Irsefcelnt wdebeetiloh eiebenmal. Sehriftietomg (Tel teterarb. Nr. 2*70) sowie Verwaltung u. Buchdruckerei (Tel Interurb. Nr. 2024): Maribor, Jurčičeva ul.4 Brief! Anfragen Rückporto beilege«. Manueltrioto werden nleht retuniiert Inseraten- 0. Abonnemente-Annahme Io Maribor: Jurčičeva ul. 4 (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen, monatl 23 Din, zustellen 24 Din. durch Post mono«. 23 Din, für das übrige Ausland monatl. 35 Din Einzelnummer t bis 2 Die, Mlmbmer öeitun Rußlands Kampf um den 3Ifttag Der Traum des zweiten Fünsjahr-Planes. Mit Spannung erwartet man überall in der Welt das Ergebnis des dritten Jahres des Fünfjahr-Planes. Die Wissbegierde der Russen ist dagegen viel geringer. Man spricht meist schon vom zweiten Fünfjahr-Plan, dessen genaue Ausarbeitung bald voll endet sein dürfte. Auch die aufmerksamen englischen Beobachter sind sich darüber einig, daß die Frage nach dem Gelingen oder Mißlingen des Fünfjahr-Planes ihre Bedeutung erheblich eingebüßt hat. In der Tat, es dürfte für die endgiltige Beurteilung des technischen Aufbauwerkes in Rußland gleichgiltig sein, ob die einzelnen Kapitel des Planes eine Erfüllung von 100 oder von 90 oder gar 80% aufweisen. In einer Reihe von Produktionszweigen ist das Programm bereits jetzt aus geführt, in den anderen dürfte es unausgeführt bleiben. An dem Schicksal des Fünfjahr-Planes als ganzen dürften diese einzelnen Ergebnisse kaum rütteln. Genau gesehen, existiert der Plan überhaupt nicht mehr. Denn er wurde seit Anbeginn fast in allen seinen Teilen immer wieder umgewandelt, dabei stets nur in einer Richtung, in der Richtung nach oben. Was auch erreicht wurde, stets erfolgte die Parole: neue Steigerung! Nun scheint jetzt eine entscheidende Wendung in der Taktik der Planleitung einge-treten zu sein. Man sucht nicht mehr das Tempo in demselben Maße hinaufzuschrauben, wie noch kurz zuvor. Es wird zwar mit äußerster Strenge die Erfüllung des Planes und seiner Kontrollziffern erstrebt, aber es wird gleichzeitig Umschau nach dem gehalten, was sich hinter den großen Ziffern verbirgt. Nicht nur die Quantität, auch die Qualität wird beachtet. Das ist neu. Dieser neue Zug ist das wichtigste, was augenblicklich in Rußland festzustellen ist. Die Sorge um die Qualität müßte an sich als etwas selbstverständliches erscheinen. In Rußland war es jedoch anders. Im Fieber der Planerfüllung vernachlässigte man das Selbstverständliche. Das Ergebnis war, daß der Mangel am Notwendigen nicht schwinden wollte und konnte. Die Energie der Sowjets durfte sich nicht „zerspalten", aber sie wurde schließlich doch zum Teil verpulvert. Nach der großen Rede Stalins im Som Mer dieses Jahres begann man sich neben der Maschine etwas mehr um den Menschen zu kümmern. Die Maschine, die erbaut war, sollte nun in den Dienst des Menschen treten. In diesem Zeichen lebt Rußland an der Wende des dritten Jahves des Fünfjahr-Planes. Die Planerfüllungszahlen werden "ur noch in ihrer absoluten Größe, nicht Iber im Prozentverhältnis zu dem Plan angegeben. Immer mehr Raum wird in der Presse der Besserung der Lebensbedingun-9est, der Wohnverhältnisse und der Lebens-mittelverteilung, dem Städtebau und den städtischen Betrieben gewidmet. Man geht Q« die Beseitigung der elementarsten Nöte russischen Alltags allmählich heran. Der zweite Fünfjahr-Plan, der auf der Tagesordnung steht, sieht nicht mehr eine 9igantische Steigerung vor, wie sein Bor-banger. Der Aufbau soll in den Ausbau über Scheit Die verarbeitende Industrie, die im disien Fünfjahr-Plan vernachlässigt wurde, Aeltestenrat vertagt Deutschlands innenpolitische Entscheidung erst in de nächsten Woche zu erwarten — „Xreuga dei" in de Vroxis Berlin, 10. Dezember. Die politische Entscheidung, die im Zusam menhange mit der Veröffentlichung der Notverordnung des Reichskabinetts erwartet wird, wird, wie die Dinge stehen, erst im Laufe der nächsten Woche fallen. Der Aeltestenrat ist wohl über Antrag der Kommunisten und Deutschnationalen für morgen, Freitag, einberufen worden, um über einen Antrag iKr Kommunisten auf Reichstagseinberufung schlüssig zu werden, doch haben die Fraktionen des Reichstags noch nicht die Möglichkeit, die 55 Druckseiten starke Notverordnung so schnell durchzuarbeiten, um über die Tragweite ihrer Beschluß nähme Klarheit gewinnen zu können. Der Aeltestenrat wird sich daher — das ist mit aller Sicherheit anzunehmen — vertagen, um erst am nächsten Mittwoch oder gegen Ende der kommenden Woche über borgten Antrag zu entscheiden. Bis dorthin wollen die Fraktionen beraten. Ihre Stellungnahme der Regierung gegenüber bleibt nach wie vor offen, bis auf die Fraktionen der egreniert Linken und der extremen Rechten» die beide den Sturz der Negierung herbeisrhnen. B e r l i n, 10. Dezember. Am ersten Tage des politischen Weihnachts friedens, wie die Regierung Brüning ihn verordnungsgemäß herbeisühre» will, kam es an zwei Stellen in der Stadt zu scharfe» Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Es wurden zahlreiche Nevolverfchüsse abgeseuert. Am Kampfplatz blieb ein Toter, während sechs Teilnehmer mehr oder minder verletzt wurden. B e r l i n, 10. Dezember. Die Blätter kommentieren in verschiedent lichster Weise die von der Regierung Brüning erlassene Notverordnung, wobei die Blätter der Mittelparteien sich zu dem entscheidenden Schritt des Reichskabinetts sympathisch gegrnüberstellen. Nur die Blätter der linken und rechtsradikalen Extremisten ergehen sich in heftigsten kritischen und ab- lehnenden Auslastungen. Die besonnene Presse erklärt, Brüning habe durch den Erlaß dieser Verordnungen kühne Großzügigkeit an den Tag gelegt. Die ausländische Presse, insbesondere die englische, bewundert den deutschen Kanzler, der den Mut aufgebracht habe, dem deutsche» Volke die schwersten Opfer aufzuerlegen. Ob wohl man heute die Tragweite dieser letzten Notverordnung noch nicht ermessen könne, müsse man dem Werk der deutschen Regierung einen vollen Erfolg wünschen. London, 10. Dezember. „Daily News" erklären in Besprechung der deutschen Notverordnung, daß außer Rußland kein Staat und keine Regierung auf der Welt den Mut aufgebracht habe, Maßnahmen zu erlassen, die so tief in das Wirtschafts- und Privatleben der Staatsbürger eingreifen wie die deutsche Reichsregierung. P a r i s, 10. Dezember. Die Pariser Presse drückt sich wohlwollend über die Notverordnung aus und zeigt namentlich für jene Stelle Befriedigung, die als scharfe Frontstellung des Kanzlers gegen die Nationalsozialisten aufzufassen ist. B e r l i n, 10. Dezember. Der Leipziger Oberbürgermeister Doktor G o e r d e l e r hat den Posten eines Reichs marktkommissars angenommen. Die Reichsregierung hat Dr. Goerdeler mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet; er wird die Preisgestaltung überwachen und kann gegebenenfalls Betriebe, die sich widersegen sollten, sperren. Goerdeler hofft, seine Tätigkeit in vier Monaten zu beenden. N e w y o r k, 10. Dezember. Der Eindruck der Rundfunkrede Dr. Brünings war hier der beste. Die Mark erholte sich um ganze 14 Cents, Doung Anleihe sogar um 0.75 Pfund. Auch dir übrigen deutschen Wertpapiere erholten sich ganz bedeutsam. Spaniens Verfassung Die Konstitution von den Cortes qeftern genehmigt — Heut Wahl Mala Zamoras zum Präsidenten der Republik Die spanische verfassunggebende Nationalversammlung hat gestern die neue republikanische Konstitution des Landes mit 368 gegen keine Stimme angenommen. 28 Deputierte enthielten sich der Abstimmung, darunter 12 Agrarier, 15 Basken und der ehemalige spanische Ministerpräsident und Monarchist Gras Romanones. Die Hauptpunkte der neuen Verfassung sind: keine Besoldung der Priester nach Ablauf von zwei Jahren, Laienunterricht unter staatlicher Kontrolle, Ausweisung der Jesuiten und Beschlagnahme ihres Vermögens, das Einkammersystem, allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht für Frauen und Männer, halbautonome regionale Regierungen für die Katalonier und Basken. M a d r i d, 10. Dezember. Heute wird die Wahl des neuen Staatspräsidenten durchgesührt werde». Obwohl die Wahl des einzigen, von der Regierung forcierten Präsidenten Alcala Zomaro mit Sicherheit anzunehmen ist, so ist auch ebenso sicher, daß diese Wahl nicht einstimmig erfolgen wird. Neuer Roman! Alarm! von Alfred Schirokauer. Mit der Veröffentlichung dieses sensativ-nellen Abenteuerromans beginnen wir in unserer nächsten Sonntagsnummer. Aue einem brodelnden Hexenkessel voll entfesselter Leidenschaften meißelt Schirokauer seine Romangestalten, mit greifbarer Plastik. Blitzhaft dahinflitzende Abenieuer wechseln mit tiefergreifenden Liebcsepisoden, die der bekannte Verfasser mit wundervoller Poesie zeichnet. Der Leser wird und muß von der ersten bis zur letzten Zeile gefesselt sein. Alfred Schirokauer ist einer der besten u. erfolgreichsten Romanautoren der Letztzeit. Von Beruf Advokat, entdeck:e er bald fti 'ich die Fähigkeit zum Schriftsteller. Er hing seine einträgliche Praxis an den Nagel und wurde Schriftsteller. Seine reiche Anwaltspraxis bot ihm d'e Möglichkeit, in menschlichen Charakteren sowohl in Gesellschaft wie auch im Gerichlssaal tief zu schürfen. Beweis dafür ist die einfach mitreißende Gerichtssaalszene am Schluß, die für jeden ein Erlebnis sein muß. Mitleidslos reißt er einer Gesellschastsschichte die heuchlerische Maske vom Gesicht und stellt sie an den Pranger. „A I a r m" ist eines seiner besten Werke und wird unseren Lesern sicherlich gut gefallen. Die Reparattonssragr Botschafter Claudel bei Stimson. — Divergenz in der sranzösrchen und amerikanischen Ausfassung. P a r i s, 10. Dezember. Der französische Botschafter in Washington Claudel hat im Zusammenhänge mit den Basler Komitee-Verhandlungen gestern dem amerikanischen Staatssekretär Stimson den bereits bekannten Standpunkt Frankreichs in der Reparationsfrage dargelrgt. Gleichzeitig erfolgte eine Demarche Frankreichs bei allen anderen Glöubigermächten Deutschlands. Der „Petit Parisien" teilt heute mit, daß die Vereinigten Staaten die Auffassung Frankreichs über den ganzen Komplex des Reparationsproblems nicht teilen. Die einzige Möglichkeit für e ne allgemeine, gleichzeitige Schuldenherabfetzung t irde darin bestehen, daß Deutschland die Abänderung der nicht bedingten Reparationszahlungen nicht nur in der Form, sondern auch den» Inhalt nach zuerkannt werde. Börsenbericht Z ü r i ch, 10. Dezember. Devisen: Beograd 9.05, Paris 20.145, London 16.90, Newyork 514.50, Mailand 26.35, Prag 15.25 Berlin 121.25. Z a g r e b, 9. Dezember. Devisen: Berlin 1313.50—1326.50, Mailand 285.34— 291.34, London 180.08—187.58, Newyork Scheck 5622.30—5639.30, Paris 221.10— 221.76, Prag 167.42—167.92, Zürich 1097.85—1101.25. L j u b l j a n a, 10. Dezember. Devisen: Zürich 1097.85—1101.15, London 181.61— 189.01, Newyork 5623.67—5640.67, Paris 221.24—221.90, Prag 167.42—16792, Triest 287.54—293.54. rückt nunmehr in den Vordergrund. Der, Zahlenrausch beginnt langsam zu schwinden.! Man könnte fragen: ist es nicht zu früh,1 an die zweite Piatiletka zu denken? Ist Ruß | land nicht noch durch zwei lange, Jahre da- s von getrennt? ° Darauf ist zu antworten: Nach ; russischen Berechnungen: nicht, denn , der erste Fünfjahr-Plan soll in vier Jahren erfüllt werden. Außerdem hat er ja fließende Grenzen. Wie erwähnt befinden sich einzelne. Betriebe bereits. in der zweiten Pia-tiletka. Wie töricht zu glauben, daß zwischen dem ersten und dem.zweiten Plan eine hohe Wand steht, die nun an einem bestimmten Tag erklommen wird! Wie töricht zu glauben, wie es manche in Rußland tun, daß an einem schönen Tag plötzlich alles im lieber* fluß da sein wird! Davon ist Rußland noch sehr weit entfernt. Noch ist Armut und Armseligkeit das hervorstechendste Merkmal des russischen Le- MarkVorer Zeitung" NuMmer 331. bens im ganzen gesehen. Es ist sehr erfreulich, daß die Sorgen des Alltags nunmehr energischer als früher bekämpft werden sollen. Aber sie sind .noch nicht überwunden. Und die große Frage, die jetzt in Rußland entsteht, ist eben, ob und wann diese Alltags sorgen, zum mindesten die akutesten unter ihnen überwunden werden. Darum geht cs im Lande der Sowjets. .Das ist das große Ziel, das erstrebt wird und auf dessen Erreichung die Bevölkerung Rußlands alle Hoffnungen setzt. Wechsel des c^enero!- sekreMrs der Faschist! chen Vartei Der Generalsekretär der Faschistischen Par tei. G i u r a t i (oben) ist von seinem Posten zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Stellvertretende Generalsekretär AchM Stara c (unten) ernannt. Das Mrieil im Beograder Terroristenprozeß B e o g r a d, 9. Dezember. Der Staatsgerichtshof zum Schutze des Staates Hat das Urteil im Prozeß gegen die kroatischen Terroristen, die seinerzeit einen Huldigungs-Deputationszug in die Luft sprengen wollten und einen Anschlag auf das BanatsgSbäude in Zagreb planten, wie folgt verurteilt: Josip M i st l a u ž i 5 zu lebenslänglichem Kerker und Verlust der staatsbürgerlichen Rechte; Dr. Dragutin Toth zu vier Jahren Kerkers und fünf Jahren Ehrverlust; Milivoj J v a n k o v i d zu acht Jahren Kerkers und dauerndem Ehrverlust; Jakob S uhan zu 3 Jahren Kerkers und 5 Jahren Ehrverlust; ferner Stefan S a-bol, Josef T a rle und Grga S u l e t i ö zu je 3 Jahren Kerkers und 5 Jahren Ehrverlust. Die Angeklagte Ivanka Želez* n i k wurde zu einem Jahre strengen Arrestes verurteilt. Stefan R a d e l j a k erhielt 1 Jahr Kdrker und 5 Jahre Ehrverlust, Peter B a k o v i c 2 Jahre Kerker und 5 Jahre Ehrverlust, während Ivan B u-z i n a freigesprochen wurde. Zum neuen Ministerpräsidenten von Lettland ist der Führer des Fortschrittlichen Verbandes, Manger Skuje neek, ernannt worden. Freitag, den 11. Dezember 1931. ■m im n u Die deutsche Notverordnung Brünings Wirtschaftsdiktatur im Reich — Allgemeine Erweiterung der Zwangswirtschaft — Kündigung aller Tarifverträge Unter dem Titel „V i e r t e N o t v e r-o r d n u n g des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens" ist die große Winternctverordnung des Kabinetts B r ü n i n g in einer Länge von 55 Druckseiten erschienen und in Kraft getreten. Der erste Teil der Notverordnung befaßt sich mit der zwangsweisen Preis- und Zinssenkung. Sämtliche gebundenen Preise werden um 10 Prozent herabgesetzt. Wen« diese Senkung nicht durchgeführt wird, so gelten alle Vereinbarungen als null und nichtig. Die Regierung hat sich noch nicht entschlossen, die Kartelle auszulösen. Der Wirtschafts-minister kann aber Wer diese Grenze noch hinausgehen und den Zeitpunkt für die Herabsetzung vorschreiben. Die Preise für Kohle, Kali und Stickstoff werden bereits mit 1. Jänner um 10 Prozent herabgesetzt und es ist bereits Vorsorge getroffen, daß auch die Kohlenpreife im Detailhandel gesenkt werden. Ferner sieht die Notverordnung die Senkung der Zinse für festverzinsliche Papiere vor, dasselbe gilt für Hypotheken und Pfandbriefe. Der Reichskommissär für das Bankgewerbe wird eine Senkung der Debetzinsen herbeiführen. Durch Verhandlungen mit den Reichsbank ist eine Annäherung des Lombnrdzinssatzes an den Wechselzinssatz zunäckch um ein Prozent Senkung erzielt worden. Die Struerverzugszuschläge werden; Berlin, !>. Dezember, ab 1. Jänner aufgehoben. Die Hanszins-steuer wird ab 1. April um 20 Prozent gesenkt, bis 1936 auf 75 Prozent, so daß sie 1940 ganz verschwindet. Die Senkung der Wohnmieten ergibt- sich aus der Herabsetzung der Hypothekarzinsen, und zwar für Alt- u. Neuwohnungen. Ferner wird u. a. ein Vier-pfennig-Stück in den Verkehr gesetzt, um den Sparbetrieb weiter zu fördern. Der zweite Teil behandelt die Löhne und Gehalte der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Alle Tarifverträge werden am Tage des Inkrafttretens der Notverordnung gekündigt mit der Maßgabe, daß sie auf den Stand vom 10. Jänner 1927 heraüzudrücken sind. Die Löhne und Gehalte in Reich, Ländern und Gemeinden sollen bei den Beamten um §, bei den Arbeitern um 10 Prozent herabgesetzt werden. Vorgesehen ist ferner die Erhöhung der Umsatzsteuer um 2 Prozent, die Einführung einer „Reichsslucht-steuer" für flüchtende Kapitalien und deren Besitzer. Schließlich enthält die Notverordnung noch das allgemeine Uniformverbot u. die Verstärkung des Ehrenschutzes im Falle von Verleumdungen von Personen im öffentlichen Leben. Bis zum 3. Jänner find alle Versammlungen und Umzüge zwecks Sicherung des Weihnachtsfriedens unbedingt verboten. Tie Beamtengehälter werden ab 1. Jänner herabgesetzt. Kawlyis Gorgen Was fleht in Ungarn vor? — Die Stellung des Kabinetts Karolyi schwer erschüttert — Weitere Verschlimmerung der Wirtschaftskrise Die Stellung der Regierung Karolyi ist durch die verschiedenen Ereignisse der letzten Tage schwer erschüttert worden. Vor allem folgt die christlichsoziale Koalitionspartei nicht mehr den Wünschen der Regierung, und auch innerhalb der Einheitspartei nehmen die Gegensätze an Schärfe zu. Der kürzlich aufgedeckte Putschversuch weist wieder auf die Fortexistenz jener rechtsradikalen Kräfte, die einst mit Gömbös und Bethlen zusammen die jetzige Herrschaft aufgerichtet haben und vielleicht noch jetzt in gewissen Beziehungen zu jenen im Verborgenen arbeitenden Organisation stehen. Ein sozialdemokratischer Abgeordneter Hat im Parlament, ohne Widerspruch zu finden, behauptet, der Innenminister Fischer-Kmesz-tes habe in einer Geheimgesellschaft erklärt, daß Gömbös bald die Regierung überneh- Bu d a pe st, 9. Dezember, men werde, gleichzeitig mit der Machtnah-me durch Hitler in Deutschland und durch Starhemberg in Oesterreich. Es wird in Budapest über die tollsten außenpolitischen Kom -binationen gesprochen. Die Wirtschaftskrise ist unter der Herrschaft der Devisenverordnung und der Einschränkungen des Staates noch schlimmer geworden. Da die außerhalb des Budgets beschafften Mittel, für geheime Rüstungen nach dem Einschreiten der Finanzkommisiion des Völkerbundes nicht mehr weiter aufgebracht werden können, mußten die Industriellen, die hauptsächlich davon lebten, die Arbeit sehr einschränken. So wurden in den Manfred Weiß-Werken in den letzten Wochen 3000 Arbeiter von einer Gesamtbelegschaft von 5000 entlassen. Fünf Millionen -Arbeitslose in Deutschland Weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes B e r I i n, 9. Dezember. Die erwartete jahreszeitliche Verkhled,temu,g des Arbeitsmarktes ist in der Berichts-;eit vom 15. bis 30. November eingetreten. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um rund 314.000 zu und betrug am 30. November nach den vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter rund 5,057.000. Regelmäßiger Transatlantikdienst von Luftschiffen Neue Pläne Dr. Eckeners. L o n d o n, 9. Dezember. Doktor Eck e-n c r, der zurzeit in England weilt, beabsichtigt, die beiden großen Luftschiffhallen Cardington und Howden für die Zeppelin-Gesellschaft und für einen englisch-amerika-nifchen Konzern zu erwerben. Die neuen für den regelmäßigen Transatlantikdienst geplanten Riesenluftschiffe werden, wie Dr. Eckener einem Mitarbeiter des „Daily Herold" mitteilte, dort gebaut werden. Doktor Eckener gedenkt die Einzelheiten des Baues mit dem englischen Luftfahrtminister zu besprechen. Die neue Transatlantiklinie wird gemeinsam von der Zeppelin-Gesellschaft n. einem englisch-amerikanischen Konsortium betrieben werden. Möglicherweise soll auch das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin" in den Dienst dieses Unternehmens gestellt werden. Salandra gestorben R o m, 9. Dezember. Der ehemalige italienische Ministerpräsident S a l a n d r a ist gestorben. * Antonio Salandra wurde in Troia bei Foggia am 31. August 1853 geboren und studierte Rechtswissenschaften. Er wendete sich dann zunächst der Advokatentätigkeit zu, später jedoch mehr dem Studium des Verwaltungsrechtes, u. wurde dann ordentlicher Professor an der Universität Rom. Auch, als Politiker ist er schon seit 1884 tätig gewesen. Hiebei wurde er gelegentlich Unterstaatssekretär der Finanzen und auch im Schatzamt, in den beiden letzten rechtsstehenden Kabinetten Sonninos war er Finanzminister. Als am 10. März 1914 das Mi nifterium Giolitti demissionierte, übernahm Salandra die Bildung des neuen Kabinetts. Als Ministerpräsident hielt er in der äußeren Politik wie seine Vorgänger zunächst am Dreibund fest. Als der Krieg ausbrach, erklärte er aber im Einverständnis mit dem Minister des Aeußern die San Giuliano Jta liens Neutralität. Als dann einige Zeit später di San Giuliano starb und Sonnino Minister des Aeußern wurde, begann die Vorbereitung des Eintrittes Italiens in den Krieg. Kurz vor der endgültigen Entscheidung im Mai 1915 reichte Salandra seinen Abschied ein, um dem Parlament freie Entscheidung zu lassen. Auf Wunsch der Kammer und des Königs blieb er dann aber im Amt und am 24. Mai 1915 erfolgte die Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn. Den gleichen Schritt gegenüber Deutschland ver- GaianOra mied Salandra; Deutschland seinerseits beschränkte sich auf den Abbruch der Beziehungen. Als die italienische Kriegsführung dann zunächst keine Erfolge erzielen konnte, kam das Kabinett Salandra im Frühjahr 1916 ins Wanken und trat im Juni 1916 zurück. Es folgte ein Kabinett Boselli, in dem jedoch Salandra das Aeußere beibehielt. Salandra trat dann jahrelang nicht mehr weiter hervor. Dagegen ging er zu Ende 1924 zusammen mit Giolitti und Orlando und erklärte Opposition gegen Mussolini. V>*m Nikolaus von Rumänien dessen Heirat mit der bürgerlichen Fratt Savenu anscheinend Gegenstand eines Prozesses sein wird, indem die Behörden in Bukarest die Aushebung der Ehe verlangen, weil die Bestimmungen in den Statuten der Königsfamilie nicht erfüllt worden sind. Bekanntlich hat die kürzlich. eingegangene Ehe in Rumänien großes Aufsehen erregt. Auf 6er Spur eines Mafsennwköes Grauenvolle Funde an der deutsch-niederländischen Grenze. — Die blutige Tätigkeit einer geheimnisvollen Mörderbande. B o ch u m, 9. Dezember. Im Verlaufe der Untersuchung über die Bluttaten einer geheimnisvollen Mörderbande int Grenzwalde Putbroek an der holländisch-deutschen Grenze wurden die Waldungen um Pst*' brock von zahlreichen Bewohnern des niederländisch- deutschen Grenzgebietes systematisch durchsucht. Es wurden dabei noch zwst* Gräber gefunden, worin -gleichfalls die Löschen von jungen Bauernburschen lagen, dw in den letzten Jahren spurlos verschwunden waren. Die Polizei ist der Ansicht, daß etwa 20 Personen des Grenzgebietes der Mor derbande zum Opfer gefallen sind. Niederländische und deutsche Polizeibeamte betel ligen sich in großer Zahl an den Nachm schungen, für die auch Polizeihunde etnb setzt wurden. Allgemein ist man davon u zeugt, daß der Anführer der Mövderba ^ der verha'tete Jagdführer Ban den E $ ist, der bereits einem eingehenden ^ unterzogen wurde, aber hartnäckig lcug ' mit den Mordtaten irgend etwas zu im boben. Freitag, 6'ett 11. Dezeiuver 1931’. wmt ' „MarDorer Zeikrmg" Nummer 331. 13 Tote In Letje Der Hergang bes entsetzlichen Autobusunglücks — Furchtbare Einzelfteiten C e I j e, 10. Dezember. Ganz Celje und Umgebung stehen unter dem furchtbaren Eindrücke des schrecklichen Unglücks, über das wir bereits gestern kurz berichteten. Bis spät abends bildeten sich auf den Straßen und in den Lokalen Gruppen, die lebhaft das Ereignis besprachen. Folgende Einzelheiten der Katastrophe sind nunmehr bekannt. Mittwoch, den 9. d. herrschte in Celje und Umgebung ein dichter Nebel, wie sich an einen solchen wohl niemand in Cel-je erinnern kann, gab es doch früher in Celje fast keinen Nebel. Durch die stetig fortschreitende Versandung der Sann und die daraus folgende Versumpfung der anliegenden Gebiete nimmt jedoch die Nebelplage in Cehe von Jahr zu Jahr zu. Der Nebel war so stark, daß alle Automobile diesen Vormittag mit Scheinwerfern fuhren und Mühe hatten, vorwärts zu kommen. Die Scheinwerfer traten auch in Funktion, als um 11 Uhr der Autobus des städtischen Autobusunternehmens vom Bahnhofe seine Fahrt nach Žalec bezw. Vransko antrat. Der Autobus war dicht besetzt, nach Mutmaßungen hatten 26 Personen das Auto bestiegen, wovon einige stehen mußten. Der starke Andrang dürfte auch die Ursache sein, daß sich die Abfahrt um einige Minuten verzögerte. Allenthalben wurde nach dem Unfalle von Personen berichtet, die mit demselben Autobus ins Sanntal fahren wollten. So soll her am Montag vom Kreisgerichte von der Anklage bei Vatermordes sreigesprochene Franz Ulčnik (worüber wir gestern Berichteten; die Absicht gehabt haben nach Vransko zu fahren, um dort Wein zu verkaufen. Da er aber beim Gerichte noch einige Formalitäten zu erledigen hatte, versäumte er die Abfahrt. Desgleichen versäumten das Auto zwei Bauernburschen, die vor den Untersuchungsrichter geladen- waren. Ein Besitzer aus Petrovče stieg noch in der Stadt aus, da er in dem überfüllten Wagen nicht fahren wollte. Ein anderer Besitzer wollte aus demselben Grunde aussteigen, doch stand er so weit hinten, daß er sich nicht durchdrängen konnte. Ein Kellner des Casäs „Europa" versäumte desgleichen die Abfahrt, tvährend der Direktor dieses Unternehmens vom Auto herab von einem Bekannten zu einer wichtigen Besprechung fort geholt wurde. Das Terrain, an dem das Unglück geschah, ist schon seit jeher ein Schauplatz von Unfällen gewesen. Die breite Reichsstraße wird in Levec — oder genauer in Medlog, das noch im Gebiet der Umgebungsgemeinde liegt — von der eingeleisigen Sanntaler-bahn überquert. Die Geleise schneiden aber die Straße nicht senkrecht, was die kürzeste Ueberquerung wäre und bei einem modernen Eisenbahnbau auch weitmöglichst durchgeführt wird, sondern in einer langen Diagonale, so daß gegen 40 Meter Geleise auf der Straße liegen. Zudem steht auf der Straße ein Telegraphenmast, der absolut nicht dorthingehört und bei diesem Unfalle sich auch verhängnisvoll auswirkte. An dieser Uebersetzung kommen regelmäßig Unfälle vor da es an dieser verkehrsreichen Straße keine Bahnschranken gibt. Noch im vorigen Jahre stieß ein Wagen mit dem Zuge zusammen, wobei die Pferde getötet wurden. Bon der Presse wurde damals wie auch in jedem ähn lichen Falle auf die Notwendigkeit von Bahn schranken hingewiesen und die Warnung ausgesprochen, nicht solange zu warten, bis ein Menschenopfer diese Notwendigkeit erweise. Nun hat eine Hekatombe von Opfern die zuständigen Stellen auf diese Pflicht erinnern müssen. Als um elf der Sanntaler-Zug nach Eelje fuhr, übersetzte das Auto gerade das Geleise. Ob der Chauffeur, der als nüchtern und zuverlässig anerkannte 36jährige Bučar aus Celje, den Zug nicht bemerkt und ob er das Pfeifsignal der Lokomotive überhört hat, wird erst die Untersuchung Herausstellen. Die Lokomotive fuhr mit voller Wucht in die linke 'Seite des Autos und zerschnitt dieses buchstäblich, so das der vordere Teil nach dorne geschleudert wurde, während der rückwärtige Teil gegen den erwähnten Telegraph emnast geworfen wurde. Es entstand eine fürchterliche Panik. Der Zug hielt an. Röcheln der Sterbenden und Wehrufe der Ver-Wtzten erfüllten die Luft. Zuerst konstatierte an 7 Tote, die sofort ihren Geist aufgege- j j ben hatten, während andere eine ganze ' Reihe Bewußtloser und Wehklagender teils ; auf den Trümmern des Autos, teils aus der : Straße lagen. Bier Passagiere, die bei der Türe standen, Famen ohne Verletzungen davon und eilten schreckersüllt zu den ersten naheliegenden Häusern. Drei Frauen, die verletzt waren, aber gehen konnten, wurden in den Zug genommen, der seine Fahrt I nach Cehe fortsetzte. Von Žalec wurde die ! Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuer-I wehr in Celje telephonisch angerufen. So-: fort fuhren beide Rettungsautos an die Un-: glücksstelle, während die ganze verfügbare Mannschaft auf Fahrrädern und zu Fuß ’ nachsolgtze. Die Leitung der Bergungsarbeiten auf der Unfallsstelle übernahm Herr Kaschier. Bald verbreitete sich in der j Stadt wie ein Lauffeuer die Kunde von der , Katastrophe. Anfänglich hielt man die Be-! richte für übertrieben, leider stellte es sich aber später heraus, daß der tatsächliche Sach verhalt die ersten Angaben weit übertras. i Hunderte von Neugierigen strebten nach der j Ünglücksstätte, die ein grauenhaftes Bild ! bot. DaS Auto war vollkommen zertrüm-i mert, Leichen lagen auf den Trümmern des j Autos, auf der Straße und auf der Wiese, ; wohin sie durch den Zusammenprall geschleu : dert worden waren. Abgerissene Glied-I maßen lagen neben Gepäckstücken und Tei-: len des Autos. Am schrecklichsten war der j Anblick der Gruppe um den Telegravhen-1 mast. Ein unentwirrbarer Knäuel von Lei« ' Bern, Blech, Holzteilen. Mit aufopferungsvoller Schnelligkeit hoben die Leute der Stet-' tungsabteilung diejenigen Verunglückten, die noch Spuren von Leben zeigten, in die beiden Autos und brachten sie ins Allgemeine Krankenhaus. Während der Ueber-führung starben aber schon drei von den Verletzten. Immer mehr Neugierige strömten herbei, jo daß die Stadtpolizei und Gendarmerie den Platz absperren mussten. Zu Mittag traf eine Gerichtskommission ein, die zusammen mit Funktionären der Eisenbahn dem Tatbestand aufnahm. Nachmittags wurden die Leichen in die Totenkammer des Umgebungsfriedhofes gebracht. Als man die Toten in die Särge legte und die verschie- denen Glivdmaßen zusammenlegte, stellte es sich heraus, daß es acht Tote sind. Die Toten konnten nur schwer agnosziert werden, da sich nur in einem Falle ein Angehöriger meldete und sonst nur Dokumente in den Kleidern und Taschen Aufschluß gaben. Daher sind nachfolgende Namen nur mit Vorbehalt aufzunehmen. An Ort und Stelle starben der Besitzer Ivan K r e f l aus Braslovče; der Besitzer Philipp Posedel und ferne Frau aus Zabukovca; der Besitzer Ivan Kranjc aus Žalec; ein gewisser Anton Svet, bei dem man nur eine Bestätigung der Sparkasse in Brežice fand; die Besitzerin Franziska P r i st o v 8 e k aus Dremnja Vas; die Frau des Tischlermeisters S t r a h o v n i k aus Žalec sowie eine unbekannte Frau, deren Identität nicht festgestellt werden konnte. Ins Allgemeine Krankenhaus wurden überführt der Holzhändler Anton Dobnik aus öeplje bei Vransko, der schon unterwegs starb; der Chauffeur Franz B u č a r mit eingedrücktem Brustkorb und schweren inneren Verletzungen; Anton Oblak aus Vrbje bei Žalec Nr. 7 (schwere Verletzungen); Andreas Z e P e c aus Dolga Pusca (schwere Verletzungen); Helene Fonda aus Št. Rupert bei Braslovče (schwere Verletzungen); der Fleischhauer Anton Turk aus Sv. Peter v Savinjski dolini (leichtere Verletzungen); die Lehrerin Mathilda Potoč-n i k aus Luče (25 Jahre) starb am Abend; eine Unbekannte starb unterwegs; die Besitzerin Marija Zupanc vulgo Eoci aus Griže starb unterwegs; der Polier Ivan G ü n t n e r aus Šibovska in Bosnien, der bei der Baufirma „Slograd" am Bau des Irrenhauses in Novo Eelje beschäftigt war (schwere Verletzungen); der Wzährige Ivan Kranjc, Sekretär der „Kmetska posojilnica" in Celje und Sekretär der Sann taler Filiale des Slowenischen Alpenvereines, starb am Nachmittage. Abends gab es demnach bereits 13 Tote. Vom Gebäude des Stadtmagistrates wehen Trauerfahnen. Unter der Bevölkerung herrscht allgemeine Trauer und allseits wird tiefes Beileid mit den unglücklichen Opfern und deren Angehörigen bekundet. Hitler gegen Zentrum „Gegen die Fraktion, nicht gegen die Kirche" — Nielands Vortrag in Rom R o m, 9. Dezember. Adolf Hitler empfing, wie aus Berlin berichtet wird, nach den englischen und amerikanischen Pressevertretern auch die italienischen Journalisten, denen er ähnliche Dinge sagte, jedoch dementierte er kategorisch die Gerüchte, baß seine Partei mit dem Zentrum tn Verhandlungen treten wolle. Hitler erklärte angeblich it. a., genau so wie der italienische Faschismus sich an die Nie-derringung der Popolaren Don Luigi Sturzes heranmachen mußte, werde auch der deutsche Nationalsozialismus den Kampf mit dem katholischen Zentrum aufnehmen müssen, ohne sich jedoch gegen die katholische Kirche zu wenden. Die nationalsozialistische Bewegung sei keine religiöse, sondern eine politische Bewegung. Der Nationalsozialismus könne auch nichts dafür, daß der Ka- tholizismus sich politisch mit dem Zentrum identifiziert. * R o m, 9. Dezember. Der nationalsozialistische Emissär Doktor Nie! a n d hielt hier einen Vortrag, in dessen Verlauf er die Schaffung eines Dritten Reiches Adolf Hitlers als ein nahes Ereignis prophezeite. Die Nationalsozialisten verlangen, wie aus seinen Ausführungen hervorging, die wichtigsten Posten in der Reichsregierung: den Kanzler, rerner die Ministerien für Reichswehr, Inneres und Aeußeres. Wenn die Nationalsozialisten einmal ans Ruder gelangen würden, erklärte Nieland, würde die Tatsache einer besseren Zukunft des Deutschen Reiches auch die Aus landdeutschen mit Stolz erfüllen im Bewußtsein, daß sie Deutsche seien. Kommt die 40-Gtunden-Woche? Bewegte Aussprache im Genfer Arbeitsamt Nach zweitägigen Verhandlungen hat der Sonderausschuß des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes, der sich mit dem Problem der Arbeitslosigkeit befaßte, seine allgemeine Debatte über die Einführung der 40stündigen Arbeitswoche abgeschlossen. Das Prinzip der 40stündigen Arbeitswoche wurde von dem Direktor des IAA. A. T h o m a s sowie von den Arbeitervertretern Frankreichs. Großbritanniens G e n f, 9. Dezember, und Deutschlands verteidigt, die sich für die sofortige Annahme einer entsprechenden internationalen Konvention aussprachen. Thomas betonte dabei, daß es sich nicht um eine endgültige Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Arbeitszeit, sondern um die vorläufige Neuverteilung der Arbeitsmöglichkeiten in der gegenwärtigen Krisenzeit handeln könne. Auf Grund der von dem Internationalen Arbeitsamt durchgefübrren Unter suchungen sprach sich Thomas für das System der ütägigen Arbeitswoche mit Spund iger Arbeitszeit aus. Dieser Vorschlag stieß jedoch bei den Arbeitgeberdelegierten auf großen Widerstand. So betonte der französische Arbeitgeberdelegierte R i b o t, daß das Internationale Arbeitsamt nicht der kritischen Lage der Land Wirtschaft Rechnung trage, während anderseits der niederländische Delegierte Van der L i n d e n unterstrich, daß eine internationale Verständigung wegen der Abwesenheit der Vereinigten Staaten und Sowjetrußlands unmöglich sei. Auch müsse die Lösung der Krise auf anderen Wegen, z. B. durch Annullierung der Kriegsschulden und Aufhebung der Zollschranken, versucht werden. Der italienische Arbeitsgebergelegierte Olivetti sprach sich gegen alle Zwangsmaßnahmen aus und betonte, daß diese unnötig seien, da ja die Herabsetzung der Arbeitszeit überall automatisch erfolge. Nur der deutsche Arbeitgeberdelegierte S i tz l e r trat für die Eröffnung internationaler Verhandlungen unter Führung des Genfer Arbeitsamtes ein. Im Hinblick auf den Widerstand der Arbeitgeberdelegierten wird der Sonderausschuß wahrscheinlich auf den Kompromißvor-den. Der italienische Arbeitsgeberdelegierte Müler zurückgreifen, wonach der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Albert Thomas, beauftragt werden soll, zum Zwecke der allgemeinen Herabsetzung der Ar beitszeit direkte Verhandlungen zwischen den Regierungen und den Industriellen anzubah neu. 0 ’ Eine amerikanische Ltebes-irooöbie Vor einigen Tagen begingen zwei New-Yorker Tanzgirls Selbstmord. Der freiwillige Tod der beiden jungen Mädchen war auf eine Liebestragödie zurückzwuhren Sie waren seit Jahren die besten Freundinnen und traten in einem Tanzduett auf den Brettern verschiedener amerikanischer Varieteebühnen ans. Das Schicksal wollte es, daß sie sich in einen und denselben Mann verliebten. Die ältere Freundin Adelaide Levy stand in ihrem 25. Lebensjahre. Tie zweite, Givel Warner, war sechs Jahre jünger. Die beiden Mädchen gehörten zu dem bekannten und in Amerika beliebten Typ der blonden Girls. Sie waren materiell gut gestellt und von ihren weniger beaorzugrfn Kolleginnen wegen der guten Engagements stets beneidet. Die jungen Damen hatten nicht unbedeutende Ersparnisse auf der Bank, viele kostbare Kleider und Pelze. Da keine der beiden Freundinnen der anderen den geliebten Mann entreißen wollte, entschlossen sie sich, gemeinsam in den Tod zu gehen. Sie zogen sich ihre schönsten P.jamas an, schminkten sich die Wangen, die Lippen und die Augen, gingen in die Küche und legten sich auf eine Strohmatte nieder. Bevor sie den Gashahn öffneten, tranken sie noch eine Flasche Whisky. Die Nachbarn, die durch den Gasgeruch Verdacht schöpften, konnten nur noch die Leichen der beiden Girls vorfinden. Daneben lag eine leere Whisky-Flasche, zwei Gläser und ein Zettel, in dem die Freundinnen ihrem freiwilligen Entschluß, aus dem Leben zu gehen, Ausdruck gaben. Der Monn, čer sich tribft zum Tode verurteilte Die Geschworenen in Manchester zeichneten sich von jeher durch ihre strengen Urteile aus. In diesem Herbst fällte das Schwurgericht in Manchester bereits drei Todesurteile Vor einigen Tagen erschien vor den Schranken des Gerichtshofes ein junger Mann namens M a c w a y. Er stand unter Anklage, seine Geliebte vorsätzlich getötet zu haben. Er nahm ruhig seinen Platz auf der Anklagebank ein und antwortete auf die Frage des Richters, ob er sich schuldig bekenne, laut: „Jawohl". Die ganze Gerichtsverhand lung dauerte acht Minuten und beschränkte sich auf den Dialog zwischen dem Gerichts-Vorsitzenden und dem Angeklagten. „Verstehen sie den vollen Ernst ihrer Erklärung?" „Jawohl", sagte Macway ruhig. „Haben sie gegen die Anklageschrift garnichts einzuwenden?" „Nichts", erwiderte Macway. „Wollen sie vielleicht eine Erklärung abgeben, die geeignet wäre, die schwere Strafe zu mildern, die vom Gesetz für ihre Tat bestimmt ist?" „Was soll ich noch erklären?" warf der Angeklagte ein und zuckte mit den Achseln. Die ruhige Hartnäckigkeit des Mör- ders machte auf die Geschworenen einen solchen Eindruck, daß der Obmann seinerseits den Versuch machte, den Angeklagten umzu-stimmen. Wenn Macway sein Schuldbekennt nis zurücknimmt, werden wir die Möglichkeit haben, nach freiem Gewissen sein Schicksal zu bestimmen. „Daraufhin setzte der Vorsitzende dem Angeklagten auseinander, daß die Geschworenen das Recht haben, auf mildernde Umstände zu erkennen und das Todesurteil durch lebenslängliche Zuchthausstrafe zu ersetzen. Die gesetzliche Voraussetzung sei aber, daß der Angeklagte um Milderung seines Schicksals sich bemühe. Macway hörte das alles an und erwiderte,, ohne eine Miene zu verziehen: „Ich fühle mich schuldig und möchte hingerichtet werden." Trotz der Bereitwilligkeit, das Schicksal des Angeklagten zu mildern, sah sich das Gericht gezwungen, das Todesubrteil zu fällen. Mac way vernahm die Urteilsverkündung mit größter Gleichgiltigkeit, verbeugte sich tief vor den Richtern und den Geschworenen und sagte: „Ich danke, ihnen sehr, meine Herren." Die Republik Spanien verteilt ihren ersten Orden Der erste Orden der Republik Spanien wurde der berühmten spanischen Tänzerin 9 a Argentina während ihres Auftretens in einem Madrider Theater vom, Ministerpräsidenten A z a na verliehen. König Alfons' Stall wird versteigert Spanische Blätter bringen Einzelheiten über die. bevorstehende Versteigerung des Stalles des Exkönigs Alfons des Dreizehnten, der nach dem Umsturz und der vor kurzen: erfolgten Konfiskation des königlichen Vermögens zum nationalen Eigentum erklärt worden war. Der festgesetzte Mindest Preis, mit dem die Versteigerung beginnen soll, ist sehr niedrig. Der Schimmel „Flesh-light", auf dem König Alfons Polo zu spielen pflegte, ist mit 860 Peseten bewertet worden. Die Stute der Königin „Rosmarie" steht in demselben Preis. Die vollblütige Zuchtstute „Zulu" und das Fohlen „Antonio" würde man für 1912 Peseten erwerben können. Auch der Rappen „Imperial", der wiederholt den ersten Preis bei verschiedenen Hürdenrennen einkrachte, ist auf 1800 Peseten geschätzt. Die spanische Währung ist bekanntlich in den letzten Monaten erheblich gesunken. Zurzeit gleichen 100 Peseten etwa 370 Dinar. Die Liebhaber des Pferdesports haben also die Möglichkeit, die Pferde des spanischen Königs zum Durchschnittspreis von 4000 bis 5400 Dinar zu kaufen. Was kostet ein Ohr? Das Gericht in Provence sah sich vor einigen Tagen genötigt, den Preis eines menschlichen Ohres iestzusetzen. Ein gewisser G a r n i e r, der bei einem Notar in Province angestellt war, kehrte am späten Abend nach Hause zurück und wurde von einem vorbeirasenden Automobil umgsvor-fen. Durch die Fenstersplitter des Wagens ist ihm sein linkes Ohr wie mit einem scharfen Messer abgeschnitten worden. Garnier schätzte seinen Verlust auf 200.000 Franken und reichte eine entsprechende Schadenersatzklage ein. Seinen Anspruch be- gründete er damit, daß er durch den Unfall zu lebenslänglichem Junggesellentum verurteilt worden sei. Kein Mädchen würde ihn zum Lebensgefährten wählen, wenn er nicht das verlorene Ohr durch eine materielle Chance auszugleichen vermag. Das Gericht erkannte auf 50.000 Franken Schadenersatz. Ganz aussichtslos sind also die Heivatsaussichten für den jungen Mann nicht. Ein Grab mit Signal Vorrichtung Vor kurzem starb in San Franzisco der Jndustriemagnat Edward Mac P h e r s o n. Sein Testament und die Begleitumstände seiner Beerdigung erregten weit über die Grenzen der kalifornischen Hafenstadt hinaus großes Aufsehen. Vor etwa sechs Jahren hatte sich in der Familie Mac Phersons ein Fall ereignet, der auf ihn einen starken Eindruck machte und für die letzten Jahre seines Lebens von ausschlaggebender Bedeutung geworden war. Eine Cousine Mac Phersons, die als Ingenieur in einer großen Fabrik tätig war, kam während der Arbeit mit einer Starkstromleitung in Berührung. Die Dame brach besinnungslos zusammen. Ter herbeigeeilte Arzt gab sich die größte Mühe, um die Dame mit Hilfe verschiedener Wiederbelebungsversuche zum Bewußtsein zu bringen. Nach zwei Stunden ergebnisloser Anstrengungen konnte er nur noch den eingetretenen Tod feststellen. Nach zwei Tagen sollte die Tote ihren letzten Gang antre-ten. Alle Vorbereitungen für das Begräbnis waren bereits getroffen. Die Leiche lag in einem mit Blumen geschmückten Sarg, und als die Diener sich anschickten, den Dek-kel auf den Sarg zu legen, richtete sich die Tote plötzlich auf. Es stellte sich heraus, daß die Dame nur scheintot war und sich in einem ekstasischen Zustande befunden hatte. Wie durch ein Wunder ist sie vor dem grausigen Schicksal errettet worden, lebendig begraben zu werden. Mac Pherson, der zum Begräbnis seiner Cousine erschienen war, kennte ihre plötzliche Auferstehung mit eigenen Augen beobachten. Das Ereignis machte auf ihn einen solchen niederschmetternden Eindruck, daß er einen Nervenzusammenbruch erlitt und für zwei Monate in einem Krankenhause untergebracht werden mußte. Seit dieser Zeit lastete ständig auf ihm der Alpdruck des Scheintodes. Mac Pherson studierte eifrig medizinische Bücher, die das Problem des Scheintodes und der Lethargie behandelten und stellte zu seiner Ueberra-schung fest, daß die meisten Fälle des Schein todes in Zusammenhang mit Starkstrom sich ereigneten. Darauf entschloß er sich, seine Villa in San Franzisco zu verlassen und in eine andere Wohnung zu ziehen, in der keine einzige Stromleitung vorhanden war. Weder Telephon noch elektrisches Licht ließ er anlegen. Ja sogar die elektrischen Klingeln mußten auf seine Anordnung abgerissen werden. Schon zu jener Zeit verfaßte er sein Testament und übergab es seinem Anwalt zur Aufbewahrung. Er ordnete an, daß in seinem Sarg ein kleiner Signalapparat eingebaut werden solle, damit er die Möglichkeit habe, im Falle eines Scheintodes der Außenwelt ein Zeichen zu geben. Des weiteren bestimmte er, daß zwei Ballons mit Sauerstoff gefüllt in seinen Sarg gelegt werden sollten, die ihm mindestens drei Tage das Atmen ermöglichen könnten, und endlich sollten zwei Diener an seinem Grabe drei Tage Wache stehen. Sie sollten je 100.000 Dinar Belohnung erhalten, wenn es ihnen gelingen würde, den Scheintoten zu retten. Sein ganzes Vermögen vermachte Mac Pherson seiner Cousine. Die anderen Verwandten, die mit leeren Händen ausgingen, legten gegen das Testament Mac Phersons Protest ein. Sie behaupten, das Testament sei ungiltig, da Mac Pherson in den letzten Jahren seines Lebens deutliche Merk male, von Geisteskrankheit gezeigt hätte. Der Roman einer Nonne. Im hoben Alter von 78 Jahren ist in der Provinz Verona die verwitwete Frau Ko-korampas gestorben. Italienische Zeitungen berichten über die seltenen Schicksale der Greisin, die einem Filmroman gleichen. Als Schwester des Ordens der „Frommen Mütter Afrikas" wurde sie vor etwa fünfzig Jahren nach dem Sudan geschickt, um dort in den katholischen Missionsschulen tätig zu sein. Fünf Jahre später, als in jener Gegend die blutige Revolte der Mahdisten ausbrach, war sie Oberin in einem dortigen Kloster. Das Kloster wurde von den Gefolgs leuten des Mahdi erobert, die Nonnen wurden in d. Gefangenschaft abgeführt. Einer d. Führer der Aufständischen, Ali Kokorampas, verliebte sich in die junge und hübsche Obe-rrn und setzte alles daran, sie zu gewinnen. Sie widerstand ihm lange, bis Kokorampas ihr erklärte, es würden alle Schwestern seinen Leuten ausgeliefert werden, wenn sie ihm nicht die Hand reichte. Täte sie es, so würde er selbst für deren Leben einstehen. Da gab die Oberin ihren Widerstand auf, um die Nonnen zu retten. Ali Kokorampas hielt sein Versprechen, die Ehe wurde glücklich. Seine Frau gebar ihm viele Kinder, die im christlichen Glauben erzogen wurden. Sie lebten in ungetrübtem Einvernehmen miteinander, bis Ali Kokorampas vor sechs Jahren starb. Seine Witwe kehrte darauf in ihren Geburtsort zurück, wo sie jetzt, geachtet und geehrt, das Zeitliche gesegnet hat. — —>■:.<*•-------- Sport Abschluß 6er Fußballmeister fchafi Nach der längeren Zwangspause werden nun kommenden Sonntag die Wettkämpfe um die Herbstmeisterschaft zu Ende geführt. Das Abschlußtreffen soll eine Art „Derb:," der zweiten Klasse werden, zumal beide Gegner, „Rapid" und „Svoboda", die aussichtsreichsten Wettbewerber in dieser Konkurrenz sind. Beide Mannschaften lieferten sich schon bisher eine Reihe von aufregenden Wettkämpfen, in denen das Glück wiederholt eine besondere Rolle spielte. Die Schwarzblau en konnten schon seinerzeit gegen „Svoboda" nicht mit voller Kraft losschlagen, was für sie auch im Vorjahre das schlechte Placement in der Meistcrschaftstabelle zur Folge hatte Dagegen führte „Svoboda" oft gerade gegen „Rapid" ein äußerst flottes Spiel vor, daß den „Rapidlern" stets viel zu schaffen gab. Auch für Sonntag geht „Svoboda" mit denselben Chancen ins Finale, wenn auch die schönen Erfolge der Schwarzblauen für einen Sieg ihrer Waffen sprechen. „Rapids" Sieg scheint also kaum gefährdet, doch besitzen die „Svoboda"-Leute genügend Mittel und Fähigkeiten, auch den chancenreichsten Gegner aus dem Konzept zu bringen. Mit der Spielleitung wurde Schiedsrichter Dr. Planinšek betraut. ------ Aus P. Aus dem Bezirksstraßenausschutz. Dieser Tage hat Bürgermeister J e r 8 e auch die Leitung des Bezirksstraßenausschusses übernommen. Da zwei Mitglieder gestorben sind, dürfte die Neuernennung von zwei Vorstandsmitgliedern demnächst erfolgen. An Stelle des nach Koöevje versetzten Straßenmeisters Franz Hribar wurde Blagoje S t a n i § i ö zum Straßenmeister ernannt. Da nun ein Straßenmeister schon längere Zeit krank darniederliegt, stehen für die Stra ßenerhaltung dem Ausschuß kaum zwei Stra ßenmeister zur Verfügung. Bekanntlich ist der Bereich unseres Bezirkes mit 273 Kilometern Banalstraßen und 78 Kilometern sub ventionierter Straßen einer der größten im Staate. Da nach dem Gesetze ein Straßenmeister höchstens 80 Kilometer beaufsichtigen öarj, müßten für unseren Bezirk mindestens vier Meister herangezogen werden. P. In tiefstes Dunkel ist nach wie vor die Mordaffäre von Jablovci gehüllt. Während Leopold Zmigoc bereits dem Mariborer Kreisgericht eingeliefert wurde, wird Janez Drevenšek noch immer beim hiesigen Bezirksgericht einvernommen. Dieser Tage wur de auch die 'Schwägerin des inhaftierten Dre venZek Marie Klaneeek festgenommen, da an ihren Kleidern Blutspuren entdeckt werden konnten. P. Angelo Tarakan in Ptuj. Mit zwei Festvorstellungen im hiesigen Stadttheater wird sich Donnerstag und Freitag (den 10. bzw. 11. d.) der bekannte Illusionist und Ber Wandlungskünstler Angelo T a r a k a n unserer Stadt' verstellen. Tarakan feiert gelegentlich seines hiesigen Auftrittes das 20-jährige Künstlerjubiläum. Das reichhaltige Programm (Okultismus, Mnemotechnik, Illusion, Transformation, Telepathie u. a. m.) verspricht einen vollen Erfolg. p. Messerheld. In Grobišče (Slov. gor.) kam es vorgestern zu einem blutigen Zwischenfall. Die Besitzerssöhne Franz Bezjak und Jakob Voglar waren beim Destillieren von Branntwein beschäftigt, als ihnen hiebei der Alkohol derart in den Kopf stieg, daß sich zwischen Beiden bald ein lauter Wortwechsel entfachte. Voglar zog hiebei schließlich sein Messer aus der Tasche und tagte es seinem Widersacher in den Bauch. Bezjak wurde blutüberströmt auf einen Wagen geschafft und in das hiesige Spital überführt. Aus Eelle c. Der Amtstag der Handels-, Gewerbe» und Jnduftriekammer in Ljubljana für Celje und Umgebung findet Dienstag, den 15. d. von 8 bis 12 Uhr vormittags in den Amtsräumen des Handelsgremiums in Celje, Razlagova ulica 8 (Parterre links), statt. Parteien, die eine Auskunft in Angelegenheiten, dre von der Kammer vertreten werden, erwünschen, mögen zur angegebenen Zeit vorsprechen. c. Großer Erfolg Prof. Halms auf der Volksuniversität. Mittwoch abends sprach im Zeichensaal der Knabenbürgerschule Universitätsprofessor Dr. Halm über seine Wanderungen in Sibirien. Die Zuhörer wurden durch seine interessanten Ausführungen um so mehr überrascht, als Prof. Halm eingangs erzählte, daß er seine Jugend in Celje verbracht habe. Herzlicher Applaus belohn te den Vortragenden für seinen schönen Vortrag. Allgemein wurde der Wunsch ausgedrückt, Prof. Halm noch öfters in Celje zu hören. c. Die Steuerverwaltung verlautbart. Den verschickten Erlagscheinen zur Aufmerksam-machung über die rückständigen Steuern und Umlagen bis zum Ende des Jahres 1931 werben in Kürze Steuermahnungen folgen, die schon mit Mahnungskosten verbunden sein werden und zwar zu 1 Prozent der Schuldsumme oder wenigstens 10 Dinar in jedem Falle. Alle, die mit der Zahlung im Rückstände sind, mögen ihren Verpflichtungen ehestens Nachkommen, um so unliebsamen und unnötigen Kosten aus dem Wegs zu gehen. ----------------- Aus Vamröln v. Abgesagte Gemeindcratssitzung. Ta in letzter Zeit eine Reihe von Gemeinderäten zurückgetreten ist, mußte die angekündigte Voranschlagssitzung des städtischen Gemeinde rates abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. v. Wegen Totschlages wurde vor dem Dreiersenat des hiesigen Kreisgerichtes der 18jährige Besitzersfohn Josef C a p ek aus Gorenca zu 8 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Capek hatte in der Nacht zum 3. Oktober seinen Freund Dragutin Križ nieder-gestochen. v. Das Handelsministerium hat im Sinne der diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen die Ausgabe von Kalendern zu Neu jahr seitens der verboten. Theater mt Kunst 9tationaWf)eater m Maribor Repertoire Donnerstag, den 10. Dezember um 20 Uhr: »Kralj na Betajnovi". Ab. A. Freitag, den 11. Dezember: Geschloffen. Samstag, den 12. Dezember um 20 Uhr: „Der Vogelhändler". Ab. B. Sonntag, den 13. Dezember um 15 Uhr: „Das Land des Lächelns". Um 20 Uhr: „Heirat". Premiere. Kino Burg-Tonkino. Heute, Donnerstag, auf allgemeines Verlangen zum letzten Mal: „Viktoria und Ihr Husar". Ab Freitag ge* langt der deutsche Großtonfilm: „Mensch^" hinter Gittern". Ein erstklassiger Spreche film mit Heinrich George, Dita Parlo, Gustav Dies! und Paul Morgan in den Haup^ rollen. Nnion-Tonkino: Freitag letzter Tag: „Salto Mortale". Ab Samstag die gelun-gendste deutsche Militäroperette ^Liebes-kommando". Ein herrlicher lustiger Fst aus der Schulzeit der ehemaligen Genera^ Die neuesten modernsten Schlager. Haas. Gustav Fröhlich und Tibor von -v mgb in den Hauptrollen. ^rmtsg, oen TI. DszemVer 1931'. Lokale C .Mariborer Zeitung" Numimer 931. 22HS2i£ä£- ■«*—— Dcnnerstag. den 10. Dezember Bluttaten und kein Ende Wie soll der sittlichen Verrohung am Lande gesteuert werden? Die Verrohung auf dem Lande kennt keine Grenzen mehr. Es vergeht kein Tag, an den: sich' nicht die Behörden mit dieser oder jener Bluttat zu beschäftigen hätten. Messer und Zaunlatten sind die beliebtesten Requisiten, um Rache und Sühne zu üben. Die Verrohung geht schon so weit, daß Freunde von gestern über Nacht zu Mördern werden Die Behörden stehen dieser Schande machtlos gegenüber. Die Abschreckungstheorie konnte trotz der drakonischen Strafen nicht den gewünschten Erfolg zeitigen. Geistlichkeit, Lehrer und Funktionäre kultureller Institutionen müßten ihren Wirkungskreis in dieser Richtung erweitern, um diesem Ueber-handnehmen Schranken zu setzen. 'Selbstverständlich müßten sie auch seitens der Gastwirte auf dem Lande tatkräftigst unterstützt werden, da gerade auf den übermäßigen Alkoholgenuß der Großteil der Bluttaten zu-rückzuführen ist. In welcher rohen, unmenschlichen Weise die Bluttaten ausgeführt werden, beweist nun wieder einmal der blutige Zwischenfall, der sich auf der Straße zwischen Ncktia vas und Stojnci bei Ptuj abgespielt hat. Der 28jährige Besitzerssohn Anton Tom a ž i č ging ruhig des Wegs dahin, als er plötzlich ohne Grund von mehreren Burschen angehalten wurde. Ohne irgendwelchen Grund fielen die Rohlinge über ihn her und schlugen mit Stöcken und Latten solange auf ihn los, bis er mit zertrümmertem Schädel leblos zusammenbrach. Die Angreifer ließen P t u j, 9. Dezember. Horvat, der an Ort und Stelle verschied-mitten auf der Straße liegen. Die Gendarmerie leitete sofort eine Untersuchung ein u. nahm im Laufe des nächsten Tages mehrere Burschen und zwar den 19jährigen Anton Petrovič, den 18jährigen Johann Tomažič, den 22jährigen Franz Petrovič und den 19-jährigen Martin Solina unter dem Verdacht der Täterschaft fest. Auf ähnliche Weise mußte, auch in Lokič ein junger Besitzerssohn sein Leben lassen. Der Besitzerssohn Horvat Franz aus Trnova begab sich spätabends heimwärts. Etwa 100 Meter vor der Ortschaft Ločič angelangt, begab sich Horvat in einen Obstgarten. Plötzlich sprang in der Dunkelheit ein Mann auf ihn zu, wobei auch ein Schuß krachte. Horvat riß im selben Moment eine lockere Zaunlatte los und versetzte dem Unbekannten mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf. Am nächsten Morgen wurde der Unbekannte, es war dies der 32jährige Besitzerssohn Franz Pichler, tot aufgefunden. Wie die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, herrschte zwischen Beiden schon längere Zeit eine Feindschaft. Eine dritte Bluttat wurde in Zt. Vid verübt. Dort fuhren sich die Besitzerssöhne Ivan Junger und Jožef M a r o h in die Haare. Letzterer erhielt hiebei einen schweren Stich in die Bauchgegend, sodaß er blutüberströmt zusammenbrach. Trotz sofortiger Hilfeleistung wird an seinem Aufkommen gezweiselt. Beim Schmuggeln erschossen In nächster Nähe des Kirchleins Sv. Duh na Ostrem vrhu kam es in der Nacht zum Mittwoch zu einer aufregenden Schießerei. Eine Finanzpätrouille stieß auf mehrere Schmuggler, die sich trotz der Haltrufe den Organen nicht stellen wollten, sondern flüchteten. Da auch bald darauf mehrere Revolverschüsse krachten, waren die Finanzer gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Während vier Schmuggler im Dunkel der Nacht entkommen konnten, blieb das fünfte Mitglied der Bande tödlich getroffen cm Rasen liegen. Die Identität des erschossenen Mannes konnte noch nicht festgesteüt werden. m. Trauung. In Prag wurde dieser Tage Dr. Hans Graf von Z e d w i tz mit Frl. Maria K r a j c e r, einer Tochter des hier im Ruhestande lebenden Polizeibeamten Herrn Josef Krajcer, getraut. Dem Neuvermählten Paar unsere herzlichsten Glückwünsche! m. Das Amtsblatt für das Draubanat veröffentlicht in seiner Nummer 76 das neue Gewerbegesetz und in der Nummer 77 u. a-den Bericht des Hmchtwahlausschusses über die Skupschtinawahlen, das Gesetz über die Senatswahlen sowie die Verordnung über di° Bediensteten der Straf- und ähnlichen Anstalten und neue Fernsprechverbindungen mit dem Ausland. m. Ein Juaendchcr aus Trbovlje wird am Sonntag um 11 Uhr im Union- saal ein Konzert geben. 110 Bevgwerksarbeiterkinder werden mit dem Dirigenten Lehrer 8 u l i-g o j eine eigenartige Gäsangsvollkommen-heit zeigen, die an die Wiener Längerkna-ben und an den Bakules-Kinderchor in Prag erinnert. Der Ehor hat in Ljubljana und in Celje bewiesen, daß er als musikpädagogi-sches Phänomen die schönsten und neuesten Kunstlieder ohne Schwierigkeiten wohlemp-funden vorträgt. Karten bei BriZnik und Höser zu billigen Preisen. m. Ernst Frankl nach Graz überführt. Maschinenmeister Ernst Frankl wurde noch im Laufe des gestrigen Vormittags von der hiesigen Rettungsabteilung ins Landeskrankenhaus nach Graz überführt. Das Unglück ereignete sich bei einer sog. Planeta-Druck'maschine. Frankl, der als verläßlicher Und guter Arbeiter bekannt war, wollte den Druckzylinder reinigen, wurde hiebei aber erfaßt und zwischen den Zylinder und die Schutzwand gepreßt. Der Unterarm wurde hiebei an mehreren Stellen gebrochen und völlig zerfleischt, so daß auch für diesen Arm die größte Gefahr besteht. m. Weidmänner und Freunde der grünen Gilde beteiligt euch heute, Donnerstag um 20 Uhr vollzählig an der im Jagdzimmer des Hotels „Drei" stattfindenden Zehnjahr-feier der Filiale Maribor des Slowenischen Jagdvereines! m. Appell an die Fachorganisationen. Zwecks gemeinsamer Aussprache finden sich morgen, Freitag, den 11. d. um 20 Uhr alle Vertreter der vereinigten Fachorganisationen im Saal der Anschaffungsgeiiofsenschaft der Staatsbediensteten am RotvvLki trg ein. Am Programm sind die Vorbereitungsarbei ten für die große Versammlung, die Montag, den 14. d. im Union-Saal stattfindet. Die Teilnahme' ist für Delegierte aller Organisationen obligatorisch, weshalb auch keine Einladungen versandt werden. m. Ucber den Winterzauber in unsere» Bergen spricht Dienstag, den 15. d. an einem Vortragsabend der Wintersportsektion des Slowenischen Alpenvereines unser heimische Meisterphotograph Herr Vlado C i-z e l j. Der Vortragende wird uns an Hand einer Reihe von prächtigen Winterausnahmen aufschlußreiche Mitteilungen'über seine Touren in die Sanntaler Alpen, über den Bachern und in das Schneebereich der Juli« machen. Der Vortrag findet um 20 Uhr im Saal der „Zadružna gospodarska banka" statt. m. Heber die gegenwärtigen Lebensverhältnisse in Rußland spricht Freitag, den 11. d. in der Mariborer Volksunrrer-sität der ehemalige Universitätsprofessor in Irkutsk, Dr. H a l nt. Der Vortragende wird in Fortsetzung seiner vorjährigen Schilderungen über Rußland alle wichtigen Fragen betreffend die soziale Neuordnung und Auswirkung der allgemeinen Krise berühren und über die faktischen gegenwärtigen Lebensverhältnisse in Rußland Aufschluß geben. Auch diesen Vortrag werden zahlreiche skioptische Aufnahmen begleiten. Der Kartenvorverkauf findet ab Donnerstag in den Geschäften Hofer und Brišnik statt. Der Bortrag wird in d e u t s ch e r Sprache gehalten. m. Nachtrag. In der Operettenaufführung des Männergesangvereines wurde die Rolle des Dieners nicht, wie in Programm und in unserem Referate angegeben, von Herrn Schramm, sondern von Herrn Fischbach dargestellt. m. In memoriam Frau Marie Domicelj. Es wird uns geschrieben: In Frau Marie Domicelj, die am vorigen Sonntag hier zu Grabe getragen wurde, erlosch ein selten mildtätiges Frauenherz. In unserer Stadt, die ihre Wahlheimat wurde, ist da-1 von wenig bekannt, hingegen hatte die Verstorbene in Adelsbevg, ihrer eigentlichen Heimat, auf sozial-charitativem Gebiet so viel Gutes gestiftet und so viele kaufende von Tränen getrocknet, daß man dort heute noch an die edle Frau denken mag, die in nachsaltigster Befolgiimg der Gesetze der christlichen Nächstenliebe keine Mühewaltung scheute und die kranken Armen in ihren Behausungen aufsuchte, ihre eigenen Kinder zu solchen Werken verhielt und ruch sonst in der charitativen Hilfsbereitschaft ein Muster und Beispiel ihren Zeitgenossinnen gab. Ehre ihrem Angedenken! m. Männergesangverein. Freitag, den 11. d. M. wichtige Ausschutzsitzung. Die Voll-proben beginnen mit Dienstag, den 15. d. — Die Bereinsleitung. m. Der Mariborer Museumverein hielt in den Räumlichkeiten des Museumvereines in Ptuj seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Im Rahmen der Versammlung hielt Konservator Dr. S t e l e aus Ljubljana einen interessanten Vortrag über die Geschichte von Ptuj mit besonderer Rück sicht auf das ehemalige Dominikanerkloster. Den Vorsitz der Versammlung führte unser unermüdliche Forscher Prälat Dr. K o v a-Ö i č. nt. Autobrnad. Gestern nachmittags wurde in den Autogaragen in der F ranču kanska ulica ein großes Personenauto des Fabrikanten Seßler aus Sladki vrh ausgebessert. Ehe man etwas dagegen unternehmen konnte, explodierte der Benzinbehälter, so daß der Wagen bis aus das Eisengestell niederbrannte. Ter Schaden beläuft sich auf etwa 70.000 Dinar. m. Die Ausstellung des Künstlerklubs „Brazda" im kleinen Union-Saal bleibt nicht, wie gestern irrtümlich berichtet, bis zum 11. d., sondern bis zum 19. Dezember geöffnet. m. Durch flüssiges Karbid verbrannt. Der Arbeiter Georg H alo ž a n hantierte in den Stickstosfwerken in Ruse gestern mit einem mit flüssigem Karbid gefüllten Hunt derart unvorsichtig, daß sich plötzlich die glühende Masse auf ihn ergoß. Haložan, der dadurch entsetzliche Brandwunden erlitt, wurde in das hiesige Krankenhaus über- m. Fahrraddiebstahl. Aus dem Hausflur der „Zadružno gospodarska banka" wurde gestern vormittags dem Weinhändler Franz G it i l s e k ein Blanchi-Rad Nr. 06.701 gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt! m. Unfall des städtischen Autobusses. Am Grajski trg erlitt gestern der städtische Auto bus 2-507 eitlen Unfall. Aus unbekannter. Ursache brach das linke rückwärtige Rad. Der Chauffeur konnte den Wagen sofort an-hälten und die Panne bald beheben. m. Danksagung. Der Unterstützungsverein für arme Schulkinder spricht auf diesem Wege allen hochherzigen Spendern sowie allen, die auf irgendwelche Weise zum Gelingen des heurigen. Weihnachtsbazars 'beigetragen haben, den innigsten Dank aus. Bedauerlicherweise 'stand auch der Weihnachtsbazar im Zeichen der allgemeinen Wirt, schaftsnot, die die Zahl der unterstützungsbedürftigen Kinder beträchtlich erhöhte. m. Wetterbericht vom 10. Dezember, 8 Uhr: Feuchtigkeitsmesser —4, Barometerstand 746, Temperatur —1, Windrichtung WO, Bewölkung teilweise, Mederschlag —. m. Erhört die Weihnachtsbitte der kinderreichen Familie eines mittellosen Invaliden, der außerhalb der Stadt wohnt und daher von der städtischen Nothilfsaktion ausgeschlossen ist! Kleinere Spenden in unverderblichen Lebensmitteln und Geld für diese bedauernswerte, wirklich unterstützungswür-dige notleidende Familie nimmt die Redaktion der „Mariborer Zeitung" entgegen. * „Plzenski dvor (A. Senica) heute, Donnerstag Wildhasen mit Knödeln, Portton 8 Dinar. Echter Schmitzbergerwein. 158311 * Bekanntgabe. Die dipl. Hebamme Marie P e n š e k, Tržaška cesta 65, erhielt neuerdings die behördliche Bewilligung zur Ausübung ihres Berufes und empfiehlt sich wärmstens. 15829 ©eitere Scke Grund. Wanda weinte: „Immer hackst du auf meiner Mutter herum! Immer schimpfst du aüf sie. Was hast du ihr denn vorzuwerfen?" — Paul brummte: „Dich!" Der gewiegte Käufer. „Ich möchte ein hübsches Klavierstück haben!" — »Bebaure, wir verkaufen nur ganze Klaviere!" Ausstellung öesRÄnftler-klubs „Bmzöa" (Kleiner Union-Saal.) Acht heimische slowenische Künstler stellen im Rahmen des neu gegründeten Klubs „B razda" im kleinen Union-Saale einen Teil ihrer Werke aus: Viktor Cotič, Anton G v a j c, Karl J i r a k, Ivan K o s, Janez Meža n, Franz Ravnikar, Albert S i r k und Ante Trstenjak. Die Fruchtschale dieser Kunstschau droht nicht zu bersten unter der Last stürmisch kredenzt«, von einer großstädtischen Kritik etwa umstrittener Gaben. Nein, das ist es allerdings nicht. Es ist eine bescheidene, für das innerliche Wollen und schöpferische Können unserer anspruch-losen lokalen Künstlergilde aber umso bedeutendere Ausstellung, die gewisse Etappenfortschritte aufzeigt und auch für die augenblickliche Anschauungsweise der ausstellenden Künstler als symptomatisch aufgefaßt werden kann. Unzweifelhaft die stärkste Begabung offenbart Ante Trstenjak. Was Trstenjak ausstellt, ist rahmensprengend, zeigt den Blick in die Welt, den Einfluß großer Franzosen, eine meisterliche Technik und Beherrschung der Kontraste. Seine beiden Herbstbilder bilden das Beste, was geboten wird. Ein Kinderporträt zeigt die reife, erkämpfte Porträtierkunst. Albert Sirk überraschte unser kunstfreudiges Publikum mit seiner starken, individuellen Note, die in mazedonischen Motiven namentlich voll zum Ausdruck kommt. Sirk schwelgt in Farben, man fühlt aus seinen Bildern die starke Intuition, gepaart mit feinster Beobachtungsgabe unwillkürlich auf sich einwirken. Dieser Entwicklungsweg geht unzweifelhaft hinan. Karl J itak stellte sich leider nur mit drei Werken vor, ein Homo novum für unser? Stadt, aber ebenfalls ein viel versprechendes, stofflich und kompositiv in seiner Eigenart der Auffassung hervortretendes Talent. „Der Blinde" (Del) offenbart ein hohes Niveau in Komposition und Durcharbeitung. Bemerkenswerte Fortschritte verzeichnet in seinen Arbeiten Janez Meža n, der namentlich in Aquarelltechnik eine ganz neue Beherrschung der Farbe zu zeigen vermag. Er zählt zu denjenigen aus dieser Mitte, die noch viel versprechen. Ivan K o s hat viel ausgestellt, es scheint jedoch, daß er sich, bei aller Achtung vor sei- ner künstlerischen Neigung, noch immer nicht definitiv — was man hier eben unter Difi-nitivum verstehen soll — festgelegt hat. Einige Motive sind anspruchsvoll zu nennen, eines der besten Schöpfungen bleibt dennoch das Aquarellporträt. Anton G v a j c präsentiert sich immer gleich. Seine glühende Verehrung für das De tail manifestiert sich sowohl in seinen Stilleben als auch Landschaften. Gvajc zählt zu denjenigen, die eine gewisse Tradition unbekümmert um die Schlagschatten neuzeitlicher Manieren Pflegen, ein Meister der Nuancierungskunst, Schöpfer romantischer Stimmungen und Liebhaber des Stillebens. Viktor Cotič liebt wiederum die Berge. Das ist seine stärkste Seite. Man weiß nicht, wie die biblische Studie, die er ausstellt, zu feinem hauptsächlichen Werk sich verhält. Es wäre besser, er bliebe bei der ihm eigenen, reizvollen Darstellungsmanier, der man seine intim erlauschten Bachern- und Alpenbilder verdankt. Die Ausstellung ist ein kleiner aber würdiger Auftakt. ' G. Ravnikar s Denkmalentwurf (König Peer 1.) spricht etwas für sich, aber ein Werk genügt nicht, um urteilen zu können. „MavWorer seuuug" Nummer 331. ■jfHBHi Freitag, Den II. Dezember 1331. ■über« an ■ Wirtschaftliche Rundschau Steuerentrichtuug ein 25% iger Nachlaß gewährt werden. Parteien, die ihren Verpflichtungen nicht rechtzeitig Nachkommen, verlieren die Begünstigung der pauschallierten Ber zehrungssteuer und haben überdies 10% des Betrages als Zuschlag zu erlegen. Die Verzehrungssteuer wird in den nächsten Jahren um 25% für jene Steuerpflichtigen herabgesetzt, die zwecks Pauschallierung der Abgabe die Anmeldung und Steuerentrichtung rechtzeitig vorgenommen haben. Besteuerung der Autoreifen Banalverzehrungssteuer auf Pneumatiks — Begünstigung für rechtzeitige Steuerentrichtung Die Banalverwaltung gab besondere Anleitungen für die Einhebung der Banalverzehrungssteuer auf Pneumatiks von Motorfahrzeugen heraus, deren wichtigste Bestimmungen lauten: Von dieser Verzehrungssteuer sind alle Pneumatiks und Vollgummireifen von Automobilen und Motorrädern betroffen, die im Sinne des einschlägigen Reglements der Entrichtung der Banalsteuer auf Motorfuhrwerke unterliegen, wie auch die Reservereifen. Befreit von dieser Abgabe sind jene Motorfahrzeuge, die die Banalsteuer nicht zu entrichten brauchen. Die Steuer kann je nach dem Gewicht des Reifens oder pauschalliert erlegt werden. Wühlt man die erste Entrichtungsart, so ist die Verzehrungssteuer vor Gebrauch des Reifens im Betrage von 25 Dinar für jedes Kilogramm derselben zu erlegen. Zu diesem Zwecke sind die Reifen der Bezirkshauptmann schaft (Polizei) zur Abstempelung vorzulegen. Ist die Abstempelung vor Gebrauch der Reifen nicht möglich, so ist sie binnen 8 Tagen nach Behebung des Hindernisses nachzuholen. Im zweiten Falle sind die Reifen bis Ende April eines jeden Jahres oder binnen Monatsfrist nach Anschaffung des Motorfahrzeuges anzumelden, wobei die Verzehrungssteuer zu entrichten und die Bestätigung stets mitzuführen ist. Die pauschallierte Verzehrungssteuer beträgt für Motorräder jährlich 100, für Personenautos 500, für Lastautos bis 1000 kg Eigengewicht, 800 und bis 1500 kg 1200, für die übrigen Lastwagen sowie Autobusse und Anhängewagen mit vier Rädern 2200, für solche mit zwei Rädern und für Traktoren dagegen 1000 Dinar. Für während des Jahres angeschafftc Reifen bzw. Fahrzeuge wird die Verzehrungssteuer entsprechend herabgesetzt, wobei jedes begonnene Vierteljahr als voll angesehen wird. Für das Budgetjahr 1981/32 sind die Anmeldungen, soweit dies noch nicht geschehen sein sollte, bis Ende Dezember vorzunehmen. Jene Steuerpflichtigen, die für das Jahr 1931/32 die pauschallierte Verzehrungssteuer nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht anmelden und entrichten sollten, haben bis 31. Jänner 1932 an dem noch zu bestimmenden Tag alle im Gebrauch befindlichen Reifen, wie auch Reservereifen zwecks Abstempelung und Steuerentrichtung vorzulegen. Als Vergütung für die Abnützung der vor dem l. April 1931 angeschafften Pneumatiks kann bei der Jugoslawischer Gparkassenverbanb Im Sinne eines vor einigen Monaten gefaßten Beschlusses, fand Dienstag in Zagreb die gründende Generalversammlung des Ber bandes der Selbstverwaltungssparkassen des Königreiches Jugoslawien statt. Zweck dieser Organisation ist die bessere Wahrung der Interessen unserer regulativen Sparkassen. Ihr Sitz ist in Zagreb. Eine Sonderstellung zur Frage des Zusammenschlusses der Selbstverwaltungssparkassen nehmen die einschlägigen Geldinstitute im Draubanat ein, die bereits im Verbände der jugoslawischen Sparkassen in Ljubljana organisiert sind und deren Zahl sich auf 29 beläuft. Verschiedene' Gründe sprechen dafür,- daß die bisherige Organisation des Draubanats beibehalten wird. Deshalb sind die regulativen Sparkassen im Draubanat nur mittelbar Mitglieder der neuen Ver bandszentrale, Da der Ljubljanaer Verband als solcher der neuen Organisation als Mitglied beigetreten ist. Von den 57 Selbstverwaltungssparkassen Jugoslawiens sind gegen wärtig 45 direkt oder indirekt im neuen Zentralverband organisiert. X Der Staat kauft Silbermünzen. Unlängst erschien ein Gesetz, auf Grund dessen der Staat Silbermünzen zu 10 und 20 Dinar prägen und in Verkehr bringen wird. Jni Sinne des Gesetzes über die Nationalbank, hat der Staat das Recht, den Silberbestand der Emissionsbank, der sich gegenwärtig auf rund 33 Millionen Dinar beläuft und zur Notendeckung nicht verwendet wird, aufzukaufen. Der Staat hat nun diesen Silberbestand erworben und wird denselben zur Prägung der Münzen verwenden. Da jedoch dieser Vorrat nicht ansreicht, wird jetzt durch die Nationalbank und deren Filialen von der Bevölkerung verschiedenes Sil bergeld zum Tagespreis des Silbers als Me tall aufgekauft. In Betracht kommen Münzen der Vorkriegsprägung, u. zw. serbische Dinare, P-rper, österreichisch-ungarische Kro nen und Gulden, Maria-Theresia-Taler, Franken, Lire, Drachmen, Lei und Lewa. Sollte auch die von der Bevölkerung zum Kauf angebotene Münzenmenge zur Prägung von neuem Silbergeld im Betrage von zusammen 450 Millionen Dinar nicht ausreichen, wird der Staat die restliche Silbermengen im Ausland beschaffen. X 1%'m Umsatzsteuer auf Most. Da nach dem Verzehrungssteuerreglement Weinmost bis zum 20. November nicht als Wein angesehen werden kann und deshalb auch nicht mit dieser Steuer belegt werden kann und außerdem auch nicht der Entrichtung der gemeinsamen Umsatzsteuer unterliegt, traf das Finanzministerium die Verfügung, daß die Finanzkontrollen den Ausschank von Most genau zu überwachen und festzustellen haken. Auf Grund des erfaßten Ausschankes wird dann die.gewöhnliche Warenumsatzsteuer in der Höhe von 1% bemessen. X Für eine Markentwertung um 20%. In der letzten Zeit befaßt man sich in Deutschland ernstlich mit der Absicht, die Goldwährung des Reichsmark abzuschaffen, wie dies in England mit dem Pfund der Fall ist. Man rechnet damit, daß auf kiese Weise die Ausfuhr bedeutend steigern wird, wodurch es möglich wäre, die Arbeitslosen-ziffer, die bereits 5 Millionen überschritten hat, merklich herabzusetzen. Andere erheben jedoch ihre Stimme gegen die Devalvation der Mark und führen stichhältige Gründe für ihren Standpunkt an. So meinen sie, es sei nicht abzusehen, ob die Mark wirklich nur um 20% entwertet wird, da ja das englische Pfund, das künstlich um 20% herabgesetzt worden war, in letzter Zeit kaum noch 70% seines Nominalwertes aufweist. Auch lauten die meisten Auslandsschulden auf Goldmark, was eine künstliche Entwertung der Währung illusorisch mache. X Wieder normaler Geldverkehr bei der Postsparkasse. Infolge der großen Einlagebehebungen bei der jugoslawischen Postsparkasse im September, sah sich die Anstalt ähnlich wie die übrigen Geldinstitute, gezwungen, gewisse Beschränkungen im Beheben der Einlagen, anzuordnen, um das Institut nicht in Gefahr zu bringen. Seitdem haben sich die Einleger bedeutend beruhigt, sodaß die Einlagen fortwährend steigen und Ende No-wember bereits die beträchtliche Höhe von 313.9 Millionen Dinar erreicht haben. Auf Grund dessen hat die Anstalt die Einengung im Goldverkehr wieder abgebaut, sodaß die Einlagen bei der Postsparkasse wieder normal behoben werden können. Naöio Freitag, 11. Dezember. Ljubljana, 12.15 und 13: Reproduzierte Musik. — 17.30: Salonguintett. 20.30: Uvbertragung aus Beograd. — Beograd, 22.20: Abendkonzert. — Wien, 17: Fünf» Uhr-Tanztee. — 20.45: Märchengestalten in der Musik. — 22.30: Tanzmusik. — Mühlacker, 19.45: Militärmusik. — 21.30: Bunter Abend. — 22.40: Tanzmusik _ Toulouse, 21.30: Militärkonzert. _ 22: Klassische Musik. — 22.45: Jazz. — 24.30: Sympho-nieorchester. — Bukarest, 20: Opernabend. — Rom, 21: Qperettenabend Dazwischen | Kunstplauberei. _ - Langenberg. 21.06: Kam-! mermusik. — Bis 24: Nachtmusik. _ Prag, j 20.10: Blaskonzert. — 21.05: Populäres Konzert. — Mailand, 21.25: Kammermusik. — Budapest, 19.10: Orchestermusik. — 21.50: Zigeunerkapelle. — Warschau, 20: Musikalische Plauderei. — 20.15: Symphoniekonzert. — 23: Tanzmusik. _ Daventry, 21: Opern-arten. — 23.50: Tanz und Moderne Musil. Mr die Küche H. Suppe von Bohnen und Äpfeln. Weiße Bohnen werden ausgelesen, gewaschen, mit kaltem Wasser aufs Feuer gestellt, langsam | weich gekocht; allsdann gießt man das Wasser ab, gießt nochmals kochendes Wasser dar auf, gibt geschälte, in Vk geschnittene Aepfel dazu und kocht sie dann vollends weich. Jetzt schlägt man beides zusammen durch fügt ein Glas Weißwein, Zucker und Salz . dazu und läßt, sollte die Suppe noch nicht | sämig genug sein, etwas in Wasser aufge» : löstes Kartoffelmehl mit durchkochen. | H. Linsensuppe mit Bratwurst. Die ver- i lesenen, gewaschenen und mit kaltem Wasser I aufs Feuer gestellten Linsen werden, sobald j sie recht weich sind, durch ein feines Sieb I gestrichen. Bratwurst (für 6 Personen % kg) ‘ bratet man in reichlich Butter schön braun, i legt sie aus der Pfanne und schwitzt in der zurückgelassenen Butter einige Löffel Mehl, i gibt dies mit soviel Wasser, als man Suppe I nötig hat, zu den Linsen, schmeckt die Suppe | mit Salz und eine Prise Pfeffer ab, läßt sie ; noch V\ Stunde kochen und richtet sie, nackte | dem man noch 1 Löffel Flei'chertrakt dazu-■ gegeben hat, über die in Scheiben geschulte | tene Bratwurst. hei Kranzahlflsen. Vergleichen und ähnlichen Anlässen ler Anfltuherkulosenllga Io Marlbor! Feuilleton Mescalin Bon Draga Nitsche-Hegedu8!6. (Schluß.) Als er sie wiedersah, mußte er seine ganze Kraft zuswmmennohmen. Stumm hielt er ihr das seltsame Gift entgegen. In ihr Auf-jubeln herein sagte er ihr seine Aengsten. „In Mesclain ruht die große Wahrheit, es entkleidet Dich, es raubt Dir jede Verstellungskunst, es legt Deine tiefsten Geheimnisse blos — begreifst Du, welche Konseguen zen sich daraus für uns ergeben?" Aber Dora bettelte: „.Ich habe mit solcher Ungeduld darauf gewartet — nun will ich Dir zu Deinem Ruhm verhelfen." Trotz aller Not mußte er lächeln. Sie sprach wie eine Frau, die liebt. Er fühlte ihr Haar auf seiner Wange. Und als er sie küssen wollte, entzog sie sich ihm. „Kommst Du??" fragte sie mit ihrem fernen Lächeln. „Ich komme!" antwortete er entschlossen. * Rubinrotes Licht ans einer verhängten Lampe lullte alles in einen weichen Schimmer. Dora lag langausgestreckt auf einem Ruhebett und beantwortete die besorgten Fragen mit einem Lächeln. „Der Puls ist normal", sagte Morbins und beide Männer setzten sich wieder an den Tisch. Es war vollkommen still. . „Immerhin ist es möglich, daß das Salz nicht, wirkt", flüsterte Morbius und fühlte dabei eine Erleichterung. In dem Augenblick kam vom Ruhebett her ein schwacher Laut. Die beiden Männer sahen sich bedeutungsvoll an. Steigende Erregung ließ sie erzittern. „Mir ist so kalt", klagte Dora, „und meine Glieder wenden so lang, als würden sie sich von mir lostrennen." Plötzlich schnellt sie empor: „Laßt mich fort — ich habe solche Angst!" „Die Symptome", rannte Morbius. Instinktiv kehrte mit den Pflichten seines Berufes seine Fassung wieder. Mit der Energie des Arztes legte er die Arme unter Doras Nacken. Na chkurzem Kampf sank ihr Kopf zurück. „Vergessen . . ." stammelte sie mit versagenden Lippen — „vergessen . . ." Das Gift hatte schon seine wundervollen, träumerischen Hände nach ihren Nerven und Sinnen ausgestreckt. Die Erregung flaute ab, die Angst erlosch, Ruhe strömte über ihren Körper. „Bon wem träumst Du?" fragte ©romanu lauernd. Wie im Schlaf öffnete sich der rote Frauenmund, die Lippen formten stumme Worte. „Ich weiß es nun bestimmt, daß ich immer nur ihn geliebt habe — ich sehe jetzt alles so klar — alle anderen waren fremd für mich ..." Gromairn erhob sich drohend. „Ten Namen!" ächzte er, „sage den Namen!" .Morbius fühlte, wie sich die Haare auf seinem Kopte sträubten, seine Handflächen brannten wie Feuer. Irgendwo ganz in der Nähe tickte eine Uhr, die schicksalsschweren Sekunden an-ezigend. Sonst herrschte eine fürchterliche Stille. Da 'warf Dora die Arme in die Luft. Ein leiser Laut der Sehnsucht entfloh ihren Lippen und schnell, als wollte sie sich von ihrem Geheimnis befreien, rief sie: „Pomado!" Es klang wie der Ruf eines Blinden, der das Augenlicht wiederfindet. Morbius wurde bleich. Alles war so ungeheuerlich, so überraschend, daß er es nicht gleich fassen konnte. Aber Gromann stürzte sich mit einer Wut, aus der in jeder Sekunde der Blitzstrahl des Mordes zünden konnte, auf seine Frau. „Halten Sie ein!" Morbius war mit einem Satz bei ihm und wies auf Doras Antlitz, das weich und aufgeschlossen war, wie nie vorher. Er legte seine Hand auf ihr Haar. „Erzählen Sie!" gebot er ihr. Dora saß mit hochgezogenen Augenbrauen und lächelte wie aus einen beglückenden Erlebnis heraus. „Wir sitzen auf der wistariaumrankten Veranda im Lichte der silbernen Laternen", flüsterte sie geheimnisvoll. „Die Jristciche schimmern, von fern klingt der Temvelgong und hinter den Hügeln von Nagasaki fchwin det die Sonne." Ihre Stimme wurde leidenschaftlicher. „O, Pomado, Geliebter, die Zikaden zirpen und der Abendwind weht durch die Shojis. Nimm die Nadeln aus meinem Haar!" Während sie die Falten ihres Kleides ordnete, plauder te sie in heiterer Erregung: „Schön will ich sein, wie der Mond, wenn er im vollen Lichte badet und die Leuchtkäfer wie glühende Tropfen sind. Ich liebe dich, Pomado ich liebe dich . . ." „Was soll das?" stotterte Gromann. Er hatte erst jetzt die Sprache wieder gefunden. Aber Morbius antwortete nicht. In einer Spannung, die ihm den Atem kürzte, fing er die Zärtlichkeiten auf, die einem Unbekann ten galten. In dieser Stunde verwünschte er den mit allen Fasern ersehnten Erfolg. Endlink sank Dora zurück. Wie eine Maske fiel es über sie. „Die Wirkung des Mescalin ist zu Ende." sagte Morbius. „Uud wie erklären Sie die Vorgänge?" „Kann man das Geheimnis der Unendlichkeit erklären?" gab Morbius zurück. „Mescalin hat die Seele vom Körper gelöst und ihr die Fähigkeit verliehen, dahin zu gehen, wo ihre Sehnsucht wohnt. Frau Dora hat sich zurückgeträumt, in eine dunkelferne Zeit, da sie eine andere war und Pomado ihre Ergänzung. Mescalin hat die Pforten der Vergangenheit aufgebrochen u. das verborgene Ich des Wesens gezeigt". „Bleibt ihr eine Erinnerung daran?" woll te Gromann wissen. „Verwischt. Wie ein Traumerlebnis etwa. Jedenfalls" — und ein müdes Lächeln teilte Morbius Lippen: „Ist Ihnen Ihre Frau in diesem Leben vollkommen treu." „Ich danke Ihnen!" Aus den mit Angst er füllten Augen Gromans brach ein Strah der Erlösung. „Nun will ich dafür sorgen, daß Sie ein berühmter Mann werden", versprach er feierlich. ' . Morbius verbeugte sich. Man konnte P Gesicht nicht sehen, als er sagte: „Mir ist nichts daran gelegen. Ich will rolL der nach Mexiko zurück". " Dann wandte m sich rateb nur Türe. ? ' t ., tj -'», Z;W iz < j 1 V.' ' . »tli. - FrsMg, Sfftt IT. DHKtDer ?S51V KiOBdi (»üDtflmrowr 3CTrmwr wunwcr nsrr Wasser — wohin das Auge blickt schottis der stellenweise nur noch der Bahndamm herausragt. Das Ende zweier berühmter Tiere London, Anfang Dezember Zwei der berühmtesten Tiere sind soeben gestorben: die Angorakatze Mitzi der Miß Maud Kain und der Foxterrier des großen Musikers Fritz Kreisler. Sie haken beide eine /besondere Rolle gespielt für sich und vor allem aber in ihren Beziehungen zu den Menschen, die sich ihre Herren nannten. Erzählen wir erst einmal von der Katze, die die reichste der Welt gewesen ist, und die in Kalifornien in San Gabriel an gebrochenen! Herzen gestorben ist! Ihr Herz brach vor Trauer wegen des Todes ihrer- Herrin, der Miß Maud Cain, die vor knapp einem Monat das Zeitliche segnete. Mitzi 'hatte offenbar auch das Testament nicht »erstanden, das man. in ihrer Gegenwart eröffnete und vorlas und aus dem hervorgings daß Mitzi von der Miß Maud Cain'das große luxuriöse Haus im Werte von 100.000 Dollar erbte und außerdem einen Unterhaltsfonds von 80.000 Dollar pgeschrieben erhielt. Ferner enthielt dieses Testament be- sondere Bestimmungen, die sich darauf bezogen, daß Mitzi nicht nur stets aus das allerbeste behandelt werden müsse, sondern auch.Anspruch auf eine Gouvernante habe. Man hat Mitzi aut alle Arten und Weisen zu trösten versucht. Die Angorakatze blieb nach dem Ableben der Mß Maud ties traurig und verweigerte die Aufnahme jeder Nahrung. Eines Morgens war sie tot. Gefühlvolle Menschen sagen, ihr Hem sei gebrochen. Der Tierarzt meinte, es bandelte sich um Unterernährung. Man wird ihr vermutlich einen großen Grabstein setzen, dann aber hoffentlich die noch übrigblei-ben-d-en Gelder nützlicheren Zwecken zuführen. -. Fritz Kreisler erfuhr in Detroit, daß sein Foxterrier erkrankt sei. Er ließ alles stehen und liegen und eilte mit dem Flugzeug nach Rewyork zurück. Dort kam er gerade noch zurecht, um dem Begräbnis seines vielgeliebten Hundes beizuwohnen, der zwei Stunden vorher verschieden war. Dann riesen ihn die Pstichten nach Montreal, wo er am gleichen Abend noch ein Konzert spielen mußte. Man hatte in Montreal längst von dem Tod seines Hundes gehört und so bereitete man Kreisler inmitten der Beifallsstürme für seine Kunst Trauerkundgebungen zum Ableben seines Terriers.. Im engeren Freundeskreise erzählte Kreisler am gleichen Abend einiges aus'dem Leben seines Terriers. „Er war der einzige Hund, der etwas vom Biolinspielen verstand. Er konnte wirk lich Musik hören und. guter Musik lauschen. Stundenlang horchte er mir zu und beobachtete mich und mein Spiel bis zum Letzten. Auch sonst war er eine: Zigeunernatur, die ein 'wenig' an Boheme erinnerte. Jetzt, wo er tot ist, kann ich es ja sagen: Wenn er einmal entwischen konnte, dann ging er auf den Bummel und kam nie wieder, ohne einen herumstrolchenden herrenlosen Hund -als Gast mit nach Hause zu bringen. In meinem Terrier habe ich meinen besten Freund verloren!" [.ge anhaltender Regenfülle ist der | Ufer getreten, daß die Landschaft in eine tic-ische Fluß Spey -so stark über seine' fige Wasserfläche verwandelt worden ist, aus Ein eltenesSportjubikäum -konnte jetzt die Sportfliegerin und Fall-schirmpilotin Lola Schröter- Chemnitz begehen: sie führte unter behördlicher Kontrolle ihren 149. und 150. Fallschirmab- sprung aus — eine Leistung, die bisher das Jahr 1932 wurde die junge Eliane durchgesührt haben. Stoei neue „Königinnen" oben: als schönstes Mädchen von Paris fftr das Jahr 1932 wurde die junoe Eliane J o u r d s gewählt, die mit -dieser Wahl den Titel „Miß Paris 193*2" erworben hat unten: zur deutschen Schönheitskönigin für das nächste Jahr wurde von der deutschen Liga für Schönheit und Körperkultur Fräulein Hertha Liebmann - Berlin gewählt. Durch Ankauf von des St. Vinzenz-Vereines in Beograd verschaffen Sie sich bei einer (ganzes Los Din 100'—, halbes Los Din 50'—, viertel Los Din 25*—) die rot [6! 1 Qesamt-Gewinne: Dinar 8,000.00®! Ziehung: 1. Mai 1932. Erhältlich bei sämtlichen Kollekturen, Geldinstituten, römisch-katholischen Pfarrämtern, kirchlichen und charitativen Institutionen und so weiter. Zentralverwaltung t Verkaufsfiliale: 8EOGRÄD, Ulica Jovana Rističa 20 ZÄGREB, Trg Kralja Älaksandrä 8. JCieinec Amüqj&c ^.aaaaaaaaaaaaaaaaaa Verschiedenes ffmrlmfmmnl Ueberraschungsn zu Weihnacht-ten- — der Photoapvarat. Neu eingetrofseu. 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