öeltfpraet i Wa» «* btgtb»nv «an 6nr Jnlunft fftmt«! S>*fc Brot «n» BibtU nu gnftftit Mn, ®«I «lfm Älnbft l« btt Schalt Urata, Ua» «njm werbenden Kreise" nicht mehr als Proletarier, mit denen : man sich nicht so viel abgeben soll. Nach anßenhin will der Nationalverband auch weiterhin den Schein aufrecht > erhalten, als ob er zu den Beamten stünde — man will die Beamten, die man bei den nächsten Wahlen wieder brauchen wird, nicht offen abschütteln; aber manchmal erfährt man doch, wie die Nationalverbändler in Wirklichkeit über die Beamten denken. Die Beamten, namentlich die niedrigen Beamten, sind ja nicht „selbständig erwerbend e", sonder n arbeitende IM enschen und wie der echte Nationalverbändler jeden Arbeiter haßt, so sind ihm auch die arbeitenden Beamten in der Seele zuwider. Der deutsche sozialdemokratische Klub der Abgeordneten und die Eisenbahner. Am 12. d. M. fand eine gemeinsame Sitzung des Präsidiums des deutschen sozialdemokratischen Klubs und der Vertreter der Eisenbahner statt, wo eingehend die Haltung der Regierung zu den Anträgen betreffend die Erhöhung der Eisenbahnerbezüge erörtert wurde. Die Vertreter der Eisenbahner wiesen an der Hand von Ziffern darauf hin, daß der von der Negierung in Aussicht gestellte Betrag völlig unzureichend sei, j o geradezu w i e eine Verhöhnung wirke it muss e. Unter den Eisenbahnern herrsche auch große Aufregung darüber, daß die Verhandlung der Regierungsvorlage und der Initiativ-anträge betreffend die Eisenbahnerbezüge noch nicht begonnen hat. Das Präsidium des Klubs beschloß, in der Obmännerkonferenz diese Verhandlung zu urgieren und entschieden darauf zu dringen, daß die Anträge sofort dem Ausschuß ohne erste Lesung zu gewiesen werden oder um, wenn das am Einspruch irgend eines Abgeordneten scheitern sollte, unter allen Umständen zu verlangen, daß unmittelbar nach der Erledigung der ersten Lesung der Teuerungsanträge die erste Lesung der Eisenbahneranträge vorgenommen werde. Aus der Bewegung. Eine Massenversammlung in Innsbruck. Am 10. d. M. fand hier eine Massenversammlung der Eisenbahner im Arbeiterheim statt. Genosse Scheibein als EinbcLufer crösfncte die Versammlung mit einer kurzen Be-firüßung. Ins Präsidium wurden gewählt: Hotowy als Vorsitzender, Berner als Vorsitzenderstellvertreter und Zobler als Schriftführer. Genosse Hotowy erteilte sofort dem Referenten Genossen Scheibein zum einzigen Punkt der Tagesordnung: „Bericht über die am 8. Oktober wegen der Antwort der Regierung auf die Forderungen der Eisenbahner in Wien ab-gehaltene Konferenz" das Wort. Genosse Scheibein führte ungefähr aus: Bekanntlich hatte die am 3. September stattgefundene Konferenz in Wien, die von mehr als 500 Delegierten aus ganz Oesterreich beschickt war, aus jedem Direktionsbezirk für die am 8. Oktober abzuhaltende Konferenz in Wien Delegierte gewählt. Diese waren vollständig erschienen. Es waren ferner anwesend die .gesamte Gewerkschaftsexekutive, die Funktionäre der Zentrale und der Sekretariate, Abgeordneter Genosse Tomschik Feuilleton. „Die". Von Emil Kaiser. Jan geht gebückt am User des langen, schnurgeraden Kanals entlang. Er legt sich vornüber in das Geschirr, daß die Schlinge des Seils, an dem er sein Boot hinter sich herzieht, jsich tief in die Schulter drückt. Langsam und gleichmäßig setzt !er Schritt' vor Schritt auf dem schmalreihigen Ziegelstein-Pflaster des Leinpfades. Es ist ein herrlicher Morgen. Ein kaum merklicher Wind / streicht ihm über die endlose Fläche der Ebene entgegen, mehr erfrischend, als den Zug der sanft im Kanal hingleitendcn Treckschuite vermehrend. In dem blanken Wasser spiegeln sich die wie zum Zierat am flachen Ufer aufgestellten Gegenstände: grüne. Hochstämmige Bäume, gescheckte Kühe und alters-'graue Windmühlen mit müßig aufragenden Flügeln. Auch die ! Schutte selbst fügt sich gut ein in das heitere Bild. Sie ist am Heck rot gemalt und auf dem gebogenen Balken des Steuerruders sitzt Putje in grellblauem, faltigem Rock und weiter Jacke. Das Boot ist alt und Putje ist jung, aber sie passen doch zusammen, sie tragen beide süße Last. Die Schutte ist mit Apfelsinen beladen und die süßen Früchte duften köstlich durch das Holz der Kisten. Und Putje....? Die ist selbst wie eine schwere, volle Frucht, reif zum Aufbrechen. Jan, in der Fron seines Führerdienstes, geht gebückt im Geschirr am Ufer dahin. Er sieht nichts von der im Glanz der Morgensonne lachenden Gegend, nichts von Bäumen, Kühen und Windmühlen, nichts von dem Boote, das zwanzig Schritt hinter ihm hergleitet und auf dem fein junges Weib am Steuer sitzt; er sieht nichts als die ewig gleichen Reihen der schmalen Ziegel, ctuf dem et bedächtig Fuß vor Fuß setzt, stunden- und stundenlang. Er riecht nicht den süßen Dust der Orangen, mit denen sein Boot heute gefüllt ist. für ihn ist es Ladung, die er von einer Stadt zur anderen befördert gegen kargen Lohn. Ob es weiche Früchte, ob cs harte Steine sind. und als Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion im Parlament und der Reichsparteivertretung Abgeordneter Doktor Ellenbogen. Das Referat bei dieser Konferenz wurde von Genossen Tomschik gehalten, welcher ausführlich die von den koalierten Eisenbahnerorganisationen ausgestellten Forderungen besprach und die Schritte, um sie zu verwirkliche». Das Ergebnis dieser Bemühungen ist die von der Regierung ein» gebrachte 14-Millionen-Vorlage für die Eisenbahner. Dieser Betrag ist natürlich viel zu gering, um nur itt ganz geringem Maße die große Notlage der Beamten, Unterbcamtcn und Diener zu lindern.. Die Regierung müsse sich unbedingt zu weiteren bedeutenden Verbesserungen herbeilassen. Die sozialdemokratische Fraktion des Parlaments werde sich mit der ganzen Kraft für die Forderungen der Eisenbahner Einsetzen. (Großer Beifall.) Abgeordneter Genosse Dr. Ellenbogen versicherte die Konferenz ebenfalls der tatkräftigen Unterstützung der Sozialdemokratischen Fraktion, doch stehe es sehr im Zweifel, ob auch die bürgerlichen Abgeordneten ihre den Eisenbahnern gemachten Versprechungen Einhalten und im Parlament hierfür stimmen werden. Schon jetzt mache sich in ihren Zeitungen eine Bewegung gegen die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung der Personalleiter für Einkommen von mehr als 10.000 Kr. bemerkbar. Die Eisenbahner werden jedenfalls bei den Verhandlungen im Parlament Gelegenheit haben, wieder einmal ihre Freunde unb Feinde kennen zu lernen. Genosse <5 ch e i 6 e i n führte zum Schluß aus, daß die Sozialdemokraten im Interesse der Eisenbahner die Demagogie der Nationalen, die sich ja auch in Innsbruck gezeigt habe, nicht mitmachen, die zuerst den 1. Oktober als Termin bezeichneten, um ihren Abgeordneten die Stellung im Parlament zu ersparen. Sie haben sich damit gründlich blamiert und nun den 15. Oktober als Endtermin bestimmt, der eben, wenn die Verhandlungen bis dort nicht beendet sind, eine neuerliche Verlängerung erfahren wird. (Lebhafte Heiterkeit.) Da sich aus die Anfrage des Vorsitzenden niemand mehr zum Worte meldet, führt Genosse Hotowy in längerer Rede aus, daß die von den verbündeten Eisenbahnern geforderten Beträge, die der Vorredner eingehend besprochen habe, noch lange nicht genügen, da noch so manches zu fordern wäre, was in dem ausgestellten Schema nicht enthalten ist. Er bespricht nun des längeren die von der Negierung gegenüber der vermuteten Eisenbahnerbewegung etwa geplanten Maßregeln, was die Versammelten verschiedene Male zu lebhaften Heiterkeitsausbrüchen bringt, geißelt ferner das Bestreben und Vorgehen der Eisenbahnverwaltung, die Unter-beaintenstellen aufzulassen und mahnt schließlich die Eisenbahner gleichfalls zu fester Solidarität und unverbrüchlicher Treue in einem eventuellen Kampfe. Genosse Balle st rang erklärt sich ebenfalls mit den Ausführungen des Genossen Scheibein einverstanden, woraus der Vorsitzende, nachdem noch Scheibein ein paar anfeuernde Worte an die Versammelten gerichtet hatte, die Versammlung nach 10 Uhr nachts schloß. Gmünd. Freitag den 6. Oktober 1911 fand in Unter-Wielands eine massenhaft besuchte öffentliche Eisenbahnerversarninlung mit der Tagesordnung: „Die Forderungen der Eisenbahner und das Parlament" statt, wozu die Genossen S 0 m i t s ch (Wien) und Hackenberg als Referenten erschienen waren. Die Stimmung zeigte deutlich die Entschlossenheit der Eisenbahner zum Kampfe "um die Verbesserung ihrer drückenden Lage und gegen die herrschende Teuerung, welche in leidenschaftlichen Zwischenrufen zum Ausdruck gelangte und den Ernst der Situation hervorkehrte. Genosse S 0 mitsch verwies in seinen äußerst sachlich gehaltenen Ausführungen auf die Ursachen der herrschenden Teuerung, welche nur der vollständigen Untätigkeit der Regierung zuzuschreiben ist, und anderseits auf die verhältnismäßig niedrig stehenden Löhne Bei den Bahnen. Nachdem eine baldige Aenderung dieser schwierigen Lage nicht vorauszusehcn ist und die Regierung "keinerlei Maßnahmen trifft, welche eine Besserung erkennen lassen, sind die Eisenbahner auf die Selbsthilfe angewiesen. Sehr bedauerlich sei es um so mehr, als das Eisenbahnministerium die im Jahre 1005 gemachten Versprechungen, weitere Forderungen, die zur Verbesserung der Lage der Eisenbahnbediensteten dienen sollen, zu erfüllen, nicht eingehalten habe und jetzt neuerdings gestellt werden müssen. Sollten diese dringendsten Forderungen keine Berücksichtigung finden, dann wäre der Kampf unausbleiblich und der Ausbruch täglich zu erwarten. Nach einer Mahnung zur Einigkeit schloß Redner mit großem Beifall seine Ausführungen. Genosse Hackenberg beleuchtete in markigen Worten die Haltung der bürgerlichen Parteien in diesen Fragen, kennzeichnete die Volkssreundlichkeit des Herrn Kittinger bei verschiedenen Anlässen und unterzog die Wohnungsfürsorge die der Kahn faßt, der Druck des Seiles gegen die Schultern bleibt immer gleich. Und der gesegnete Leib seines Weibes vermehrte noch die Last, die er zu schleppen hatte. Freilich war es auch, wenn Putje aus dem Boot war, als ströme durch das Seil eine besondere Kraft in den Körper des angeschirrten Jan hinüber. Wenn er ermüdet rasten wollte, so trieb es ihn noch ein paar hundert Schritte weiter zu machen, dem Unge« bornen zuliebe, an das er mit lächelnder Neugier, aber auch mit leiser Sorge dachte. Als Jan vor etwa einem Jahr die alte Schulte von seinem Vater geerbt hatte, da hatte er sich mit dem Gedanken getragen, ein paar Ziehhunde anzuschaffen. Aber ehe er ein paar passende Tiere gefunden hatte, war ihm Putje begegnet mit ihrem lachenden, roten Gesicht und ihren weichen, weißen Armen, und da hatte Jan seinen Plan geändert. Wenn er Putje heiratete, so brauchte er keinen Jungen zum Steuern und brauchte auch keinen Hund, denn sie war ein gesundes, kräftiges Weib und konnte ihn, wenn es nötig war, wohl einmal eine halbe Stunde beim Ziehen ablösen. Und anfangs, nachdem sie verheiratet waren, ging auch alles wie Jan es sich ausgedacht hatte, und während im Winter die Kanäle zuge-froren waren, da hatte er im engen Stübchen an der immer muntern Putje gewiß eine bessere Gesellschaft, als er sie an den Hunden gehabt hätte. Aber als dann der Frühling kam und die Kanäle wieder schiffbar wurden, da hatte fein Weib zwar noch steuern können, aber ihr auch nur für kurze Zeit noch das Geschirr umzulegen, das ging bei ihrem Zustand doch nicht mehr an. So mußte Jan denn Stunde um Stunde, wie ein Zugtier, über den Leinpfad stampfen und sich dabei mit dem sonderbaren, halb lächerlichen, halb ängstlichen Bewußtsein trösten, daß er bald „Vatter Jan" sein werde. Der Traum von den Ziehhunden aber schien einstweilen in werte Ferne gerückt. „Hallo!" erscholl Putjes helle Stimme und weckte Jan aus feinen Gedanken. Er hob mühsam den Kopf und schaute scharf den Kanal entlang, ob cs irgend ein Hindernis gäbe. , Er sah nichts auf dem Wasser, als in beträchtlicher Entfernung der HtaatSbahnverwaltung einer scharfen Kritik, für welche Ausführungen ihm lebhafter Beifall zuteil wurde. Nachdem noch die Resolution der Wiener Eisenbahner-Versammlung zur einstimmigen Annahme gelangte, schloß ddr Vorsitzende mit Dankesworten für die SluSdauer und den zahlreichen Besuch die Versammlung. * » * Wie die Deutschnationalen in ihrer Presse über die passive Resistenz urteilen. Durch einen halben Monat haben die „Reichs-bündlet" und ihre parlamentarischen Vertreter, der Nationalverband, die passive Resistenz aus den Eisenbahnen angedroht. Wer ihre sinnlose und schädliche Taktik nicht mitmachen wollte, war natürlich ein Verräter. Und nun kommt das „Salzburger V 0 l k s b l a 11", das Organ der Herren Doktor Stölzel und Dr. Sylvester, und speit in seiner Nummer vom 14. d. M. gegen die Eisenbahner und die sozialdemokratische Arbeiterschaft im allgemeinen folgende Gemeinheit aus: Es ist bei uns dafür gesorgt, daß wir politisch nicht zur Ruhe foirr e n, an Stelle der allgemeinen Teuerungsfrage ist die aus der Teuerung geborene Frage d e r passiven Resistenz der Eisenbahner getreten. Es ist ein mächtiger Kampf, der hier ausgefochten wird. Die Eisenbahner und mit ihnen alle Beamten und Staatsangestcllten empfinden als im festen Solde stehend die Teuerung aller Lebensbedürfnisse doppelt hart. Die Eisenbahner, deren passive Resistenz nun in unser wirtschaftliches Leben auf das aller-schmerzlichste Eingreifen würde, haben sich in die erste Kampfreihe der Fixbesoldeten gestellt. So droht der Ausbruch des Kampfes, Und wieder sehen wir, wie überall in diesem Teuerungs» kampf, dasselbe Bild. Die Sozialdemokraten, die mit ihren Hetzreden, die Erregung bis zur Siedehitze steigerten, die ihre Leute vor die Bajonette und die Mündungen der Gewehre hetzten, die ihre jugendlichen Organisierten zu Mvrdbreirnercicu und SchulstUrinereien verführten, und — alles um der Teuerung und um des „Elendes der Proletariermassen" willen — sogar einen ParlamentSschützen berstellten, sie legen die Hände in den Schoß; sie kümmern sick nichr darum, die passive Resistenz zu verhindern. Im Gegenteil, es wäre ihnen ganz recht, wenn die Eisenbahnzüge nicht mehr regelmäßig verkehren und die ohnehin so teuren Lebensmittel infolge der mangelnden Zufuhr noch eine gewaltige sprunghafte Preissteigerung erfahren würden. Daß unter dieser neuerlichen Preissteigerung die „Proletarier", die Arbeiter, am meisten zu leiden hätten, was kümmerts Sie's? Sie hätten ja wieder ein neues Agitationsmittel, wieder eine neue Quelle der Erregung der Massen. Daß die Eisenbahner mit der passiven Resistenz nur Unheil säen, wahrscheinlich aber effektiv weniger erreichen würden, als durch die Anstrengungen ihrer Abgeordneten, das kümmert die Genossenführer ebenfalls sehr w e n i g." Während die Sozialdemokraten es waren, die bereits am 3. September es ausgesprochen, daß eine passive Resistenz vor den Beschlüssen des Parlaments unsinnig und nur schädlich wäre, beschuldigen uns jetzt schon_ die Natio-nalverbändler, daß wir es waren, die die Eisenbahner in einen sinnlosen und gefährlichen Kampf hineintreiben wollten. Das eigene Verhalten wird jetzt den Sozialdemokraten angedichtet! Hat es je eine frechere und schamlosere Bande gegeben? _________________ A«r dem UeWtet. Die Eisenbahnerforderuugen. In der Plenarsitzung vom Dienstag den 17. d. M. gelangte die Regierungsvorlage über die Verbesserung der Bezüge der Beamten und Eisenbahner und damit auch der von uns bereits mitgeteilte Antrag des Abgeordneten Tomschik in Verhandlung. Dr. Schustcrschitz erklärt, der kroatisch-slowenische Klub sei nicht in der Lage gewesen, auf Vornahme der ersten Lesung zu verzichten. Er wäre ohneweiters dafür, daß die erste Lesung überhaupt abgeschafft werde, solange aber minder wichtige Angelegenheiten einer ersttn Lesung unterzogen werden, könne das Helle Segel eines entgegenkommenden Bootes. Aber er hörte deutlich irgendwoher das Surren eines arbeitenden Motors. Gleichmäßig weiterschreitend, blickte er über die Schulter nach rückwärts, jedenfalls wollte ein Motorboot die Schutte Überholen. Allein auch dort zeigte sich nichts Störendes auf dem Kanal. Nun streifte sein Blick sein eigenes Boot und suchte Putje. Sic wies erregt mit ausgcstrecktem Arm landeinwärts in die Luft: „Jan, 0 sieh doch mal, Jan!" Es klang ganz erschrocken. Verdrießlich drehte Jan den Kopf nach der bezeichneten Richtung. Was ging es ihn an, was da auf dem Lande passierte. Putje war unbedacht, ihn darauf aufmerksam zu machen. Er mußte auf den Weg vor seinen Füßen achten, daß er nicht ins Stolpern kam und von dem gespannten Tau niedergerissen wurde. Aber nun hielt er doch unwillkürlich den Schritt an, ja er richtete sich auf, und mit der Rechten das Seil des Schiffes packend, legte er die Linke als Schirm gegen die ihn blendenden Sonnenstrahlen über die Augen. Da strich in der blauen Luft ein riesengroßer Vogel mit regungslos ausgebreiteten Schwingen über die endlos sich dehnenden Wiesen heran. Ein Vogel so seltsam und groß, wie Jan noch nie einen gesehen hatte. In ganz ruhigem Fluge, kaum merklich nach rechts und links sich neigend, näherte er sich, als ob ein Sturmwind ihn vorwärts triebe. Ein unheimliches Surren begleitete seinen rasenden Flug. Immer ungeheuerlicher unb unerhörter wuchs seine Größe, immer seltsamer erschienen seine scharfkantigen Formen. Jetzt von der Seite sah er nicht mehr wie ein Vogel aus, sondern eher wie eine Libelle, aber es war eine Libelle aus Stahl und Segeltuch. nicht kleiner als Jans ganze Schutte und mit einem knatternden und puppernden Motor im Leibe. Nicht hundert Schritt- vor Jan, der dem Wunder mit weitausgerissenen Augen folgte, schoß cs über den Kanal und strich jenseits weiter und weiter, so schnell sich verkleinernd, wie es beim Näherrommen seine beängstigend riesiigen Maße angenommen hatte. Nicht nur Jan stand regungslos und starrte der fluch' tigen Erscheinung wie verzaubert nach, die ganze Natur schien g$6gr Besucht nur Lokale, in welche« der „Eisenbahner" aufliegt! man bei einer Vorlage. Pte eine Bedeckung von 83 Millionen jährlich erfordere, keine Ausnahme machen. Im Jahre 1894 betrugen die Ausgaben für die definitiv angestellten Beamten und Diener 220'0 Millionen, im Jahre 1910 562-3 Millionen in den Büschen schwiegen, das Vieh auf der Weide halte lauschend die Köpfe erhoben und selbst die Windmühlen standen da wie alte Männchen, die erstaund die Arme gen Himmel reiften. Putje war die erstx, die die Sprache wieder-fand; natürlich: sie war ja ein Weib Aber selbst ihre Stimme zitterte und klang leiser als sonst bei der Frage: „Qtan, was war das nur? Doch nicht der leibhaftige Teufel?" Jan schüttelte entschieden den Kopf, (schwer und langsam kam es von feinen Lippen: ..Das war ein Mensch!" Er erinnerte sich jetzt nackträglich, daß er ihn mit feinen scharfen Augen trotz des schnellen Vorübersausens ganz deutlich unter den ausgespannten Flügeln hatte sitzen sehen, unbeweglich, wie ans Eisen gegossen, mit vorgebeugtem Kopf geradeaus spähend. Er hatte sich nur im Augenblick gefürchtet, sich klar-zumachen, was er sah. Denn daß es ein Mensch war, ein Wesen wie er selbst, erdgeboren und sterblich, was da so stolz, mühelos und sicher die Luft durchschoß, das war ja eigentlich für sein Gehirn viel schwerer zu bewältigen, als wenn eS der Teufel oder sonst ein überirdischer Dämon gewesen wäre. Ein merkwürdig gehobenes «efühl kam über -an, er hätte schreien und sich das Zugseil von den Schultern reißen mögen. war. als ab ihn plötzlich ein Rausch erfaßt hätte. Aber da kam Putjes Stimme über das Wasser jetzt schon wieder klar und hell: „Ein Mensch! Ja, was d i c aber auch alles machen!" Dieses d i e ernüchterte Jan, cs machte ihm wieder den Abstand fühlbar. Was ging es ihn an, was die alles herausfandenl Er hatte doch nichts davon. Er blieb an sein Schiff gebunden und konnte damit nicht nach Haarlem fliegen, sondern mußte den Weg hübsch zu Fuß zurücklegen, gebückt im Geschirr gehend, die Allgen unentwegt auf das schmalreihige Ziegel-' Pflaster des Leinpfades geheftet, damit er nicht über ein Sternchen stolpere. Und im Gehen rechnete Jan, ob es nicht, trotz des in Aussicht stehenden Familienzuwachses, vielleicht doch zu einem Ziehhund langen würde. Präsident des Abgeordnetenhauses durch seine Sachkenntnis und die Ärt seiner Geschäftsführung die allgemeine Achtung genießt und auch unseren erbittertsten Feinden Respekt einflößt. Als wahrend der Unterbrechung der Sitzung die Klubobrnäuner zu einer Veratuug zusammentraten, hatte Wolf dort verlangt, die Obmänner mögen erklären, daß sie mit den Sozialdemokraten als „intellektuellen Urhebern des Verbrechens" nicht an einem Tische sitzen wollen, und als Adler erklärte, daß er es unter seiner Würde halte, darauf zu antworten, und als auch die Obmänner der anderen Parteien darauf nicht antworteten, hatte er, die Tür hinter sich zuschlagend, das Beratungszimmer verlassen. Vorher schon hatte Wolf und mit ihm auch einige andere von den Nationalverbändlern — darunter auch der „Liberale" Dr. Groß, derselbe Groß, der als Privatdozent eine „wissenschaftliche" Broschüre über Marx geschrieben hat, von der Friedrich Engels erklärte, sie sei das Dümmste, was bisher über Marx geschrieben wurde — unter ihren Freunden und auch unter den übrigen bürgerlichen Parteien eine Agitation eingeleitet, daß man Pernerstorfer nicht mehr zum Vizepräsidenten wählen solle. Sie schlugen den Tschechen vor, daß man die Stelle dieses Vizepräsidenten dem Rumänen Simionovici überlasse. Auch bei den Polen uud Christlichsozialen agitierten sie für diese Idee, die im Wesen darauf hinau»Iäuft, daß man die zwischen allen Parteien des Parlaments schon im Jahre 1907 und jetzt wieder im Juli getroffene Vereinbarung über die Aufteilung der Präsidenten-stellen unter die einzelnen Nationen uni) Parteien breche. Sowohl die Tschechen als auch die Polen und endlich auch die Christlichsozialen lehnten diese Aufforderung. sich der deutschnatiomilen Vertragstreue anzupassen, mehr oder weniger energisch cb. Die Christlichsozialen hätten gern mitgetan, und ein Teil ihrer Partei beteiligte sich sogar aktiv au der Aktion gegen die Einhaltung der Vereinbarungen. Aber schließlich kamen sie doch zu der Einsicht, daß man das nicht wagen könne. Im Nationalverband fand sich zwar die Mehrheit für den von Wolf gestellten Antrag — 85 deutsche Männer stimmten dafür, nur 30 dagegen! — aber der Vorstand erklärte, daß angesichts der geringen Stimmendifferenz der Beschluß nicht bindend sei und daß die Abstimmung jedem freigegeben werde. Trotzdem stimmten von den Deutsch-nationalen und von den Christlichsozialen nur ganz wenig für Pernerstorfer. Ihr „Charakter" ließ es nicht zu. den Vertraa offen zu brechen, aber ließ es doch zu, daß sie ihn nicht einhielten. Die Wahl des Präsidiums ergab zunächst eine kleine Ueberroschung insofern, als der bisherige deutschnationale Präsident Dr. Shlvester eine über alles Erwarten kleine Stimmenzahl — 237 Stimmen, also nicht einmal die absolute Mehrheit des Hauses — erhielt. Die Sozialdemokraten stimmten zwar getreu der alten Vereinharung für ihn, aber unter den anderen Parteien fanden sich viele, die angesichts der unzahligemal bewiesenen Unfähigkeit Svlvesters lieber leere Stimmzettel^abgoben. Bei der Wohl der Vizepräsidenten erhielten: Pernerstorfer 183. der Christlichsoziale Jukel 208, die (ihrigen 205 Stimmen. 19 Stimmen — offenbar von den Deutschradikalen — entfielen aus den Rumänen Simionovici. Einige Deutschradikale hatten sich den deutschradikalen Witz geleistet, den auf den Zetteln vorgedruckten Namen Pernerstorfers zu streichen uud „Mordburger" oder ähnliche nationale Umformungen hinzuschmieren. Es ist klar, daß sie derartige Witze noch öfter wiederholen werden. Denn namentlich der Wolf möchte jetzt seine alten Affären vergessen machen. So lange hat er sich zurückhalten müssen, seitdem ihm die Alldeutschen im Gerichtssaal bewiesen hatten, daß sein . Blatt, die „Ostdeutsche Rundschau", vom Zuckerkartell j mit barem Gelbe bestochen wurde; so lange hatte er ! sich nicht in den Vordergrund gewagt, seitdem ihm die Alldeutschen im Gerichtssaal nachgewiesen hatten, daß er bei einer Bismarck-Feier ganz öffentlich sich gegenüber der Frau eines Freundes Ding? hatte zpschulden ; kommen lassen, die nach dem Strafgesetz als lieber-tretung gegen die öffentliche Sittlichkeit geahndet wer* : den. Nun glaubt er als Scharfmacher gegen die Sozialdemokratie wieder hinauskommen zu können. Man wird ja sehen, inwieweit ihm die bürgerlichen Parteien dabei folgen werden. Die Sozialdemo-1 traten werden sich von den Scharfmachern — vom Gautsch wie vom Zucker-Wols — nicht einschüchtern lassen. Terrninhandel und Getreidewucher. Man hat einmal den österreichischen Bauern : eingeredet, das Börsenspiel werde aufhören, wenn der Terrninhandel verboten würde. Nun ist der Terminhandel in Oesterreich längst verboten. Aber das Verbot hat keine andere Wirkung gehabt als die, die die sozialdemokratischen Abgeordneten bei der Beratung des Gesetzes vorausgesagt haben: die Spekulation ist einfach von Wien nach Budapest übergesiedelt. Zur wichtigsten Institution der Wiener Getreidebörse wurde der Telegraphendraht, der die Kauf- und 83er-I faufofferte nach Budapest leitet. Dadurch ist die Sache * nur schlimmer geworden: denn die Budapesker Börse, auf die der österreichische Staat keinen Einfluß hak, diktiert nun uns die Preise. Nun hat Ungarn freilich im letzten Ausgleich versprachen, den Verkehr an seiner Getreidebörse zu reformieren. Aber der ungarische Staat hat diese Verpflichtung bisher nicht erfüllt und er wild sie, wenn überhaupt, dann gewiß nicht nach unserem Sinn erfüllen. So bleibt von der großen Aktion gegen den Getreideterminhandel, von der die Agrarier so viel erwartet haben, nichts übrig als — das Diktat der Budapesier Börse. Freilich, heute lassen sich die österreichischen Agrarier dieses Diktat ganz gern gefallen. Sie sind zwar der Börse sehr böse, wenn sie die Preise drückt, aber sie sind mit ihr ein Herz und eine Seele, wenn sie die Preise in die Höhe treibt. Denn ihr Kampf gegen die Börse ist nur ein Kampf um hohe Börsenpreise. Aber der Zusammenhang der agrarischen Politik mit der Börse beschränkt sich nicht auf die gemeinsame Freude an hohen Preisen. Er ist viel enger: Spekulationspreise in solcher Höhe, wie sie die Getreidebörse in den letzten Wochen gesehen hat, wären überhaupt unmöglich ohne die Getreidezölle, die das A und O der agrarischen Politik sind. Ließen wir die freie Einfuhr des Getreides zu, dann würden wir das Getreide zum Weltmarktpreis mit Zuschlag der Transportkosten bekommen. Wir würden auch dadurch nicht vom Einfluß der Börse gänzlich befreit: denn an den großen Wcltbörssn wird der Weltmarktpreis gebildet. Aber der Inlandspreis bliebe mit dem Weltmarktpreis eng verknüpft, von ihm immer nur um die Transportkosten unterschieden. So wäre wenigstens der inländischen Spekulation eine sehr enge Grenze gezogen. Anders bei hohen Getreidezöllen! Der Einfuhrpreis der ausländischen Ware ist nun gleich der Summe des Weltmarktpreises, der Transportkosten und des Zolles. Ist die Ernte im Inland reichlich, dann schwankt der Preis unterhalb dieser Grenze auf und ab; wird die Ernte knapp, dann schnellt der Preis sofort zu dieser oberen Grenze hinauf. Denn wenn die heimische Ernte den heimischen Bedarf nicht reichlich deckt, dann verlangen die österreichischen Landwirte für ihre Ware denselben Preis, den das ausländische Getreide mit Zuschlag des Zolles kostet. Die jüngste Spekulation hat eben diesen Ursprung. Anfangs glaubte man, der inländische Markt sei reichlich versorgt. fremder Zufuhren nicht bedürftig. Die Preise waren vor einiger Zeit noch beträchtlich niedriger als die Summe des Weltmarktpreises, der Transportkosten und des Zolles. Der Zollschutz wurde nicht vollständig ausgenützt. Dann kamen ungünstige Nachrichten. Die Spekulanten meinten, der heimische Vorrat werde zur Deckung des Bedarfes nicht genügen, es werde die Zufuhr der fehlenden Mengen aus dem Ausland notwendig werden, daher werde auch der Preis des heimischen Getreides um den vollen Zollbetrag erhöht, der Zollschutz vollständig ausgenützt werden können. In dieser Erwartung kauften die Spekulanten Getreide: cs ist der erhoffte Zollgewinn, den sie sich durch ihre Spekulationskäufe sichern wollen. Der Kampf an der Börse ist der Kampf um den Prosit, den der Zoll garantiert, der Kampf um die Beute, die unter dem Schutz der Zollmauer den Verbrauchern sbgejagt wird. Den armen Bauern reden die Agrarier ein, daß der Zoll ihnen nütze; indessen verteilen die Magnaten an der Börse schon die Beute. Je größer unsere Volkszahl wird, desto schwieriger wird es, den heimischen Bedarf mit dem Erträgnis der heimischen Landwirtschaft zu decken. Nur in den besten Jahren wird das noch möglich sein. Ist die Ernte nur mittelgut, dann können wir Zuschüsse aus dem Ausland nicht entbehren; und sobald dies der Fall, sobald auch nur kleine Mengen ausländischen Getreides eingeführt werden müssen, steigt auch der Preis des heimischen Getreides um den vollen Zollbetrag. So müssen wir selbst bei mittelguter Ernte Getreidepreise bezahlen, wie sie früher, vor der Erhöhung der Getreidezölle, nur bei Mißernten vornekommen sind. Das ist es, was die Börse weiß; nur bann kann sie es loggen, den Inlandspreis so hoch emporzutreiben. Die Agrarier lieben es, sich als Feinde der Börse zu gebärden- In Wirklichkeit aber hoben sie den Weg zur Börse längst gefunden. Großgrundbesitzer und großbäuerliche Genossenschaften können die Börse ebensowenig entbehren wie Getreidehändler und Müller. Wenn wir die Liste der leitenden Personen der Wiener Getreidebörse überblicken, stoßen wir auf manchen bekannten Namen. Ein Sohn des Reichsritters v. Hohenblum ist Stellvertreter des Borsen-kommissärs, ein christlichsozialer Abgeordneter, Herr Alois Lechner, ist Mitglied der Börsenkammer. Es kann nicht anders sein. Denn die Börsenspekulation ist eine unvermeidliche Begleiterscheinung der kapi-tglistischen Wirtschaft, von ihr so wenig zu trennen wie Ueberarbeit und Arbeitslosigkeit, wie Rieseureich-tum und Massenelend, wie die Paläste und die Zuchthäuser. Solange die Gesellschaft unsere Versorgung mit Lebensmitteln Privatleuten überläßt, werden die Lebensmittel des Volkes den Neichen ein Gegenstand des Handels und des Schachers, des Spieles und der Spekulation sein. Erst mit dem Kapitalismus wird die Börse verschwinden. Erst wenn die Gesellschaft unsere Versorgung mit Lebensmitteln selbst über-nimjnt als ihre wichtigste Ausgabe, erst bann werben DU" Sorget dafür, daß der »Eisenbahner" auch vom reisende» Publikum gelesen tvßsder die Früchte des Bodens und der Arbeit nicht mehr dem gierigen Hunger nach Profit dienen. In den Siebzigerjahren forderten die preußischen Agrarier die Verstaatlichung des Getreidehandels. Damals sanken die Getreioepreise; die Agrarier hofften, der Staat werde ihnen höheren Preis gewähren. Heute ift's umgekehrt; die Getreidepreise fttügtfrr. Heute müßten die Konsumenten die Verstaatlichung des Getrcidehandels fordern, damit der Staat für niedrige Preise sorge. Wir fordern sie nicht: denn solange die Agrarier den Staat beherrschen, würde die Verstaatlichung des Getreidehandels nur ihnen, nicht den Verbrauchern nützen. Wenn aber dereinst die Macht der Grundbesitzer gebrochen wird, wenn die Arbeiterklasse sich die Macht im Staate erobert, dann wird die Uebertragung des Getreidehandels an das demokratische Gemeinwesen eine der ersten Maßregeln zur Neuordnung der Gesellschaft sein. Dann wird mit dem privaten Getrcidchandel auch die Spekulation verschwinden und das Gemeinwesen selbst wird die Aufgabe übernehmen, dem Landmann für redliche Arbeit redlichen Lohn, dem Verbraucher für billigen Preis fein täglich Brot zu sichern. Teuerung und Kapitalismus. Es ist noch nicht lange her, seit der Chor derer gar laut erklungen, die den Kapitalismus ob der Fülle reichen Segens priesen, welche er den Arbeitern bringe; gestatte er ihnen doch, in unaufhaltsamen Aufstieg sich höhere Löhne, höhere,Lebenshaltung zu erringen, räume er doch der ganzen Klasse einen stetig wachsenden Einfluß auf die Politik ein, erleichterte er es doch durch die gewaltige Entwicklung der Produktivkräfte, die die Erzeugungskosten und damit auch die Preise senkten, dem Proletariat die Erreichung seiner Wünsche. So sprachen sie, und auch in unsere Reihen drang davon ein Widerhall. Ein Märchen aus uralten Zeiten: so klingts uns heute. Stück um Stück ist in das Grab gesunken, was dieser Auffassung Stütze war. Festgefügte Unternehmerverbände erschweren den gewerkschaftlichen Kampf; ein Knecht der besitzenden Klassen ist der Staat, heute wie ehemals; an die Stelle der niedrigen Warenpreise ist eine Teuerung getreten, die die Erfolge der Gewerkschaften illusorisch macht, ja, breite Schichten mit Verelendung bedroht. Und diese Tatsache, die heimtückisch den Arbeitern den durch Lohnbewegungen errungenen Erfolg hinterher aus der Hand windet, läßt deutlicher als die anderen erkennen, daß dem Ringen der Arbeiter um größeren Anteil an der Kultur innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung gar enge Grenzen gesetzt sind, die nur mit dem Kapitalismus selbst beseitigt werden können. Der kapitalistischen Produktion unmittelbar ent-springendeunddurchdie staatliche Wirtschaftspolitik herbei-geführte Ursachen sind es, die die Preissteigerung der Lebensmittel und Jndustrieprodukte erzeugt haben. Wir wollen zunächst jene, die gewöhnlich im gesamten Umkreis der kapitalistischen Produktion gleichartig wirksam sind, untersuchen. Steigt die Nachfrage nach einer Ware schneller als ihr Angebot, so steigt auch ihr Preis; so lange bis die dadurch bewirkte Steigerung der Produktion den Preis wieder auf sein früheres Niveau herabdrückt. Wird aber diese Mehrerzeugung aus irgend welchen Ursachen gehemmt oder läßt sie sich nur mit erhöhten Produktionskosten druchführen, so bleibt der Preis dauernd höher, als er früher gewesen ist. Diese Verhältnisse finden wir insbesondere auf dem Getreidemarkt wirksam. Getreide ist ein Welthandelsartikel geworden; eine Reihe von Produktions-gebieten beteiligt sich an der Beschickung des Marktes, eine Reihe von Ländern entnimmt dem Weltmarkt die für ihren Bedarf notwendigen Mengen und so hat sich auch ein Weltmarktpreis gebildet, der dort zu suchen ist, wo er nicht durch das Eingreifen des Staates verändert wird, also vor allem in England. Der Preis für die Tonne Weizen betrug in England im Durchschnitt , bet Jahre Mark 1891 bis 1895 ...................... 119-72 - , 1896 , 1900 ........................ 130-12 1901 „ 1905 .......................131— 1906 „ 1909 ......................... 150-25 Der Weltmarktpreis ist also ziemlich schnell gestiegen. Zahlreiche Ursachen haben sich zusammengetan, um diese Wirkung hervorzurufen. Zunächst wird die Industrialisierung der alten kapitalistischen Staaten immer stärker; ein immer geringerer Teil ihres Getreidebedarfs kann von der heimischen Landwirtschaft gedeckt werden. So steigt ihre Nachfrage auf dem Weltgetreidemarkt. Neben den alten entstehen aber auch neue Getreidekäufer. „Europäisches Kapital, sagt Otto Bauer in seiner sehr empfehlenswerten Schrift über „Die Teuerung", wirkt in überseeischen Ländern. Es entwickelt dort neue Produktionszweige. Es zieht gewaltige. Arbeiterheere zusammen. Es hebt die Kaufkraft »der Länder, die es befruchtet. Sie treten nun als^ Getreidekäufer auf den Weltmarkt.... Südafrika muß heute bereits beträchtliche Mengen Weizen einführen. Brasilien wird zum Kaffeelieferanten der Welt; seinen Weizenbedarf deckt es durch die Zufuhr aus dem Ausland .... Der Export des Kapitals, das die Weltwirtschaft industrialisiert, treibt die Getreidepreise in die Höhe." Auf der anderen Seite wird das Angebot an Getreide für den Weltmarkt durch die Industrialisierung der Vereinigten Staaten von Amerika eingeschränkt. Je mehr die Ernte im eigenen Land verzehrt wird, desto geringer ist der _ Teil, den Nordamerika den alten und neuen Industrieländern zur Verfügung stellen kann. So wurden während der Jahre 1895/96 bis 1899/1900 durchschnittlich 98-6 Millionen Meterzentner exportiert, in den Fiskal-zahren 1900/01 bis 1905/06 65-4, im Jahre 1906/07 59/7 und 1907/08 42*1 Millionen Meterzentner. Eine größere ^Produktion in Nordamerika ist aber nur bei höheren Kosten möglich, setzt also hohe Preise voraus und vermag sie nicht zu beseitigen. Die gesteigerte Zufuhr anderer Länder (Argentinien, Kanada) vermag diesen Ausfall nicht völlig wettzumachen. Denn die Neubesiedelung des Bodens — die wichtigste Voraussetzung erhöhten Ertrages in jenen Ländern — kann verhältnismäßig nur langsam vor sich gehen. Die Auswanderung der Menschen kann die Getreideländer nicht so schnell entwickeln, wie das Zuströmen des Kapitals, das Wachstum der Industrie den Getreidebedarf der Ein fuhrländer steigert. _ So steigt der Getreidepreis auf dem Weltmarkt, damit aber auch der deutsche Getreidepreis, denn dieser wird durch jenen in seinen Schwankungen mitbestimmt. Aehnliche Ursachen verteuern heute die Rohstoffe der Industrie. Besonders deutlich zeigt sich dies auf dem Baumwollmarkt. Die Textilindustrie ist sehr leicht erweiterungsfähig und auch in solchen Ländern zu betreiben, die der Kapitalismus erst zu erobern beginnt. So hat sie sich im letzten Jahrzehnt überaus rasch ausgedehnt; die Zahl der Vaumwollspindeln ftieg in den Jahren 1900 bis 1909 in der ganzen Welt von 105-7 auf 133-4 Millionen. Die Erzeugung von Bmrmwolle ist bei weitem nicht im gleichen Verhältnis gesteigert worden. So ftieg der Preis enorm: von 1900 bis 1910 auf das Doppelte. Die Folge ist natürlich eine Verteuerung der Baumwollgarne und -gewebe oder, wo es den Fabrikanten nicht möglich ist, die erhöhten Kosten ganz auf die Konsumenten zu überwälzen, Einschränkung der Produktion, Arbeitslosigkeit. Wie für die Baumwolle, so mußte aus gleichen Gründen in den letzten Jahren für Wolle, Häute, Holz, Kautschuk, die meisten Metalle, mehr bezahlt werden; so stiegen auch die Preise der aus ihnen verfertigten Fabrikate. Diese Preissteigeningen aber weisen auf ein Grundgebrechen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung hin. Denn ihre Ursache ist, daß die Produktionszweige sich in ungleichem Tempo ausdehnen, dieser rascher, jener langsamer. Dies aber entspringt dem Wesen des Kapitalismus, der dem Privatkapitalisten die Entscheidung darüber zuschiebt, wo er sein Kapital anlegen will. So kann es sich hinterher Herausstellen, daß dieser Produktionszweig zu rasch vergrößert, jener zu langsam ausgedehnt worden ist. Der oft irrigen Meinung einzelner ist die Ausdehnung der Produktion ausgeliefert. Diese Anarchie der Produktion ist unlösbar mit dem Privateigentum verbunden. Wer jene aufheben will, muß dieses beseitigen; wer jene Ursache der Teuerung auf die Dauer ausschalten will, muß für den Sozialismus kämpfen, der die ganze Gesellschaft zur Herrin der Produktion machen wird. Die Regellosigkeit der Produktion trifft auch den Unternehmer: er leidet darunter, wenn der Konkurrenz, kampf seine Gewinne beschränkt, wenn die Krise den Wettbewerb verschärft. So sucht er auf seine Weise, zu seinem Vorteil diesen Zustand zu beseitigen. Die Konkurrenz soll beseitigt, ein gemeinsames Vorgehen auf dem Warenmarkt hergestellt werden. . Die Mittel zu diesem Zweck sind Kartelle und Trusts. Die Unternehmer beginnen damit, die Preise gemeinsam festzusetzen, kontingentieren dann die Produktion, verteilen die Absatzgebiete untereinander, lassen endlich den Absatz sämtlicher kartellierter Unternehmungen von einem gemeinsamen Verkaufsbureau vermitteln. In einem Trust endlich werden die Unternehmungen ihrer Selbständigkeit entkleidet und einheitlich, von einer Spitze aus geleitet. Und nun, nachdem der Preisregulator der Konkurrenz beseitigt ist, wenden sich die kartellierten Kapitalisten gegen den Verbraucher. Er muß nun Kartellpreise be-zahlen, höhere Preise, als er früher dem unkartellierten Unternehmer gezahlt hatte. Die Kartelle verhindern aber auch, daß die Erniedrigung der Produktionskosten, die in sehr vielen Industriezweigen rasche Fortschritte gemacht, in den Preisen zum Ausdruck kommt. Die Preise bleiben hoch, auch wenn die Kosten noch so sehr abnehmen; den Unternehmern fällt die Frucht des technischen Fort--schrittes zu. Je wichtiger eine Ware für die Bedürfnisbefriedigung der Massen, desto schwerer belastet die Kartellierung ihrer Produzenten die Verbraucher. Zu den gefährlichsten gehören die Kartelle in jenen Industriezweigen, die das Rückgrat der kapitalistischen Volkswirtschaft bilden: die Montan- und Eisenverbände. Es wurde in Düsseldorf per Tonne in Mark gezahlt für 1Q«1 r.!= Rohris-N StrinWe 1891 bis 1895 ................. 48 9-32 1896 „ 1900 ................... 66 9 60 1901 .. 1905 .................. 57 10-40 1906 „ 1909 ................... 69 11 70 Die Preissteigerung betrug beim Roheisen 45 Prozent, bei der Steinkohle 25 Prozent des zu Anfang dieser Periode gezahlten Preises. Und diese Erhöhung wirkt nun weiter: Die Maschinen werden teurer, der wichtigste Hilfs-stoff der Industrie, die Kohle, wird verteuert, so steigen die Produktionskosten aller anderen Fabrikate und damit auch ihre Preise. So pflanzt sich die Preiserhöhung von Kohle und Eisen fort, bis sie endlich (soweit Kohle als Heizmaterial für städtische Wohnungen verwendet wird, geschieht dies direkt) beim Konsumenten zur Ruhe kommt. Der Kartellgedanke ergreift aber auch (oft von den Kartellen der „schweren Industrien" unterstützt) die anderen, die Fertigindustrien: es entstehen KarfJUe in der Ma-schinenfabrikation, in der Textilindustrie, in der chemischen, der Holzindustrie, in der Erzeugung von Metallwaren wie Papierwaren u. s. w. Ihr wichtigster Zweck ist: hohe Preise, hohe Profite. Und nicht nur Fabrikate, auch die Konsumtionsmittel des täglichen Lebens werden durch Kartelle verteuert: Vier und Zucker, Salz und Spiritus u. s. w. Manchmal erhebt auch ein ausländischer Trust Tribut von fremden Nationen; so steuern die Aermsten aus allen Völkern dazu bei, die Gewinne Herrn John Rockefellers. des Herrn der Standard Oil Company, des Petroleumskönigs, zu mehren. Das ist die Signatur des modernen industriellen Kapitalismus. Seine Waffen sind nicht mehr wohlfeile Preise, mit denen nach Marx' Worten „die Bourgeoisie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt". Er errichtet nun selbst in den Kartellen hohe Mauern, die immer schroffer die Besitzenden von den Besitzlosen scheiden. Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt sind diese jener Knechte; auch auf dein Warenmarkt wird nur denen, die da haben, gegeben. Auch hier aber muß die Wirtschaftsordnung eine Stufe höher geführt werden, wenn man die von den Kar- tellen ausgehende Teuerung beseitigen will. Soll der Organisation der Privateigentümer ein Ende gemacht werden, so muß dem Privateigentum ein Ende gemacht werden. Hier hilft kein Kartellgesetz, nur die Expropriation; kein Mittel des kapitalistischen Klassenstaates, nur der Sozialismus. Die Teuerung, unter der die Massen heute leiden, ist aber nicht nur durch diese überall wirksamen Tatsachen erzeugt; sie wird durch das Eingreifen des Staates noch außerordentlich verschärft. Aus die verschiedenste Art kann er die Höhe der Waren- und Lebensmittelpreise beeinflussen und überall tut er es zugunsten der Besitzenden. Deshalb kann die Teuerung schon heute gelindert werden, wenn die, die unter der Teuerung leiden, den Staat zwingen, nicht immer an den Profit der Besitzenden zu denken, sondern auch an die Not der Besitzlosen. So ist der Kamps gegen die Teuerung nicht bloß ein Kampf für die Sozialisierung der Gesellschaft, sondern auch ein Kampf um eine soziale Wirtschaftspolitik des Staates. Das Gtzntlbftem auf den 1.1. Staatsbahnen und feine Mcktvirlnng auf die Verkehrssicherheit. (Schluß.) Die ganze Wirtschaft in den Heizhäusern dreht sich allein um den Angelpunkt, viel, viel Tantiemen zu machen. Dabei vergißt so mancher Maschinenmeister seine Vergangenheit als Lokomotivführer vollständig und kommandiert Dienstleistungen, die er früher auf keinen Fall gemacht hätte. Die Lokomotiven verludern, weil die Reparaturen nicht oder schlecht gemacht werden, und verschlampen, weil die Putzer zu wenig sind. Dafür sollen sich die ohnehin geplagten Heizer mehr schinden. Lokomotiven und Personal stehen stundenlang auf den Kohlenplätzen, weil man auch aus der wohl ausgeschundesten Arbeiterkategorie auf den Staatsbahnen, den Kohlenarbeitern, Tantiemen durch Verminderung des Standes derselben Herauspressen will. Selbstverständlich wird dadurch auch die freie Zeit des Lokomotivpersonals weniger. Außerdem kommt noch die Qualifikation dazu, über welche, nebst der Tantiemenwirtschaft, ein eigenes Buch zu schreiben wäre. Beim Zugspersonal leiden am meisten die Bremser, welche sich überhaupt nicht rühren dürfen. Wenn sie nicht hinausgeworfen oder auf eine andere Art und Weise geschädigt werden wollen, müssen sie fahren bis zur Bewußtlosigkeit. Auch für die angestellten Zugsbegleiter gibt es der Mittel gar viele, um sie zur Räson zu bringen. So greift ein Zahn in den anderen, das Personal zu Dienstleistungen zu zwingen, die, wenn die Sache fehl geht und ein Unglück geschieht, kein „Verantwortlicher" verantworten kann. Wir hätten bei den k. k. Staatsbahnen so etwas wie Aufsichtsorgane, die berufen wären, in solchen Fällen einzuschreiten. Doch diese versagen vollständig. Da wäre vor allem einmal die £ k. Generalinspektion der österreichischen Eisenbahnen. Diese Behörde beschränkt sich im großen, ganzen darauf, die von den Direktionen vorgelegten Turnusse im allgemeinen zu überprüfen. Natürlich sind diese Turnusse nicht zu beanständen, weil die Direktionen nicht so dumm sind, Turnusse zu erstellen, die den Vorschriften nicht entsprechen. Das dicke Ende kommt gewöhnlich hintennach, wenn die Turnusse gefahren werden müssen. Dann kann jeder strebsame junge Herr das Personal aus dem Turnus werfen oder sonstige Leistungen verlangen, daß einem die Grausbirnen aufsteigen. Bei den Streckenbereisungen kümmern sich die Organe der Generalinspektion um solche „Lappalien" überhaupt nicht. Viel wich-iger ist, daß ein Fahrplan nicht schief hängt; die Maschinen glänzen auch dort, wo sie nicht glänzen sollen; ein tatfahrender Güterzug nicht um eine oder zwei Minuten zu früh kommt und anderes mehr. Weiters kämen in dieser Hinsicht auch noch die Verkehrskontrollore in Betracht. Auch diese drücken sich um solche Sachen, als wenn überangestrengte Bedienstete nicht zum Verkehr gehören würden, den sie zu „kontrollieren" haben. Es gibt freilich manche unter ihnen, die vom praktischen Eisenbahndienst nicht viel verstehen, in der Regel nur die kleinlichsten Sachen beanständen, und das ganze Personal mit Nadelstichen schikanieren, für das Große aber nicht das geringste Verständnis haben. Von solchen Leuten ist überhaupt nicht viel zu erwarten und es wäre schade um jedes Sßori Es gibt aber wohl auch Männer unter ihnen, die tüchtig sind und ganz gut wissen, was und wo es fehlt. In dieses Wespennest traut sich aber auch kein solcher hineinzustechen. Es handelt sich nämlich in diesen Fällen um die „Sparsamkeit", den geheiligten Profit, um den „Diensteifer" der Bediensteten. Dieser darf doch nicht hintangehalten werden. Es würde vielleicht auch ein solcher Versuch für sie nicht gut ausfallen. Der Antrag des Sozialdemokratischen Verbandes auf Einführung von Sicherheitsmänner auf den Eisenbahnen könnte vielleicht in manchen Fällen Abhilfe schaffen, wenn das Gesetz derart beschlossen würde, daß diese Sicherheitsmänner auch die entsprechenden Rechte erhielten. Fragen wir uns nun, ist vielleicht der Dienst seit Herausgabe der Vorschriften über die Dienst- und Ruhezeit leichter, weniger verantwortungsvoll geworden, so daß die Verwaltung über die Gefahren, die eine lieber« anstrengung des Personals mit sich bringt, beide Augen zudrücken kann, so können wir ganz ruhig antworten: Nein, auf keinen Fall. Die Lokomotiven neuerer Gattung sind viel leistungsfähiger als die früheren; die Züge wurden immer schwerer und länger, auch die Fahrzeiten der Güterzüge teilweise schneller. Der Ausbau der Stationen und der Strecken hinkt aber gewaltig nach und Maschinen und Zugspartien sind gleich stark geblieben. Es ist eine durch Erfahrungen belegte Tatsache, die auch den Staatsbahndirektionen bekannt sein dürfte, daß mit dem jetzt vorgeschriebenen Vremsbrutto, schwere, talfahrende Güterzüge, wenn sie plötzlich angehalten werden müßten, in so manchen Fällen auf Bremsdistanz nicht zum Stillstand gebracht werden können. Es bringt dieses hauptsächlich die Länge der Züge mit sich, von anderen Tatsachen ganz abgesehen. Der Zugsbeglciter, welcher 40, 50 oder gar 60 Wagen von der Lokomotive entfernt, auf einem Bremsposten ist, hört meistens keine Dampfpfeifensignale mehr. Das Haltsignal, welches gegeben wird, kann er auch nicht sehen. Erst wenn der Gang des Zuges unerwartet langsamer wird oder durch einen Ruck wird er erst aufmerksam, daß vorn etwas nicht geheuer sein muß und daß es notwendig ist, die Bremse anzuziehen, um den Zug zum stehen zu bringen. Darüber vergeht Zeit. Nun glaubt das Eisenbahnministerium mit Rücksicht darauf, daß die schweren 25- und 28tonnigen Bremswägen immer mehr werden und das Bremsbrutto daher leichter aufgebracht werden kann, bei manchen Zügen einen Mann von der Zugspartie ersparen zu können. Theoretisch, beim grünen Tisch, schaut die Sache ja recht schön aus. Praktisch ist es schon mit Rücksicht auf das vorhin Geschilderte recht gefährlich. Die Züge werden, wenn ein Mann weniger auf der Bremse ist, noch schwerer zum Stillstand gebracht werden können als jetzt. Wie können aber dann die Zugsbeglciter den Zug übersehen, wo dieses mit der heutigen Anzahl derselben je nach der Strecke und der Linie der Züge schwer oder gar nicht möglich ist. Doppelt gefährlich wird es aber, wenn ein schwerer und langer Zug, der ja vorschriftsmäßig trotz der verminderten Zugspartie gebremst sein kann, auf einer Gesällsstrecke reißt. Kommen Verschiebungen vor, so wäre die Arbeit noch viel gefährlicher als sie ohnehin schon ist, weil jeder Mann, so wie bei Aus- und Zuladungen, abgeht. Auch die Einteilung der schweren Bremsen wird meistens nicht mit Rücksicht auf die leichtere Bremsung des Zuges vorgenommen, sondern da kommen meistens ganz andere Gründe in Betracht. Die Folge dieser Maßregel würde sein, daß die Zugsführer bei Besetzung von Bremsen die Rücksicht auf die Verkehrssicherheit außer acht zu lassen gezwungen wären oder, was das gleiche ist, schwere Bremsen ein-setzen und andere besetzen, das heißt schwindeln müßten. Die normale Zugspartie ist auf verschiedenen Strecken durch lange, lange Jahre die gleiche geblieben, trotzdem inzwischen das Durchschnittsgewicht der Züge sich mindestens um ein Viertel, wenn nicht um ein Drittel erhöht hat. Und da soll man noch reduzieren? Am 1. Juli d. I. ist die Vorschrift über Vereinfachung der Manipulation bei der Güterbeförderung in Kraft getreten. Durch dieses wurden die Schreibarbeiten der Manipulationskondukteure bei den Güterzügen auf ein kleineres Maß zurückgeführt. Diese halbwegs vernünftige Einführung soll aber, so geht das Gerücht herum, vom k. k. Eisenbahnministerium benützt.werben, die Zahl der Manipulanten zu verringern, beziehungsweise diese bei einzelnen Zügen wegzunehme». Wir wollen und können das nicht glauben. Bei den Personen- und Schnellzügen ist es ohnehin ausgeschlossen, nachdem bei diesen Zügen die Arbeit gewiß nicht weniger, sondern eher mehr geworden ist. Also kämen eigentlich nur Güterzüge in Betracht. Vor allem anderen ist die Tatsache festzustellen, daß sich dm Arbeit der Manipulanten nicht nur auf das ^ Verzeichnismachen beschränkt, wie einzelne Kontrollorgane zu glauben scheinen. Der Manipulant hat noch viele andere Sachen zu machen. Wenn aber ein solcher einem Zuge nicht mehr beigegeben würde, so ginge die ganze Arbeit desselben auf den Zugsführer über und dieser verträgt überhaupt keine weitere Ar-beit mehr, wenn er für seinen wirklichen Dienst noch verantwortlich gemacht werden soll. Seit einer Reihe von Jahren haben sich die Arbeiten der Zugsführer derart vermehrt, daß es vollständig ausgeschlossen ist, ihnen noch mehr aufzuladen. Schon die vorhin erwähnte bedeutende Erhöhung der Belastung und der Maximalachsenzahl der Züge hat m erster Linie die Zugsführer in Mitleidenschaft gesogen. Das ist aber bei weitem noch nicht alles. In den Vorschriften über die Verfassung der Verkehrsstunden. Pässe heißt es in Punkt 7 (Amtsblatt des Eisenbahn-Ministeriums vom 12. Juni 1898): „Der Zugsexpedient der Zugsend-, beziehungsweise Bezirksgrenzstation, in welcher die Stundenpässe gewechselt werden, hat die Bruttotonnenkilometer zu summieren. Dieses ist aber bei den meisten Staatsbahndirektionen auf die Zugsführer übergcgangen. Die Herren Beamten haben einfach mit dem Motto: „Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt" diese Arbeit den Zugsführern aufgebllrdct und dm Direktionen -haben dabei werktätig mitgcholfen. Mit der Summierung ist aber auch die Aufteilung der Bruttotonnenkilometer auf die Lokomotiven verbunden, die infolge Berechnung nach Prozenten — früher einfache Halbierung — komplizierter und langwieriger geworden ist. Dann kommen die vielen Bruttozettel, die jetzt gemacht werden müssen. Auch das war früher nicht so arg. Eventuell wird sogar die Wagen-, beziehungsweise Zugsanalyse vom Zugsführer verlangt. Eine weitere große Arbeit ist den Zugsführern mit dem Auswerfen der Wagenachskilometer aufgebürdet worden, von welchen man früher gar nichts wußte. Dann kani die „Reform" des Wagendienstes. Man hat die Wagenschreiber vermindert und die meiste Arbeit derselben den Zngsführern hinaufgeworfen. Das Auf-nehmen der Züge ist dadurch so zeitraubend geworden, daß die Zugsführcr meistens den weitaus größten Teil ihren Arbeiten während der Fahrt zu machen gezwungen sind und ihrer wichtigsten Aufgabe, der Zugsübcrwachung und der Beaufsichtigung des Verschubs, die auch vollständig von den diensthabenden Verkehrsbeamten auf die Zugsführer übergegangen ist, nicht mehr nachzukommen imstande sind. Die Reform des Wagendienstes ist als eine Ersparungsmaßregel ausposaunt worden. In der Wirklichkeit ist die Geschichte wohl anders. Man hat nämlich die Wagenschreiber verringert und dafür Wagenbeamte eingestellt. Dadurch wird die „Ersparung" vollständig kompensiert worden sein, richtiger ist es zu sagen, man hat aus einer Dienerarbeit, wie in manchen anderen Fällen, eine Beamtenarbeit gemacht. Zu dem allen ist überdies noch zu bemerken, daß die Zugsführer ihre Schreibarbeiten unter den ungünstigsten Verhältnissen im fahrenden und rüttelnden Zug, bei ungenügenden Platzverhältnissen, nachts bei elender Beleuchtung machen müssen, so daß die meisten nach und nach halb blind werden, wie die ärztlichen Untersuchungen ergaben. Ueberall haben sich die Zugsführer gegen diese Ueberbürdung gewehrt. Uns liegt die Erledigung einer Staatsbahndirektion vor, welche im Auszug lautet: „Gegenüber der Bemerkung, daß sich die schriftlichen Arbeiten der Zugsführer gegen früher vermehrt haben, wird darauf hmgewiesen, daß auch die Zahl der Manipulanten vermehrt wurde, wodurch bei allen frequenten Zügen der Zugsführer ohnehin wesentlich entlastet wurde." Sollte es möglich sein, daß man wieder welche wegzunehmen beabsichtigt? Wir protestieren entschieden auch nur gegen einen derartigen Versuch und im Interesse der Verkehrssicherheit werden sich die Zugsführer dagegen mit allen Mitteln zu wehren wissen. Auch beim Vcrschubpersonal, jenem Personal, von welchem schon im Jahre 1889 der Präsident der Vereinigten Staaten, Harrison, in einer Botschaft an den Kongreß sagte: „Es ist ein Vorwurf für unsere Zivilisation, daß eine Klasse von Arbeitern unseres Landes, die einen notwendigen und nützlichen Beruf ausübt, einer Leibes- und Lebensgefahr ausgesetzt ist, wie diejenige, die dem Soldaten im Kriege droht", fängt man zum sparen an, und zwar dadurch, daß man normierte Ver-schiebcrposten längere Zeit nicht besetzt oder in so manchen Fällen für einzelne Erkrankte oder Beurlaubte keinen Ersatz beistellt, so daß diese durch die übrigen herein-gebracht werden müssen. Dieses Sparsystem bedeutet nicht nur eine große Gefahr für den Verkehr, sondern auch für die persönliche Sicherheit der betroffenen Bediensteten. Der Verschubdienst ist ein Dienst, wo es unter Umständen um das Leben oder die Glieder der Bediensteten geht, und man sollte glauben, daß schon das primitivste Mensch-lichkeitsgefühl eines Vorgesetzten es verhindern sollte, auf Kosten dieser Bediensteten Ersparungen zu machen. Wir haben nicht übertrieben, so und nicht anders sind jetzt die Zustände auf den Staatsbahnen in Bezug auf Ueberbürdung des Personals und auf solche Grundlagen ist die Sicherung des Verkehrs gestellt. Abhilfe kann nur geschaffen werden, wenn die Bediensteten ihre Macht erkennen. Wir haben die Erfahrung gesammelt, daß überall dort, wo die Organisation ausgebaut ist, es nur im geringeren Maß gelingt, dieses Sparsystem im Verkehr durchzusetzen. Die Bediensteten des exekutiven Dienstes sind es sich selbst und ihren Familien schuldig, alles daranzusetzen, um nicht vorzeitig getötet oder Krüppel zu werden. Es wäre auch Sache der ganzen Öffentlichkeit, dieses Bestreben zu unterstützen, nachdem von Eisenbahnkatastrophen doch nicht nur Bedienstete, sondern auch Reisende betroffen werden. Die Eisenbahner und ihre Organisation leisten, wie in vielen anderen Fällen, wahrlich eine Kulturtat, wenn sie da oft Abhilfe erzwingen. Sie Bewegung auf der Mangbalm. In einer vom Personal der Eisenbahn Wien-Aspang sehr gut besuchten Versammlung, die Dienstag den 3. Oktober im Saale der Restauration Fuchs am Nennweg stattfand, berichteten die Vertreter des Personals über die von der Direktion gemachten Zugeständnisse. Es hatten sich zu dieser Versammlung auch zahlreiche dienstfreie Bedienstete von der Strecke eingefunden und es erschienen alle Bedienstetenkategorien dieser Bahn vertreten. Heber die Zugeständnisse für die Beamten berichtete Herr K a r b o, über die für Unterbeamte Genosse I o a ch i ui, über jene für die Diener Genosse Lenz und über jene für Arbeiter Genosse C z e ch. Als Vertreter der Gewerkschaftskommission war Genosse Rudolf Müller bei der Versammlung anwesend. Der Zentralverein österreichischer Eisenbahnbeamten war durch Herrn Grünfeld vertreten. Die Berichte wurden mit regem Interesse verfolgt und an den folgenden Debatten beteiligten sich ungefähr 20 Redner. Wenn auch das Entgegenkommen der Verwaltung dieser Bahn anerkannt wurde, mußte doch konstatiert werden, daß die Zugeständnisse unzureichende seien. Die zugestandene W o h n u n g s z u l a g e wird nur bei ununterbrochener mindestens einjähriger Dienstzeit gewährt, so daß die Arbeiter, die diese Dienstzeit noch nicht erreicht haben, überhaupt leer ausgehen. Die 26prozentige Erhöhung der Wohnungsgeb ü h r c n für Diener und Unterbcamte ist in vielen Fällen eine ganz unzulängliche Aufbesserung. In der niedrigsten Gchaltstufe für Diener und in der niedrigsten Quartiergeldklasse (60 Prozent) beträgt diese Aufbesserung jährlich 45 Kr., also n i ch t g a n z 4 K r. m o-n ei 11 i ch. In der die Zugeständnisse enthaltenden Dienstverordnung ist betreffs der Einführung der Nachtdien st zulage nichts über deren Höhe und darüber verlautbart, auf welche Bedienstetenkategorien sie Aiiwendung finden soll und durch die jetzt gemachten Zugeständnisse erscheinen die Bediensteten der Eisenbahn Wien-Aspang noch in vielen Beziehungen ungünstiger gestellt als die anderer Bahnen. Ueber eine Anfrage der Vertreter der Beamten für die Personalkommission, ob die Teuerungszulage für Beamte und Beamtinnen, eine ständige Aufbesserung sei, wurde diesen dies mit nachstehendem Schreiben zugesichert: Auf die heutige Eingabe wird eröffnet, daß die. den Beamten zugcstandenc Teuerungszulage — wie dies schon aus dem bezüglichen Wortlaut der an die Personalkommission im Entwurf übergebenen Dienstverordnung über die anläßlich der bestehenden Teuerungsverhältniffe von der Verwaltung beschlossenen Aufbesserungen der Bezüge der Bediensteten und Arbeiter ergeht — eine dauernde Zulage bildet und sonach bei Erhöhung der Bezüge durch normale Vorrückungen oder Be. förderungen nicht eingestellt wird. Der Weiterbezug der Teuerungszulage würde nur dann eingestellt, wenn an Stelle derselben eine mindest das Ausmaß dieser Zulage entsprechende, die normale Vorrückungs»,« beziehungsweise Befördcrungsfristen nicht beeinträchtigende Erhöhung der systcmisiertcn Bezüge (Gehälter oder Wohnungs» gebühren) eingcführt werden würde. Herrdegen m. p. - v x Vorsitzender der Personalkommission, Mit diesem Schreiben ist nunmehr wohl diese Zulage als eine dauernde sichergestellt, aber es ist wiederum die Möglichkeit eröffnet, wenn außertourliche Vorrückungen als. abnormale Beförderungen behandelt würden, diese Zulage bei letzteren einzustellen. Die Versammlung der Bediensteten der E. W. A. beschloß schließlich, neuerlich mit einem Memorandum an die Verwaltung ihrer Bahn heranzutreten und mit diesem das Mindestausmaß der Forderungen des Personals zu präzisieren. Dies ist bereits geschehen. Am 5. Oktober I. I. wurde dem Herrn Regierungsrat Herrdegen nachstehendes Memorandum überreicht: Andie k. k. priv. Eisenbahn Wien-Aspang, Wien. Die Verlautbarung über die vom geehrten Verwaltungsrat dem Gesamtpersonal der E. W. A. und Sch. B. B. gemachten Zuständnisse zur Verbesserung deren wirtschaftlichen Lage besitzend, haben die beiden Vertrctungskörper, das ist Personalkommission und Arbciterausschuß, zur Kenntnis und Beurteilung sämtlicher Bediensteten gebracht. Obwohl sowohl Angestellte als auch die Taglohnbcdien» steten vollkommen zu würdigen verstehen,, wie sehr sich die geehrte Verwaltung mit der raschesten Behandlung unserer Eingabe befaßte sowie auch vom Personal ohne Zweifel anerkannte Verbesserungen unseres Einkommens geschaffen hat, stehen dieselben dennoch vor der unabänderlichen Tatsache, daß die getroffenen Maßnahmen zwar hohen Willen, Hilfe zu verschaffen bekunden, doch leider dem Personal nicht jene Hilfe bringen können, auf welche selbes unter den drückenden Tcue-rungsverhältnisscn rechnen mußte. Im Auftrag aller Bediensteten wird neuerlich die Bitte ausgesprochen, der geehrte Verwaltungsrat möge unseren gestellten Anträgen auf 'Verbesserung unseres Einkommens nochmals nähertreten und in Erwägung ziehen, daß das Personal auf das äußerste gedrückt, sich im Notstand befindet. Die Erfüllung unserer, nach reiflicher Ueberlegung überreichten Wünsche, welche zur Behebung unserer wirklichen Lage nur das unbedingt Notwendigste darstellen, würden das Personal veranlassen, sich der größten Mühe und gewissenhaftesten Pflichterfüllung zu unterziehen, um der geehrten Verwaltung auf diese dem Personal einzig möglichen Art Gewinn und den Nachweis seiner Einsicht und Dankbarkeit zu erbringen. Gleichzeitig verbinden wir die Bitte, die Erledigung unserer Wünsche so zu regeln, daß die Früchte derselben dem Personal noch mit den Ende Oktober zur Auszahlung gelangenden Bezügen zugute kommen. Die Exekutive der Personalkommission und des Arbeiterausschusses der k. k. priv. Eisenbahn Wien-Aspang. Wünsche zum Memorandum. > Für Angestellte. Punkt 1. Uebersetzung aller vor dem Jahre 1907 eingestellten Unterbeament und Diener in die nächsthöhere Gehaltstufe, unbeschadet der normalen Vorrückung. P u n k t 2. Die laut Z. 9840 vom 4. Oktober 1911 zugestandene Teuerungszulage für Beamte von jährlich 200 Kr. ist für die Dicnstklaffc X bis einschließlich der Dienstklasse VIII, Gehaltstufe 8, als außertourliche Vorrückung, ohne die normale Beförderung zu beeinträchtigen, zu verioandeln. Punkt 8. Kürzung der Vorrückungsfristen für alle nach dem Jahre 1907 angestellten Beamten, Unterbeamten ^ und Diener um 1 Jahr. Punkt 4. Erhöhung des jetzt bestehenden Wohnungs-geldeS für Beamte um 25 Prozent. Punkt 5. Einbeziehung des ganzen Wiener WohnungL-geldes zur Pensionsbemessung. Punkt 6. Einführung der 30jährigen Dienstzeit für daS gesamte Personal. Punkt 7. Anrechnung der anderthalbfachen Dienstzeit für das Lokomotiv- und Zubcgleitungspersonal. Punkt 8. Alle durch die Personalkommission bisher eingebrachten Anträge, wie die Forderung von Funktions-, Kassen-, Maschinenmeister- und Bauzulagen, Kilometergeld-erhöhung des Fahrpersonals, Bezahlung der Ueberstunden im Magazinsdienste, sind neuerdings zu behandeln und einer günstigen Erledigung zuzuführen. HI unkt 9. Im Falle Krankheit eines von der Krankenkassenpflicht befreiten Beamten ist dem Betreffenden der volle Gehalt und das volle Quartiergeld durch ein volles Jahr auszubezahlen. Punkt 10. Die bei der letzten Vorrückung im Juli 1911 geschädigten Unterbeamten sind im Sinne der Personalkommissionsprotokolle Nr. 1 und 2 vom Jahre 1908 schadlos zu halten. Punkt 11. Auflassung der Dienerkatcgorie B und Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen. Punkt 12. Erhöhung des Anfangsgehaltes der Diener von 900 Kr. auf 1000 Kr. sowie des Endgehaltes auf 2000 Kr. Punkt 18. Bedienstete, welche mindestens ein Jahr Lokomotiv- oder Zugsführcrdienst: leisteten, sind innerhalb von sechs in definitiver Eigenschaft zugebrachten Dienstjahren zu Unterbeamten zu ernennen, ebenso Verschub-, Maschinen-, Wagen-, Stations- und Magazinsaufseher, Kanzlcigehilfen, Wagenschreiber und Zugsbeglciter mit Erreichung des Gehaltes von 1200 Kr. Für das Taglohnpersonal. Punkt 1. Für sämtliche Profcssionisten soll die wöchentliche Arbeitszeit 50 Stunden nicht überschreiten und hat der Arbeitsschluss an Samstagen um 12 Uhr mittags stattzufinden. Punkt 2. Gleichstellung der Professionisten der Bahnerhaltung mit jenen der Werkstätte. Punkt 3. Definitive Ernennung der Zugsbcgleiter nach zweijähriger Verwendung im Fahrdienste und des Vcr-schubpersonals nach gleicher Dienstzeit im Verschubdienste. Punkt 4. Einführung eines Grundlohnes von 3 Kr. für Materialmagazinsarbeiter. Punkt 5. Die Verwaltung hat für die den Hilfsarbeitern vom Akkordkorps gewährte Lohnerhöhung zur Gänze aufzukommen. Es liegt nun an dem Verwaltungsrat der E. W. A. und Sch. B. B. zu erwägen, ob die Erfüllung der Wünsche ihres Personals nicht eine unter den bestehenden Verhältnissen unabweisbare Notwendigkeit ist. Die Verwaltung dieser Bahnen ist an der Erhaltung geordneter Betriebszustände auf ihren Linien mehr denn je interessiert und die Geschäftslage dieser Bahn e r m ö g-li cht es zweifellos, ihre Bediensteten so zu stellen, daß sie von den drückendsten Existenzsorgen befreit werden, um bei den herrschenden Verhältnissen mit ihren Familien ein halbwegs menschenwürdiges Dasein führen zu können. Im beiderseitigen Interesse, in dem der Bahnverwaltung und in jenem der Bediensteten, ist es gelegen, daß sich die Erledigung dieser Angelegenheit weiter in friedlicher Weise vollzieht und wir /wollen nur hoffen, daß den Bediensteten der E. W. A. und der Sch. B. B. schwere, ernste Kämpfe erspart bleiben. . j Bon der Südbahn. Protokoll über die am Donnerstag den 8. Juni 1911 in Wien flott-gefundene Beratung der Personalkvmmissivu, und zwar der Gruppe des Stationspersonals des Verkehres und der Gruppe der Lohnerhaltung der Sektion für Diener, -ctrefseüd allgemeine Angelegenheiten der Bediensteten dieser Gruppen. (Fortsetzung.) Der Vorsitzende bemerkt hierzu, dah gelegentlich gewisser Auherochtlossungen von Schrankenwächtern die Ma-fchinendirektion an zuständiger Stelle Erkundigungen einge-iioocn habe ;mb über die große Milde erstaunt gewesen sei, mit welcher die Schrankenwächtcr behandelt würden. Personalkoininissionsmitglied Herzig gibt zu, dah ge. wisse Sektionen eine mildere Auffassung haben. Punkt 6. Sofortige provisorische Anstellung bei dauerndem Antritt, des Dienstes uuf einem systcmisierten Posten; nach einem Jahx definitive Anstellung. Personalkvmmissiünömitglied Herzig bemerkt, dah dies schon wiederholt verlangt worden sei. Die Einwendung, man müsse erst sehen, wie der Mann seinen Dienst machen werde, sei nicht stichhältig, da er schon vor seiner Verwendung aus einem systcmisierten Posten ein bis drei Jahre im Dienst stehe, wobei man iich über seine Eignung wohl ein Urteil bilden könno. Es komme noch immer der Fall vor. dah Wächter dauernd ein bis zwei Jahre Dienst mache» und noch nicht provisorisch angestellt seien. Bei der Verkehrsdirektion dagegen würden manchmal Lente unmittelbar vom Zivil genommen und sofort zum Kondukteur gemacht. Inspektor Poller itzer wendet ein, letzteres sei höchstens daN» der Fall, wenn man einen braucht, der italienisch spricht, und keinen findet. Inspektor Berger bemerkt, er sei erst vor zwei Tagen von örner anderen Dienstabteilung interpelliert worden, weil bei den Wächtern der Baudirektion die Anstellung viel früher erfolge als bei den anderen Direktionen, nämlich schon nach zwei Jahren. Sämtliche Wächterafpiranten, die im letzten Stadium vor der Anstellung seien, würden für den 1. Juli 1011 znr Anstellung vorgeschlngen. Die provisorische Anstellung schon nach einjähriger Verwendung auf systcmisierten Posten würde zuviel Ungleichheiten unter den einzelnen Sektionen schaffen. Früher wurde in jedem Inspektors ein fortlaufendes Verzeichnis über die Aspiranten geführt; nach der Nummern» folge wurden sie dann zum Dienst herangezogen. Die Folge dieser Einrichtung war, dah im Jahre 1903 zum Beispiel in Triest Wächterafpiranten durch vier bis sechS Jahr vorgcmerkt waren, dagegen in anderen Jnspektoraten nur durch zwej Jahre. In Triest waren nicht einmal für alle vorgemerkien Aspiranten Posten im Bnhnaussichtsdienst vorhanden, so dah die Leute monatelang beim Oberbau arbeiten muhten. Erst nach einigen Jahren fei cs gelungen, alle Wächterafpiranten in einen Status zu bringe» und jetzt kämen sic der Reihe nach daran. Darauf, das; einer schon länger auf systcmisicrtcn Posten sei» könne man keine Rücksicht nehmen. Die Verwaltung sei auch durch sprachliche Rücksichten behindert. Personalkommissionsmilglied Wagner sagt, dah auch bei der Verkehrsdirektion manche Leute von einer Station in ■eine andere mündlich' cinbcrufen und bann nicht angestellt wurden; zum Beispiel ein gewisser Franz Obexer sei schon 1008 von Franzensfeste nach Matrei mündlich einberufen, aber sicher nicht angestellt worden. Inspektor Pölleritzer meint, das sei nicht möglich, denn nur die Verkehrsdirektion könne einen Wächter unberufen; der Obgenannte sei wahrscheinlich Arbeiter gewesen und als solcher aushilfsweise der Station Matrei mit Erlah zngewiesen worden. Er werde übrigens Erkundigungen über den Fall einziehen. Punkt 7. Bessere Qualität der Uniform und Verkürzung der Tragzeit. Gewährung dcs Uniformrockes und für Wächter im Süden eine Zwilchhase, für Streckenbegeher nebst dem Wetter-kragen auch einen Paletot, für alle Wächter überzogene Pelze (für Schrankenwächtcr lang, für alle übrigen kurz), für Wächterfrauen eine Kommihtuchjacke oder einen Wetterkragen. Für Haltestellenwächter wegen des Verkehrs mit Parteien Gattung, Qualität und Tragzeit der Montur gleich den Kon-dukteurzugssührcrn, mit Ausnahme des Pelzes, welcher statt lang, kurz sein kann. Personalkoinmissionsmitglicd Herzig erklärt, dah mich diese Forderungen nicht zu in erstenmal ausgestellt würden. Bei der heutigen Qualität der Uniformen können die Bediensteten nicht immer rein und nett gekleidet sein. Auch die Tragzeit solle verkürzt werden; der Wächter zum Beispiel müsse eine Kappe zweiter Qualität zwei Jahre tragen, der Lampenwärter dagegen eine Kappe erster Qualität nur ein Jahr, obwohl der Wächter mit Parteien in Berührung komme, Oer andere aber nicht. Da die Wächter im Kanzleidienst nach vier Jahren einen Uniformrock bekämen, sollten ihn auch jene auf der Strecke erhalten. Die Streckenbegeher sollen nebst dein Wctterkragen auch einen Paletot haben. Früher, wo der Wächter kurze Strecken zu begehen hatte, ljab- er sich zum Fortgehen besseres Wetter aussuchen können, jetzt gehe das nicht, er müsse jedenfalls hinaus. Wenn nun der K-agen nah fei, trockne er nicht so rasch, deshalb brauche er auch einen Paletot. Deshalb verlangen die i.eute auch, dah ihnen die Mäntel, die ihnen noch nicht oder erst vor kurzer Zeit abgenommen wurden, bleiben sollen; für die Zukunft solle ihnen jedoch anstatt dcs Paletots ein kurzer Rock gewährt werden. Sie hätten dann auch ein Monturstück für Herbst und Frühjahr. Auch die Bahnrichter wollen kurze Röcke nebst dem Wetterkragen (die Bahnrichter verlangen übrigens auch 860 Kr. Streckcnpauschalc). Bei den Schrankenwächtern könne der Paletot bleiben. Für alle Wächter sollten überzogene Pelze cingcfiihrt werden, wie cs bei dem anderen Personal lind auch gröhten-IcilS bei den k. k. Staatsbahnen der Fall sei. Die Wächtersrauen verlangen eine Kommihtuchjacke oder einen Wetterkragen, denn jetzt müssen sie den ganzen Dienst machen, während früher, wo der Wächter nur eine kurze Strecke zu begehen hatte, sie vielleicht gar keinen Schranken bedienen muhten, lolange der Mann abwesend war. Bei der Besprechung der Petition der Haltestellenwächter um Beteilung einer Montur gleich jener der Koribuf» icurzugsführcr bemerkt Redner, dah die Wächter der Baudirek-tion vielfach beunruhigt wurden durch die Aussicht, dah sie bei llctiernohmc der Haltestellen durch die Verkehrsdirektion von diesen Posten abgezogen werben würden. Teilweise sei nämlich bisher bei Ucbernahme der Haltestellen das Bahnerhaltungs-personal belassen, teilweise abgezogen worden. In Haltestellen mit stärkerem Verkehr könne man die Leute die Prüfung machen lassen und sie dann als Stationsmeister anstelle»; auch in Haltestellen, wo der Wächter höchstens noch Schrankenbedienung habe, könne ganz gut der Posten mit dem Personal von der Verkehrsdirektion übernommen werden. Heute seien diese Leute der Verkehrsdirektion und Baudirektion unterstellt, was unpraktisch sei. PersonalkommissionSiniigtted Wagner unterstützt die Forderung deS PersonalkoinnnssionsinitgliedeS Herzig wegen Beteilung der Wächter mit Kleidungsstücken besserer Qualität. Er bringt sodann die Uniformwünschc der Verschieber und Oberverschteber vor: In einem Jahre eine Tuchbluse. In zwei Jahren einen Lodenrock. In drei Jahren einen Regenmantel. In vier Jahren einen Waffenrock. In einem Jahre eine Dienstrappe. In einem Jahr eine Zwilchbluse. In drei Jahren einen Pelzrock mit schwarzem Fell. In vier Jahren einen Tuchmantel. In einem Jahre eine Lcinenbluse und eine Leinenhose (für den Süden a» Stelle dos Regenmantels einen Anzug aus Wasserdichter Scgcllcinwand). DieZ solle gegeben werden. Dic Lampisten wollen einen Pelz. Personalkoinmissionsmitglicd Herzig verlangt, dah für dic Bahnrichter die Tragzeit der Uniformsorten ebenso gekürzt werde wie für die Wächter. Inspektor Pölleritzer und Inspektor Berger erklären, diese Uniformwünschc ihren Direktionen vorlcgen zu wollen; dieselben sollen nach Tunlichkeit berücksichtigt werden. PcrsonalkommissionSmitglicd Stöcklinger beschwert sich darüber, dah im Bereiche des Jnspektorats Klagcnfurt der Strcckcnbcgchcr, wcnn er auf Urlaub gehe oder krank werde, Wetterkragen und Pelz seinem Substituten übergeben muh. Das solle nicht sein. Es solle eine Reserve für die Substituten geschaffen werden, wie es früher mit dem Mantel gewesen sei. PersonalkoininissionSmitglied Herzig spricht sich im gleichen Sinne aus. Der Wächter muh dann die Stücke wieder zurücknehmen und werde dann vielleicht bestraft, wcnn sic der Substitut beschädigt hat. Achnliche Fälle geschehen in allen Jnspektoraten, insbesondere drangsaliere Reumann in dieser Weise das Personal. Inspektor Berger erwidert, das sei ihm ganz neu. Von der Baudircktion sei kein Auftrag ausgegangen, den Pächtern ihre Dicnstklcider wcgzunchmcn und den Substituten zu geben. Jeder Angestellte Wächter bekomme seine eigene Uniform. Anherdem feien für 25 Prozent der Posten in der Sektion Nescrvcnniformen vorhanden, die an dic Substituten ausgegeben würden. Bei diesen letzten Uniformstücken könne allerdings hie und da ein Wechsel cintrcten. Personalkommissionsmitglied Stöcklinger bemerkt, dah die Kragen und Pelze nicht im Dienstkleiderbüchel stehen, er selbst habe feinen Kragen nur als Material und nicht als Dienststück. Ein anderer Wächter sei aufgefordert worden, feinen Kragen seinem Substituten zu geben. Personalkommissionsmitglied Herzig erwidert darauf, dah diese Monturstücke allerdings nicht im Dienstklcidcr-büchel verzeichnet sind, dah jedoch die Kragen anstatt des Paletots gegeben wurden. Inspektor Pölleritzer meint, es handle sich darum, ob die Wetterkragen und Pelze als Dicnstklcider ad personnm bewilligt wurden; wenn ja, brauchten die Wächter dieselben nicht an die Substituten herzugeben. Personalkommissionsmitglied Rainer meint, Kragen und Pelze seien ad personnm gegeben, der Substitut habe nichts. Personalkommissionsmitglied Stöcklinger erklärt, die Wächter auf der Kärntcr Linie hätten ihren Paletot erhalten. Personalkoinmissionsmitglicd Herzig meint, für andere Strecken gelte dasselbe. Inspektor Berger sagt, ihm fei dic Sache unerklärlich, da un betreffende» Erlah auch die Reserve erwähnt wurde. Punkt 8. Beteilung des gesamten Wächterpersonals mit ^ einer einheitlichen Instruktion, betreffend den gesamten Wächter» dienst, wie Schranken^, Zugmelde-, Block- und Weichenwächter, Streckenbegeher, Blocksignaldicner und Kontrollwächtcr. Pcrsonalkommissionsmitglied Herzig erklärt, auch dies sei eine Urgenz. An das gesamte Wächterpersonal sollen gleiche Instruktionen hinausgehen, in welchen alles stehe. Punkt 9. Titeländerung von „Wächter" auf „Aufseher". Personalkommissionsmitgied Herzig bemerkt, dah höchstens der Schrankenwächtcr etwaö zu überwachen habe, alle anderen seien eigentlich Aufseher, dasselbe gelte von den Weichenwächtern. $ u n $ t 10. Alle Stations-, Streckenblock- und Zugmeldeposten sind als Signalposten zu benennen und durch die rangältesten Wächter, welche die Prüfung aus allen Dienstzweigen gut bestanden haben, zu besetzen, nach einem Jahre tadelloser Dienstleistung auf einem solchen Posten soll die Ernennung als Blocksignaldicner, bezichungwcise -Aufseher erfolgen. Bei Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr. sind die Blocksignal-auffchcr zu Untcrbcamtcn zu ernennen. Personalkommissionsmitglied Herzig bemerkt hierzu: Bei der Verkehrsdirektion werden jene Kondukteure F., welche die Prüfung oblegen, in eine Liste ausgenommen und werden dann der Reihe noch Oberkondukteurc. So solle es auch bei den Wächtern sein. Wächter, welche die Prüfung aus allen Instruktionen gut bestanden haben, feien in einen Rangstatus aufzunehmen. Jene, welche nur die Prüfung für ihren Dienst machen, hätten bei ihrem einfachen Dienst zu bleiben. Dic in den Rangstatus Aufgenommenen sollen auch versetzt werden können und zwar in folgender Weise: Alle Stations-, Streckenblock- und Zugmeldeposten seien als „Signalposten" zu. behandeln und nur mit jenen Wächtern zu besetzen, welche die Prüfung aus allen Instruktionen abgelegt hätten. Wer ein Jahr anstandslos auf einem Signalposten Dienst gemacht habe, solle 'Vlocksignalaufschcr und sodann in der Gehaltsstufe von 1200 Kr. automatisch Unterbeamter werden. Im Oktober habe schon Inspektor Bcrgcr augesichert, dah Wächter von der Bau-direktion zur Verkehrsdirektion kommen können und umgekehrt, wcnn sic darum ansuchcn. Inspektor Bcrgcr bemerkt, dah der voiu Personal-kommissionsmitglied Herzig verlangte Rangstatus sich über zwei Dienstabteilungen erstrecken würde. Wir könnten solche Umänderungen nicht machen, wenn die k. k. Staatsbahnen es nicht auch tun. Pcrsonalkommissionsmitglied Herzig meint, es werde auch dort verlangt. Inspektor Berger erwidert, es sei aber dort nicht gewährt worden. Ob die Instruktionen in einem Büchel oder in mehreren Bücheln stünden, sei gleichgültig, die Hauptsache sei, dah dic Wächter von der Baudirektion zur Verkehrsdirektion gehen können. Der Vorsitzende meint, es würde vielleicht nicht einmal allen Wächtern recht sein, wenn man alle Wächter zusammen, tversen würde. Inspektor Berger meint zustimmend, es handle sich hier vielleicht immer nur um Wünsche von einigen intelli-genten Wächtern, die vorwärts streben. Viele Wächter erlernen nur mit Mühe und Not die einfachste Instruktion. Vor 4 bis 5 Jahren habe die Baudirektion Mangel an Wächtern gehabt und niemand zur Verkehrsdirektion übertreten lassen. Inspektor Pölleritzer beilicrkt, dic Vcrkehsdircktion habe gegenwärtig 50 bis 100 Leute für Wächterposten in Vormerkung und könne daher nur schwer solche von der Baudirektion Übernehmen. Personatkmnmissumsmitglied Herzig erwidert auf die Ausführungen des Inspektors Berger, daß in erster Linie eine Wächterkonferenz oer Südbahn in Marburg die gegenständliche Forderung ausgestellt habe, zu der allerdings nur dic intelligentesten Männer als Vertrauensmänner erschienen sind. Später wurde auf einer Wächterkonferenz aller österreichischen Bahnverwaltnngen in Wien derselbe Beschluh einheitlich gefaht. Mit den k. f. Staatsbahnen wurde bereits über diese Frage verhandelt, dieselben haben jedoch die Forderung abgelehnt, mit der Begründung, der Name Wächter sei ein Ehrentitel. Manche könnten natürlich nicht alles erreichen. Eine einheitliche Instruktion werde verlangt, damit jeder lernen könne, was er wolle. Wer nichts lernen möge oder könne, bleibe eben, was er sei. Wenn er aber was lerne und die Prüfung mache, solle er vorwärts kommen können. Man könne nicht sagen, dah dieser berechtigte Wunsch nur von einigen aus-gchC. Personalkoinmissionsmitglicd Wagner verlangt, wenn man schon die Titcländcrung nicht vornehme, solle wenigstens die Kategorie der Kontrollwächtcr geschaffen werden, analog den k. k. Staatsbahnen. Bei der Südbahn gäbe es zwar Wächter, bfc Kontrollwächtcr hcihcn und bet eventuellen Unfällen und Unterlassungen als solche zur Verantwortung herangezogen würden, jedoch nicht die Bonifikation dieser Kategorie geniehen. Es komme vor, das; auf einem Kontrollwächtcrpostcn, der infolge Krankheit oder Urlaub unbesetzt sei, ein Verschieber hingestellt würde. Die Wächter fühlen sich hierdurch gekrankt und bitten lun Abschaffung. Inspektor Pölleritzer verspricht, den letzteren Wunsch zu berücksichtigen. Betreffend die Forderung nach Ernennung von Kon-trollwächtern, meint er, diese Leute seien nur Weichenwächter, die vorübergehend im Kontrollwächtcrdicnst verwendet würden; nach Ausbau der Sicherungsanlngen wurden sie nicht mehr diesen Dienst zu versehen haben. Pcrsonalkommissionsmitglied Herzig gibt die Richtigkeit dieser Bemerkung zu, meint aber, man solle hier auch dein Beispiel der Staatsbahnen folgen. Die Ausrede, dah dic Kategorie bald aufhören werde, sei nicht stichhältig, da erst in der letzten Zeit Kontrollwächtcr neu angestellt wurden. Die Ausgestaltung dcr ganzen Strecke mit Sichcrungsanlagctx könne nur, nach Und nach geschehen, und die dann überflüssig werdenden Kontrollwächter könne man als Blocksignaldiener verwenden. Bei den k. k. Staatsbahnen seien die Kontrollwächter und Blocksignaldicner im Schema B und würden gleich behandelt. Personalkommissionsmitglied SB eigner begehrt für die Weichenwächter einstweilen wieder den Titel „Weichen-Wächter", wenn dcr Titel momentan auf „Aufseher" nicht geändert werden kann. Bei Besetzung von Kontrollwächtcrpostcn Würden oft ältere Wächter übergangen. Personalkoinmissionsmitglicd Herzig ist entschieden dagegen, dah dcr Titel „Wächter" noch einmal seine alte Auferstehung -feiert. , . Inspektor Pölleritzer erklärt, wenn ein Wächter im Kontrolldienst erkranke, so nehme der Stationschef einen geeigneten Wächter. Bei Neubesetzungen schreiten die Jnjpek-torate ein. Er werde die Jnspektorate nNweisen, bei Besetzungen von Kontrollwächtcrpostcn aus Qualifikation und Dienst» alter der Wächter entsprechend Rücksicht zu nehmen. Punkt 11. v Aufstellung von Diensthütten bei jedem Posten und Beteilung mit 00 Stück Schwellen für den Winter, beziehungsweise dem gleichen Quantum Kohle wie bei den k. k. Staats-bahnen. Personalkommissionsmitglied Herzig gibt zu, dah die Baudirektion in dieser Beziehung schon etwas ent« gegengekommen fei, insbesondere durch die Verfügung, dah auf Posten, wo Ablöser hinkommen, mehr Schwellen gegeben werden sollen. Sie solle /noch etwas weiter gehen und auf jeden Posten 00 Schwellen geben. Bei den k. k. Staatsbahnen würden auch ungefähr 20 Zentner Braunkohle gegeben, die Schwellen blieben dann für den Privatgebrauch. Der Strecken» begehet müsse 16 bis 18 Kilometer gehen, müsse Schranken-dienst machen und solle dann noch Schwellen schneiden, die vielleicht der Substitut verheizt. Auf Posten, wo sich Schranken-wächtcr gegenseitig ablöscn, fönnten vielleicht vorläufig die Schrankenwächtcr noch die Schwellen schneiden, auf allen anderen Posten solle Kohle gegeben werden. Inspektor Berger erklärt, die Aufstellung von Diensthütten werde noch Mahgobe der Mittel fortgesetzt. PersonalkoinmissionSinitglied Herzig erklärt, dah Blockposten gegenwärtig 60 Stück haben, Streckenposten nicht; voriges Jahr hätten letztere ebensoviel gehabt. Personalkommissionsmitglied Rainer meint, tu Tirol hätten sie 60 bekommen. Der Direktionssekretär findet, diese Frage Ware wohl nach klimatischen Verhältnissen zu regeln. Pcrsonalkommissionsmitglied Stöcklinger meint, für Schrankenwächtcr seien gegenwärtig 30 Schwellen bestimmt, was zu wenig sei. Inspektor Bcrgcr sagt, tue Leute behaupten, dah auch das Wächterbaus teilweise ein Dienstraum sei und daß deswegen mehr Schwellen gegeben werben sollen. P u n 11 12. Beteilung aller Wächter mit Kohlen für den eigenen Privatgebrauch gegen ein Pauschale wie bei den k. k. Staatsbahnen. . t , . Personalkonimissionsmitglicb Herzig erklärt, bei den k. k. Staatsbahnen könne jeder Bedienstete Kohle für seinen Privatgebrauch gegen ein bestimmtes Pauschale beziehen. Aus diese Weise können die Bediensteten wirklich billige Brennstoffe bekommen. Gegenwärtig müsse man immer lange vorher bestellen und bekomme oft nicht die ge' wünschte Gattung, oft überhaupt nichts. Z u Punkt 11. Der Direktionssekretär teilt mit, die Direktionssitzung habe die Schaffung der. Kategorie Kontrollwächtcr abgelchnt wegen der fortschreitenden Ausgestaltung der Sicherungs-anlagen. ^ „ Personalkommissionsmitglicd Herzig erklärt, dies könne nur nach und nach geschehen, und die Kontrollwächtcr könne man dann bei den Sichcrungsanlagen verwenden. Das solle dem Herrn Generaldirektor berichtet werden. Pcrsonalkommissionsmitglied Wagner meint, wenn die Südbahn diese Kategorie nicht Einfuhren wolle, solle sie die Kontrollwächtcr überhaupt von diesem Dienste abziehen; im Auftrag der Kontrollwächtcr. » P u n 11 1 3. Schonung der Wäcfitcrkulturcn bei Oberbauarbeiten. Perfonolkommifsionsmitglied Herzig erklärt, dah die Baudirektion dies schon voriges Jahr zugesagt habe. Trotzdem komme cs aber vor, dah manche Sektionsvorslände oder Bahnmeister sich daran nicht kehren und das Material ins GraS hineinwerfen lassen u. s. w., mit der Begründung, die Wegschaffung des Materials sei zu teuer. Das sei richtig, man könne aber aufpassen. (Fortsetzung folgt.) Inland. 1— " " 91— 11 ti 1 v ii “ „ , 7-14 , , 18— „ 714 „ , 22— . .. 7-14 , „ 12— Der Staatsvoranschlag. Der Finanzminister hat in der Freitagsitzung des Abgeordnetenhauses das Budget für das Jahr 1912 vorgelegt. Das Erfordernis des Staatsvoranschlages beträgt 2.916,685.263 Kr., die Bedeckung 2.916,990.344 Kr., die Bedeckung erhöht sich um 35 Millionen, das Erfordernis beiläufig um denselben Betrag gegenüber dem Vorjahre. Das Budget hat aber in Wirklichkeit bereits die dritte Milliarde erreicht, da zum Beispiel die außerordentlichen Kredite für die in Gang befindliche Ausrüstung des Heeres, Staatsbahninvestitionen und dergleichen ins Budget für 1912 nicht ausgenommen worden sind, hohe Nachtragskredite demnach in nächster Aussicht stehen. Eine saubere Wirtschaft ist das. Die Schuld der bürgerlichen Parteien. Die jetzige Teuerung ist zum großen Teil nur möglich geworden durch die nngeheitreiT Zölle, die seitens der bürgerlichen Abgeordneten bewilligt wurden. Bei der Perfektionierung des Ausgleiches im Abgeordnetenhaus (1906) begann das Mauermachen der bürgerlichen Parteien für die Negierung und die Agrarier mit der.Erftcllung höherer Zölle auf die Lebensmittel. Eine gefährliche Waffe gegen das Volk sind in den Händen der Lebensmittelpro-diizenten die Zölle. Wer daher für hohe Zölle auf Lebensmittel cintritt, trifft den Lebensnerv des arbeitenden Volkes. Die deutschnationalen Abgeordneten haben das aber im vollen Bewußtsein der Schädlichkeit ihres Eintretens für erhöhte Zölle, dennoch getan. Sie erhöhten zum Beispiel, ohne mit einer Wimper zu zucken und ohne zu bedenken, wie das wirken wird, den Zoll bet Ochsen..............per Stück von Kr. 35-71 aus Kr. 60— „ Stieren.................. „ „ „ 9— „ „ 30- « Kühen.................... „ „ „ 7-14 „ 30-- ,, Kälbern ...... „ „ 3'— „ .. 5' „ Schmen und Ziegen „ Jungvieh........„ „ Schweinen über 120 kx „ „ unter 120 kg „ Daraus allein kann jeder denkende Mensch ersehen, wer mit ein Hauptschuldiger an der nun herrschenden Fleischteuerung ist. Den Zoll auf Naturbutter haben die Dcntschnationalen erhöhen mitgeholfen von Kr. 23-81 auf 36 Kr. Den Zoll auf Fleisch haben sie erhöhen niitge-holfen von 14 Kr. auf 30 Kr. Beim argentinischen Fleisch spüren wir diese Zollerhöhung empfindlich, denn der Zoll verteuert das Kilogramm um 30 H. Den Zoll auf Käse haben die Dcntschnationalen erhöhen mitgeholfen von 47 Kr. ans 60 Kr. Den Zoll auf Kaviar hingegen erhöhten die Fleisch-, Butter- und Brotvertenerer nur von 119 Kr. 5 H. (per 100 Kilogramm) aus — 120 Kr., also mir um 95 H. per 100 Kilogramm Das ist doch Volksverrat — Engros I Die Mitglieder des Kaiserhauses und die Kartelle. Im Abgeordnetenhaus haben die Genossen Hillebrand und Genossen folgende Interpellation eingebracht : Der Ministerpräsident hat in der Obmännerkonferenz vorn 15. September gesagt, daß an der Teuerung vor allein die Kartelle und der Zwischenhandel schuld trägen. Leider hat er sich mit dieser theoretischen Feststellung begnügt, hat aber aus ihr keine praktischen Schlüsse gezogen. Bisher hat die Negierung das Treiben d^r Kartelle und des Zwischenhandels nicht gestört. Die Volkmassen sind sehr erstaunt darüber, daß die Worte des Ministerpräsidenten in so schroffem Widerspruch zu den Taten seiner Negierung stehen. Das Erstaunen der Völker ist um so begreiflicher, als sie beobachten können, daß zwar der Leiter der kaiserlichen Negierung auf die schädlichen Wirkungen der Kartelle hinweist, daß aber gleichzeitig die Privatdomänen des kaiserlichen Familiensonds und der Mitglieder des kaiserlichen Hauses an einigen mächtigen Kartellen beteiligt sind, so insbesondere an den Milchkartellen und am Eisenkartell. Zwar gehören die kaiserlichen Zuckerfabriken dem Zuckerkartell nicht förmlich an, aber es ist bekannt, daß sie mit dem Zuckerkartell in enger Verbindung stehen und seine Preisstellungen einhalten. Von den Liebesgaben, die der Staat dem Spirituskartell gewährt, bekommen auch die Spiritusbrennereien des Kaisers und des Erzherzogs Friedrich ihren Teil, was erstaunlicher ist, als Bekanntlich der Kaiser und die Erzherzoge von der Personalein-kommensteuer befreit sind. Am Eisenkartell ist der Erzherzog Friedrich als Hauptgläubiger und Aktionär der österreichischen Berg- und Hüttenwerksgesellschaft beteiligt, und zur Verteuerung der Milch hat niemand mehr gedrängt, als die Domänenverwaltung desselben Erzherzogs. Wir richten daher an den Ministerpräsidenten die Frage: Welche Konsequenzen denkt er aus dem Widerspruch zwischen den Ueberzeugungen der kaiserlichen Regierung und oer Praxis des kaiserlichen Familiensonds zu ziehen? Wohnungen für die Staatsbahnbediensteten in Graz. Die Abgeordneten Pongratz und Nesel intervenierten beim Eisenbahrnninistermm für den Vau von Personalwohnungen für die Staatsbahnbediensteten in Graz. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß der Bau von zwei Wohnhäusern mit 24 Wohnungen in Aussicht genommen sei. Der Akt befinde sich derzeit bei der Staatsbahn-direktion in Villach wurde aber bereits rückgefordert. Eine Schwierigkeit bestehe darin, daß sich bei den bisherigen Rentabilitätsberechnungen eine mindere als allgemein übliche Verzinsung ergeben habe. Man hoffe, sie aber durch neuerliche Überprüfung der Berechnungen zu beseitigen. Die Einwirkungen der Frachtcrniäsngnngen auf die Preise. „Das Eisenbahnministerium hat im Einvernehmen mit den übrigen beteiligten Ministerien außer den bereits gewährten Frachtermäßigungen für Vieh und Fleisch nunmehr mit sofortiger Wirksamkeit auch die Einführung einer allgemeinen 50prozentigen Frachtermäßigung für Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchte auf sämtlichen Linien der österreichischen Staatsbahnen verfügt. Gleichzeitig wurde die bereits eingesiihrte 50pro* zentige Rrnchtcnnnßimnm für Futter- und Streumittel auch auf die Artikel Mais, und Futtermehl ausgedehnt. Durch die Bedingungen, cm welche die weitgehenden neuen Zugeständnisse geknüpft werden, ist gleichwie bei den schon bisher für Futter- und Streumittel bestehenden Frachtbedingungen sichergestellt, daß dieselben ausschließlich dein inländischen Konsum und der heimischen Landwirtschaft zugute kommen." So lautet eine offiziöse Notiz. Welche Wirkungen wird diese Maßnahme ans die Preise haben? Ein Fachmann teilt in der Wochenschrift des Niederöster- reichischen Gewerbevereines mit, daß die Fracht (per 10.000 Kilogramm in Kronen) beträgt: Rattoffel fflentüfe Hülsen-f tuefit M aii uitb ftuttecmclj Kilo. Sve,!altarif I, 1! C t C t Spezialtarif I1L Strafte B Aur»ah,ns-tarif 17a ober fttafic II Klaffe a 60 34-— 43-- 43-— 36- 100 49'- 74'— 74 — 55'— 150 61 — 100'- 08— 70— 200 73- 126— 122*- 81— 250 81— 145'— 144— 91— 300 90 — 166— 168— 102— 350 99— 187'— 188— 113— 400 108-— 208— 193— 124— 450 117'— 224— 208— 135— 500 125'— 240 — 230— 146— 550 134 — 256'— 252— 157— 600 142— 272- 274— 168- Die Ermäßigungen sind natürlich nach den Artikeln und Entfernungen verschieden. Beispiel: Kar- toffel: 200 Kilometer, 10.000 Kilogramm normal 73 Kr., bei SOprozentigcr Ermäßigung Kr. 36-50, das ist per Meterzentner 36 H. oder per Kilogram H. 0-36. Gemüse: 200 Kilometer, 10.000 Kilogramm normal 126 Kr., bei 50prozentiger Ermäßigung 63 Kr., das ist Per Meterzentner 63 H. oder per Kilogramm H. 0-63. Die Ermäßigungen sind also für das einzelne Kilogramm fo minimal, daß sie im Detailverkaus verschwinden — also beim Einkauf des kleinen Publikums — und nicht zum Ausdruck kommen dürften. Was wir schon kürzlich sagten: die Frachtermäßigungen haben auf die Preisbildung gar keinen Einfluß. Journalisten, S>ic Freikarten wünschen. Eine parlamentarische Korrespondenz meldet, daß eine Deputation des Vereines Deutsche Presse in Böhmen, bestehend aus dem Chefredakteur Zeidler aus Komoiau als/Ob-mannstcllvertreter und dem Abgeordneten Knirsch als Mitglied des Vereines, bei dem Leiter des ,Eisen-bahnministeriums Dr. ti. Röll Vorgesprächen hat', um diesem verschiedene Wünsche der Provinzpresse vorzutragen. Sic ersuchten im Namen der deutschböhniischen Provinzpresse hinsichtlich der Fahrtbegünstigungen um die einheitliche Feststellung der Normen wie für die Wiener Presse oder Einräumung van Regiekarten mit Legitimationen. Der Leiter des Eiscnbahnmiliisterinms erklärte sich bereit, der Journalistik entgegenzukommen. Die Herren Schriftleiter wünschen also Freikarten, sie wollen es fortan nicht billiger wie die Wiener Herren Journalisten geben. Wenn sie sich darauf berufen, daß cs für dic Gratisfahrten der Wiener Presseherren eine einheitliche Norm gibt, so ist ihnen zu sagen, daß ein anständiger Journalist seine Karte ebenso am Schalter bezahlt wie jeder Passagier, und daß das Freikartenweseu die Presse nur schändet. Welchen Anspruch haben denn die Journalisten, daß ihnen der Staat Geschenke macht? Und wie stebt cs dann mit ihrer Unabhängigkeit gegenüber dem Staate? Daß der Leiter des Eisenbahnmini-steriums, obwohl es den Staatsbahnen verflucht schlecht geht, sofort seine Bereitwilligkeit erklärt hat, die Wünsche nach Freikarten zu erfüllen, ist natürlich nicht unverständlich; er weiß, daß es sich lohnt. Aber das Parlament sollte in den Saustall dieser Freikartenspendung einmal gründlich hineinleuchten und diese Korruption weiter nicht dulden. Deiitschimtioimlc Lausbiiberci. Wo alle nationalen Blätter noch dem traurigen Blntsonntag vom 17. September nach Hyänenart über die Todesopfer herfielen, kann nun auch das Znaimer Blättchen des „arischen Gnrkenhändlers" in der Gemeinheit nicht Zurückbleiben. So heißt cs in einem Artikel des „Deutschen Mahnruf" vom 14. d. M., der offenbar vom Abgeordneten Teufel selbst herrührt: „Kaum hatte am 5. Oktober die Tagung des Parlaments begonnen, da richtet ein fanatischer Anhänger der Sozialdemokratie die todbringende Waffe nach der Ministerbank mit dem, wie er selbst angibt, festen Vorsatz, den Justizminister zu töten. Wie schwer rächt es sich jetzt, daß die Staatsmänner in Oesterreich die Herren k. k. Sozial- de molraten stets mit Samthandschuhen ungefaßt, daß man niemals den Mut gefunden hat, kraftvoll und energisch gegen die rote Bande aufzutreten. Infolge einer unfaßbaren Verblendung der Deutschfrei» sinnigen in den Alpenländern und infolge des Ausfalles der Wiener Wahlen zogen die Sozialdemokraten wieder in größerer Anzahl in das Abgeordnetenhaus ein und man war nun der festen Ueberzeugung, daß die Herren Sozialdemokraten ihre zahllosen Versprechungen auch erfüllen und eifrigst an die Arbeit gehen werden, um im Vereine mit den anderen Parteien Mittel und Wege zu beraten, um der herrschenden Teuerung ein Ende zu bereiten. Statt dessen wird damit begonnen. Schulen an zu« zünden, armen Geschäftsleuten die Läden zu plündern, aufreizende Reden zu halten und auf die Minister zu schießen." Und da behaupte noch einer, daß diese Nationalen keine Lausbuben sind! lieber das Wachstum der Sozialdemokratie in Oesterreich gibt der Bericht an den demnächst stattfindenden deutschen Parteitag in Innsbruck einen erfreulichen Aufschluß. Darnach zählten die politischen Organisationen der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich im Jahre 1910 114.316, im Jahre 1911 schon 146.623 Mitglieder. Unsere Mitgliderzahl ist in einem Jahre um weit mehr als ein Viertel gestiegen. Die Fraucnorgaiiisation, die vor zwei Jahren nicht mebr als 6412 Mitglieder zählte, vereinigt heute 16.535 Genossinnen. Die Jugendorganisation, die vor zwei'Jahren nur in 109 Orten Fuß gefaßt hatte, zählt heute 195 Ortsgruppen und Zahlstellen, 9142 jugendliche Arbeiter gehören ihr an. Vor zwei Jahren hatten wir in Oesterreich nur zwei deutsche Tagblätter-, heute verfügt die deutschösterreichische Sozialdemokratie über sechs täglich erscheinende Zeitungen. Bei den Reichsratswahlen im Jahre 1907 wurden in den deutschen Wahlbezirken 513.219 sozialdemokratische Stimmen abgegeben; im Jahre 1911 haben wir 541.989 Stimmen bekommen. Die Zahl der Sozialdemokraten, die in den deutschen Gemeindevertretungen in Oesterreich sitzen, ist von 1265 auf 1357 gestiegen. Die Gewerkschaften, die in engster Be- ziehung zur Partei stehen, haben in den letzten Jahren allerdings an Mitgliederzahl verloren. Aber diese Einbuße ist eine Wirkung der separatistischen Aktion; es sind vornehmlich tschechische Arbeiter, die von den Gewerkschaften abgefallen find. Im deutschen Gebiet habe» die Gewerkschaften ihren Mitgliederstand behauptet, in einzelnen Gebieten, inbesondere in Wien, ist die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter beträchtlich gestiegen. Auch der Zentralverband unserer Konsumvereine kann von erfreulichem Wachstum berichten. Er u'iuraßt heute 512 Konsumvereine, die rund 300.000 Mitglieder zählen mögen, im deutschen Gebiet 360 Vereine gegen 335 vor zwei Jahren. Auch unser Kriegsschatz ist gewachsen. In der zweijährigen Berichtsperiode haben die Organisationen der Neichsparteivertretung 131.269 Kr. an Reichsparteisteuer abgesiihrt, um 80.000 Kr. mehr als in der vorausgegangenen Periode. So erzählt der Bericht auf jeder Seite vom Erstarken unserer Kraft. Es geht vorwärts, trotz alledem.! Was freilich die Gegner nicht hindern wird, nächstens in ihren Blättern wieder von dem „rapiden Rückgang der Sozialdemokratie" zu berichten. Eine Laternenpsahlrede. Das reaktionäre Preß-gelichter beschuldigt bekanntlich dic Sozialdemokratie, durch ihre „Hetzreden" Leute zu politischen Attentaten zu verführen. Die Wiener „Arbeiter-Zeitung" tieröffeiit« licht nun die Rede, die der jetzige Justizminister Doktor v. Hochenburger am 5. November 1898 gegen das Ministerium Thu» gehalten hat, und zwar deshalb, weil diese Negierung den § 1 zur Erlassung des Budgetprovisoriums benützte. Was bekanntlich die Regierung Bienerth-Hochenburger ebenfalls getan hat. Wir geben ans dieser Rede folgende Stellen wieder: Es ist, meine hochverehrten Herren, der einzige Dank, den ivir dem Herrn Ministerpräsidenten ab?,«statten haben, denn im übrigen folgt ihm der Fluch von Millionen Deutschen, ein Fluch, der sich an seine Fersen heften soll Wiedas böse Gewissen an die Fersen des landflüchtig gewordenen Verbrechers. Und ist der §>err Ministerpräsident nicht schon ein Verbrecher? Wenngleich kein landflüchtiger, so doch zum mindesten, meine Herren, vor dein Nichtcrstuhl der Weltgeschichte, die nicht bloß über Taten, sondern auch über den Willen zu urteilen und zu entscheiden hat. Der Herr Ministerpräsident hat ja doch gezeigt, daß er zwar imstande wäre, den Bürgerkrieg zu entfesseln, aber nicht imstande ist, das Staatsruder zu führen, daß er zwar das Recht beugen, nicht aber nach Recht und Gesetz handeln kann.... So, meine Herren, handeln Mörder, die, nachdem sie ihre Opfer hingeschlachtet und r.llcs geraubt, dessen sie habhaft werden konnten, Brand stiften, um glauben zu^ machen, daß die ausgebrochene Feuersbrunst das Vernichtungswerk getan, oder Bankbrecher, die schlecht gewirtschaftet und falsch gebucht, schließlich den brennenden Schwcfelfaden an die ihnen verbliebene karge, aber hoch versicherte Habe legen, um dieselbe der Vernichtung preiszugeben, die Spuren der eigenen Untat zu verwischen und später in Ruhe und Muße die behobene Versicherungssumme zu genießen------- Weil nun, meine Herren, der § 14 dazu mißbraucht werden soll, die Handhabe zu diesem ungeheuerlichen, allen Gesetzen der Vernunft und des Anstandes hohnsprechenden Vorgang zu bilden, so ist ein Doppeltes notwendig: Es ist notwendig, daß dieser Paragraph, wenn nicht schon beseitigt, so doch dergestalt umgeändert oder ergänzt werde, daß derselbe auch für ein Ministerium der Frivolität feine Handhabe mehr zu Staatsstrcichideen bieten kann, außer auf die Gefahr hin, an dein nächsten Laternenpfahl aufgeknüpft zu werden. ES ist aber auch notwendig, das gegenwärtige Mini« sferuint wegen der bereits begangenen Mißbrauche mit dem § 14 in den Anklagestand zu versetzen....... Darum, Herr Ministerpräsident, der Sie allerdings nicht anwesend sind, hüten Sie sich und treiben Sie die Dinge nicht auf die Spitze, denn Sie könnten sonst leicht die Wahrnehmung machen, daß ein gereiztes Volk sich sein Recht auch durch Selbsthilfe verschaffen kann, daß es mich heute noch ein Notrecht von Völkern gibt und das; heutzutage möglicherweise wohl Staaten, aber nicht Völker zugrunde gerichtet werden können...... Wie man sieht, hat der Herr Laternenpfahljustiz-minister das „Hetzen" ausgezeichnet verstanden. Aber das war einmal-------- Ausland. Die Eisenbahnen Kanadas im Jahre 1910. Die Berichterstattung über die Eisenbahnen der „Dominion of Cnnnda" reicht bis in das Jahr 1836 zurück, wahrend das Jahr 1901 die ersten Bahnen mit elektrischem Betrieb verzeichnet. Die Bahnen mit Dampfbetrieb hatten im Jahre 1910 eine Schiencnlänge von 24.731 Meilen aufzuweisen gegenüber 24.104 Meilen im Jahre 1909, es ergibt sich demnach eine Zunahme um 627 Meilen; die elektrischen Bahnen hatten eine Schienenlänge von 989 Meilen im Jahre 1909 und von 1049 Meilen im Jahre 1910, daher war eine Zunahme um 60 Meilen. Die zurückgelegte Meilenanzahl belief sich im Jahre 1910 bei den Dampfbahnen aus 85,409.241 (1909: 79,662.216), bei den elektrischen Bahnen ans 65,249.106 (60,152.816). Die Anzahl der von den Dampsbahnen beförderten Passagiere belief sich im Berichtsjahr auf 35,894.575 (32,683.309), von den elektrischen Bahnen wurden hingegen 360,964.876 (313,026.671) Passagiere befördert. Anderseits war der Frachtentransport der elektrischen Bahnen gegenüber dem der Dampfbahnen sehr geringfügig; sie beförderten insgesamt 732.475 Tonnen, während die Dampfbahnen im Jahre 1910 74,482.258 und im Jahre 1909 66,842.866 Tonnen beförderten. Die Bruttoeinnahmen beliefen sich bei den Dampfbahnen auf 173,956.217, die Nettoeinnahmen auf 53,550.777 Dollars; bei den elektrischen Bahnen stellten sich die bezüglichen Summen auf 16.821.377, beziehungsweise 6,682.307 Dollars. Das Fahrmaterial der Dampfbahnen bestand im Jahre 1910 aus 4079 Lokomotiven und 132.781 Waggons aller Gattungen; für die elektrischen Bahnen liegt eine diesbezügliche Statistik aus neuerer Zeit nicht vor. Das Anlagekapital beträgt für die Dampsbahnen 1.410,297.687 Dollars, für die elektrischen Bahnen bisher 102,044.979 Dollars, auf die Staatsbahnen entfallen 236,991.538 Dollars. Die Betriebausgaben verteilen sich wie folgt: (Streckenerhaltung 16,502.902 Dollars (1909: 14,240.186), Erhaltung und Neuanschaffung von Fahrmaterial 1!,775.782 Dollars (14,623.930), direkte Betriebsausgaben 32,091.951 (24,656.585), allgemeine Ausgaben 2,483.177 Dollars (1909: 4,333.354). Die Anzahl der Bediensteten bei den Dampsbahnen fiel von 125.195 tu 1909 auf 123.769 in 1910, von den elektrischen Bahnen ist die Bedienstetenzahl nicht bekannt. Die Unfallsziffern find auch bei den kanadischen Bahnen relativ hoch; bei den Dampfbahnen wurden nämlich in 1910 615 Personen getötet und 2139 verletzt, bei den elektrischen Bahnen 95 getötet und 2538 verletzt. Es haben sowohl die Getöteten-ziffern als auch die der Unfallverletzten gegenüber dem Vorjahre zugenommen. Von einigen: Interesse ist auch schließlich noch die Entlohnung der einzelnen Bedien-Menkytegorien bei den Dampfbahnen. Der tägliche Verdienst stellte sich bei den verschiedenen Dienstzweigen in 1910 imd 1909 wie folgt: 1910 1009 t n Dollars Direktoren 1072 11-73 Andere leitende Beamte . , 473 459 Direktionsbcamte .... 1'94 1-81 Stationsbeamle 2-1« 209 Stationsbedienstete . . . 165 165 Lokomotivführer . 412 413 Heizer , 253 2-52 ikonduktcure 3'30 3-31 Zugsbegleiter , 2-13 1 213 Schlosser 2-9» 2-89 Ziinmerlente 252 2-23 Sonstige Werkslättenarbeitcr. 2-19 2-33 Vorarbeiter (Oberbau) . . 2-18 2-15 Streckeuleute 1-58 1-59 Verschieber ....... 1-57 2- Telegraphisten 2-20 209 Sonstige Arbeiter .... 1-95 bis 2-19 1-95 bis 2-26 Warum streike» Sic? Während des Streiks der englischen Eisenbahn- und Hafenarbeiter erließ eine verbreitete englische Wochenzeitschrift die Preisfrage: „Warum streiken Sie?" Für die beste Beantwortung, die auf einer Postkarte erfolgen mutzte, war ein Preis von 200 Mk. ciu§gesetzt. Dieser Preis wurde, wie die Redak-tion der Zeitschrift in ihrer letzten Nnmmer mitteilt, folgenden Beantwortung zuerkannt: „Als Arbeiter befinde ich mich im Besitz einer einzigen marktfähigen Ware, und das ist meine Arbeitskraft. Ich beanspruche das Recht, diese Ware zu ihrem Marktwert zu veräußern, und suche, wie es ja mein kapitalistischer Arbeitgeber auch mit seinen Waren hält, den möglichst hohen Preis dafür herauszuschlagen. Feruer trete ich — wiederum in Ueber-einstimmung mit den Methoden meines Arbeitgebers — einer Vereinigung bei, die den Preis, zu dem meine Arbeitskraft verkauft werden kann, festsetzt; wir, die Mitglieder dieser Vereinigung, verpflichten uns, unsere Arbeitskraft nicht unter diesem Preis zu verkaufen. Das Recht, diese Methode anznwenden, bestreitet mir mein Arbeitgeber, während er sie ungehindert befolgt und anwendet. Wenn ich seine Ware nicht mit dem von ihm festgesetzten Betrag bezahlen will, erhalte ich sie nicht, und wenn er mir den von uns festgesetzten Preis für meine Ware nicht zahlen will, erhält er diese auch nicht. Ich streike!" Erhöhung der Bedienstetenbezüge auf den sächsischen Staatsbnhuen infolge der Teuerung. Angesichts der Verteuerung der Lebensmittel und der sonstige» Bedarfsgegenstände sowie der Wohnungs-mieten bewilligte die sächsische S t a a-t s e i s e n-b a h u v e r w a l t u n g ihren Arbeitern eine allgemeine Lohnerhöhung von 20 Pf. täglich mit Wirkung vom 1. d. M. Die Bezüge der Eisenbahn-g e h i l f e n wurden vom 1. d. M. ab um teils 10, teils 5 Mk. monatlich erhöht. Aus dem Gerichtssaal. Eine tfchechischnationalc Verleumdung. Schwurgericht Ol müh. Die tückische Kampfesweise der tschechischnationalen Eiienbahnerführer gegen unsere leitenden Genossen wurde wieder einmal durch eine Schwurgerichtsverhandlung in Olmütz recht kratz an das Tageslicht gefördert. Der Fall selbst ergibt folgenden Tatbestand: Der Nordbeamte Herr Rudolf I a n a k in Nezamislitz (jetzt in Bisenz-Pisek) hatte im Laufe des Jahres 1909 wieder-holte Feindseligkeiten mit seinem Dienstvorstand Herrn Jellinek. Die Gegensätze spitzten sich schließlich derart zu, daß Herrn Janak die Dienstesentlassung in Aussicht stand. Herr Janak reichte ein Gesuch um seine Versetzung nach Bisenz-Pisek ein. Seinem Gesuch wurde Folge gegeben und die Versetzung verfügt. Bei der Oualifikationsbefchreibung anfangs des Jahres 1910 wurde Herrn Janak „eines auf den Rock geflickt" und er bekam folgende Bemerkung: Sein dienstliches Verhalten „w ird von politischer Betätigung beeinflußt". Dieser Tatbestand gab den Tschechischnationalen — Herr Janak (Mitglied der „Zernskä J ednota") — Anlaß zur tückischen Bekämpfung unseres Brünner Sekretärs Genossen Josef K o r a n d a, gegen dessen persönliche Ehre aus dem Falle Janak ein regelrechtes Komplott geschmiedet wurde. Hierbei wurde die Anwesenheit Herrn Janaks in einer Versammlung in Nezamislitz am 27. Februar 1910 und die Anwesenheit des Genossen Koranda in einer Versammlung in Napagedl am 1. April 1910 benützt. Ende April 1910 erschienen in der tschechischen Presse in Brünn, Olmütz und Prerau gleichzeitig beinahe gleichlautende Artikel, in welchen Genosse Koranda beschuldigt wurde, daß er den Janak aus Rache denunziert habe und datz Janak infolge der Denunziation verseht und geschädigt worden sei. Einer von diesen Artikeln bildete nun am 4. und 5. Oktober 1911 den Gegenstand einer Schwurgerichtsverhandlung über die Klage des Genossen Koranda gegen den verantwortlichen Redakteur Franz Fiala der „Närodni Noviny" in Prerau. Der Angeklagte behauptete, den Artikel auf Grund der ihm von sehr vertrauenswürdigem Gewährs-m a n n z u g e k o m m e n e n I n f o r m a t i o n cn selbst geschrieben und in Druck legen lassen zu haben und trat den Wahrheitsbeweis an. Er führte mehr als ein Dutzend Zeugen, die aber durchwegs ganz nebensächliche Aussagen deponierten. Nur zwei Kardinalzcugen sagten Entscheidendes unter Eid aus. Zeuge Johann Pelikan, Sekretär der „Zernskä Jcdnota" in Brünn sollte bestätigen, daß Genosse Koranda in der Napagedler Versammlung die tschechischen Beamten terrorisiert und ihnen mit den „schärfsten Mitteln an höchst-kompetenten Stellen" gedroht habe. Der Zeuge sagte, er sei in der Versammlung als Referent gewesen und habe „d e n Artikel selbst geschrieben nnd dem Herrn Fiala eingesendet; dieser hat den Artikel unverändert veröffentlicht". : Zeuge Janak, oessen Aussagen mit Spannung er- wartet wurden, sagte folgendes aus: „Ich habe seinerzeit mit Herrn Jellinek Zwistigkeiten gehabt, die aber dann bei- gelegt wurden. Meine Versetzung nach Visenz-Pisek erfolgte über mein eigenes Anstichen und ich bin nicht geschädigt worden. Wegen meiner Teilnahme an der Versammlung in Nezamislitz wurde keine Untersuchung gegen mich eingeleitet und ist auch keine Anzeige darüber erstattet worden. Ich hatte mit Herrn Koranda gar nichts, woraus sich ein Anlatz zur Rache bieten könnte. Die Versammlung verlief ganz ruhig, Herr Koranda griff niemand an, sondern sprach lediglich über Eisenbahner- und Fachfragen. Auch verblieb Herr Koranda in der Versammlung bis zum Schlüsse derselben und ist nicht davongelanfen. Ich selbst habe dort gar nichts gesprochen. Ob meine Anwesenheit in der Versammlung einen Einfluß auf meine Qualifikation gehabt, kann ich nicht behaupten, doch darüber interessiert sich am lebhaftesten Herr Jellinek." Nach diesen Aussagen und nachdem der Vorsitzende konstatiert hatte, daß Herr Koranda die gerichtsämtliche Requirierung des Aktes Janak von der k. k. Nordbahndirektion owie die Enthebung des Zeugen Jellinek, Vorstand in Nezamislitz und Machatschek, Bahnhofkommissär, von der Dienstcsverschwiegcnheit beantragt, das Gericht das Erforderliche hierzu eingeleitet, die Bahnverwaltung jedoch das diesbezügliche gerichtsämtliche Ansuchen abgelehnt habe, kam es auf neuerliche Anregung des Vorsitzenden zu einem Ausgleich, welchen der Angeklagte Fiala noch tagsvorher trotz den Bemühungen des Vorsitzenden Herrn Oberlandesgerichts-rat 8 m i d e k, abgelehnt hatte. Auch Genosse Koranda bestand nicht auf der Be-trafung des Angeklagten, nachdem dieser im Hinblick auf die Erklärung des Zeugen Johann Pelikan nur das Werkzeug gewesen ist, während der Urheber des verleumderischen Komplotts Johann Pelikan ist. Um dies aber festzustcllen, verlangte Genosse Koranda eine entsprechende Erklärung, die auch in folgender Weise protokolliert wurde: „Ich erkläre, datz ich nicht die Absicht hatte, mit dem Inhalt des am 30. April 1910 in Nr. 16 der „Nirodni Noviny" veröffentlichten Artikels „Die Sozialdemokraten unter dem Schutze der k. k. Nordbahn" den Herrn Josef Koranda, Sekretär des Allgemeinen Rechtsschutz- und Ge-werkschastSvereineS für Oesterreich, der Denunziation deS Beamten Herrn Rudolf Janak zu beschuldigen. Den Artikel habe ich infolge unrichtiger Informationen veröffentlicht und erkläre, daß ich aus dem Resultat der Verhandlungen vor dem k. k. Kreisgericht alS Schwurgericht in Olmüh am 4. und 5. Oktober 1911 bic< Ueberzeugung gewonnen habe, daß kein Grund vorliegt, Herrn Josef Koranda der vermeintlichen Denunziation des Herrn Janak zu beschuldigen." Mit dieser Erklärung hat nun eine Kampagne der ordinärsten Verdächtigungen unseres Sekretärs in Brünn ihren Abschluß gesunden. Die Hauptsache jedoch liegt darin, daß der bekannte Hetzer Johann Pelikan, Sekretär der ZornskA Jcdnota gründlich entlarvt und dem öffentlichen Gerichte ausgeliefert ist. Bei dem Bezirksgericht in Brünn hat Herr Janak schon im Vorjahre unter Eid ausgesagt, daß er selbst dem Pelikan schon im März oder Anfangs April 1910 davon Mitteilung machte, datz er — Janak — froh sei, datz die Direktion seinem Ansuchen um Versetzung Folge geleistet hat. P e l i k L n hat also — das ist nun gerichtlich festgestellt — gewußt, wie es mit Herrn Janak, mit dem er übrigens seit Jahren im beständigen Verkehr steht, bestellt ist. Er konstatierte aber eine „Denunziation", schrieb Artikel über den „Denunzianten Koranda" und beschimpfte seinen „Konkurrenten" — wie er selber sagt — in Versammlungen. Nun ist dieses Individuum vollends entlarvt und steht da als der Typus politischer Banditen. Zuerkennung einer llOprozentigen Unfallsrente. Vinzenz Wojdylo, Verschieber der k. k. Staatsbahnen, erlitt am 4. Jänner 1910 in der Station Przemysl beim Zusammenstoß zweier Züge einen schweren Unfall und trug hiebei sehr schwere Verletzungen am Kopse und an beiden Augen davon. Nach beendetem Heilverfah eri wurde Wojdylo seitens der Anstalt eine 90prozentigö Dauerrente zuerkaunt. Gegen diese Bemessung brachte W o j b f I o beim Schiedsgericht Klage ein und begehrte mit Rücksicht auf seinen Zustand Znerkennung einer Siechtumsrente. Die durchgeführte gerichtsärztliche Unter, suchung ergab, daß infolge des schweren Unfalls Wojdylo an einem Auge vollständig erblindet ist und das zweite Auge ebenfalls die Sehkraft eingebützt hat und daß der Kläger ferner infolge des erlittenen Schädeltraumas an nervösen Störungen leide. Bei der am 2. Oktober vor dem Schiedsgericht unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Cap durchgeführten mündlichen Verhandlung führte der Klagevertreter Dr. Anton Braß aus. bah im vorliegenden Fall alle Voraussetzungen der Zuerkennung einer Siechtumsrente gegeben seien, da der Verlust des Augenlichtes allein hinreichen müsse, um den Kläger, der auf schreckliche Weise verunglückt sei, als vollständig hilf, los und damit siech im Sinne des Gesetzes erscheinen zu lassen, wozu noch im besonderen Falle die durch den schweren Unfall hervorgerufenen nervösen Störungen kommen. Wenn jemals, so sei in diesem Falle die Zuerkennung einer möglichst hohen Siechtunisrente geboten und im Geiste des Gesetzes gelegen. In vollständiger Akzeptation dieser Ausführungen verurteilte das Schiedsgericht die beklagte Anstalt, dem Kläger eine llOprozentige Siechtunisrente von Kr. 186-48 monatlich und eine Nachzahlung von 496 Kr. und die gesamten Prozeß, kosten zu bezahlen. Gefährliches Pflichtgefühl. Dem Kondukteur Josef Wenzel der A.-T. E. war vom Zugsführer Ferdinand Jahn am 31. Mai 1911 anläßlich der Einfahrt in der Station Niemes der A.-T. E., Alter Bahnhof, dcr Auftrag erteilt worden, den ersten Wagen mit der Hand vom Wagegeleise über die Uebersetzung bei der Fischlschen Fabrik zu schieben, nach der Rückkehr der leere» Lokomotive vom neue» Bahnhof solle mit diesen Wagen das Magazinsgeleise angefahren, die ersten drei Wagen geholt und dann wieder auf das Wagegeleise gefahren werden. Da aber der Raum, wohin Jahn diesen Wagen beordern wollte, vollständig mit Bäumen und Strauchwerk verwachsen und infolgedessen die vom neuen Bahnhof Niemes herkommende Lokomotive nicht gut sichtbar ist, und um die umständliche Manipulation des Abhalens der Wagen vom Ver-schubsgeleise zu ersparen, hat Wenzel die drei Wagen vom Magazinsgeleise gleich heruntergeholt, hat sie an den einen Wagen, der vom Magazinsgeleise hergeschoben war, angeschoben, und da der Raum zwischen den Übersetzungen, wohin er den einen Wagen schieben sollte, mit Bäumen und Sträuchern verwachsen war, für vier Wagen nicht ausreichte, hat er diese vier Wagen vor die zweite Uebersetzung, gegenüber der Badeanstalt der Fischlschen Fabrik, hingestellt, und hat nun das Kommen dcr Lokomotive, welche diese vier Wagen fortschaffen sollte, abgewartet. Der eine Wagen, zwischen Bäumen und Sträuchern versteckt, hätte höchstens auf 50 Meter van der Lokomotive aus gesehen werden können, während die vier Wagen an der Stelle, wo Wenzel sie hingestellt hat, auf mindestens 150 Meter sichtbar waren. Als nun die Lokomotive herannahte, gab Wenzel mit der Mundpfeife, Kappe und Fahne Signal. Auf der Lokomotive befanden sich außer dem Lokomotivpersonal der ZugSführer Jahn und zwei Kondukteure. Es sah aber niemand von der Lokomotive aus die Signale Wenzels. Die Lokomotive fuhr an die von ihr zu verschiebenden Wagen etwas scharf an, nnd da der Zugsführer Jahn auf der Lokomotive Stundenpässe schrieb, so verlor er bei dem Anfahren der Lokomotive an diese vier Wagen das Gleichgewicht, fiel an eine Stange und erlitt hiedurch eine 'Verletzung. Der Kondukteur Wenzel wurde wegen der Ueber-tretung des § 482 St.-G. angeklagt und vom Bezirksgericht Niemes, zu 24 Stunden Arrest verurteilt. Der Lokomotivführer und der Heizer behaupteten, er hätte keine Signale gegeben und die Magengrnppe nicht entsprechend gedeckt. Wenzel hatte in erster Instanz keinen Verteidiger. Nach erfolgter Verurteilung wendete er sich an Dr. Hübsch in Aussig. Derselbe legte in ausführlicher Berufung dar, daß das erstrichterliche Urteil ein krasses Fehlurteil ei; datz Wenzel nicht dafür strafrechtlich verantwortlich genacht werden könne, wenn seine Signale nicht beachtet worden eien. Wenn Wenzel in der ersten Instanz verurteilt worden ei, so sei das nur darauf zurückzuführen, datz er sich im Bewußtsein seiner Unschuld nicht, oder wenigstens nicht mit dem nötigen Geschick verteidigt hat; davon könne aber ein Rechtspruch nicht abhängig sein. Die Lokomotive sollte gar nicht zum Halten gebracht werden, sondern an die Wagen an-ahren, so daß es sich nur darum handeln konnte, ob die Lokomotive mehr oder weniger scharf anfährt. Der Angeklagte Wenzel stand knapp vor der Wagengruppe und gab Signale; damit war die genügende instruktionsmätzige Deckung gegeben. In dem Vorgehen des Angeklagten Wenzel liege kein schuldhaftes Unterlassen, sondern ein anerkennenswertes, ganz be-onders pflichteifriges Vorgehen. Die Postierung der Wagen und Verschiebung, wie sie Wenzel borgenommen hat, wird seit Jahren so praktiziert. Dazu wurde die Anhörung weiterer Zeugen und die Beiziehung von Sachverständigen und Bei-fchaffung der zitierten bahnämtlichen Vorschriften beantragt. Das Kreisgericht Böhmisch-Leipa als Berufungsgericht gab den Beweisanträgen statt, schloß sich den Ausführungen des Verteidigers Dr. Hübsch an, hob das erstrichterliche Urteil auf und sprach den Angeklagten Wenzel frei. Streiflichter. Der teure BureaukratiSmuS. Man schreibt uns aus Großraming:' Vor kurzer Zeit wurde hier bei einem Bahn. Wächterhäuschen ein Brunnen gemacht, der einen Kostenaufwand vort 100 Kr. erforderte. Die Anlage eines Brunnens bei deinen Wächterhaus ist bei uns ein äußerst wichtiges Ereignis für die gesamte Oeffentlichkeit, welches mit besonderer Feierlichkeit und Würde' begangen werden muß. Als dcr Brunnen - fertig war, erfolgte die offizielle Inbetriebsetzung und feierliche Uebergabe an den Bahnwächter. Zu diesem weihevollen Fest hatten sich unter anderem eingefunden: Herr N. N., k. k. Ingenieur der Statthaltern für Oberösterreich, ein Ingenieur der k. k. Staatsbahndirektion in Linz uUd ein Vertreter der k. k. Bezirkshauptmannschast in Steyr, die sich höchst persönlich überzeugten, daß aus dem Brunnenrohr wirkliches Wasser herausfließt. So erfreulich es ist, datz sich Vater Staat auch um die geringfügigsten Kleinigkeiten so liebevoll kümmert, so bedauerlich ist es, datz diese Kommission — 600 Kr. kostet, so datz man für diese enorme Kommissionskosten allein fünf neue Brunnen hätte anlegen können. Diese hohen Kommissionskosten haben ihre Wirkung auf die Bediensteten nicht verfehlt. So wollte ein Bahnwächter seinen schadhaften Abort reparieren, ein zweiter seinen verrussten Ofen auskehren lassen, doch die beiden haben sofort ihre Pläne mit Rücksicht auf das Defizit der k. k. österreichischen Staatsbahnen fallen gelassen, da sic fürchten, daß auch in diesem Falle solch teure Kommissionen notwendig wären. Solch drastische Beispiele sind bezeichnend für die Wirkung des Bureaükratismus. dcr zu sonst nichts dient, nur um den Leuten begreiflich zu machen, warum man immer vom „Sparen" und vom „teuren" Vaterland sprechen muß. Reform der Dienstkleider. Man schreibt uns: In der Nummer 28 wurde ein Erlaß des Eisenbahnministeriums ver-öffentlicht, der eine beabsichtigte Reform der Dienstkleider der Unterbeamten zum Inhalt hat. Ohne auf die Beweggründe, die das Eisenbahnministeriuin bewogen haben, Aenderungen vorzunehmen, näher einzugehen, glaube ich behaupten zu können, daß die Mehrzahl der Unterbeamten die Beibehaltung der gegenwärtigen Uniform wünscht. Wenn von der einen oder von der anderen Kategorie die Bluse statt der Jacke gewünscht wird, so hat das nur den einen Grund, den Beamten ähnlicher gekleidet zu sein, um so bei Nichteisenbahnern den Eindruck zu erwecken, man sei Beamter. Der Vorwand, die Bluse sei bequemer als die Jacke oder der Rock, die doch den Hals frei lassen, wird doch niemand Vernünftiger behaupten können. Beim Militär werden doch die hochgeschlossenen Blusen mit den steifen Stehkragen, die den Ha's einengen, wie ein Korsett, in solche mit Umlegkrägeu. die doch viel bequemer sind, abgeändert. Bei den Eisenbahnern soll es wieder umgekehrt sein, da sind wieder die Blusen mit den hochgeschlossenen Stehkragen bequemer. Wo bleibt da die Logik. Jcy glaube auch, daß die Mehrzahl der Unterbeamten für die Beibehaltung der gegenwärtigen Uniform ist, was auch leicht durch die Direktionen, an die dieser Erlaß gerichtet ist, festgestcllt lucrdcrt kann. Der Nachteil datz di<' Jacke oder der Rock im Sommer zu warm ist, kann aus'der Welt geschasst werden, wenn für die heiße Jahreszeit ungefütterte Jacken aus Lüfter, wie solche viele Unterbeamte aus eigenen Mitteln sich anschafften, von seiten der Bahn bcigestellt würden. E. H. Ein Erfolg unserer Organisation. Seit August des vorigen Jahres bemühten sich die Vertrauensmänner des Wiener Zugbegleitungspersonals dcr Südbahn, Personalkom-missionsMitglied Genosse Scherbau in, Abgeordneter Genosse Tomschik und Genosse Weigl, unablässig, die Verkehrsdirektion der Südbahn zu bewegen, einen Erlaß, wonach nur Oberkondukteure zur Führung von Schnellzügen verwendet werden dürfen, zurückzunehmen. Am 20. August v. I. wurde vorn Genossen S ch c r b a u in ein diesbezügliches Gesuch verfaßt und dasselbe, mit den Unterschriften der beteiligten Zugsbegleiter versehen, der Direktion überreicht. Seither wurde dasselbe durch persönliche Interventionen der Genossen S ch e r b a n m, Abgeordneter Genossen Tomschik und Genossen Weigl wiederholt urgiert. Ad Z. 30.075/Vt vom 25. August I. I. verfügte nun die Verkehrsdirektion, daß daZ genannte Verbot aufgehoben sei und werden seither wieder die rangältcsten Zngsführer in dcr Reserve verwendet. ES ist sonst nicht unsere Art, unsere Aktionen und deren Erfolge an die große Glocke zu hängen. Unsere Zeit ist mit dringenderen Arbeiten ansgefüllt. Aber diesmal war es notwendig, diese Tatsachen zu registrieren, da die Gegner, in diesem Falle der Südbahnerverband, in der unverschämtesten Weise alle diese Erfolge auf ihr Konto buchen, obwohl sie selbstverständlich, und besonders in diesem Falle, keinen einzigen diesbezüglichen Schritt unternommen haben. Ein großes Eisenbahnnnglück in Aussig. Freitag den 13. d. M. morgens ereignete sich um %7 Uhr in der Station Aussig-Neustadt den A. T. E. ein schweres Eisenbahnunglück. Ein aus Teplitz kommender Personenzug wurde gerade zum Stehen gebracht, als eine ihm entgegenkommende Lokomotive in ihn hineinfuhr. Dcr Zug hatte 16 Minuten Verspätung, deshalb glaubte man, noch Zeit zu haben, und ließ die Loko- motive abgehen. Es war der Personcnzug 14, der eben in der Einfahrt begriffen war, als vom Wächterhaus Nr. 1 eine Lokomotive abging. Sie wollte bei der Weiche Nr. 19 auf das linksseitige Haufttgelcise fahren. Infolge des dichten Nebels konnte der Lokomotivführer den Zrug nicht sehen. Es erfolgte ein furchtbarer Zusammenstoß, bei dem beide Lokomotiven schwer beschädigt wurden. Beschädigt wurden auch der Hüttcl-wagen und ein Waggon des Personenzuges. Die Lokomotive und der Hüttelwagen des Zuges entgleisten, ebenso der erste Personenwagen. Der Kondukteur Kralopper, der gerade vom Trittbrett stieg, wurde getötet, 81 Fahrgäste wurden teils schwer, teils leicht verletzt. Drei sofort herbcgeeilte Bahn-ärztc leisteten den Verletzten erste Hilfe, die dann mit rasch requirierten Fahrgelegenheiten aus dem Bereich der Unglücksstätte gebracht wurden. Ein Passagier, der schwere Schnittwunden erlitten hatte, mutzte ins Spital gebracht werden. — Der getötete Kondukteur hinterlätzt eine Witwe mit sechs unversorgten Kindern. — Den ganzen Vonnittag über war man mit den Aufrüumungsarbeiten beschäftigt. Eine gelungene Charakterisierung der Neichsbündler erfolgte im nicderösterrcichischcn Landtag. Zuerst spottete der Christlichsozialc Anderle darüber, daß die deutschnationalen Eisenbahner so tun, als ob die Gehaltsrcgulierung auf den nicderösterreichischen Eisenbahnen ihnen zu verdanken sei. Genosse Dr. Nenner sagte dann: Die Bemerkung des Abgeordneten Anderle über den deutschnationalcn Reichsbund muß ich unterschreiben. , Wenn Sie gesehen haben, wie bei einer Zirkusvorstellung der Artist sich müht, wie er mit Aufbietung aller Kräfte feine Kunst vollzieht, so werden Sie auch gesehen haben, wie dann, 'wenn das Publikum in rasenden Beifall nusbricht, der Clown sich vordrängt und sagt: .Das habe ich gemacht’ und den Beifäll des Publikums einheimst. Diese Rolle hat sich der Reichsbund deutscher Eisenbahner zurecht-gelcgt. Wenn eine ernste Organisation in ehrenvoller und mühevoller Arbeit ein Stück vorwärts gekommen ist, so kommt im letzten Moment der Reichsbund, verneigt sich nach allen Seiten oder macht noch grötzere Umstände und kassiert den Beifall ein. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich glaube aber, daß die Eisenbahner diese Clownnatur des Reichsbundes durchschauen werden." — Treffender kann die aufschneiderische Gesellschaft, die jetzt tut, als ob sie die Regierung auf die Knie zwingen könnte, nicht gekennzeichnet werden. . Was WienS Bewohnerschaft den Hammerbrotwcrken zu danken hat. Die wenigen Fabrikanten, die vor Gründung der Hammerbrotwerke den größten Teil der Schwarzbroterzeugung Wiens in Händen hatten, haben in wenigen Jahren Millionen angehäuft und diese dazu verwendet, ihre Fabriken beständig zu erweitern und so die Monopolisierung der Broterzeugung in Wien vorzubereite n. Wären die Hammerbronverke nicht gegründet worden, so hätten wir sicher binnen einigen weiteren Jahren einem offenen oder geheimen Kartell der Wiener Brotfabriken gegenübergestanden und die Bewohnerschaft Wiens wäre bei dem Bezug des notwendigsten Nahrungsmittel, des Brotes, ebenso der schrankenlosen Ausbeutung ausgesetzt gewesen, als sie es beim Einkauf der anderen Nahrungsmittel ist. Sie hätte für den Laib Brot ebenso j e b c >• geforderten Preis zahlen m ü s s c n, als sie ihn für bas Kilogramm Kartoffel, den Liter Milch oder das Stück Naturbutter zahlen mutz. Mit der Eröffnung der Hammerbrotwerte begann ein Konkurrenzkampf von einer Heftigkeit unter den Wiener Broterzeugern, wie er auf dem Gebier der Broterzeugung in keiner Stadt der Welt bisher erlebt worden war. M-t ihren Millionen dächten die in ihrem Raubzug gestörten Fabrikanten die äußerst unbequeme Konkurrenz in Grund und Boden zu bohren. Und diese Situation nützte den Konsumenten. Seit der Eröffnung der Hammerbrotwerke konsumieren die Wiener wenig st ens um vier Heller, sogar um sechs und acht Heller mehr Mehl in jedem Laib Brot. Nun hat der Aufsichtsrat,der Hamqierbrotwerke beschlossen, das Gewicht der Brotlaibe und -Wecken zu 4 6 Heller um ein Achtel Kilogramm zu erhöhen und diese Gewichtserhöhung wenigstens bis zum 1. Jänner 1912 festzuhalten. Damit ist das Hammerbrotwerk aus seiner bisherigen Rolle, die Broterzeuger bezüglich ihrer Preise in Schranken zu halten, herausgetreten. Das Hammerbrotwerk hat einen Schritt gegen die Lebensmittelteuerung unternommen, der bezüglich des Brotpreises verbilligend wirken mutz. Tue nun auch jeder Genosse seine Pflicht! Wer die Vorteile, die das Hammerbrotwerk ihn, schafft, ausnützt und es dabei schnöde im Stiche lätzt, gleicht dem Unorganisierten, der teilhaftig wird der besseren Arbeitsbedingungen, die die Organisation erwirkt, ohne der Organisation anzugehören. Die beste Anerkennung dieses von echtem genossenschaftlichen Geiste diktierten Tätigkeitsaktes des Aufsichtsratcs des Hammerbrotwerkes, kann nur eine intensive Agitation für den Bezug von Hammerbrot fein! Aus den Amtsblättern. Amtsblatt der k. k. Direktion für die Linien der Staats-eisenbahngcscllschaft. — Zirkular Nr. 250. Abgabe von Brennmaterial gegen Pauschalvergütung und Verkauf von Beleuchtungsmaterialien an Bedienstete, welche in Bahnhofgebäuden Natural- oder gemietete Quartiere bewohnen. — Das k. k, Eisenbahnministerium hat mit Erlaß vom 2. Oktober 1911, Zahl 10.144/9, die Genehmigung zur Abgabe von Brennmaterial gegen Pauschalvergütung und Verkauf von Bcleuchtungsmaterialien an Bedienstete, welche in Bahnhofgebäuden Natural- oder gemietete Quartiere bewohnen, ab 15. Oktober 1911 erteilt. Es treten demnach von diesem Tage an auch die Bestimmungen der §§ 85 bis einschließlich 98 und § 105 der Instruktion Nr. IX in Kraft und wird hierzu folgendes be-’ merkt: ' Zu § 85. Für den hier ausgesprochenen Zweck werden als „Bahnhofgebäude" im allgemeinen alle auf den Stations-plateauS oder auf Stationsborplätzen, bei Hauptbahnen in der Regel alle innerhalb der Stationseinfriedung gelegenen Gebäude anzusehen sein, wenn dieselben gegen die Bahnanlage nicht abgeschlossen sind. Zum Brennstoffbezug gegen Pauschalvergütung sind auch jene Pumpenwärter verpflichtet, welche in Staatsbahngebäuden außerhalb der Bahnhöfe Naturalwohnungen innehaben. Zu § 90. Abfassungen kleinerer Mengen als hier angegeben sowie im Wege einer partienweise Entnahme der Brennmaterialien aus den Depots (zum Beispiel durch tägliches Ilcbcrtragen des Brennstoffes) sind in keinem Falle zulässig. .■ ... Zu § 91. Als WohnungSpiece werden bei der Bemessung des Heizpauschales während der Wintermonate die nachfolgend benannten, mitbeheizten Wohnräume außer Betracht zu lassen sein: Kabinette in Naturalwohnungen, die sich als „Alkoven" zu größeren Wohnungsräümen darstcllen, durch vorspringende Pfeiler markiert, aber durch keine Tür abgeschlossen sind; Kabinette mit einem FlächeNausmaß unter sechs Quadratmetern. Vorzimmer sind im allgemeinen als Wohnpiecen zu zählen und ist für dieselben beim Brennmaterialbezug gegen Pauschalzahlung das normierte Pauschale einzuheben. Sofern sich jedoch Vorzimmer als offene Hausflurteile oder Gänge darstcllen oder ein Flächenausmaß unter sechs Quadratmeter haben, hat die Pauschalzahlung für dieselben zu entfallen. Zu § 95. Die Kosten des gegen Pauschalvergütung abgegebenen Brennmaterials sind zu Lasten der „Persönlichen Ausgaben" (Art. 9, „Brennmaterial für Naturalwohnungen") des in Betracht kommenden Dienstzweiges, die hereingebrachten Pauschalbeträge auf .Sonstige Einnahmen" (Kapitel II, 14 f) zu verrechnen. Zu 8.98. Für die Streckenwächter und Bahnrichter, welche in Wächterhäusern untcrgebracht sind, wird derzeit eine Abgabe von Brennstoff gegen Pauschalvergütung nicht zu erfolgen haben und werden diesbezügliche Weisungen hierüber erfolgen. Die Dienstvorstände haben bei Anweisung, Abfassung, beziehungsweise Ausgabe und Verrechnung des Brenn- und Beleuchtungsmatcrials sowie bei Bemessung und Hereinbringung der Pauschalbeträge, beziehungsweise Kaufbcträge für Beleuchtungsmateriale genau nach den Bestimmungen der obzitierten Paragraphen unter Berücksichtigung der vorstehenden Erläuterungen und Ergänzungen vorzugeben. Die Pauschalbeträge für Brennmaterial sind entsprechend der Vor- oder Nachhineinzahlung mittels der Gehalts-, beziehungsweise Lohnlisten zu verrechnen. Mit den Listen per April bis inklusive September hat daher die Hereinbringung der Beträge für die Sommerperiode, mit jenen per Oktober bis inklusive März die der Beträge für die Winterperiode zu erfolgen. In den Gehaltslisten per Dezember 1911 sind die Pauschalbeträge per. Oktober zur Hälfte, per November und Dezember ganz einzustellen. Von dem im Taglohn stehenden Personal, dessen Auszahlung nachhinein erfolgt, sind die ersten Abzüge per Qktober hereinzubringen. Die Verkaufspreise für Beleuchtungsmaterial werden bis auf weiteres, und zwar für Petroleum mit Kr. 0-23, für Rübbrennöl mit Kr. 0'77 festgesetzt. Die -für 'den betreffenden Abfaßmonat im Ausweis über verschiedene Einnahmen, C. D. Form 677, zu verrechnenden und bei der Auszahlung der Gehalte und Löhne direkt hereinzubringenden Beträge für verkauftes Beleuchtungsmaterial sind, wenn die Ausgabe aus den nicht evidenzmätzigen Betriebsmaterialbeständen erfolgte, zugunsten des betreffenden Dienstkontos, hingegen bei Ausgabe aus den Vorratsbeständen zugunsten Materialvorstandsfonds, EmpfangSrubrik 4 ä, zu kontieren. Den Dienstesstellen. wird der erste Bedarf an Abfaß-bücheln, Allg. Form 198 und 306, vom Materialmagazin Wien zukommen, der weitere Bedarf an diesen Drucksorten sowie an den Konsignationen, Allg. Form. 186 und 307, ist von der genannten Dienstesstelle anzusprechen. Wien, am 9. Oktober 1911. (Z. 87.858.) Der k. k. Direktor: Burger. Korrespondenzen. Wien XI. (Simmeringer Werkstätte.) Die Simmeringer Werkstättenarbeiter schreiben uns: Ein recht angenehmer Beamter und Vorgesetzter im hiesigen Materialdepot ist der Revident Teufel. Der Herr ist angeblich Reserveleutnant und als solcher meint er, den Kasernenton auch hier anschlagen zu müssen. So erlaubt sich dieser Mensch Arbeiter, die der Bahn schon länger dienen, als dieser Teufel überhaupt eine Eisenbahn kennt, mit dem Kosenamen „ordinärer Flegc l", „eke lhaft er Vorarbeiter" und dergleichen zu belegen. Dem Herrn empfehlen wir jene Stelle der Arbeitsordnung, in der es heißt, daß Vorgesetzte Untergebene anständig zu behandeln haben, zum Studium. Sollte der Herr sein Benehmen nicht ändern, dann werden die Werkstättenarbeiter Simmerings dafür sorgen, daß diesem Herrn Teufel der Teufel ausgetrieben wird. Keinesfalls können die Arbeiter dulden, daß an ihren ausgeschundenen und überaus schlecht bezahlten Kollegen im Materialdepot solche Rohheiten begangen werden. Stadlau. Ein Fall von so recht humaner Behandlungsweise von Bediensteten durch höhere Vorgesetzte wird uns von einem Augenzeugen mitgeteilt: Am 2. September d. I. standen in einer Station der südöstlichen Strecke der verstaatlichten St. E. G. vor Abgang des nach Wien verkehrenden Personenzuges ein Herr in Zivil und ein solcher in Unterbeamtenuniform im dienstlichen Gespräche vertieft. Plötzlich ging ein dritter Herr in Zivil bei den beiden vorüber und brüllte den Unterbeamten an: „S i e h a l t e n das Maul, die Aufträge werden Sie schon kriegen!" Der Unterbeamte, welcher, wie wir erfahren, der Bahnmeister der dortigen Station war, war sprachlos über ein solches Benehmen, und auch bei. mit ihm sprechende Herr in Zivil (sein Vorgesetzter Streckenvorstand) war ganz frappiert über diesen Vorgang. Zu einer Entgegnung auf diese famose neue Verkehrsart zwischen Vorgesetzten und Untergebenen blieb beiden Herren keine Zeit, da jener „feine" Herr im Zuge Platz nahm und davonfuhr. Eine Nachfrage nach diesen famosen Herrn ergab, datz dies der Wiener Bahnerhaltungöchefstellvertreter Herr Oberinspektor Josef Krivinyi sei. Wir bedauern die Bahnmeisterschaft der Wiener Sektion ob solch humanen, jedenfalls „akademisch gebildeten" Vorgesetzten, wundern uns aber, daß die sonst so stramme Vertretung der Bahnmeisterschaft, die „Oesterreichische Bahn-meister-Zeitung", es nicht der Mühe wert findet, sich ihrer Mitglieder anzunehmen und gegen solch „humane, feine" Behandlung der Bediensteten nicht protestiert. , „ SteinbrUck. (Südbahn.) Die Wohnungsnot in Steinbrück zwingt die Bediensteten oft, in stundenweit entfernten Bauernhäusern zu wohnen. Dabei sind diese Wohnungen keineswegs gesunde und billige Räume. Im Gegenteil! Auch die bäuerliche Bevölkerung läßt sich für die schlechtesten Wohnungen ganz respektable Mietpreise zahlen. Nach, jahrelanger rastloser Arbeit war es endlich den Bediensteten gelungen, die Südbahngesellschaft zu bewegen, daß in Steinbrück Personalhäuser gebaut wurden. Darob Heller Jubel unter den Bediensteten. Hofften doch die meisten, endlich eine gesunde und anständige Wvhnung beziehen zu können. Doch die Freude dauerte nicht lange. In den Personalhäusern wurden schnell der Bahn-, der Telegraphen- der Blocksignal, und der Hausmeister sowie die Kasernen untergebracht und die großen Häuser waren voll. Ein lediger Telegraphenmeister und ein ebenfalls lediger Blocksignglmeister erhielten jeder eine wunderschöne Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern und Küche, lieber 20 verheiratete Bedienstete mit meist zahlreichen Familien wurden abgewiesen. Die sonderbare Vergebung der zu beziehenden Wohnungen hat selbstverständlich unter vielen Bediensteten die größte Erbitterung hervorgerufen. Doch was geniert dies die Gesellschaft. Die Bediensteten können protestieren soviel sie wollen, die Hauptsache für die Gesellschaft ist, datz sie aus den Häusern den, Nutzen zieht. Die Südbahngesellschaft sieht ruhig zu, wie. ihre Bediensteten in ungesunden Wohnungen verkümmern müssen, denn auch die Wohnungsfürsorge ist bei der Südbahn — nur Geschäft. Triest-St. Andrea. Seit längerer Zeit breitet sich im Heizhause Triest-St. Andrea das Spitzeltum beträchtlich aus. Nie konnte man dahinter kommen, wer diese Denunzianten eigentlich sind. Durch Zufall ist man dahinter gekommen. De ist zum Beispiel ein Lokomotivführeranwärter Oschaben< Was sich dieser Herr im Dienste zuschulden kommen ließ, übersteigt die Grenzen der Anständigkeit. Im Schimpfen über seine Vorgesetzten, von der Heizhausleitung an bis zum Maschinenmeister, ist er bekannt, und wenn seine ehemaligen Kollegen auch so charakterlos wären wie er, so würde er heute nicht mehr Diener der k. k. Staatsbahn sein. Geistige Getränke spielen bei ihm eine große Rolle. In der Früh Schnaps, gleich einen halben Liter, dann den ganzen weiter. Daß er nicht immer nüchtern war, ist selbstverständlich. In der StätioN St. Sabba hatte der saubere Herr die Gewohnheit, inittbls einer Leiter in die Wohnung im 1. Stock einzusteigen. Was er sonst für ein Geisteskind ist, zeigt, datz er nicht fähig ist, die Unterbeamtenprüfung abzulegen, trotz Wiederholung. Wahrscheinlich will er es durch Denunzieren erreichen. Wir geben dem Lokomotivführeranwärter Oschaben den Rät, sich schleunigst zu bessern, sonst müßten wir das nächstemal mit anderen toachen aufwarten: nämlich „Freihafen", „Re-volvergeschichte", „Herplje". Und diese Sachen würden ihm nicht lieb sein. Der zweite Kumvan ist der ehemalige Lokomotivführeranwärter Ton dl, jetzt provisorischer Magazinsaufseher. Ein Virtuose in Gesinnungswechsel! Einstens stramm rot, ist er jetzt deutschnational bis in die Knochen. Versteht das Denunzieren wie sein Kollege Oschaben. Als deutschnationaler Recke ist er natürlich dort zu finden, wo er sein Deutschtum zur Schau stellen kann, so beim Empfang der deutschen Abgeordneten anläßlich des Stapellaufes. Leistet auch im Bierkonsum Erstaunliches und in seiner Bierlaune schimpft er' über seine höheren Vorgesetzten in Ausdrücken, wie sie auch der größte Lümmel nicht besser könnte, noch dazu in' der Restauration in der Halle, wo alles voll besetzt war. Auch Herr Inspektor Mauthner war in der II. Klasse anwesend, wie Herr Tondl seinen Vortrag hielt und es nur so wimmelte von saftigen Ausdrücken und Ohrfeigenverteilung. Und ein solcher Mensch reflektiert auf einen Maschinenmeisterposten. Dem Personal ist zu gratulieren, wo er Maschinenmeister wird. Ob seine deutschen Protektoren eine Freude haben werden, sei dahingestellt. Bruck a. d. Mur. (Todesfall.) Unser treues Mitglied, Genosse Sol lg ruber, ist, nachdem er bei der Jn-genieursektion Bruck a. d. Mur durch volle 28 Jahre gearbeitet halte, gestorben. An den: Leichenbegängnis des Arbeitskameraden wollte eine größere Anzahl von Oberbauarbeitern teilnehmen, um dem alten Südbahnveteranen die letzte Ehre zu erweisen. Doch die Herren Vorgesetzten waren anderer Meinung und so dursten nur einige Arbeiter am Leichenbegängnis teilnehmen. Wäre ein Vorgesetzter gestorben, so wären gewiß sämtliche Arbeiter zum Leichenbegängnis kommandiert worden. So war es nur ein armer Teufel. Ja, Bauer — das ist etwas anderes. Teschen. (Kaschau-Oderberger Bah it.) Die traurigen Verhältnisse der Bediensteten der Kafchau - Oder-berger Bahn sind allbekannt. Nachstehendes Schreiben, welches uns zur Veröffentlichung eingesendet wurde, zeigt uns, wie groß die Notlage unter dem Wächterpersonal ist. Ein Wächter, der das Unglück hat, Vater von sechs Kindern zu sein, deckt seinen Bedarf an Lebensmitteln im Eisen-bahnkonsum in Rntka. Als nun vorige Woche die Tochter des Wächters nach Rutka kam, um Lebensmittel für den Haushalt zu holen, wurde dem Mädchen gesagt, daß sie keine Lebensmittel mehr erhalte. Die Tochter des Wächters erklärte, daß sie ohne Lebensmittel nicht nach Hause kommen dürfe, da sonst die ganze Familie Hunger leiden mutz. Auf das hin wurde das Mädchen zum Konsumverwalter geschickt, welcher dem Mädchen sagte, datz er vom Herrn Inspektor S t e f a l einen Brief erhalten habe, wo ihm als Konsumverwalter der Auftrag erteilt wurde, den Wächtern nicht so viel zu kreditieren. Zur Begründung dieses Verbotes wurde vom Herrn Inspektor Stefal angeführt, daß, wenn man den Wächtern so viel kreditiert, so bekommen diese von ihrem Monatslohn keine ganze Krone heraus. Wenn nun der Wächter 1 Kr. Ordnungsstrafe für irgend ein dienstliches Vergehen zudiktiert erhalten würde, so könnte man diese 1 Kr. Strafgeld von dem auszuzahlenden Monatslohn nicht in Abzug bringen, weil der verbleibende Rest weniger wie 1 Kr. ist. Also so weit haben es die Wächter der Kaschau-Oderberger gebracht, daß sie nicht mehr so viel verdienen, um ihre Familien vor Hunger schützen zu können. Und von diesem restlichen Lohn, der nach dem eigenen Geständnis des Herrn Inspektors meist weniger wie 1 Kr. beträgt, soll der Wächter für sich, seine Frau und sechs Kinder Kleider, Wäsche, Schuhe, Schulüedarfsartikel u. s. w. beschaffen. Kommentar überflüssig. Leoben. In jeder größeren Domizilstation finden sich unter dem Personal stets einige Bedienstete, die für die Gesamtheit nicht gerade als Zierde bezeichnet werden können. Insbesondere in Leoben beim k. k. Bahnbetriebsamt sind einige solcher Kollegen, die einfach sich so ziemlich alles erlauben können, ohne irgendwie zur Verantwortung gezogen zu werden. Das k. k., Bahnbetriebsamt in Leoben gilt als Sammelstelle dieser Elemente und biete fühlen sich bei uns recht wohl. Die Hauptsache für derartige Elemente ist, datz sie Mitglieder des „Reichsbundes deutscher Eisenbahner" sind. 1 Da haben wir zum Beispiel vor kurzer Zeit von Sankt Veit an der Glan den Kondukteur K. bekommen, der dort wegen eines Vergehens vom Zugsführerdienst abgezogen wurde. In Leoben wird derselbe als Manipulationskondukteur verwendet. Seine strafweise Versetzung scheint ihn nicht im ge», ringsten zu genieren, wie sein Vorgehen am 25. September 1911 bei Zug 964 bewiesen hat. Ein jeder andere Bedienstete würde sicher in disziplinarische Untersuchung gezogen werden, insbesondere dann, wenn der Uebeltäter Mitglied des Allgemeinen Rechtsschuhvereines wäre. So aber ist der K. Mitglied des Reichsbundes und weist, datz wir „unparteiische Vorgesetzte" haben. Wir könnten noch eine Reihe derartiger Fälle anführen, doch wollen wir schon aus Dienstesrücksichten darüber schweigen. Wir erwarten jedoch, daß unsere Herren Vorgesetzten den diesbezüglichen Bestimmungen der Dienstpragmatik etwas mehr Beachtung schenken, da wir sonst gezwungen wären, unsere Rechte höheren Orts zu suchen. Bersammlungsberichte. St. Michael ob Leoben. Am 5. d. M. fand hier eine Besprechung des Verschubpersonals des Direktionsbezirkes Villach nach 8 2 des Versammlungsgesetzes statt, bei welcher als Vertreter der Zentrale Genosse Dusek aus Wien fungierte. Derselbe besprach die Angelegenheit der anderthalbfachen Anrechnung für das Verschubpersonal und erklärte, warum die- selbe nicht als Forderung des Verschubpersonals aufgestellt lvurde. Redner befaßte sich dann eingehend mit der gegenwärtigen Situation und der Bewegung bei den k. k. Staatsbahnen und trat dafür ein, daß das Verschubpersonal ebenso energisch für die Organisation einzutreten habe, sowie diese für die Interessen des Verschubpersonals im besonderen und das Gesamtpersonal im allgemeinen eingetreten ist. Nachdem Genosse Dusek noch einige Anfragen zur Zufriedenheit beantwortete, wurde die Besprechung mit dem Ausdruck des Dankes und Vertrauens für die Zentrale und den sozialdemokratischen Abgeordnetenverband geschlossen. Oderfurt. In den Lokalitäten des Gasthauses „Zum Kaiser von Oesterreich" fand am 3. Oktober d. I. eine sehr gut besuchte, nach 8 2 des Versammlungsgesetzes einberufene Lokomotivführerversammlung der Heizhäuser Mährisch-Ostrau Seite 10 ,,Dr» Eisenbahner.- Nr 30 ftatt, in welcher Genosse Dusek aus Wien als Referent erschien und dem vom Genossen Bauer als Vorsitzenden das Wort zur Tagesordnung: „Lie Bewegung der Eisenbahner bei den k. I. SlaatSbahnen und die Teuerung", erteilt wurde. Der Referent entledigte sich in längeren Ausführungen in sachlicher Weif« seiner Aufgabe und wurde von den Anwesenden mit Beifall belohnt. Diese Anerkennung der Sachlichkeit und Aufrichtigkeit liehen den sattsam bekannten Querulanten und gewaltigen Teutonen M a l i r z. dessen Wiege irgendwo in einem entfernten Dorfe Galiziens stand und der heute ein „über-geulter" Reichsbündler ist, nicht schlafen und in einer verworrenen, voll Verdrehungen und Unwahrheiten strotzenden Ansprache versuchte er den beschmutzten Schild des „Reichsbundes" wieder blank zu putzen; der Arme, er erntete aber nur Undank, denn nicht nur Genosse D u 3 e f, sondern auch Genosse Bauer und andere Kollegen bereiteten ihm eine greuliche Blamage. Hoffentlich hat dieser Germane für lange Zeit genug Diese gelungene «trfamn.luiig machte auf die Anwesenden einen sichtlich gui--n Einoruck und wird der Organisation ge-Witz gute Früchte tiag.n. Tcschen. Am 2. Oktober d. I. tagte in der Veranda des urbeiterheims eine öffentliche Eiscnbahnerversammlung, welch,' geradezu einen massenhaften Besuch auszuweisen hatte. Nicht nur die Eisenbahner von Teschen, sondern auch von der Strecke der Kaschau-Oderberger sind zu Ser Versammlung gekommen und auch einige deulschnalionale Unterbeainte waren anwesend Nachdem Genosse LLawre: zka den Vorsitz übernommen, erteilte er dem von Wien erschienenen Referenten' Genosse» Duöek dos Wort tvclcLei über das Thema: „Verhältnisse der löebienjtetfn auf der Kaschcru-Oderberger. ihre Forderungen und die Teuerung" sprach. In einem zweistündigen Referat beleuchtete Redner die unhallbaren Dienst- und Entlohnungsverhältnisse bei der fiastiau-Dderberger und die Einflüsse der herrschenden Teuerung auf die Lebenshaltungsverhältnisse bei Eisenbahnbediensteteri. Redner besprach sodann die Schritte, die zu unternehmen wären und erklärte zum Schlüsse seiner von stürmischem Beifall begleiteten Ausführungen dag eine Aktion der Kaschau-Oderberger Bediensteten nur dann von einem Er-folg begleitet sein wird, wenn sie es verstehen, ihre Kollegen zu ziel- und klassenbewussten Männern zu erziehen und eine fraf-ltge Organisation auf der Kaschau-Oderberger auszubauen Nachdem Genosse Wawreezka das Referat ins Polnische übersetzte und einen Appell an die polnischen Bediensteten richtete der Organisation beizutreten, meldete sich ein Mann mit dem „urgennanifdhen" Namen Zatlonkal. feines Zeichens Tele, graphist in Jablimkau, zum Wort. Herr Zatlonkal nennt sich einen Deutschnationalen, bekennt sich aber als Leser der fronen-,Zeitung", aus welcher er feine Informationen schöpft Diesem geistigen Milieu entsprachen auch seine Ausführungen die dann, wie cs doch bei einem „deutschnationalen Christlich sozialen" nicht anders möglich ist, mit einer groben Verleumdung des Genossen Tomichi' beendet wurden. Genosse Du 5 e 1 erteilte diesem bornierten Herrchen eine Antwort, die ihm ge Witz lange in der. Ohren gellen wird und erklärte, das; man ihm Gelegenheit geben wird bei Gericht feine Behauptungen zu beweisen. Herr Zatlonkal, dessen Niederträchtigkeiten einen solchen Sturm bet Entrüstung ausgelöst haben, dah man- alle Mühe Halle Tätlichkeiten zu verhindern, wird wohl' lange an diesen Abend denken. Genosse Wawreczka schloß, nachdem et die niederträchtige KanipfeSweise der nationalen Gassenbuben niedriger hangle, mit einem »armen Appell an die Anwesenden die Worte des Referenten zu beherzigen, um %11 Uhr nachl» diese gelungene Versammlung. £coben. Hunderte von Menschen fanden im 'Berfamtiv limgslokal feinen Platz Das war daö Signum der am 4. Oktober d. I. tjn Gasthaus „Lamm" in Leoben ftaltgefuhdenen öffentlichen Eisenbahnerverfammlung. Und in der Tat, die Ca-falitäten des Gasthauses waren überfüllt, Mann an Mann Kopf an Kopf standen die Versammlungsteilnehmer an-einandergepretzt. Schon lange vor Beginn fanden die zur Ver-lamtnlung eilenden Eisenbahner und deren Frauen keinen Platz. Um l/2S Uhr eröffnete Genosse Lierfchcift die Versammlung und nachdem die Genossen Posch und L i e r f ch a f t in das Präsidium gewählt wurden, ergreift zum ersten Punkt dei Tagesordnung: „Die Bewegung der Eisenbahner und die bestehende Teuerung" Genosse Du sek aus Wien das Wort. In einem zweistündigen Referat zergliederte der Referent die Ur° sachen der bestehenden Teuerung, die Haltung der bürgerlichen Parteien im Parlament den sozialdemokratischen Teuerungsanträgen gegenüber und berichtete über die derzeitige Bewegung unter den österreichischen Eisenbahnern, welche, wenn nichl bald und ausgiebig Hilfe geschaffen wird, für die Regierung seht unangenehme Folgen nach sich ziehen wird. Da« sachliche Referat wurde nicht nur mit großer Aufmerksamkeit angehört sondern auch mit beifälliger Zustimmung ausgenommen. Wirklich gelungene, von tiefem Denken und scharfer Logik zeugende Ausführungen brachte Genosse Zwinger, der die Tätigkeit der Organisation feil dem Jahre 1905 besprach. Genosse P r i-m u 6 versicherte die Eisenbahner der Sympathie der übrigen ülrbeiterschafl in ihrem Kampfe und Genosse Maurer besprach die Vorgangöweise bei dcutjchnationalen Beamten gegenüber den Bediensteten, worauf der Vorsitzende Genosse Posch, nach mehrmaliger Aufforderung an die Gegner, sich zum Wort zu melden, utr die Angriffe, die besonders Genosse Dusek und Maurer gegen die Deutschnationalen erhoben, zuriickzuweissn oder auf das richtige Matz m stellen, alles still blieb, folgende Resolution zur Annahm- empfahl: »Die heutige öffentliche (Eifenßahnerverfammlung bet Süd- und SlaalSl-ahnbediensteten von Leoben fordert von bei Regierung und dem Parlament umfassende, aber auch wirksame Matzregeln gegen die immer unerträglicher werdende Teuerung aller Lebensmittel und der notwendigsten Bedarfsartikel. Seil einem halben Jahrzeh il führt die arbeitende Bevölkerung OcsterrcichS einen ununterbrochenen Kampf gegen die einseitige nur einer geringen Zahl von Großgrundbesitzern und fartel-liefen Großproduzenten zugute kommenden Wirtschaftspolitik deren Folgen durch die fortwährende Steigerung der Wvhnungs-roietpreife noch verschärft werden. Weder die Regierung noch die das Parlament beherrschenden Parteien achteten auf die Notrufe der arbeitenden Bevölkerung. Gleichzeitig fordern die Versammelten energisch datz die am 20. September dem Eisenbahnministerium vorgelegten Wünsche der Eisenbahn-bedietisteten und Arbeiter infolge der enormen Teuerung dringend burchgefiihrl werden. Ebenso sprechen die Versammelten den fozia(demokratischen Abgeordneten, sowie den Vertretern den Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz, und Gewerkschaft». Vereines für Oesterreich das vollste Vertrauen aus", welche auch zur einstimmigen Annahme gelangte. Nachdem der Eisen« bahner-Sängerbund „Einigkeit", der schon bei Beginn der Versammlung dieselbe mit --wem Freiheitschor eröffnete, zum Schlutz ebenfalls einen Freiheitschor und das „Lied der Arbeit" zum Vortrag brachte, schlotz der Vorsitzende um 11 Uhr nachts diese imposante Versammlung. Marchegg. Am 6. Oktober tagte im Gasthaus des Herrn Teufch eine MonalLversammlung, welche sehr zahlreich besucht war, mit folgender Tagesordnung: 1. Die Forderung der Eisenbahner und das Parlament. 2. Eventuelles. Genosse Hoto-wec eröffnete die Monatsversamniluna und «teilte dem von der Zentrale entsendeten Genossen S o m i t f ch das Wort. Genosse Somit s ch besprach in seiner Rede die Ursachen der jetzigen Teuerung, wobei er auch auf die FleHchfrage und auf den geheimen Vertrag, welcher mit Ungarn geschlossen wurde, zu sprechen kam. Er stellte dabei die Schuldigen dieses Vertrages ins rechte Licht und kam dann auf die Fordern ngqn und: die Bewegung der Eisenbahner zu sprechen. Die Versammlung zollte den Ausführungen des Genossen S o m i t s ch reichen Beifall. Nach einem kräftigen Schlußwort des Genossen Hoto-lo ec wurde die Versammlung geschlossen. Aus den Organisationen. St. Valentin Be' der am 8. Oktober stattgefundenen Generalveisammlunk wuidrn folgende Genossen gewählt: Wunsch, Obmann Kr >e Wasser, Stellvertreter; HaS-Finger, Schriftführer Penninger Stellvertreter; S ch e i l> l e ch n e r, Kassier S t <■ n a d, Stellvertreter; Joachim Haslinger, Bibliothekar; Schott. Ausschuß; Schuh und Baumgartner Revisoren Nach der Wahl hielt Genosse ©hart einen mit Beif^r aufgenommenen Vortrag. Verschiedenes. Argentinien. Da unsere Agrarier unter Führung des Tfierfites Üioheiiblnm flcts wiederkehrend die albernsten Lügen über die Unzulänglichkeit der Deckung unseres ftlrlichbedanes durch Amentinicn verbreiten, mögen den Genossen einige Taten, welche die argentinische Regierung anläßlich der im Vorfahre nl'oetmltenen Jahrhundertfeier der Republik veröffentlichte, zur Orientierung dienen. Um die ß röfje der Fläche Argentiniens leichter erfassen zu können, vergleiche man nachstehende Zahlen: Oesterreich Ungarn..................... 676.545 Quadratkilometer Deutschland . . . . .............. 640.777 „ Frankreich............................. 636.464 , Schweden........................ . . 447.864 , Norwegen................................322,987 . „ Italien.................................286.682 „ Schweiz................................. 41.324 , Dänemark................................ 40.384 , öoffond................................. 33.000 , Belgien............................. . 29 456 „ Summe . . 2,055.4*3 Quadratkilometer Republik Argentinien................. 2,950.700 „ Auf dieser kolossalen Fläche, welche den volkreichsten yfindeni des europäischen Festlandes entspricht, wohnen nur 6,464.000 Menschen, davon hat die Hauptstadt Buenos Aire allein 1,190.000 Einwohner. Cs ist gemifi jedermann einleuchtend, tinfj ein so grosteS und anerkannt sruchibares i'anb mit so geringer Einwohnerzahl ''ine Haupteinkünste aus Ackerbau und ißieF)nicht bezieht, deren Produkte durch den geringen Eigenbedarf zurAussuhr gelangen Wie hin ällig ^aher die Lügen der Agrarier sind, welche behaupten, durch die Einfuhr von einigen Tausend Tonnen argentinischen fleische* würde der Viehsland Argentiniens bald so her lbgetnindm ein. das; sich die Einfuhr insolge der erhöhten Priite gar nicht mehr rentiere» weide, möge man daraus ersehen, datz aus den riesigen iiPeidestächen Argentiniens nmo 29,000.000 Rinder 7,500.000 Plerde nnb 67,2(Xi.(iOO Schafe weiden. Bedenkt man nun, daß da» Durchschnittsgewicht der dort geschlachteten Rinder 700 tlilogramm per Stück beträgt, ein o.'e» niicht. welche« dem unterer gemästeten Vraiilinitsochlen gleich lomml, so lann man ermessen, welcher Ervorisähigkeit diele-Vaiid mächtig ist und zugleich die ganze '-Niedertracht dolienblume und seiner Wucherbande richtig beurteilen, weiche uns glcyjlien machen will. Argentinien märe nicht imstande, uns auf die Dauei billiges und gutes F'eisch zu lipfern. Untere ©enoffineii. das helfit solche, welche noch Fleifch zu laufen in der Lage sind, dürfte es intercfneien, das? mir vor lurzem die Frau eines Mühlenbauers aus Rofaria (Siadt in Vhgentinien) erzählte, sie taufe dort den besten Lungenbraten iiir 42 H., Nierenbraten für 46 ß„ Rindfleisch für 36 tz. und 3(f)nfflei’ch für 24 H. per Kilogramm, dabei feien ober dir Lohne bedeutend höhere als sie bei uns je gewesen oder in ab ehbarer Zeit sein werden. y. Literatur. „Die Elektrizität im Eisenbahn-, Telegraphen- und elektrischen Sicherheitsdienst." Verfaßt von E. Gollmer, Vorsteher der Eisenbahnlelegraphenwerkstätte in Altona. Mit IV und 100 Seiten und 60 Abbildungen im Text. Preis broschiert Kr. 4 25. Von demselben Verfasser: „Uebcr Störungen an den Telegraphenanlagen, deren Erkennung und Beseitigung." Mil 180 Seiten und 74 Abbildungen. Preis gebunden Kr 3 75. „Gruudzllge über die Bauart und Wirkung von Elektro magneten." Mit 80 Seiten und vielen Abbildungen. Preis gebunden 2 Kr. lieber bie Notwendigkeit und den Wert vorstehend angeführter Bücher für den Signalmeister braucht wohl nicht gesprochen zu werden. Erwähnt fei nur, daß dieser Beruf mehr theoretische und praktische Kenntnisse erfordert, als gewöhnlich angenommen wird, und auch der alterfahrene Fachmann darin nie auslecnl. Aus den angeführten, von einem anerkannt tüchtiger, Spezialfachmann verfaßen Büchern, wird der Signalmeister seine Kenntnisse leicht ergänzen und bereichern können Vorwiegend das erstgenannte Buch sei wegen seiner gediegenen Darstellung über das Wesen und die Wirkung der Elektrizität besonders empfohlen. Vorgenannte Bücher sind zu beziehen durch gefällige Ver. mittlung des Hem. SignalmeisterS yofef Kiesz 1 er. Prag-fiarolinenthal ^ungman-iavlab 11. B K. Ein beispiellos billiges Angebot guter wertvoller Bücher liegt uns neuerlich von unserer rührigen Pnrfcibucfch mdlunp vor. Tadellos neue Baude die vor kaum zwei Jahren erschienen und seinerzeit von der gesamten Partcipreffc äußerst lobend befproche» wurden, werden tief unter dem Ladenpreis ababgegeben. Die Titelangabe allein dürfte genügen, jedermann zum Kaufe anzu regen W i e entstanden Weltall und Menschheit? Hai Gott die Welt aus dein Nichts geschaffen? Hallen die ersten Menschen, Adam und Eva, keine sSotfahren? Von Willi Pelerson-Kienberg. 300 Seiten, mit zahlreichen farbigen und schwarzen Tafeln. Karten. Beilagen und Textabbildungen. Statt Kr. 2140 nur Kr. 1 -20. Arbeiterphil o-o p h e n und Dichter. Herausgegehen von Adolf Lewen-lein. 104 Seilen. Statt 3 Kr. nur 50 H. Aus der Triefe. Beiträge zur Seeleuanalyse moderner Arbeitet. 127 Seiten. Statt Kr. 1 20, nur 40 H. Gegen Einsendung non Kr. 240 liefert die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand u. Komp. Wien, VI., Gumpendorfersiratze 18, alle drei Bände franko. Der geringen Lagerbestände wegen bitten wir die Genossen, rasch zu bestellen. Eingesendet Die kalten Nächte werden auch Ihnen Veranlassung geben, Ihre Betten zu komplettieren und neue Federn anzu-schaffen, und ist es empfehlenswert, von dem reppmnuprten Bettfedernspezialhause Jos e s Bla Hut in Deschenitz Nr, 109 (Böhmerwald) kostenlos die überraschend billige Preisnotjerung einzufordern. Mitteilungen der Zentrale. ZentralatiSschuszsltztiilst am 12. Oktober 1911. — Entgegennahme des Berichtes über die bisher in der Aktion der Eisenbahner unternommenen Schritte. — Beratung über die Mai nahmen zur Geltendmachung der Forderungen der Lohnarbeiter. — Erledigung mehrerer Zuschriften. tPcvumUunnSfomitccfihimfl am 13. Oktober 1911. — Erledigung einer Personalangelegeuheit sowie des vorliegenden (SinlQiv'eS. -1 - —- ................................. - Mitteilungen des Rechtsbureaus. _ Ten geehrten Mitgliedern biene zur Kenntnis, dah die juristische Lprechstuude ab TicuStrg den 3. Cf« t> der 1911 von (i Ui,er von 7 bis 8 Uhr abends) an jedem Dienstag ab-qchnUen werden wirb. Ist Dienstag ein Feiertag, ' so ist die Tpicchstuiide am uorhergchenbeti Montag, auch von 6 bis 7 Uhr abends. Die jetzige Ansetzung der Sprechstunde erle chtert auch den Mitgliedern aus der Provinz den Besuch der Sprechstunde, da sie noch die Abendzüge bequem erreichen können. In dieser Sprechstunde werden auch in privaten Angelegenheiten von boit bie Sprechstunde abhaltenden Herren Dr. Harpner nnd Tr. Katz Auskünfte erteilt. Im Interesse aller Genossen ist es gelegen, von dieser Einrichtung gegebenenfalls Nutzen zu ziehen. Das Zentralsekrelariat für das Rechtsschutzbareau: D u L e k. Sprechsaal. 9(d)tintfl, Kanzle drener aller Katsqorien sämtlicher ÄÜieuer Direktioneu der k. k. Ltaats» bahnen! Am Donnerstag den 2. 91 o v e m 6 t r 1911, um 7j,6 Uhr abends, findet in SchksbeckS CSS a ft h a lt d, XV, ® fl 6 g a f j e, vis-i-via der Post am Stic.ibaijicho, ^Abjahrt-icite) eine ttanzleidiencrversaurmlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht des PersonalkommiisionsmiiglledeS Genossen .^ranz B a r I o über die Sitzung am 25. Oktober ltill (Sektion itanjieibienir und Druckeri. 2. Die Wünsche und Beschwerden aller Kan^leidiener und Drucker und die Organisationen. Referent Genosse Ädol, Müll e r. 3. Anträge und Slnsrngcn. Diese Einladung ergeht hiermit an sämtliche Kanzleidiencr der Baknämter. Wer.siällen, Hei.chäuser und Babnerhaltungö-le[tiu»en der k. I. Stoatvbnhncii in Wien. Mn Rlicksicht aui die löiilitigkeii der Zaae^otdnuiia wird volljühligeS ^scheinen aller U(4fj4icii)ieuM eiiuatiet. Für die Einberuier: Franz Varia. Offene Anfragen. An die k. k. Staatsdahndireftkon in NZien. Bei der derzeitigen Gewährung von Erholungsurlauben wird der § 51# der Ti«nspidpung m manchen Stationen derart usgelcgt, dafe bie $ienmeit erst mit dem Tage der Anstellung beginnt, was nicht richtig sein kann, dg doch B anuenaspiranten fbeit'flUS auf }4tiigigeu Urlaub Anspruch haben. Es ersuchen daher die betroffenen Wächter eine löbliche k. t. Staatsbahn-bite-tion, die Auffassung des Begrifixs „Beginn der Dienstzeit" > flljin porztisr. r.ibfn, dnfj das benachteiligte Personal gegenüber dem anderen nichl zu Schoben kommt. Mehrere betroffene Pächter. An -je k. f. Staatshahndirektion in Wien. Die Heizhaukarbeiter der k. k. ytiätmuSleitung .vainfelb beichwrren sich, dqsj ihre 'Vliijudien um »uäiielluiifi von Frei-faiteii meist 14 Tage und noch (äuget uneilebigt bleiben. Da e8 svn'vhl das dienstliche ql» auch das persönliche Interesse de* ibittiieflerü »vtpvfcevt, daß die erbetenen Freikarte» ehesten« in die Hände des Piitfiellcrck gelangen, fo wird um diesbezügliche Abhilfe gütigst ersucht. An die k. k. Staatsbahiidirektion in Triest. Ist der Dirctti.m betnnnl, dasi In der Heizhau-ezposiiur Ästling stets Mnng/l .qn tliegiffplile und Brennholz ist? Tie l^olgt davon ist, da« bie Bediensteten gezwungen sind, die alter-schlechteste Stöhle zu nehmen. Di» Bediensteten oim Atzling bitten dotier eine k. k. Direktion, diele möge die HeizhauServvfitur verhalten. dafi ftete»«e ürtilnf- mit) Evrike,immer von ÜSO. - tUfubtriir Stiirfifiteinr »tiinaen. »rau, wei,,. arflii, & Str. 70. — PatentbelteiniNhe von fu*. »*- und Matrainn, dreiieilia von Str. 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B die Hausfrau ihrem Gatten Morg«‘ngetrtink eenen kann, ohne das« er das genngntr davon merkt In meist«m Fällen VfUHl-ht der Betreff-nie gar nicht, w«»haib er zdouütcb im den davon der Grund dazu sein wird, wie man oft kann, wenn man dieselbe eu oft genossen hat „ . — gar nicht, w»sl«alb er plouüi<_ Spiritus nicht vertragen kann. Sondern glaubt, dass dei uUririehvnt Genuas J J "• eine gewhuie Speise versliaohruen Studenten, gei »uAuiii' u uhk if.anv, noim V« 44'.u. 11 «Hf — nicht beHuihivtp ergeben lat ec eohwsoht der Alkohol dennn I f uLa.-lm . . ... II« _ Herr R. K. schreibt: Coom-Institut. Kopenhagen. Dänemark: loh bitte so gütig zu «ein. eine Schachtel Coom zu senden mit Post nach nähme i K !<► — loh h»l#e einen Freund der sich sehr stark dem Trmike ergehen hat. und mochte ihn gern al•gewöhnen Mit dem bi» jetzt gesandten Co.uu hat* ich schon drei lvnmnen abgewohnt und sind letzt ganz tüchtige Männer, um wol en sich die Menschen bei uns nicht auredon iass*«i Vielmals dankend, verbleibe ich Ungarn. Uaa Coom-Prä na rat kostet lu Kronen und wird versandt gegen Vorauszahlung oder gegen Nachnahme nur ünroht Bl U opsnäagen 314, Dänemai k. Briefe elnd mit 86 Heller. Postkarten mit 10 Heller so frankieren. WWWWWWWU, Jetzt,„K5'!0 früher K 18'— Prachtvolle Gloria-Silber-Anker-Remontoir-Uhr mit herrlich graviertem Doppelmantel, Sprung-decke], Ankcrivcrk, lp Kabis, genau gehend. Herrliche Muster, Hirsch, Pferd, Wappenschild etc. Garantie 3 Jahre. Umtausch gestattet oder Geld retour. 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