Wtttwoch dm R. Mrz 1874 MI. Jahrgang Vit ^Murdurgn öeitung" erscheint jeden Ssmtag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl..halbjährig « fl., vierteljährig 1 si.bv tt: fttrSustsllun« g fx. px. geile. Zvti Mißtt z« viel! Marburg, 24. März. Im Abgeordnetenhause ist geltgr»»tlich der Berathung über den Staattvorauschlag von Steudel (Wieu) beantragt worden, den Gthalt für zwei Minister zu streichen. Diese zwei stad die sogenannten Minister ohne Portefeuille: der Vprech- und Presminister (Unger) und der polnische LandSmonnAMinister (GrocholSti). Der Antrag würde aber nicht ordnungsgemäß unterstützt, das heißt: es fanden stch im ganzen Hause nicht zwanzig Mitglieder, welche stch zu Gunsten desselben erklärt!? Wäre dieser Aatrag zum Beschluß erhoben tvordea, so hatte die StaatSkaffe vierzigtausend Vulden weniger auSzageben. Die Steuerzahler find deßwegen zur Frage berechtigt: könnten wir diese vierzigtausend Gulden nicht ersparen oder zu einem besseren Zwecke vtrwenden? Ja! wir könnte« und sollten es l Der Sprechmintster hat wahrend der jetzigen Versammlung des Reichsrathes noch nie da» Wort ergriffen — ein tnstigtr Beweis, daß wir eine» solchen Minister gar nicht brauchen, abgesehen von der Pflicht derf übrigen Minister, auch ohne einen btsonderen Sprecher ihrem Bernse m genügen. Und der Preßminister? Gebt die Presse frei, streicht den Preßfond, laßt die Rkgie« rung auch in den öffentlichen Blättern sich selbst Vertheidigen, laßt sie dringlichen Falls ihre frei» willigm Verlheibigkr suchen, welche fte gewiß finden wird und dann ist auch kein Pkeßminister mehr nothwenvig. Der „Landsmann-Minister" ist den Polen zu Liebe ernannt wordea, um die Jnterefskn Gali-lizietls im Minlsterrathe zu vertreten. Oesterreich soll jedoch als eentralisirter Staat nur ein Ministerium haben. Mit einem Ministerium für das ganze Reich sind Minister für einzelne Theile nicht verträglich: der LandSmaun-Minister für Galizien ist ein Widerspruch gegeu das herrschende System der Centralisation, ist eine Zurücksetzung, ciue Ungerechtigkeit gegen die anderen RcichSlande. Mt /rtihtitskolmit M Mtrsdorf. Im Jahre l870, schreibt L. R. Zimmermann in seiner ^Freiheit" u. A. trat der Bau-ecnguts'Besttzer Karl Fritscher zu BudigSdorf in Mähren sammt Familie auS der katholischen Kirche aus, um fortan konfessionslos zu verbleiben. Vergebens hatte damals die Geistlichkeit und mit i,,r eine fromme f. k. BezirkS-Haupt-Münnschast versucht, den in der Tegdnd wohlan-gesehenen Man« von dem «Verderblichen Schrltte" zurückzuhalten. Er erklärte stch bereit, jedem Geist, lichen in Vegenwürt einer Anzolhl Männer ans der Gemeinde die Gründe auseinanderzusetzen, warum er nicht mehr „glauben" «nb l»«her als eh'licher Mann auch nicht mehr im Verbände der GlaubenS-Genossenschast bleiben köime. Er gab dam t der Geistlichkcit die schönste Gelegenheit, die „unwiderlegliche Wahrheit" ihrer GlaubenSlchreit öffenilich zu bewnsen; — aber Ehren-Geistlichkeit, die allezeit gewohnt geivesen, ihre „Beweise" nur in der Kirche zu führen, wo Niemand ihr widersprkchen durfte, hatte gar kkine Lust, den Fehde^Handschuh aufzuheben, den ihr da ein schlichter Bauer in ruhigem Vertrauen auf. die Macht drr Wahrheit vor die Füße geworfen. lZhveN'Geiftlichkeit erwirkte vielmehr einseht langes un^ sehr komisches Sendschreiben votn „erzbischöfllchen Diözesan-Gerichte" zu Olmütz, worin Fritscher unter Androhung diverser Sorten von Höllenschwefel zur reuevolle« Umkehr iit den Schooh der bekannten »guten Mutter" aufgefordert wurde. Fritscher legte das Gesalbe ruhig bei Seite und kümmerte sich auch blutwenig darum, daß ihn die schwergereizte Pfiffenschaft nun von der Kanzel herab heldenmüthigst bekämpfte nno jedesmal um so gewlffer in die unterste Hölle hin-unterkriegte, als er — niemals dabei war. Er luußke Btrnünftigeres zu denken und ^n thun; er wollte d.n al^enWei!)ern li'eidcr Geschlechter, d!e sich nach alter, übler Christen-Ve-wohnheit schon «m Vorhinein auf seinen mattrikllen NulN durch die .Rache GotteS" freultn, den handgrriflilheu Beiveiö lirfern, daß nicht dieser odkr jener „Glaube", sondkrn einzig; und allein Vernunft, gleiß und Rechtschaffenheit den Mann machen, und daß man auch ohne „Religion" ei» wahrhaft glückliches und nützliches Leben sührtn kStzne. Zugleich faßte er den Plan, ein Unternehmen zu gründ n, durch welches er auf der Basis b^ebung treten muffen, sind wir im Stande, erfolgreich gegen den Aberglauben zu kämpfen und die Bauern zu eigenem Denken anzueifern .... Wiev el ließe sich durch eine größere Anzahl ähnlicher Untkr-nehmungeu leisten; da hiednrch mitten im feindlichen Lager starke, fast unbezwingliche Burgen der Freiheit errichtet würden!" So ist es. Eine größere Anzahl solcher „Kolonien" würde die geistige Befreiung deS Landvolkes hundert Mal schneller und sicherer fördern alS olle „gelehrten" Anstalten und Personen, von deren Weisheit der Bauer doch sein Leben lang nichts erfährt. Nur wer unter dem Landvolke lebt und mit ihm arbeitet, vermag größere Erfolge zu erzielen; denn er wirkt durch die unabweisbare, schließlich auch den Hartnäckigsten beztvingendeGeivalt deS unmittelbaren, lebendigen Beispiels. Das wissen auch die Herren Römer recht gut, und es herrscht darum unter den Oberfrommen der Gegend gewaltiger Zorn und Schreck über die greiheitSkolonie zn Herbersdorf. Sie wissen recht wohl, daß die dortigen Konfessionslosen durch ihr Leben und Wirken vor aller Augen gar bald die elenden Verleumdungen Lügen strasen werden, welche sich nur so lange mit Erfolg verbreiten und behaupten lassen, als der Bauer uoch keinen Konfessionslosen mit eigenen Augen gesehen. Jetzt wtrd sich'S durch deu Vergleich entscheiden, ob ein Mensch blos darum, weil er eine „Religion" hat, besser sein müsse, als Einer, der sich's au den einsachen Regeln der Ehre und Mevfchensreundlichkeit genügen läßt. Am Geschichte des Hages Trennung des K ultusm in ist er i-ums vom Unterrichtsministerium! — Diese Forderung hat den Beifall des Abgeordnetenhauses nicht gefunden. Der Antrag, sich zu Gunsten derfelben zu erklären, ist nämlich abgelehnt worden; die Veiquickung zweier Elemente, die jlch grundsätzlich widerstreben, wird also fort- beugt, die Blumenstengel erreicht und erglissen — als knackend die morsche Tannenwurzel brach, der sie vertraut hittte, und sie haltlos ein ansehnliches Stück des stellen Abhanges hinunter glitt oder stürzte; ohne einen Bnsch schützender Latschen, die sie im Fallen aufhielten uno ilir Gelegenheit boten, sich anzuhalten und aufzuraffen, wäre der Ausgang wohl ein schlimmer geivolden und die Tiesen der Felsschlucht hätten all ihiem Grimm und Gram auf einmal ein Ende gemacht. Die Base erwiderte nicht viel aus Stasi'S Erzählung; sie unterbrach sie nur hie uud da mit einem AuSrus der Verwunderung, einem Laute der Tlzetlnahme; als sie geendet, blieben Bnde eine Weile still. Dann legte die Alte Stasi'S Hand, vie sie in der ihren gehalten, aus'S Bett, zurück und erhob sich; eS war Zeit, nach de» Dienstboten und der Arbeit in HauS und Stall zu sehen; denn im Leben beS Bauern hat daS eigene Ereigniß nur den zweiten Rang: ob die Arbeit mit fröhlichem oder blutendem Herzen geschieht, ist gleich, aber geschehen muß sie uner, tiittlich in derseibcn Art und in der nämlichen Stunde. „ES ist Tag, Stai, ich muß fort", sagte sie dazu. „B'hüt' Dich Gott! Ich will'ö überlegen uud in mir verkochen, waS ich jetzt erfahr'» Hab'; dann will ich Dir meineMtachrichteu. (Borbildung der Priester in Japan.) Die allgemein verbreitete Religion in Japan ist der BuddhaiSmus. Der sortschritts-freundliche Kaiser befahl vor drei Jahren, es muffe jeder Buddha-Priester fich einer Prüfung unterziehen. Wer sie nicht bestand, mußte anfhören, Gl istlicher zu sein, und einen andern Wirkungskreis suchen. Selbstverständlich müssen die Priester-kandidaten ebensallS strenge Prüfungen ablegen. Nach den hiesür geltenden Vorfchristen werden nur vollkommen reife Mänüer, die wenigstens das dreißigste Jahr überschritten haben, zugelassen. Die Prüfungen sind so umsassend und strenge, daß Jedem, welcher sie gut bestanden hat, auch eine lohnende tveltliche Laufbahn offen steht. (La n d w i r t h s cha f t. Verfahren der Nordamerikaner zur Aufbewahrug der Aepsel.) Ju einer landwirthschaftlichen Versammlung zu New'Aork wnrde mitgetheilt, daß im letzten Herbste nicht wenit,er als 30,000 Fässer Aepfel nach Enropa verfchifft worden und einer der AuSführer theilte mit, däß er seine Atpkel unter Umständen bis in den März in Glasgow liegen lasse, um günstige Preise zu erzielen, und daß dikselbcn keiner B^rderbniß unterworfen srien. AlS Mittel zur Aufbewahrung gibt die „Illinois Dcntsch-Amer. Farmer Ztg." Folgendes an: Fein gemahlener Gyps hat sich durch vielfache Erfah»ung als ein vortreffliches Mittel bewiesen, um Aepfel einen längeren Zeitraum gut und in vollem Wohlgeschmack auszubetvahren. Der immerhin ziemlich bedeutende Austvand an Arbeit uud Dtr Helsen kann, thu' ich'S gern; wie man aber helfen soll, das tveiß ich noch nit — sei aber darum noch nit verzagt! ES gehl oft ein Eud' her, tvo man es am wenigsten entlraut. . . . Ab-r — aber", schloß sie im Fortgehen, „eine böse G'schlcht' ist'S und bleibt'S allemal; »virst einen harten Stand haben; ich soig' — ich sorg' alleiveil', eS geht aus'm Kurzenhof, wte'S schon einmal 'gangen hat". Sie entfernte sich. Den Tag über trafen sich Beide nicht mehr; Stasi schien eine Begegnung zu vermeiden; die Vase suchte sie Nicht. Beider Herz war zum Ueberqueilen voll; aber nachdem die «ine Mittheilung statt-gesunden, hatte Jede mit d»n eigenen Gedanken und Empfindungen so viel zu thuu, daß sie ein Gespräch darüber wie eine Störung sürchtete. Zehnmal hatte Stasi sich am Fenster zu schassen gemacht oder war unter die Thüre ge-lr'.ten. wie wenn, sie noch dem Wetter aussehen wollte, obwohl der Himmel so klar und heiter blaute, daß auf lange Zeit hinaus ein Umschlag Nicht zn befürchten war. Endlich rollte daö ersehnte Fuhrwerk auS dem Gebüsche beim Krämerhause hervor. (Fortsetzung folgt.) Mattrial es gerathen ttscheilleu^ daß man «ur gute, werthvolle Früchte dazu verwendet, die vollkomven ausgereift, trogen und ».»beschädigt sein musskn'. Ist ihre Schale' mit' tinem feuchten oder tlehrigen Hauche bedeckt, so wische man sie mit einem trocknen Tnche.ab, d/^ß^^wird ejnem die Mühe ersparen, sie beim Hirautnihmen mit glößerir Schwierigkeit reinigen zu müssen, da an der yorher glatt geriebeuen Schale der feiue GypKslofs nicht sy fest hastet, alt wen« dieselbe feucht, klebrig und rauh ist. Das Gesäß, welches zur Ausbewahrung der Acpfel bestimmt ist, wird durch unterlegte Hölzer vor der unmittelbaren Berührung der Erde u. dgl. geschürt. Auf den Lqdtv dilses VesäfseS brlngt v^an eine zollhohe Schichte ÄypS und legt darauf eine Schichte Aepsel, mit deu Stielen nach oben, jedoch so, daß eiuer des andern nicht berührt. Ist eine Lag» vollendet, dann streut mau VhpS darüber, bis alle gwischenrSume ausgefüllt und die grüchte gleichartßig bedeckt sind, worauf man wieder eine neut Lage Aepfel ausbringt und damit fortführt, bis da» Gefäß pqll ist. Der Typs wirkt dabei mecha^W durch' Ausschluß' des Druckes der einzelnen Früchte auf einander, der Feuchtigkeit und besonders der Temperatur-Veränderungen der äuteren Atmosphäre und halten sich in dieser Weise konservirte Aepfel frisch und wohlschmeckend bis ins Frühjahr. Ein trockener Keller oder eine srystsrm Aammer ist der beste Platz die Gefäße aufzustellen. (Aus dem FreimanrerOrden. Bruder Johann Mäste i-Ferretti.) Daß Hauptblatt der Feiwaurer in Portugal bringt eine merkwürdige Enthüllung. Zu Folge der Verdammnngsurtheile, welche der Batlkan wiedeeholt gegen die Freimaurer und ihre Zwecke ausgesprochen, the lt eine Loge in Sizilien mit, daß ste vor mehreren Jahrzehnten den Bruder Johann Mastai-Ferretti in ihre Oemeinschast ausgenommen. Dieser Bruder ist der —- jetzige Papst, Pius IX. Der Miltheilung ist ein wohlgetroffenes Bildnip d Honorirung der Privatärzte für alle Leistungen, welche denselben vom Staate oder von Gemeinden abverlangt werden. (Biererzeugung in Oe st erreich und Ungarn.) Nach dem amtlichen Bericht über die Biererzeugung Oesterreichs, welcher so eben veröffentlicht worden, belies sich dieselbe 1860 auf 12,602.404 Eimer, und stieg 1872 aus 20,305.952 Eimer. Die BerzehrungSsteuer sür Bier, lvelche 1860 13,649.236 fl. betrug, halte 1872 die Höhe von 21,ö80.183 fl. erreicht. Un« yarn erzeugte im Jahre 1860 nur 1,106.681 Eimer, 1872 1,262.186 Timer; an Biersteuer zahlte es 1860 1,1S0.30ö fl., 1872 1,481.177 fl. Marburger Berichte. (Vom Po st a m te.) Fräulein Olga Sa-kuschtsjg, welche im vorigen Zahre die Telegra-plienprüsung bestandrn, hat nun beim hiesigen Postamte auch die Prüfung auS dem Postsache mit gutem Erfolge abgelegt. (Eine Mustergemeinde.) Nach langer llnteibrechung Hot der Gemeindeausschuß von Gonlibitz kiirzlich wieder eine Sitzung gehalten. Die jetzige Vertretung sand über Eiauahmen und Ausgaben kein Protokoll vor, ja nicht einmal die nothwendigsten Aufzeichnungen und bedarf eS der ganzen Thatkraft der Neugewählteii, um hier Ordnung zu schaffen. (Ein Kind verbrannt.) Am Sonn» tag tvurde ia Gams die Vierjährige Enkelin des Grundbesitzers N. Zieringer von Schober zur iSrde bestattet. Mehrere Kinder hatten am Freitag ungefähr' hundert Schritte vom Stalle entfernt bekvi Hüten der Schafe eiue Viirde angezündet, um sich zu wärmen. Die Röcke des er-^ wähnten Mädchens fingen ober Feuer und als die Kleine eiligen Laufs nach Hanse kam, waren ihr die Füße, Bauch und Brust schon so verbrannt, daß sie Wen0s vetschied. (Angelobung der Feuertvehr.) Sonntag um 11 Uhr. Vormittag fand die Angelobung der freiwilligen Feuerwehr im Vereins-lokale öersellien statt. Die Mitglieder waren vollzählig und in Uniform erschienen', von der Schutz, Mannschaft hatten sich einundzwanzig eingefunden. Ein zahlreiches Publikum wohnte der seltenen Feier bei. Die Herren: Bürgermeister Dr. M. Reiser und Blece-Bürgermeister Dr. F. Duchatsch hielten Ansprachen über Ziveck und Bedeutung der Feuerwehr; danu wur^e von den Chargen dem Herrn Bürgermeister die Angtlybpng mittels Handschlag geleistet und zuüi Schlüsse däS Pro» tokoll gesertigt. (Selbstmord.) Am Montag 6'/, Uhr Abends wurde bei der hiesigen Sladtpolizei gemeidet, vaß sich der Schneider Franz Barak (Biktringhof-Gaffe, Gasthof ,zum Sandwirth") mit tiner Pistole in den Unterleib geschosien. Der Unglückliche ward noch lebeitd in das allgemeine Krankenhaus gebrartit, wo er nach Mitternacht starb. Barak war in Jamnik bei Jglau heimatberechtigt, 44 Jahre alt und sollen ihn mißliche Geschäfteverhültnifse zur That bestimmt haben. (Kunstdünger-Fabrik.) Herr Hermann Steinberg vom polytechnischen Institute zn Wien ist alt Chemiker der hiestgen Kunstdünger-Fabrik angestellt worden. (Evangelische Gemeinde.) Am 27. März findet in der evangelischen Kirche tiu Gottesdienst sür die hiesigen Soldaten evangelischen Glaubensbekenutniffes statt, welchen der Ftldgkistliche Herr LukaSz von Graz' abhalten ivird. Setzt- Most. Das AdgesrdnetenhauS hat den An. trag, betreffend die Gewährung etneS beson, deren Landtages für WSlschTirol einem AnSschnsse zugewiefen. 5" ?>teu Sitzung des ungarischen Unterhauses fehlten die Sachsen. Der BundeSrath Deutschlands beabflch. tiqt, die i>fterreichischen VereinSthaler zum vollen Werthe einzuziehen. Die äußerste Linke der frauzi^fischen Stationalversamnilnug beantragt die Neu-wähl dieser Vertretung. Auf das Eingesandt betreffs mehrerer Kaminbrällde in Marbllrg. Es ist wirklich lächcrlich, wenn sich ein Ka-minsegermeister. nach so vielen KaminbrSnden, aus seine Burschen beruft und die Ursache sogar dem allgemeinen armen Brodneid in die Schuhe schieben will!!-- Ist ein Kaminfegermeister nicht selbst (nach Z. 442 der FeuerlöschsOrdnung) verpslichtet, jede FeurrSgesahr der löbl. Sicherheitsbehörde anzu-zeigcn, die ihm gewiß in jeder Beziehung allen möglicheii Vorschub leisten wird, derlei Uebeln oder Unglücksfällen, die schon daraus entstehen mögen, abzuhelfkn? Wenn ein Kaminfegermeister erst nach zwei-oder gar dreimonatlicher Rapport'Abstattung seiner Gesellen seiner Pflicht nachkommen tvill, dann mag es wohl freilich oft schon zu spät sein, solchen Unglücksfällen oder vielmehr Schreckens-Nachrichten vorbeugen zu können!! — Im Ucbrigen mache ich Herrn Kollegen nur noch ausmerksam, sich daS Circulare Nr. 8146 vom 14. Dez. 1873 unseres löbl. Stadtgemeinde-AmteS Keffer inS Ge!)ächtniß zu prägen und wolle gefälligst in Zukunft nicht gleich alle Meister des BrodneideS wegen beschuldigen, sondern nur denjenigen, der die Schuld trägt, w-lche wahrscheinlich, nach allgemeiner Beurtheilung, Herrn Einsender vom 3. d. M. selbst treffen wird. Es zeichnet sich dankschuld^gst der aufrichtige Kollege Stefan Rumpol d, ZS1) Kaminfegermetster. Abferttg^ng. Alt Aerrtl Anton Hoiuigg hietk. Ihr an mich gerichtetes „Wort" ist geeig-net, eher Mtleid über Ihre darin ausgeprägte Gttstesschwäche zu erregen, als durch Ihre vagen und durchaus grundlosen Beschuldigungen zu beleidigen. . Das ?. I. Publikum, welches Sie bereits hinlänglich kennt, hat nach meiner vollsten Ueberzeugung die richtige Information, um herauszufinden, wer in dieser Affaire Recht und wer Unrecht habe, mögen, Sie auch noch so viel Worte zu Ihrer Rechtfertigung vorbringen. Namentlich erscheint Ihre Behauptung, daß sich Ihre mir gemachte Zusicherung, keine ähnlichen Geschäfte mehr in Marburg betreiben zu wollen, blos auf das Dienstmanns-Jnstitut beschränkt habe, als die perfideste Lüge, und wird als solche vernunftgemäß dadurch erhärtet, daß es doch gewiß keinem gescheidten Wienschen einfallen könnte, hier in Marburg, wo sich ohne-dieß schon zwei derartige Institute befinden, auch noch ein drittes errichten zu wollen. Eine solche Idee könnte daher wohl schließlich nur Jkrem unergründlichen Rathschlusse entspringen. Ebenso versteht es sich aber auch bezüglich der Agentie beinahe von selbst, daß. wer ein solches Geschäft käuflich übernimmt, a vriori dagegen sein wird, daß ihm der Verkäufer brühwarm auf einem anderen Punkte ein Aehnliches entgegensetzt. — Sie entblöden sich nicht, mich der Kon-traktbrtlchigkeit zu zeihen, ohne für diese Be-hauptung auch nur den geringsten Grund anführen zu können, und beweist sich daher Ihre ohnmächtig^: Niedertracht dadurch am schlagendsten, daß Sie Fakta. deren Sie sich ausschließlich selbst schuldig gemacht haben, auf mich wÄzen, unr sich dadurch bei etwaigen Leichtgläubigen doch noch reinzuwaschen. Dies wird und kann Ihnen jedoch ebensowenig gelingen, als dies Experiment bei einem Mohren ausfthrbar erscheint. Umsomehr Grund habe daher ich, Sie zu versichern, daß ich mich jedenfalls lieber in der nöthigen respektvollen Entfernung von Ihnen gehalten haben würde, wenn ich Sie früher so — wie jetzt — gekannt hätte. Betreffend Ihren Vorwurf, ich hätte Ihre Annonce bezüglich der darin envähnten 60 kr. nicht richtig gelesen und Sie dießfalls ungerecht beschuldigt, berufe ich mich auf Ihre erstherausgegebene diesbezügliche Annonce in der Grazer „Tagespost" vom 4. d. M., worin es ausdrücklich heißt, daß „nur gegen Beischluß von ö0 kr." die gewünschten Auskünfte zc. ertheilt werdet,. Da man annehmen muß, daß ein Inserat, welches für einen so ausgebreiteteil Leserkreis, wie es bei der „Tagespost" der Fall, berechnet ist, auch mit dem nöthigen Vorbedacht entworfen worden sein müsse, so blieb mir unter dieser Voraussetzung kein Zweifel übrig, daß die fragliche Variatiotl in der „Marburger Zeitung", wornach die gedachten Auskünste wieder „ohne Beischluß von 60 kr." ertheilt werden sollen, nur auf einem Druckfehler beruhe, indem eine andere Auslegung zum Mndesten als höchst onginell bezeichnet werden müßte. Hoffentlich wird Sie wohl diese deutliche Auseinandersetzung von Ihrer eigenen diesbezüglichen Schuld überzeugen. Alles in Allem haben Sie sich daher mit Ihren Worten und Handlungen vor allen Ur-theilsfähigen unsterblich blamirt und dadurch nur bewiesen, daß es für Sie hohe Zeit fei, von einem Schauplatze abzutreten, auf dein Sie sich entschieden schon überlebt und hoffentlich für iinmer selbst abgethan haben. Ich finde mich daher schließlich nur noch m der bestimmten Erklärung veranlaßt, daß ich oie ftagliche Affaire nullmehr aus diesem Wege für entschieden betrachte und durchaus nicht mehr gelleigt sei, irgend welche Zeit und Mühe zu Erwiderungen aus ähnUches in jeder Be- Ziehung erbämliches Gefasel, wie Ihr Letztes, zu vergeuden und darauf auch nur noch Einen Tropfen Tinte zu verspritzin. SKI) Jos. «adlik. kübnIiM^erlsxe M 8Meii- >ii«I kezeMimeii smpLsdIt die Tuch-, Wlanufactm- und Aamen - Eonfecttons - Kandlung äss krtoärlvl» SvetI 8«»ii«nsel»lri»vii iW M M Kiisl!^ MI! W»U Ä UM Ii^ M tiÄV Acki M ii'mo vo» 80 Z^r'. HO. vo» Q. KZFs Ll. KO. lüoliÄi' garnirt mit Zpitttn, lastvt, kistonform mit fuül'agoons, lülvxivainv tout-soiv rvivli gvput?to, Doubiv favo srmuro, Kros llv ktsplo, iMIftlivilig, psragoii, foularil i'vivk vsi'R-linlli'ts 8onnvn»vliii'ms voi» a. » so dts a. »s so aued vssw» w Wlrlmrx. Da?! bei der Versammlung am 20. Miirz nicht die erforderliche Zahl stimmberechtigter Mitglieder erschienen ist, findet die Veschluß» fähige Kenerat-Wersammkung am 27. März 1874 jstatt. (ss? IVavIisaKaaK. Die vislsv Lsveiso Iisr^Iiolier ?!isilvatuvo, (Iis mir ullä msivsm mQixstxsliodtsQ Lodvs setiov vslirsriä gsiver lanesQ Lravlcksit vuräsv, svwis äis ^adlreiods Ls^Ioituux, äis äsiv tt'öursQ DakivLSsoliieäsQSll ?ur Ivtutsu kuttö-stätts »u ?Iisu Abvoräoli, vsrxÜiodtsv mied, c'sQ lädl. Voreilisll äor l'ulnvr uuck k'susrvskr, Ü6Q Hsrrsll vom llanävlsotaliäs uaä aUvo k'rczuQ^Sll uvä LsIcav?i^0Q 6sQ tlskjxsfülltsstoo klus2usxrsodsll. (267 AksT'lö Ksums^s?'. Kundmachung. Bei der Marburger Kanstdüuger-^brit find 3-4000 Centner Gr«beneo«post-Stre»dünger zu verkaufen Preise: Wiesendünger........pr. Centner 80 kr. Getreidedünger........ „ 70—90 kr. Garteo-Düvger...... „ 1 fl. 60 kr. Blllmen-lTöpse-)Dünger ......pr. Pfund 7 kr. Grober Absall, für Weingärten zum Gruben- und Rebenversahe sehr empfehlenswerth......pr. Centner 70 kr. Die Birpackuna wird biUigst befolgt, und wolle dei ge,hrtrn Bestellungen grnau angegeben werden, ob der Dünger skr «aff«n oder trockenen, sür sandige» oder lchmigen Bodrn verwendet wird. Auch werden Knochen, Holzasche, Blut, Haare, LederabsSlle, verdorbene« Fleisch oder Fett gegen gute Bezahlung gekauft. Gute Ardeiter finden in größerer Zahl dauernde Beschäftigung. Marbmgtr K«iljtdüiigtt-/adrik der!. öflerr. Iktieu-Vtstlischast zur Erzeugung von künstlichem PhoSphat-Dünger. Kanzlei: TegetthoMraße Nr. 2S. .Ivliani» Geschäftsleiter. Danksagung Für die so schnelle Hilfeleistung bei dem bei mir am L3. Februar d. I. um 11 Uhr RachtS ausgekrochenen Feuer spreche ich allen OrtSliewohnern von Zellniß und liesonderö den Herren Porta jun., Holzer, Knauß, Potoschnig uud Geschwister Gärtner meinen wärmsten Dank auS; da eS nnr durch ihre aufopfernde Bemühung gelungen war, den Brand bloS aus den Dachstuhl zu be» schränken. Achtungsvoll 263 Bekanntmachung. Der Gefertigte gibt hierM bekannt, daß er auch in diefem Jahre wie alljährlich mit ^uhpockenstoff impft, und da sich der Blatternstoff nach Jahren im Menschen wieder erneuert, so erlaubt er sich darauf aufmerksam zu machen, daß sich besonders gegenwärtig die wiederholte Impfung dringend empfiehlt. Franz SemUtsch, Jmpfarzt. Z. 5SV7. (266 Fahrniffe-Lizitatto». Mit Bewilligung des k. k. Bezirksgerichtes Marburg werden am Freitag den TV. März 1874 von 9 Uhr Vornlittags angefangen, die zunl Verlasse des in der Pfarrhofgasse Nr. 197 gestorbenen k. k. pens. Hauptmannes Herrn Johann Kraus gehörigen Fahrnisie, als: Zim-mer-Eilmchtung, Bettzeug, Civil- und Militär-Kleider, Waffen zc. gegen gleich baare Bezahlung im öffentlichen Lizitationswege verkauft werden. Marburg am 24. März 1874. Der k. k. Notar als Gerichtü-Kommiffär: Dr. Nadey. Werkauf einer yüvscheu Weingarten-Nealitüt. 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Publikum ergebknst anzuzeigen, daß er in der Kärntnergasse Nr. 212 eine Wa gnerei eröffnet hlit, und empfikhlt sich zur Verfertigung von neuen Kaleschen, Fnhrwügen ic., übernimmt auch alle in sein Fach schlagenden Reparaturen. 248) Achtungsvoll Wagnermeister. Fisch - Berkaus. Bei der Herrschaft Burg-Schleinitz wird am «. April d. i. Eharmittwoch der Teich gezogen und am selben Tage Vormittag um 9 Uhr die darin befindlichen Karpfen und Hechten verkauft. Die Kauflustigen werden dazu höflichst eingeladen. (259 Gutsverwaltung Burg Schleinitz, 23. März 1874. leravtwottliche Stedattio«, Dr»«r und Verlag von Eduard Zanschi^ w vlaburg. B. N. Tt. G. leravtwottliche Stedattio«, Dr»«r und Verlag von Eduard Zanschi^ w vlaburg. B. N. Tt. G.