>0lmigen Oecillalionen, soi» dern i» kurzen, mehr over minder heftigen Stößn, blftan-dcn, denen gewöhnlich cin dumpfes, unterirdischeö Rollen ohne eine Clsckilltrruog lolgle, Erscheinnngcn von der A.t, wie sie in jüngster Zeit au^ I^'sz-Aereny benchttt wurden. Uencjte Pojl. Ischl, 12. Juli. Sc. Vinjcslät dcr Kaiser ist heute um ^> Uhr Vormittags im bcsmi Wohlsciu in Ischl cin^ getroffen. Wiener . )^cust adl, 12 Juli. (Morgen-Post.) Bei dem hcutc hicr abgchaltcucn Ardcitcrtag waren nlicr taufend Arbeiter auiucscnd, welche sich dcr Resolution des sechsten Wieucr ArlicitcrtMS gcgcn die erlassene päpstliche Allocution einstimmig auschlosfcu. Außerdem wurden die uoin ^oniit''' licautragten Förde-ruugcn: Sociale uud politische Oleichstellnug dcr Arbeiter mit dcn anderen StaatMirgcrn, allgemeines Wahl- und (5oalitionöl'ccht, inl Principe einstimmig angenommen München, 12. Juli. Ein Rescript des Mi° nislcrinms des Innern an dic Kl'eigsdchürden fordert dicscldcn auf, das Verhältniß zur Presse stets von dem Gesichtspunkte aufzufassen, daß sie dcr Presse für die Besprechung und Aufdeckung öffentlicher MWäude und Schäden Dant schulden; tendenziöses, eigenwilliges Verfahren nnd Beschlagnahmen alier, als dcr Rc-gicrnng uuwnrdig zu unterlassen und nnr gegen thatsächliche Ausschreitungen streng nach dcn Acstimmnngen des Gesetzes, stet« im Sinne verfassnngsmäßigcr Preß« frcihcit vorzugehen haben. Madrid, 11. Illli. Die verhafteten Generale sind mit Ausnahme jener, die ihrer Einschiffung nach den Cauarifchcn Inseln harren, an ihrem Bestimmungsorte eingetroffen. Der Herzog von Montpen» sicr ist noch nicht nach London abgereist; man ver-sichert, er werde morgen abreisen. Es herrscht allgemeine Ruhe. Telegraphische Wecliselcouvse. uom 13, Juli. np,rc. Metalliquea 58.U0. — f.perc. Metalliqnes mil Mai: und .liuvenllivt-Zinsen 5l», 10. — 5pere. National Anlehen63 "l5. — lft60rl B!nl,t«anlebe:> «?.!»<). - «Uanlactieu 743. — Credilaclien 213, --London N3.90. — Hilder 111 l>0. — tt. k Ducaten 5.40'/.,, Das Postdampfschiff „Germania," Capitän Schwen-sen, ging am 8. Inli vollbesetzt von Hambnrg vii» Sonthampton nach New-Iork ab. Handel und Golkswirthschastttches. Verkauf der steierischen Ttaatseisenwerke. Der steieniche Landesansschuft wandte sich in einer Eingabe an den Hervn Fi„a,^minister, wulin dieser aus die Gefahre» aufineltjam gemacht wild, wrlche das Land Steiermail für den Fall berrohen, wenn d?r durch das Reichsgesch »cm 20. Juni 1808 zulässige Vt»lauf der mit einem gro^ hen Waldbesiz,e dolitten Domänen Eisenerz, Neubcrg und Mariazeli in einer Weise erfolgen würde, welche einen nart-halligen und überhaupt einen solchen Forstbetrieb nicht voll« lommen sicher stellen würde, wie ihn die Rücksichten für d.is Klima uud die E'haltung der Productivitüt des Landes foidern. (§s sei demnach wünschenswertb, daß bei dem Verlaufe der genannten Domänen die Montanwccle vom Waldbcsike gelrennt, lelzterer aber gegen eine bestimmte jÄhr-Üche Holzadgabe an die Montanwerke dem Staate eigen» thümlich erdalten bleiben mögen. Da dieser Gegenstand im nächst.n Landlage sicher zur Sprache gebracht werden dürfte, so wurde der Herr Finanzminister zugleich ersucht, dem Lan'-deöauöschusse in V<>zug auf die ausgesprochenen Befürchtungen briub'gcnde Mittheilungen zu machen und zu eröffnen, ob nicht die Waldungen abgesondert von den Montanobjeclen in dem Falle veräußert werden könnten, als dem gedachten Wunsche nicht Rechnung getragen werden sollte. Vesterreichischc Bodeiicveditanstalt Die allgemeine ustn'l'eichischc Vddmcreditcnistlllt unüffenllicht m dcr „Wiener Ztg." eine Uebersicht illicr ihren Sland uom 30. Juni d. I. Darnach belief sich die Snninic drr Hypothekardarlehen auf 3!,7iil> 332 fl, «0!,., dir dcr Hypochesardarlchrn auf Staalsglücr auf59,357.144«. 7 tr. Im UnUaüsc waren an Pfandbriefen'3^,500.300 fl, (dauoii 7^.300fl. uellunfi), von Domäuenpfandbricfcu 59.610.120 fl. (davon rcalisirt 5>9,365.3W fl) , , , Anstekommene Fremde. Am 1l. Juli. 2tadt sttie». Die Herren: Sartori, NcaliMtenbes., uon Sieinbrilcl. - ^'nzzalii, und Eschcr, Kanfm.. von Trieft. - Napp/l, Infpector. von Gra; — Colm, vvn Wien. — Ja- bornig, Gcwrrli.>!? -<-^L STv?. ^. starl grußth. bew. <»o„ 10 „ Ab. ^ 3-.'5.l.! I 15,^ W. schwach , lMhcittr Morgens dnnstige Alhmospäre. Mittags Gen'iilrrwottcn. Nachn,it>ago lcl'haster Wind. Mcnoö ain^eheitnt. Wärine !;n-nchnund. Das TageSinillcl dcr Wärinc uni 2 3" über drin Normale. Veranlwarllichcr Redacteur: Issnaz u. >U l e > u »i a >> r. Drscnbcricht. Wien, 11 Juli. Die Stimmung war für alle Papicrgnlliuigen änßnsl günstig, "lir b.i schwnnghüflem llinw^ nfnhren Induftricacticn siarle Nnciniigru. Devisen und Valulen unoeriiudert. Geld flüssig. veffentlicke Tckuld. /^. deß Slaates (filr 100 fl.) Gcld Waare In ü. W. zn 5pLl. fllr 100 fl, 55,8" k« — dcttu v. 1,180«; .... 60.10 60.ii5 dctto rückzahlbar (jl) . . . 94. 94.50 Silbcr-Anlchen von 18»i4 . . 68.85 68,75 Silbcranl. 1865 (ssrcs,) rückzahlb, in37I. zu5p(5l. 275 55— Mit Verlos. t>. I. 1839 . . . 1,)8- i.;8.50 „ „ „ „ 1854 . . . 8N,- 8,.,5<, ., « „ « I860zn500fl. 88.30 88 40 .. „ „ 1860 ,,1'X)., 97. 97 25 „ .. „ 1801 „100,, 95,60 95 70 Llmio-Reutcnsch, zu 42 I>. «u«>. 23 — 23.50 Domainen 5perc, in Silber 104,80 105.— 8 der Kronländer (für 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. Nicdcröstcrrcich - zn 57« 86.- 86,50 ()beri»sterrcich . „ ^ „ 88.— 89.- Gcld Waare Salzburg .... zu 5°/„ 87.-- 88.-- «ljhmm .... „ 5 ,. 91.50 92.50 Mähreu .... „ 5 „ 88,5,0 «9.-- Schlesien....., 5 „ 88.50 89 50 Steiermarl ... « 5 „ 86.7,'» 87.50 Ungarn.....,. 5 „ 76.75 77.25 Tcnicser-Bllnat . . „ 5 „ 74.-. 74.50 Croatiru nnd Slavonien „ 5 „ 75,25 75.75 Galizicu .... „ 5 „ 68. - 68.50 Siebenbürgen ... „ 5 „ 70.25 7c.75 Vutovina .... „ 5 „ 67.— 6t^.— Uug. m. o. V.-L. 1867 „ 5 „ 72.75 73.— Tcm.V. m. d.V.-E. 1867 „ 5 „ 72.50 72.75 Actien (Pr. Slüct), Nllliunallillut...... 74«.— 750.— itaiscr Fcrdiuands-Nordbahn zu 1000 fl. ü. W.....1912.—1916 -- ikrcdil-Anstall zu 200 fl. o. W, 214.— 214.10 N,ö,Escom.-Oes.zi'500fl.ü.W. .>23,— 625.— Stalseiscnb..'Ges. zu 200 fl.CM, oder 500 Fr...... 257.20 257.3" Kais. Elis. Bahn zu 20t. i»- CM. 162.75 1«3.— SUd-uordd.Ver..B.2O0 „ „ 150.— 150.50 Geld Waare Süd.St.-,l.-ven.u.z.-l.E.200sl. 184.25 18^.- Oal.Karl-i'nd-B.,.20<>il,CW. 21^.25 210.50 Vöhm. Wcstbahu zu 20» st. . 155.— 155.50 Osst.Don.-Dampfsch.-Gcs. A^ 528.— 530.— Oesterreich. 5,'wyd in Triest Z I 243.— 245.— Wicn.Dcunpfm.-Ac'.g. . ' . glH.— 885.— Pesttr Kettenbrücke .... ^45.- ><.')5 — A'.iglo-Austria- Bank ,;u 20) fl. 14f».— 145.50 Lcmberg CzeruLwitzcr Actien . 184.50 184.75 Pfandbriefe (sür 100 fl.) National- l ban! anf > verloöbar zu 5"/, 98 70 98.90 (5. M. j Nationalb. aufü.W.verloSb.5,. 94— 94.25 Nng. Vod.-Ercd.-Änst. zu 5'/, „ 9^.25 92.50 Allg. öst, Boden-Credit'Anstalt verlosbar zu 5°/, in Silber 99.— 99.50 Vose (pr. Stück.) Ered.-A.f.H,u.G.z.100fl.ü.W. 135,50 136.-Dou.-Dmpfsch.-G.z.100fl.EM, 92.50 93.— Stadtsscm. Ofen ,. 40 „ ü. W. 28 50 29.— lKster>;azY zu 40 fl. EM. 175.— -.— Salm ., 40 „ „ . 39.50 40.50 Geld Waare Plllffv zu 40 st. CM. 31.— 3150 Elary „ "l«) ,. „ . 31,— 5,2. - St. Genois „ 40 „ „ . 30,50 31." Windischgrätz „ 20 „ „ . 21.- 22.- Waldstein „ 20 „ „ . 22 50 23. - Keglcvich „ 10 „ „ . i-j.75 14.25' Rudolf-Stifluug 10 „ „ . 14.— 14,5^1 Wechsel. (3 Monate.) Augsburg für 100 fl südd. W. 94.60 94.90 ssraulfnrtll.M.100 st. dctlo 94.80 95.20 Halnburg. für 10» Mart Banlo 83 9^ 84.15 i!ondon für 10 Pf. Sterling . 113.65 113.85 Paris für 100 Franks . . . 45.05 4!'.1-"' Eours der Oeldsorte» Gcld Waarc K. Münz-Ducatm . 5 fl. 37 kr. 5 fl. 38j lr. NapoleonSd'or . . 9 „ 6 „ 9 „ 6z " Ruff. Imperials .— „_-„ — « — " VereüMhaler . . 1 „ 68 „ 1 „ 68i " Silber . . m „ -. „ m „ 25 " Hrainische GruudeutlaNungs - Obligationen, Pr^ valuoliruug: 85 Geld, 88 Waare.