AMTSBLATT DER BEHÖRDEN, ÄMTER UND GERICHTE DES LANDES KÄRNTEN Redaktion und Administration: Klagenfurt, Arnulfplatzl, Telephon 36-01, Klappe 451 .Postsparkassen- Anzeigen werden entgegengenommen in der Administration in Klagenfurt und in allen Annoncenkonto 189.606. Kärntner Landeshypofhekenanstalf, Konto Nr, 11349 expeditionen. Preise lauf Anzeigentarif. Bezugsgebühren: jährl.S60.—,halbjährl.S30.—,monatl.S5.— 7. Jahrgang / Hummer 32 Freitag, den 9. August 1957 Einzelpreis S 1.20 Generalsekretär der Intern. Vereinigung für Jugendhilfe besuchte Kärnten Der neue Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Jugendhilfe in Genf, Mu-lock Ilouwer, besuchte dieser Tage in Begleitung des Generalsekretärs der Österreichischen Gesellschaft „Rettet das Kind“, Mr. McTaggart, Einrichtungen der Jugendfürsorge in Kärnten und führte zugleich Aussprachen mit Vertretern der Arbeitsvereinigung der Fürsorgeverbände Kärntens durch. Am Mittwoch wurden das Nervenambulatorium und die Heilpädagogische Untersuchungsstelle in der Rosentaler Straße in Klagenfurt, anschließend das Landeserziehungsheim „Rosental“ in Görtschach und das Jugenddorf ..Wörthersee“ in Maiernigg-Alpe besichtigt. Bei einem zu Ehren des hohen Gastes am Abend vom Landeshauptmann Wedenig im Hotel „Sandwirt“ gegebenen Empfang, dem auch Landeshauptmannstellvertreter Kraßnig Und Hofrat Dr. Zojer beiwohnten, äußerte sich Generalsekretär Mulock Houwer in anerkennenden Worten über die verschiedenen sozialen Einrichtungen in Kärnten und würdigte im Interesse der ausländischen Jugendhilfsorganisationen wie auch der Jugendwohlfahrt in Kärnten selbst die kürzlich erfolgte Gründung der Kärntner Landesorganisation der Österreichischen Gesellschaft „Rettet das Kind“. Donnerstag stattete der Generalsekretär der Wiederherstellungsanstalt für körper-behinderte Kinder in Hermagor einen Besuch ab, deren neuzeitlich-zweckmäßige Ausgestaltung sein höchstens Interesse fand. Nach einem Besuch des Dorfgemeinschaftshauses in Bald-ramsdorf, wo Nationalrat Steiner den Gast begrüßte, wurde das mit ausländischer Hilfe in Seebach bei Spittal/Drau erworbene, ausgebaute und neu eingerichtete Jugendheyn für Ungarische Flüchtlingsjugendüche besucht. Eine Besichtigung des Jugenderholungsheimes Heroldeck am Millstätter-See beschloß den Zweitägigen Aufenthalt dieses hohen internationalen Vertreters in Kärnten. In den verschiedenen, während des Besuches geführten Aussprachen kam der Grundsatz der internationalen Solidarität und Hilfsbereitschaft, die alle der Genfer Internationalen Vereinigung für Jugendhilfe angehörenden Organisationen verbindet, wieder schönstens zum Ausdruck. Weitere Straßenbauten in Kärnten Im Zuge des programmgemäßen Ausbaues der Bundesstraßen in Kärnten wurde der Landeshauptmann vom Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau nunmehr ermächtigt, weitere Bauvergebungen durchzuführen und die Inangriffnahme der Arbeiten zu veranlassen. Zur Ausführung gelangen diesmal das Baulos Feldkirchen—Waiern, km 24,9 bis 25,5 der Turracher Bundesstraße, mit Hnem Kostenaufwand von einer Million Schilling, ferner das wichtige Bauvorhaben „Magni-Seng“, km 24,0 bis km 24,6 der Plöckenpaß-Hundesstraße, mit einer Baukostensumme von 2,500.000 Schilling, wovon ein erster Kredit in Höhe von einer Million Schilling freigegeben "'urde. Belobung von Gendarmen Das Gendarmeriezentralkommando im Bundesministerium für Inneres, Generaldirektion dr die öffentliche Sicherheit, hat nachstehend angeführten Gendarmeriebeamten für ihren Selbstlosen Einsatz bei einer alpinen Retlungs-nnd Bergungsaktion im Koschutagebiet die belobende Anerkennung ausgesprochen, und ^War: Gendarmerierevierinspektor Josef Böhm, Gendarmerieposten Waidisch; dem Provisorischen Gendarmen Helmut K ö f 1 e r, Gendarmerieposten Waidisch; Gendarmerie-Patrouillenleiter Anton ICanatschnig und Gendarmeriepatrouillenleiter Franz Krako-ynig, Gendarmerieposten Feistritz i. R., und dem provisorischen Gendarmen Otto L a -Pusch, vom Gendarmerieposten Zell-Pfarre. Ernennung Mit 1. August 1957 wurde vom Landesgendarmeriekommando im Namen de$ Bundes-'Pinisters für Inneres Gendarmerierayons-juspektor Erich Pukl der Gendarmerie-Erhebungsabteilung des Landesgendarmeriekom-’Uandos für Kärnten zum Gendarmerierevier-'nspektor ernannt. Die Kärntner Messe eröffnet Der Festakt mit Bundeskanzler Ing. Raab, den Bundesministern Dr. Bock und Graf, Landeshauptmann Wedenig und starken Delegationen aus Deutschland, Italien und Jugoslawien Die Kärntner Messe hat als erste Herbstmesse am 8. August ihre Tore aufgetan. Im Beisein von Mitgliedern der Bundesregierung, zahlreicher Gäste aus dem In- und Ausland, vieler hundert Aussteller und großer Bevölkerungsteile wurde sie in einem würdigen Festakt von Bundeskanzler Ing. Julius Raab mit einer Ansprache feierlich eröffnet. Vor dem mit den Farben der Republik, des Landes und europäischer Staaten umsäumten Platz am Eingang des Messegeländes in der St.-Ruprechter Straße, sammelten sich lange vor Beginn der Eröffnung große Menschenmassen an, die dabei sein wollten, wenn der Bundeskanzler unter den Klängen der Bundeshymne die Front der Ehrenkompagnie des Bundesheeres abschreitet und hierauf die Eröffnungsfeier mit den Ansprachen beginnt. Stadtrat Novak als Präsident der Kärntner Messe begrüßte die vielen Festgäste, die aus nah und fern gekommen waren; unter ihnen Bundeskanzler Ing. Raab, die Bundesminister Dr. Bock und Graf, Landeshauptmann Wedenig mit den Landesräten Signa, Ing. Truppe, Scheiber und Räder, Landesamtsdirektor Newole, Bürgermeister Graf mit den Gemeinderäten, die National- und Bundesräte, der Zweite Präsident und Mitglieder des Kärntner Landtages, die Präsidenten der Handels-, Arbeiter- und Landwirtschaftskammer, Vertreter des Bundesheeres mit General Fussenegger, Wien, die Vertreter der Polizei und Gendarmerie, der einzelnen Ministerien und die Spitzen der Kärntner Behörden. Ferner begrüßte der Messepräsident die deutsche Messedelegation mit Konsul Dr. Born von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Wien, von der italienischen Gruppe Hierauf ergriff Landeshauptmann W e d e -n i g das Wort und begrüßte Bundeskanzler Raab, die Mitglieder der Bundesregierung sowie die zahlreichen Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens. Besonders freuen wir uns, erklärte der Landeshauptmann, daß aus den Nachbarstaaten wie Deutschland, Italien und Jugoslawien so starke offizielle Vertretungen und zahlreiche Aussteller erschienen sind. Dadurch erhält die Kärntner Messe nicht nur eine besondere Note, sondern sie wird auch durch die Anwesenheit der starken Auslandsdelegationen hoch gewürdigt. Jedermann kann sich überzeugen, daß die Kärntner Messe als die größte wirtschaftliche Veranstaltung des Landes von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt. Die Kärntner Messe hat über ihre rein wirtschaftliche Bedeutung hinaus noch einen anderen Wert. Kärnten liegt nicht nur im Schnittpunkt dreier Kulturen, sondern auch an der Grenzmark dreier Wirtschaftsräume. Diese Gelegenheit bleibt nicht ohne Einfluß auf das Land und drängt ihr sozusagen eine Funktion auf, um Brücke zu sein und Vermittler nach dem Süden und Südosten. So ist die Kärntner Messe das große Schaufenster für die Wirtschaft des Adriaraumes. Zu Bundeskanzler Raab gewendet, sagte der Landeshauptmann: „Sie haben von Messe zu Messe Gelegenheit gehabt“, Herr Bundeskanzler, „festzustellen, daß sich alle wirtschaftlichen Kräfte des Landes redlich bemüht haben, die ökonomischen Grundlagen mit dem Ziel einer Entwicklung zum Wohlstand und Glück zu schaffen, die letzten Endes den sozialen Frieden sichern. Dies war nur möglich, weil aus den Lehren der chaotischen Kriegs- und Nachkriegsjahre eine Wirtschaftsgesinnung Platz gegriffen hat, die auch auf die Mitsprache der Arbeiterschaft nicht verzichtet. Industrie und Gewerbe haben ihr möglichstes getan, die Landwirtschaft hat ihre Anstrengungen verstärkt und wesentliche Produktionssteigerungen erzielt.“ Der Landeshauptmann führte weiter aus, daß man die Hände noch lange nicht in den Schoß legen kann, vieles bleibt noch zu tun. Kärnten ist durch seine günstige Lage, durch seine -abwechslungsreiche Landschaft zu einem gern besuchten Ferienland geworden. Mit diesem Zweig seiner Wirtschaft ist es auch für Gesamtösterreich ein Devisenbringer geworden, und man rechnet jedes Jahr beim Bund mit Konsul Francisci di Baschi, den Vizebürgermeister von Triest, Dr. Ing. Visintin, und von der starken jugoslawischen Delegation Bundesminister Kraigher, Botschafter Dr. Uvalic, den Präsidenten des Wirtschaftsrates Sloweniens, Bole, den Oberbürgermeister von Laibach, Dr. Dermastija, die Präsidentin der Handelskammer Sloweniens, Frau Mara Dermastija, den Generalsekretär der Bundeshandelskammer in Belgrad, Iva Barbalic, den Generalsekretär der kroatischen Handelskammer, Rajka Zece-vic, den Generalsekretär der slowenischen Handelskammer, Dipl.-Ing. Vehovar, und den Direktor der Laibacher Messe, Kresse. Nach unermüdlicher Arbeit präsentieren wir, erklärte der Messepräsident, auf der 6. Kärntner Messe all das, was in den Werkstätten, in Büros geschaffen und was Wald und Flur hervorgebracht haben. Namens der Landeshauptstadt hieß Bürgermeister Graf den Bundeskanzler In». Raab, die Bundesminister Dr. Bock und Verteidigungsminister Graf, Landeshauptmann Wedenig und die vielen Gäste herzlich willkommen. Der Bürgermeister dankte schließlich Stadtrat Novak, Stadtrat Außerwinkler sowie dem Direktor Gutschmar und allen anderen, die zur Gestaltung der Messe beigetragen haben. die jährliche Wiederkehr derartiger Ausstellungen notwendig ist, da sich doch der österreichische Export so über alle Erwartungen gut entwickelt hat. Wir dürfen aber nicht übersehen, daß die Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht schläft und daß man die Exportländer täglich sozusagen neu erorbem muß. Das leiseste Stillhalten drückt sich in wirtschaftlichen Verlusten aus. Wir dürfen weiter nicht außer acht lassen, daß leider im ersten Halbjahr des heurigen Jahres unser Außenhandelsdefizit gestiegen ist. Insbesondere deswegen nicht, da nach einem sehr starken Passivum im ersten Vierteljahr das Defizit in den letzten drei Monaten geringer geworden ist. Nun läßt sich aber jetzt schon voraussehen, daß in der Jahressumme die Bilanz unseres Außenhandelsverkehrs etwas ungünstiger ausfallen dürfte als im Jahre 1956. Wir können freilich mit Recht hoffen, daß auch der heuer wieder stark zunehmende Fremdenverkehr durch erhöhte Einnahmen das Defizit, das durch die Handelsbilanz entsteht, in der Zahlungsbilanz wieder wettmachen wird. Der stärkere Import ist für uns ein gewisses Warnzeichen. Er zwingt uns, alle Anstrengungen zu unternehmen, um auch den Export zu erhöhen. Und gerade diesen Zweck erfüllen Veranstaltungen, wie die Kärntner Messe, am allerbesten. Es hat sich in den letzten Monaten gezeigt, daß gerade die holzproduzierenden Länder in Europa und in Übersee verstärkte Anstrengungen machen, um ihren Export zu forcieren. Wir müssen daher damit rechnen, daß die österreichischen Holzexporte in der nächsten Zeit auf dem Weltmarkt auf eine verschärfte Konkurrenz treffen werden. Eg ist für den österreichischen Holzexporteur kein Geheimnis mehr, daß die Sowjetunion und Finnland mehr Holz auf den Weltmarkt werfen als bisher. Es ist bekannt, daß Kanada seine Holz-und Papierindustrie noch mehr ausgebaut hat und auch weiter ausbaut. Wie Sie wissen, sind im vergangenen Jahr zehntausende Tonnen an österreichischem Rotationspapier nach den USA verschickt worden. Heuer hat dieser Export fast aufgehört, da eben Kanada in der Lage ist, die benötigten Mengen an Papier zu liefern, und zwar vor allem auch zu billigeren Frachtsätzen. Wir müssen mit der Zeit gehen! Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erklärte Bundeskanzler Ing. Raab: Österreichs Holzwirtschaft hat aber eine große Chance, nämlich, sich rechtzeitig und auch im gewünschten Ausmaß in die europäische Freihandelszone einzuschalten. Dieses Projekt dient ja zunächst der Idee, den einzelnen Staaten Europas ihre Produkte leichter zugänglich zu machen. Von den an der Freihandelszone teilnehmenden Staaten sind wir im Verhältnis der größte Holz, und Papierlieferant. Wir haben also eine gute Ausgangsposition. Freilich, eine automatische Rente für unsere Holzwirtschaft wird auch diese Mitgliedschaft in der europäischen Freihandelszone nicht sein. Wir müssen die Holzverarbeitung so modern und rationell wie nur möglich gestalten. Wir müssen ständig mit der Zeit gehen und alle neuen Bearbeitungsverfahren sofort aufgreifen. Nur so können wir die verlangte Qualität zu günstigsten Preisen anbieten. Die zweite Verpflichtung, die wir vor allem gegenüber unserer eigenen Wirtschaft haben, ist aber die, daß wir alles unternehmen, damit das Holz, das wir mit Recht das Gold unserer Berge nennen, nicht eines Tages versiegt. An die Eröffnungsfeier schloß sich ein Rundgang durch die geräumige Messe an, wo überall die Regierungsmitglieder von den Ausstellern und den Messebesuchern freudigst begrüßt wurden. Landesrat Scheiber auf Urlaub Landesrat Scheiber befindet sich bis Ende August auf Urlaub. Er wird von Gemeinderat Direktor Wilfried Thurner vertreten. Das große Schaufenster ! den Eingängen aus Kärnten. „Diese Tatsache aber nötigt mich“, sagte der Landeshauptmann, „auf unsere Anstrengungen, den Fremdenverkehr in Kärnten zu fördern, hinzuweisen. Wir sind der hohen Bundesregierung und dem Ressortminister für den Ausbau unseres Bundesstraßennetzes gewiß sehr dankbar, aber das Land und die Gemeinden sind nicht in der Lage, mit der Bundesstraßenverwaltung Schritt zu halten, der zweckgebundene Mittel aus Steuern zur Verfügung stehen. Es müßten daher Bund, Land und Gemeinden ge-, meinsam einen brauchbaren Weg der Finan-I zierung des Straßen- und Wegebaues suchen. I Kärnten ist das besondere Sorgenkind der Bundesregierung. Durch seine geographische Lage ist es nach den beiden Weltkriegen in seiner wirtschaftlichen Entwicklung stark be-: hindert gewesen. Der Bundeskanzler hat im j Vorjahr bei dem gleichen Anlaß wie heute die ! Forderung des Landes als berechtigt an-j erkannt und die Hilfe des Bundes, soweit es | möglich ist, zugesagt. Es sind reine wirtschaftliche Maßnahmen und realisierbare Projekte, I die wir in unserem Nachholprogramm . der ; hohen Budesregierung unterbreitet haben.“ : Der Landeshauptmann schloß: „Wir wollen die | Wirtschaft des Landes so entwickeln und auf jenen Stand bringen, der es uns erlaubt, auch I einmal die Gebenden zu sein, und nicht I immer die Hilfe, anderer zu beanspruchen. Bundeskanzler Raab: Die Weltkonkurrenz schläft nicht Sodann hielt Bundeskanzler Ing. Julius i Raab die Eröffnungsansprache, in der er ein-! leitend darauf verwies, daß die Kärntner ! Messe für die österreichische Wirtschaft besonders bedeutungsvoll erscheine, bietet sie doch dem ausländischen Besucher eine willkommene Gelegenheit, Geschäftsverbindungen mit Österreich anzuknüpfen. Es ist klar, daß die Kärntner Messe, schon mit Rücksicht auf die örtliche Gegebenheit, besonders für unsere südlichen und südöstlichen Nachbarn von Interesse ist und daß der österreichische Export gerade nach diesen Richtungen durch die Messe in Klagenfurt eine wichtige Förderung erfährt. Mancher wird sich fragen, führte der Bundeskanzler weiter aus, ob denn Messerummel - Messebummel Kärntner Messe 1957 gut organisiert und vielgestaltiger Die Kärntner Messe und österreichische Holzmesse 1957 haben ihre Tore geöffnet, Die überaus starke Beteiligung von Ausstellerfirmen des In- und Auslandes, vor allem aber die Sonderausstellung des Fachverbandes der holzverarbeitenden Industrie Österreichs ihm Rahmen einer reichbeschickten Holzmesse, machen auch die diesjährige Messe zu einem wirtschaftlichen Ereignis von europäischer Bedeutung. Insgesamt 1034 Aussteller, davon 145 aus dem Auslande, haben ihre Kojen und Stände — einander an Geschmack überbietend — für zehn Tage dem Publikum zur Schau bereitgestellt. Die Reichhaltigkeit der Waren und Kollektionen überrascht, und nur kurasichtige Pessimisten, die es alljährlich immer wieder gibt, können beim Bummel durch die 18 Hallen nichts Neues entdecken. Wer aber Augen hat zum Sehen, kann sich an Textilien, an Gebrauchsartikeln, in der Holzmesse, an Industrieerzeugnissen, an Nahrungs. und Genußmitteln, an Maschinen und schließlich am bunten Gewühl des Vergnügungsparks weiden. Ti Zu den vielen Selbstverständlichkeiten, die zu einer Messe gehören, und die nur dann bemerkt werden, wenn sie fehlen oder nicht so sind, wie sie sein sollen, gehört auch das Messegelände selbst. Die Kärntner Messe verfügt nun über ein Messegelände, das sicherlich mustergültig in seiner Art ist. Das gesamte Messegelände umfaßt ein Areal von 130.000 Quadratmeter. Davon sind 33.000 Quadratmeter gedeckte messeeigene Fläche (18.000 Quadratmeter Zelthallen und 15.000 Quadratmeter in festen Bauten); dazu kommen noch rund 15.000 Quadratmeter Fläche in den Fixbauten jener 47 Ausstellerfinnen, die sich als Stammgäste auf dem Messegelände niedergelassen haben. Heuer sind drei solcher Fixbauten neu hinzugekommen: der hochmoderne jugoslawische Pavillon, der Ziegeleienverband und die Messefiliale der Bank für Kärnten. Die AVE-Möbelfabrik hat ihren alten Pavillon ganz bedeutend erweitert. Das Messegelände ist tadellos kanalisiert und wird von Asphaltstraßen durchzogen. Auch die meisten Zelthallen stehen auf Asphalt. Im Messepostamt ist wiederum ein öffentlicher Fernschreibanschluß mit der Kennzahl 04 und der Rufnummer 333 eingerichtet. Außerdem steht ein Femsprechanschluß mit der Kennzahl 04-222 und der Rufnummer 64-41 zur Verfügung. Dem Stadtverkehr dienen die Telephonzellen auf dem Gelände. Eine Filiale der Bank für Kärnten steht zur Abwicklung sämtlicher Bankgeschäfte, also auch des Devisenverkehrs, zur Verfügung. Querschnitt durch Österreichs Holzindustrie Den Kern der österreichischen Holzmesse bildet die Sonderausstellung des Fachverbandes der holzverarbeitenden Industrie Österreichs. Der Verband, dem rund 520 Firmen angehören, hat in diesen drei Hallen einen Querschnitt durch die Produktion seiner Mitglieder aufgebaut, der einen vollständigen Eindruck vom Leistungsprogramm dieses für Österreich ganz besonders bedeutungsvollen Wirtschaftszweiges gibt. In Halle 6 werden hauptsächlich Fenster, Türblätter und Wände in Fertigbauweise, Bodenplatten, Bau- und Schalplatten, Barackenteile, aber auch Schubkarren und andere Baubehelfe, ferner Küchen-tmöibel, Möbel und Klaviergehäuse gezeigt. Halle 8 enthält u. a. Fußbodenblätter und Mo-saikparketten, Spanplatten und Preßstoff-platten verschiedenster Art, Holzkonstruktionen (Stiegen usw.), Spezial-Sitzmö’bel, Polstermöbel sowie eine statistische Schau über die Verwendung von Holz in den verschiedenen Industriezweigen. Halle 9 zeigt: Möbel, Küchenmöbel, Stühle, Patent-Regale zur beliebigen Zusammenstellung, Karniesen und Leisten, Türen, Fenster, Pinsel, Bürsten, Zahnbürsten, Reisbesen sowie sämtliche einschlägigen Produkte und Kanzleimöbel. Im Rahmen der Kärntner Holzsortimentschau wird heuer besonderes Gewicht auf die Propagierung des Lärchenholzes gelegt und dessen vielseitige Verwendbarkeit demonstriert. Die Lärche, die in den sonnseitigen hohen Gebirgslagen Kärntens und der Steiermark besonders häufig anzutreffen ist, wird wegen ihrer guten Eigenschaften gerne als „Eiche unter den Nadelhölzern“ bezeichnet. Im Wasser ist das Holz geradezu unverderblich, an der Luft erreicht es ein Alter von vielen Jahrhunderten; ein besonderer Vorzug ist .seine Dauerhaftigkeit im steten Wechsel von Trockenheit und Nässe. Die technischen Werte für Elastizität, Biege-, Druck-, Zug-, Scher-, und Drehfestigkeit liegen zwischen jenen für Kiefern, und Rotbuchenholz. Daher ist das Holz ungemein vielseitig verwendbar. Um die Lärche als Mittelpunkt gruppiert sich die übrige Sortimentschau, die Schnittholz in allen Formen, Arten und Qualitäten zeigt und einen Überblick über Leistungsvermögen und Arbeitsqualität der heimischen Sägewerke gestattet. Verpacke mit Holz! Dieser Ausstellung kommt insofern besondere Bedeutung zu, als sie geeignet ist, nicht nur den Konsumenten, sondern vor allem auch den Letztverteiler und den Produzenten anzusprechen und darauf hinzuweisen, daß modeme Verpackung immer mehr eine Lebensnotwendigkeit wird. Die von dem Wiener Architekten Otto Loider besonders geschmackvoll gestaltete Schau zeigt alles, was an Verpackungsmaterialien aus Holz gemacht werden kann: gewöhnliche, beschichtete, durchsichtige und fettdichte Papiere und daraus erzeugte Rollen, Säcke und Hüllen, moderne Glühlampenverpackungen, runde und unrunde Verpackungen verschiedenster Art, transportsichere Bahn Verpackungen mit Bahngarantie, Butter-, Bier- und sonstige Kisten, Fässer aller Formen und für alle Verwendungszwecke, Plattenfässer aus Faserplatten, Well-, Bitumen-und wasserdichte Pappe und daraus hergestellte Verpackungsmittel, Packstricke, Zellglas, Zigaretten- und Klarsichtpackungen, Kar-tonagen in allen möglichen Formen, einbruchsichere Faltfkartons, Pappebecher, Schachteln usw. Transportbehälter und vieles andere. Eine Firma zeigt die Herstellung von Teeaufgußbeuteln. Universelle Holzfaserplatten Auch in diesem Jahr bietet die F u nd er-Sonderschau Neuheiten. Vor allem ist es die Funder-Triplexplatte, eine Möbelbauplatte, welche da$ besondere Interesse der Fachwelt erwecken wird. Mit der Funder-Triplexplatte ist es erstmalig möglich, Möbel auch in kleinen Serien rationell herzustellen. Aber auch das übrige Funderplatten-Sortiment, das auch heuer mit neuen Dessins aufwartet, ist beachtenswert. Die zahlreichen Verarbeitungsbeispiele werden auch in diesem Jahr wieder einhellige Bewunderung finden, zumal bereits viele der ausgestellten Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände von Möbelfabriken hergestellt werden und in den einschlägigen Geschäften erhältlich sind. Es gibt wenige Artikel, für welche in den letzten Jahren der Preis nicht mehrmals erhöht wurde. Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Funderplatte! Die Preise dieser Erzeugnisse konnten trotz erhöhter Lohn- und Materialkosten seit ihrem Erscheinen am Markt gleichgehalten werden. Die Leitgeb-Werke zeigen bei der heurigen Klagenfurter Holzmesse ihre Produktion in zwei großen Ausstellungen. Im Leitgeb-Messehaus finden sie die Produktion des Holzfaserplattenwerkes, in der Sonderausstellung der holzverarbeitenden Industrie das gesamte Erzeugungsprogramm , des-, Werkes, also auch Schnittholz und kyanisierte Maste ausgestellt. Zu den Messeneuheiten der Firma Leitgeb gehört die Ricolor-Span-platte. Dieses neue Ricolorerzeugnis besteht aus einer Spanplatte (Homogenholz) 18 mm stark, die beiderseits mit dem anerkannt hochwertigen Ricolorbelag beschichtet ist. Durch die symmetrische Absperrung bleibt die Platte vollkommen gerade und eignet sich durch ihre Stärke besonders für die vereinfachte Herstellung von Möbeln aller Art. Rahmenkonstruktionen usw. können in Wegfall kommen. Betonschalungen Ferner bringen die Leitgeb-Werke auf Grund der bei einigen Großbauten gemachten Erfahrungen auch eine eigene Betonschalplatte heraus, die, mit einer speziellen Imprägnierung versehen, wesentliche Einsparungen an Arbeitsaufwand und Zeit ermöglicht. Besonderer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor der unter der Bezeichnung Plattenparkett seit Jahren herausgebrachte Leitgeb-Fußboden-belag, da er im Verhältnis Preis, Dauerhaftigkeit und Aussehen eine sehr günstige Lösung darstellt. Tapezierer, Sattler und Lederwarenerzeuger Wie alljährlich veranstaltet das Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammer der gewerblichen Wirtschaft eine Sonderschau, in der Gewerbe, die von der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Zeit in ihrer Existenz bedroht erscheinen, zeigen, was sie zu leisten imstande sind. In Zusammenarbeit mit den Landesinnungen der Tapezierer, Sattler, Taschner und Lederwarenerzeuger wird eine Produktions-Übersicht geboten, in der diese Gewerbezweige beweisen, daß sie es durch Umstellung ihrer Produktion verstanden haben, den Bedürfnissen unserer Zeit Rechnung zu tragen. Die Tapete, die in anderen europäischen Ländern zu den Selbstverständlichkeiten gehört, ist bisher in Österreich nur selten zur Kenntnis genommen worden. Ihr wird in dieser Sonderschau ganz besonders viel Platz eingeräumt. Eine große Hotelhalle und zwei ebensolche Kojen zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, die der Raumgestaltung durch die Verwendung von Tapeten aller Art geboten werden. Das Sattlergewerbe zeigt einmal das Herkömmliche: Reit- und Zuggeschirre und was alles bei der Benützung tierischer Zugkraft Verwendung findet. In einer wohleingerichteten Sattlerwerkstatt werden Ledertreibarbeiten demonstriert; aber auch die Herstellung, das Schneiden und Nähen von Fußbällen, wird viele Interessenten finden. In Glasvitrinen werden weiterhin die vielfältigen Erzeugnisse aus Leder ausgestellt, die — wenn sie auch durch Kunststoffe ersetzt werden — doch noch immer unentbehrlich für den täglichen Bedarf sind. Sonderschau der Hafner In einer anderen Halle zeigt die Hafnerinnung Proben ihres Könnens. Vor allem Öfen, viele in bäuerlichem Stil, dazu Keramiken verschiedenster Art geben Zeugnis von der Leistungsfähigkeit dieses Gewerbezweiges. Die Freilichtschau der Kärntner Betonwarenerzeuger ist heuer noch umfangreicher als auf der vorjährigen Messe. Sie ist auch diesmal auf dem Freigelände errichtet. Daneben hat die Kärntner Ziegelindustrie ein fixes Objekt gebaut, in und mit dem die vielseitige Verwendungsmöglichkeit des heimischen Zie- gels gezeigt wird. Schließlich weisen die Kärntner Natursteinerzeuger in einer Gemeinschaftsausstellung auf die Förderangswürdigkeit ihrer Erzeugnisse hin, die in der Vergangenheit ganz zu Unrecht in den Hintergrund treten mußten. Die Kärntner Landwirtschaft Wie jedes Jahr erscheint auch auf der Messe 1957 die Landwirtschaftskammer für Kärnten mit mehreren Sonderschauen, die sicherlich wieder das Interesse der Besucher finden werden. Das Attraktivste, auch für den Laien, wird ein Modell-Laboratorium sein, in dem Heu auf seinen Gehalt an Eiweiß und anderen Nährstoffen untersucht wird. Die Besucher können Proben mitbringen, die hier kostenlos und rasch analysiert werden. Leistungsschau der Landjugend Auch die Landjugend stellt sich wieder ein. und zwar mit einer Leistungsschau, die zeigt, was der moderne Bauer auf dem Gebiet der Tierzucht und Tiermast kann. Selbstgezogenes Geflügel, Rinder, vielleicht auch Fohlen und Schafe, werden vorgestellt;' gleichzeitig wird auch eine Fütterungslehrschau gezeigt. Außerdem führt die Landjugend die im Zuge ihrer Trachten-Emeuerangsaktion selbstgeschneiderten Trachten, ihre Hand- und Webarbeiten vor. Gemüse — Blumen — Bäume „Eßt mehr heimisches Gemüse!“ ist die Parole, die auch im Vorjahr zahlreiche Besucher zu den Tischen mit den appetitlichen Gemüseplatten zog. Heuer wurde dieselbe Schau vergrößert. Im Glashaus ist die Blumenschau der Erwerbsgärtner, im Freien sind die Baumschulen mit ihren Spitzenprodukten zu sehen. Besonders die Clematis-Schau, die geradezu eine europäische Berühmtheit ist, erfreut die Besucher. Das bäuerliche Bildungswesen stellt sich mit einer in bildlichen Darstellungen gebrachten Übersicht über die Lehrlings- und Fachausbildung ein, während man auf dem Freigelände verschiedene Methoden der Schädlings- und Unkrautbekämpfung praktisch vorführt, was besonders heuer, im ersten bedeutenden Kartoffelkäferjahr, von großem Interesse ist. Jugoslawien auf der Kärntner Messe Die Kärntner Messe, auf Grund der geographischen Lage des Landes zur Dreiländer-Messe prädistiniert, hat seit Jahren zwei Stammgäste: Jugoslawien und Italien, vertre-VTHSSUflKl;Friaid e^e^its,,durch Slowenien und Kroatien anderseits. Die jugoslawischen Aussteller haben statt der bisher üblichen Zelthalle einen Ausstellungspavillon errichtet, der mit der Eleganz seiner Formen und infolge der verwendeten Baustoffe wohl das schönste und sicherlich das modernste Ausstellungsgebäude auf dem Messegelände ist. Dieser Pavillon, der Aufsehen erregt, kostet rund zwei Milhonen Schilling. Als Materialien verwendete man Marmor, Glas und mit Eloxal verkleidete Stahlkonstruktionen. 30 Firmen aus Jugoslawien stellen ihre Waren in diesem neuen Pavillon zur Schau. Sie zeigen Fischkonserven, Pharmazeutika, Schlachttiere und Fleischwaren, Honig und Bienenwachs, Obst, Wein, Holz, Leder, Aluminium, Kunst-Schmiedewaren, Emaillen, Glas, Marmor, Tabak, Lederwaren, Düngemittel, Mineralwasser, Möbel, Hüte, Metallemballagen und vieles andere mehr. In Anwesenheit vieler Gäste und Messebesucher eröffnete der jugoslawische Generalkonsul den neuen Pavillon, der eine Ansprache der Präsidentin der slowenischen Handelskammer, Frau Mara Dermastij a, voranging. Bundeskanzler Raab übermittelte der jugoslawischen Delegation den Dank der Bundesregierung für ihr Interesse an der Kärntner Messe, wo von Jahr zu Jahr sich immer mehr Aussteller" aus Jugoslawien einfinden mit dem Zweck, in wirtschaftliche Beziehung zu treten. Der Bundeskanzler gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Zukunft ein reger Warenaustausch zwischen den beiden Staaten beibehalten wird. Möbel aller Art . Sehr reichhaltig ist auf der Messe die Möbel-schau, die nicht nur Produkte aus Holz oder Metall, sondern auch Kombinate zeigt, die unter Verwendung moderner Holzprodukte hergestellt wurden. Die Schau reicht vom stilechten Heimatmöbel bis zur modernen, aus Einzelbau teilen bestehenden Einrichtung. Vor allem ist die Sitzmöbelschau sehr umfangreich, darunter einige neue Sesselmodelle sowie Kombinationen aus Sitz- und Liegemöbel. Dazu gehören ferner zusammenlegbare Patentbetten, aber auch neuentworfene Büromöbel, z. B. Schreibtische mit ausziehbarer Hängeregistratur. oder Versenkvorrichtung für die Schreibmaschine. Zur Ausgestaltung der Wohnung zählen auch die Produkte mehrerer Teppichfirmen sowie Florentiner Glas- und Silberarbeiten und Glaswaren aus Muranö. Maschinen für Gewerbe und Haushalt Sehr umfangreich ist das Angebot an Maschinen, die sich für die Verwendung im Ge- werbe oder im Haushalt eignen: Kühlschränke und Kühlvitrinen, Aufschnittmaschinen und Wurstschneider, Maschinen zur Bereitung von Speiseeis, Espresso, geformten Keksen, Teigen aller Art,„„ferner Fleischereimaschinen, Kaffeemühlen, Gebäckfroster, Schankänlagen, Hausselchen, eine Maschine, die auch aus ungeeigneten Fleischstücken saftige Schnitzel macht, ein neuartiges Fettbackgerät, Nudelmaschinen, Schnellkochtöpfe für kontrolliertes Kochen, Plastikschöpflöffel, verschiedene moderne Küchenmaschinen, Obst- und Fruchtpressen und Gemüsezerkleinerungsmaschinen. Speziell für den Haushalt sind auch Waschmaschinen, Staubsauger und entsprechende Zusatzgeräte gedacht. Groß ist ebenfalls d?« Angebot an Nähmaschinen modernster Konstruktion, Bügeleisen und Patent-Bügelbrettern, Handstrickapparaten und ähnlichem, wobei ein Knopfloch- und Zierstic’nautomat besonders auffält. Öfen und Herde Außer in der Kollektivschau der Hafnerinnung ist die moderne Heiztechnik auch sonst auf der Messe reichlich vertreten: transportable Kachelöfen, Heißluftöfen für Großraumheizung und Mehrzimmerheizung, Herde für Leucht- und Propangas, Dauerbrandöfen und Kamine, Sparherde mit anschließbaren Etagenheizungen, Zusatzöfen und elektrische Raumheizungen. Büromaschinen Außer den modernsten Schreib- und Add'er-maschinen ausländischer Erzeugung werden Buchungs- und Fakturiermaschinen, Umdruck- und Zeilendruckmaschinen. Arbeit5" Vorbereitungsmaschinen und eine schrebend«? Buchungsmaschine mit zwei Zählwerken ge" zeigt. Maschinen und Industrieanlagen Eine Kärntner Firma zeigt Holztrockenanlagen; daneben werden Erdbewegung5" maschinen, Planierraupen, Bagger verschi«" dener Art, Kompressoren, Preßluftmaschinen, Farbspritzgeräte, ein amerikanisches Grabenziehgerät, Nagel- und Schraubeneindrehgerät6’ fahrbare Leitern, Wasserturbinen, Öldruckregler, Anstellaufziige, Ladekräne, Großbaugeräte aller Art, Handpunktschweißzangsn- Lackpistolen, Schweißtransformatoren, ab61 auch diverse Drahtwaren und Metallwerk zeuge, Kunststoffrohre für Wasserversorgung5" anlagen, Kupplungen für Asbestzementrohr6-flüssiges Industriegas und Baufolien geze.'g' -die als Bauglocken ganze Rohbauten überdecken und so das Weiterarbeiten auch m1 Winter gestatten. Hierher sind auch Neon Schriften und Lichtreklamen zu zählen. Elektrische Apparate und Fotoartikel Schau von RadioapP“' Musikschränken, Fortsetzung Sette 5 Umfangreich ist die raten, Fernsehgeräten, Rudolf Cefarin f Im 62. Lebensjahre ist Regierungsrat i. R. Rudolf Cefarin am 3. August in Villach einem Gehirnschlag erlegen. Seinem ausdrücklichen Wunsche folgend, wurde der allzufrüh Verstorbene am 6. August im Villacher Waldfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. In Rudolf Cefarin, der einer Arbeiterfamilie entstammt, verliert das geistige Kärnten einen seiner besten Vertreter. Unzählige Aufsätze historischen Inhalts über seine Vaterstadt Villach waren die Beiträge zum Tagesschrifttum Kärntens, einige literarische Arbeiten aber, hoben ihn, den Autodidakten, über den Durchschnitt der Geistigschaffenden. Die Themen seiner Vielseitigkeit waren von der Geschichte Kärntens gestaltet, die er mit peinlicher Akribie behandelte. Bekannt sind seine »Kärntner Monateblätter“, die er mit Guido Zernatto seinerzeit herausgab und seine »Kärntner Heimatblätter“, die zu den wertvollen periodischen Druckschriften zählten, die in Kärnten erschienen sind. Geboren am 12. April 1895 in Villach, er-Kriff Rudolf Cefarin nach Absolvierung des Realgymnasiums den Beruf eines Steuerbeam-len, der aber durch Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochen wurde. Zurückgekehrt zUm Schreibtisch des Steueramtes, litt es ihn dort nicht lange. Die Berufung zum Schriftsteller und Journalisten war stärker und Cefarin wird von 1926 bis 1933 Mitarbeiter in-uud ausländischer Blätter. Eine Zeit ist er Kor-^cspondent einer deutschen Zeitung in Rom. Von 1933 bis 1938 war er auf Grund seines Fleißes in der Aufspürung, Sammlung und Durcharbeitung historischer Begebenheiten Kustos am Villacher Museum. Seine kosmopolitische Gesinnung konnte sich aber in den Tagen der Okkupation Österreichs nicht mit dem NS-Regime anfreunden und sein auf-techter Charakter hinderte ihn mit dem Nationalsozialismus ein Kompromiß zu schließen. Cefarin wurde „gewogen“ und für den Posten ?faes Kustos als zu „leicht“ und unwürdig befinden; er wurde zu verschiedenen Kriegsdienstleistungen verpflichtet. Anfang 1945 Entscheidet sich Rudolf Cefarin für den Widerstandskampf gegen den Faschismus und er Schloß sich mit seiner Gattin als österreichi-Scher Freiheitskämpfer den Titopartisanen an nnd lebte viele Monate, gejagt und voll Entbehrungen, in den Wäldern Sloweniens. Nach dem Kriege trat Cefarin in den Dienst des otntes der Kärntner Landseregierung und |vUrde mit den Angelegenheiten der Minderet betraut. Sein Wirken für die Befriedung Landes als Voraussetzung des Wiederauf-aues unseres Landes war verdienstvoll. Sein schöpferischer Geist drängte ihn zu ''eiteren Publikationen und an seinen größeren ^rbeiten, wie jene über die Geschichte des ressewesens in Kärnten und die umfängliche Geschichte des österreichischen Frei-vpitskampfes innerhalb der jugoslawischen Vfeiheitsarmee waren, was in Rudolf Cefarin eRte, der Historiker, Politiker, Philologe und b’cht zumindesten der Poet, beteiligt. Ein rascher Tod hat ihm die Feder ent-fssen, die noch viel geleistet hätte. Wenn 4Uch Rudolf Cefarin im Grunde eine welt-abgezogene Gelehrtennatur war, sein Leben 'Var immer der Freiheit des Geistes gewidmet. Dfrer seinem Tun thronte die Erkenntnis, daß Freiheit und soziale Gerechtigkeit die sicherste Grundlage ist für den Bestand und bcn Fortschritt eines Volkes. Er war ein Mann mit Gesinnung, ein Demokrat und ein Kämpfer für Freiheit und für Heimat. Fremdenverkehr und Erholung Ruhige Zonen von vielen Gästen bevorzugt — Unberührte Gebiete sollen erhalten bleiben Ein Kurgast, der seinen Erholungsurlaub an einem See verbrachte, erhielt auf seinen Beschwerdebrief folgende Antwort: „Wir bekommen ja eine Menge etwas dümmlicher Post, aber Ihr Brief ist denn doch ein Gipfel. Sie beschweren sich darüber, daß Ihnen, am Strande liegend, per Lautsprecheranlage dauernd Lärm übermittelt wird. Erstens: Was sollte sie sonst wohl übermitteln? Zweitens: Warum hören Sie denn zu? Drittens: Wozu sind Sie dann überhaupt an den See gefahren?" Eine österreichische Montag-Zeitung beginnt einen Urlaubsbericht so; „Einmal im Jahr überkommt den Menschen das Bedürfnis, für einige Zeit wesentlich schlechter als zu Hause zu wohnen und dafür mehr zu bezahlen. Da dieses Bedürfnis zumeist im Juli oder August empfunden wird, nennt man diese Zeit die Saison und leitet daraus die Berechtigung ab, in ihr so viel zu verdienen, daß man auch dann, wenn die Urlauber längst zu Hause sind, noch von ihnen leben kann. Schön, da$ Dasein kostet Geld, und was tut man nicht alles für seine Gesundheit? Nennen Sie mir aber schnell einen Menschen, der in seinem Urlaub etwas für seine Gesundheit getan hat?“ Die sehr seriöse Wochenzeitung „Die Furche" bringt in einer Stellungnahme („Der nichtjagdbare Mensch") zur geplanten Errichtung einer Wasserski-Ubungsanlage im Klo-peinersee folgende Äußerung eines Gastwirtes: „Meine Gäste klagen heuer über die zunehmende Unruhe, manche ziehen nach zwei Tagen deshalb wieder aus. Bis spät in die Nacht hinein hämmern Tanzmusik und Music-Boxes und stören sogar den Schlaf der Gäste. Das ,Wasserski-Rmgelspiel‘ bringt neuen Lärm und verhindert außerdem auf weitem Umkreis das freie Schwimmen im See. Meine Gäste haben in den Städten genug Attraktionen, hier möchten sie sich einmal davon ausruhen können. Deshalb kommen sie zu uns." Solche Äußerungen, Stellungnahmen und Berichte findet man so häufig in Zeitungen und Zeitschriften, daß Länder, in denen der Fremdenverkehr wirtschaftliche Bedeutung besitzt, verpflichtet sind, die echten Ursachen dieser Kritiken zu suchen. Wenn wir davon ausgehen, daß sich „eine sorgfältige Studie der verschiedenen psychischen und mentalen Eigenarten unserer Gäste aus sehr verschiedenen Ländern“ verbinden muß mit einer „ebenso sorgfältigen Studie unseres Landes und unserer Landschaften“ in Hinblick auf typische „Erholungs- und Vergnügunseinrichtungen“, dann müssen wir leider feststellen, daß blinde Nachahmung und ein provinzieller „Fortschrittsaberglaube“ bereite sehr viel „Typisches“ leichtfertig zerstört haben. Es steht außer Zweifel, daß gewisse und dafür prädestinierte Fremdenverkehrsorte „Betrieb“ machen müssen, um einer Anzahl von Gästen — sie ist zweifellos in der Minorität — ausreichende „Amüsiermöglichkeiten“ zu bieten. Keinesfalls sollte man aber eine solche Entwicklung — trotz aller Interventionen — in Gebieten dulden, die wegen ihrer landschaftlichen Schönheiten, wegen der Vielfalt ihrer natürlichen Gegebenheiten und ihrer abseitigen Lage von lärmenden Verkehrsstraßen echte Erholungsmöglichkeiten bieten. Auf Kärnten übertragen, würde dies bedeuten, daß die immer beliebter werdenden kleineren Seen und Teiche in ihrer Eigenart und Unberührtheit erhalten bleiben müssen für jene Gäste, die den „Betrieb“ in Velden. Pörtschach, Millstatt usw. nicht wünschen. Die Besitzer des Faakersees, Keutschachersees oder Malt-schachersees haben dieser praktischen Erfahrung vorausschauend Rechnung getragen und auf „fortschrittliche*^?) Maßnahmen zur ,,Förderung“(?) des Fremdenverkehrs verzichtet. Man wird diese Erfahrung auch bei den anderen, im öffentlichen Besitz stehenden Seen berücksichtigen müssen. Wellenroller, Wasserski-Karussels, Music-Boxes usw. sind vielleicht für die „Provinz“ attraktiv, aber sie sind kein Ersatz für die in den Prospekten oft gepriesene „idyllische Ruhe“, für die fehlende Kanalisation oder die fehlenden Promenadewege und öffentlichen Grünflächen. Wie wenig selbst die mit Fremdenverkehr befaßten Stellen dem Erholungs. und Ruhebedürfnis der Mehrzahl der Gäste Bedeutung beimessen, beweist eine von einer zentralen Stelle herausgegebene Zeitschrift, die auf derselben Seite die sehr lärmenden Wellenroller anpreist und darunter ein vor Jahren aufgenommenes Bild des Ossiachersees bringt, und von dessen „idyllischer Ruhe“ schwärmt. Wenn dort am Sonntag sechs solcher von jungen Burschen gesteuerte Wellenroller in Front angefahren kommen, dann kehrt man — wenn dies möglich ist — reumütig wieder in die eigene Wohnung zurück, weil sie immer noch viel ruhiger ist als mancher „Kurort“. Da der Hauptanteil der ausländischen Gäste aug hochzivilisierten und technisierten Staaten stammt, die bereite gezwungen sind, in Landschafts- oder Naturschutzgebiete (lärmfreie Zoneen) auszuscheiden, die ausschließlich dem Fußgänger Vorbehalten sind, haben wir diesem Umstand genau so Rechnung zu tragen, wie dies bereite in anderen Ländern geschieht. Niederösterreich baut an den Ufern der Stauseen im Kamptal Robinson-Siedlungen (Abstand von Haus zu Haus 1 km), deren Häuser pro Woche oder Monat vermietet werden, wobei in der Miete die Fischereierlaubnis eingescblossen ist. Obwohl der Mietpreis noch nicht festgesetzt ist, sind die ersten Bungalows für 1957 bereits ausverkauft. Für 1958 liegen Bestellungen aus Wien und Deutschland vor. In den still&i und abgelegenen Dörfern der Eifel, die in Paris, London und Stockholm als Inbegriff „deutscher Waldeinsamkeit“ begeistert gepriesen werden, sind keine Zimmer mehr zu erhalten, in der Nähe westdeutscher Naturschutzgebiete werden Feriendörfer errichtet, in schön gelegenen Dörfern Schwimmbäder und möblierte Sommerhäuser gebaut, das Notstandsgebiet „Bayrischer Wald“ wird gerne und fortlaufend besucht von Erholungsuchenden aus dem Ruhrgebiet und Westberlin. ... Es ist hoch an der Zeit, daß man auch bei uns diese tiefgreifende Wandlung des Fremdenverkehrs erkennt und die außerordentlich günstigen Möglichkeiten Kärntens richtig nützt — ehe es zu spät ist. Dr. Rudolf W u i z e r Die Geschichte eines Hauses Ehrenplakette 1957 „Schöneres Klagenfurt" für das Haus Herrengasse 2, der Kämtnerischen Landes-Brandschaden-Versichenmgs-Anstalt Vor einigen Tagen erhielt die Kämtnerische Landes-Brandschaden-Versicherungs-Anstalt für den Um- und Aufbau des Hauses Herrengasse 2 seitens der Stadtgemeinde Klagenfurt im Zuge der Aktion „Schöneres Klagenfurt“ einen Ehrenpreis. Es handelt es sich um das Zweitälteste Haus von Klagenfurt. Das Haus Herrengasse Nr. 2 ist ein ehemaliges städtisches Gebäude und gehört zu den ältesten von Klagenfurt, wie ja die Herrengasse überhaupt die ältesten Adelshäuser aufweist. Es hat eine gutgegliederte Fassade mit starken Kapitellen, einen dreiseitigen Arkadenhof mit einer eingemauerten Skulptur eines Kopfes, über deren Bedeutung keine Nachweise vorliegen. Es soll sich nach Überlieferungen um ein Gerichtsgebäude handeln. Die Geschichte behauptet, daß diese Maske einen Bäckerlehrling darstellt, der irrtümlicherweise justifiziert wurde. Dieser Bäckerlehrling war angeklagt, seinem Brotherrn eine Geldkatze gestohlen zu haben, wofür er zum Tode verurteilt und hingerichtet worden sein soll. Später soll man diese Geldkatze hinter einer großen Truhe gefunden haben. Als Mahnzeichen an diesen Justizirrtum soll später die Maske des Bäckerlehrlings am Justizgebäude angebracht worden sein. Wegen seines historischen Alters steht das Gebäude unter Denkmalschutz und die Fassade mußte erhalten bleiben. Uber die Vergangenheit des Hauses liegen folgende Daten vor: Der älteste nachweisbare Besitzer aus dem Jahre 1539 war ein geadelter Steuerbeamter namens Benedikt. Es folgten seine Nachkommen, die Familien von Jonasburg und von Eggersperg, bis das Haus im Jahre 1770 durch Kauf an den Advokaten Dr. Franz von Pirkenau überging. Im Jahre 1795 ist Josef von Milesi mit sechs anderen Mitbesitzern, darunter das Kapitel zu Maria-Saal und das Ursulinenkloster zu Klagenfurt im Grundbuch als Eigentümer eingetragen. Es folgt ein Johann Xaver Baumgartner, bis im Jahre 1820 das Haus vom Webermeister, Handelsmann und Weinwirt Lukas Glaser, erworben wurde, der als erster darin ein Gasthaus „Zum Goldenen Anker“ betrieb. Bis 1895 blieb das Haus in der Familie Glaser, worauf es zum regelrechten Handelobjekt wurde, oft den Besitzer wechselte und dabei ständig mit Hypotheken belastet war. Das Gasthaus, einst ein beliebter Treffpunkt unserer Vorfahren, ging von einer Hand zur anderen und war in der letzten Zeit von keinem Pächter mehr hochzubringen. Ab 1891 war Margarethe Schlemitz-Potiorek Eigentümerin. Sie vererbte das Haus im Jahre 1930 an Frieda Potiorek, nun ver- ehelichte Hans. Frau Hans ist die Tochter des ehemaligen Feldmarschalls Potiorek. Frau Hans hatte schon anfangs 1954 das Haus einem Gastwirt der in diesem Haus eine Weinstube errichtet hat, verkauft. Da er jedoch nicht hoch kam, wurde der Kaufvertrag rückgängig gemacht und die Kämtnerische Landes-Brandscha-den-Versicherungs-Anstalt erwarb am 3. Juni 1954 das Gebäude. Das Gebäude befand sich in einem vollkommen trostlosem Zustande. Das restaurierte Haus in der Herrengasse mit Hofansicht Der neue Mieter ist das Kärntner Heimatwerk, das zur Zeit des Erwerbes der Liegenschaft im Landesmuseum provisorisch untergebracht war. Es war selbstverständlich, daß das Kärntner Heimatwerk sich in dieser entlegenen Gegend nicht voll entfalten konnte. Das Kärntner Heimatwerk hatte daher das Bestreben andere Räume zu erhalten und wandte sich daher an die Kämtnerische Landes-Brandschaden-Versicherungs-Anstalt, die ihr auch die Parterre-Lokale und den I. Stock bis auf 2 Yi Zimmer zur Verfügung stellte. Mit den Umbauarbeiten wurde Architekt Dipl-Ing. Nitsch betraut, der das Haus seiner Tradition gemäß restaurierte. Anläßlich der Auszeichnung der Landes-Brand-schaden - Versicherungs-Anstalt falnd in den Räumen der Anstalt eine kleine Feier statt, an der auch Landeshauptmann Wedenig und Bürgermeister Graf teilnahmen. Direktor Hofrat Cole-rus-Geldern legte in einer kurzen Ansprache die interessante Geschichte des alten Hauses und die Bemühungen der Landes - Brandschaden -Versicherungs-Anstalt um seine neuzeitliche Gestaltung dar, während Hofrat Doktor Moro namens des Landesmuseums der „Kälabrand“ für ihren Kulturbeitrag dankte. — Auch Stadtrat Dr. Holzer als Kulturreferent der Landeshauptstadt, würdigte die Bemühungen der heimischen Versicherungsanstalt und ihres Direktors Hofrat Colerus-Geldem um die Verschönerung Klagenfurts, dessen Verdienst es auch ist, die Neugestaltung des eigenen Hauses am Alten Platz vorgenommen zu haben. Klagenfurter Impressionen Es war eine Reise in die Kindheit. Sie begann auf der Pack, „dort, wo die Steiermark an Kärnten grenzt“. Mit Windeseile fährt das Auto an „Pomonens Gärten“ vorüber, läßt Burgen links und Kirchen rechts mit flüchtigem Blick nur streifen und schon in Völkermarkt muß der heißgelaufene Motor „getränkt“ werden. Hernach erproben wir die neue Klagenfurter Einfahrt und erkennen kaum mehr das in der neuen Baulinie winzig gewordene „Marian um“. Wie hat sich diese schöne Stadt am See gewaltig zu ihrem Vorteil und zum Nutzen ihrer Bewohner verändert. Schritt auf Schritt begegnet man den Ergebnissen einer bewundernswerten, rastlosen und klugen Zieltätigkeit und aus den zwanglosen Gesprächen mit der Bevölkerung kann der Fremde überall die lobende Zufriedenheit entnehmen. Der Neue Platz, der Lendkanal und auch der Wörthersee haben ein neues, kräftigeres Profil erhalten und vor dem Koschatmuseum blüht es in verschwenderischer Pracht. Der Schillerpark und das Kreuzbergl neben allen anderen Blumenwinkeln machen den Stadt-gärtnem alle Ehre. Die einst umstrittenen Bahnhofsfresken sind Allgemeingut geworden und das Hochhaus-Duo verleiht der Stadt neben dem Messegelände und den großen, breit angelegten Peripheriestraßen den Hauch der Großstadt. Die Autokolonnen ausländischer Fahrzeuge, die sich im Schlangenzuge dem See entlang gegen Krumpendorf, Pörtschachj Velden, Ma- Spenden für das Kärntner Nothilfswerk Die Kämtnerische Landes-Brandschaden-versicherungsanstalt hat laut Beschluß ihres Ausschusses dem „Kärntner Nothilfswerk“ zwecks Behebung der Unwetterschäden in Kärnten als freiwillige Spende einen Betrag von 10.000 Schilling zur Verfügung gestellt. Landeshauptmann Wedenig hat an die Direktion der Anstalt ein Dankschreiben gerichtet. Veit Mühlbacher, Klagenfurt, 200.—; Ella Florian, Klagenfurt, 50.—; Maria und Mathilde Kuschej, Klagenfurt, 200.—; Dipl.-Ing. Räder, Klagenfurt, 20.—; Berta Gailer, Klagenfurt, 50.—; Maria Woschitz, Villach, 30.—; Doktor Valentin Maierhofer, Klagenfurt, 200.—; Direktor Bernhard Ebner, Wolfsberg, 100.—; Ungenannt 100.—; Olga Skalka, Klagenfurt, 30.—; Ing. Wolfgang Hahn, Klagenfurt, 200.—; Grete Mayer, Villach, 100.—; Hilde Knittl, Kötschach, 50.—; Hans Lubenka, Villach, 100.—; Heinrich Käppi, Klagenfurt, 50.—; Maria und Thilde Mauser, Klagenfurt, 100.—; BipLJng—Hofrat Max Schmid, Klagenfurt, 100.—; Manfred Platzer, Klagenfurt, 25.—; Fantur, Klagenfurt, 20.—; Paul Müller, Lavamünd, 100.—; Franz Lax, Ebene Reichenau, 50.—, und Jul. Emmer, i Klagenfurt, 5.—. I ria-Wörth und allen schönsten Kärntner j Plätzchen.zu bewegen, lernen dem Einheimi-! sehen, sich mit der Kennzeichen-Mathematik zurechtzufinden. Vor den Klagenfurter Hotels schleppen die puppenhaft gekleideten Boys die Koffer und Schachteln für Miss und Missis und haben ihre Mühe mit der Verständigung, die so gar nicht ins Kämtnerische übersetzt werden kann. Zwischendurch war in der Liliputstadt ein falscher Feueralarm und wir bangten schon um den Bestand des noch jungen Gemeinwesens. Ein Gang durch das taghell beleuchtete Velden läßt uns um Mitternacht mehr Menschen entdecken als in anderen Orten um die Mittagszeit. Das Campingleben am Wörtherseestrand verwischt alle Standesunterschiede und läßt Angestellten-Urlauber und Amerikamillionäre den erbarmungslosen Regen gleich naß empfinden. Nach dreißig Jahren Abwesenheit war ich nun wieder für einige Stunden in der Stadt der Kindheit. Die Begegnung mit ihr war schön, aber schmerzlich. Weckte sie doch neue Sehnsüchten und Erinnerungen, die liebvertraute Stadt! Die Herzklopfen-Neugierde ließ mich durch die alten Gassen wandern und vor dem steinernen Torso beim Landesmuseum und vor der Staatsgewerbeschule die Erinnerung an eine nicht bestandene Aufnahmsprüfung wach werden. Wo einst ein Spielwarengeschäft uns Kinder anzog, ist nun ein Modesalon, der alle Schaufenster beherrscht, und in der Bahnhofstraße entdeckte ich ein neues Geschäft neben dem andern. Die Bismarck- (jetzt Hasner-schule) und Benediktinerschule schauen immer noch so drein wie einst, der Spitrahof ist auch noch da und der Tigerwirt, in dessen Toreinfahrt die Kinder von den Bierkrügen den weißen Schaum naschten. Wie eine motorisierte, altmodische Postkutsche klingelt die Klagenfurter Straßenbahn über den Neuen Platz, der immer noch vom Lindwurm bewacht wird. Schnell noch zur Geierschütt und auf den Kardinalplatz, beim Hotel Grömmer (jetzt Kärntnerhof) vorbei und dann streichelt ein letzter Blick das Haus, in dem sich jetzt die Kärntner Gebietskrankenkasse befindet, in dessen Zimmer einst vor vielen Jahren meine Blütenträume reiften, die alle nicht in Erfüllung gingen. Am Annabichler Friedhof wird mir zwischen den Gräberreihen bewußt, daß viele der Gefährten aus der Kindheit .„vom. Winde verweht“ wurden. Deshalb bin ich in den Gassen meiner einst kleinen, lieben Stadt keinem ein-j zigen bekannten Gesicht begegnet. I Heinrich G r ö g e r Fortbildungskurse für landwirtschaftliche Berufsschullehrer und -lehrerinnen In der Zeit vom 8. Juli -bis 25. Juli 1957 wurden drei Fortbildungskurse für landwirtschaftliche Berufsschullehrer und -lehrerinnen in der Ackerbauschule Kuchsrhof, Klagenfurt, im Rahmen des Pädagogischen Instituts für Kärnten durchgeführt, und zwar ein Allgemeiner Kurs für landwirtschaftliche Berufsschullehrer vom 16. Juli bis 25. Juli mit einer Teilnehmerzahl von 33 Hörern; ein Allgemeiner Kurs für landwirtschaftliche Berufsschullehrerinnen vom 16. Juli bis 25. Juli mit 44 Teilnehmerinnen, und einPraktischerKurs für landwirtschaftliche Berufsschullehrerinnen für Kochen und Nähen vom 8. Juli bis 16. Juli mit einer Teilnehmerzahl von 20. Die Gesamtleitung der Kurse lag in den Händen des Landesschulinspektors Orasche. Das praktische Kochen führte Frau Fachinspektor Grum und das Nähen Berufsschullehrerin Gertrude W a 11 i s c h durch. Die offizielle, Eröffnung erfolgte am 16. Juli. Unter anderem waren bei der Eröffnung Kammer-amtsdirelctor Hofrat Dr. Stotter und sein Stellvertreter Dr. Heini, Stadtrat Wieser als Vertreter des Landeshauptmannstellvertreters Kraßnig, Oberamtsrat Machnö als Leiter der Schulabteilung und der Geschäftsführer des Pädagogischen Instituts, Otmar Schwing, anwesend. Am ersten Tag sprach Prof. Dr. Haselbach über Psychologie und Erziehung der Jugendlichen. Er ermahnte die Lehrer zur liebevollen Einstellung gegenüber dem jungen Menschen; denn ein Mensch, erklärte er, der geliebt wird, fühlt sich sicher und arbeitet freudig mit. Prof. Dr. Bamberger forderte die Ju- gendbildner auf, die Lektüre der ländliche Jugend zu überwachen und ihnen durch die Schule guten Lesestoff zu bieten, denn gute oder schlechte Bücher können Lebensschicksale entscheidend beeinflussen. In den folgenden Tagen behandelten Frau Fachinspektor Grum das Thema: Das Kochen in der landwirtschaftlichen Berufsschule und die Nahrungsmittelkunde; Frau Fachinspektor Wallisch: „Das Nähen in der landwirtschaftliche Berufsschule“. Dipl " Ing. Klein: „Kultur und Pflege des Hausgartens und der Beerenobstbau im bäuerlichen Garten“. Frau Fachinspektor Weigner: „Der Gartenbau in der landwirtschaftlichen Berufsschule“, der Geschäftsführer des Blondviehzuchtverbandes, Hermann Petutschnig: „Haltung und Pflege des Rindes“. Melklehrer Brachmeier: „Saubere und gesunde Milchgewinnung und Milchbehandlung im bäuerlichem Betrieb“; Frau Fachinspektor Flat-n i t z e r : „Kochen nach Grundrezepten“ und „Das Bauernhaus, seine Einrichtung und Ausgestaltung“; Frau Fachinspektor Dipl-Ing-Haas: „Das bäuerliche Rechnen in den Mädchenklassen der landwirtschaftlichen Berufsschule“; Frau Fachinspektor Stelzei: „Die Gesundheitslehre“ und „Lebenskunde an den landwirtschaftlichen Berufsschulen“; Fachinspektor Locker: „Der bäuerliche Schriftverkehr“; Dipl.-Ing. K a n z : „Bäuerliche Berufsausbildung und berufsständisches Wissen“; Dr. Franz K o s c h i e r: „Alte und neue Volkstumspflege“, und Landesschulinspektor Orasche: „Die Vorbereitung auf den Unterricht an landwirtschaftlichen Berufsschulen“. Ludmannsdorf erhielt ein Amtsgebäude Seit Sonntag, den 4. August, besitzt die große Landgemeinde Ludmannsdorf ein eigenes modernes Amtsgebäude. Der gesamte Gemeindebetrieb wickelte sich bisher in einem kleinen Raum ab, der nicht nur unansehnlich, sondern immer die Quelle des ganzjährigen Ärgers war. So mußten im Winter die an die hundert Arbeitslosen, die in der Gemeinde saisonmäßig anfallen, an Auszahlungstagen in Kälte und bei Sturm im Freien auf ihre Auszahlung warten. Dieses neue einstöckige Amtsgebäude, das nach den Plänen des Architekten Dipl.-Ing. Klimpfinger von der Firma Steintaler mit einem Kostenaufwand von 500.000 Schilling erbaut wurde, schafft der Gemeindeverwaltung nicht nur ein Sitzungszimmer, ein Bürgermeisterzimmer und einen Kanzleiraum, es enthält auch zwei moderne Wohnungen und einen' Raum, in dem die automatische .Fern-. Sprechanlage der Post üntergebracht isti Wie iBütgemieister-Taul- • B-a r ti in seiner Begrüßungsrede hervorhob, hat nun die Gemeindeverwaltung nach einer langen Wartezeit ihr eigenes Heim, und auch das Wohnungsproblem konnte durch Schaffung von zwei Wohnungseinheiten etwas gemildert werden. Bezirkshauiptmann Dr. Marko beglückwünschte dieGemeindeLudmannsdorf zu ihrem neuen Amtshaus, das nach der Einweihung durch Pfarrer Stich in Anwesenheit der Bevölkerung des Gemeinderates und zahlreicher Gäste, darunter LAbg. Einspieler, von Landeshauptmann Wedenig feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde. Neue Fachpuppenleiter des Pädagogischen Instituts Die Landesregierung hat für die neugeschaffenen Fachgruppen des Pädagogischen Instituts für Kärnten folgende Leiter bestellt: Fachgruppe für gewerbliche und kaufmännische Berufsschulen: Leiter Landesschulinspektor Karl Roßbacher (Stellvertreter Berufsschullehrer Dipl.-Kfm. Ludwig Heffermann); Fachgruppe für landwirtschaftliche Berufsschulen und niedere landwirtschaftliche Fach, und Haushaltss'ehulen: Leiter Landesschulinspek- tor . Ignaz Orasche (Stellvertreter Direktor Dipl.-Ing. Siegfried Wagner). Bier - uraltes ßämtnet Bolhsgettänfo 350 Jahve Schleppe-Brauerei — Von Dr. Karl Dinklage Seit unvordenklichen Zeiten ist das Bier namentlich in Mittel- und Nordeuropa Volks-nahrungsmittel. Biersieden und Brotbacken gehörten ehedem gleichermaßen zur Hauswirtschaft Malz und Hopfen, aus denen Bier gebraut wurde, gehörten allenthalben in Kärnten zu den bäuerlichen Erzeugnissen, die als Zinsen und Abgaben an die Herrschaft geliefert werden mußten. Die Schleppe-Steinbierbrauerei 1607—1827 Zu den guten Landbierbrauereien um Klagenfurt, deren Gebräu die Stadtbürger bevorzugten, gehörte auch das Gasthaus zum Schleppe bei Winklem. Die mit Tafernrecht ausgestatteten Wirtshäuser auf dem Lande besaßen in der Regel das Braurecht. Ob schon der Bauer Gregor, der in Zehentverzeichnissen der Propstei Maria-Saal aus den Jahren 1585 und 1588 als Inhaber der Schleppe-Hube aufscheint, über eine Bierbrau- und Gastwirtsgerechtsame verfügt hat, wissen wir nicht. Doch vor 350 Jahren scheint bereits die Familie Biermann (Pirman) auf dem Schleppehof auf, der in einem Zehentregister der Pfarrkirche zu Tultschnig aus dem Jahre 1607 erstmals ausdrücklich mit dem Vulgarnamen „Schleppe“ bezeichnet wird. Damals bildete sich die enge Wechselbeziehung der beiden Bezeichnungen Schleppe und Bier, welche vermöge der durch so viele Jahrhunderte bewährten Qualität der Schleppe-Erzeugnisse zu einem in ganz Kärnten und darüber hinaus beliebten und bekannten Begriff geworden sind. Aber nicht nur das mehr herb schmeckende Volksgetränk, das Steinbier, wurde damals bei Schleppe hergestellt, auch süßer Met wurde aus Honig eigener Erzeugung in einem kupfernen Metkessel gesotten. 600 Pfund Honig waren zu diesem Zweck auf Lager. Es ist bedeutsam, daß derartiger gewürzter Honigwein noch so lange bei uns hergestellt und gern konsumiert wurde, da sonst im allgemeinen die Meterzeugung schon im 15. Jahrhundert weitgehend abkam. Im übrigen handelten Piermanns auch mit Honig, selbst bis nach Italien. Der weiteren Verwertung des Wachses aus den Bienenwaben diente eine Wachspresse. Trotz allen Anstrengungen konnte die Familie Piermann das Schleppe-Anwesen nicht mehr halten. Nachdem sie über eineinhalb Jahrhunderte hier gesessen war, ging das Unternehmen im Jahre 1784 an den Besitzer der nahen Mantsche-Mühle, Joseph Herzele, j über. 33 Jahre blieb dieser Eigentümer des Anwesens, belastete es aber mit großen Schulden. Schließlich gelang es ihm, am 8. Jänner 1817 in Franz Brunner einen Käufer für Haus, Gastwirtschaft und Brauerei zu finden. Am 27. Jänner 1827 verkaufte Franz Brunner das Schleppe-Anwesen, dessen Stallungen und Hausmühle er hatte ausbauen lassen, ohne für die Brauerei etwas Besonderes zu tun, um 5700 Gulden an Joseph Löschnigg, einen gelernten Kesselbierbrauer. Er errichtete noch im Laufe des Jahres 1827 das erste Schleppe-Brauereigebäude, einen schindelgedeckten Steinbau, der bereits in einer am 16. November 1827 durchgeführten Schätzung mit 600 Gulden bewertet wurde, und traf die Vorkehrungen für die Erzeugung eines besseren und lagerfähigeren Getränks als des alten Steinbiers. Ein kaiserliches Privileg, das noch heute in der Grundbuchseinlage der Schleppe-Brauerei eine Rolle spielt, hatte sich Joseph Löschnigg für sein Unternehmen gesichert. Er braute dort etwas ganz Besonderes, das aller-modernste Biergebräu, das es damals auf der Welt gab, Dampfbier. Da konnten die anderen Kiagenfurter Kesselbierbrauer freilich nicht mit. Zehn Jahre, nachdem Löschnigg mit seinem i Dampfbierverschleiß in Klagenfurt begonnen i hatte, gingen auch zwei andere Klagenfurter ! Steinbierbrauer daran, ein solches Gebräu her- j zustellen, indem sie besondere Konstruktionen erfanden, die sie sich patentieren lassen konn- I ten, so Valentin Kassin am 19. Jänner 1837 und i Josef Mayrhoffer am 25. Oktober 1837. Beide bezeichneten sich aber noch als Steinbiev-brauer und ihr Gebräu als Steinbier, obwohl sie zu seiner Erzeugung keinerlei glühende Steine mehr verwendeten. Löschniggs Dampfbier kam bei den Klagen-furtern so in Mode, daß sie gern zu Fuß oder Wagen zum Schleppe-Gasthaus pilgerten, um sich dort an dem guten Gebräu im schattigen Wirtsgarten zu erlaben. Wie es da am „Belustigungsort der Klagenfurter: Zum Dampfbier oder Schleppe“ zuging, wie sich alt und jung, Frauen und Männer, an Trank und Speise bei Geigen- und Harfenspiel gütlich taten, hat der Klagenfurter Lithograph Ferstler in einem stimmungsvollen Steindruck aus dem Jahr.e 1839 überliefert. Auch eine Schießstätte befand sich beim Schleppe. Als Joseph Löschnigg, der wegen seiner Verdienste um das heimische Wirtschaftsleben nach Errichtung der Kärntner Gemeinde Verfassung im Jahre 1850 auch zum Bürgermeister von Lendorf gewählt worden war, am 3. Dezember 1862 starb, da war die zum Weiterbetrieb seines Unternehmens ausersehene männliche Kraft sein natürlicher Sohn und einziger lebender Nachkomme Karl Tautsch-nig, wenngleich der’ Besitz zunächst an dessen Mutter Anna überging. Karl zählte zwar erst zwanzig Jahre, interessierte sich aber sehr für das Brauereigewerhe und war Neuerungen gegenüber recht aufgeschlossen. Die Schleppe-Lagerbierbrauerei 1872 bis heute Im Jahre 1872 war es Karl Tautschnig, welcher die sogenannte alte Binderei, ein Feuerlöschdepot und vor allem den ältesten Teil des noch jetzt benützten Lagerkellers nordwestlich des Brauhauses erbauen ließ und diesen auch mit einer gehörigen Eisgrube versah. Freilich konnte Karl Tautschnig die Erbauung eines neuen, wesentlich größeren Brauhauses im Jahre 1875 nicht mehr erleben, weil er bereits am 8. April 1874 mit nur 32 Jahren den Blattern erlag. Doch seine Pläne wurden auch nach seinem Tode durchgeführt. Wahrscheinlich war daran der Handelsagent Philipp Nimitz" beteiligt, der am 15. Februar 1876 Karls Mutter Anna Tautschnig ehelichte und die leitende männliche Kraft im Schleppe-Unternehmen wurde. Das 1875 umgebaute und wesentlich erv/eiterte Brauhaus erhielt als Antriebskraft eine Dampfmaschine mit 6 PS Leistung und stehendem Dampfkessel. Auf diese Weise konnten die Pumpen und Aufzüge sowie das Maischrührwerk mechanisch bedient werden. Die Braupfanne von 66 Hektoliter Fassungsraum war auf direkte Feuerung eingerichtet. Die starke Erhöhung des Ausstoßes der Schleppe-Brauerei von 1888 bis 1892 verdankte das Unternehmen Josef Grömmer, einem Weinwirtssohn aus Markt St. Wolfgang in Oberösterreich, dessen Gattin Ursula, geb. Kramer, nach dem Tode ihres Onkels Philipp Nimitz (t 7. Jänner 1887) den Betrieb übernommen hatte. Unter dem Ehepaar Grömmer nahm die Schleppe-Brauerei die Entwicklung zu einem modernen größeren Unternehmen. Noch rechtzeitig vor Beginn des ersten Weltkrieges wurde abermals eine neuerliche grundlegende Modernisierung der Einrichtung des Schleppe-Unternehmens durchgeführt, die in engem Zusammenhang mit der Vollelektrifizierung stand. Inzwischen war nach dem Tode von Frau Ursula Grömmer (t 1902) der Brauereibesitz an deren Kinder Viktoria, später verehelichte Pflanzl, Wilhelmine, später verehelichte Heller, Josef und Felizitas, später verehelichte Wallner, übergegangen. Deren Vormund, Kaufmann Otto Strugel und Direktor Julius Bordovsky, leiteten als Prokuristen das Unternehmen. Nach Durchführung der großen Betriebserweiterung übernahm im Herbst 1913 Josef Grömmer d. J. die technische Betriebsleitung. Er verkörperte bis zu seinem Tode (1955) die Tradition des Unternehmens. Ais Prokurist trat 1913 Advokat Dr. Josef Pflanzl an die Stelle Strugels. Im Zuge der allenthalben durch die modernen Rationalisierungsbestrebungen bedingten Konzentration der Brauindustrie gelang es dem Schleppe-Unternehmen am 10. Februar 1919 auch, die nicht unbedeutende, von dem Brauer Balthasar Obiasser auf dem 1820 von ihm erworbenen Blasi-Anwesen zu Unterbergen im Rosental errichtete Brauerei zu erwerben, die bis 1944 in Betrieb blieb, während dann der Kundenstock mit dem der Schleppe-Brauerei vereinigt wurde. Der erste Weltkrieg brachte eine immer stärkere Eindämmung der Erzeugung und ein6 außerordentliche Verminderung des Würze-gehaltes der Biere; erst allmählich konnte roan sich zu Anfang der zwanziger Jahre davon wieder erholen. Auch in der Žeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden verschiedene Verbesserungen im Betrieb des Schleppe-Unternehmens angebracht. Der Fuhrwerkspark des Unternehmens wurde in zunehmendem Maß6 motorisiert. Im Jahre 1928 trat an die Stelle des um die Entwicklung des Unternehmens sehr verdienten Direktors Julius Bordovskv nach dessen Hin-scheiden Direktor Adolf Schmidt. Ebenso erfolgte durch den Tod von Dr. Pflanzl in der Prokura ein Wechsel. Sein Nachfolger in Familie und Betrieb wurde Professor Dr. Michae’ Plasch, der dem Unternehmen bis zu seinen1 Tode (1957) seine initiative Kraft widmete. Von einschneidender Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Neuerungen, welche ,ri der Schleppe-Brauerei nach Abschluß des zweiten Weltkrieges durchgeführt wurden. Sm haben zu einer durchgreifenden Modernisierung der wichtigsten Abteilungen geführt. Diese beachtlichen Leistungen auf dem Ge-biete der neuzeitlichen Gestaltung und Ausrichtung des Unternehmens haben den guten Ruf der Schleppe-Brauerei und ihrer Erzeugnisse gefestigt. So kommt es, daß Schlepu®' Bier heute wie vor 100 Jahren unter dem Erfinder Joseph Löschnigg und vor dreieinhalb Jahrhunderten, als die Biermanns hier ihrem Namen Ehre machten, ein im ganzen Lande und namentlich in Klagenfurt beliebtes und rühmlich bekanntes Getränk ist. Messerummel — Messebummel Fortsetzung von Seite 2: gne tophon geraten, Rasierapparaten und diversen Massagegeräten und Bestrahlungslampen. Eine Firma zeigt Warenautomaten, eine andere eine vollautomatische Mikrofilm-Aufnahmekamera mit elektronischer Steuerung sowie verschiedene Lichtpaus- und Kopiergeräte. Maschinen für die Holzwirtschaft Besonders umfangreich ist auf der österreichischen Holzmesse selbstverständlich der Maschinenpark für die Holzbearbeitung. Als Neuheiten neben Maschinen bekannter Art Werden angeboten: Horizontal-BIockband- sägen, Blattwalzmaschinen, Hochleistungsgatter, Bestandteile für Sägewerksautomatisierungen, Trennbandsägen, vollautomatische Vollgatter, eine Motorsäge mit hin- und hergehendem Sägeblatt und 173 Schnittbewegungen pro Sekunde, eine hydraulische Walzenzustellung für Gatter, eine kombinierte Blockband-Trennbandsäge, Kreis-Reinigungssägen Und Bausteilen-Kreissägen. Außerdem werden gezeigt: Schleifmaschinen aller Art, Fräs-, HobeL und Bohrmaschinen, Lade-, Transport-und Stapelgeräte verschiedenster Art, Rahmenpressen, Sägeblätter zum Schneiden von Kunststoffplatten, ein Brennholzspalter u. v. a. m. Geräte und Maschinen für die Landwirtschaft Auch hier werden neben bekannten Maschi-nentypen, die wie stets in reicher Fülle ausgestellt werden, verschiedene Neuheiten gezeigt: ein Jätlöffel für den Gartenbau, eine Universalpumpe zur Schädlingsbekämpfung und für sonstige Zwecke, eine Seilwinde mit Steigfähigkeit bis zu 60 Prozent, Melkmaschinen, Bauernmähdrescher, Kartoffelerntemaschinen, Rübenköpfmaschinen, Leichtbinder, Stalleinrichtungen für Rinder, Pferde und Schweine, Stallfenster aus Stahlrohr sowie neuartige Stallmiststreuer. Dazu kommen Futtermittel-Bereitungsmaschinen und diverse Futtermittel. Eine Finna bringt eine Haushalts-Brotteig-Knetmaschine, die sich besonders für den bäuerlichen Haushalt eignet. Verkehrsmittel Neben Fahrrädern verschiedener Typen werden Mopedroller und Sport-Mopedmodelle gezeigt, die neuesten Land-Rover-Typen sind vertreten, daneben ein Allzweck-Einachsanhänger besonderer Konstruktion. Hiezu wären schließlich auch ein Kipp-Garagentor und eine Schneeschleuder mit Benzinmotor zu zählen. Eine Blendschutzvorrichtung ist für den Autofahrer sehr interessant. Bekannte Firmen führen alle möglichen Kraftfahrzeug-Zubehöre vor. Der Triester Hafen Zum vierten Male ist der Triester Hafen auf der Kärntner Messe offiziell vertreten. Der Pavillon der Stadt Triest zeigt. in der Mitte eine große Aufnahme von Triest bei Nacht. Durch besondere Lichtanlagen und Erläuterungen wird den Besuchern die Wichtigkeit des adriatischen Hafens in bezug auf den österreichischen übersseischen Import und Export vorgeführt. Auf dem Paneel, rechts oben, erläutert eine besondere Photomontage die wichtigsten Einrichtungen beider Freihäfen. Beleuchtete Diapositive informieren die Besucher über die Leistungsfähigkeit der Triester Wirtschaft — vom Fremdenverkehr zum Industriehafen, von den traditionellen Industrien bis zu den Schiffswerften, von der Marine zur Internationalen Mustermesse. Ein vier Meter langes Modell des großen Motorschiffes „Giulio Cesare“ der Gesellschaft >,Italia“, ein Schwesterschiff der gerammten >,Andrea Doria“, das im Passagieiverkehr Zwischen Italien und USA eingesetzt ist, findet bei jung und alt ein nachhaltiges Interesse. Kleidung und Textilien Auf der Kärntner Messe als der ersten österreichischen Herbstmesse sind Pelzmäntel und andere Pelzwaren immer in großer Auswahl anzutreffen. Aber man findet auch Oberkleidung anderer Art für Damen und Herren, Lederbekleidung, Stridkwaren, Kunststoffbekleidung, Arbeitskleider, Filz-, Samt- und Woll-kleidung, Kleidungsstücke aus neuen Werkstoffen und Kunstfasern, daneben aber auch Bettwäsche, Hotel-, Haushalts-, Tisch- und Brautausstattungswäsche. Verschiedenes Es ist natürlich kaum möglich, auch nur einen annähernden Überblick zu geben, doch fallen noch einige Dinge auf, die sich in die °bigen Kategorien nur schwer einreihen lassen. Eine Firma bringt Fußabstreifer und Roste in Streckmetall, in denen auch der spitzeste Damenstöckel nicht hängen bleibt, Schmuckwaren sind stark vertreten, ebenso Spielzeug, Bücher, Getränke aller Art usw. Der Vergnügungspark Zur Kärntner Messe gehört auch der traditionelle Vergnügungspark, das alte Klagenfurter Herbstfest, dessen Anziehungskraft weit über die Grenzen der Stadtgemeinde Klagenfurt Betreute Soldatenfriedhöfe im Gailtal und im Raume Görz und Triest Zu den vielen und mannigfachen Aufgaben des Fürsorgereferates der Kärntner Landesregierung zählt auch die Betreuung der Kriegsgräber. Insgesamt 34 Soldatenfriedhöfe in den Zonen der Kärntner Front des ersten Weltkrieges werden im Rahmen der unmittelbaren Bundesverwaltung von der Kärntner Landesregierung in Zusammenarbeit mit dem Schwarzen Kreuz instandgehalten und dadurch die Pietät und da$ Andenken an die gefallenen Söhne des Landes und an die mit ihnen beigesetzten Soldaten anderer Zunge gewahrt. In Ausübung der Kriegsgräberfürsorge besuchte kürzlich im Aufträge des Lhstv. Kraß-nig unter der Führung des Kriegsgräberreferenten Hofrat Dr. Z e n k 1 eine Abordnung, der auch der Landessekretär des Kärntner Schwarzen Kreuzes, Oberst i. R. Fannin-g e r angehörte, die Soldatenfriedhöfe im Gail- Weitere 1800 Gefallene der österreichischungarischen Streitkräfte aus dem ersten Weltkrieg ruhen im Soldatenfriedhof von Prosecco auf der westlichen Hügelkette am Golf von Triest. Viele von ihnen wurden erst im Zuge der Auflassung kleinerer Militärfriedhöfe und aus Zivilfriedhöfen aus der näheren und weiteren Umgebung auf diesem Totenacker beigesetzt. Bei jeder einzelnen Exhumierung durch italienische Pioniere nach Abzug der alliierten Truppen wurde von den Triester Behörden ein Protokoll über die Auffindung der Leichen und der bei ihnen Vorgefundenen Gegenstände aufgenommen. Letztere wurden in eigenen Kassetten aufbewahrt und den Gebeinen der Toten beigegeben. Für die Restaurierung 1957 dieser beiden Soldatenfriedhöfe brachte die Gemeindeverwaltung von Triest rund 15 Millionen Lire auf. auf Marmorwänden verewigt sind. Unter Führung des Bürgermeisters von Görz, Doktor Bernardi s, seines Sekretärs Dr. P a 1 i n und des Vertreters der Präfektur, Dr. B u s o -lini, besichtigte die Kärntner Abordnung das geräumige Ossarium, in dem sich drei Totenkammern befinden, von denen jede 12.000 unbekannte Soldaten, die im Raume von Karfreit, Tolmein, Görz bis zur Adria provisorisch beerdigt oder deren Gebeine in den alpinen Regionen des Isonzotales gefunden wurden, aufgenommen hat. Hofrat Dr. Zenkl dankte namens des Fürsorgereferenten Lhstv. Kraßnig und der Kärntner Landesregierung den italienischen Behörden für die Betreuung der Grabstätten der Gefallenen, unter denen sich viele Kärntner befinden. Die italienische Kriegsgräberfürsorge ist vorbildlich und ehrt das Andenken aller Gefallenen auf den Kriegsschauplätzen von 1915 bis 1917 und jene von Triest aus dem zweiten Weltkrieg. tal und im Raume Triest und Görz. Beginnend bei den Soldatengräbern des ersten und zweiten Weltkrieges in Arnoldstein, wurden die Militärfriedhöfe in Tröpolach und Rattendorf, wo die Gefallenen aus dem Frontabschnitt Gartnerkofel aus den Jahren 1915/17 ruhen, besichtigt, die laufend von der Bevölkerung, vor allem aber von den Schulkindern gepflegt werden. Im Rattendorfer Soldatenfriedhof werden die Holzkreuze durch schmiedeeiserne ersetzt. Gut erhalten sind die Militärfriedhöfe in Griminitzen auf der Schattseite des Gailtales, ferner in Kötschach und in Mauthen, wo alle Gräber rote Phloxblüten zieren und von den Sommergästen immer wieder besucht werden. Eine Verschönerung durch den Bau einer Umfriedungsmauer und straßenseitig durch eine Abschirmung, die Einblick auf die Gräber erlaubt, erfährt soeben der Waldfriedhof Kreuztratten an der Plöckenstraße. In den Sommermonaten fertiggestellt, wird diese Anlage durch ihre Neuordnung einer der würdigsten Hangfriedhöfe im Plöckengebiet sein, in dem sich noch andere gepflegte Militärfriedhöfe befinden. Nach der Genfer Konvention und auch aus Verpflichtungen des Friedensvertrages von Saint-Germain, sorgt jeder Staat auf seinem Territorium für eine schlichte Gestaltung der Totenstätten, in denen die Opfer der Kriege bestattet wurden. So befinden sich in italienischer Erde zahlreiche Gefallene des ersten und des zweiten Weltkrieges. Besonders im Raume Görz und Triest wurde nach den opferreichen Isonzoschlachten auf weiten Gebieten über Hunderttausende das Leichentuch ausgebreitet. Die Gebeine italienischer und österreichischer Gefallener wurden in Ossarien und Friedhöfen zur letztöi Ruhe gebettet. Italienische Behörden befnrsorgen österreichische Soldatengräber Während im Vorjahre die österreichischen Soldatenfriedhöfe von Palmanova und Fogliano di Redipuglia und das monumentale Mahnmal von Redipuglia mit seinen terrassenförmig aufsteigenden Grabkammem, besichtigt wurden, in denen 100.000 Gefallene, darunter 30.000 unbekannte Soldaten ruhen, besuchte diesmal die Kärntner Abordnung die Kriegs-friedhöfe von Opicina, Prosecco und den Militärfriedhof von St. Anna im Stadtbereich von Triest. Auf dem deutschen Friedhof auf der Anhöhe von Opicina wurde die Kärntner Abordnung von Vizebürgermeister Dr. Ing. R. V i s i n -t i n, vom Vertreter der Präfektur, Doktor D’A n n e o, dem Referenten für Kriegsgräber der Gemeindeverwaltung von Triest, Grassi, ferner von Magistratssekretär Cav. Novi U s s a i und Capitano A n d e r 1 i n i von der Triester Stadtkommandantur, begrüßt, und in einer Gedenkminute der Gefallenen gedacht. Hier ruhen die sterblichen Überreste von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der deutschen Wehrmacht und der italienischen Armee. In diesem Militärfriedhof wurden 1307 Gefallene, davon 180 unbekannte, zur letzten Ruhe beigesetzt. hinausreicht. Heuer wird es hier einen Rekord geben, denn es ist gelungen, auf dem Gelände des Vergnügungsparks gegen 90 Betriebe unterzubringen — eine Zahl, die bisher noch nie erreicht wurde. Vor allem fällt das mächtige große Bierzelt auf, in dem wieder die Linzer Buam gastieren; das Zelt' war im Vorjahr ständig überfüllt und wurde daher um rund 200 Quadratmeter Bodenfläche vergrößert. Das Abendkabarett in der Messebar bestreiten Lutz Landers, Hedi Prien, Hans Baldauf und andere. Den leiblichen Genüssen dienen das Messecafe, eine Hühnerbraterei, zwei Balkan-Grillstuben mit Rostspezialitäten, Espressos, Stände mit Wein. Fruchtsäften und alkoholfreien Getränken, Konditoreien, Eisbuden und dergleichen mehr. Unter den Vergnügungsbetrieben fallen besonders zwei Neuheiten auf, die „Wilde Maus“ und der „Verkehrskindergarten“, zwei Sensationen, die aus Deutschland kommen. Daneben gibt es die anderen Objekte, die auf keiner Volksbelustigung fehlen. Im Militärfriedhof von St. Anna sind vorwiegend Angehörige der östereichisch-unga-rischen Marine und Triester Verwaltungsbeamte aus der Zeit der Habsburgermonarchie begraben. Man zählt hier rund 350 Gräber. Die nächste Etappe der Kriegsgräberbesichtigung war das Ossarium von Oslavia bei Görz. Ein monumentales Bauwerk, weithin ins Land mahnend, unter dem der Isonzo rauscht, beherbergt 60.000 gefallene Soldaten, deren Namen alphabetisch und nach Nationen geordnet Spielzeitverlängerung der Friesacher Burghofspiele Die Friesacher Burghofspiele 1957, die mit der Tragödie „Othello“ von William Shakespeare und der Komödie „Die Schule der Frauen“ von Möllere einen großartigen Erfolg verzeichnen dürfen, verlängern, vor allem durch den starken Besuch der bisherigen Aufführungen veranlaßt, aber auch um einer weiteren Belastung durch eine allfällige Schlechtwetterlage begegnen zu können, ihre reguläre Spielzeit um eine Woche bis 1. September 1957. Kollektivausstellung Pepo Grabner im Künstlerhaus in Klagenfurt Der Kunstverein für Kärnten ist in diesem Jahr überaus produktiv. Eine Kunstausstellung löst die andere ab. Nach der erfolgreichen Gemäldeausstellung des Laibacher Malers G. A. Kos im Künstlerhaus, die nun in Villach gezeigt wird, wurde am 7. August die Kollektivausstellung des bedeutenden Aquarellmalers Pepo Grabner durch Landeshauptmann W e d e n 1 g eröffnet, der auch zahlreiche Persönlichkeiten und Vertreter des Kunst-, Kultur-und des öffentlichen Lebens, unter ihnen der Künstler selbst, Landesrat Ing. Truppe, GR Wieser in Vertretung des Lhstv. Kraßnig, Landesamtsdirektor Newole, Hofrat Dr. Rudan, Hofrat Prof. Dr. Moro, Stadtrat Dr. Holzer, der jugoslawische Generalkonsul Devidč, NR Rom, teilnahmen, und die vom Präsidenten des Kunstvereins, Direktor Müller, begrüßt wurden. Emst R a n d a k, Wien, sprach über den Künstler Pepo Grabner, der zu den füh- renden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Aquarellmalerei gehört, und über sein Kunstschaffen. Landeshauptmann Wedenig würdigte Pepo Grabner als eine der markantesten Künstlerpersönlichkeiten Kärntens, dessen Kollektivschau einen beglückenden Querschnitt seiner genialen Schrift mit dem Wasserfarbenpinsel vermittelt. Grabners feinsinnige Aquarelle bereichern auch die Landesgalerie. Der Landeshauptmann übermittelte dem Künstler zu seinem 60. Geburtstag in herzlicher Verbundenheit mit dem Lande Kärnten, das mit Stolz auf sein Kunstschaffen blickt, die Glückwünsche der Kärntner Landesregierung. Mit den Erfolgswünschen auf weitere Lebensjahrzehnte Pepo Grabners erklärte Landeshauptmann Wedenig die 65 Gemälde umfassende Kollektivausstellung als eröffnet, die am 31. August schließt. 1 Veredelte»«.!, | V.V.w.v. v.\V.V.V. W.V. V.V.V. V.w. v. ^ WMM Kärnf nerische Landes-Brandschaden-Versicherung;-Anstalt gegründet 1899 vom Kärntner Landtag Telegramme: Kälabrand K I 3 g 6 H f U 11 , Alfer Platz Nr. 30 Telephon: 58-46, 58-4 7 Sunöesgefetsbtätter für öic Ütepublif Ofterreid) Das 47. Stück ist am 15. Juli 1957 erschienen. Es enthält: Nr. 160. Verordnung: Funker-Zeugnisverord- nung. Das 48. Stück ist am 17. Juli 1957 erschienen. Es enthält: Nr. 161. Verordnung: Neuerliche Abänderung und Ergänzung der Geschäftsordnung der Einigungsämter und des Obereinigungsamtes (2. EA.-Geo.-Novelle). Nr. 162. Verordnung: Änderung des Geschäftsplanes in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Nr. 163. Multilaterales Abkommen über die | kommerziellen Rechte im nichtplanmäßigen Luftverkehr in Europa. Das 49. Stück ist am 23. Juli 1957 erschienen. Es enthält: Nr. 164. Verordnung: 3. Novelle der Heeres-Dienstzweigverordnung. Nr. 165. Verordnung: Ausdehnung der Krankenversicherung nach dem Bundesangestell-ten-Krankenversicherungsgesetz 1937 auf die öffentlich-rechtlichen Bediensteten einiger Gemeinden des Landes Kärnten. Nr. 166. Verordnung: Ausdehnung der Krankenversicherung nach dem Bundesangestell-ten-Krankenversicherungsgesetz 1937 auf die öffentlich-rechtlichen Bediensteten einiger Gemeinden des Landes Niederöstereich. Das 50. Stück ist am 30. Juli 1957 erschienen. Es enthält: Nr. 167. Bundesgesetz: Verwendung der Identitätsausweise und der Personalausweise für Ausländer und Staatenlose. HERDE ÖFEN KLAGENFURT, BAHNHOFSTRASSE 6 Besuchen Sie unsere Vorführungen auf der Kärntner Messe, Halle VII ^ Wolf-Cub-Kl ein Werkstatt ♦ Emco-Unimat-Kleinwerkzeugmaschine ♦ Emco-Maximat-Drehbank Dampfkochtopf „Rapido“ • Dampfentsafter Universal-Bratpfanne „Champion“ Herausgeber und Eigentümer: Das Land Kärnten. Verantwortlich: Chefredakteur R. B. Blatnik, Klagenfurt, Arnulfplatz 1. — Druck: Kärntner Druckerei in Klagenfurt, Viktringer Ring 28 Bestätigung des Ausgleiches Der zwischen der Schuldnerin Paula Giermaier, Schuhwarenhandlung in St. Veit/Glan, Klagenfurter Straße 42, und deren Gläubigern bei der Tagsatzung am 5. Juli 1957 abgeschlossene Ausgleich wird bestätigt. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 29. Juli 1957 — Sa 10/57-23. Ausgleichssache: Maria Kampi, Handelsfrau in Klagenfurt, Badgasse 6. Beschluß Das mit hiergerichtlichem Beschluß vom 4. Juli 1957, Sa 19/57-2, eröffnete Ausgleichsverfahren wird gemäß § 56 Abs. 1 ZI. 1 Ausgleichs-Ordnung eingestellt, da die Ausgleichsschuldnerin Maria Kampi den Ausgleichsvorschlag vor der Ausgleichstagsatzung zurückgezogen hat. Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 26. Juli 1957. — Sa 19/57-8. Gemeinschuldner: Johann W o s c h i t z, Gemischtwarenhändler in Griffen. Beschluß Dr. Walter Wutti, Rechtsanwalt in Völkermarkt, wird infolge Erkrankung von der Stelle als Konkursmasseverwalter enthoben und für ihn Herr Dr. Roland Arko, Rechtsanwalt in Völkermarkt, zum Konkursmasseverwalter bestellt. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 6. August 1957. — S 8/57-28. Gemeinschuldner: Ferdinand Korak, Tischlermeister in Haimburg bei Völkermarkt. Beschluß Über Antrag des Gemeinschuldners wird gemäß § 140 ff KO die Abschließung eines Zwangsausgleiches zugelassen und die Tag-Satzung zur Verhandlung und Beschlußfassung darüber für den 6. September 1957, nachmittags 16.30 Uhr, Zimmer 131/11., anberaumt. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 20. Juli 1957. —- S 16/57-12. Das Amt der Kärntner Landesregierung und die traurige Mitteilung, daß Herr Personalvertretung des Amtes geben hiermit Karl Schieg Landeskanzleioffizial heute in Ausübung seines Dienstes plötzlich verschieden ist. Das Amt verliert in ihm einen pflichtbewußten, fleißigen Beamten, die Kollegen einen liebenswerten Mitarbeiter und guten Freund. Das Begräbnis des Verstorbenen fand am Samstag, den 3. August 1957, um 14 Uhr von der Aufbahrungshalle Ebental ans auf dem Ortsfriedhof in Ebental statt. Klagenfurt, am 1. August 1957. Völlig unerwartet verschied am 2. August nach kurzem Leiden im Alter von 62 Jahren unser langjähriger Mitarbeiter, Herr Rudolf Cefarin Regierungsrat i. R. Neben seinem umfangreichen Wissen schätzten wir vor allem seine geradlinige und bescheidene Persönlichkeit, und seine gewinnende Menschlichkeit, die er in seinem arbeitsreichen und wechselvollen Leben allen entgegenbrachte. Unser teurer und viel zu früh dahingegangener Kollege wurde am 5. August auf dem Waldfriedhof in Villach in aller Stille der Erde übergeben. Wir werden ihn stets ein ehrendes Andenken bewahren! Die Redaktion der Kärntner Landes-Zeihmg :: ...:... . ■ - ■ - Amtlicher Anzeiger ——i——— i—i mmimn—m him» Gemeindeamt Schiefling am See öffentliche Ausschreibung Die Gemeinde Schiefling am See schreibt für den Zubau (Zwischentrakt) der Schule Schiefling die Bautischler-, Glaser- sowie Maler- und Anstreicherarbeiten öffentlich aus. Anbotsunterlagen sind erhältlich ab 12. August 1957 beim Referat für Gemeindehochbauten, Klagenfurt, Pierlstraße, Holzhaus 3. Die ausgefüllten Anbotsformulare sind in verschlossenem Umschlag mit der Kennzeichnung „Anbot für Schule Schiefling“ bis 20. August 1957 beim Referat für Gemeindehochbauten, Klagenfurt, Pierlstraße, wieder einzureichen, woselbst am gleichen Tage um 10 Uhr die öffentliche Anbotsöffnung stattfindet. Der Bürgermeister Rechtsanwalts kammer für Kärnten Kundmachung Rechtsanwalt Dr. Walter Wutti hat mit dem am 26. Juli 1957 eingelangten Schreiben vom 20. Juli 1957 anher angezeigt, daß er nach Ablauf der dreimonatlichen Übersiedlungsfrist von Völkermarkt/Kärnten, Griffner Vorstadt 4, nach Salzburg, Linzergasse 22, zu übersiedeln beabsichtigt. Der Präsident: Dr. Leo Oberlaner e. h. Gerichtliche Verlautbarungen Edikte und Konkurse Ausgleichsedikt Eröffnung des Ausgleichsverfahrens über das Vermögen des Kurt Eberhart, Holzhändler in Klagenfurt, Paulitschgasse 9 a. Aus-gleichskommissär LGVPräsident Dr. Adolf Mar-tinek des Landesgerichtes Klagenfurt. Ausgleichsverwalter Dr. Otto Tschinkel, Rechts- anwalt in Klagenfurt. Tagsatzung zum Abschlüsse eines Ausgleiches bei dem genannten Gerichte, Zimmer Nr. 112/11, am 30. August 1957, vormittags um 11 Uhr. Anmeldungsfrist bis 25. August 1957. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 29. Juli 1957. — Sa 24/57. Konkursedikt Konkurseröffnung über das Vermögen des Jakob S t r a m e r, Holzhandel in Arriach bei Villach. Konkurskommissär OLGR Dr. Karl Maitz des Landesgerichtes Klagenfurt. Masseverwalter Dr. Kuno Th er, Rechtsanwalt in Villach. Erste Gläubigerversammlung bei dem genannten Gerichte, Zimmer Nr. 112/11, am 13. August 1957, vormittags um 9 Uhr. Anmeldungsfrist bis 1. September 1957. Prüfungstagsatzung bei obigem Gerichte am 6. September 1957, vormittags um 10.30 Uhr, Zimmer Nr. 131/11. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 31. Juli 1957. — S 28/57. Aufhebung des Konkurses Gemeinschuldner: Johanna Fruhmann, Hausfrau in Seebach Nr. 96 bei Villach. Der mit Beschluß vom.2. Mai 1957, S 18/57-1 über das Vermögen des Gemeinschuldners eröffnet? Konkurs wird infolge Rechtskraft des Beschlusses des Oberlandesgerichtes Graz vom 24. Mai 1957, womit dem Rekurse gegen den Konkurs-Eröffnungsbeschluß stattgegeben worden ist, gemäß § 78 (1) KO aufgehoben. — Landesgericbt Klagenfurt, Abt 5, am 27. 7. 1957. — S 18/57-13. Aufhebung des Konkurses Gemeinschuldner: Martin Ersehen jak, Landwirt in Waisenberg bei Völkermarkt. Der mit Beschluß vom 11. Jänner 1956, S 4/56-1, über das Vermögen des Gemeinschuldners eröffnete Konkurs wird nach Abschluß eines Zwangsausgleiches gemäß § 157 KO auf- gehoben. — Landesgericht Klagenfurt, Abt. 5, am 26. Juli 1957. — S 4/56-75.