LaibachcrWMtung. Nr. 1tt7. holdj. s,u l>, Mil dcr ^«osl l,.n,,n. s>, '5>, I,,i!l'j. fl. 7.5,,», Moutnss, 24. Juli Insertion«gebühr bi« ivZeilrn: Imaloulr., ^m. «!»lr., «,,i. ^ fl.z fl'»» pr. .^eilü im. »!li., i!m. «lr., ü>». IN Is. u. f. N'. I!>Ir!!!o,!«.000 fl, nicht übersteigt, bis zuin Gesammlbctragc von einer halben Million Gulden ohne vorgängigc Einholung der speciellen Znstimmnng des Rcichörath^ö zum Verkaufe ciucs jeden einzelnen derselben nnd gcgcn bloße nachträgliche Rechtfertigung veräußert werden dürfen, wird dahin erweitert, daß derlei Objecte bis zum Ocsammtbctragc von Einer Million Gulden veräußert werden dürfen. l? 2. Mein innanzminisler ist mit dem Vollzüge dieses Gesetzes beauftragt. Ischl, am l>. Juli 1801. Fran^ Joscpl, ni. ^>. Hohcnwart u>. p. Holznctlian m. p. Sc. k. uud k. Apostolisäic Majestät habcn mit Aller, höchster Entschließung vom 1!). Juli d. I. den Landes, gerichtsralh in Zara Alexander Travagini zum Rathe des dalmatinischen Obcrlandcttgcrichtcs allcrguüdigst zu ernennen geruht. Habietinek ,n. p. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eülschlicßuug vom 21. Juli d. I. den ordentlichen Professor dcr österreichischen Geschichte an der Lem bcrgcr Universität Dr. Robert Röslcr znm ordent« lichen Professor der Geographie und Geschichte an der Universität in Graz allcrguädigst zn ernennen geruht, Iircvck m. ^. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller' höchster Entschließung vom 21. Juli d. I. den Privat-Docenten Dr. Joseph W ciulcchncr zum außerordentlichen Professor der Chirurgie an der Wiener Universität llllcrgnädigsl zu ernennen geruht. Iircöck m. p. Dcr Instizministcr hat den Staatsanwalt Johann Rapp in Tab^r über sein Ansnchcn in gleicher Eigenschaft nach Pilsen übersetzt und die Staatsanwaltssubsti- tuten Wenzel Ritter Kutschern v. Woborsly in Königgrütz und Johann Görner in Prag zu Staats-anwältcn, und zwar den Ersteren für Königgrilh und den letzteren für Tabor ernannt. Dcr Monster für Cultus und Unterricht hat den Haupllchrer au dcr Lehrerbildungsanstalt in Linz Dr. Phil. Ignaz B au tc n ha i >> er und den Supplcntcn Anton O ruder zu wirtlichen Lehrern am Slaatsgym-nasinm zu Egcr ernannt. Nichtamtlicher Theil. N. Vl'lZsilllniß jener Beträge, welche von dcr Präfidialscctiou des t. f. Ministeriums des Acußcrn für das unter den, höchsten Protectorate Sr. l. Hoheit des dnrchlauchtigstcn Herrn Erzherzogs Ludwig Victor iu Wicu zu errichtende Tcget thof f-Dcn kni nl übernommen wurden. Der t. und k. außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am f. italienischen Hofe Alois Freiherr v. Kübcck übcrmittcllc außer den im !X und 11. Verzeichnisse aufgeführten Beträgen noch folgende Spenden: Vom l. und k. General-Consulate in Genua dit Zerren: K. und k. General Consul D. Princig 5)0 ilal. Lire in B. V.. Adolf Ciilanovich 5)0. A. D.'Fries 10, Leopold Weiß 5>. P. Rallini 5i, Smutuy i^ Kunz 5. Matlco Marconi 10, Heinrich Langer 10, I. Puuzcn-grubcr 25, Forlunata Ziffcr 10, A. Bcnedctti 2. Giu-fcppc Fries 5), M. Fchcrvary 10. Karl v. Eördcgh 5). Vinccnz Flora <». Summe 208 ital. Lire in B. V, nebst dcr Spende vom Hcrrn l. l. Consul in Vrindisi, Viscovich: 20 Francs in Gold. Weitcrc Beiträge werden in dcr Präsidic-lseclion des k. k. Ministeriums dc<< Acußcrn, Hcricngassc Nr. 7. im 2. Stock, Departement I, vom Director, kaiscrl Rath Anton Ludwig Scidl übernommen, quittilt und in der „Wiener Zeitung" kundgemacht. Politische Uebersicht. Laibach, 23. Juli. Wie dcr „Lloyd" aus guter Qucllc clfahrt, steht die Errichtung eines russischen G c n c r a I co n s U' lats in dcr ungarische,« Hauptstadt in AnSsicht, Aus Petersburg ist bereits der Auftrag znr Ermittlung gccig» uetcr Amtslocalitüten gegeben worden. Ueber die von der russ'schen Regierung yclroffenc Wahl ihrcs Vcrlnlcrs ist noch nichts bclannt, nur so viel soll feststehen, daß eine hervorragende politische Persönlichkeit für den unter Umstüudcn sehr wichtigen Posten auscrfchcn ist, AuS Pest wird acmcldcl. daß Sc. Majestät der Kaifcr provisorisch genehmigt habe, daß die OcrichtSbar lcit dcr Militärgerichte in bürgerlichen RcchlSangclcncn-hcilcn für die Länder dcr ungarischen Krone aufhöre. Das ungarische Budget jür I87ii ist beinahe scrtig und wird dcm Reichstage sofort bcim Z» sammcntrittc desselben vorgelegt werden. Es scheint sich zu bestätigen, daß die sranzöfi fch c Nati on al - Vcrsammlu ug gegen den 5>. Angust, „acl, Annahme dcr ncum Steuern, welche auf keinen ernsten Wi dcrsprnch stoßen, ihre Ferien antreten wild. Man ve,si-chert, daß dcr Finanzministcr dcr Assemble die bereits von dcr Gudget-Commisfion zurückgewiesene Vorlöge über die Besteuerung dcr Rohstoffe nicht mehr vorlegen, sondern andere Hilfsqncllcn zur Herstellung des Budgcl-GlcichgcwiclitcS aufsucheu werde. Das Gerücht von dcr Demission des FmanzministerS P ouy c r - Q u cr l i c r wird dcmcntirt. Die Slcllnng Rochcforts vor das Kriegsgo richt soll sicherem Vernehmen nach unterbleiben. Die Aerzte sollen bei ihm den AuSbruch dcS vollständigen Wahnsinnes constalirt haben. — Neuerdings gehen Gc-rüchlc von dcm baldigen Erlasse einer umfangreichen Amnestie. Der Berliner ,. Staalsanzeigcr" veröffentlicht cine Verordnung des Kaisers, daß die im Ministerin», jetzt bestehenden gesonderten Abtheilungen sür evangelische und katholische Kirchcuangclcgcnhciteu aufgehoben und deren Geschäfte einer Abtheilung für geistliche Angelegenheiten übertragen wcrdcn. Der „Staatsanzcigcr" moli-virt diese Verordnung dahin, dah nack beendigter Auseinandersetzung zwischen den dcr katholischen Kirche vcr-fassungsmäßig zugcwicscncn und der Staatsgewalt vor-bchallcncn Rechten kein Bedürfniß für cinc gesonderte Abtheilung vorhanden und daß auch für die evangelische Kirche dic verfassungsmäßig!: Forderung klarer Sondc-rung staatlicher und kirchlicher Gerechtsame besteht. Das Straßburgcr Gesetzblatt veröffentlicht dic Einführung dcr deutschen Zoll- und Steuergesetzgebung und die Abänderung der Gerichtsverfassung, wonach cin Appcl-lationstgcricht mit dcm Sitzc iu Colmar geschaffen und die Begrenzung dcr bisherigen Gerichte geändert wird. Dcr Papst ist von seiner Krankheit wicdcrhergcsttllt und hat scinc gewohnte Lebensweise aufgenommen, nur ist er seither viel schweigsamer und nachdenklicher geworden. ^mlü'km. Ein Jukunstsland dcr /rauen. Das lesende England amüsirt sich gegenwärtig an cmem Buche, das mau den litcrarischcu Mußestunden des Parlamentsmitgliedes für Cork, Mr. Maguirc. verdankt. Der Autor dieses, unter dcm Titcl: ,/I'Ix, i^xt> iMoi'^ion" erschienenen Werkes hat zwar bereits cinen eigenen Platz in dcr englischen Literatur unserer Zeit erobert, betritt aber mit dem vorliegenden Buche einen Pfad. den vor ihm cin witziger Zeitgenosse anderer Ra-l'mialilät geebnet Hal; die „Nächste Generation" ist nämlich, dcm Genre nach, nichts anderes, als cin social» politisches Märchen, wie E. Laboulaye mit seinem „Paris Ul Amerika" und „Prince Canichc" es in Schwlmg gebracht, aber ein Märchen von solcher Bedeutung, daß cs Robert u. Mohl gcwiß in seinem Essay über di>> „Staatsromane" erwähnte, wenn es vor zwci Jahrzehnten schon existirt und schon so viel Chance gchabl hätte, wie j^tzt, aus dcr Märchenwelt in die Wirklich, kcit nbcr^ugchcu. John Maguirc's Thema ist nämlich die Schilderung Englands im Jahre dcS Heils 18<»1, Bis zn dlcscm Zeitpunkt, also in zwanzig Jahren schon, so gibt dcr Verfasser vor, zu glauben, wird nicht nur das erreicht sciu. was die Führcrinneu dcr heutigen „Bewegung für Fraucnrechtc" vcllangcn. sondern die Damen werden bereits die Vorhand im politischen und socialen Leben erstritten haben, wie es ja Gölhc prophezeit. Aus England wird ein volllummcucS ..Ladyland" ycworden sein. In diesen zukünftigen Stand dcr Dinge fi'chrt deS irischen Dichters Phantasie unS mit sehr dra> stischcm Humor cin. Er ist kein Pessimist, sondern hofft von den zwci nächsten Jahrzehnten außerordentlich viel Gutes für sein Heimatland/ im engeren, wic im wei< tercn Sinne. Bis 18!)1 nämlich ist, lant John Ma-guirc, aller Partcihadcr erloschen, von religiösen Streitfragen nicht mehr die Rede, die halbe Nationalschuld bezahlt, Irland versöhnt und ein großartiges System von Ladycluds ctablirt. Räch mchr: allc wichtigen Posten sind in Fraucnhäudm, was allerdings der Verwaltung derselben cin etwas launenhafte?, um nicht zu sagen närrisches Gepräge verleiht, Dcr Schatzkan^er von 18l)1 ist cinc schr junge Lady; die „Einpcilschcrm" dcr herrschenden Partci noch jünger, dabei hübsch, aber clbarmungslos. Clara, Sclina, Mcliora und Eoa sun-giren als Minister ersten Ranges, und sie fassen ihrcn Acruf so ernst auf, daß sie schwören, ihre Pflicht zu thun oder auf ihrem Posten zu sterben. In Ladyland, dcuu so heißt Englaud 1801. ist für jeden Platz nicht „dcr rechte Manu," sondern dic „rechte Lady" gefunden, allerdings nicht ohne schwierig Auswahl. Manchcr „braunäugige tleilic Dämon" mnßtc zurückgcwkscu wcrdcu und manches „goldene Löckchcn" ward dcr Situation nicht gewachsen bcsunbcn. Wenn aber bei Crhcbnng dcr Ladies „in's Amt" große Strenge waltet, so läßt Mr. Maauire seinen schönen Parlaments Mitgliedern l'mnmini ^(üiüri«, '.)'.) an dcr Zahl, allc Frei' hcit der Bewegung. Sie triupclu im Un'tcihauS umher, plaudern, flüstern, küssen sich uud sprechen von Lilbcs-gcschichtcn. Dabei kommt aber die Politik nicht zu kurz. Der „Mincrvaclub". dcr „Seejungfrau"' und der ..Amazonenclub" senden ihre rcdcfcrligcn Mitglieder in das parlamentarische Gcfccht uud in jcdcm UntcrhauScom!l> wollen sie nach Gebühr vcitrclcu sein. Dabei w'rdvel fashiouable Wassersport von ihncn nicht vernachlU^igl, Angeln und Rudern ist bcsondciS dem ..ScciuugNau-club" höchst angelegen und cinc hoch im Äinle stehende Miß gewinnt den schönen Pocal, der für den besten Schwimmer von Großbritannien ausgesetzt ist. Was die Erledigung dcr Geschäfte betrifft, so schreibt Mr. Maguire seinen politische» Damen recht empfehlende Fähigkeiten zu. Scine Finanzmiuistcrin bringt ihre große Budgetrcdc in ^3 Minuten zu Ende. Seine Thronreden find von weiblicher Hand in einem Guß ^schrieben und was dcu langweiligen Ernst dcS parlamentarischen CenmonielS betrifft, fo führen feine Redncrinnen statt des abgedroschenen ..Meine Herren!" die gemüthlichere Anrcdc „Mtinc guten Jungen!" ein, worunter übrigens auch die zuhörende,, Damn, verstanden siud. WaS dcu Parlamentspalast von Westmin» stcr betrifft, so wird vou ihm vorausgesetzt, daß er b>S 1891, wic so manches andere bauliche Monuinml unscrcr Tage, scinen Untergang in dcu Flammen gefunden habe. Miß Meliora Temple, erster Commissar für öffentliche Bauten, hat ein ncucS Repräsentantenhaus ge ant m dcm auch für die Vertreter Indiens ">'d d r C°Ion eu Raum ist. Freilich fand sich alsbald, daß d.e Sitze für dcn Umfang der Damenröckc zu cn« waren; und S wurde von de» Parlau.culsdamcn stark ubcr rulmrle Kleider geklagt; aber in akustischer Beziehung ,st der Neubau ciu' Wunderwerk. Kc-n Ton der weiblichen 'Zilbcrstimimu" acht darin verloren. ^ i)wp08. Sil-l'icr. ^ allc Parlamcnlsmitgliedcr erhalten auf Vcrlau-acn Diäten; das haben die Damen durchgesetzt, obwohl dic Mehrzahl sich nichts daraus macht; cs ist hauptsächlich dcr zu Mitgliedern gewählten Blaustrümpfe we-acn acschchen. Im Ganzen genommen ist dcr Anblick des Hauses dcr Gemeinen ein höchst unmuthiger geworden; cs gleicht einem Blumengarten. Nordische Blondinen und orientalische Brünnctlcn (denn Indiens Töchter sind auch da) contrastiren lieblich mit einander. Um mit dcm Glanz dcr Toiletten einigermaßen zu wellcifcrl,, 1224 Der „Nuova Roma" zufolge herrschen zwischen Nntonelli und dem Cardinalvicar Patrizi ernste Zwistig-teitcn. Cardinal Antonelli soll in Folge dessen die beabsichtigte Reise ins Bad nach Livorno aufgegeben haben, und man will wissen, sein Stern sei sehr im Niedergange. Im englischen Unleihausc undOberhausc wurde eine Regierungserklärung verlesen, des Inhaltes, daß die Königin auf Anrathen dcr Regierung dcn Stcllenkauf in der Armee vom 1. November 187! angefangen abgeschafft hade. Il, Madrid hat das ganze Cabinet seine Demission gegeben, die Cortes suspendirtcn ihre Sitzungen unter cincm Protest dcr Minorität liis zur Beendigung der Ministerlrisis. Sicherem Vernehmen nach ist da« türtische Kr ieg S m in ist erium mit der Ausarbeitung eines Planes der Reorganisation der gesummten Armee nach preußischen! Muster beschäftigt. Eine auS höheren Offi-ciercn der Cavallcric und Infanterie zusammengesetzte Commission soll demnächst auf längere Zeit nach Deutschland abgehen. In Mexico haben dic Präsidentenwahl r:id die Wahlen für den Congreß stattgefunden, und dürfte (genaue Daten fchlcn «och) Juarez eine Majorität der Stimmen gegen feine Mitconcurrcntm Lerdo und Diaz erhallen haben, so daß die engere Wahl nicht mehr dcm Congreß zufüllt. Es verlautet ferncr. daß auch die Majorität im neugewähltcn Congrcß Juarez günstig ist. Man I'osft, daß lein Vevsnch gemacht werden wird, das Resultat dcr Wahlen durch eine Revolution zu ändern, doch sind alle Maßregeln getroffen, um jeden Versuch zu unterdrücken. Englisches Parlament. London, 20. Inli Nachts. (Sitzung des Unterhauses.) Gladstone zeigt dcm Hause an, daß er der Königin angcrathcn habe, die Erlaubniß zum Kaufe von militärischen Graden in der Armee abzuschaffen. Die Königin habe ihre Znstimmung ertheilt, und der StcUenkauf werde demnach vom l. November d. I. ab aushören. Der Erklärung Gladstone's folgte eine längere Debatte. Die conservative« Mitglieder, welche vollständig außer Fassung waren, beklagen sich bitter über den ernsten Act Gladstone's, welcher die Prärogative der Königin bei einem andern Anlasse gegen das Haus der Gemeinen verwenden tonnte. Gladstone sagt, er wisse nicht, welche Haltung das Oberhaus einnehmen werde; er hoffe aber. daß es «inwilligen werde, in die zweite Lcsuna der Bill einzugehen. Er behauptet, daß die Regierung verfassungsmäßig gehandelt habe. von dem Wunsche geleitet, dcm ungerechten Stande dcr Dinge in dcr Armee ein Ende zu machen. Disraeli wendet ein, daß das Vorgehen der Regierung verfassungswidrig, wenn nicht gar ungesetzlich sei, indem sie den gordischen Knoten mittelst cincr dcr königlichen Prärogative entsprungenen Verordnung lösen will. Im Oberhause gab Lord Oranvillc dieselbe Erklärung ab, welche Gladstone dcm Unterhause mitgetheilt. Der Führer der Opposition. Herzog von Rich« mono, behält sich seine Meinungsäußerung vor. HlWSuemqkeiten. Die internationale Fälscherbande. Ueber das Treiben und die Verhaftung der Mitglie» der jener internationalen Fälscherbande, welche vor einigen Wochen durch die österreichische und russische Polizei entdeckt wurde, bringt die ..N. Fr. Pr." einige Tetails in Erfahrung: Im Laufe des vergangenen Winters tauchten in Galizien häufig Falsificate vmi österreichischen Zehngulden-Noten, danu gefälschte (5»upmis von verschiedenen russischen Werthpapieren auf. Von der Wiener Sicherhcitsbe-hörde wurde der Polizei-Obcrcommissär Appel, dem man schon die Entdeckung mehrerer Iälfchcrbandeu dankt, nach Galizien gesendet, um dort die Fabrik zu entdecke», aus welcher diese Falsificale hervorgingen. Der Dclegirle der Sicherheitsbehörde setzte sich damals mit der russischen Polizei in Verbindung, und die gemeinsam gepflogenen Nachforschungen wiesen darauf hin, daß die Falsificale aus der Schweiz stammten und dort von einer wohlorganisirten Vande im großartigen Maßstabe erzeugt werden. Weilers wurde erhoben, daß die Fälschungen hauptsächlich vo» pol-nischeu Emigranten betrieben wurden. Pulizci-Obercommissär Nippel reiste nach erhaltenem Auftrage in die Schweiz und setzte sich mit dem russischen Staatsralh Kamienöty in Verbindung, welcher sich schon dort befand und an dcr Aussiudung der Baulnotenfabrik arbeitete. Uutcr manuichfachen Verkleidungen und abenteucrlicheu Fahrten gelang es, durch übereinstimmende Action dcr österreichischen und russischen Polizei-Organe zu ermitteln, daß sich die Fabrik der Fälscher in Fverdon. Canton Waadt, befinde. Mit Hilfe der schweizerischen Behörden, welche überhaupt den Polizei-Delegirten sehr bereitwillig entgegenkamen, wurde das Fabrikslocale überrumpelt und daselbst sowohl Platten, Ehemikalieu und Pressen als fertige Falsificale vorgefunden. Von den russischen Rubelnoten wurden Platten für folche von zwölf, fünf und zwei eiu halb Rubel, dann Platten für FUnfuud-zwanzig-Francsnoten, außerdem eine beträchtliche Menge von Falsificalen entdeckt. Zugleich erhielt man einen Einblick in die Organisation und Thätigkeit der Fälscherbande. Das Haupt der Gesellschaft ist ein bejahrter polnischer Emigrant, Namens Matuciewicz, der alle Fäden des von Paris bis St. Petersburg reichenden Netzes in seiner Hand vereinigte. In Voerdon wurden die Falsificate erzeugt, dcr Sitz der Bande war jedoch nicht dort, sondern in Solothurn, wo sich die Agenten aus Frankreich, Galizien und Rußland versammelten, die Falsificate in Empfang nahmen und mit denselben in ihre Heimat reisten, um sie dort an den Mann zu bringen. Bei der Entdeckung der Fabrik in Vvcrdon wurden auch baierische und preußische Banknoten, von den letzleren eme bedeutende Quantität von Hundertthalerscheinen vorgefunden. Tie Bemühungen des PoUzeiobercommissär« Appel richteten sich hauptsächlich darauf, über die Erzeugung und Verbreitung von österreichischen Zehngulocnuoteu Kenntniß zu erhalten. In Iverdon wurden wohl einige Zehner« falsificale, aber keine Platle vorgefunden. Nach langen und schwierigen Bemühungen und Verhören mit den Verhaftelen gelang es endlich zu entdecken, wo sich dlc gesuchten Platten befanden. In einem Walde nächst Solothuru wurden in der Erde vergraben die Platten für die österreichischen Zehnerbantnoten und einige hundert Falsificate vorgefunden. Die letzteren wurden, wie man erfuhr, durch Agenten, welche aus Galizien nach der Schweiz reisten und sie dort abholten, vertrieben. Unter diesen Agenten befanden sich auch mehrere wohlhabende jüdische Kaufleute. Einer dieser Agen- ten war gerade in der Schweiz angekommen, als die Vandc aufgehoben wurde; er reiste daher sofort wieder nach Lem-berg zurück, wurde aber, als er dort ankam, verhaftet. (5in anderer Agent der Bande, ein polnischer Emigrant, Namens Malachowski, beschäftigte sich nur mit der Anfertigung und dem Vertriebe von preußischen Hundertthalerscheinen. In dcr Fälscherbande bildeten die polnischen Emigranten überhaupt die Majorilät. Interessant ist, daß die Platten zu sämml-lichen Falsisicaten von einer Frau, einer juugcn Englands rin, radirt wurden. Diese Frau, ehemals die Gattin ciucS Vicars in London, unterhielt durch längere Zeit ein Vcr-hältuiß mit jenem DombrowSki, der in der Pariser Con^ mune eine so traurige Nolle spielte und an einer Straßenecke erschossen wurde. Die verhafteten Mitglieder der Fälscherbande befinden sich in der Schweiz und werden von dcn dortigen Gerichten abgeurtheilt werden. — (Das Acker bau Ministerium) beabsichtigt auch im laufenden Jahre landwirthschaftliche Bibliotheken zur Vertheilung zu bringen. — (Ein Erlaß des Ministeriums für Eultus uud Unterricht vom 25. Juni d. I.) besagt: Im Sinne des Reichs-Volksschulgesctzes können zu verantwortlichen Leitern allgemeiner Vollöschulcu uud zu Dircctorcn von Bürgerschulen nur Lehrpcrsoncn bestellt wcr^ den, welche die gesetzlich geforderte Lehrbefähiguug für solchc Schulen besitzen. Der Nachweis dieser Befähigung wird durch jene» über die Befähigung zum Religionsunterricht allein, welche zuzuerkennen nach den gegcuwärligcn Gesetzen der Kirche zusteht, nicht ersetzt. Demgemäß wird bei tünsli gen Besetzungen der gedachten Dienstcsstellen vorzugehen sein. Was aber die schon vor dcr Wirksamkeit des Reichs VolkSschulgesctzcö definitiv angestellten Dirccturcn dcr Haupl' schulen, daun der Haupt- und Uutcrrcalschulcu gcistlichc" Standes anbelangt, so unterliegt es für dic Zeitdauer dc? Ueberganges des bisherigen Volksschulwcscns iu die ne«c Gestaltung desselben nach Analogie des § I>1 der Mini" sterialveroronung vom 12. Juli 1869 keinem pnncipiellcn Anstand, daß die ersteren auch weiterhin als lehrl'efihi^t für allgemeine Volksschulen und die letzteren als lehibefähigt für Bürgerschulen lediglich auf Grund ihrer frühen'» definitiven Anstellung, fouach ohne jeden weiteren Ncichwcio ihrer Lehrbcfähigung anerkannt und nach dcm Grade ihrer praktisch bewiesenen Qualification entweder als Direcloren oder als Lehrer bestellt werden. — (Beheizung der Eise n b ah nwä ge u.) Die Frage wegen Beheizung der Eisenbahnwägen im Winter ist in keinem Lande noch über das Stadium des Experimentes hinaus gediehen. Se. Excellenz dcr Handelsminister hat nichtsdestoweniger dieselbe unausgesetzt im Auge behalten und mit dem Studium derselben den Hosrath Freiherr» v. Weder beauftragt. Dieser hat, um wahrhaft praktisch Resultate zu erzielen, zuuächst bei fast sciüiinllichen Eisen bahnverwaltungen Europa's, die ihre Personenwagen heizen, Informationen über die angewendeten Methoden und Vor-richtungen und die damit erreichten Resultate eingebogen, so daß ein Bild des ganzen Standes der Angelegenheit gewonnen und das Ministerium in Stand gchtzt wordc» ist, den Aahnverwaltungen uebcu der Weisungen zur Nc-Heizung auch wohlbegrünoele Nachschlage über die zur Zcil bewährtesten Hauplmethoden zu ertheilen. Von besonderen» Vortheile ist es gewesen, daß man mit diesen Resultate» eist jetzt hervortreten wird, da erst in allerncucftcr Zeit dic Fabricanten der Hauptvorrichtungen mit Verwerthung del im letzten Winter gewonnenen Erfahrungen bei Emisttuclio» erscheint der Nuntius des Papstes mit seinem Purpur bekleidet in der Fremdcnloge, um ihn einige Bischöfe in Gold und Scharlachgewändern. Der Schatztanzler, „cine Frau von seltenem Tact und Verständniß", sitzt auf der Ministerdant, bereit, Jedem heimzuleuchten, der ihrer Regierung etwas am Zeuge flicken will. Sie ist blond, eine wohlgcrundete Vierzigerin und hat sehr auf« geweckte Augen. Auch die anderen Minister sind recht hübsch anzusehen, graziös, wohlgelleidet und von dcr vollendetsten Bildung. Der arme Sprecher allein ist zu bedauern; cr mag noch so nachdrücklich zur Ordnung mahnen, immer hört man noch das schalkhafte Kichern von Frauenstimmen und die reinen Klänge eines jungfräulichen Lachens. Der Gottseibeiuns möge da Sprecher sein; es wäre denn, daß eine Lady sich auch um dieses wichtige Amt erbarmte. Endlich lann Frau Bates das Budget einbringen und MrS. Ditchely ihren Antrag aufAbschaf. funq der Ehescheidung stellen, dessen Motive aber sie für fich u behalten erklärt. Miß Dora, eine der vorzüglichsten Rednerinnen der Epoche, erregt großartigen Applaus; eine Menge niedlicher Händchen sieht man >hr Matschen. Was diese Dame nicht fertig brmgt, das gelingt gewiß der RcgierungS > „Einpeitscherin." cmem wirtlich allerliebsten Mädchen, welches einem störrigen Mitglied, das nicht zur Abstimmung beitommen will, mit dem bezauberndsten lächeln sagt: „Gehn Sie nur in die Sitzung, Sie sollen auch gewiß «inen Kuß bekommen!" Wer widersteht solchem Liebreiz? Alte Oberste lassen sich „Mein Schatz!" anreden, große Herzoginnen mit „Komm' herein, Liebchen" zur Abstimmung nöthigen. Einmal drinnen, müssen sie anhören, wie die unwiderstehliche Clara Carler, daS hübsche Mitglied für Mindermere. eine oratorische Breitseite abschießt gegen den Handll mit Opium und seine männerentnervenden Wirlungen, wobei sie die schuftigen Mandarinen in den Grund der Holle verdammt. Dabei arbeitet aber die Generation der Zukunft mit Riefenenergie am Fortschritt der Welt. Von Dover nach Calais ist ein Tunnel gegraben; lenkbare Luftballons sind im Postdienst; sogar eine neue Steuer ist erfunden (gewiß das Unmögliche), nämlich auf leere Flaschen, und in Bezug auf KriegSwaffen hat man Gewehre, die um die Ecke schießen. Sehr bemerlcnswerlh ist cinc Parlamentsrede des schönen Mitgliedes für Maioa-Hill gegen die heidnischen Klassiker und ihr Studium in den Schulen. Die Lady, sich an den Sprecher wendend, beginnt: „Sir, ich bekämpfe die Motion dcS Mitgliedes für Snowdon in Bezug auf sogenannte klassische Erziehung, Lange genug ist die Welt zum Narren c,ehaltcn worden. Herr Sprecher, ich bin ein aufrichtiger Mann. (3o? Gelächter.) Lachen Sie nur, davon bricht man kein Bein! Der Geschmack ist verschieden. (Heiterkeit.) Ich bin aufgestanden, um über die klassischen Studien für die Millionen zu reden. (Hört!) Sir, ich habe eine Berechnung gemacht, welche die Nerven eines Finanzreformers erschüttern muß, wenn es ein solches Wesen in unseren Tagen noch gibt. Wenn man das Geld, welches im laufenden Jahrhundert für klassische Studien ausgegeben wurde, zur Abtragung der Nationalschuld verwendet hätte, so würde wenig mehr daran zu zahlen sein! Ich frage Sie, was haben Sie Gutes an diesen Klassikern? Sie sind Schund, sag: ich. Fassen Sie nur einmal ihre Götter, Göttinnen und Nymphen in's Auge; greifen Sie einige aus diesem Lumpenpack (Heiterkeit) heraus, und fragen Sie sich, ob Sie solche Geschöpfe, wenn sie wirtlich existirten, bei Ihren Frauen (Oho!) und Töchtern einführen möchten? Als ein aufrichtiger Mann frage ich die chrenwerthen Mitglieder: waS denken Sic von Jupiter? (Anhaltende Heiterleit.) Nun, er ist noch der flotteste Bursche unter der Vande. Was mich betrifft, so kann ich in einer atmischtcn Versammlung, wie diese, mich üw den Jupiter nicht so offen aussprechen, als ich gerne möchte; uucr, wie gesagt, nehmen Sie an, daß dieser großc Bursche der beste unter Seinesgleichen sci ^ den klassischen Dichtern zufolge ist cr's — und sage» Sie mir, kann es etwas Verwerflicheres geben, als seinen sittlichen Charakter? (Heiterkeit!) M'wiß, in Marmor aehaucn oder auch in Gyus gcgosfeil üiunilt er sich recht hübsch aus; das Vcrdicr.st hab:,, abcl mehrcre unter uns auch, und sie siud dcölialli um nichl/ besser. (Oh! oh!) Würde jcncr würdige Gcntlcmal,, dcl Jupiter, in unseren Zeiten leben, so zwciflc ich. ob Sil ihn i,l Ihrcn Familienkreis einführen möchttü. Es mag Leute geben, die es doch thun, ich abcr sicher nicht. Nil. Speaker! Ich wiedeiholc, wenn cr in nnscrci, Zciten lcl.tt, so würden wir vermuthlich seincn Namen in'dm ^ilu»' gen lesen untcr dcn Ehcscheidungsfällcn. wol'ci cr del mitschuldige Thcil wäre. (Oh! oh! und H^lci^il.) Ick fragc Sic. Mr. Speaker, was würden Z!c thun, wen" sich ein solcher Jupiter in Ihr HauS einfchliche. etw" durch den Kamin herab? (Heiterkeit.) Nein, Sir, sol^ Spaßmacher gefallen mir nicht. Ich ließe cincn folche" Burschen vom Olymp nicht über meine Schwcllc to»'-men, und seinen Gruß in dcr Straße würbc ich nick' erwidern, obwohl daö nicht zu besorgen ist. (Heiterkeit^ Dann, Sir, haben wir da diese Venus. Ich setze vorm»?, das ehrenwerthe Mitglied für Snowdou werde dic tönia' lichen Piofessoren angchcn, ihrcn ZöglnisM cinc ansM liche Biographic dieser liebenswürdige!! lmd beMlbcrndc" , Lady vorzutragen. (Heiterkeit.) Mr. Ioncs. - ..Warum denn nickt?" Mlächtcl.1 Mr. Primrose. — ..Mein ehrenwerlhcr Frem>5 f^' warum denn nicht? Nun. Sir. ich wc,de anf Einzel", heilen nicht eingehen (Heiterkeit), dem, ichwünschc"'^' gegen das weibliche Geschlecht zu s>,c»; ich lm' "" I3?5 der Vorrichtungen fertig geworden sind, so daß es jetzt thunlich ist, auf weit einfachere, wohlfeilere, bequemer zu manipulirende, schneller anzubringende und in jeder Beziehung praktischere Apparate hinzuweisen, als dies früher der Fall war. — (Aus Frankreich.) Wolowsly. der erste De< putirte von Paris, w'll in der nächsten Sitzung der Na» lionalversammlung den Autrag auf Verlegung der Regierung n.ich Paris eindringen, nachdem er sich »on der Bei« stimmung Thiers Überzeugt Hal Eine Welle um Köpfe. „Gaulois" bringt ein Schreiben von einem Franzosen an den Ordonnanz-Officier Baron von der Taun, mit dem er um den Kopf gcwetlet hatte, daß die Deulschcn vor dem 1. Jänner nicht in Paris einziehen wlirden. Der Franzose ist so liebenswürdig, den Kopf des Denis^n. lrotzdcm dieser die Welle verloren, nicht zu fordern und sich mit 10.000 Francs zu begnügen, die er an die Armee vertheilen will. Die „Lilcr^" bringt eine Liste aller socialdemokratischen Zeitungen Europa's, dcrzusolgc die Internationale über neunzehn Organe verfügt, und zwar: Bier in der Schweiz, nämlich die „Tagwacht" in Zürich, der „Vorbote" und die „Egalit^" in Gens, die „Solidary" in Ncuschatel. Eines in Norddculschland, nämlich der „Vollsstaat" (Leip» zig), eines in Slwdcutschlaud: der „Proletarier" (München), zwei in Oesterreich: der „Bolkswille" in Wie» und die „Arbeiter-Zeitung" in Pest. sieben in Vclgicn, drei in Holland und eines in Spanien. In England, dem Sitz der Iulernationalc, haben die Socialdemokraten lein Organ, da die meisten Blätter ihnen gerne ihre Spalten öffnen; in Frankreich sind ihre Blällcr unterdrückt. In New-')jorl hat sich ein elsässischcs Auöwanderuugs-comitü gebildet, das iu einem der Wcststaalen eine große Colouie mit dem Namen „Elsaß" gründen will und zu diesem Zwecke schon 350.000 Dollars gesammelt hat. — (Schiffs un fall.) Auf dem griechischen Post-dampfcr „Eunomia" ist, als derselbe am !!. die Tour von Athen nach Nauplia machlc. in Folge strafbarer Nachlässigkeit die Pulverkammer in Vrand gerathen und das Hinterdeck mit dcn Elljüten erster .«lasse in die Luft gesprengt worden. Die Katastrophe ereignele sich angesichts der Insel Spezzia, von wo aus man einen Theil der Passagiere rettete. Die Passagiere erster Klasse si»d zu Grunde gegangen, indem sie theils in Slücke zerrissen wurden, theils verbrannten; bei der auf griechischen Schiffen herrschenden Unordnung kannte man ihre Zahl nicht, schätzte sie aber auf 00 bis 80. Es befanden sich darunter Dcputirte, Officiere, Kaufleute, ferner viele Frauen und Kinder. — ((5s gibt keine Entfernung mehr auf Erden.) Im ständigen Ausschusse der österreichischen Lehrertage kamen Einladungsschreiben aus Cincinnati und St. Louis in Amerika zur Verlesung, worin die österreichischen Lehrer zum Besuche der dorligeu Lehrcrtage aufgefordert wcrdeu. Das amerikanische Eomitl'' gibt sich der sicheren Hoffnung hiu, daß sich aus Wien viele Lehrer ein--finden werden. Locales. — (Laibacher Stadt-Verschönerungsverein.) In Folge mehrfacher an das Gründuugs-Comü(! gelangter Anfragen sind wir iu dcr Lage mitzulhcilcu, daß Beilrittsanmclduugen schon jetzt mit Bergnügeu in Vormerkung genommen werden, die dann bei der in Kürze zu gewärtigenden Eonstituirung des Vereins sofort in Wirksam- Neiberhasser, weit entfernt (Heiterkeit); Frauen sind durchgehend« gut, wenn sie an chrcm Platze sind (Zwischenruf: An welchem Platze?); überall, wo sic sich befinden. (Heiterkeit.) Ich frage Sie alicr nun im Ernst, gehört diese BenuS zu der Sorte von jmigm Frauen, die wir bewundern können? (Hört, hört! um« verschiedenen Bänken.)" Was das Urtheil anbelangt, dessen sich das Buch des Mitgliedes von Cork bei dcr cugllschcu Presse zu erfreuen hat, so lautet dasselbe im Allgemeinen günstig. Der „Standard" rühmt daran die ungezwungene, lebhafte, fast jugendliche Schreibart und cilirl das drastische Urtheil Disracll's, welcher Maguirc'S „I^xl,^6lU!i'lil,iml" mil dcr Benennung „«'XlMlmt, uonuoiiuo!" abfertigte. ..Saturday Review" meint, dcr Umstand, daß sich Maguirc'S Novelle »vescullich um die beiden hübschen „Emocitschcriunen" dcr Parteien des Unterhauses drehe, die sich später verheiraten, sci dcr Eigenschaft des Buches als ciues Km'stwcrtcS Nachtheils. Er lasse sciim, Heldinnen ihre weibliche Schwache und Liebenswürdigkeit und erwecke unsere Sympathie sin' sie nicht etwa durch ihre Nolle als cmancipirte Damen, sondern dadurch, daß sic trotz dieser 5..olle nach dem häuslichen Herde hin ssraviliren, gcradc wie Torydamcn altoaterischcr Art. Wäre cs übri.Ms nicht so — hätten wir die politische Mission oicscr jungen Damen ernsthaft zu mhlucu, so löl'ntc,, wir auf jeder Seile des Buches nur Anlaß zu Entiüstlmg und Ekel finden. — Dicseö Urtheil ist sehr strenge, wird aber von dcm katholischen Blatt „The Tablet" contrasignirt, wclche das Buch Manure's beschuldigt, ein frivoles Streben frivol darzustellen. Daß abc, die Vadics dcr „nächsten Generation" von dcm Mitglied sm' Eoil recht anziehend geschildert seien, gibt auch „Thc Tablet" zu. leit treten. Die bezüglichen Eiuzcichnungen Übernimmt vorläufig aus Gefälligkeit die Buchhandlung v. Kleinmayr und Bamberg. — (Die Gemäldeausstellung), deren Eröffnung sich in Folge der verspäteten Nbsendung der Bilder aus Kwgcnfnrl verzögerte, wird nun, wie wir hören, mor< gen. Dienstag, stattfinden. Saisonkarten (ü 2 fl. fllr die Familie, u 1 fl. per Person) sind in der Galantene-waarenhandlung des Herrn Karl Karillger zu haben. — (Die Sommerl i cd crtafel) der philhar» inonischeu Gesellschaft flillle Samötag Abends den geschmack« voll mit Sangemblemen und Flaggen geschmückten und bei Eintritt dcr Dunkelheit mit farbigen Ballons und Lampen glänzend erleuchteten Garten der Ehrfeld'fchen Restauration so vollkommen, daß schon um 8 Uhr bei Beginn der Pro» duction kein Platz mehr zu haben war. Wir mlisscn cs uns versagen, jeder einzelnen Producion des sehr glück« lich gewählten Gesangs« und Musilprogramms (dieses mit gewohnter Präcision von der Huyn'schen Militärcapclle ere-culirt) gerecht zu werden und wollen hier nur von ersteren den besonderen Erfolg von Theodor Elze's „In die Ferne," dann von Abts Ehor „Wach auf, mein Lieb!" mit dcm Tciwrsolc, des Herrn Dr. Keesbachcr, dessen vollendeter Vorlvag und sympatische Stimme seine Wirkung nicht verfehlen konnte, sowie dcr Piccen: Schmölzels „Im Summa," Chor mit Baritonsolo des Herrn Schulz, und Eligelsbcrgö „Poclen aus der Alm," Ehor mit Orchester-bcglcituug, hervorheben. — (Institut Mahr.) Die Prüfung an dicfer Haudelölehranstalt von allbcgründctcm Rufe hat Freitag am 2l. Juli stattgefunden und neue Belege für die eifrige und erfolgreiche Leitung derselben geliefert.' Die mUndlich'e, alle Gegenstände behandelnde Prüfung durch vier Stunden, wie die ausgelegte» Proben von Schönschriften, kaufmännischer Buchführung und geluugcncu Zeichuungcn gestatteten Jedermann, sich von dem Umfange und der Gründlichkeit des Wissens der Eleven, wie i'hrcr Händcfertigleit zu überzeugen. — (Institut Wald Herr.) Dieses Institut hat in dcr kurzen Zeit seines Bestehens sich bereits in der Gunst des PublicumS festzusetzen gewußt. Dem, Samstag staltgefundencn Schlüsse des Schuljahres wohnle wie ge, wohnlich ein zahlreiches Publicum. aus den Angehörigen der SchUler und sonstigen Schulfreunden bestehend, bei. Außerdem bechrlcn Herr Re^icrungsrath Hvtschevar, als Vertreter des Herrn Laudespräsidcuten, i:nd Herr Bürgermeister Defchmann die Feier mit ihrer Gegenwart. Vö fanden nicht nur eine Prüfung der Schüler in den Schul-gegenständeu, sondern auch deklamatorische und Gesangsvor-lräge mit großem Beifallc statt. — (Das öffentliche Schlußturn en) der den Turnunterricht genießenden drci obcrcn Klasscn dcr St. Ja-kobsschule siudct kommenden Mittwoch Vormitlags von 10 bis 11 Uhr am Turnplätze in der Prula stall. ' — (Gefunden.) Vor 14 Tagen wurde in der St. Pctcrsvorstvdt eine goldene Broche mit braunem Stein gefunden. Dcr Verlustlräger wolle sich diessalls beim Stadt« magistrate anfragen. — (Ueber d ie W iltcrungSverh ä ll n iffe) wird uns aus Bischoflack geschrieben, daß sie sich ungunstig gestalten und ei» Mißjahr befürchten lassen, weil trotz des Kalenders eine winterliche Temperatur so oft durchbricht, daß wenig Aussicht vorhanden ist, auf Korn- uud Weizen scldcr Haiden anbauen zu können. — (Schlußvcrhandlungcn beim l. l. Bundesgerichte Laibach.) Am 26. Juli. Jakob Ieller: Todlschlag; Johann Litar: Todlschlag. — Am 27. Juli. Franz Pogacnit und Eumplicen: schwere körperliche Beschädigung; Peter Pirc: schwere körperliche Beschädigung; Maria Gacuit: Mndcsweglcguug. - Um 28. Juli. Johann Kozclj und Johann Marlun: schwere körperliche Beschä-dlgung; Balcnnn Trobec: Verleumdung; Anton Iuhant: schwere körperliche Beschädigung. Korrespondenz. * Adelsbcrg, 21. Juli. Unglück hier. Malheur dort und Jammer überall ist hcuer unser Los in Innerkrain. Nicht genug, daß uns die wilden AuSbrÜchc des heurigen endlosen Winters großen Schaden an den Nuhbäumen ver< ursachlen, haben uns dessen Nuckanläufc in dcn Monaten April und Mai durch Vcrscngung dcr Blülhcn ganz und gar um jede Obsthoffnung gebracht. Nicht viel besser steht es mit den Feldfrüchten. welche, besonders die tiefer gelegenen, von dcm darauffolgenden anticipirlen vierzig, taglgeu Mcdardircgen so hergenommen worden sind, daß sie stch noch rmmcr nicht erholen können, und z. Ä. der Ku. lurutz uoch jetzt nicht über ciuc Spanne hoch ist. Der weitaus größlc Schade aber ging uns zu durch die Ueber-schwcmmungen uud durch dcn Auölrilt des Palcjcr und Pctelemuer See's; mehr als 20.000 Eentner Heu find nur auf dcr Pojl uud das doppelte Quantum in Planina und Zirluiz hiedurch verschlammt und zu jedem Gebrauche untauglich gemacht worden. Aber nicht nur Feldcalamilälen, sondern auch anderes Unheil versolgt uns; noch sind die Lücken, die die Brände den Orten Adclsberg und Präwald in diesem Jahre gerissen haben, nicht änsgesüllt, und schon erlebten wir wle-dcr zweimal das nämliche gräßliche Schansplcl- vor achl Tagen brannten in Belslo vier Bauernhöfe und heute Nachts in Pete line 2l) Häuser sammt allen hlezu ge< hörigen Wirtschaftsgebäuden bis in den Grund nieder. Während am ersteren Orte allein zu Hause gelassene Kinder das Feuer veranlaßt haben dürfte,,, lst in Peteline die Entstehungsursache desselben ganz unbekannt. Mögen diese 1 Unglücklichen der edlen Mildthätigkeit, insbesondere aber dcr Stadt Laibach und den Lesern dieses Blatte« wärmstenS anempfohlen sein! Von den zwei elendiglich Erdrückten in Präwald ist bereits unlängst berichtet worden, seither aber ist zu Nuß' dorf ein 15jähriger und zu Grafenbrunn ein 7jä'hriger Knabe beim Baden umgekommen, und eine zu Markt sah rende Schuhmacherin auS Oberkrain ist unweit von Adels berg, wahrscheinlich vom Schlafe übermannt, von ihrem hoch aufgeladenen Wagen fo unglücklich zu Boden gefallen, daß sie auf der Stelle todt blieb. — (Ueber die zuerst in der „Tr. Z." ange-regte „AdelSberger Grot lenfrage") wird dicfem Blatte von compctenler Seile geschrieben: Die Ndelsbcr ger Grotte blldel weder ei» Eigenthum des Aerars uoch der Eommune. Sie nimmt eine cremte Stellung ein, sie stcht unter dcr Verwaltung eines besondern Groltenaus' schusses mit dem Ndelsbergcr Bezirlshauplmann an dcr Spitze. Der jetzige Vorstand, Herr Anton Globocml, hat manche vom Publicum mit Beifall aufgenommene Inilia-live ergriffen, und manche der Bequemlichkeit der Befucher Rechnung tragende Einrichluug gelrofseu. Er trug für die Erweiterung der Wege, namentlich für die Herstellung einer bequemeren Zufahrt Sorge. Die Einkünfte des Groltenfonds erhiellcn unler ihm eine an-fehnlichc Steigerung und cs verdient feine Leitung alle Anerkennung. Für das Studium der Bildungen von Incrustalioncn bietet die Ndelsberger Grolle ein sehr ausgedehntes Feld, doch scheinen selbe sehr variabel zu sein, sie hängen von auswärtigen Wasserzuflüsscn und Witlerungsverhällnissen ab, in dem einen Jahre findet eine reichliche Bildung, in dem andern eine kaum merkbare statt. Ich bin überzeugt, daß die jetzige Groltcnverwallung Männern der Wissenschift, die in diefer Beziehung Sludicn zu machen wünfchen, die ausgedehnteste Benützung des vor^ handencn Materials gestallcn würde, falls nicht die crqui-filen Schaustucke zur Anstellung von Experimenten benutzt werden. Für das Studium der Grotlenthiere scheint mir die gedachte Grolle weniger geeignet zu seiu. Ter Rauch der öfteren Beleuchtung der Grottenräume, der bis in die entferntesten Zufluchtsstätten ' dringende Lärm fcheinl der Entwicklung deö Thierlebens nicht günstig zu sein. Der Proteus ist lein Bewohner der Adelsberger Grolle. Man lönnlc zwar für felben im fließenden Wasser ein abgeschlossenes Aquarium herstellen, jedoch könnte das auch mit mehr Aus^ ficht auf Erfolg in anderen von dem Troß gewöhnlicher Grottenbesucher unbcirrlen Grotlcnraumcn viel entsprechender geschehen. Dasselbe gilt auch von dem Studium der Grottenläser. Der I^optoäcii-n« ^cillmwln'^m wurde zwar zuerst in der Adelsberger Grolle entdeckt, aber man kennt ietzt Grollen» räume, wo er viel häusiger vorkommt, und wo dessen bisher ganz unbekannte Entwicklung viel sicherer erforscht wer« den könnte. Die beste Ausbeute würde vielleicht die Adelsberger Grotte bei der Nachforschung auf fossile Knochen bieten. Bei der Planirung des Tanzsaales stieß man aus ein Lager von Höhlenbärenlnochcn, welche seinerzeit der Professor Volpi in Trieft als Megatholerium beschrieben Hal. Auch Kiefer-stückc des Höhlenlöwen (1'^Ii« upttludA,) wurden gefunden. Jedoch auch in diefer Richtung würde z. B. die Podlaser Grotte bei LaaS ein viel ausgiebigeres Feld darbieten, wo man sich ganz ungenirt bewegen kann. Oinneselldet. Seitdem Srinr Hcilistlcil drr Pnpst durch den Gebrauch dcr drlicatcii llüvlill^iol-l? <1u lll,,^ glilctlich wicdl'l hergestellt und uirlc Aerzle und Hospitäler die Wirlimg tn-rscllien aliellaiml, wird Niemand mehr die Kraft dnsrr lösUichcn Hriliiahriina. br-zweifllil imd führen wir jolgcudc iliaiilheilcil a», die sir ohne Anwendung von Mcdlciü mid ohm- >loslei! bcsrüicit.- Mage»-, Nerven-, Brust:, ^„»a.cu-, ^cl>cr-, Drüsen-. Schleimhaut-, Athem-, Vlllsrn- »ud Nierenleiden, Tuderculosr, Schwiudiuchi, Asthma, HiNleu, Unverdaulichccit. Vclstopsung, Diarrhöen, Schlaflosissll'i!, schwäche. Hcimmrhoidei!, Wassersucht, Firlirr, Schwindel. Büil-aufstsigm. Ohrcnbrnnsm. Uclicllril und (5llireckeü scllist während der SchwauMschaf!, Dialietc« Melancholie, Al)ma,.!.'..^^ >l.^«''> ^» ver,uchrn. und F hÄ n.^"'^!chs!!u Erso.g aehadt s° daß der Mauu iu w ia » Wochm s>.„/ Geschäs.c wieder bcso.ssen lounte und sich "olllom.nen hna.s.ell. fi.hl.e. D° 'ch stlb,t so o,el Gutt-« 0«u Ihrer l^v.,.,.. i. .v genossen habe, sc> fuge lch gcrne dlescin Zciiss-nissc meine» Namcu dei, " Schwester 8l. I...m!...,l. Nahrhafter als Fleisch, erspart die I^v-.!^,'^,'<, brj Erwach-sencn und Kindern 5,0 Mal ,hren Preis iu Arznric» I„ Alechoüchsen von > Pjuud fl l.5)(). 1 Pl,^,h n c> ^, 2 Psund fl. ä.50, 5 Pfund fl, 10, 12 Pfund fl. ^0. ^ Pfm.d fl. 3,', ll^v.!^.-,,.,'.'.' l^....x.!-,i,^ iu Pulver und iu Tablet»,, s»,- 1226 Franl. in ?inz Hasclmayer. in Pest Tiirijl. in Prag I. Filrst, iu Brüuu ss. Ever, sowie in allen Städten bei gnleu i Npolhclern „nd Spccercihändlcrn; auch versendet das Wiener Hani« nach allen Gegenden gegen Postanweisung oder Nachnahme. Neueste Post. Vudwcis, 21. Juli. Se. l. Hoheit der Krön-Prinz Rudolf ist heute Vormittags um halb 10 Uhr hier eingetroffen und enthusiastisch empfangen worden. Eine zahllose Menschenmenge begrüßte den Kronprinzen mit donnernden Hoch- und Slava-Nufen. Am Ring-platzc waren das Schützencorps und die Vereine aufge» stellt. Der Bischof begrüßte den Kronprinzen in der Kathcdralkirche. Der Kronprinz sah vom Rathhaussaale dem Defilncn zu. Nach dem Dejeuner setzte der Krön« Prinz um halb 2 Uhr Nachmittags die Reise über Gratzen nach Ischl fort. Das Postdampfschiff „Pandalia." Capilan Franzen, welches am 28. Juni von Hamlinrg nach Newport abgegangen, ist am 14. Juli wuhlbchalten dort augetommcu. Das Postdampsschifi „Holsatia," Eapiliin Meier, ging am 19. Juli mit 584 Passagieren von Hamburg vi» Havre nach Aklu.Yml ab. Das Pastdampfschiff „Hammonia," Eapltän Meyer, welches am 5». Juli von Hamburg direct nach Ncw-Porl abgegangen, ist am 18 d. M. wohlbehalten dort angelommen. Jündel und VolksMrchschajUiches. 2vochenau«weis der Nationalbank. Der ,uleht ausaegebeue Wochruan«>wei« der Baut beziffert den Bantnotcn-umlauf mit 284.25,4.020 ft.. dem die folgenden Posten als Äc-drclnng gegenüberstehen: Der Metallschatz 121.13^ 315 fl, ln Metall zahlbare Wechsel 26.269,209 st., Stantsnoten. welche der Vanl gehören, 1,748,770 fl.. Escomple 106,886.012 fl., Darlehen ^i5>,991.800 ft, eingelöste Honpous von Gruudcntlastnngö-Obli gationen 473.5,12 fl., eingelöste und börscnmäßig angelauftr Pfandbriefe 8,67l>.393 st., zusammen 301,178.533 ft. Vaidach, 22. Juli. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 2 Wagen mit Getreide, 5 Wagen mit Hcn nnd Stroh (Heu 38 <5tr., Stroh 23 Ctr.), 29 Wagen und 3 Schiffe (12 Klafter) unt Holz. __________ Durchschuitls-Preise.____________ 1st. lr. ft. ll. ll. ll. fi. Weizen pr. Mev"> 5 60 6 26 Vntter pr. Pfund 38 — Korn-Saat « 4—4 10 Eier pr. stuck — 1'j ------ Gerftt ,. 2 80 315, M,lch pr. Maß - 10 - Hafer « 2 20 2 36 Rindfleisch pr, Pfd, -23-- Halbfruchl « -------4 68 Kalbfleisch „ - 2l------ Heiden „ 3 40 3 34 Schweinefleisch,, -26------ Hirse « 3 80 348 Schöpsenfleisch ,. —17------ ttuluruh .. 3 «0 4 19 Hähndel pr. Stüct — 20------ Erdäpfel ., 2 20------- Tauben „ -14------ kiuseu « 6----------- Heu pr, Etr., alle« 110 - ^ Erbsen „ 5» 50 — „ „ „ neues— —------- Fisolen „ 5 50 — — Stroh „ 1 — — __ Rlndsschmal, Psd. —48------- Holz, hart., pr Kl st.-------650 Schweineschmalz,, — 46--------------- weiches, 22"-------5 — Speck, frisch, „ —34—— Wein, roth., Eimer — —12 - geräuchert „ —42—^— — weißer ,.-------!il) — Lottoziehung vom >H. Juli. Trieft: 4«) 51 52 71 75. ^leleliroloyische Hleol)achtungm'il7^ail)llch. ^ « .3 3 " « »" ^ 6liMg. 327«, ^ii^ windstill" Mbel ! ' 22. 2 „ N. 326.34 -j-20 4 O. schwach heiter 0 oo 19., Ab. 326.(.« ^-15.4 wmdstill heiter ^ 6N Mg. 325»? -l-12.» wlndstlll Nebel ! 23 2 „ N. 324.l,2 -,-24,4 W, mäßig heiter 0..« 10„ Ab. 324.^-^17.» windstill ^ heiter Den 22, in aller Früh Nebel, fpäter bewölkt, nach 6 Uhr ganz aufgeheitert, herrlicher wollenloser Tag. Hitze mäßig. Den 23. Morgcuuebel, heißer, fast wollcnloser Tag. Wetterleuchten in Nordwest nnd Siloost. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme ->- 159. das gestrige 4 17-9", beziehungsweise um 0 2° und nm 2-2" über d«,m Normale Telrfll-aphischer Wc^felcolir^ oom 22 Juli. 5perc. Mttalliaoeo 59,60. - 5^lc Metalliqm'ö mit Mai-und November-Zinsen 59 60. — 5pcrc Naliunal-Aiilehen 69 10. — 1860er Staats-Aulehen 102.25. — Banlacnen 769. - (lr.dit.-Actien 285.50. — London 122.90. - Silber 121.50. — K, t Miinz, Ducalen 5,84, - Napaleond'or 9.81. Dcr Schulgarten als wesentlicher Hebel der Vollserzichnng. Gute Schulgärten gibt es hie und da in Deutschland wie >u Oesterreich schon seit längerer Zeit, sie blieben jedoch ohne Rückwirluna. auf größere Krcise, ja sie haben selbst in nächster Nähe leine Nachahmung gefunden, so daß die Erfolge, welche sie erzielten, zumeist auf die Person des Lehrers beschränkt waren. Kein Wunder, wenn viele derselben nach lurzem Äcstande verwilderten und gar leine Beachtung fanden. Woher diese betrübende Erscheinung? Sie erllärt sich aus der Gleichgiltigteit der Land» bevölterung, aus dem Mangel an Mitteln zur Anlage derselben, aus der Widerhaarigkeit vieler Gemeinden ge« gen jede neue Einrichtung, zumeist aber aus d.r Mangel-haftialeit des Unterrichtes dcr ^chrerbildungsaiistaltcn, was wicdcr auf die Mangclhafiiglcit der früheren Schul» gesetzgebung zurückfällt. Der Ruhm, im Gesetzgebungswege zuerst (am Ende des vorigen Jahrhunderts) für die Anlegung von Schulgärten gesorgt zu haben, gebührt dem kleinen Oldenburg. Der erste Plan eines Schulgartens, welcher in der Ocffentlichleit Aufsehen erregte, ist der des Lehrers Häußer in Schwäbisch-Hall, welcher 1856 in Dr. HammS „Agro» nomischen Zeilschrift" erschien. Viele tausend Abdrücke von Häußers Aussatz sind durch die Regierungen von Oldenburg, Sachsen und Preußen vertheilt worden. Dieser Plan ist ganz einfach, er stellt eben einen schlich» ten Bauerngarten vor. Die württembergische Regierung war es sodann, welche sich mit aller Wärme der Idee des Schulgartens annahm; allein ihre Vemühungen scheiterten an der Schwierigkeit, die dazu nöthigen Grundstücke zu acqui-riren, da jedeS Stückchen Grund und Boden in jenem ^ande einen hohen Werth hat und ein Gesetz nicht besteht. daS die Elprovrurung gestattet. Wohl sing man vor einigen Jahren auch in Steier-marl an, Schulgärten zu errichten; diese Schrille mußten jedoch von vorn herein halbe Maßregeln bleiben, so lange die Gesetzgebung selbst den Muth nicht halle, in einer so hochwichtigen Angelegenheit mit Entschiedenheit vorzugehen. Man begnügte sich zu wünschen, daß nach Möglichkeit Schulgärten angelegt werden, und so ist es auch nur beim Wunsche geblieben. In neuester Zeit hatte die Negierung von Oester^ reich.Ungarn Gelegenheit, bei Schaffung der neuen Schulgesetze dem Schulgarten zu seinem Rechte zu verhelfen; doch war der Vorgang in beiden Neichshälften ein ungleicher. Das österreichische Ncichsschulgesetz verlangt im § 29 von den Lehrerbildungsanstalten auch den Unter< richt in der Landwirthschaflslehre ..mit besonderer Rücksicht auf die Äodcnculturverhiillnisse deS Landes," und im ß 63 ordnet eS an, daß in Landgemeinden nach Thlin-lichleit eine Anlage für lanowirthschaftliche Versuchszwecke zu beschaffen ist. Uever Stadtschulen, in welchen der Schulgarten aus so manchen Gründen vielleicht noch nothwendiger erscheint, schweigt daS Gesetz. Die Instruction jür die Bezirlsschulinspecloren empfiehlt allerdings, darauf zu sehen, ..ob bei Landschulen ein Schul-garten zu einem den Bodenverhältnissen entsprechenden lanowirthschaftlichen Unterrichte, insbefondere in dcr Obst« bäum-, Seidenraupen», Bienenzucht wie auch im Gcmüfe-bau vorhanden ist und ob sich der Lehrer mit einem solchen Unterrichte befaßt?" Endlich empfiehlt die Schul« und Unlcrrichtsordliung in § 56 dic Anlegung vor. m>s< ' und zeitgemäß eingerichteten Schulgälten. Dagegen war die Gcsctzgeblmg Ungarns die erste in Europa, wclche den Schulgarten als integrircnden Bestandtheil dcr Voll> schule einführte. Mag nun auch in Transleithanien wegen undcr» weitiger Lchwicrigtciten, welche der Entstehung dcr Schulgarten im Wege stehen, noch längere Zeit dcr Schulga^ ten nur auf dem Papiere cine gesetzliche Einrichtung bleiben, so ist doch schon mit diesem entscheioendcll Schritte ein guter Anfang gethan. Bald traten die Früchte der neuen Schulgesetz-gebung in Form von Vorschlägen zur Errichtung von Voltsschulgärten zu Tage; denn schon im Jahre 1870 erschienen gleichzeitig, jedoch ganz unabhängig von ein- ' ander, drei Arbeiten über den Schulgarten, nämlich ein Plan sammt kurzem Text in den von dem M.-Rathe Paul Gürczy im Auftrage deS ungarischen Unterrichtsministeriums herausgegebenen Bauplänen für Volks» schulen, ferner „Die Volksschule auf dem Lande" omr Bezirtsschulinspector Wranihly, endlich „Der Volksschule garten" von Machanct und Schwab. ! Wie überhaupt gute Gedanken oft in der Luft s schweben und wie sehr der Schulgarten heute ein Bc< dürfniß geworden sein muß, geht daraus hervor, daß bereits im Jahre 1K71 der Plan für Schulgärten erschienen ist; einen solchen bringt nämlich Kochs Wochenschrift für Gärtnerei und Pflanzenkunde vom Baudinc' tor Hüttig aus Gothenburg in Schweden. . Eine kurze Besprechung der drei aufgezählten Albriten erfcheint daher zeitgemäß und dürfte die Idee eincö Schulgartens daraus jedermann klar werden. Am wenigsten kann wegen des maaliarischcn Trxlcs Görczy's Plan bekannt werden. Er enthält in Farbc"' druck ausgeführt außer dem Schulgebäudc zwei Holc und zwei Gärten. Der Hof dcs Lehrers mit dcn WuN,-schaftSgebäuden stößt an den HauSgartcn desselben ll»d bildet mit diesem ein abgeschlossenes Ganze. Dcr Huf der Schule ist ein stattlicher, luftiger Turn- und Tummel- > platz. Der Schulgarten enthält ein landwirthschajtlich^ ' Versuchsfeld, einen Gemüse«, Obst- und Weingallc». Baum- und Obstbaumschulen, einige Blumenbeete und einen ganz kleinen Platz für technische Pflanzen. Der Plan trägt also daS Gepräge eines Landes, in welchem die Landwirthschaft noch immer den wichtigsten Nah-rungszweig bildet; er nimmt aber gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Landschule Rücksicht. Zu wünschen ist, daß die wichtigsten Bäume und Sträuche des in d^ Ebene baumarmen Ungarns zur Anschauung gcbra^ würden, was durch entsprechendes Umpflanzen des Schul' Hofes geschehen könnte. Wrl!nitzly's „Voltsschule auf dem Lande," heraus- , gegeben von dem deutschen Lchreroereinc in Prag, nennt sich selbst eine land- und vollswirlhschaftlichc Studie. Diese Schrift hat leider nur den Schulgarten auf dem Lande im Auge; sie verräth überall den erfahrenen gebildeten Fachmann und muß als eine ausgezeichnete Arbeit bezeichnet werden. Die land- und voltswirtl,-schaflliche Aufgabe der Volksschule (Landschule), und zwcl die vorbereitende wie die directe Ansgabc sind gleich lücl, lig, bündig und llar behandelt. Der Plan einer Al < läge zu landwilthschaftlichen Versuchszwecken bcrücksic!,< tigt Fcldban (ökonomische und Handelspflanzen). Gemüse ^ und Obstbaum-, Wald- und Gehol;z»cht nnd vergißt auch der Blumen und der bekanntesten Ziersträucher nicht. Die praktischen Anleitungen dieses wohlfeilen Büchleins, das um 32 kr. zu haben ist, sind gediegen, wie Nberhllllpt alles, was in dieser Schrift enthalten ist; daher sie Landgemeinden nicht genug empfohlen werden kann. Der Plan, fchwarz lithographirt, behandelt dcn Landschulgarten in geraden Linien, was aus praktischen Gründen gutgeheißen werden kann. (Schluß folgt.) yjerllntwurtlichrr Nedaetenr: Ignaz U? K ! r i n >n ä^ r. NäslNN»,.'«'»«'»»» ""en 21 Iull. Die Börse war heute wieder sehr fest und gcschäsl«lns«,ger als m den lcylen T°acn. Obwohl d,e lcüendcn <--peen aoonspap,». lM,n »,,ne». nal duch MIMoMYI. nicht gerade °n ihnen die bessere Stunmung vorzugsweise zu Tage. Es waren sonst uernachläss.g'e PaP'cre im Vordergründe de« VrrtehrS In ersttr Vi„i. dir A..n„ wn'l Banteu. welche mau mit de» ungarischen Änlehensnegociationcn in Verbindung bringt. Außer tmsm war aber auch eme Anzahl anderer Effecten wie Staatöbahu, ztarl^'ndwi^ (iüsabeth. Rmle. Vantactien, Kreditlose, türkische 5!osr «.. sehr aesucht, Geld Nüssia. Devlsen reichlich Waare^__________ ___________________________ __________ ! 4. AUa,mei„e Staa»«scku»d. Filr 100 st. Oe'd Wiars Einheitliche Staatsschuld zu 5 p<5t,- in Noten verziusl. Mai-November 59 85 59.95 , . „ Februar-August 5985 59.95 „ Silber „ Jänner-Juli . 6915 69.2:' „ „ „ April-October. K9.15 «9.25 L,se " I. 1U39......295.50 296.50 „ .. 1654 (4 "/«) z» 250 fl. 93.50 94.- .. « 1860 zu 500 fi. . . 101.70 101.90 « „ 1860 u 100 fl. . . ,1175 112.25 « „ 1864 zu 100 fl. . ,129 75 130.- Staat«-Domäneu-Pfaildbriefe zu 120 st. Waare Böhmen .... »u5p. W. Silber 5"„ pr. Still! 107,40 l0?.60 Uua, Plämienanlcheu zu 100 st. j>.W.l?bft. Einzahl.) pr. Stück 93.60 93.90 Wiener Communalanlehen. rücl- Geld Waare zahlbar 5 P » 175.— 176.- , Gelb Waare ssr»ni»I«>sevb«'»al,n .... 2,^2,5,0 203 — Ltmblra-Czern.tIllssyer.Vahn . l 74.75 175 25 ülopb, österr........ 374.- 376. - Ocsterr. Nordweflbahn . . . 208 75 209.25 Nudolfs-Vahn...... 162,25 162,50 Siebenblirger Vllhn . . , . 170.— 171.— Staatabahn....... 420,50 421.50 Slidbllhn . ...... 180— 18(1,25/ Sud.nordo Verbind. Bahn , . 176,75 177,25! Theiß-Bahn....... 244 50 245. , Ungarische Norooslbahn . . . 161.50 162.— Ungarische Ostbahn . . . . , «3.— «3.50 Tramway........ 214.25 214.75 r. «Pfandbriefe (fllr 100 fl) Allg. ijft Vodm-Eredit-Anstal! Geld Waare verlo«bar zu 5 p Waare ölis.-Westb. in S. verz. (I. Lmiss.) 95 50 96-Ferbinllno«-3iordb. in Sllb, verz. U»5.75 106.— Franz-Ioscphs.P^hn .... W.90 97.10 H.llarl-ifudw.N.i.S.uerz.I.Em. 106.75 107 50 '>6err. storbvtfthahn , . . ^7 — 97.20 ^. l, ^ «, ^ Meld Wa.i>e Slebenb. Nahn ln Silber »erz. s,y ^, «^^ Slaat«b^ G 3«/« ' 5.00Fr. „!, En,. 139>,0 1 ij9'75i ^ ^Odb. G^ 3"/, i. 500 Frc, pr, Stttcl l<><» 50 ,«'.»,75' Viidb.-G. i. 200 st.z. 5"^ fii^. ,<,s) si, ^., ,:<» ^., ».» Gl!db.-V°ns 6'/, ^l«? ». Privatlose ) Mart Ban«-« 91.— 9l. i-'ondon, fUr 10 Psunb Slerlmq 123.— 123 1<» Paris, filr 100 Franc« . . . 48.15 48 -'<' ! 1 ,. 75, " Krainische GrundenUastung« - Obligationen, ^' ' vlltuot,ru,lg: —.—