H^ /-».» Präilumcrationsprcil!: Im Üomptuir ganzj. /-«^ H^. , >, ,, ^usertio u« gebüh r bi« II) Zeilen: imal e» ll., « ^>M^ , Vlt* ^» fl. ,1. ball'!, f>,. 5.50. Für bic Zustellung ins Haus (9^/Nlt6l^^l ^ ''liN'll xm.M'lr.. Am.! fl.;sm,st pl.Zeil« im. <;lr.. Lm. «,r.. l ?^ F > NW- Der h. Zeiertaste wegen er scheint die nächste Nummer am Dienstag. Amtlicher Theil. Auf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Ihre königliche Hoheit Auguste Friedcrike, verwitwete Erb großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, die Hostrauer von Donnerstag den <>. d. M,, angefangen durch acht Tage, d. i. l,,ö cinschließig l.^, April, unter Einem mit der fik' weiland Ihre Majestät die Königin Louise von Schwcden und ?torwegen bestehenden Hoftrauer, ohne Abwechslung, getragen werden. ?er Mnislcr für Cultus und Unterricht hat den Supplenlcn Otto Koren zum wirtlichen Lehrer am Staatsgymnasium in Trieft ernannt. Nichtalntlicher Theil. Wien, 5. April. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben die vom Ministerialrathc Dr. Vinccuz Klun verfaßten, zur Aufnahme in die Piivatbidliuthcl «Vr. t. und l. Hoheit des durchlauchtigste« Kronprinzen Erzherzogs Rudolf Überreichten statistischen und geographischen Werke huldvollst anzunchmcn und demselben aus diesem Anlasse den AllerlM'^ü Dank auszusprechen geruht. Das „Baterland" brachte in seiner Nummer vom 4. d. M. eine längere Ausführung über die katholischen Institutionen im Orient und deren Unterstützung von Seite Oesterreich - Ungarns. Die Stellung, welche das genannte Glatt zu allen derartigen Fragen einnimmt, ist zu bekannt, als daß wir nöthig hätten, auf das Gehässige dcs Tones, auf das Unmolimrtc der Angriffe noch besonders aufmerksam zu machen. Es isl unseren Lesern wohl noch in Erinnerung, daß wir in einem analogen stalle dem „Vaterland" den Beweis für eine seiner frivolen Behauptungen auftrugen, daß eö diesen Beweis einfach fchuldig dlicb und bah uns von da an Rücksichten der Selbstachtung geboten, jede Polemik mit dem genannten Blatte ab;ubrcchcn. Iu der That sind denn auch die nachstehenden Bemerkungen nicht an die Adresse des „Vattrlaud" gerichtet, sondern lediglich zur Aufklärung uud Oricntirung des PublicumS bestimmt. Daß die Fonds, welche zur Unterstützung der katholischen Institutionen im Orient bestimmt sind — es sind dies der Sllaocnredcmlions- ,md ter orientalisch» Mis sionesond - und welche seit dem Jahre 1864 in Folge eincr Allerhöchsten Enlschlichimg in dic Verwaltung des Minislerinms deS Acußcrn übergegangen sind, in dem ..confcssionsloscn" Oesterreich keine andere Verwendung findcn tonnten, als iu cin^r frnlmen Zeit, ist salbst' verständlich. Die ursprüngliche Wilmung 5es ersteren, mclchc die Auslösung und Befreiung dcr im Oriente in ! Gefangenschaft gcraihcncn und im Sklaucnjoch schmach-» tenden Christen zum Gegenstände hatte, hat nunmehr dcr Bestimmung Platz gcuiacht, zum Beslcu des tatho-lischcn Eullns und nam.'üllich znr Uülerstützung der katholisch:» Etablissements, dcr Kirchen. Spilalcr und Seminarien im Orient zu dienen. Dic Verthcilung der Zinsen beider Fonds, welche allerdings durch die Unificirung der Staateschuld, sowie früher durch die Rcducirung des Zinsfußes der Staatspapicre nicht ganz uubcdculend geschmälert wlndcn, findet nunmehr gan^ füc dieselben Institulc und in gleicher Weise statt, als dies bei der früheren Verwaltung derselben durch t«as k. k. Eultusministcrium der Fall war. Allerdings aber sind die Erträgnisse dieser Fonds durch ihre dermaligc Verwendung bereits gänzlich in Anspruch genommen und kommen für d!c wachsenden Anforderungen, die sich in dieser Richtung noch ergeben, nicht weiter in Betracht. Die Erfahrung hat eben hier wie anderwärts und namcnllich auch iu Frankreich bestätigt, daß zumeist der privaten Thätigkeit, dem wohlthätigen Wirken von Vereinen nild Einzelnen in dieser Beziehung ein weiter und bercchtlgtcr Spielraum zufällt. Im Mglmeinen dcuf aber bcmeltt werden, daß, seit Graf Bcust die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übernahm, die zn dem gedachten Zwecke in den Orient fließenden Summm sich nicht unbeträchtlich aesteigcrt haben, ein Umstand, dcr in den bcthciligten Kreisen auch dankbar gewürdigt wird. (Wr. Ztg.) Das wahre Ocjlcrmchcrlhum. Unter dieser Ausschrist bringt das „Präger Abendblatt" in seiner letzten Nummer einen Artikel, der sich gegen den Ton wendet, in welchem in gewissen Organcn der österreichische Name in die Discussion gezogen wird. Der Artikel betont, daß sich dcr nationale Gedanke dcr einzelnen Volsstämmc dcr Monarchie mit dcm Staats-gedantcn ganz gut vertrage und in Eiütlona, bringen lasse; das Blatt schreib! sodann: „Wenn wir von cincm Ocstcrrcichcrlhum sprechen, so verstchcn wir dasselbe keineswegs so, daß sich irgend jemand seiner angeborenen Nationalität zu Gnnslcn einer neu entdeckten österreichischen Nationalität zu entäußern hätte, denn eben so weiug als es im engeren Sinne eine ^ belgische, schweizerische, preußische oder amerikanische Nationalität gibt, eben so wenig kann von einer ästcrrii' scheu die Rcoc sein. Unter Oestcrreichcrthum verstehen wir nichlS weiter, als die Verkörperung des Staatsbe. griffes, den Willen nämlich, von seinm nationalen Son-dcransp'.üchcn und Sondelrcchtcn so vicl aufzugeben, als zur Eihaltung des Staatsganzen und seiner einheitlichen Fo.m umnna/iuglich nothwcndig ist. Wenn wir also verlangen, daß dcr Deutsche, dcr Ezeche, dcr Pole, der Ru-theuc u. f. w. Oesterreichcr sei, so heißt dies keineswegs, er solle etwa ganz aufholen, deutsch, czechisch, polnisch, o)er l'iilhcnisch zu fühlen,, sondern nur, er möge sein nationales Gcfühl dem staatlichen unterordnen, beziehungsweise mit dcmscllmi in Einklang bringen Diese Forderung unbescheiden oder gar lächerlich finden, heißt ein: solche Begriffsverwirrung an den Tag legen, daß man fast versucht wäre, darin etwas mehr als bloße Naivetät zu suchen." Der Artikel bekämpft fcrncr das Belieben jener, welche aus Unzufricdcnhcit mit dcr jeweiligen Regierung sich gleich bereit zeigen, ihr Oestcrrcichcrthum aufzuge^ bcn, und äußert sich in dieser Richtung: ..Ist min mit cincr Regierung oder einem politischen System unzufrie« dcn und fühlt sich hicdmch in seinen Sonderrechten be einträchtigt, dann hat man ja legale Mittel zur Hand, eine Aenderung dieser nicht entsprechenden Negierung oder Rcgierungssorm anzustreben, wenn mau aber, statt dicS zu thun, sofort damit droht, sein Staatsbewußtsein gleich einem uuuützcn Ballast von sich zu werfen, dann cnt< zieht man ja seiner Opposition gleich von vorn herein allen Boden." Ucbcr die Nothwendigkeit, allcu österreichischen Stämmen gleich gerecht zu werden, sagt daS Blatt zum Schlüsse: „Ein wahrer Ocslerrcichcr wird unter allen Um« ständen gerecht und billig seiu und nicht verlangen, daß man nur seine Wünsche allein befriedige, jene der übrigen Nclivlililiiäten aber ignolirc. Ware überhaupt ein Oester» reich möglich, wenn nicht durch eine fortwährende Reihe von Compromisscn, durch gegenseitige Achtung der freien Uebcrzcuguug in jedem Einzelnen das Staatsbewußtsein wachcrhaltcn würde? Darin besteht ja eben das Oesttr-reichcrlhum, daß man dcn politischen Gedanken, welcher vor vielen Jahrhunderten zur Schaffung des großen mit« telcuropäischen Donau-Staatcö geführt und heute von seiner Berechtigung noch nichts verloren hat, unter allen Umstünden hochhäU. daß man im Czcchen, Polen, Slo> vcnen u. s. w. sletö nur den Landsmann, nicht aber den nationalen Gegner erblickt, und daß man sich schließlich von dcm bestechenden NationalitätscultuS nicht so weit ^verblenden läßt. seine Nationalität höher zu stellen als l daS gemeinsame Vaterland." 'j'l'msselm«. Ein Advocat des alten Regime. Novelle. Eine dcr lebhaftesten und hervortretcndslcn Erinnerungen aus meiner Kindheit ist jene an gewisse Besuche, die ich jcdcS Jahr in Begleitung meines Vaters bei einem seiner Oheime, dcr die Stadt Dijon bewohnte, wachte. Ich empfand, fobald ich mich seiner Residenz näherte, eine Art feierlicher Furcht, und dicscs Gefühl verließ u,ich nicht, so lauge ich dort weilte, ohne daß je ein Verweis oder auch nur ein strenger Blick es moti-dirt hätte. Dcr Anblick des Hauses meines Onkels Melchior halte ohne Zweifel einen großen Antheil au diesem Eindrucke; es war eiu weitcS. hohes Gebäude von einem düstern Grau, und iu einer der dem Verkehr am wenigsten NllSgchtzlcn Straßen dcr Stadt gelegen. Das Erdgeschoß b'escs, s^wic das der angrcnzcnden und gegenüberliegen-den Häuser, wurde von dcr Loge des Portiers oder von 9w8m Remisen eingenommen. Die Stille wurde also "ur durch die sclteucu Vorübergehenden dicscs ctwaS tzclusiven Viertels gestört. Das Innere stand im Ein-llang mit dieser Ruhe auf dcr Straße. Obschon die Fencer hoch und breit warcn, so waren die weiten Gemä chcr in ihren Tiefen doch immer nur uuvollständig er-lenci.tct. M.m fühlte einen scicrlichen Ernst, so zn sagcn Um, den hohe,, Wölbungen hcruicdcrslcigcn, sobald man den Fuß in den großen Salon sehte, dessen Vorhänge, Möbel, Ma'uern sogar mit duukelrothcm matten Damast übcrklcidct warcn. Z>rei gioße Gemälde mit geschwärzten Tinten nutcrlirachcn allein oicsc Einfmmiglcit. Ich weiß nun. daß sie italienische Lanoschaslen vorstellten, abcr man hätte dcn glänzenden und lichlsttahlciiden Anblick jener südlichen Gegenden niemals nntcr diesem grünlichen Himmel uud dcm l,urch das Alter gebräunten Vorder-gründe vermulhcn können. Des Abcnos wnrdcn dic Kcr zcu an zwei silberne.! Flambeaux auf einem Marmor-tischc in dcr Nähe dcS Kamins anzündet, sie ließen aber in dcn Ecken des wciten Gemaches großc dunkle Slrlleu, in welchcn die Mödcl und altcn Schirme fantastische Formen annahmen nnd in dcrcn Vcreich ich inich nicht gerne waglc. Ich scl,c mich noch. wie ich mich an jenem Tische mit cmcm allen Schachspiel u:,lcrhaltc, dcm einzigen Spielzeuge, duel in dcm strengen Hause geblieben, während mein Ontcl nnd mein Vater jeder an einer Ecke des Kamins sitz'nd, ernst übcr Politik discntiren. Wir hatten damals das Jahr 18i:>, es war also Bloff genug zu langen und crnstcu Diocnssioucn übcr dicscn Gegenstand. Ader dcr Salon so feierlich cr auch war, flößte mir Doch nicht die Scheu eiu, die ich cmpfaud, weun ich das Arbcitöcabinct meines Ontels betrat, was mir übrigens sehr selten begegnete. Hlcr war dcr Plafond, das Parquet, das Wandgctäfcl und ein großer Bücherschrank. AUeS vou altcrschwarzem Eichenholz; ein großer Schreibtisch mit Fächern und einige Fautcuils von schwarzem Roßhaar waren die einzigen Möbel. Der Kamin hatte nicht cinmal eim'N Spiegel, der mit seinem Rcfl^ ^c braunen Tintcn dicfts Appartciucnls aufgehe,tert hällc; cin Gemälde, die Krcnzabnahmc darstellend, nahn, dcsfc» Stelle ein. Iu diesem düstern und strengen Rahmen gefällt sich mcinc Phantasie vorzüglich, die Gestalt meines On-kcls Melchior, die so schr damit harmonirt, mir vorzustellen. Ich schc ihn wieder vor mir, groß, mager, die Haare noch braun, obschon er übcr sechzig Jahre alt war, und vollständig in Schwarz gekleidet.- Rock, Gilet, kurzes Beinkleid, die seidenen Strümpfe sorgfältig glatt gebogen, Schnallen von bläulichem Stahl an den Schuhen. Ich sehe seine großen Augen mit einem zuweilen zer» streuten oder wohl auch aufmcilsamcn und dann mehr traurigem als strengem Blick nuf mich gehestet; eine Adlernase, ein Mund mit schmalcu Lippen vcrvollstän« digtcn diese charakteristische Physiognomie. Was in diesem Gesichte vorherrschte, war Rechtlichkeit und Treue; ciu solcher Manu mußte gerecht und loyal sein; man konnte nicht entnehmen, ob er des Mitgefühls für Un glückliche fähig sei. aber gewiß mnßtc er für die Schul-dlgcn, wcr sic auch waren, ohne Schonung sein. Ich weiß nicht, ob ich bereits gesagt habe, daß mein Onkel Melchior Advocat war. Ich muß hinzufügen, daß cr ftit 40 Jahren der erste Advocat von Di-jou war. Er hatte sich einem Zwcia scincs Berufes gewidmet, der damals häufiger als heutzutage augenom« men wurde. Er bfschränlte sich darauf, in seinem Hause Consultations zu ^theilen, Man s^gte zwar in dcr Gc-richtswclt von Dijon, daß cr cinst Vertheidiger und Vertheidiger von Talent gewesen, aber es war so lange seit dcm. daß nur die ältesten Magistrate der Stadt sich daran erinnerten. Sein? tiefe Gcsetzcskcnulniß und sein ausgezeichne. tcr Scharfblick hatten ihn zu einer unangcfochttnen Be^ rühmlhcit seiner Partei gemacht nnd dic jungen Moc" catcn hatten für Meister Rochebcl eine ganz besondere 380 Politische Uebersicht. Unibach, ?. April. Die in polnischen Intclligenzlrcisen einflußreiche politische Monatsrcvuc „Przcglond polskl" drückt sich in ib.rcin Aprilhcstc folgendermaßen übcr die biS' herige Thätiglcit dcs Ministeriums Hohcnwart aus.-„Wir müssen gestehen, daß Graf Hohcmuart in sehr kurzer Zcit den ^ilimbnS der Autorität des Gcsctzcs zu Heden verstand. Glas Hohcnwart erfreut sich der Sympathien der Männcr der Ordnung, einzig und allcin deshalb, weil sie in ihn« den Erwccker und Träger des Regierungsgedansens erblicken; von seinen Thaten hängt es jetzt ab, die Gcfühlc und Sympathien in Pertiaucn und Unlclstütznng zu verwandeln." Ueberhaupt uerfola.cn die polnischen Blatter mit alleiniger Ausnahme des „Dzicnnit polskl" daS Wirten dcS jctzigin Miniftcriums in einer sehr freundlichen Weise. Nach dem „Ezas," dcr den Erfolg der Regie rung gelegentlich der Debatte über das Rclrutencontin-gent betont, vcrüilt das Ministcriniu Hohcnwart vor^ züglich dic RciHSidcc, wacher es seine AnSglcichS- und parlamentarische Thätigkeit stets zu unterordnen weiß. Die nullMndige, fortwährende RücksichtSnahmc aus die Anforderungen dcr Rcichsidcc hemme lhcilwcisc die Action des Ministeriums, welche dic Herstellung des inneren Friedens bezweckt. Die Wahlen für den croatischen Landtag finden im Mai statt. Der Landtag tritt am 1. Juni zusammen. Das „Ionrnal osficicl" der Pariser Insurgenten veröffentlicht unterm 5. April folgende Proclamation: „Mitbürger! Jeden Tag würgen odcr füsiliren die Banditen von Versailles unsere Gcfa.igcncn. Keine Stunde vergeht, ohne daß uns die Nachricht von einer solchen Mordthat gebracht wird. Ihr kennt die Schuldigen ; cö sind dies dic Eladtgcndarmcn des Kaiserreichs, die Royalistcn Eharctlc's und Ealclincan's, die uut?r dem Nuse: ..Es lebe dcr Konig!" und init dcr weißen Fahne an ihrer Spitze gcgcn Paris marschircn. Die Regierung von Versailles stellt sich außerhalb dcr Kriegs- und VNcnschlichkcitsgcsetze; wir werden gezwungen sein. Repressalien anzuwenden, wenn sie fort-fählt, die gcwöhnUäicn Bcsliminungcn über Krieg zwi^ schen civilisirtcn Völkern zu mißachten. Wenn unsere Feinde noch einen einzigen unscrcr Soldaten nieder», machen, so werden wir dks durch die Hinrichtung einer gleichen oder doppelten Zahl von Gefangenen erwidern. Immer großmüthig und gerecht, sclbst in seinen^ Zorne, verabscheut das Volk daS Blut, wie es dcn > «rieg verabschc"t ; abcr eS hat die Pflicht, sich gegen die rohen Attentate seiner Feinde zu schützen. Was es auch loste, wir werden Auge um Auge, Zahn um Zahn j vcrgelten." — 5. April. Gezeichnet: Die Commune von Paris. Die „Krcuzzciiung" schreibt: Die aus England, mit großer Bestimmtheit gemeldete Nachricht, daß am! l. April dic Zahlung dcr ersten halben Milliarde dcr^ frauzösischen Kl loslösten erfolgt sei, ist völlig grundlos. Es ist an KrieaSloslcn uoch nicht eine Million, viel weniger sind 500 Millionen gezahlt worden. Bei allen bisherigen Abschlagszahlungen handelte eS sich nur um die für die Vc> pflegung dcr deutschen Truppen aufgelaufenen Summen, welche noch zum geringsten Theile von Frankreich gezahlt sind. Nach mehrfachen militärischen Berichten aus Frankreich haben dic deutschen Truppen in den Festungen vor Paris wie im übrigen Frankreich über mangelhafte Verpflegung sehr zu klagen. Auf ein Pariser Schreiben, worin es heißt: Alle Welt sieht mit Sehnsucht den Bcrsaillcr Regimen» tern entgegen odcr, wenn diese nicht kommen, den deutschen, antwortet die „Prooinzial^Eorrcspondcuz": „Die deutschen Regimenter werden fürs clsle nicht kommen; sic wcrdcn es vorläufig dcr Regierung in Versailles überlassen, einen Zustand wieder herzustellen und zu sichern, durch welchen die Aufrechthaltung und baldige Durchführung des Präliminar FriedcnSvcrlraa.es ermöglicht wird." Man glaubt in Berlin, daß es in dcu Straßen von Paris zu eincm noch blutigeren Kampfe kommen werde, als bisher im freicn Felde, und für diesen Fall haben, wie die „BrcSlaucr Zeitung" erfährt, die deutschen Eommandantcn der Pariser Nord- und OstfortS und namentlich der Befehlshaber in St. Denis die Ordre erhalten, dem Kampfe nur dann Gewehr bei Fuß zuzusehen, wenn die Strcttkräfte dcr Insurgenten geschlagen werden sollten. Bereits haben eiinac Eavallcric-Oiuisicmcn, die zunächst der Seine stehen, sich in Marsch« bcreilschast zu halten. Nach einer Aeußerung Moltke's in Reichstagskrei-sen ist dcr Einzug der deutschen Truppen in Berlin nicht vor Mitte August zu erwarten. Ein großer Kriegs rath wird in diesen Tagcn in Berlin stattfinden, welchem auch die Generale Göbcn, Trcökow, Steinmetz und Wcrdcr zugezogen wcrdcn. Dic „Eorrespondencia" bringt die Mittheilung, daß im königlichen Paläste von Madrid Vorkehruugcn zur Abreise der Königin getroffen werden. „Epoca" bezeichnet die Abdankung dcs Königs als demnächst bevorstehend. Dic Demonstrationen gegen den Hof nehmen einen bedenklichen Eharattcr an. In vielen Salons der Anhänger Isabella's prangt das Bild dcs Prinzen von Asturicn im Krönungs-Ornatc. In militärischen Kreisen befürchtet man dcu AuSbruch einer Militär-cmcute, als deren Urheber dcr Herzog vou Montpensicr genannt wi'd. Der „Petersburger Rcgicrungsanzeigcr" veröffentlicht die Ratification dcr Tur lo-russ i sch en Eonvcn-tion, betreffend die Abschaffung jener Bestimmungen dcr I85l>er Eouuentiou, welchc Rußland iu Bezug auf die Anzahl seiner Schiffe im schwarzen Meere be» schränken. i Sitzung des Herrenhauses. Die Sitzung wurde um halb 11 Uhr eröffnet. Unter den anwesenden Herrenhausmitgliedern ist Fürst Mctt ernich. Auf der Minislcrbant: Graf Hohen-wart, GM. Scholl, Dr. Schaefflc. Die in den letzten Sitzungen dcs Avgcorduetcn-haufes beschlossenen Gesetze gelangen zur ersten Lesung und werden den bereits bestehenden Ausschüssen zur Vor-bcrathung zugewiesen. Das Gesetz über Stempel« und Gebührenbefreiung bei dcr weiteren Durchführung der Orundlastcnablösung in Galizicn wird ohne Debatte genehmigt. Hcrr v. Millosich referirt über das Rekrutengesetz, dessen unveränderte Annahme bekanntlich beantragt wird. Der Präsident gibt die Gründe an, weebalb dieses Gesetz einem beschleunigten Verfahren unterzogen wurde. Er gibt dem Bedauern Ausdruck, daß das Hans !nun in Kurzem bereits zum drillen male genöthigt in. hochwichtige Gesetze in beinahe summaiischcr Weise zu ^erledigen. ^Bravo.) > Er wollc nicht den Vorgang dcs anderen Hausts ! beurtheilen, abcr dcu Standpunkt dieses Hauscs, das nach der Verfassung das gleiche Recht seiner Entscheidung besitze, wahren. Es sollte demgemäß schon die Eonuivenz gegen dicscS Haus ein Verfahren einhalten lassen, das ^cine eingehende Bcrathung hochwichtiger Gcsctzc möglich ^ mache. (Lcbhaflcr Beifall.) ! In der Generaldebatte spricht Hcrr v, Prato--, bcvcra. Er stimmt den Ausführungen dcs Präsidenten !zu und bedauert, daß die im Abgeordnetenhaus»! beschlossenen Resolutionen nicht vom Ausschusse zur Verhandlung gebracht werden. Hcrr u. Millosich erklärt, dic Commission habe nicht beschlossen, die Resolutionen im Hause vorzubringen, abcr dieselben seien im Ausschusse bcrathcn worden, l Graf Chor inSky sagt, er habe im Ausschüsse gegen dic vom Abgcordnctenhanse beschlossene Fassung gestimmt n:,d die Annahme dcr Re^iiruna/oollage be ! antragt. Se. Excellenz der Herr L a ndes uc r t h ei d,-gungsmini st e r: „Für die Verteidigungsfähigkeit der Monarchie ist es ein günstiges Ercigniß, daß daS hohe Abgeordnetenhaus von scincm Rccht, die Rekruten 'zu bewilligen odcr zu verweigern, in der Richtung Gebrauch machte, daß es die Rckrutcn bewilligte. ES ist zwar der dort gchißtc Beschluß nicht in uol« ler Uebereinstimmung mit der Regierungsvorlage. Die Regierung hat sich jcdoch bewogen gefunden, demselben bcizupflicdtci!. Indem ich ihn nun dem h. Hanse zur Annahme empfehle, behalte ich mir vor, in dcr Special' dtbattc. wenn es verlangt werdcn sollte, über die obwaltenden Differenzen die nöthigen Aufllärlmgcu zugeben." In dcr Sftecialdcbatte meldet sich Niemand zum Wort und wird das Gcsetz in zweiter und driller Lcsung nach dem Antrage dcr Eommission angeuommcn. Hierauf wird der Antrag des Freihcrrn Pratobc-vera, die von dem Abgeordnctcnhausc gefaßten Ncsolu-tioncn anzunchmcn, iu Verhandln»«, gezogen. Nachdem bei der Abstimmung die ersten zwei Resolutionen abgelehnt wurden, zicht der Antragsteller seinen Antrag zurück. Eine Idrejse an Winger. München, 5. April. Dic weitaus größte Zal,l der katholischen Professoren und Docenten an der hiesigen Universität (44 von 62) richtete folgende, durch Professor u. Pettenkofcr übcrrcMc Adresse ail dcu Stifts ^ Propst u. Döllinger (dcr sich bekanntlich öffentlich gegen das UnfehlbarkcitS.Dogma erklärt hatte) : „Vor acht Monaten haben wir im Einklang mit den übrigen hohen Schulen Deutschlands gegen die Beschlüsse Widerspruch erhoben, wclchc dcr Papst im Verein mit der Mehrheit des sogenannten vaticanischen Concils am 18. Juli der katholischen Christenheit aufzuerlegen versuchte. Seitdem ist daS in Rom begonnene Wcrk der Gc-walt fortgesetzt worden und in derselben Zcit, in welcher die deutsche Nation auf den Schlachtfeldern sich den Ehrenplatz unter den Völkern dcs Erdballes erkämpft hat, Hochachtung und Verehrung. Diese allgemein unerkannte Ueberlegcnhcit hatte ihm zu allen Zciten eine Menge von Elicntcn und in Folge dcsscn ganz hübsche Reuc-nüen verschafft. Ucber diesen Punll waren die Ansichten unter seinen Mitbürgern getheilt. Wahrend die Besitzenden, die Handelsleute und andere reichen Leute, die zu seinen Takuten ihre Zuflucht nahmen, sich zuflüsterten, daß dieses Licht des Barrcau's cine schwache Seite hadc. die. sich scinc Zeit und sein Wissen sehr theuer bezahlen zu lassen, versicherte andererseits dcr Bauer, der sein kleines Erbe bedroht sah, oder der bescheidene kleine Rentier, dcsst',1 Existenz von dem Gewinn seines Processes arhing. daß cr nichts von ihnen hatte annehmen wollen, obschon er ihrer Angelegenheit eben so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, alo ob es sich um den größten Besitz gehandelt hätlc. So vom Glücke begünstigt, so hoch angesehen, so wohl gestellt in seinem Lande, halle mein Onkel Melchior sich doch nicht verheiratet. Als cr noch juug war, halten Freunde und Bekannte ihm in dieser Beziehung oft Vorschläge szcmacht. Er hatte stcts geantwortet, daß er sich dazu nicht angeregt fühle. Wollte man ihn in dieser Vezichung weiter verfolgen, um zu erfahren, ob diese Abweisung aus Abneigung, oder Verachtung der Frauen, oder auS irgend welcher anderen Ursache hervorgehe, so wechselte er den GcsprächSgegcnstand mil einer eisigen Miene, welche den Neugierigen alle Lust nahm, weiter in ihn zu dringen. Außer diesem Entschlüsse, von dem man am Ende auch andere Beispiele sah, war mein Onkel auch kaum merklichen Sonderbcntciten uutcrworfcn, dic nur seinen Freunden allein auffallen tonnten. Au gewissen Tagen, zweimal im Jahre, verschwand er für den ganzen Tag. Wenn sein Bediente Morgens, wie gewöhnlich, in sein Zimmer trat, fand er ihn abgereist, und er lehrte erst spät am Abende nach Hause zurück, wenn bereits alles im tiefsten Schlafe lag. Er hatte in geringer Entfernung von der ötadt ein kleines Gruudslück, welches dcr Vater meines Onkels Melchior dcr Amme diescS Letzteren gegeben halle, und wo diese sehr betagte Frau in einem kleinen Hause mit cinem Diener und dcsscn Weibe lebte. Die Domestiken meines Onkels kamen mit dcn Bewohnern dieser Be» sitzung häufig in Berührung, und nach und nach gelangten sie zur Gewißheit, daß an den Tagen des rcgel» mäßigen Verschwinden« ihres Herrn dcr Garten geschlossen war und auf ihr wiederholtes Rufen sich Nie» mand sehen ließ. Ihre Neugicrde wurde durch dieses Zusammentreffen rege. aber mau mochte die Amme und ihre Ge< fährten fragen, so viel man wollte, man konnte nichts von ihnen erfahren. Sie warcn in Geschäften über Land gegangen, sagten sie, und sie versicherten, daß es Sache des Zufalls sei. wenn diese Geschäfte mit den Tagen dcr Abwesenheit Meister Ruchebclö zusammenfielen. Man konnte also nichts über das Geheimniß dieser Abwesenheiten erfahren, die übrigens nach dem Tode der alten Amme aufhörten. Eine andere Sonderbarkeit meines Onkels war eine gewisse Abneigung, die cr ehcr verrieth als eingc-stand, sür eine Familie der Stadt, eine Familie von allem Adel und gutem Ruf, welcher man nur etwas Stolz und Hochmuth vorwerfen tonnte. Ein Mann seines Alters, drei Söhne und eine Tochter repräsenlirten dieselbe. Man bemerkte, daß mein Onkel mit einer ganz besonderen Sorgfalt es vermied, ihnen zu begegnen. Wenn er, zu cinem Diner odcr zu einer Soir6e eingeladen, erfuhr, daß er sie dort antreffen würde, so ent> schuldigte cr sich unter irgend einem Vorwande, der zu spät vorgeschützt wurde, um sein wahres Motiv zu vn-lc^gcn. Wenn ma» in sciucr Gegenwart von ihncü sprach, so sprach cr su wenig al>? möglich, aber dnci, slcis mit dcr Achtung, auf welche sic cin gegründetes Reckt hallen. Als das junge Mädchen herangewachsen war. schien cr sie mit noch mehr Sorgfalt nnd Beharrlichkeit zu vermeiden und in ihrer Gegenwart eine Art vml Unbehagen zu empfinden. Wenn man eincn so vernünftigen Mann einer derartigen Thorheit hätte fähig halten können, so Hütte man glauben können, daß seine sechzig Jahre ihn nicht abgehalten hatten, von dcr unschuldigen Schönheit dieses Kindes gerührt zu werden; aber waS auch die Ursache dieser seltsamen Scheu war, er hatte nicht lange Zeit, sie zu ertragcu. Eliza Dc L'Ormee, die eine geringere Milgift zu hoffcn hatte, erbte eine bedeutende Summe nach dem Tode einer Verwandten, welche man bisher arm geglaubt hatte, und konnte nun einen jungen Mann, den sie liebte, heiraten. DaS Mißverhältnis ihres Vermögens hatte seine Verwandten bisher abgehalten, in diese Verbindung cinzu' willigen. Sie verließ Dijon, um ruhig und glücklich in einem benachbarten Schlosse zu leben. Nachdem das Collcgiumlebcn mich einmal in seine Netze genommen hatte, begleitete ich meinen Vater nicht mehr bei seinen Besuchen bei meinem Onkel Melchior, Er starb, als ich mein 21. Jahr erreicht hatte. Mein Vater war ihm in das Grab vorangegangen. Ich wa: zum Erben meines Onkels eingesetzt, unter der Bedin> gung, einige Legate an andere Verwandte auszuzahlen. Sein Vermögen war nicht so groß, als man voraus« gesetzt hatte. Eine Anleihe, die er vor mehreren Jahren contrahirt hatte, verminderte cs bedeutend. Ich war also genöthigt, das feierliche HauS in Dijon zu ver- 581 haben die Bischöfe der deutschen Nation großentheils sich der unrühmlichen Aufgabe unterzogen, im Dienste unchristlicher Tyrannei die Gewissen zu bedrängen, unzählige fromme und ehrliche Herzen in Verwirrung und Noll) zu bringen, die standhaften Bclenner ihres alten Glaubens zu verfolgen und uns alle, su writ es an ihnen licgt, in die Fesscln eincs Absolutismus zu schlagen, der sich selbst an die Stelle von Vernunft und Recht, von Tradition und Evangelium zu setzen trachtet. Wohin soll dieses Beginnen führen? Was wirb "Us der katholischen Welt, was wird aus unserem Vatcr-lanbe werden, wenn es innerhalb der katholischen Kirche nicht mehr erlaubt sein soll. Wissenschaft und Bildung. Aufrichtigkeit der Herzen und Freimuth der Gesinnung Mit Religiosität ;u vereinen? In solchen Zeilen dcr Gefahr, wo alle äußeren Stutzen brechen, ist es die Aufgabe der Hochschulen, sich als den letzten und, so Gott will, unzerbrechlichen Hort der mißhaiNeücn Wahrheit ;u bewähren utid vor allen uuf Sie, hochmütiger Herr. waren die Blicke der Nation gerichtet. Sie haben der Erwarlung entsprochen und durch ihre Erklärung vom 28. März der katholischen Welt ein I'^tcrpsand einer heilbringenden Entwicklung gegeben, du? Reckt dcr freien wissenschaftlichen Forschung gewahrt und in die Annalen der Münchener Universität ein Glatt von höchster historischer Weihe eingefügt. Auf den Scheideweg gestellt zwischen einer söge» nannten demüthigen Unterwerfung, die ohne Rücksicht auf Recht und Wahrheit von Ihnen gefordert wird und zwischen einer schweren, aber unerläßlichen Pflichterfüllung haben Sie männlich die richtige Bahn erwählt. Harren Sie aus im Kampfe, hochwürdigcr Herr, bewahrt mit dem besten und lenchlenden Schilde der Wissenschaft und möge derselbe ein Medusenschild werden sür alle Berdcrber der Christenheit! In diesem Wendepunkt der christlichen Geschicke gedenken wir der Frage des mulhigen Gratry: Bedarf Gott eurer Lüge? Und wir und mit nus taufende treuer Herzen antworten gleich Ihnen, hochwürdiger Herr, mit einem klaren und entschlossenen Nein." Von den nicht unterzeichneten Professoren enthielten sich mehrere, gutem Vernehmen nach, lediglich wegen formeller Bedenken der Unterschrift! Dcr sranMschr Bürgerkrieg. Das Gefecht vom H. April , wird vom Corrcspon^nlcn dcr ..Times" folgendermaßen geschildert. ..In Folge der Rapporte, welche dcr Oberst-Eom< Mandant des Mout Valerien nach Versailles gelangen ließ, entschloß sich das Oberkommando in Versailles, eine Division vorzuschicken. Die Streilkräftc waren in zwci Kolonnen geschieden.- die eine ging ans der Straße von Rucil. die andere ans dcr strategischen Straße von St. Eloud in dcr Richtung gc^cn den Mont Valerien oor. Beide Eolonncn trafen sich auf dem Roud-Point von Courbcvoic. Um 10 Uhr eröffnete die Arlillcrie dcs Generals Gruat das Feuer auf 1500 Nationalgarden dcr Com^ muue, welche auf der Hauptstraße nach Ncuilly vor-rücktcn. Die Nationalgardeu floheu in Unordnung, linigc derselben suchten Schutz in den Häuseru und Varaken, andere zogen sich über die Ncuilly>Vrücke. Die Truppen erhielten nun Befehl, in die Häuser zu dringen und die Nationalgardcn zu entwaffnen. Die taufen. Nachdem ich cincn Abnehmer gefunden, ließ ich mir alle Bücher und Papiere meines Onkels zusenden. Diese Papiere, in cincm großen Schrank aus einander geschichtet, blieben mehre: c Jahre dort gut ausbewahrt, aber fast vergessen licgcu. Vor einigen Monaten, da ich meine Bibliothek vergrößerte, faßte ich an einem schönen Winterlagc den Entschluß, diesen ganzen Wnst zu ordnen und zn classificirrn. Ich brochte mehrere Abende damit zu. Die Bücher über Rcchtskunde dominirtcu an Zahl, dann waren einige philosophisch.' Wcrlc und sorg» fällig eingebundene Classiler, oft und oft wiedcrgelescn, wie mcm sah. Endlich gelangte ich an die Kiste mit den Papieren. Mehrere Pakete trugen die Uebersckrift: ..Zum Verbrennen." Dann kamen große Bricfpatcte von meinem Vater uud eiuigcn Frcunden, Quittungen und Rechenbücher in einer exactcn Ordnung, endlich Vlumiscripte über einige zweifelhafte Punkte des Rechts und dcr Gesetzgebung, Ich behielt diese letzteren, um sie prüfen zu lassen, um zu fehln, ob es thunlich wäre. sie zu vcröffcnllichcn, damit das Andenken an die Talente meines Onkels ihn übcrlebi.'. Ein versiegeltes Ma> ""script trug als Uebelschrift: ..Von meinem Neffen ^ouis zu lesen." Es war dies dcr Name meines Vaters, er war aber durchstrichen und mit zitternder Hand dcr '«einige an die Stelle desselben gesetzt. Aus den erstcn Zeilen schon konnte ich entnehmen, daß es Aufzeichuuu« acn über das Leben mciues Onkels waren. Von einer seltsamen Neugicrde erfaßt, lcgtc ich zwei ungeheure Scheite Eichenholz in den Kamin, setzte mich bequem in Mcincm Lehnstuhl zurccht und begann die Lektüre Kieses ziemlich umfangreichen, mit euicr schweren und deutlichen Schrift geschriebenen Heftes, Es ist die Erzählung, die »ch »un den Augen meiner Leser vorlegen will. (Fortsetzung jolgt.) Insurgenten schössen aus den Fenstern der Baraken von Courbevoic, doch ohuc bedeutendem Schaden anzurichten. Die Truppen brachten das Fcucr aber bald zum Schweigen, worauf die Insurgenten sich über die Neuilly- ^ Brücke zurückzogen. Um 11 Uhr Vormittags rückte die zweite Blinde dcr Division des G.'ncrals Bruat vor. Dic Artillerie beschoß die Brücke gcrade. während sie , von dcn Insurgenten, welche keine Geschütze hatt. n, pas- l sirt wurde, worauf ihr Rückzug in wilde Flucht aus' artete. Die Aufstündischen warcu zu diesem Gefechte in dcr Stärke von nur 3 Bataillonen ausgerückt (das 93., 119. und 21^.). Dcr erste Flintenschuß siel vou Scitc der Pariser, nuch der Meiuung Einigcr gegen einen Gendarmen, während ein Augenzeuge mir meldet, daß dcr Schuß einem Arzte gegolten, der sich als Parlamentär unbewaffnet den Linien der Aufständischen genähert, worauf das Gefecht durch die Vcrsailler Artillerie eröffnet wurde. — Als die Insurgenten in wilder Flucht nach Paris zurückkamen, schrien sie, daß man sie verrathen und ohne Chassepots und Geschütze ins Gefecht geschickt habe, anch wollten sie nicht mehr gegen Franzosen fechten. Während der Schlacht hörte man auf dem Concorde-Platze deutlich dcn Donner dcr Geschütze. Ein Mann. dcr die in Eile ausrückenden Kanoniere durch die Bemerkung aufhalten wollte, es handle sich wohl nur um eine Festlichkeit, wurde von dem Pöbel beinahe in Stücke zerrissen. Zwei junge Leute, welche in einer Kalesche aus dcn Elysäischcn Feldern angefahren kamcn und erzählten, die Nationalgarde sei geschlagen worden, hallen Schweres zn erleiden. Sie wurden aus dem Wagen geworfen und eine Marketenderin spie ihnen ins Gesicht; alsdann wurden sie ins Gefängniß geschleppt. Um 5 Uhr Abends besuchte ich das Schlachtfeld. Die Brücke von Ncuilly war unbewacht und zeigte viele Spuren von Flintenkugelu. Das Kleingcwchrscucr soll daselbst eine Stunde gedauert haben. In der Rue dc BezonS (in Neuilly) sahcn wir mehrere häufer, die von Bomben (vom Mont Valerien) gttrosscn war^n. und hörten, daß zwei Menschen davon qctödtct worden seien. Am Rond-Point sab. ich fünf Leichen von Mobil-garden die von einer großen Menge Männer und Wcibcr umqcbcn waren. Bittere Flüche erschollen gegen die Ver-saillcr Regierung. Ein Weib schrie, daß man diese Leute und noch viclc andere, dcrcn Leichen nach dem Mont Va-lcricn gebracht worden, erschossen halle, nachdem sie sich ergeben, und daß man sie uor ihrem Tode grausam ge-martert habe. Augenzeugen versicherten, daß der General Vinoy selbst dagewesen sei imd ana,cordiiet habr, alle Natiunnlnardeu. liewaffnct oder unbewaffnet soalcich zu zu erschießen. (Die Ursache dieser Strenge wäre in der Tödluna des Parlamentärs zu suchen). Plötzlich kam eine Patrouille vom Mont Valerien herab um dic Lei-chen der Erschossenen abzuholen. Sie nahm lcinc Notiz von der Mcngc, die ihnen schweigend Platz machte. Ich begleitete sie nach dcm Mont Valerien und fand auf dcm Rückwege, daß dic Armeen hart aneinander und nur dinch den Fluß gclrcnitt kampirttu. Die Kampfl vom 3 und A April vor Paris. Die „Prcssc" gibt nachstehende Uebersicht über die militärische Situation auf Grund dcr telegraphischen Nachrichten: Die Pariser Nationalgcudcn. welche sich nach dem unglückliche» Debut vom 2. April bei Eombcvoic wie« dcr gesammelt und in verstärkten Massen die Operationen gegen Versailles am Morgen dcs 3. April wieder aufnahmen, rückten in drei Eolonncn gegen dic Ver» faillcr Truppen, die Paris im weilen Halbbogen, vom Mont Valericn bis Mudon herab, umschluugcn hielten, vor. Bcrgcret, welcher dcn rcchten Flügel commaudirle, ging von Neuilly übcr Eourbcuoie gcgcn Nucil, westlich vom Mor.t Valcricn. nor, das Centrum dcr Insurgenten unter Duval dcmonstrirlc bei Point du^Iour und dcr linke Flügel unter F'.ourcns und Hcnry. augenscheinlich die stärkste Abtheilung ocr Aufständischen, ging, auf die Forts dcr Südfront gestützt, über Ehatillon gegen Ela< mart und Meudon vor. Die Gefechte vom 3 April im Westen und im Süden von Paris stehen miteinander in gar keinem Zusammenging, wcil die Versaillcr Truppen die Absicht der Insurgenten: sich auf dcr Versailler Straß:, etwa bei Söores, zu vereinigen, zu vereiteln wußten. Bergeret griff die Stellungen des Parlaments» Heeres bei Rucil hefl'g an, feine Truppen fanden aber kräftigen Widerstand m,d wurden r>om Mont Valerien so nachhaltig beschossen, daß sie in Auflösung über Nanterre zurückgingen und sämmtliche Verwundeten, sowie viele Gefangene in dcn Händen des Feindes ließen. Einige Abtheilungen dcs Corps von Vergercl sollen aber, wie die offtciellen Depeschen auS Versailles melden, von ihrer Rückzugslinie Nanterre-Neuilly abge< schuittcn worden sein. was sich damit erklären licßc, daß die Besatzung dcs Mont Valerien in die Action eingegriffen und durch einen ungestümen Angriff auf die feinb» liche Flanke einige Abtheilungen zum Aufgeben der Marschrichtung gezwungen hat. Viel erbitterter und mit unyleich größerem Kraft-anfwand wurde an der Tüdfront gefochten. Um die Straße nach Versailles zu decken, hallen die Parlaments- ! truppen sich zwischen SevreS und Mcudon festgesetzt und >, insbesondere auf den Höhen des Waldes von Meudon > Batterien aufgeführt. Die Insu^entc:,. etwa 35.000 Mann, brachen bei Banves hervor und nahmen zwischen Chatillon uud Clamart Stellung. Nach kurzem Vorfto» stengcfecht entspann sich ein heftiger Artillcrielampf, der ;u Ungunstcn dcr Insurgenten ausfiel. Die Versailler Truppen gingen auf ihrem eigenen linken Flügel uor und drängten die Insurgenten zurück, so daß diese mit AuSnahme der Positionen von Chatillon wieder hinter die FortS zurückgegangen waren. Am 4, April wurde der Kampf abermals aufge« nommen. Die officielle Depesche aus Versailles sagt, daß die Parlamentstruppcn die Redoute von Chatillon mit dcm Bajonnelc nahmen und viele Gefangene, darun« ter auch den Insurgenten-General Henry, machten. Flou» rens soll schon am 3. gefallen sein. Wenn sich diese officicllen Nachrichten bestätigen — und wir haben tei. ncn Grund zu zweifeln — so erhellt, daß die Insurgen» ten ihre vortheilhaften, wohloerschanzlcn u»d durch starke Forts geschützten Stellungen nicht zu benutzen verstan» den, sonst wärr es den Parlamcntstruppen nicht möglich gcwordeu, im Schußbereich der Forts Issy und Vanves die Rcdoule von Chalillon zu stürmen und zu nehmen. Die Pariser Rebellion scheint wenigstens in rein militärischer Beziehung sich ihrem Ende zuzunei» gen. wie nicht anders zu erwarten war, weil das Proletariat mehr Beruf zum Communismus als zum Krieg« führen hat. Hagesneuigkeiten. Staatspreis für ein Mittel ssegen die Seiden« raupenkrankheit. In Folge der Preisausschreibung vom 5. August 1868 für ein bewährtes Heil- oder Schutzmittel gegen die Fleckenkrantheil der Seidenraupen sind bis Ende September 1870, dem Schlüsse des Anmeldungslermineö, 38 Bewerber beim Ackerbauministerium eingeschritten. Im Sinne der Preisausschreibung wurden die Gesuche der bestandene» Seidenbau-commissiou zur gutachtlichen Aeußerung zugewiesen, welche von 31 Bewerbungen nur drei insofern berücksichtigte, daß Versuche mit den darin vorgeschlagenen Mitteln eingeleitet wurden. Doch sind diese, wie die Seidcnbaucommission in ihrer letzten in Görz im Jahre 1870 abgehaltenen Session constatrrte, leider erfolglos geblieben. Ueber die übrigen Bewerbungen sind mit Rücksicht auf die inzwischen mit Allerhöchster Entschließung vom 17. November 1870 erfolgte Auflösung der Seideuliaucommission nur Aeußerungen von zwci Mitglieder» derselben eingelangt, uud zwar haben dic Herren Prof. Haberlaudt uud Wilhelm v. Nitter nur dic Bewerbung Pastcurs als beriicksichtigenswcrth erklärt, indem sie die uach der Preisausschreibung zulässige Zu-crkeunung eines Theiles der Preise an denselben beantragen. Ohne noch hierüber zu entscheiden, hat das Ackerbauministerium zunächst eine Beantwortung der Vorfrage als wünschenswerlh erachtet, ob im Sinne der Preisausschrei-bung angenommen werden könne, daß die Pasteur'schen Vorschläge schon jetzt durch zwei auf einander folgende Jahre erprobt seieu, und zwar sind hierüber die Handelsund Gewerbekammern in Roveredo und Vozcn, sowie die Ackerbaugesellschaften in Görz, Trieft und Noviguo einvernommen worden. Für den Fall der Bejahung dieser Frage behält sich das Ackerdauministerium vor, sofort wegen der Preiszuerkennung selbst und deren Modalitäten Sachverständige einzuvernehmen. — (Personal-Nachricht.) Der Reichskanzler Graf Bcust ist gestern Abends nach dem Genfer See abgereist zum Besuche seiner Familie. — (Samenzu cht und Feldgemüsebau.) Das Ackerbaumiuisterium hat im vorigen Jahre ein Stipendium zu dem Zwecke bewilligt, um einem intelligenten Gärtner die Gelegenheit zu geben, die in Erfurt mit so großem Vortheile getriebene Anzucht von verschiedenen Sämereien und Gemüsen im Großen zu studireu uud sich auch mit den Verhältnissen des dortigen Samcnhandels bekannt zu macheu. Dieses Stipendium wurde liber Vorschlag des CentralausschllsseS der k. l. Landwirchschaftsgesellschaft dem Kunstgärtner Adolf Wözl verliehen und hat dieser durch den Fleiß, mit welchem er seiner Aufgabe durch volle sechs Monate oblag, und durch die eingehenden sachgemäßen Be. richte, welche er von dort einsandte, gezeigt, daß er mit vollem Verständniß und dem ernstesten Willen in die Sache einging und daß sich an seine Zurücklunft die beste Hoffnung für die Verpflanzung dieses einträglichen land. wirtschaftlichen Betriebszwerges auf den heimischen Bodeu knüpfen lasse. Herr Wözl ist nun zurllck uud beabsichtigt, sich ganz der Samenzucht und dem Feldgemilsebau zu wio^ men, uud zwar derart, daß er eutweder geeignete Grundstücke in Pacht nehmen, oder mit einem Grundbesitzer zu diesem Zwecke in Compagnie treten, oder sich endlich bei einem solchen zum speciellen Betriebe der Samen und Gemüsezucht und zum Betriebe eines Samengeschäftes gegen Tantieme engagiren wUrde. — (Marine - Ausstellung in Neapel) Die Eröffnung der interualioualen Marine.Uusstcllung in Neapel ist wegen Verspätung der Sendungen aus Frankreich und Amerika auf den 30. April Verschoben, Bisher sind von 250 österreichischen Ausstellern Objecte cmgelommen. 582 — (Klagen deutscher Soldaten.) Nus dem Felde gehen vielen deulschen Blättern bittere Magen von Soldaten zu Über schlechte Verpflegung und Behandlung. Es heißt in eiuem solchen Briefe: „Wir hatten bis heute (27. März) jeden Tag Märsche von l» bis 7 Stunden und zur Verpflegung bekamen wir 4 bis 5 Tage lang schlechten Speck, sowie nicht ausgebaclcneö, schweres Commisbrot. Den Speck kann keiner von uns genießen, nur zum Schmieren der Stiefel und des Lederzeuges ist er zu gebrauchen." Gleichseitig beschwert »nan sich Über die Theuerung der käuflichen Lebensmitttl: nur der Bemittelte unter deu Mannschaften könne sich vor Hunger schützen. Aehnliche Klagen weiden in der „Vollszlg." und in der .Mln.Zlg/' laut. Der „M. Anz." schrieb dieser Tage: „Auch darüber wird bittere Klage geführt, daß bei einzelnen Truvrentheileu dcr Werth verloren gegangener Ausrüstungsstücke den Leuten aufö rück« sichtslosesle an der Löhnung abgezogen worden. Wir würden gerne glauben, daß Alles dies nur vereinzelte Fälle sind, aber die Nachrichten sind uns von mancherlei Seiten zuge> kommen." Die „Franks. Ztg." bemerkt dazu: „In der Armee muß sich eine sonderbare Vorstellung von der Dankbarkeit des Vaterlandes verbreiten, wenn solcherart nach einem beispiellos glücklichen, aber auch beispiellos beschwer» lichen Feldzuge verfahren wird." — (Ueber d l e Er m o rdu ug des P > ä f e c t c n der Loire), de l'Espsc, in St. Etienne gibt der ..Tefenseur" vom 28. März folgende Details: „Von fünf Uhr ange^ fangen war der Herr Prä'fect der Loire von einem Saal in den anderen geführt worden. Man hatte von ihm seine Demission verlang! und wollte, daß er die Proclamirung der Commune unterzeichne. Endlich wurde er mit einem öffentlichen Functionär von der Menge in eine Ecke des Stadthauses gedrängt. Das Gewühl war ein so großes, daß ein gewisser Million buchstäblich auf die Knie dieses Func-lionärs zu sißen kam und dabei nicht aufhörle, den Prä» feclen zu inlerpellucn und die sonderbarsten Fragen an ihn zu stellen. In diesem Augenblicke zog Fillion einen Revolver aus seinem Gürtel und schoß auf Herrn de l'Espse. Dieser Schuß wurde das Signal zu einer Decharge, welche Herrn de l'Espöe, die Männer Fillion und Mdriol niederstreckte, Herr de l'Esp^e rief i „Ich bilte euch, machet mir den Garaus!" Aber gewiß ist und die Untersuchung wird es herausstellen, daß Herr de l'Esp6e nicht einen einzigen Revolverschuß abgefeuert hat. Was den Versuch des Emtommens aus einem Saale anbelangt, in welchem sich zwischen ihn und die Thüre 5)00 Personen drängten, so konnte dicö unserem unglücklichen Präfccleu wohl nicht in deu! Sinn kommen. — (Martini- G cwch r.) Dem Londoner Abendblatte „Globe" zufolge ist von den zuständigen Behörden die Henry Manini-Bückse nunmehr definitiv als das Zu-tunflsgewehr der britischen Armee angenommen worden. Lange hat diese Entscheidung auf sich warten lassen, denn die Experimente mit dem Gewehr haben mehrere Jahre gedauert. — (Der berühmte T scher kes sen.F Ur st Schamyl) ist vor einigen Tagen in Media gestorben. Er war von 1834 bis 1859 Führer und Prophet der lauka-sis lM Bergvölker im Kampf gegen die Russen, den er mit bewundcrnöwerthcr Ausdauer und scllcuem Glücke führte. Der Umstand, daß es ihm wiederholt gelang, aus dcu höchsten Gefahren auf eine nahezu unbegreifliche Weise zu entkommen, umgab ihn mit dem Nimbus eines Heiligen und trug nicht wenig dazu bei, die Völker des Kaukasus zu dem „heiligen Krieg" gegen Rußland zu entflammen. Nach dem Beginn des Krimlriegeö nahm er, von Nußlands Gegnern mit Geld und Waffen unterstützt, den Kampf mit verdoppelter Energie auf, beutete aber fodann die Lage seines Feindes nicht aus, da die Russen einen Sohn von ihm, den sie gefangen genommen hallen, dem Vater zurückschickten. Am 25. August 185^ mußte er sich endlich, auf dem Berg Gunib völlig eingeschlossen, an den Fürsten Pariatinsli ergeben. Locales. Gc. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Hlitschließuna. vom 25. März die Aller» höchsldcrselben vorgelegte Nachweisuna. über die wesentlicheren DiellsteSeifolqe dcr l. l. Gendarmerie für die im Ncichsrathc vertretenen Königreiche und Länder im Jahre l870 zur Allerhöchsten ttemttniß zu nehmen und den Herrn Minister für Laudesuerlheidigunss allergnä-oigst zu oeuuflragcn ssc^uht, dein Gendarmeliecorps für diefe erfolgreichen Leistungen Allerhöchstdel selben Zufrie-denh it ano^idlückcu. Dies wild zufolge Erlasses des k. l. Ministeriums für Landesucllhcidiciung vom 28.März !87l. Z.3843 III. zur öffentlichen Kenntniß gekrackt. Laibach, am <>. April 187 l. Vom t. t. La nd c s ' Prüsi di l, m. — (Todesfall.) Gestern starb hier im l',0. Lebens' jähre Herr Toussaint Ritter v, Fichten au, l. t. Post- ^ meister, Großgrundbesitzer, gewesener mehrjähriger BUrger-! ! meister vou Rudolföwenh, Hauptmann des dortigen unifor- ! mirtcn Vürgercorps, Besitzer des Franz Josephs - Ordens. Der Leichnam wird morgen nach Rudolfswcrch überführt. — (,,.1ki>ikku lvuilka") wird, wie wir sckon letzthin erwähnten, vom dramatischen Vereine am Oster, montage zum ^weilen male aufgeführt. Der dramatische Verein hat besonders mit Mck>icht auf die über die Feier« ! tage hier anwesenden auswärtigen Freunde der slovcnischen i Dramatik dieses Stück für den Ostermontag gewählt und > dürfte damil einen glücklichen Schrill gemacht haben. Der Anfang der Vorstellung ist um halb 8 Uhr, und sind die Sche wie gewöhnlich, ebenso die Librettos, an der Kasse zu bekommen. — (C onc u rs ' Ausschreibung.) Bei dem > hiesigen Landesgerichte ist eine Gerichlsadjunctenstelle mit dem jährlichen Gehalte von 900 fl.. eventuell 800 fl. zu besetzen. Bewerber haben ihre Gesuche binnen 14 Tagen bei dem Präsidium zu überreichen. Neueste Post. (Tristina! »Telegramm der „Laibacbcr Zeitung.") «Paris, tt April, Abends, stachmittasss dauerte die Kanonade bei Viontrousse, zwischen Äsnierey und 9tantcrre fort. Die Forts Pi-cetre, Ivry und ^hareutou warrn gleichfalls enga^irt. Die Vcrsaillcr Truppen griffen Pont Neuilly an und zerstörten die Varrirade. Die Versol>nunss0part?i verdoppelt ihre Ausgleichs anstrenssllllssell. (?S geht das Gerücht, daft Hoffnung sei auf Abschluß eines Waffenstillstandes mitGefangeneuauswechslullss „Temps" schlagt vor, Blaue zu Unterhandlungen mit Thiers zu ermächtigen auf Grundlage eines! uenen Wahlgesetzes und (Einberufung der Wähler für die stationalversammluug. Wien, 7. April. Viceadmnal Tcgelthof ist heule gestorben. (Der Admiral starb an einer heftigen Lungenentzündung. Gcborcn 1827 in Marburg, trat er 1845 als Müliticcadct in den Secdic»st; 1864 kämpfte er mit den Dänen bei Helgoland; I860 >20. Iuli^ mit der italienischen Flotte bei Lissa; 1868 führte er die sterbliche Hülle dcS Kaisers Maximilian von Mexico nach Oesterreich zurück.) Versailles,^. April. Bei Chatillon fortdauernde Kanonade. Eine Deputation Pariser Kaufleute traf in Versailles ein und conferitte lange mit Thiers iibcr die Mittel, um Paris zu pacisicircn. Paris, 6. April. „Journal officicl" veröffentlicht ein Dccrei, wonach jeder des Eilwcrslänolusscs mit der Versaillcr Regierung Beschuldigte verhaftet und binnen 48 Stunden vor eine Specialjury gestellt wird. Dcr ..Times" wird aus Paris unterm 5. d. telc- graphirt: Die Insurgenten plünderten die Madeleine« Kirche und die Chapellc Expiatoire. Der gefangene In» surgcnteN'Oeneral Henry wurde m Versailles nerhtnt und hierauf erschossen. Die Pariser revolutionäre Regierung betrachtet dc" auf ihrcl' Befehl verhafteten Erzbischof von Paris als Geisel und droht, ihn erschießen zu lassen. Auch meh> rere auderc Personen werden als Geiseln gefangen ge-halten. ___ Des Charfrcitags halber war gestern in Wien keine Börse. Handel und Golkswirthschastlichci). (Mockenauswcis dcr Natioimlbank j Der ;alchl auS.,ea.ebeue WocheuauiüveiS dcr Baut be;iffe>t di'il Nanluoten umlaus mil 268,8>"Z.650 ft., dem dir folgende» Postti, als Be declunc, geaemllirrsteliru: DerMclallschlch 116,981.798 fl, in Metall zahlbare Wechsel 30.251891 ft., Staatöuoleu. welche dcr Baut gehören. 1.907 078 fi.. Escomplc 84.110.624 sl . Dallche» 3'i,268.^00 fl. eingelöste Co»pl'uS vou (Sruüdcutlastuugs-Obli gationeu 24.770 ft,, eiugelüßte nnd böiseumäßig angelaufle Pfandbriefe 9,202.333 ft., zusammen 278,779,997 ft, Verstorbene. Den 1.3 Htärz. Dem Johann Schifferrr, Schubbeglei-ter, sein Kind Josef, alt 17 Tage, in der Barmherzigengasse Nr. 130 an Ichwäcke. Den l. April. Dem Martin Mesner, Maurer, seine Sties. tochter Agnes Wohinz. alt 17 Jahre, in der st. Petersvorstadt Nr, 45> am Typhus. Dem Herrn Franz lav. öouoail, bür geil, Handelsmann, sein Solm Fian; taver, nll 5> Jahre, in drr Gtadt 'ilir. 2<>(1 am Crvnp in Fvlgr der Masern. - Johann Tnvl, Säulslcr, alt 2<> Ialne. in der Vtadt !)ir. I am Ztickftusse in ^olge des lLrlienlenö, — Dem Heun Andreas Krcmzer, ^äl lermcislri', seine Gattin Maria, alt 27 Jahre, in der Oradischa Vorstadt Nr. :W an der Luliqcnluvercnluse. Den 2. April. Der Frau Margarctya iKollic, Hu bendesitzerswitwe, ihr Solm Anton, Schüler der 4. Glunnasialtlasse, alt 17 Jahre, in der St. Petersvorstadl Nr. 143 an der Lungen-lähmung. Den 3. April. Dem Johann Iermann, Melilhändlei, sein jlind Valentine, alt 1 Jahr uud 2 Monate, w der Barm herzigcngasse Nr, 12-! an Lungenödem in Folge der Masern. Herr Nilhelm Degen, Handelsmann, alt 30 Jahre, in der Ka» puzinervorsladt Nr. 2^aii der ^ungenlähmung, - Herr Josef Lo» ger, t. l. Vezirtsrichter in Pension, starb im 5>4. Lebensjahre in der Stadt Nr. 139 an der Lungentuberculose, Georg Verbic, ?lb> l.ber, alt 70Ial,re, in der Tirnauvorstadt Nr. 29 an der Brust Wassersucht, Den 4 April. Anton Helcznilar, Taglöhner, all 61 Jahre, im Civilspital an Altersschwäche. Den 5>, April. Franz Smretar, Arbeiter, alt 5>6 Jahre, im Livilspital an dcr Apoplexie A ll m e r t n n g. Im Monale März 1871 sind 96 Personen gestorben, unter diesen waren 5''.» männlichen nnd 37 weibli chen Geschlechtes. Angekommene Fremde. Am ii April. ««»««< HH'l«»«. Die Herren: Kreck, Oantdirector, Wien. Kresse, Privatier, Gottschee, — Petric, Privatier, Cilli. > ^>a nude, Privatier, Guttscher. - Nitter v, Sä'warzcufeld, Hclmle-bcrg. — Lindner, Kanfm., Wien. Hudaviunigg, itaüfm,, Gräz. — Ritter v. Vestcneg, Onrlfeld. - Puchar, Handelsm,, Klagenfurt. ^l<»«'n«t Die Herren: Arigula, Kronau. - Km'ftcr, Manns durg. - Giovani, Arzt, Trieft. — Geril, Agram llt,,i«>»'I»«'>»«->» lR«s. Herr Hallcr, Architett, St. Gallen. Theater. A >!! O st c r : M on t a g : Slovcnischc Vorstellung: ^2M8>ia ___________________lvank».__________ li U. Mq. 227.5X ^ 4^ W. schwach trübe 7. 2 „ N. 327x.. ^- 8,ß NO. schwach Irilbr o.«« ,10,. Ab. 327.Ü? -<- 5« NO,sch>vllch ga,i,', bcw, Trilbcr Tag, VormillaqS schwacher Nrgni, Abends grloclnte Wolkendecke. Das TagMniltcl der Wärme ->- 6 3°, um 0?" mitcr dem Normale. Vcrcmtworllichcr Redacteur: Igua; v. K l c i u m a l> r. --——-------------7°^-----''«icn ^„. ,„ nennen ist Die stärksten Avancen hatle Staatsbahu. Karl Ludwig. Nordba»u, Elisabeth uud wnbn-g-Czeruowcher. auch Rentel, nnd ^'ose wnrdcu h^her bewerthet. Devisen vcrtheuer-m' sich um '/7^^ Verlanfe deö Geschäftes trat eine Reaction eiu. welche ,ed°ch noch mm.er starte ^ur.au,besseruuc,en l.wa, l.e,j. ». Allgemeine Gtanr^scduld. Filr 100 ft. Veld ^vaar'' lilmheitliche Staatsschuld z»'. 5 pl». OrunVel,t1astungH-DbIia»»lio!l»rll. Filr 100 si. l«.'lf Wucn, Bühmen . . . . ,u5v6t 9450 9550 Gllttzien . . . . „ « ,. 74 25 74 75 lilleder-Oesterreich. . „ 5 „ 96.50 97.-~ Ober-Oesterreich . . „ 5 « 94- 95,-Tlebenbllrgril . . . „5„ 74 25 74 75 Sttierma,' ... „ 5 « 93 — 94 — llngllrn .... „ 5 „ 7960 80.20 <.'. A»,dere öffentliche Anleheu Tuüaurlssnliruugdlc'se zu 5 P2t. 9'^.25 95.50 U>,g. Eisenbahnauleheu zu 120 ft. u. W. Silber 5°^ pr. Slitck !07, U>7.25 Ullg Pillmienllnlehcu ^i l00 fi. H.W.l'bst. Linzahl.)pr. Stltck 9l 80 92.20 Wiruer Communalanlchcu, rücl- Geld Waare zahlbar 5 vCt. fllr 100 si. . . 87.25 87.'>0 N. Astien von Bankinstituten. (»eld Waare Anglu.oslelr. Ällnl.....^^?74'25 Baulvereiu.......243.50 244 50 Voden-Creditaustlllt . . . .258— ^d0.— Ereditauftalt f Handel u. Gew . 275 90 276 10 Credltanslalt, allgem. uu<,llr. . - 94,— 91 50 Escompte-Gcsellschast, u, ü. . . 858. 862,— ssranco-üslerr. Baul . . , - H425 114 50 Geucralbcml.......!lterneh, NlUNgen. Geld Waare Alsüld-Fmmauer «ahn . , . 173.— 174.— Vühm. Weflbllhu.....258.50 259.50 Cllrl-Luowig-Bahn.....264.25 264.50 Donau-Dampfschiffs. Gesellsch. . 6brlh-Wcstbahn.....226.50 224 — lMabeth-Westbllhu (kiuz-Vud: , weis« Strecke).....192.- 192 50 Fndmanda-Norobühl, . . . .2225 2230.-Ftwfl'l-chtN-Narcstr-Vllhu 165— 166- ^«»nvIosevl,«'^«!"' . . . 196- 197 — nemherll-T,?r«.eIasst)tr-Nllhu . 176.50 177 50 ?loi,b, ötterr........354—356,- Ocsterr. Nordweslbahi! . , . 208 50 209.— RudolfS-Vadii......161,— 162" SiebeubÜrger Vl-.hu . , . ,16850 169,50 StaalSbahu.......418.— 419.- Sildbahu.......181,— 181 50 Oild-nordd, Velbiud. Vcihu , . 177.50 178.- Theib-Vahn.....254.75 255.- Ungarische Nordostbalm . . . 158.50 159 50 > llugarische Ostbahu ... 8550 85.75 Tramway........217- 217,50 r. Pfandbriefe (filr 100 ft ) Allg, »st Vodcn-CreditMuftall Äeld Waare verloSbar ,u 5 pEt. in Silber 106 40 106 60 dto.in33I.rtta,.,u5pEc.iuö.W. 87.— 87,25 Nat,anlllli. zu 5 vLt ü. N. . .92 75 93.-Nny, Bod.-Cred.-Ailst. zu 5'/. pEt. 89 85 --.— Hl. Prioritätsobligatiouen. Oeld Waare «ölis.-Weftb, in G. verz. (I. Emiss.) 95— —.— Fcroinllnos-Norob. in Silh vnz. 104.30 104.50 ssranz'Iüsephs^hu .... 95.90 9610 K.LllrlVudw.V.l G.ocl,.! i«m. 104.— 104 25 Oeftnr, slmdwiftb»!,« . . 9485 95 — Geld Waare Siebcnb. Nahn in Silber vcrz. . 89.25 89 50 StaatSb. G. 3"/« « 500Fr. „I, Em. 138 50 139.50 Slldh. G, 3"/« i. 500 Frc. pr. Stilcl 112 75 113,25 Sildb.-G. » 200 ft.,. 5"/^ für 100 ft. 89,8 » 90.-Sildb.-Bous 6°,„ (18?t>.'?4) i» 500 FrcS pr. Stiict . , 241, - .-.— Uug, Ostbahu filr 100 si, . . 85.- 85.25' > «». Vrivatlvse ^per Slüct.) Kreditanstalt f. Handel u. Gew. Geld Waa>e ! zu 100 ft, ü, W......162 50 163.^ Ruoolf'Gtlftuiig zu 10 si. . . 1450 1550 Wechsel (» Mon) Geld Waaie ! Augsburg filr 100 ft lildb. N. 1"4 65 101 80 Franlfüttll.M. 100 st. kettci I04,8'< K'51^ Hamburg, sitt 100 Mart Biuci: 92 60 92,80 ^'ondau, fllr 10 Psuud Sterling 125.64 l25,?5 Paris, sur 100 tzrancs . . . —.— —.-^ EpnrK der Ge!dst'rten H. Müuz-Ducat