NlO. 15. Leopold Cgerische Laihllchcr^D Zeitung. Freytag den 20. Februar, «301. Poetische ^ nicht politische Uibersicht von Europa! Oesterreich und Frankreich bieten Zur Versöhnung sich die Hand — U.id im deutschen Vaterland Knmcn bald dieFriedensblnthen!— ?lbcr fürchterlichcr rüsten Frankreichs sich und Englands Macht, Und auf lhrcn b yden Klisten Schwebt des K ricgcs schwarze Nacht; Auch im hohen Norden steigen Furchtbare Gewitter auf — Um vereiniget zu beugen Englands großen Siegeslauf! —. So verseht Streich auf tztreichs Slch die Staatenpolitick — Der gewünschte Friede weiche Nur von uns nie mehr zurück! Inländische Begebenheiten. L a i b a ch. . Aie erste Behauptung unsere? poetischen Uibersicht scheint durch die Folgen sichtbar zu werde«. Das eingestellt; - verschiedene Verthe.- Steyermärkischen Freybataillons sind aufgelöst, und so eben versichert man sich , daß die Franzosen sich über die Etsch ganz aus dem venezianischen Gebiethe herausziehen, «nd daß dagegen unsere Truppen wieder dahin vorrücken werden! — Erhöhte Wahrscheinlich« keit! °— gesegnete Vorbedeutung ! Die du über unserm Vaterlande Segen verbreitest; — sey uns willkommen und heilig! So wie sich ent-zweyte Mächte versöhnet nähern, eben so entfernen sie sich von andern, mit denen sie kurz vorher, oft noch enge verbündet waren! — Jeder neue Fußtritt des politischen Sy-stemS verrückt alle seine Richtungen, und ändert seine Gestalt nach allen Seiten. Durch denFriedenmitFranks reich trennt sich Oesterreich von der Koalizion mit Engelland, und per coni'equsnt'nm von allen Freunden Engellands —im grössern oder kleinern — aber immer im Grade der Entfernung. — äapisüu lar! -- Rußland trennte sich am ersten von der Koalizion, und so wie es sich von Engelland entfernte , im nämlichen Verhältnisse näherte eS sich an Frankreich, und schon jezt kämpfl feine Politick furchtbar mir der britttjihen Staatskunst; es wirbt Feinde im Norden gegen die Flaggen Engellands; und muß auf diesem Wege Frankreichs Freund, wo nicht sein Bundesgenosse werden. Die Pforte unmächtig genug, um einen Rebellen im Herzen seiner Staaten dulden zu müssen — kann Egyptens Verlust nicht verschmerzen; sie schließt sich an ihren einzi« geN Freund, an Engelland an, und kann auf diese Art leicht in dem Augenblicke, wo sie ihr Eigenthum zurückerkämvfen will durch ein von den Umständen ihr aufgedrungenes Vündniß neue Feinde sich auf den Hals laden, wo sie noch die alten nicht losgeworden ist. Frankreich hat inEgYpten u. Maltpa Europa erobert: das heißt: es hat durch diese Eroberung die Politick so gegeneinander gehezt, daß dieser A„f-rühr es von seinen Feinden befrcys, und die Umstände ganz zn seinem Vortheil in Norden und Süden ge< stimmt hat! — Wien. Se. K. K. Majestät haben Aller« höchstdero Herrn Bruders, des Erz-herzogS Johann Königl. Hoheit, zum General «Genie-Direktor ernennet , und Höchstdenselben die beiden Generale Froon, und DeVaux beyzugeben geruhet. Se. K. 6. Maiestät haben den Grasen von Stadion, ehemahligen K. K. Minister am Großbrtttani-schen Hofe zu Ihrem ausstrordentli-chen Abgesandten und bevollmächtigten Minister, an den Königl. Preussischen Hof, und in gleicher Eigenschaft den Grafen Ludwig v. Kau-niy-Rittberg an den Königl. Däni-schen Hofe, dann den Grafen Ferdinand von Colloredo - Mansfe d zum Königl. Kurböhmischen bevollmächtigten Minister bey der allgemeinen Reichsversammlung, und den Grafen Clemens von Metternich-Winnrburg zum, bevollmächtigten Kais.Kön gl. Minister an den Kurfürstlich-Sächsischen Hofs zu ernennen geruhet. Krakau, den 24. Jan. Die Russischn Truppen, welche bisher an der Ostgalischen Gränze versammelt waren, hab?n sick plöy-lich gegen die Türkey iu Marsch gesetzt. Ob sie als Freunde oder Feinde daselbst erscheinen werden, wird sich nächstens offenbaren. Für beyde Meynungen sind Gründe vorhanden. Semlin, den 2. Febr. Bon Widdin erfahren wir, daß dermal alles ruhig sey, alle Truppen werden von dcr Seite des Paßmann Oglu zusamengezogen, er rüstet sich stark zu einer Gegenwehre. Sicher ist es , daß von der Pforte neue Befehle wegen Bezähmung desselben an die Paschas ergangen seyn. Ausländische Begebenheiten. Deutschland. i Der berühmte Dichter, S.Wei-mär'scher Geheimer Rath y. Goethe wurde zu Anfang des IänerS an einer Bräune und an- dern Zufällen so krank, daß man für sein Leben besorgt war. Zur Freude aller seiner Verehrer ist die Gefahr nun so gut wie gänzlich vorüber. Passan, den 9. Febr. Gestern erfuhr man Zier zuerst, daß zu Amstötten (in Oesterreich unter der Enns) ein Kongreß statt gehabt habe. Dieser Kongreß soll mit dem beßten Erfolge geendig seyn. Kempten, '.den 30. Iän. Das hier befindliche Französtsche Magazin ist gegenwärtig so angefüllt, daß mehrere tausend Metzen herrschaftlichen Habers dieser Tagen auf die hiesige fürstliche Wagenremise aufgeschüttet werden mußten. Die Sckwere einer solchen Menge Frucht drückte gestern die Seitenwände hinaus und der Speicher sammt der Frucht stürzte auf die unten für vorfallende ReqUisitionsfuhrcn vorrathig eingestellten 24 Vauernpferde, wovon 7 erschlagen wurden. Von Menschen ist niemand umgekommen. Stuttgard, den 7. Febr. Nach Briefen aus dem nördliche« Deutschlande hatte die wahre Ursache der Irrungen zwischen zdem Petersburger Hofe und Dänemark, da-rinn bestanden, daß dieseS ansang- 1i als die vorzüglichste genannt wird. Spanien. Vothschast nach Portugall. Marquis Chastelfranco, Major der Spanischen Garden du Korps, geht mit einem außerordentlichen Auftrag nack Lissabon» Man versichert , er müsse von dem Vortu-gi-sischcn Hok begehren, daß er entw^r eine Allianz mlt Spanien «nd Frankreich eingehe, ohne daß er sich für England erkläre. Im ersten Falle soü Castelfranco sogleich begehren, daß aus dcm Schloße und den Forts von Lissabon d.r englischen Besatzungen und die Ausgewanderten entfernt werden; im anderen Falle soll er den Krieg gegen Portugall erklären. AlS Mittel zur Ausführung dieser Drohung gibt man an: Es marscki-ken 30,000 Franzosen durch Spanien gegen Portugall. Att dieselbe« schM ßen sich vom Spanischen Milttär unter Andern l Batalllon der Wallonischen Garden, und i Bataillon dcr Gardcs du Korps an. Diese kabc» bereits den Vefthl, sich marschfertig zu halten. Man behauptet als zuverlaßig, daß der FrirdenSfürst die Ehre haben soll, die vereinte französisch-spanische Armee gegen Portugall anzuführen. Frankreich. Paris, den i. Febr. Englische Kriegsschiffe, welche lange Zeit die Küsten des Var bedrohten, sind zu St. TropeS(cincr kleinen Stadt dieses Depardcments) gelandet, haben Vieh, Lcbcnsmit-tel, 3 Kanffahrteuschisse weggenommen, worauf sie wieder in See giengen. FranzösischcrAmtsbericht über die am 24. Dez. i Zoo vorgefallenen mörderische Unternehmung gegm den Obcrkonsul Bounaparte. Paris, den 2. Febr. Die gestriegen Blätter des Mtz-niteur und andere hiesige Zeitungen enthalten einen ausführiichett AmtSe bericht des Poliz yministerS übcr daS 5 was die Polizcy bisher , sowohl über die Vorbereitung, als die Ausführung der letzten UnternehmunK gegen das Lcben des OberkonsulS herausgebracht habe« Schyn sind mehre« re Mitschuldige und Thater entdeckt' Ein Pferdehändler erkannte das cm dem Pulverkarren umgekommene Pferd, und gab den Käufer an. Ein ' Fouragehändler gab an, daß er das ' Futter für jenes Pferd geliefert habe. Man endcckte den Faßbinder, der jene Mordtonne eingebunden; den Menschen, der den Kar-ren verkauft; die Straße, wo der Karren vorhin im Schöpsen gestanden; den Eigenthümer des Hauses; und die Kleidermackler, wo die That-tc.' blaue Ueberzüge gekauft hatten, die sie bey Vollziehung des Verbrechens trugen. Diese und mehrere andere Anzeigen fährten auf die Handlanger des bekannten Georges, gewesenen Oberanführers der Chou-ans, der erst vor einigen Monatheu mitGuineen aus England nachFrank-reick zurück gekommen war» Unter den, nach langen Nachsuchungen, Arretirten sind: Franz Carbon, sonst der kleine Franz genannt, zuv.r Chef der Chouans, den man in einem Hause, wo ehemalige Nonnen wohnten, in der Strasse No-tre Dame desChamps aufspürte. Es fanden sich dadurch die Damen de Goyon, de Circe und andere kom-primittirt. Franz, nachdem er von den VerlHnftrn des Pferdes, des KarrenS, der Pulverfässer, von dem Eigenthümer des Schopsens erkannt worden, entdeckte alle Urheber und Mitschuldige. Ein zweyter Schuldiger, S. Regent, genannt Pierot> «hedessen auch als Anführer der Chou-«ns bekannt, ward gleichfalls arre-tirt. Er hatte Vas Mrdfaß ange- zündet, und war durch dessen Zerplatzen stark beschädiget und beynahe ge-tödtet worden. Unter dessen Bett fand man ein eigenhändiges Schreiben von ihm an Georges, worin sowohl französischer als Vacavlscher Landungstruppen heseyt werden. Indessen kreuyen viele Kriegsschiffe fortdauernd an den Flanderischen und Holländischen Küsten, wahrscheinlich in der Absicht, die nen auflebende Seemacht zn vernichte« zu suchen; welches ihnen aber bey den genommenen guten Maßregeln schwerlich gelingen dürfte. Friedens-Nachricht, Diesem Morgen ließ unser würdiger Hr. Oberpostocrwalter durch das Herumreiten von 2 blasenden Postillsnö der Swdt die in der Nacht mittels Eftaffette erhaltene froheste , Nackrichr verkünden, daß am l6.d. in Wien dcr Friede auf Befehl Sr. k. k. Majestät bekannt gemacht worden sey! — — Die allgemeinen Empsiildungen in Worten zu drängen, ist fruchtloser Versuch; — volle Herzen überwallende Freude, überströmendes Entzücken .jiegt in jedem Wesen, und wir fey^rn mit glühenden Gefühl die Wider^cb^rt dcr Menschheit! —. Himmelssohn — 0 holder Friede, Du der Menschheit höchstes Glück! — Kehrst da unsere Elends müde Wiederum zu uns zurück! — Kehrst du Mit den frtschcn Palmen ? Hörst du unsere Iubelpfalmcn?. Spiegelst du dick im Geficht Der entzückten Älenschhelt nicht? —