45. , Dienstag den 8. Inny 1828. ^e. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom iq. d. M, dem Laibacher Gudernial-Vice-präsidenten, Johann Grafen von Welsperg, die angesuchte Versetzung in den Ruhestand aller» gnädigst zu bewilligen, und ihm zum BeweiseAller« höchsiihrer Zufriedenheit mit seiner Dienstleistung die geheime Rathswürde ta.rfrey allergnädigst zu verleihen geruhet. Zugleich haben Se. Majestät befehlen, daß, sobald des Grafen Welsp erg Gesundheit sich wieder hersteNcn sollte, erAllerhöchstdenselben zur An« sicllung in Antrag zu bringen sey. Laibach am 2g. May lL28. ^M i e n. Se. k. k. Majestät haben dem Tonkünsiler, Ni« cclauv Pagan in i, in gnädigste? Anerkennung jenes seltenen Talentes, daß diesen Meister auf der Violine vor allen übrigen Professoren dieses Instrumentes auszeichnet, und woven er im Beyseyn des allerhöchsten Hofes so bewundernswerthe Proben gab, den Titel Höchstihres Kammer-Virtuosen taxfrey zu verleihen geruht, ihm diescö öffentliche Werkmahl der höchsten Gnade durch ein eigenes von dem k. k. Oberkämmerer ^. Grafen von Czermn, aus» gefertigtes Hof-Decret beurkunden, und durch denselben ihm zugleich eine geschmackvolle goldene Dose verabreichen lassen. (Wien. Z.) TM a I l a ch e i. So eben aus Bukuresi einlaufenden NachrZch. ten zufolge, waren am 12. May, um4UhrNach-mittags gegen 5oooMann russischer Truppen, meistens Uhlanen und Kosacken, unter Anführung des General Baron Gcismar, in diese Hauptstadt des Fürstenthums eingerückt, welche der Hospodar, Fürst Mika, am 10. verlassen, und den Weg über Ploesti nach Kimpina eingeschlagen hatte. Die zwei Tage früher in Bukurest verbreitete Nachricht, daß dreißig Türken aus Silistria nach Kalarasch gekommen seien, und dieses Dorf um« Zingelt hätten, verbreitete unter den Einwohnern von Bukurest einen solchen Schrecken, daß die mei-sien über Hals und Kopf die Flucht ergrissen; es zeigte sich jedoch bald, daß jene Türken, wirklich nur dreißig an der Zahl, bloß deßhalb nach Kalarasch gekommen rrarcn, um die aus dem Wallachischen Donau-Ufer befindlichen Mühlen, Kähne und Fahren aufs jenseitige Ufer nach Silistria hin» über zu schaffen. Mehrere Türken, meistens Handelsleute, hat« ten in dem Ialomitzer Disiricte bei fünfhundert Stück Hornvieh zusammengetrieben, und bereiteten sich, selbes über die Donau hinüber zu bringen, woran sie jedoch durch den Pascha von Silistria gehindert wurden, der ihnen bei Todesstrafe befahl, sämmtliches Vieh den Eigenthümern desselben zurückzustellen. Nachrichten aus Bukuresi vom 16. May zu. folge treffen daselbst täglich neue russische Truppen ein, die sogleich den Weg nach Giurgewo einschlagen und deren Vorposten sckon in Odaj stehen; eine andere Colonne isi gegen Crajova aufgebrochen. Am iy. ;^ ^^ russische General Roth in Bukurest angekommen. Die bekannte Proclamation des Fcld-marschatts Grafen von Wittgenstein an die Einwohner der bciren Fürstenthümer, war gleich nach dem Einrücken der Russen zu Bukurest daselbst m wassachischer Sprache verbreitet, und auch das ruft iy6 fische Kriegsmamfest gegen die Pforte dort in Um« lauf geiAcht worden. —' Man behauptet mit Zuversicht, daß in einem Monat Se. Majestät der Kaiser von Rußland in Bukurest ankommen soll. In dieser Absicht besichtigte bereits der Platz- Som-Mandant das Haus des Baron Meitany, dessen oberes Stockwerk für Se. Majestät zugerichtet werden sollte; da aber dieses noch nicht ganz vollendet ist, und in so kurzer Zeit nicht bewohnbar gemacht werden kann, ss ist man gesonnen, das Haus deZ. Fürsten Brankovan zu diesem Zwecke einzurichten. — Graf Pahlen wird in wenigen Tagen in Buku-resi erwartet. Vest. B.) N u ss l a n 3. Berliner Blätter melden au". St. Petersburg vom 10. May: „Se. Majestät der Kaiser haben am 7. die hiesige Residenz verlassen und die Reise zur Armee, die gegen die Türkei zu agiren bestimme ist, angetreten; Se. kaisers Hoheit der GrcMrst Michael war bereits am 4. d. M. dahin acgcgangcn. — Während der Abwestnheit des Vice< Kanzlers, wirklichen gehsimen Raths. Grafen Nessclrode, ist dem geheimen Rath und Senator Dlwoff, die Leitung des Reichs - Collegiump der auswärtigen Angelegenheiten übertragen worden. Se. Maiesiat haben ferner den Staats-Rath Griboiedoss zu Ihrem bevollmächtigten Minister am Heft zu Teheran und den Hofrath Amburger zum russscben General-l^nsul zu Tauriß zu ernennen geruhet,. — Der wirkliche Staatsrath und Kanzler Obreskoff, ist zum bevollmächtigten Minister Sr. Majestät, am k. würtembergischen Hofe ernannt worden. —- Am 5. d. M. ist die Rhede von Kren» stadt vom Eise frei geworden. Darauf wurde die den Wiedereintritt der Schifffahrt anzeigende Fahne auf der Festung Kronstadt anfgepssaint, und mit einem Kancnenschuße begrGt. -^ Bis zum 3. d. M. '1nd in dem Rigaer H.'tt!: 195 Fahrzeuge ein« gelaufen, und 2^. ausqefc.>'l:. lDm. B.) F^ ranbr? z ch Die Gaze 1 t ^ d e F ^ a n c c sagr: ,,^'ö rcr^ breuec ^Ich d.is Geruckt, das dielen Morgen ron mchrern I.^.-uilen '.riederboit wic^, DonMi^ue! habe am 3. May Abends ein Decrer ?ur Fusam-menberulung der ^rei Stände dcZ Königreichs er« lassen. Am f^cnden Tage. den 4.. crlie>) dcr junge Vicomte <-. Samarem im 3^'-'''-^ >.'ö Rc-' qezuen ein a^nliä'cs Schreiben an ?ie fre-n'-c^. Ge--sÄndcen, um ihnen den Onc!>lu5 d^' Negcm^n ^u vcvtnndca, i'!'d ''lc rcn d." lassenen Decrete zu benachnchtig?n. Man sagt, hie Mitglieder des diplomatischen Korps, selbst mit Anschließung des spanischen Gesandten, hätten am O. eine N.'te an den Infancen Don Miguel gcrich^ tet^ >nl'7 l^.n ;u wissen gechan, day ihre Verrichtungen ,l batteli/- Ein ^.l^l^en auZ Toulon, cas man zu Marseille am n, May erhalten hatte, wollte be« Häupten, es sey zwischen Algier und Frankreich Friede zu Stande gekommen. (Mg. Z.) Toulon den iö. May. Gestern verließen zwei Linienschiffe, zwei Fregatten und zwei andere Kriegsschiffe von geringerer Größe unseren Hafen. Man sagt, sie seyen nach der Levante unter Segel gegangen. (Q. licin.) Großbritannien. Sir Henry Parnell trug im Unterhauss auf Herabsetzung der Zahl de? für tie Flotte zu bewilligenden Mannschaft von 39,000 auf Zo.aoo an. Man bemerkte ihm> eins solche Herabsetzung wM« de eb en im jetzig en Augenbkcke, w0 Frankreich seine Seemacht vermehre, und die Russen gegen Kon« stantinopcl marschirten ^ sehr unzsitig seyn. Das Haus perwarf die vorgeschlagene Herabsetzung, und bewilligte die von der Regierung verlangten 5o,ooü Matrosen und 9000 Seesoldaten,/ Der Courier will aus Saragossa Nachricht haben, daß die französische Regierung einwillige Cadiz Zu räumen - ohne die Zurückerstattung der von Spanien geforderten Summen abzuwarten. Im Unterhause ging (wie gestern bereits unsere Londoner Briefe meldeten) am 12. May Sir FranM Buryets Antrgg zu Gunsten der katholischen Emanzipation, mit Z72 gegen 266 Stimmen durch. Am i2. May yotiric day Unterhaus, auf Antrag des Kanzlers der Schatzkammer, mit 161 gegen 54 Stimmen eine Pension von 3oao Pf. St. für Hrn. Cannings Familie. Es hieß, das Unterhaus werde nächste? ^aqc vcn der Regierung durch eine Bcts^aft m Bewuuc gung der nothigen SudNdien aufgc.fcrrerl ^c^^-^. um eine Flolle ron 10 Linienschiffen mit 5^^c^ M... lr.'sen zu einer üxpcdtti^l uach Mcrea auszurüsten. (Attg. Z^ Merkwürdig iü es für Englands wo xcüüsche Meinungc,' nch gew^-n^ich i> strei-.g vererben, daß Hr. S ^ en c e r Pcrce',' al, S0hn des hcrübm-ten SN'N-n^nnes dieses Namens, der, so ^ngc-er l,'ri>,' ^-! .'.-ri^er (.^egn^r der Anlerüibö rcr Ka. - - " d cr S > ^< i'', ^ cö ll n cerl>al?r Moldau h at sich i n s 0 sterreichisvb e Gebl.. '! ern 0-witz geflüchtet; mehrere semer Untel^...!..n wm. den von den Russen gefangen eingebracht. Dle d^r anwesenden fremden Konsuls , welche An ran ^ Iassy verlassen wollten, scheinen ;etzr wieder dlcc zu bleiben. In Bezug auf die militärischen Operationen der russiMen Armee an der Donau erfährt man, daß Gallatz, welches ein unbedeutendes, von einer kleinen Anzahl Türken besetztes Fort hat, von i8o ihr genommen wurde. Die Türken hatten einige Häuser in Brand gesteckt, und sich nach Braila geflüchtet', wohin ein bedeutendes russisches Korps ihnen folgte. Die Russen schicken sich nun zur Belagerung von Braila an; der Großfürst Michael wird dieselbe in Person leiten. Der Ort hat eine günstige militairische Lage, Und da man die Besatzung aufboouMann angibt, die mitallenKriegs-bedürfnissen versehen sind, so dürfte er hartna'cki. gen Widerstand leisten. — Bis zum :6. d. wird der Kaiser Nicolaus zu Ismail erwartet, man glaubt, daß er sodann Hieher kommen, später sich über Bucharest zur Armee an die Donau begeben, und die militairischen Operationen selbst leiten werde. Graf Wittgenstein, wollen Einige wissen, soll in den Fürstenthümern bleiben, während der Kai. ser mit der Armee gegen Kanstantmcpel vorrückt. Hermannsiadt, ;3. May. DevHospodar der Wallachei, Fürst Ghika, ist von Bucharest, welches er am zo. d. vor dem Einrücken der Russen verlassen hatte, in unserer benachbarten Qua-rantaine eingetroffen. Er wiN vorläufig seinen Aufenthalt hier oder m Kronstadt nehmen. Die Russen sollen bald nach ihrem Einrücken in Iassy eine Kriegssteuer ausgeschrieben, und die Bojaren eine Protestation dagegen eingelegt haben. Es heißt, der Kaiser von Rußland werde am i6. in Ismail eintreffen, und die russische Armee habe Befehl, am 20. bei Ismail und Gassatz übel die Donau zu gehn, und den Kriegsschauplatz nach Bulgarien zu verlegen, wo alsdann der eigentliche Feldzug erst beginnen wird. (ANg. Z.) OriechenlanV, Wir haben (über Corfu) einige Nummern, de? früher in Hydra, jetzt in Ägina erscheinenden französischen Zeitung: 1/^deilw Qrocczue, die bis zum 17, April (neuen Styls) reichen, erhalten.—> In dem Blatte vom 10. April wird die am H.gedach« ten Monats erfolgte Ankunft des Grafen Viars Eapodistrias (Bruder des Präsidenten) zu Ägi. na angezeigt; er hattedie Fahrt von Corfu, seinem bisherigen Aufenthalts - Orte, an Bord der griechischen Kriegsbrigg Herkules, Cavitän N. Ian-nitzi, zurückgelegt. — In demselben Blatte heißt es: „Se. Excellenz der Präsident hat sich am 7. d. M. um i! Uh? Morgens in Begleitung des Staats-Secretärs, Hrn. Trikupis und des Hrn. M a u-rscordato, am Bord einer kleinen Goelette nach Methana eingeschifft, um das aus Sci 0 zurück- gekehrte, von dem Hrn. Obersten Fabvier comma ndirten regulären Corps zu mustern. Von da begab er sich nach P 0 r 0 s, um die neue Erziehungs-Anstalt für Kinder und Waisen unserer tapfern Pa-likaren in Augenschein zu nehmen, deren Leitung er dem Hrn. Kleobulos anvertrauthat; gestern (9. April) gegen 6 Uhr Abends ist er nach Ägina zurückgekehrt." Das Blatt vom 14. April enthalt ein Dccret "des Präsidenten vom 10. gedachten Monats, kr^ft dessen wieder sechs neue Mitglieder des Panhel. lenions ernennt werden, und zwar für die Section der Finanzen: die HH. Georg Stavro und Ale.r Condostavlo; für die Section des Innern: die HH. Gregor Sutzo, und Johann Janata; füx die Section des Krieges: die HH. Aler Mau-rocordato und Viaro Capodistrias. In dem Blatte vom 17. April heißt es: «Se. Excellenz der Präsident ist Dienstag den i5. d: M., Mittags auf der englischen Kriegsbrigg Mnsqui-to nach C'leusis und Korinth abgegangen. Man behauptet, er werde mehrere Landosfestungen besichtigen, um sich mit eignen Augen von ihren Bedürfnissen und Hülfscmellen zu überzeugen. Er war von der griechischen Kriegsbrigg Themisto-cles, Capita« Demetrius Orloff, und einem andern Fahrzeuge begleitet; auf letzteren waren das Secretariat, und das Dienst-Personale Tr. Er» cellenz eingeschifft." (Ost. B.) Ein Schreiben aus Corfu vom 2g. April meldet, daß der Präsident von Griechenland durch zwei Manifeste die von den Türken in Griechenland besetzten Festungen in Blockadestand erklärt hat. Das erste Decret begreift die Häten von Carabusa bis Mesalonghi^ das letztere jene von dieser leyten Stadt bis Prevesa. Admiral ^achturi, der Com« mandant dieser Blockade, ist mit vier Schiffen zu Zante angekommen, wo er sich mehrere Stunden lang mit den Lokalbehörden besprach. Die Griechen haben zwei kleine Inseln: Porös, im Osten von Mesalonghi, und Dulmaö, vor Navarin gelegen, besetzt—Das jüngste Blatt der Allg. Zeitung Grie, chenlani^s Nr. 24 vom 12. April liefert die offizielle Nachricht, daß die Festung Carabusa^inFolge eine.r. getroffenen Verabredung den griechischen Truppen eingeräumt wurde, und daß die englische Fregatts Isis am 10. April aus jenem Hafen zu Ägina angekommen ist. Dadurch widerlegt sich das ausgestreute Gerückt, als hätten die vom Präsidenten nach Ca« rabusa zu dessen Besitznahme abgeschickten Truppen eine Verschwörung gegen die alliirten Truppen, um -sie aus dem Play zu vertreiben^, angesponnen. ° . " (B. v. T.) Nevaneur: ^r. Vav. Me in rich. Verleger: Mnaz Al. Gvler v. R l ein m»Vr,