putzen iml» VerZMen. >------— ^ l^ -"^^ Frevtag den 23. April 1824. D e r V 0 g e l. ' z >5'in Vogel sitzt im stillen Hain . Und trillert in die Welt hinein; ' Ihn freut das Leben, freut das Licht, Er achtet Form und Regel nicht, Und schmucklos, was er fühlt und weiß, Gibt er den blauen Lüften Preis! ! Wohl mancher fühlet sich bewegt Wenn im Gebüsch der Vogel schlagt, ^ ES stimmt fein fröhlicher Gesang , Eo gut in seines Herzens Klang, < Er steht erfreut, und horcht von fern: 1 Für diesen singt der Vogel gern I Doch mancher schreitet stolz daher, ^ Und rümpft die Nase gar so sehr: ^ Er schwatzt von Kunst und Theorie, Von Satz, von Tact, und Harmonie, Er lobt sich nur den Klageschall Der liebesiechen Nachtigall, Den Gimpel schwarz und roth gestreift, Der hübsch nach seiner Orgel pfeift; DeS Vogels Lied ist ihm zu schlicht: Zur diesen singt der Vogel nicht.' Oeconomische Nachrichten. I. (Beschluß.) Von der Weinlese des Jahres i8«3 wollte der V«-tasser allen Most in geschlossenen Fassern gähren lassen, um zu erproben, ob dadurch der erstickende Dunst, das tohlensaure Gas, im Keller unschädlich gemacht wer» den könne, welches erst der größt« Nutzen dieftr Vor, richrung seyn wurde. Zugleich wollte er erfahren, ob hölzerne oder blecherne Röhren dabey vorzüglicher seyen. Drey Fasser, von 52, 54 und i5o Eimern, sind mit hölzernen Röhren, und drey Fässer von 4?' 52 und 54 Eimern, mit drey blechernen, verschieden gebogen,« Vorrichtungen geschlossen, die fünf ziemlich gleichhälti« gen Fässer, jedes mit 10 Maß, der »5a Eimer ab«, mit Za Maß frischem Brunnenwasser betheilet worden. Drey Schaffeln, in denen daS Wasser stand, ließ man mit Deckeln versehen, welche nur zwey runde Offnun-gen, jede von ,3l4Zoll Durchmesser, erhielten, durch deren eine die Röhren «ingeleitet wurden, durch di« zweyte aber, davon möglichst entfernt, das los« Gai entweichen konnte, nachdem «S das Wasser durchwaten hatte. Nachdem diese sechs Fässer, im Gesammtgehalt« von 4og Eimern, auf die gewöhnliche Art mit frischem Moste gefüllt und geschlossen waren, vergingen ein Paar Tage, bevor neuer Most eingeschlaucht wurde. Der eingekellerte Most gährte indessen vernehmbar; b«n« noch war der Dunst im Keller so mäßig, baß man sich ohne Beschwerde darin aufhalten konnte. Der Wind blies stark auS Osten. Schon hoffte man den Kellerdunst un, schädlich gemachtzu haben; als sich über Nacht derWinb legte, ein Nebel einfiel, und am Morgen darauf kein Licht mehr im Keller brannte. Es konnte nicht daran gedacht werben, die Fässer zu schließen, die von jetzt an mit Most gefüllt wurden, indem man das Umfchlau« chen nur noch mit Gefahr bewerkstelligen mußte. Sobald die heftige Gahrung nachließ, wurde auch in dem Jahre l82Z das Wasser, von jedem Fass« ah. - 66 - gesondert, destilliret, und davon im Ganz«« erhalten 5 5-4 Maß Branntwein, welcher, beym nochmahligen Läutern, ^2 Maß 22grädigen brennbaren, ^2 Maß !7Z?adigen> und 1)2 Maß »4grädig«n Branntwein ergehen hat. Um üb«? den verschiedenen Geistgehalt des neuen Weines urtheilen zu leimen, ließ man auch im Iah. re »82I aus einem der geschlossen gewesenen Füsser b M«ß heurigen Wein destilliren! man erhielt davon »)2 Maß 2ogrädigen Branntwein. Aus einem offen »ergahrten Fasse wurden ebenfalls 5 Maß Wein gebrannt', sie gaben zwar eben so viel, jedoch nur iggra-oigen Branntwein. Das Zudecken der Wasserschaffel, di« blechernea Röhren und ihre verschieden Form hatten keil-.en deutlichen Unterschied bewirket: man kanlvdemnach «it gleichem Erfolge sich der hölzernen Röhren bedienen. Der Weingeist, welche» durch die Nähren hin-dulch das Wasser erreicht hat, g/ht nicht mehr in das Faß zurück: er sucht mit den übrigen Dünsten die At» mospbäl« zu erreichen, und laßt davon im Wasser nur fo viel zurück, alt ihm dieses im schnellen Durchgang« »nueißen tann. Di« Vermehrung des Geistes im Fasse kommt demnach bloß auf Rechnung dcs verengelten Spundloches mittelst der Röhren. Das Einleiten der Mohren in das Wasser aber gibt zur Ausbeut« ein gei-stiges Wasser, aus welchem entweder Branntwein de, stillirt oder Essig erzeugt werden kann. Wenn durch ein« Nöhre, die nur b>y » »M Zoll geöffnet ist/ so viel Geist aus dem Fasse verlorengeht, so kann daraus Jedermann leicht einsehe«/ wiegroß der Verlust auS einer Bsdung seyn müsse, welch« nach, lässig verwahrt ist, wie dieß in Österreich bey rothen Weinen, und in mehreren andern Ländern auch bey weißen Weinen sehr allgemein geschieht. Jene, welch« dennoch den Most in Kufen wollen gahren lassen, sol» len zu ihrem eigenen Nutzen wenigstens die größeren Fehler dieses Verfahrens zu verbessern streben.: deßwe» gen di« Bedungen mit einem gut passenden Deckel schließen, in welchem nur, wie,bey oei, Fässern das Spundloch, «ine zureichende Öffnung bleibt, di? man fthin, auch wie bey den Fässern das Spundloch, verengen oder mit Wasser schließen kann. Abei auch die Gahrung in den Fässern kann ohne Kosten verbessett werden. Die Weingahrung bedarf des freyen Verkehrs mit dtr Atmosphäre »ncht. I»> Fischen und kleinen starken Fähche» kann der eingefüllte Most gleich vollkommen geschlossen werden; er wird darin dennoch, obgleich langsamcr abgähren, und geistreich«»?« Weine geben, U'eil aller Mohol barin zusammeng«« halten ist. In größeren Geschirren aber wird die Gahrung zuheftig: sie zersprengt die Fässer, wenn die auige-triebenen Stoffe nirgends ausweichen tonnen. Nur als» um die Fasservor dem Zersprengen zu schützen, und di« Gährungs-Periode abzukürzen, ist es nothwendig, der gährenden Mssse einen Weg offen zu lassen, auf wel. chem sie austreiben kann, was darin nicht Platz hat. Dieser Weg ist jetzt das offene Spundloch; es kann dieses aber nützlich noch ve«ngt werden. Das Spundloch wirb bey zwey Zoll«, an größern Fassern auch bey vierZolle weit gemacht. Die Schlauch« röhren, und die Röhre des großen Trichters, mittelst welchem die Fasser gefüllt werden, sollen bequem em° geben, und neben sich noch Raum lassen, damit die von der eingehenden Flüssigkeit verdrängte Luft heraus-weichen könn«. Di«Gc>hru,ig aberbedarfeiner so weiten Öffnung nicht. Voriget Jahr hat bey dem Verfasser »in tüoeimeriges Faß vollkommen vergahret, dessen Spundloch mit einer hölzernen Röhre von « ,^4 Zoll Durchmesser verenget, und noch dazu mit 3o Maß Wasser geschlossen gewesen ist. Der Most wird Meilen weit verführet. Obgleich die Bewegung des Fahrens die Gahrung und die Ab« sonderung des Gases vermehret, so ist dennoch das Beil' loch, unschädlich, mit der Moströ'hreverklein«t, dere« Öffnung nur singerweit ist. Die ruhig« Gahrung un Keller, durch welche das Gas nach und nach entwickelt wird/ bedarf nur eines sehr engen Ausweges; je en» gev, desto weniger Verlust an Geist. Die Lan>winhe können daher während der heftigen Weingährung die Spundlöcher ihrer Fässer mit hölzernen Röhren »eren« gen. Wollen sie den Weingeist benutzen, den baS Was. ser auffangen kann, so mögen sie die Röhren in ein Wassergefäß einleiten, wie der Verfasser es beschrieben hat. Ist ihnen aber an dieser Ausbeute nichts gelegen , so können sie auf die gährenden Fässer Röhren aufstecken, welche , bis 2 Schuhe lang nur ^4 oder ,)3 so weit als das Spundloch geöffnet, und am oberen Ende gegen abwärts gekrümmt sind; damit der schwere Dunst - 67 - gleich in die Niedere geleitet werde, und man auf den Fässern, mit minderer Beschwerlichkeit nachsehen könne. Sobald die heftige Gahrung nachläßt, werden die Rohren abgenommen, u»d die rauh? Fülle, wie gewöhnlich, gegeben. Solche Moströhren kann sich jeder Bauer selbst machen. Dazu auch ein Stück abgeschälte und ausge. höhlte, gut ausgelüftete Hohlerstaude (gemeiner Hohlun-der) verwenden. Mit einer so einfachen Vorrichtung werden die Weine geistreicher, haltbarer, somit ver-bessert und pr?is,vül>ig«r, und theure Apparate entbehrlich gemacht werden, zu deren Anschaffung den Landlemen oft die Mitte! fehlen, und welcher bey einer künstlichern äußern Form in der Wesenheit aus gleiche Art wnken. tl. Untrügliche Prods edler Weine. Si< ist zwar bekannt; dennoch zeigen wir sie hier «n, und zwar mit einem bemerkenswerchtn Vorfall. Ein angesehener Mann in Nord«Deutschland erzählt: yMein Weibchen litt im Frühjahre »82, an Nerv ten/ lange bestehenden Wemhandlung erschien zu eben ^er Zeit bey mir, als die Undranchbatteit des einge- gangenen Weins zudem bestimmten Zweck vomDottor anerkannt wurde, und derReisends zuckte, da ich ihm den Wein zeigte, die Achseln, sagte mdessen nichcs weiter, als: in so fern ichs haben wollce, sey er erböchig , mir gewiß reinen Lünel zu schicken. Der Vorschlag ward angenommen , und bald erschien auch dieser Weili» Die Farbe desselben war die eines gewöhnlichen Rhein» weins. Der Geschmack zwar rein und lieblich, kam mir aber erkünstelt vor. Ich hatte bald darauf ein geschäfc« freyes Stündchen und wendete die Probe an beyden süßen Weinen an. Diese Probe besteht darin: Man nimmt ei» Medizinglas mit engem Halse, fällt dieses mit dem zur Probe bestimmten Wein ganz voll, halt dieses Glas mit dem Finger fest zu und verkehrt in ein gewöhnliches Trinkglas, welches mit reinem Was« ser angefüllt ist, und zieht hierauf den Finger vom Glase. Ist der süße Wein, gleichviel, wessen Lantz ihn auch hervorgebracht haben soll, reiner Rebensafr, so bleibt der Wein für sich im Medizinglase, und mischr sich nicht mit dem Wasser; sind seine Bestandtheile aber, was bey süßen Weinen nichr selten ist, Rosinenoder Äpfelbrühe mit gebranntem oder aufgelösten Zu« cker, Muscacen u.s. >v. versetzt, so strömen, weis der Zucker schwerer als das Wasser ist, die süßen, künstlich erzeugen Theile unier schönen Experimenten ini helle Wasser, Die Blühe aber bleibt im Medizinglase zurück. Meine beyden Sorten Lünel hielcen diese Probe nicht aus: der braune war, wie die RückbleÜ'sel nn Glase an ihrem Geschmack deutlich zu erkennen gaben, in Wasser abgekochte Nosinenbrühe, mit erwas Wein versetzt. Das Phlegma des weißen aber schmeckte ganz genau so, als wenn man Borstorfcräpfel in Wasser kocht und die Brühe davon trinkt. Unter mehreren Sor, ten süßer Weine, die ich hierauf prodirte, hielt nur eiue einzige die Probe aus; all« waren aus Bestand"-theilen zusammengesetzt. III. Kartoffelsuppengries. Herr Te r naux, zu 3t. 0nen in Frankreich, ver. arbeitet jetzt die Kartoffeln zu einem wohlfeilen Suppen, griese. Da er in seinen weitläußgen Macmfacturen gewöhnlich 5 bis 6ooa Menschen beschäftigte, so fühlre — 65 — ,<,- dle Nothwendigkeit eines Brotersatzmittels für die ä^nerei, Volksclassen, und glaubte, daß Kartoffeln in Vermischung mit Getreide sich am besten dazu eigneten. Die Kartoffeln werden dazu geschält, in Dampf gekocht, dann, gleich den Nudeln, durch einen feinen Durchschlag getrieben, und im Ofen oder auf eine an» vere Art getrocknet, wodurch si« 2)3 an Gewicht verlieren. Aus diesen Fadelmudeln wird nun auch di« gewöhnliche Grütze gemacht. Setzt man diese mit etwas Wassef aufs Feuer, so erhält man, nachdem sie einig« Augenblicke gekocht hat, ein schmack- und nahrhaftes Gericht. Herr Ternaux suchte diese Grütze dadurch noch nahrhafter zumachen, indem er sie mit Knochen« gallene vermischte. Die Gallerte wird aus gestoßenen Knochen gekocht; z Pfund gibt so viel Brühe, als 6 Pfund Fleisch. Diese ausKattoffelgnes und Knochen-gallerce zusammengesetzte Substanz nenntTernaur nach sich und seinem Wohnorte Ter-Ouen. DaS Pfund gibt L Portionen nahrhafter Suppe und lostet ihm 72 Centimen (4 i)2 Groschen) ; ein Pfund Grütze ohne Gallerte kostet nur halb so viel. In Paris ist diese Grütze fast in aNen Materialhandlungen zubekommen. — Einen andern SuppengrieS bereitet Herr Schön. h«rr in Dresden aus 3oo Pfund gekochten und dann getrockneten Kartoffeln, 220 Pfund geschrottenen Erbsen, too Pf. Gerstenmalzmehl, H5 Pf. Kochsalz, 2 »j2 Pf. Kümmel, 1 3)4 Pf. gestoßenem Ingder, H4 Pf. gestoßenem Pfeffer und ,45 Pf. flüssiger Gallerte von Kalberfüße» und andern Thierknochen. Dieser Gries hält sich Jahre lang; das Pfund kostet hoch« sten< 2 Groschen, und ist so gut und so nahrhaft, als 4 Pfund Brot. Man darf ihn nur mit kochendem Wasser anbrühen, um sogleich iine kräftige ünd schmack» hafte Suppe zu erhalten. IV. Düngung mit Knochenmehl. In England wird die Düngung mit Knochenmehl immer allgemeiner. Um London sind zumMah-len derselben mehr als ein Dutzend Mühlen / deren lebe täglich 2a Tonnen Knochen (jede zu 2ooa Pfund) mablt. 1U22 wurde» über IIaoa Tonne« Knochen, besonders von Schlachtfeldern des letzten Krieges, aus Deutschland in London eingeführt, und noch immer gehen ganze Schiffsladungen von Deutschland dahin. Die Knochen werden erst ausgekocht u»d zur Seife be« nützt, dann geröstet und gemahlen. Wie wirksam das Knochenmehl ist, erhellet düraus, daß ein Ackerstück, das vorher 3o Thaler kostete, nun mit 400 Thalern bezahlt wird. Die Knochenmühlen entstanden zuerst in Deutschland, und Fr. Kropp, Steiger bey')em Bley< bergwerk in Solingen, ist Elsmder derselben, im Jahre t82y. Im Bergischen sind mehrere Knochm-l mühlen. In der Nürnberger Gegend werden seit lan. ger Zeit Wollenlumpen undHornspäne (welche vorzüg' licher als Knochen sind), zur Düngung angewandt, - und theuer bezahlt. l - Der Telegraph. - Bekanntlich hat dieses schnell wirksame Correspon-benz«Mittel im letzten französischen Kriege mitSpz« ni,n abermahlS viel zu thun gehabt. Zwey Menschen sind hinreichend für einen Telegraph, weim er arbeitet. Der eine bewegt den Telegraph, indem er in e^iem Zimmer unter demselben einen kleinen Telegraph, der vermittelst mehrerer Seile durch die Decke mit dem großen, hoch in freyer Luft stehenden, verbunden ist, und selbigen storchschnadelähnlich zu gleicher Bewegung nöthigt, und die bedeutenden Zeichen machen läßt. Der andere Arbeiter beobachtet durch ein Fernrohr entweder, ob der nächste Telegraph die gegebenen Zeichen richtig nachahmt, oder,aber er gibt Acht, wenn etwa jener Telegraph eine neue Nachricht gibt, die weiter gefördert werden soll, und trägt die Zeichen in ein Buch ein, damit denn der gegenwartige Telegraph sie nachmahls nach andern Seiten hin weiter fördern könne. Ehe ein Telegraph seine Arbeit anfangt, gibt er ein besonderes Zeichen, welches „Achtung!" heißt, und ist er mit seiner Nachricht zu Ende, so gibt er wieder ein Zei< chen, «welches Ruhe!" heißt. Die Zeichenschrift der Telegraphen ist nur der obersten Behörde der Landschaft bekannt. Gedruckt bey Ignaz AloyS ENtn von kleinmayr.