Dounerstllg, 21. März 1889. 108. Jahrgang. Macher Mung. "'?!3X"'°"!a^ P°nv«l,lllbnn8: «an.M.l« fi, 1», h»lbl«hr,g sl. 7.50, Im «omptoll: '"°° ^n'«°te b ,V>"^l<°'°°' VUl "« Zustellung s°, b°u, »anMhrl, ,1. I. - I»,trtt,««,!»»rl y», !^^^^^^^^»» « Hltt«n 25 lr., »löh»« p«r.^ellt " li,! bei «steren «vltd«h°lun««n p», Zeil« « ll. Dl« üolbach« Zeitun," erlcheint t«gl»ch mit «ulnobm« d« «onn< nnb y««l»l«ze, D>«ln«str«tl«» befindet fich Longressplah 2, die «evatlion Vahnhosgasse 24. Vprcchftunben b« «ebaction täglich von 10 bl» 12 Nhr vormittag«. — llns»anllert«Vi.^. ^......^.....^ ^ politischer Natur werden Sie mir doch erlauben müssen, um die Stellung zu kennzeichnen, welche wir Slovene» in den großen politischen und nationalen Gegensätzen unserer Monarchie einnehmen. Ich glaube, meiue Herren, ein unbefangener Beobachter — und die Herren Vorredner von der Gegen» seite werden mir verzeihen, wenn ich sie nicht zu diesen rechne — wird zugeben müssen, dass die Forderungen der Slovene» gemäßigt sind und dass wir von jeder Ueberschwänglichkrit uns ferngehalten haben. Meine Herren! Es fällt uns manchmal schwer; wir haben ja südliches Blut in den Adern, und es ist manchmal nicht leicht. Provocationen einzustlcken, wie sie insbeson» bere in gewissen Gegenden von den angeblich so unter-drückten Deutschen so häufig uns gegenüber geübt werden. (Sehr richtig! rechts.) Aber sehen wir uns einmal an, wie die Sachen in Krain stehen. Der Herr Abgeordnete der inneren Stadt Graz ist uns gestern, um den Fanatismus der krainischen Slovenes ins rechte Licht zu stellen, mit der Anekdote gekommen, von der ich aufrichtig gestehen muss. dass ich vorderhand annehmen möchte, dass die-selbe auf einer Mystification des geehrten Herrn Abgeordneten beruht. Wir Abgeordnete aus Krain von beiden Seiten haben bisher noch gar nichts davon ver-nommen. und was den Ausdruck plov betrifft, weiß jeder von uns. dass der gar keinen Sinn hat. (Hört! Hört! rechts.) Es ist mir gar nicht bekannt, aus welcher Sprache er herrühren soll. (Heiterkeit rechts.) «Hier» heißt slovenisch «lukaj., und zwischen «tuk^» und «ptoy. ist doch ein derartiger Unterschied, dass der Herr Abgeordnete Ritter v. Carneri, der jedenfalls schriftlichen Bericht darüber empfangen hat, damit etwas vorsichtiger gewesen sein sollte. Nun, wie gesagt, ich gebe nichts darauf. Wohl aber will ich auf eine Thatsache verweisen, die gewiss mehr ins Gewicht fällt, als zehn Anekdoten, die uns der redegewandte Herr Abgeordnete für Graz erzählt. Er möge einmal die militärisch'statistischen Jahrbücher zur Hand nehmen und sich überzeugen. wie wett es richtig ist. wenn man von einem Deutschenhass in Krain spricht und uns beschuldigt, dass wir zu unserem eigenen Schaden — ich sage es gerade heraus — den letzten Rest des Deutschthums ausrotten und die Kenntnis der deutschen Sprache unter uns verschwinden machen. Er soll. wie gesagt, die militärisch'statistischen Jahrbücher der letzten Jahre durchgehen — es sind das amtliche Quellen im Kriegsministerium zusammen« gestellt und von unserer Parteileidenschaft nicht be» einflilsst — und er wird finden, dass gerade in Krain die Zahl derjenigen Rekruten, welche deutsch lesen und schreiben können, in einem ganz erstaunlichen Steigen begriffen ist. (Hört! Hört! rechts.) Im Jahre 1883 waren von je tausend zum stehenden Heere assentierten Rekruten im Herzogthume Krain imstande, deutsch zu lesen und zu schreiben: 193, im Jahre 1884: 218. im Jahre 1885 — da fand allerdings ein kleiner Rückgang statt — 169. im Jahre 1886 aber haben wir bereits 239 und im Jahre 1887 bereits 315. (Hört! Hört! rechts.) Wenn in Krain unter 1000 Re-kruten 315 deutsch lesen und schreiben können, so wirb der Herr Abgeordnete Carneri hoffentlich jene des Deutschen mächtigen Corporate zustande bringen, an denen im Interesse der Armee, wie er vorgibt, so viel gelegen ist. Ich betone gleich, dass die sprachliche Organisation der Volksschule in Krain dieselbe geblieben ist von 1870 bis jetzt; sie ist höchstens unwesentlich geändert. Aber auf der andern Seite mache ich aufmerksam auf die Worte, welche ein Mann. den wir bisher nicht als unseren Gönner anzuerkennen in der Lage waren, der Herr Unterrichtsminister im Budget» Ausschüsse gesprochen hat. Im Budget. Ausschusse äußerte er sich über die am Laibacher Gymnasium erzielten Erfolge dahin, dass die Resultate am Laibacher Gymnasium als günstig und erfreulich bezeichnet weiden können, und dass die slovenische Jugend im allgemeinen gute Erfolge aufzuweisen hat. (Hört! Hört! rechts.) Ja, wenn sich die Sache so verhält, kann ich mir nur erlauben, an den Herrn Unterrichteminister folgende Anforderungen zu stellen. Es ist endlich zugesagt worden, dass für War» bürg eine andere sprachliche Organisation geschaffen werde, welche den Anforderungen der Slovenen zum Theile Rechnung trägt. Wir acceptieren diese Zusage und rechnen auf ihre positive Einhaltung zu Beginn des Schuljahres 1889, vertrauend auf das Wort. welches Se. Excellenz der Herr Unterrichtsminister im Vudget.Ausschusse gesprochen hat. Wir warnen jedoch vor utraqmstischen Experimenten und glauben, jene Organisation, die sich nach dem eigenen Geständnis des Unterrichtsministers im Laibacher und den übrigen krainischen Gymnasien bewährt hat, könne ganz ohne Bedenken auch in Unlersteiermark. zunächst in Marburg, dann aber auch in Cilli eingeführt werden. (Bravo! Feuilleton. ^T>Nwir?^U.illMS! >«!,""l"e FrW^?«!'"'' da'« N"" s'it eini- ^lnia ^' " di I"^'^'"en, die Milchmädchen > ri l?"lte und ^ hereinkommen, ohne über ^ ^?" " und )"bmeterhohen Schnee zu jam- ^ zu ^'^ imstand, «s^ "n sanfter Regen nieder. h flachen, ab r !' ^" stutzige" Stad.schnee "'zu'^u Mach"" H" doch eindringlichst mahnt. h ^° lo^"' l"""' Abzug durch die Ca° !^r 53"V ^1° die gesammte Kalender-"< ^ Aiinuw, ""'lch.ert. gestern Mittwoch um > d>i?"e Leu w°"'"ags sei der Frühling ein- Mehrzahl nach sind, ^>r«?'"el, W gedankt, der Winter ist vor- wenn wir frieren, einen «a? Thermo' uud Baro- U". ' .""ier sm. wie das Ouecksilber einige 5 ?' und ^ natür^f? dcm Gezwitscher d?r V/^V rsV^r "Mlhafte Lenzhymnen ^'"g WV" las ? d.'e helle Sonne im Straßen-""2 "'cht nehmen: Der ^^!^ nicht vor Ver. ^ Weh noch immer ""^."z U "achhelfkn ^ "" gut geheizter Ofen " ^iH^nmal ^ "uss. ist uns Nebensache. ""»> S° l """" "ich zunächst erst in " 'vftpen wir uns! Da kommt über eine Familie der Himmelssegen in der Gestalt eines kleinen Buben. «Kaum geboren, hüpft schon jedes Lamm um seine Mutter», singt Kotze-bue. uud kaum geboren, sage ich. foppt so ein Mmia» turmensch schon die p. t. Ellern und sämmtliche Ver-wandtschaft. Je nachdem er Gesichter schneidet, findet man, dass er «der ganze Papa» ist. Aber damit ist's natürlich noch lange nicht genug; der ganze Papa sein. ist seine Pflicht und Schuldigkeit, aber der kleine Schreihals ist ein wahrer Proteus; er hat den schönen Mund der Mama. die Ohren der Großmutter, die Wangengrübcheu einer nicht unbemittelten Tante, die er möglicherweise dereinst gelegentlich beerben kann. das Auge des Onkels, die Denkerstirne des Großpapa, kurz, er hat von jedem etwas an ftch. Gioßeltern und Eltern. Onkel und Tante finden, dass dem richtig so sei und foppen sich. Die Welse Frau aber. die ihn zuerst bei seinem Eintritte ,n dle Welt begrüßt hat. lässt sich in Details und Nrhnllchlelts-zersplittermigen nicht ein; für sie steht nur dle eine große hochwichtige Thatsache fest: «Der ganze Papa!» So spricht sie. weil sie eben eine «weise Frau» ,st. Ein Mädchen von 17 bis l« Iah"«, 'st von Verehrern, mit 19 bis 21 Jahren von Freiern um» geben und da die Umworbene oder deren Elt zMacher Zettung Nr. 66. 532 21. Wrz^W> Bravo! n'chts.) Denn, meine Herren, was Sie Marburg gegeben haben, das werden Sie Cilli unmöglich vorenthalten wollen. Dasselbe wird dann auch der FaN sein müssen in Görz, und ich anerkenne dankend, dass der Herr Unterrichtsminister gleichfalls die be« stimmte Zusicherung gegeben hat, und es soll auch der Fall sein in Trieft und Istrien, sowohl was die Slovene« als auch was die Kroaten betrifft. In Beziehung auf die Voltsschule hätte ich gleichfalls einige Schmerzen. Meine Herren! Bcsora/n Sie nicht, dass ich nach dem Beispiele gewisser Vorredner bereits heute auf den Liechtenstein'schen Schulanlrag zu sprechen kommen werd?. Wir werden die Sache zur Genüge discutieren können, und dann wird ja die Scheidegrenze durch diesen Saal gezogen werden. Auf der einen Seite werden jene stehen, welche die gegenwärtige Volksschule als ein vollständiges Ideal, an dem nicht gerührt werden darf, betrachten, auf der anderen Seite jene. welche der Ansicht sind, dass auch die heutige Voltsschule, wie jedes Gebilde menschlicher Hand, vielfacher Reformen bedürfe. Dieses Thema somit bespreche ich heute absichtlich nicht, aber ich an« erkenne dankend, dass der Unterrichtsminister in dem letzten Jahre in einer ganzen Reihe von Recursfällen, wo das Unterrichtsministerium als Recursinstanz in Betracht gekommen ist, entschieden hat zu Gunsten der slovenischen Schulgemeinden, welche sich über das willkürliche und ungesetzliche Vorgehen des steierischen und kärntnerischen Landesschulrathes beschwert haben. Nun, meine Herren, kommt es mir eigenthümlich vor, dass das Unterrichtsministerium sich hier nicht zu einer all« gemeinen Verordnung aufrafft, durch welche die be» treffenden Landesschulräthe, die ja nichts weiter sind als eine k. k. Schulbehörde — sie sind nicht eine autonome Corporation — verhalten werden, eine sprachliche Organisation in der Volksschule in der Weise zu schaffen, wie sie nach § 6 des Reichs-Volksschulgesetzes innerhalb der durch die Gesetze gezogenen Grenzen, somit mit Berücksichtigung der Staatsgrundgesehe ge« schassen werden soll. Was ergibt sich daraus? Auf der einen Seite ist es mir nicht recht begreiflich, dass man in einem Rechtsstaate ein klares verfassungsmäßiges Recht bei offenbar vorliegender, dem Ministerium vollkommen be» tannter Ungesetzlichkeit erst im Recurswege, der langwierig und kostspielig ist, sich erkämpfen muss. auf der anderen Seite kommen wir aber in pädagogischer Hin» ficht zu einem beklagenswerten Zustande, zu einer klaffenden Discrepanz in Anstalten derselben Kategorie und derselben Bestimmung, und ich glaube, dass es hier die Pflicht der Unterrichtsverwaltung wäre, Gebrauch zu machen von jenem Vermdnungsrecht, das ihr nach § 11 des Staatsgrundgesetzes über die aus übende Gewalt zusteht und auch eingeräumt ist, das h,ißt § 78 des derzeit in Geltung befindlichen Reichs-Volkbschulgrsetzes. Sie möge so vorgehen gegenüber dem Landesschulräthe von Graz, von Parenzo und auch gegenüber dem derzeit omnipotenten Landesschulralhe für Kärnten in Klagenfurt. (Bravo! rechts.) Redner besprach sodann die Verhältnisse in Kärn» ten und schloss: Nun, es ist ein harter Kampf, den wir gerade um Kärnten kämpfen. Sie können aber überzeugt - sein, dass wir in diesem Kampfe ausharren werden und, meine Herren, ich glaube an den Sieg unserer Sache aus dem Grunde einzig und allein, weil ich an die Gerechtigkeit desselben glaube. (Lebhafter Beifall rechts.) Ich muss mir leider das Vergnügen versagen, mit dem Herrn Abg. Dr. Menger auch in politischer Beziehung zu polemisieren. Wie reichlichen dankbaren Stoff hat er gegeben, wenn er sich zum Beispiel darauf beruft, dass alle freiheitlichen Gesetze von jener (linken) Seite des hohen Hauses gegeben wurden! Ja, gegeben, das ist richtig, aber gehalten und durchgeführt, das ist etwas anderes. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen rechts.) Sie haben den Artikel XIX gegeben, aber so wie Sie ihn durchgeführt haben, ist er das Papier nicht wert, auf welchem er gedruckt wurde. (Beifall und Hände« klatschen rechts.) Der Herr Abg. Dr. Menger sagt. die erste Auf. qabe wäre doch. ein Nationalitätengesetz zu schaffen. Mich will bedünken, er hat lange Zeit gebraucht, um zu dieser Ansicht zu kommen. Das Staatsgrundgeseh datiert aus dem Jahre 1867, seine Partei hatte die absolute Majorität gehabt bis zum Jahre 1879, und in den zwölf Jahren ihres Bestandes ist es ihr nicht eingefallen, dieses so nothwendige Correlat für unsere politischen Freiheiten zu schaffen. Ein Nationalitäten, qesch, sage ich. kein Staatssprachengesetz. Gegen die Staatssprache und ein Staatssprachengesetz werden wir Stellung nehmen deshalb, weil wir in diesem Sinne bessere Verfassungstreue sind wie jene (linke) Seite. (Leb. hafter Beifall rechts.) Ich kann mich nicht länger mit dem Herrn Abgeordneten Dr. Menger beschäftigen und werde mir nur noch eine Schlussbemerkung er-tauben. Ich bin mit großen Erwartungen an die heurige Budgetdebatte herangetreten. Der gestrige Leitartikel der «Neuen freien Presse», die ja das leitende Organ der «vereinigten deutschen Linken» ist, war ja auch ganz darnach angethan, die hochgespanntesten Erwartungen zu erregen. Mit grausamen Worten wurde gedroht; nun, davon haben wir bereits öfter zu hören brkom-men, dafür sind wir weniger empfänglich; aber der Hinweis auf die glühenden Pechkränze, die von den Bänken der Opposition auf die Ministerbank fliegen werden (lebhafte Heiterkeit rechts), hat meine Neugierde erregt. Ich würde von meinem Standpunkte bedauern, dass die Neugierde bisher nicht befriedigt worden ist. Und manche Aeußeruugeu, wie sie zum Beispiel der Herr Abgeordnete Scharschmid vorgebracht hat, haben gar nicht nach Grausamkeit gerochen (Heiterkeit rechts); es hat vielmehr wie ein leises Liebeswerben gekluugen. (Heiterkeit und Sehr gut! rechts.) Nun, gehen wir darüber hinweg! Aus allen Ihren Reden, so verschieden sie auch in ihrer Form waren, klang doch de>.t« lich ein Leitmotiv heraus, jenes nämlich, dass die Herrschaft in Oesterreich nicht dem deutschen Stamme als solchen, sondern nur einer Fraction desselben, nämlich der deutsch-liberalen Partei gebüre. (Sehr richtig! rechts.) Es wurden dafür verschiedene Gründe angeführt. Wie bei der Fruchtwechselwirtschaft, gibt es auch hier eine verschiedene Rotation. (Heiterkeit rechts.) Vor allem wurde geltend gemacht, dass die Deutschen herrschen müssen, weil es ihr erworbenes und erstrittenes Recht ist. Das anderemal wurde gesagt, die Deutschen müssen im Interesse des Staates herrschen, und heuer hat der Herr Abg. Carneri den Grund herausgefunden, dass die Herrschaft der Deutschen, da doch der Militarismus die gegenwärtige Situation beherrscht, durch die Armee-uerhältnisse erfordert sei. (Heiterkeit rechts.) Meine Herren! Dies ist für mich doch nur ein Beweis, dass neben den reichen ausgezeichneten Eigenschaften, die die liberale Partei aufzuweisen hat, doch ein entschiedener Mangel vorhanden ist, der Mangel an historischem Sinn, das Fehlen des Vermögens, das historisch Ee» wordene zu erfassen, zu beurtheilen und die Handlungen darnach einzurichten. (Beifall rechts.) Der alte Sallust schon hat im ersten Capitel zur «catilinarischen Verschwörung» einen richtigen Satz ausgesprochen, indem er sagte: «Nam Imperium l'acilo lü« artiliun rLtinelul', n> invasion. (Beifall rechts.) Die einzelnen Staaten haben sich aneinander geschlossen, um ihre christliche Cultur und ihr nationales Eigenwesen vor der türkischen Barbarei zu bewahren. Es ist das Verdienst der Habsburgischen Dynastie — und daraus entspringt jene felsenfeste und unerschütterliche Treue der österreichischen Völker zu ihrem Kaiserhause — dass diese Verbindung durchgeführt, befestigt und bis auf den heutigen Tag erhalten wurde, Sie aber, meine Herren, denken sich die Organisation von Oesterreich anders. Sie gchen darauf hinaus, die Regierungsmethode national-uniformer moderner Staaten auf den österreichischen Staat anzuwenden, ohne zu bedenken, dass dieser Versuch bereits im Laufe der Geschichte Schiffbruch erlitten hat. Man hat es im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus und in den darauf folgenden Jahren der absolutistischen Periode, wo die Aufklärung verfchwunden war und der Absolutismus geblieben ist, versucht. Nenn dies nun nicht gelingen konnte zu einer Zeit, wo die Völker schliefen, wie wollen Sie dirs zu einem gedeihlichen Resultate füh. ren in einer Zeit, wo die Völker erwacht sind (Bei« fall rechts), wo die Nationalitätenidee herrscht, und wo wir fest entschlossen sind, gegen jedermann unsere nationale Eigenart zu bewahren und zu vertheidigen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen rechts.) Man hat Ihnen in der allerjüngsteu Zeit neue Bahnen vorgeschlagen. Ich weiß nicht, ob Sie diese Bahnen wandeln werden. Ich glaube aber und hoffe es wenigstens. Die Majorität, wie sie sich hicr zusammengefunden hat, ein Spiegelbild der österreichischen Verhältnisse, wird in den alten Bahnen nach wie vor für jenes Oesterreich einstehen, das wir uns vorstellen, für ein Oesterreich, welches allen seinen Völkern gerecht ist, welches auch die religiösen Ueberzeugungen derselben achtet (Beifall rechts) und welches ein wohnliches Heim darbietet für uns alle in diesen schweren Zeiten. In diesem Sinne, meine Herren, schließe ich und empfehle das Eingehen in die Sftecial'Debatte. (Lebhafte Heiter« keit und Händeklatschen rechts. Redner wird von vielen Seiten beglückwünscht.) Verhandlungen des Reichsrathes. - Wien, N). März. Das Abgeordnetenhaus wählte heute zunächst einen 24gliederigell Ausschuss zur Veranstaltung einer Enquete, betreffend die Armeelieferungen. In den Ausschuss < unter anderem Dr. Poklukar, Vosnjak, Dr. Heil« ^ und Dr. Pattai gewählt. Dann folgte die 3" sv" M Budgetdebatte beim Titel «Centralleilung des M" Ministeriums». ^s« el'^ Abg Dr. Fuß hält dem Minister vor, dale nicht möglich gewesen sei, sich bloß auf semen ^,,^ beschränken, sondern dass er voll und ganz em .^„s, des Cabinets geworden. Redner fordert den M>n! ^ dem Hause seine Principien bekanntzugeben, « °j ^ er die Mittelschulen reformieren wolle. Was ^ locations-Erlass betreffe, so sei der Minister 1°"«' ..^ muthig zurückgewichen, und zwar zu Gunsten det i ^ Bevölkerung, welche freilich nur so lange M ^ werde, als der Minister immer neue ConM<>on" ^ Redner polemisierte gegen den Abg. Swiezy, ^ ^ hie Hältnisse Schlesiens ganz irrig dargestellt ha^ M Volksschule in Oesterreich betreffe, so s" ^ .jll^ kerngesund, dennoch wolle man ihr einreden, !' ^^l und zahlreiche Doctoren seien um sie ben'M, ^ßli sogar ein fürstlicher Doctor, der in Wahrhe» ^M Curpfuscher sei. (Heiterkeit und Unruhe.) ^'^slüttü welche die Grundsäule des Staates, die Scy"^ bt' wolle, könne man nicht conservativ nennen. ^»le sprach hierauf die Maßregelung der Ze't'^pc ^ und Haus», durch welche die Autorität der ^l schädigt worden sei. Der Antrag Liechtenstel«' ^ ^ ganzen gebildeten Bevölkerung mit einem Scy ^^ rüstung aufgenommen worden. Der von der ^ll aber, wie es heiße, ausgearbeitete Schulgeiev ^l' werde ganz gewiss niemanden befriedigen, "N ^ ^slc richtsminister sei im Cabinet derjenige, der >'^ ^, b'! «ourchfrelten» müsse. Redner verwahrt '^. ^M",! die Schule der geistlichen Aufsicht ausgel^" ^ M verlangt, der Minister erkläre, die Sch"'« '" ^Och" Staatsschule. Redner macht aufmerksam, tM u ^„^ frage die ganze Linke Mann für Mann e,Mg s ^l stehe, fest entschlossen zu dem Grundsatz:' ^ha!" und rückwärts, sondern aufwärts und vorlvari . Beifall und Händeklatschen.) .^ ssit " Abg. Fürst Liechtenstein w'° "^n "^i! Vorredner polemisieren, der ja eigentlich '"^r" > «Nachredner polemisiert habe- (HeiterMt), ' z» dem Abg. Dr. v. Plcner, der als Genera" ^ ° Generaldebatte auf die Volksschule zu sp"^ ^M wohl er über das Wesen der confessloneue' .^ hje^ orientiert sei. Es falle den confervatiuen n^ ^^" sogenannte, aber nur fälschlich so^nannle h^ ° schule wieder einzuführen. Sie woll" ° t b"> einerseits die Kirche und andererseits ver ^^e> ^ fluss auf die Schule ausübe; der Staat "o ^r der Eltern möge auch die Oberaufsicht '"1 ^ cB^ Einfluss der Kirche müsse gewahrt werden.^el '"^ nelle Schule sei diejenige, in welcher d«e ^ so Religion ihrer Eltern nicht bloß «"""^3^, auch erzogen werden. Dazu bedürfe e ^ ^ 1.) der thunlichsten Sonderung der M" ^ der , fessionen. 2.) des ausreichenden Unters ^M^ ligwn durch die Diener der Kirche, 3-) ^hl'^, von allem, was der Religion der ""'" ^ ^ U" ^! könnte. Diese confessionelle Schule be» '" ^ ! ii in der Schweiz und in ganz DeutM^M!^ Redner insbesondere die Zustände des ^^itte" ^ Preußen und Naiern eingehend ""6' sittlich" ^ Ländercomplexes bilde Oesterreich eine l n ^M'^ bare Ausnahme. Selbst für Frank"'«? " rt die '^ sich die Entschuldigung vorbringen, da,s „B""./ den Parteien den kirchlichen Einst"!? ^ a« pl wünschen, während dies filr Oesterre'V ^»"!'^ ^' werden könne. In Oesterreich finde " ^t ^ Kinder nach Confessionen nicht statt, !""' ^. ^/ sie leicht durchzuführen und ^r ""^n geleh^ ". werde wöchentlich nur in zwei Stunden u.^ gzM F diese seien oft illusorisch, während doai ^ W ^ Hauptgegenstand sein sollte. Es wer° ,,„ ^ nicht gebetet und kein Kreuz ge""? Och"/"'s< Durchschniltsreligion gelehrt. Was °'^lne'^ ^ treffe, so solle der Reichsrath nur d«e °H he" ^ sätze feststellen, die Ausführung "" 'r^ßte ^e< gesetzgebungen vorbehalten bleiben. ^ .„ 5h'>^ Lehrerschaft sei gut christlich ges'nnt. ,rb<>^ der liberale Theil der Lehrerschaft «"^^ssi, ^,^' auf die Untergrabung des christl"^" ae" """ hl>< und verliest Redner eine Reihe v"'. 7^'"^' ^ pädagogischen Zeitschriften, welche dle ist^" den Satz: «Der Sieg des Chnstenthu" ^e" ^h^ lichste Rückschritt in der Weltgeschl^^iisse^"< Unruhe.) Rebner citierte ferner dtt^' der ^eH tage, welche die vollständige Tre«""'^h"' ^, Kirche verlangen. Redner schätze or libelHF^ Wicht treu erfülle, müsse °b" °^ entgegentreten, der über seme Grenz he, ^„ ^ü i dem er der Wissenschaft zu h"ld'^" "e g^ Ol^q/ nicht näher trete. Redner polemw ^n ^ V ordneten Dr. v. Plener; mit einer ' „icht 9 s^ sie derselbe commandiere, könne»" ^.^ ^i . salem zu Felde ziehen. (b"er ^ sH <" seien keine Feinde der Realien »n ^ebl"" selben sollen nicht professorenhasl ^wZeltung Nr. 66. 53.8 N. Män liW. llärt unk !"s ^"stände gemäß bei den Lesestücken er-btr Cckus.n?" ^"^n. Die Forderung der Abkürzung ein U,nl4. ^ ^' °ber leine speciell clericale, sondern lreise ? ^hlreicher, besonders ländlicher Wähler-Lisunss kl« ^'""° ^"tei noch nicht auf der ersten 'uePatrin.'« Antrages bestanden habe, so sei dies wit die üf. ?6 geschehen, da andere wichtige Vorlagen, zu erledig" "directen Steuern und die Wehrpflicht "lea « ^""' ^^ner wendet sich gegen die Libe« ^laat betr^ ^"^^ "ls eine Art Hilfsinstitut für den nicht entbeb ^ Valksmassen sollen der Religion Cchule er?,?' ^ ^"'"" dieselbe aber fast nur in der belbstbeb^"' 2W Religion soll den Massen jene b'ls sie ibr m ^ ""^ lenes Pflichtbewusstsein einflößen, ^' Nas,« ^ ""^ ""5 gesetzlichem Boden crrei« !?"« 8e°en 3"«,^" geschehen, wenn man Jahrzehnte HslerreiH ^ ^ ^l«g,on eifere. Die liberale Partei in von, »au«? 5 ^" ^"pl gegen die Kirche muthwillig liberale Na^' - ^"' "°h«nd die glücklicher veranlagte lGn hab/ '" Ungarn und Deutschland es unter-"ehinen R»^" ^e confessionelle Schule Stellung zu N'chl ruh»« "" ""d seine Gesinnungsgenossen werden haben, »^ "° "sten, bis sie dem Volke das verschafft "'Her N.i/n ^nge: die confessionelle Schule! (Stür-"^ Zischen? ""^ Händeklatschen rechts, Widerspruch s'ch ruh,^ ,.. 6' Präsident fordert die Gallerien auf, Ab? n ""^lten.) ^ Primen n-^M°s bekämpfte die Ausführungen Mte sehr s" 7/echtenstein. Der Vorredner habe zwar ^ äußer i- g^°ch"' aber fein Antrag fordere doch , °chtenstein w. "^°"be ^raus. Die vom Prinzen n. slk" sei.« ^.^""^" ^'tate aus pädagogischen Zeit. ^er°tur w s NHl beweisend, denn die pädagogische Ne in nl^, ^ N'chhaltig, und man dürfe einzelne M zur n" ?°? Zeitschriften nicht der ganzen Lehrer- Behauptung, dafs in Preußen »! ^athuno. ,^ bereits existiere, fei unbegründet, chetenaesek ° - ^"gruagefehes und des sogenannten 5^gt. dass >.- ^" ^" einzelnen Landtagen habe es sich , ächten schlichen kaum in der Lage sind, neben ! ^ernehn,,« «n-"^"g" noch den Religionsunterricht ?"' °lle ienp «.." l°U es aber dann noch möglich wer-. 'hnen n^?^^ "nd Obliegenheiten zu erfüllen, », .°»°s z,.,"^ Annahme des Liechtenstein'schen Schul« 7> giaen""" "^en. Weitere Gründe, die den ci ^ einnehmen, sind „?"len Nes^^ "" durch das Ueberhandnehmen der Irisiert w ^" ^"^en auch die Deutschen ent« l? ""lltn Grün^ "' ^ nationalen, politischen und 3l^ " Schuld» °lso könne er und seine Partei nie 5 ."" sendet «?^^^ Punzen Liechtenstein stimmen. ll°. und n« ^Mleßlich an den Herrn Minister für sick.""b deunz^"'^ ""d fordert denfelben auf, eine i»bk. '" Antraa? . "°" drüber zu geben, wie er "gen V« ,"" Sie muthig gesühnt haben, was ^ti^'ch darans?" leuchtete es einen Moment ^- ' ^r sprach rr mit schmerzbewegter bevor dass ich bei der Va- ^P^"" ihr 5^^'"' dem ist nicht so. Selbst ^ ii^ grsehl i °ch'>be ich meinen Fuß nie in ^de^altig^ ""elchem mich die Erinnerung an ^g?n 5" das P^We. An dem folgenden Tage. ?"e > ChH'^erlassen. habe ich eine Woh-k"t zi R,"°ch 2. «i^es Nr. - bezogen und dort ^ (Die Tolstoj'schen Reform-Clesetze) sollen, wie aus Petersburg gemeldet wird. Versuchs» weise in vier russischen Gouvernements eingeführt wer« den. Port werde man beobachten, wie sich dieselben be» währen. Man will in Russland in diesem Entschlüsse des Zaren ein sicheres Anzeichen dafür erblicken, dass auch der Kaiser von der Zweckmäßigkeit und Durch'! führbarkeit der Tolstoj'schen «Reformen» nicht ganz überzeugt ist. (In der griechischen Kammer) erhob die Opposition gegen die Regierung den Vorwurf, dass sie sich in ungesetzlicher Weise in die Wahl des Metropoliten Papamikolopulo eingemischt habe. Sie bezeichnete die diesbezüglichen Erklärungen des Cultusministers als «lügnerisch». Es scheint, dass anlässlich dieses Zwischenfalles ein Duell unvermeidlich sei. Zwei Mitglieder der Synode gaben ihre Demission. (Bulgarien.) Der ehemalige Minister Nacevic übernahm die Vertretung der bulgarischen Regierung in Wien, doch wird ihm hier keinerlei officielle Eigenschaft zuerkannt. (Die Samoa-Conferenz) wird voraussichtlich fpätestens am 1. April in Berlin zusammentreten. Die amerikanischen Commissure sind bereits nach der deutschen Reichshauplstadt unterwegs. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Linzer Zeitung» meldet, den freiwilligen Feuerwehren in Lasberg. Leopoldschlag, Ober - Neulirchen, Redlham. Buchkirchen, Krenglbach, Puchberg und Thalheim je 80 fl., ferner den durch Brand geschädigten Einwohnern von Nstätt.Lochen 300 st. zu spenden geruht. — (Der Aerztemangel auf dem Lande.) Das Ministerium des Innern hat jenen Landesausschüssen, welche mit Rücksicht auf den Aerztemangel auf dem Lande die Wiedererrichtung der niederen medicinisch»chirurgischen Lehranstalten beantragt haben, eröffnet, dass die Regierung sich nicht bestimmt finde, diesem Antrage beizupflichten. Das einzige Mittel, den Aerztemangel zu beseitigen, beruhe auf der strengen Durchführung der Organisation des Sanitätsdienstes in den Gemeinden; es herrsche übrigens jetzt ein solcher Zudrang zu den medicinischen Studien, dass es in den nächsten Jahren nicht an Bewerbern um eine Gemeinde»Arztesstelle, selbst in ärmeren Gemeinden, fehlen wird. — (Eisenbahnunfall.) Die Passagiere des verunglückten Prager Perfonenzuges trafen vorgestern mittags in Wien ein. Sie erzählten, dass der Waggon dritter Classe, an welchem ein Radbruch die Entgleisung des Zuges herbeiführte, vollständig zertrümmert wurde, da sich mehrere Waggons über demselben thürmten. Man hörte klägliche Hilferufe. Vier Todte waren fürchterlich verstümmelt. Im Zuge war auch der jungczechische Abgeordnete Herold. — (Kostspielige Debatten.) Nach Pester Meldungen betragen die bisherigen Kosten der 70tägigen Obstructions'Debatte über das Wehrgesetz im ungarischen Parlament 200.000 st. Diäten. — (Ermordung eines Gendarmen.) In dem Process gegen den Mörder des Gendarmen Wei-ninger in Korneuburg wurde der Angeklagte Franz Hofner von den Geschwornen einstimmig schuldig erkannt und zum Tode durch den Strang verurtheilt. — (Schnee in Neapel.) Depeschen aus Neapel melden von einem am 16. d.M. stattgefundenen ungemein heftigen Schneefalle, wie er seit zehn Jahren nicht da« gewesen. Alle Höhen in der Umgebung der Stadt, auch der Vesuv, sind mit Schnee bedeckt. Pas Panorama bietet einen seltenen Reiz. — (Maul- und Klauenseuche.) Wegen Aus« bruches der Maul« und Klauenseuche der Rinder wurde der ganze Umfang des Gerichtsbezirles Graz mit Ein» schluss der Stadt Graz als verseucht erklärt und die Abhaltung der Viehmärkte, mit Ausnahme der Pferde« markte, verboten. In Graz dürfen bedingungsweise Schlachtviehmärkte stattfinden. — (Russificierung berDorpater Uni« versität.) Wie die russischen Journale melden, gieng der Dorpater Universität ein Ukaz inbetreff der Reorganisation der juridischen Facultät zu; die russische Sprache soll die ausschließliche Vortragssprache der Facultät werden. — (Die Weltreise des Grafen Bardi.) Graf Bardi, welcher bekanntlich im vergangenen Früh» jähre in Begleitung seiner Gemahlin auf seiner Segel» Yacht «Adelgonde» eine Weltreise angetreten hat, ist in Hongkong eingetroffen und wird demnächst die Rückreise von China nach Europa antreten. — (Das Ende eines Attentäters.) Der in Portoferrajo auf Elba eingekerkerte Passanante, der seinerzeit das Attentat gegen König Victor Emanuel verübte, ist irrsinnig geworden. — (Eine praktische Mutter.) In einem Badeorte schreibt sich eine Dame folgendermaßen ins Fremdenbuch ein: «Frau Schulze aus Berlin mit einer heiratsfähigen Tochter.» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Kammermusik - Abend.) Wie jedesmal, boten uns unsere Kammermusiker auch vorgestern wieder einen echten Kunstgenuss. Leider soll ihr Eifer und ihre selbstlose Hingebung neuerdings auf die Probe gestellt werden: führte doch Herr Dr. A. Haufen, der sich mit anerkennenswertem Geschick in das Ensemble gefügt hatte, neulich zum letztenmale seinen biscreten Bogen in unseren Kammerconcerten, nachdem ihn sein Beruf aus den Mauern unserer Stadt entführt. Das Programm wies neben einer Neuigkeit — Goldmarks Trio in N-moII — die Namen der beiden Altmeister des Streichquartettes — der dritte, Mozart, war am vorhergegangenen Abende vertreten — auf, bot daher in dem engen Rahmen des Interessanten genug. Beethovens I^l-clui-Quartett, das letzte der das 0p. 18 umfassenden sechs Quartette, gehört zur ersten Schaffensperiode des Meisters, daher noch die unverkennbaren Anklänge an Haydn und Mozart. Als Perle des Quartettes gilt das Adagio «I^NHlineania» (die Melancholie), ein sieghafter Kampf der heiteren Lebensfreude über den tiefen Weltschmerz, in dem stürmischen Prestissimo zum glänzenden Abschluss gebracht. Ein echter Repräsentant ursprünglicher Quartettform ist Haydns 0-äiir-Quartett. Welche Liebenswürdigkeit und Anmuth, welche Schalkhaftigkeit und welcher Humor sprudeln da durcheinander! Man denkt dabei etwa an einige muntere Gesellen, die, voll Geist und Witz, eine nächtliche Pilgerfahrt unternehmen, einer angebeteten Schönen ein anmuthiges Ständchen bringen und fönst allerhand liebenswürdigen Scherz und heiteren Schabernack treiben. Einen fesselnden Eindruck machte das L-moli-i'rio von Goldmark. Es ist brillant geseht, der erste Sah (^Ho^ro con mow) großartig auf' gebaut und durchgeführt und, was auch hervorgehoben werden mag, sehr originell. Gleichwohl erfreute sich das Presto wegen der darin vorkommenden wunderbar klagenden Cantilene größeren Beifalles. Bei dem Schluss-Allegro gieng allerdings Herrn Goldmark die Schöpfer« kraft aus, es ist beinahe nichtssagend. Recht erfreulich war der ausnehmend gute Besuch des Abendes, ein will» kommener Beweis, dass die edle Kammermusik an Boden gewinnt. Der Beifall, welcher die ausführenden Herren nach Schluss jeder Nummer auszeichnete, war ein wohlverdienter Ausdruck des Dankes für ihre durchwegs vorzüglichen Leistungen. I'. — (Personalnachrichten.) Der Iustizminister hat den Notariatöcanbidaten in Stein Otto Ploj zum Notar mit dem Amtssitze in Seisenberg ernannt und den Notar Dr. Leo Filaferro von Rohitsch nach Drachenburg versetzt. — (Neue 3proc. Los.Pfandbriefe der österreichischen Boden-Credit-Anstalt.) Die Repartition der Zeichnungen auf die neuen Zproc. LosPfandbriefe der Aoden-Credit-Anstall erfolgt in nach» stehender Weife: Die Subscriptionen gegen Einzahlung in Raten werden voll berücksichtigt. Desgleichen unterbleibt eine Reduction bei den Subscriptionen gegen Vollzahlung bis zu 25 Stücken. Auf Zeichnungen von über 25 Stück bis inclusive 100 Stück werden 70 pCt., mindestens jedoch 25 Stücke, und auf Zeichnungen von mehr als 100 Stück 50 pCt., mindestens jedoch 70 Stücke, zugetheilt. — (Die diesjährigen Manöver.) Das dritte Corps hält nach dem «Armeeblatt» Uebungen der 6. Infanterie-Truppen-Division im Lavantthale, eventuell an einem andern noch zu bestimmenden Orte; der 2 8. Infanterie-Truppen-Divifion bei Adelsberg. Schluss ?. September. — (Das Concert Alfred Grünfeld) findet Montag, den 1. April, statt. Der Künstler wird sich auf feinem eigenen Bösenoorfer'schen Concertflügel hören lassen. Die Nachfrage nach Karten ist schon jetzt eine sehr rege. Kartenverkauf bei Herrn Karl Till in der Spitalgasse. — (Waldbrand bei Sessana.) Sonntag um die Mittagsstunde brach in einem Eichenwalde in der Nähe von Sessana ein Brand aus, der, von der Bora mit rapider Schnelligkeit verbreitet, erst nach mehrstündiger Arbeit gelöscht werden konnte. Die Brandstäche hat eine Ausdehnung von sieben Hektaren. An den Lösch-arbeiten betheiligten sich in hervorragender Weise ein Cadet der k. k. Kriegsmarine und der Postmeister von Sessana. — (Die ersten Schwalben.) Wie uns Herr Präparator Schulz mittheilt, hat derselbe gestern abends 7.7 Uhr den ersten Zug der Schwalben von Süd nach Nord beim Ruoolfinum beobachtet. — (Circus R ich t e r.) Auf dem hiesigen Kaiser-Iosefs'Platze wird gegenwärtig ein ansehnlicher Circus, in welchem die uns auS dem Jahre 1680 bestbekannte Gesellschaft Richter demnächst eine Reihe von Vorstellungen eröffnen wird, durch den städtischen Zimmer» meist« Pust erbaut. Circus Richter produciert sich gegenwärtig nach seiner Rundreise durch den Orient in Karlstadt; nach den uns vorliegenden Blättern erfreut er sich allenthalben großer Beliebtheit. Director Richter, welcher sich als ausgezeichneter Pferdedresser einen guten Ruf erworben, verfügt über eine größere Anzahl Künstler und anmuthiger Künstlerinnen besseren Ranges sowie über ein ansehnliches Pferdematerial, worüber wir später auS eigener Anschauung berichten werden. - (Todt schlag.) Der 26jährige kramlschH löhner Rochus Ierina misshandelte seine M« Maria Harr ich am 14. December 1888 auf der^ straße mit Stockstreichen zum Kopfe, wobei er lyr Haare ausriss, dass dieselbe am Morgen des "" Tages an Gehirnlähmung starb, weshalb er am //, ^ wegen Verbrechens des Todtschlages vor den GeM" in Klagenfurt stand, die den Angeklagten dieses "« chens fchuldig erkannten. Der Gerichtshof verhäng"'^ über Rochus Ierina eine achtjährige schwere, mtt 6 verschärfte Kerterstrafe. „ ^ P - (Epizootie-Ausweis für Kra«"^, der Zeit vom 11. bis 18. März sind nachstetMe ^ zootie.Fälle constatiert worden: Der Rauschbrano . Rinde in Savnil, Gemeinde Hl. Kreuz im ^"le -^ feld; ein Fall von Pferderäude in Dragose, M"> Adlesice im Bezirke Tschernembl; die Ziegenrüude "., cheiner-Vellach, Gemeinde Veldes im Bezirke NA"^„be borf; dann ein Hundswuthanfall in Hunice, V Weinih im Bezirke Tfchernembl. l" lle) 3" - (Wochenausweis der SterbefaU ^ der Zeit vom 10. bis 16. März sind in Laib^Hz) sonen (12 männlichen und 12 weiblichen ^,'^ z„l gestorben. In der gleichen Periode kamen 24 lN ^ Welt, und zwar 12 männlichen und 12 we'blM schlechtes. ^ .,.„ vB - (Gestorben) ist Ferdinand 3«'^ ^ Rast. Der Verblichene war in Steiermarl/^ bekannt als Dichter unter dem Namen «HilarlU^^. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher ^ Wien, 20. März. König Milan, welches ^ in Budapest einen halbstündigen Gegenbesuch "^n sers empfieng, ist heute morgens in Wien emu ^^, und wurde auf dem Bahnhofe vom Gesandte ^, ujeviö empfangen. An dem gestrigen Hofdlner ««^„t pest zu Ehren Milans nahm auch VllN'st^ Tisza theil. :n i»ack Tricst, 20. März. Erzherzog WiM" ^ ^ch beendeter Artillerie. Infpicierung in Dolman Trebinje abgereist. , ^es ^ Budapest, 20. März. Das Unterhaus ".^ gestrige Affaire des Abg. Rohonczy dem >M« ^ Ausfchusse zu. Tisza wurde von der S^AchB mit Gejohle und Abzug-Rufen empfangen. '^ gejB der Sitzung fanden neuerliche Demonstranon ^ gh, die Minister und Tisza statt. Der oppo!""' ^zzky geordnete Toers. welcher den angegnffene" ^ schützte, wurde durch einen Stockhieb am «A Atz^ verletzt. Abends machten die Studenten ei ' ^ musik dem Abgeordneten Krajtsil, welcher " V^'M einen Streit hatte. Ein Exemplar des «Mmz ^ U vor dem Redactionslocale verbrannt. Gegen ^e" lizisten wurden Steinchen geschleudert, mehrere Verhaftungen vorgenommen. Mte e> Belgrad, 20. März. König Alexander r ",^F Schreiben an Königin Natalie, in dem ^ ^W bittet, nicht nach Serbien zu kommen. ^M>'" würde seine Stellung erschweren und es ly machen, sie im Auslande zu besuchen. .sW the' London, 20. März. StaatssecretärH S^ O< dem Unterhause mit, dass etliche Sch'^ ^ sM. geschwaders nach Tanger abgegangen 5"^ M" ten qewisse ernste Fragen ungelöst «^ die"' und Marokko; insbesondere handle es U ^ rätherische Ermordung britischer Unterchan^-^ Angekommene Fremde. Nm 19. März. ^O'Ipeld' Hotel Stadt Wien. Verens. Neisender, H°"f"A, ^. MHic"' mann, Linz. — Königsberg, Kaufmann, .^"^t.F Stern, Lehmann. K'önigsfeld und FriednH, "^ M"' Elsbacher, Kaufmann, Marlt Tüffcr. ^ ^ <^, ^ Prag- . Tension, M«',^ Hotel Elefant. Murnil, Hauptmann m ^^tlar^'Zt's Naney, Rosanis und Löwith, Kaufleute! A ^ Z)l, . Teuschl, Inspector, Diosgyor. - F")^'/ Kauf"' B«» leilner, Privatier. Klaaenfurt. - GlUton^" ^M, reich. — Kornitzer, Reisender, Fiume. lcmischa. — Trojan, ttaufm., Graz. M^ü^^M'^ Meteorologische Beobachtung«!^^ ^ z «lV !;......"D 7 U. Mg'' 727-6 5-2 SWTsch» ^l" »" 20.2. N. 725 9 6-2 NO. sch""« Mc"^ 9 . Ab. 728-5 5-6 NO. schwacl, ^ LM^ Vewültt, abends Regen. Das Tages""___^ ^ 5 7», um 1-8» über dem Normaie^^^^^l. ^^ verantwortlicher Redacteu^I^--^^ Eine Person, welche durch ein einfaches ^rde. H^., rigel Taubheit und Ohrengeräuschen »ey"' ^ aue'A^ eine Beschreibung desselben in deutscher If^lsoN/B aratis zu übersenden. Ndresse: I. H- ""^ ^4) Kolingassc 4. ______ 535 Course an der Wiener Börse vom 20. März 1889. «»«d.m »ü««.»«,«««««»«« " 130 - l2„,^ Geld Ware Grundentl.-Obliaationtn (für 100 si, LM.), ü°/<> aalizische..... 104 50 105 2b 5"/<> mährische...... l«9-25I1l»25 5°/« lkraln und Küstenland . , lu« —------- 5°/„ niederüsterrtichische . . , 109 50 110 25 5"/„ steirischc...... 104-75 — — 5"/„ lroatische und slavonische . i«4-b0 10« — 5"/„ siebenbttraische . . , . lNö- ,05 25 s»"/n Temesci Banat .... 105'— W5 llH 5,"/„ Uüglllischc...... 105'— t<»5'25 Andere öffcntl. Anlehen. Donau Ncg, Lose l,"/n l»0 si. . l2«bU 127^5« dw, «nleihe l«7« . . WN.751<>7^ Nnleben der Stadt Vürz . . 110— — — «»lehrn b, Ltadtnemeinbe Wien 10b 50 WN — Prüm,'«nl, d, Clndlnem, Wien l»5l 2b Il',2'— VörsenbauNnlehc!! verlos, s,«/« »!»«(» l»e A> Pfandbriefe (für l<»0 fl,). Äodencr, allg. öst. 4°/n G. . . lL« 5U 122 — blo. » 4>/,°/„. . . l««'Nl» u>l-- bto. » 4°/„ . . . 98-40 »8»0 blo, Prain.'Echnlbuerschr. 8«/„ W'. 25 lN!» - Ocst, Hypothelenbanl wj. 5<»"/„ INl — —-— Oesl, unn, «anl verl, 4>/,°/° . 101 75 102 25 belto » 4"/n - - »9«0 im» .'«> beltu 50jähr. » 4°/, . . vl>»0 100 '«» Prioritllts-Obliglltionen (für 100 fl,). sserdi»ll»di! Äiorbbah,, Em. 18«N 10!» 5!» 101' -Valizischs Karl Ludwig Vahn ltm. 1»«1 300 fl. 2, 4'///« . 10« !»0 INI 4l> »eld Ware Oesterr, Norbwestbahn . . . lU7«0 108 4« Llaa,....... l»z» - —,— Lüdbahu l» 3°/,...... I4ü-5l) 14» Osener Lose 40 st..... sz..^ ^,5,, Palfft, Lose 40 fl...... ^,._ <„ ^ Molhen Kreuz, üst. Ves. v., IN fi. »,. _ «, ^<> Rudolph Lose IN fl. , . . . zz _ zz_. Salm-Lose 40 st...... ^ ._ ^... Et.Genoi« Lose 40 st , . , «..«5 ,.,.,,. Waldsteiu Lose 20 st. .... A.3° °3.^ Windi!« Vray Lole 20 st. . . '«," 5^.« Gew. Lch,d,ü"/«Präm. Schuld" vrrsch, d, Äobencrebitanftalt . ,7-^. i« _ Vant. Nctien (per Etücl), An„l° Oesl. Vanl 200 st, nn°/„«, 125-N0 129. - Vaiilvereiü. Wiener 100 si. . . „>» »«, ,o» - Adlü-r, Äüfl, öst, 200 fl, E. 4N"/„ l»84-- »«5 — Vrbt, Aust. s. Hnnb, u, W, N«»fl, ul« - »«4 50 Credillinnl, Vlll», una., 200 st. . 8,0 25 »lN 75 Depositeüliaiil, Nll«, 20« st, 1»»,. iW- - Escumple Ges.Ndrüst, 500 st, . b2? — b4»-— Gir» n, llassenv,, Wiener 200 fl. i» »IX» fi. . 344 — 348 — Donau ^ Dampfschifffahrt - Ges., vesterr, 500 fi, CM, . . . 401 — 404 — Drau-ltis, (Ä, Db, Z,)200fi,G. — — —-— D»l Bobenb. ltis. Ä, 20« fl. S. —'—------- sserdinaub« Nordb. 1000 fl, VVl, 2ilib »535 Oal, Carl Ludw, Ä. 20« fl, 0fl, 448 — 4i0— Waano» Leihanst,, »ll«, in Pest »l> fi......... »0 50 «'.- Nr, Vanzesellslyaft lUO fl. . . ...... ^.-— Uiene, berger Z«egel «lrtien V«l- l?» — l?»'bs Devifen. Deutsche Plätze...... « « b» 7<» London........ l« ?» l» «b Par«»......... 4»'i». « ,7. Valuten. 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