SchrWritu»«: N(rtkni|«fi Wr. 5 ld(Mn Wx. >1, interniban. • »teUftanb«: Ztglich s«ii Hufnojmf In ©tun- a. Rdn- Ugel »OK 11—11 vdr vor». $onb(chr«bfn »erben nicht >a rtttfüsflfbrn. ,«»n>I«k Ein-I rndnn«»n »ich! berückstchngt. » » f i n »I g n n g t n atm»! die VcnNltnug jenen »er billigt trft. Kikattn ipttubrtn «lUjkHSl. — ®rt Blcbrrtolungen Vrei*-MW«|. tAt „troff*» »at t- ersche«», W»en Shltamt Hub Samt tag tbrnb«. »oßlp«rs«ls«».»«sio so «v«. vtNviltuia: «athaoSg-ff« Skr. 5 teletbon W«. tl, Intmnbra ve,»g«dtdi»i»ilge» v»rch Me soll bezöge»: «Mrrtemiirig ...»,« AtWOri« . ... K «40 «4S*fi»na . . . .KUH BUr Cilll m» Zi>el»»g in* H-°»i monatlich . ... K l'tt MntriHMg . . . K |•_ H>Mö»N« ...«« — •«miUrtg . . . . K lt.— Rl>l Isflanb er»»den Ach Ite CeiugOjebUbcni anblt b ihnen *R1cnbang«-#cblQien. eingeleitete Sb*n enient« gelten di« ,»e «dde«»»,»^. Ar «O Mi. Mittwoch, 27. Mi 1910. 35. Jahrgang. Die Gemeindemiihl in der Gemeinde Hingebung Cilli. ES ist sehr bezeichnend, daß die gegenwärtigen Machthaber der Gemeinde Umgebung Cilli nicht den Mut besitzen, die Gemeindewahl auszuschreiben, ob-wohl alle Vorbereitungen abgeschlossen und die Wählerlisten rechtskräftig festgestellt sind. Die Herren haben eben die Wahrnehmung gemacht, daß sie in der unabhängigen Bauernschaft der Umgebung Cilli allen Anhang verloren haben und sie suchen nun den Zeitpunkt der Wahl möglichst hinauszuschieben, um in der hiedurch > ewonneiien Zeit die Bauernschaft durch allerlei veilogene Ausstreuungen vom rechten Wege abzubringen. So wurde in den letzten Tagen neben dem albernen Märchen von der Einbeziehung der Ort schaft Gaberje in das Stadtgebiet auch. eine ganz ungeheuerliche Geschichte von der städtische» Maut herumerzählt. Die Pervaken behaupten nämlich, daß die Stadtgemeinde Cilli die Mautgrenzen bedeutend erweitern und bis zur Westen'schen Fabrik hinaus-verlegen will. Dies« Behauptung ist ebenso bösartig wie dumm. Das Maul Privilegium, welches der Stadt Cilli seinerzeit von Kaiser Josef verliehen ivnrde, seht die Grenzen des Mautgebietes ganz genau fest. Sie sind sehr enge gezogen und es ist ein großer Teil deS Stadtgebietes selbst außerhalb der Maut-schranken gelegen. Um die E, neuerung des Privi-legiumS muß alle fechS Jahre bei der Statthalterei angesucht werden, und diese Behörde steht schon seit Jahren mit der Stadtgemeinde Cilli in Unterhand« hingen, um der Stadt die Maulgerechtigkeit abzu-lösen. Diese Verhandlungen haben bisher noch zu keinem Ergebnisse geführt, weil die Summe, womit (Rachdruck verboten.) Ausgeglichene Schuld. Novelle»« von A. Hinze. Ein entzückendes Panorama italienischer Natur l Im Hintergründe, in den blauen Aether ragend, umflutet und umflammt von der Abendsonne, der Monte Sacro. Dann Hilgel, deren Höhen in den Wolken zu verschwimmen scheinen. Wie angelehnt an die Hilgel, weiße Hänserchen mit flachen Dächern, überragt von verfallenen Burgen. Zn Füßen, so weit das Au^e reicht, die grünen Täler UmbrienS. . . Wie ein Traum erscheint es der jungen schlan» ken Deutschen, die, auf einem Berge stehend, durstigen AugeS da» LandschastSbild betrachtet, daß sie nun tatsächlich auf diesem Erdenflecken weilt, zu dem ihre Gedanke» wie oft gewandert sind. Vier Jahre — eine lange Zeit. Und doch hat sie erst jetzt den Mut gefunden, hierher zu kommen, und die Stelle aufzusuchen, wo er — ihr Gatte, seine letzte Ruhestätte gesunden hat. Sie kann noch immer nicht vergessen, sie wird es nie, — daß sie damals ihm die Treue gebrochen, nknn auch nnr in Gedanken, damals, als er, Studien halber, fern von der Heimat, in Italien weilte und dann hier eines plötzlichen Todes gestorben war. Die junge Witwe erschauerte, trotz der schwülen Luft, die sie umfächelte. Von einem unweit gelegenen Klostergarten trug der Lusthauch ganze Wogen von Akazien- und Orangenblütendust zu ihr hin. Auf der Staat die Stadtgemeinde Cilli abfertigen will, zu gering ist. Es ist jedoch abgemachte Sache, daß die Ablösung der Mauigerechtigkeit längstens in zwei, drei Jahren durchgeführt wird und daß damit die städtische Maut in Cilli überhaupt aufgehoben wird. Ganz ausgeschloffe» aber ist es, daß die Statthalterei jemals einer Erweiterung der Mautschranken zu« stimme» könnte, weil sie nicht dazu kompetent ist, ein landesherrliches Privilegium zu erweitern und weil die Regierung überhaupt daS Bestreben hat, nach der Aushebung der äraiischen Maulen auch die Aufhebung der städtischen Mant in Cilli nach Kräften zu b«-treiben. Anderseits hat der Gemeindeausschuß der Stadt Cilli niemals eine Erweiterung der Maut-grenzen angestrebt, schon aus dem einfachen Ärunde, weil schon das gegenwärtige Mautprivilegium der Stadt Cilli bedeutende Lasten auferlegt und sie rxr-pflichtet ist, alljährlich einen bestimmten Teil der Straßen im Mautgebiete entsprechend zu pflastern, wofür in den letzten Jahren viele Tausende Kronen ausgelegt wurden Mit diesem AgitationSmiltel haben also die Peivaken kein Glück und die Bauern der Gemeinde Umgebung Cilli sind genug au'geklärt. um nicht aus einen solche» Leim za gehen * Ein anderes Mittel, um in die geschlossenen Reihen der unabhängigen Bauernschaft Bresche zu legen, besteht darin, daß der von den windischen Advokaten ausgestellte Wahlausschuß, durch eine Schar von rauilustigen Schreiern verstärkt, die Be« sprechungen. welche von den Deutschen der Umgebung und von der unabhängigen Bauernschaft abgehalten werden, durch gewalttätiges Eindringen stört. Dieses Mittel, welches bei den Besprechungen in Lendors und Oberkötting angewendet wurde, hat bisher den Erfolg gehabt, daß die Bauernschaft dieser Orte sich mit Ekel von den pervakischen Hetzern abwendete den Stufen, die zum Garten führten, saß in grauer Kutte ei» Mönch, in Lesen vertieft. Die Kapuze war ihm in den Nacken gesunken; sein Gesicht spiegelte das Behagen einer zufriedenen Seele wieder. Die Hände ineinander gelegt, nahm er gleich daraus ge« mefsenen Schrittes den Weg zum Kloster, denn das Ave-Läutru begann. Nachdenklich schritt die Deutsche den Berg hinab, der. allmählich abfallend, sie an einem von Weiden umstandenen Wasser vorbeiführte. Friedlich hallte das Av«°Maria über Berg und Tal hin. Die Deut-sche dachte an den Mönch eben und sein zufrieden blickendes Gesicht nnd heiße Sehnsucht erfaßte sie, die Sehnsucht nach Seelenfrieden, den sie längst nicht mehr besaß. Seit Tagen schon weilte sie hier und noch immer war sie den Weg zu des Galten Grab nicht gegangen, in banger Scheu, dem Toten zu beichten, was der Lebende nicht mehr erfahren. Dort westlich, wo dunkle Zypressen ragten, wo Marmorbilder und weiße Kreuze durch das Laub schimmerten, lag der Friedhof. Je näher sie dem. selben kam, desto langsamer wurde ihr Schritt, desto beklommener ihr zn Sinn. Was wir im Geiste nns ansgemalt. im Geiste durchlebt, wie anders tritt es in der Wirklichkeit vor uns hin. Was der jungen Fran natürlich erschienen, ein Herzensbedürfnis, däuchte ihr nun, im Rahmen der Fremde, im Rahmen der Zypressen und Marmorbilder, die so sremd und kalt auf sie herabschauten, plötzlich ungeheuerlich. und geschlossener denn je sür das Wahlprogramm der deutschen UmgebungSwähler und der unabhän-gigen Bauernschaft eintritt. Die Garde der Rauf, bolde, die da herumziehen, ist nach einer Mitteilung deS Rarodni dnevuik der Meinung, daß die ernsten Männer, die sich die Aenderung in der Gemeinde-Wirtschaft der Umgebung angelegen sein lassen, sich mit diesen unreifen Jungen in Versammlungen und in Debatten einlassen werden. Dies ist jedoch selbstverständlich ausgeschlossen 'chon auS Gründen der Reinlichkeit, weil ja ein anständiger Politiker mit Leuten, welch« diese Be-sprechungen damit einleiten, daß sie dem Vertreter der Deutschen ein körperliches Gebrechen vorhalten, daß sie die unabhängige Lauernschaft beschimpfen und sich bei ihren wüsten Kundgebungen jeneS Körperteiles, der fönst zum Sitzen verwendet wird, als Gedankenausdrucksmittels bedienen, mit Leuten, von denen kein einziger wahlberechtigt ist und die sich in der windischen Presse noch damit brüsten, daß sie die Bauernschaft beschimpfen, sich in irgend-welche Verhandlungen naturgemäß nicht einlassen kann. Die unabhängige Bauernschaft zollt diesen Individuen die gcbilhrende Verachtung und in Len-dorf wurden die Cillier Raufbolde mit einigen blauen Flccken heimgefandt und in Oberkötting haben eS diese Leute nur den dringenden Bitten der deutschen Wähler zu danken, daß die empörten Bauern sie nicht windelweich durchgebläut haben. DaS slowenisch-liberale Tagblatt kündigt einen Rauferkreuzzug gegen die Vertreter der deutschen Wähler und der unabhängigen Bauernschaft an. Wir begrüßen dieses Kampfmittel nach den biSheri-gen Erfolgen aus das Wärmst«. Bange mache» gilt nicht, und der politische Erfolg wird ja zeigen, wie-viel Wähler durch derartige Hetzereien für die per« vakische Sache gewonnen werden. In Lendorf haben Sie hatte gehofft. Erleichterung hier zu finden, nun war es ihr, als würde ihr Bekenntnis die Ruhe ihres Toten stören. Er ist ihr immer so unsehlbar erschienen, als er noch lebte, der schöne, geniale Mann, zu dem sie weit mehr mit Scheu und Be-wunderung. als mit Lieb« aufgeblickt hatte. Unbe-greiflich ist es ihr geblieben, daß der bedeutend ältere Mann, dem die Herzen der Frauen entgegen» flogen, wo er sich zeigte, feine Hand nach ihr, der damals erst Siebzehnjährige», ausgestreckt hatte und sie zur Frau begehrte. Die Verwandten priesen das himmelhohe Glück, die Freundinnen neideten ihr das „uuverdieute" herrliche Los an Paul HardenbergS Seite, denn er war nicht allein ein ausgezeichneter Maler, ein schöner und liebenswürdiger Mann, sondern auch recht begütert. „Kleine, sorg' dafür, daß Du ihm genügst", hatte die Tante, die an der Verwaisten Mutterstelle vertreten, sie ermahnt, als sie am HochzeitSabend bang und erregt von der Tante Abschied genommen. „Meine schüchterne Gazelle", pflegte Paul Hardenberg zu scherze», wenn sein kindliches Weib nnr widerstrebend seine Liebkosungen hinnahm. „Sie versteht noch nicht zu geben," sagte sich der verwöhnte Mm» ungeduldig, wenn er vergebens auf einen hingebenden Blick, einen leidenschaftlich erteilte» Knß Majas wartete. Er malte sie als „Gretchen", als „Mimose" und als „Galathe«". Sollte es ihm nicht gleich Pigmalion gelingen, durch seine Kiifse diesem schönen Bilde von Stein Leben Seile 2 die Pervaken bisher wohl schon alle Anhänger ein« gebüßt. Nur so fort! Die unabhängige Bauernschaft lAjjt sich von einigen ungezogenen Jungen nicht? vorschreiben und sie bleibt in Reih und Glied mit der deutschen Wählerschaft der Umgebung, mit welcher gemeinsam sie endlich eine Besserung in den unerträglichen Zuständen der Gemeinde Umge« bung Cilli herbeiführen will und auch wird. Zur Anerkennung der Agramer Universtiäts-stndien in Btsterreich. Ueber diese Frage liegen bemerkenswerte Aus-sührungen der in Essegg erscheinende.' Zeitung „Die Drau" vor: „Die Reziprozität unserer Hochschule spielt in der jetzigen Krise der anderen ReichShälfte in Gemeinsamkeit mit dem Übrigen Komplex der dortigen UniversitätSsragen eine hervorragende Rolle. Die Forderungen der Südslawen, insoiveit sie nicht nur prinzipieller Natur sind, wie die Frage nach der Laibacher Universität, lassen sich in zwei For-derungen zusammenfassen: erstens die Errichtung von Parellelkathedern mit slowenischer Unterrichts-spräche in Prag und Krakau und weiterS die Rezi-prozität betreffs der in Agram abgelegten Prüfungen. Anftichtig gestanden, mutet u„S das erstere Begehren sremdartig an. In ftüheren Zeiten pil-anten Kroate» und Slowene» nach Prag, um zu Füßen berühmter Lehrer tschechischer Nationalität ihr Wissen zu schöpfen, sie zogen deshalb dorthin, um Gelehrte einer anderen slawischen Nation kennen zu lernen; die heutige Welt sagt die slawische Solidarität offenbar anders auf, sie zieht in die Welt uud nimmt sich ihre Lehrer vom Haufe mit, ja nichts Fremdes, denn auch das Slawische er-scheint in diesem Lichte fremd. Pfahlbürger! Oder soll es sich nur darum handeln, daß so und so viel Slowenen Lehrkanzeln besteigen? Ja, als Neo-oder andere Slawen werden sie wohl noch tschechisch erlernen können, oder unterscheidet das moderne Slawentum so genau unter den slawische» Dialekten? Pfahlbürger! Wie wir die Sache immer wenden, begreiflich erscheint uns der Standpunkt unserer österreichischen Äounationalen vom slawischen Gesichts-punkte aus nimmermehr. h Viel besser steht es nicht um die Frage der Reziprozität der Agramer Universität. Den Herren scheint die Sachlage nicht geläufig zu sein. Die Reziprozität besteht ja gegenwärtig voll nnd ganz und eben gegen die bestehende Reziprozität erscheint die Aktion gerichtet. Die Agramer Prüfungen wer-den in Oesterreich nicht anerkannt. Richtig, aber die österreichischen auch in Kroatien nicht. DaS ist doch reziprok. Und zwar werden sie infolge pvsi-tiver kroatischer Gesetzesbestimmungen hier nicht einzuhauchen. — Maja zn erwecken zum Bewußtsein ihrer Weiblichkeit? Daß sie nicht Liebe sür ihn empfand, kam dem Selbstbewußten nicht in den Sinn. Bis zur Hestigkeit aber konnte eS ihn reizen, wenn sie statt Zärtlichkeit den Gehorsam einer Tochter für ihn hatte und ihre ehelichen Pflichten allein in der Sorge für sein häusliches Behagen erblickte. Sie war zu jung und zu schüchtern veranlagt, um dem überall gefeierten Mann ihre natürlichen Geistes- und Seelengaben zn zeigen. Die Liebe aber, von der man sagt, daß sie zuweilen in der Ehe nachkommt, die Liebe zu ihrem Gatten, kam nicht. So begrüßten es beide mit einem Gefühl der Erleichternng, al» sich für den Künstler, zwecks ehrenvoller Aufträge, die ihm geworden, die Not-wendigkeit deS Studiums italienischer Kunst an Ort und Stelle ergab und ihre vorläufige Trennung herbeiführte. Vielleicht lernt sie sich nach mir sehnen, wenn ich erst sern bin, dachte der Künstler, dem nun doch Zweifel an Majas Liebe gekommen waren. Die junge Frau aber flüsterte, als sie ihrem Manne den Abfchiedsknß gab, wie abbittend: „Ich weiß es, Panl, Du warst nicht mit mir zusrieden. Vielleicht lehrt mich die Trennung zu werden, wie Du mich wünschest." Es sollte anders kommen. Der Briefwechsel, der anfangs von den Gatten regelmäßig gepflogen ward, zeigte »ach Ablauf eines eljahreS bereits erhebliche Lücken. Die Briefe enbergS an Maja wurden seltener nnd seltener Keu'lche «mdft anerkannt. Die österreichischen Staatsprüfungen, mit Ausnahme der ersten, werden bei uns gar nicht anerkannt, ebensowenig unsere in Oesterreich, welch letzteres doch noch weiter gegangen ist und die Anerkennung von einer ErgänzungSprüsung abhängig macht. Bei uns ist nicht einmal daS der Fall. Unser Doktorat muß in Oesterreich mittels Nachtrags-Prüfung nostrifiziert werden, das österreichische hat wieder bei uns keine Rechtsfolge, muß vielmehr durch hier abgelegte Staatsprüfungen ergänzt wer-den, mithin vollkommene Reziprozität. Nnr ein Unterschied waltet hier ob: die österreichische Re-gierung könnte ein anderes ReziprozitätSverhältniS im VerordnnugSwege herstellen, wir können es aber nur im Wege der Gesetzgebung. ES läge mithin an uns, vorerst unsere Gesetzgebung zu ändern, dann erst könnt« die österreichische Regierung analoge Bestimmungen erlassen. Hier ist also der Hebel anzusetzen, nicht aber in Wien. Nun kommt eine andere Frage hiebei zu lösen. Zwischen den ungarischen nnd österreichischen Uni-versitäten besteht keine Reziprozität und da entsteht die Frage, ob unter diesen Umständen betreffs nur einer Universität des ungarischen staatlichen Terri-torinms eine Reziprozität anerkannt werden könnte? Vom Standpunkte unserer KuItuSalltonomie jeden-falls, doch was wäre die Folge davon? Daß dann die Reziprozität zwischen der Agramer und den ungarischen Universitäten aushören müßte, unsere Absolventen mithin keine Anstellungen im gemein-samen Staatsdienste erlangen könnten. Es würde eben eine KnltnSeinheit zwischen Oesterreich nnd Kroatien nnd eine KultuStrennnng zwischen Kroatien und Ungar» platzgreifen. Unsere Landesangehörigen könnten in Oesterreich keine Anstellung erlange», weil sie keine österreichischen Staatsbürger sind, in Ungarn, weil sie dort keine staatSgiltigen Zeugnisse besitzen, nnd die Folge hievon wäre, daß alle ge-«einsamen Aemter mit Ungarn besetzt werden wür-den, waS wieder den Bestimmungen des Ausgleichs-gesetzes zuwiderliefe. Wir sehen hieranS, daß auf dem bisherigen Wege eine Lösung der Frage nicht möglich ist. Doch ist vieselbe einfach: Oesterreich anerkenne die Di-plome nnd Zeugnisse ungarischer Universitäten uud Ungarn diejenigen der österreichischen, dann ist die Frage auch für die Agramer Universität gelöst. Anders geht eS nicht. Kroatien kann in keiner Frage, auch in der Universitätsfrage nicht, von Ungarn getrennt werden, denn die staatliche Gemein-samkeit ist ihrem Wesen nach ein und dieselbe nnd untrennbar.- Wie aus dem letzten Satze hervorgeht, handelt eS sich um die Meinung eines magyarenfrenndlichen kroatischen Blattes. Die Anerkennung der Agramer Universitätsstndien in Oesterreich — bemerken hiezn ganz richtig die Deutschen Hochschnlstimmen ans der Ostmark — wäre eine ganz ungerechtfertigte Förderung der südslawischen Politik und eine Haud-lung der Dentschseindlichkeit, die so offenkundig wäre, daß sie wohl eben deshalb von der Regierung — wenigstens vorläufig — vermieden werden dürste. nnd ihr Inhalt flüchtiger. Bald brachte nnr hin nnd wieder noch eine Postkarte eine» Gruß vv» dem Künstler. MajaS Jugend verstand nicht zwischen den Zeilen zu lesen, und da sie ihn nicht liebte, schmerzte sie seine Lässigkeit nicht nnd sie grübelte der Ursache nicht nach. Er ist eben stark beschäftigt, entschuldigte sie ihren Mann, wenn die Tante über seine seltenen Nachrichten klagte. Eines Tages klopfte eine fremde Hand an die Tür der jungen Strohwitwe. Der junge Dr. phil. Waldern war es. Derselbe war in Majas Wohnort beheimatet, war in Italien gewesen und brachte Grüße von Hardenberg. Er war um mehr als zehn Jahre jünger als dieser und besaß die Gabe, seine Zuhörer sowohl durch seine Erzählungskunst zn fesseln, wie auch iu ihnen neue Gedanken anzuregen und sie znm Blandern zu bringen. Es geschah, daß die sonst so schweigsame junge Frau lebhaft uud ge-sprächig wurde. Sie hatte heiße Wangen, als der Gast sich zum Abschied erhob. „Wie geht eS meinem Manu, wie lebt er? holte sie die versäumte Frage nach. Die Stirn des Doktors särbte sich. „Italien ist schön, gnädige Frau, wenn man das übersieht, was in dem gelobten Lande nicht schön ist. Hardcn-berg versteht das. Er ist nicht allein ein großer Künstler in seinem Beruf, er ist auch ein Lebens-künstlet. Wie die Tage so.golden verfliege», Wie die Nacht sich so selig verträumt..... Nummer 60 Politische Rundschau. Inland. Das deutsche Kaiserpaar in Wien. Heute verlautet auS unterrichteter Quelle, daß nicht nur Kaiser Wilhelm, sondern auch die deutsche Kaiserin zur Beglückwünschung des Kaisers Franz Josef im September d. I. nach Wien kommen. Verteilung einer deutschen Uebersetzung der Borromäus-Enzyklika in Wien. Trotz der Erklärung der Kurie, daß die Borro-mSuS-Enzyklika nicht in Oesterreich veröffentlicht werde, ist sie vergangenen Sonntag vor der Stephans-kirche in einem Abdrucke des „Bonifatiusblattes" in deutscher Uebersetzuug von dem bekannten Pater Grasen Galen verteilt worden. Anschließend an die Uebersetzung der Enzyklika ist in diesem Blatte auch ein Artikel enthalten, der die schwersten Beschim< psnngen der protestantischen Kirche und ihre Anhänger enthält. Die Geistlichkeit redet sich damit heraus, daß tatsächlich nicht von der Kanzel herab die En-zyklika verkündet wurde, nnd bezeichnet die Veröffentlichung durch das „Bonifatinsblatt" als eine private Sache (?!). Tretzdcm hat weder die Staats-anwaltschaft das „BonisatiuSblatt" beschlagnahmt, noch hat die Polizei die unerlaubte Kolportage dieses Hetzblattes verboten, warum, weil Graf Galen.^der persönlich die Verteilung des Blattes vor der Sie-phanskirche leitete, Beziehungen zum Thronfolger unterhält. Dr. Schlindra gegen Masaryk. „Slovenec" erwidert in seiner Nummer vom 26. ds. auf die Ausführungen des tschechischen Abg. Prosessor Dr. Masaryk und erklärt, daß die süd-üawischen Forderunzen viel reifer seien als alle Phantastereien eines Masaryk. Eine Trennung der Südslawen von den Tschechen wäre der Regierung nur angenehm, da sie so ihr -„slaweuseindliches" System weiter auf,echt erhalten könnte. Die tschechischen Abgeordneten seien aber keine Neulinge und Anfänger, daher weide sich der Einfluß der Regierung nur bei Masaryk zeigen. Die slawische Eintracht werde durch einen Masaryk ^ nicht in die Brüche gehen. Eine neue windische Partei. Die jüngeren Mitglieder der sloweniichliberalen Partei gründeten einen neuen politischen Verein, dessen Obmann der RechtSanwalt Dr. Scherja» ist. Der Verein lichtet sich gegen Dr. Tavcar. Don der slowenifch-christlichsozialen Parteiorganisation. In der in Laibach abgehaltenen Haupwersamm-luug des Slowenisch - Christlichsozialen Verbandes hielt Abg. Dr. Korosec eine Rede, in der er an-kündigte, daß die Umwandlung des Verbandes in eine „ große" katholische, politische Organisation be- Diese Worte Hayses finden auch in HardenbergS Brust ein Echo." Und als habe er bereits mehr gesagt, als er gewollt, ging der Sprecher rasch aus ein anderes Thema über. „Ich werde Ihr Hausgenosse werden, gnädige Frau," sagte er lachelud. „Ich habe die Wohnung unter Ihnen, die ja frei stand, gemietet; es war zu verlockend, nur eine einzelne Dame über mir wohnen zu wissen; ich schreibe nämlich ein wiffeu-schastlicheS Werk, und dazu ist Ruhe im Hause unschätzbar." Frau Maja bewies sich denn auch tatsächlich als eine Mitbewohnerin, wie der Doktor sie i«ch nicht besser wünschen konnte. Ihr ruhiges Walten hätte auch den Empfindsamsten nicht gestört. Trotz-dem geschah es, daß der junge Gelehrte, wenn er am Schreibtisch saß. ausblickte, sobald ihr lichter Schritt über ihm erscholl, und daß er lauschend den Kops hob. Auch kam es vor, daß er die Feder sinken ließ und vor sich hintränmte — mit ge-schlosseneu Äugen. So konnte er besser ihr Bild, wie es ihm vor der Seele stand, festhalten: die mädchenhaft schlanke Gestalt, das holde Antlitz, mit dem keuschen Zauber um den kleinen roten Mund —. Wie besinnend fuhr der Träumer sich dann wohl über die Stirne. Seine Gedanken irrten zu den Gefilden Italiens und dann mur-melte er etwa» und lachte zornig aus dazu; eS Nummer 60 tlfttfsdic Wacht Seite 3 Vorsicht, die ähnliche Ziele verfolge» werde, wie der Volttverein für das katholische Deutschland. Die slowenisch.christlichsoziale VereinStätigkeit habe in den 380 „BildungSvtreinen" einen für die politische und soziale Arbeit geschulten Nachwuchs herangebildet, so daß dessen Einführung in da» politische Leben geboten sei, um die Reihen der „politischen Streiter" — soll heißen: Deutschen Hetzer — zn vermehren. Die Tschechen gegen Dr. Sustersic. Abg. Masaryk veröffentlicht in seinem Blatte eine Erörterung der politischen Laae, in der er u. a. sagt: DaS, was die Slawische Union bis jetzt gemacht hat, war keine Politik, geschweige eine tsche-chische oder gar eine slawische Politik. Die Politik und Taktik der tschechischen Abgeordneten hat in den letzten zwei Jahren der Führer der Slowenisch, klerikalen kommandiert nnd bei aller Sympathie für die gemeinsame Arbeit glauben wir, daß der aus-schließliche Einfluß Dr. Sustersic' der tschechischen Politik nicht dient. Trotz der Verstärkung dnrch die Stimmen der Südslawen ist der Einfluß der Tschechen auf Null herabgesnnken nnd besonders die tschechische Frage wurde Heuer durch dieses Bündnis zurück-gedrängt, wenn nicht direkt geschädigt. Die Führer-schast Sustersic hat die tschechischen Parteien noch mehr entzweit, als sie es schon von Ha»S aus sind. Die tschechische Frage ist wahrlich verwickelt genug, als daß sie noch den Ballast meist unreifer und nn-fertiger südslawischer Fordernngen ertragen könnte. Wie im Herbste vorzugehen ist, müssen wir selbst-ständig entscheiden, ohne fremden Einfluß, auch ohne fremden slawischen Einfluß. Ausland. Zunehmende Vandenbewegung. Angesichts der im Zunehmen begriffenen Banden-bildung im Wilajet Monastir soll in den nächsten Tagen auch dort der Ausnahmszustand proklamiert und die Entwaffnung der Bevölkerung durchgeführt werden. Eine An ahl neuer Bande» wurde ausge-rüstet und hält sich im Gebirge bereit, ihre Tätig-feit zu beginnen. Auo Stadt und Land. Ernennungen im Finanzdienst. Die k. k. Finanzlandesdirektion für Stciermark hat ernannt : Die Steneroffiziale Anton Pichl, Johann Schaller, Johann Friedl, Franz Albegger, Gustav Dicz, Otto Smekal und Maximilian Viktor Mayer zn Steuerverwaltcr» in der 9. RangSklasse, die Steueraffistenten Max Zwirn, AlsonS Zwierzina Martin Trnetsch, Wilhelm Cerwenka und Eduard Freiherr v. Grutschreiber zu Steueroffizialen in der zehnten RangSklasse, und den Oberjäger Franz Demzik des Feldjägerbataillons Nr. 16, den Fcner-werker Franz Rabitsch des ArtilleriezeugSdepotS in Graz und den RechnungSunteroffizier 1. Klaffe Joses Wiederwohl deS Infanterieregimentes Ritter v. Milde Nr. 17 zu Steneraffistenten in der 11. Rangsklasse. Ernennung im Postverkehrsdienste. Die Post- und Telegraphendirektion hat die An-Wärterin Franziska Cretnik zur Postossiziantin der zweiten DienstalterSklaffe für Trisail 1 ernannt. Aenderungen am Telephonnetze. Infolge des verstärkten TelephondiensteS beim Stadt-amte wurde für die städtische Sicherheitswache eine neue Telephonnnmmer eröffnet und zwar die Nummer 100 mit den Unterstellen Schlachthaus 100 a und Feuermeldestelle am Nikolaiberge 100 b. Das Sladtaint behält die Nummer 2 bei mit der Nebenstelle 2 a Bürgermeisteramt. Berichtigung. Im Sinne des § 19 Pr.'G. ersuche ich nm Ausnahme nachstehender Be-richtignng. In Nr. 58 vom 20. Jnli d I. finde ich in Ihrem geschätzten Blatte nnter der Spitz-marke „Mit dem Messer" eine Notiz, in der es heißt, am 16. d. M. gegen Mitternacht entstand in dein Gasthanse Stopper in der Herrengasie 14 zwischen dem Holzschneiderssohn Franz Lehnhart ans Melag bei (5illi usw. eilt Streit. Dies ist unwahr. Wahr vielmehr ist, daß in meinem Gasthause zwischen den erwähnten Gäste» kein Streit entstand, sondern derselbe ans der Straße begann und dort sein Ende sai.d. Achtnngsvoll Karl Stopper, Gastwirt, CiLi, Herren-gasse 14. Hiezu bemerken wir nur, daß nach den von »ms gepflogenen Erhebungen der Streit tat-sächlich im Gasthanie begann. Freie Lehrstelle. An der zweiklasiigen, in der ziveiten Ortsklasse stehenden Volksschule in Heiligengeist in der KoloS kommt eine Dberlehrer-stelle zur definitiven Besetzung. Bewerber haben ihre Gesuche bis 20. August 1910 an den OrtSschnlrat in Heiligengeist in der KoloS, Post Pettau, einzu-senden. Nachzuweisen ist die Kenntnis beider Landessprache». Eine Trutzversammlung der slowe-nischen Lehrer Steiermarks. Als Anlwort an» die großartige Tagung des Deutschösterreichischen Lehrerbundes hat der Hanplvereiu der slowenischen Lehrer und Lehrerinnen Steiermarks für die Tage des 6. bis 8. August dieses Jahres »ach Riidolfs-wert eine Hauptversammlung einberufen. Südmark - Mitteilungen. Die unter 70.000 Lesern kreisenden Südmark-Mitteilnngeir sind diesmal als Doppelhest von 60 Seite» erschienen. Aus dem Inhalte der Juli- und August-Folge sei nur genannt: ein urkundlicher Bericht über die ver> traulichen achtstündigen Verhandlungen der 21. Hanpt-Versammlung in Linz, welche sich mit der Besiedelnng nnd der Gewerbesördernng beschäftigten; eine Zu-sammensassnng aller Strömungen, welche im letzten Jahre die völkische Bewegung berührt oder beeinflußt habe», von I. A. Hojer; eine Darstell,ing deS Linzer war gut, daß die Worte und das Lachen keine Zu-Hörer hatten. Es war dem Doktor nicht zn verargern, daß er nach deS TageS Last und Mühen ein Erholungs-stündchen bei Frau Maja verbrachte. Diese, an des Gatten laute, ja lärmende Art gewöhnt, die ein» schüchternd auf sie gewirkt hatte, überkam in der Nähe deS Doktors, uuter seinem von sittlichem Ernst getragenen Wesen ein süßes Gefühl von Ge-borg«,fein. Er war der Freund ihres Gatten, warum sollte er nicht seine einsamen Abende bei ihr verleben dürfen? Daß sie diese Abende herbei-sehnte, ja daß sie jetzt dahinlebte mit einem heim-lichen Glücksempfinden, kam ihr kaum zum klaren Bewußtsein. Aber sie wünschte, daß eS immer so bleiben möchte, wen» beim Schein der rosa ver-schleierten Lampe des Doktors Stimme zu ihr drang. Er las ihr den „Wallenstein" vor. DaS Haupt über die Stickerei in ihrer Hand geneigt, war es ihr, als ginge von dem Bortrag ein Zauber aus sie aus. War es die Schönheit der Sprache, war es die Leidenschaftlichkeit Theklas, die aus sie überging? Ein nie gekanntes süßes Feuer durch-strömte sie, wenn seine Stimme zu ihr klang: „WaS ist das Leben ohne Liebesglanz? Ich wers eS hin, da sein Gehalt entschwunden." Der Doktor und seine ZuHörerin fühlte» die Gefahr nahen; aber sie vermochten nicht zu wider-stehen, und darin lag ihre Schuld. Mitten hinein in dieses Glück ohne Namen traf die Nachricht von Hardenbergs Tode. Eine Herzlähmung hatte nach kurzer Krankheit ihn dahin- gerafft. Die Nachricht riß Maja aus ihrem heim-lichen Glücksrausch. DaS Erwachen folgte. Der Tot» ihres Mannes erschütterte sie, wie uns das Hinscheiden eines Menschen erschüttert, der in der Blüte der Jahre stirbt. Dieses reiche, vollpulsierende Leben plötzlich ausgelöscht — sie vermochte es kaum zu glauben. Dann aber kam anderes — die Ge-wiffensqual. Ihre übertrieben sensitive Natnr sah in Hardenbergs Tod ein Gottesgericht. Sie litt unter den Selbstvorwürsen unsäglich. Auch Doktor Waldner brachte der Heimgang des Künstlers einen ehrlichen Schrecken. Er dachte zu ehrenhaft, um daran Wünsche zu knüpfen. Was er für Maja empfand, hatte er, nach seiner Hunt},, wohl verborgen, solange die Hardenbergs Galt», war. Ihre Trauer um den Gatte,., gleich-viel ob sie tief oder weniger tief ging, respektierte er. Viel später erst näherte er sich ihr wieder und gestand ihr endlich seine Liebe. „Haben Sie Geduld mit mir, Kurt." sagte sie unter Träne», „ich muß erst en Panls Grabe buchten, seine Vergebung erflehen, bevor ich mir mein Glück anfbane. Noch aber fühle ich nicht die Seelenkraft dazu." Doktor Waldner ging aus Reisen. Wieder ver-ging die Zeit, bis endlich ein Brief des Gelehrten MajaS Schwanken ein Ziel setzte und sie zum Han-dein trieb. Der Doktor hatte geschrieben: „Wenn die Schwalben heimwärts ziehen, kehre auch ich, müder Wandervogel, in die Hei-mat zurück. Maja, ich lege es Ihnen ans Herz, wenn «,e mich lieben, wie Sie doch sagten, da- Prozesses ans Grund der ämtlichen Akten. Ein weiterer Aussatz macht aus die Wichtigkeit einer in Bildung begriffenen Hauptstelle für Arbeit»- und KrbeUer Beschaffung aufmerksam. Erwähnt sei auch eme dichterische Huldigung für das Sudmark-Annerl. die über 1000 Kronen Gastgelder gesammelt und abgeführt hat. Eine neu eröffnete Werbeecke berichtet über die begonnene Arbeit zur Erreichung der völki-schen Hunderttansendschast. In die rege Arbeit der 1 Ortsgruppen kann man gleichfalls Einblick nehmen. Eine Menge kleiner Nachrichten über tsche-chische. ivmdische, welsche und römische Vorstöße Nachrichten über undeutsche Geschäftskniffe n. dgl. bereichern den Aiihang. Wer sich über die völkische Bewegung der Alpenländer unterrichten will der lese und beziehe diese Blätter; sie kosten bei reichem Inhalte und Umfange bloß 2 Kronen jährlich. Probehefte kostenlos. Ein deutscher Wahlsteg. Am 21. Juli wurde im Gemeindehanse von Reisnigg am Bachern die GemeindeanSschnßwahl aus allen drei Wahl» körpern vorgenommen. Infolge der eifrigen Wahlagitation beteiligten sich sast alle Wähler an der Wahl; diese endete mit einer vollständigen Nieder-läge der fremden .Petzer. Die Deutschen Mahren. bergS haben an die neue Gemeindevertretung von Reisnigg folgende Beglückwünfchnngsdrahtung abgewandt : „Der nenen Gemeindevertretung samt ihrem alten Bürgermeister zum gestrigen Wahltage Glückwunsch nnd Heil! Nicht zum gegenseitigen Aussreffe» hat n»S das Geschick aus unsere Väter« schölle gestellt, sondern zu gemeinsamer, wirtschast-licher und kultureller Arbeit. Die fremden Hetzer fetzt man mit Recht vor die Türe!" Der neue Generaldirektor der Süd-bahn. Wie in den Kreisen des Eisenbahnmini-stenums verlautet, dürste der Sektionsches dieses Min.stennms, Dr. August Ritter von Weeber, aus diesem Amte scheiden nnd schon in der nächsten Zeit zum Generaldirektor der Südbahn ernannt werden. In Sektionsches Weeber erhält die Süd-bahn einen Generaldirektor, der seine Karriere von Anbeginn ausschließlich im Eisenbahnwesen zurück-gelegt hat. Er steht im Anfang der fünfziger Jahr«. Er war noch nuter Wittek, dem ehemaligen Eisenbahnminister, uud Wrba, dem jetzigen Eisen-bahnminister. ,n der Eisenbahnsektion des Handels-Ministeriums. I» jetziger-Eigenschaft als Vorstand der ersten Sektion des Eisenbahn Ministeriums, die unter anderem auch das Departement für die stnan-zicllen Angelegenheiten des Eisenbahnwesens umsaht nahm Weeber an den letzten Verhandlungen der Regierung mit der Südbahn teil. Desgleichen wnrde er den Besprechungen zugezogen, die kürzlich im Finanzministerium in Anwesenheit des Finanz-minister« nnd des Eisenbahnministers mit dem Senator Laeombe über die Südbahnfrage abze-halten wurden. Auch das Sanierungsprogramm das kürzlich mitgeteilt wurde, hat Weeber aus-gearbeitet. für zu sorgen, daß der müde Vogel fein Nest findet.« Die junge Frau fuhr aus ihren Grübeleien auf — sie stand inmitten der Gräberreihen. Törin die sie war, hierher zu kommen, ohne Führer; wie nur wollte sie, die Fremde, sich hier zurecht finden? Das Jauchzen einer Kinderstimme klana plötz-luh an ihr Ohr. Ein Laut, so traut in diesem Reich, wo sonst nur Tränen heißen Schmerzes rmnen. Suchend hob die junge Frau den Blick; dann blieb er wie gebanntaneinemGrabeunweit hängen. »Unter Lorbeer» schlummert der große Künst-ler," hatte der Bericht eines Freundes Hardenbergs an seine Witwe gelantet, als man den zu ftüh Geschiedenen zur letzten Rnhe in Italiens Erde ae-bettet hatte. Ö Ganz von Lorbeeren überdeckt lag das Grab dort vor ihr dar. Eine lebensgroße Psyche aus Marmor bildete den Grabstein. Die Figur war ein Meisterwerk. Den Blick empor gerichtet,' hielt sie in der hocherhobene» Rechten ein Lorbeerreis. Majas Herz pochte laut; sie wußte es, auch ohne daß sie den Namen des ewigen SchläserS gelesen hatte, wer hier ruhte. Doch — wa» war das? Ans dem Grabe stand inmitten des Lorbeer», so daß seine Blätter die zarte Gestalt umschwankten' ein Bnbe von kaum drei Jahren. Blonde Locken umwallten das bildhübsche Gesichtchen, ans dem Zwei schwarze Augen brennend hervorschauten. In der kleinen Faust eine brennende Kerze, mühte sich der Junge, nnter Frendenlallen, die Kerze an dem Grabhügel zu befestigen. Seite 4 Deutsche Wacht Verlegung der Forstaufstchtsstation Montpreis. Das Ackerbanministerium hat die Verlegung der ärarischen FvrstaufsichtSstation Mont-preis, beziehungsweise Drachenburg (pol. Bezirk Rann) nach Lichtenwald angeordnet. Der Vorstand dieser AufsichtSstation, Herr k. k. Forstrat Erncst Ehrlich, ist bereits nach seinem neuem Dien störte abgegangen. Ein slowenischer Kindergarten in Windifch-Feistritz. Aus Windisch-Feistritz wird geschrieben: Die Gründung eines slowenischen Kin-dergartens wurde nun durch den Saus der Spähn-schen Besitzung in der Schulgaffe 84 verwirklicht. ES wird Pflicht aller deutschen Kreise sein, gegen dieses slowenische Bollwerk entschieden Stellung zu nehmen, damit der deutsche Charakter unseres Städtchens für heute und immerdar gewahrt bleibt. Große Messerstecherei. Heute srüh um 1 Uhr entstand in Weixeldorf bei Cilli eine schau-derhaste Messerstecherei, wobei der Besitzerssohn Joses I a v o r n i k aus Kojusko bei St. Marti» im Rosental vom BesitzerSsohne Michael Doklcr auS Weixeldors durch einen Messerstich am Halse derart verletzt wurde, daß er sofort starb. Es verlautet, daß ihm der Hals vollkommen abgeschnitten worden sei. Auch ein Landwehrinsanterist wurde schwer verletzt. Der Täter if* bereits verhaftet. Brand. Am 22. Juli l. I. um 2 Uhr uach-mittag entstand im Wohngebäude des in Stopce. Gemeinde Umgebung St. Georgen a. d. S.-B. an-säßiaen Besitzers Anton Kozelj ein großes Feuer, welches auch aus das Wirtschaftsgebäude übergriff und beide Objekte vollkommen einäscherte. Anton Kozelj erleidet einen Schade» von ungefähr 1500 Kronen, welcher durch die Versicherung nur teil-weise gedeckt ist. Da zur Zeit des Brande» alle Hausbewohner abwesend waren, dürste der Brand gelegt worden sein. Der Verdacht lenkt sich auf den in Stopce wohnhaften schwachsinnigen Besitzer Michael Cmok, da ihn die Besitzerin Agnes Kozelj eiligst von der Brandstätte davonlaufe» sah. Die gerichtlichen Erhebungen wurden bereits eingeleitet. Eine Bürgerschule für Pettau. Die Erhebungen, die aus Grund des von den Abgeord-»Uten Ornig, Wastian und Genossen im Landtage gestellten Antrages znr Errichtnng einer Bürger-schule in Pettau durch die LandeSschulbehörde ge-pflogen wurden, haben ergeben, daß alljährlich eine Anzahl von über hundert Schülern der 5. Volks-schulklaffe gezwungen sind, entweder in dieser Klaffe ihr 14. Lebensjahr abzuwarten oder ' wenn sie weiterlernen wolle», eine andere Stadt aufzusuchen, in der eine Bürgerschule besteht. Pettau ist die einzige Stadt Unter steiermarks ohne Bürgerschule. Das ausgesprochene Bedürfnis hiezu und der drin-gende Wunsch aller beteiligten Kreise dürfte nun zum Ziele führe». Die teure Messe. Der Kaplan Franz Lo-vrenko in St. Margarethen unter Pettau, welcher nunmehr nach Großsonntag versetzt wurde, hatte in Erfahrung gebracht, daß eine Besitzerin etwas er-sparleS Geld habe, weshalb er von ihr 300 Kronen für das Lesen einer Meffe verlangte. In ihrer Ein-fält gab sie dem Kaplan daS Geld. Als dieser jedoch erfnhr, daß die Bäuerin noch mehr Geld habe, ver-langte er von ihr das Sparkassebüchel zur Behebung von Zinsen, wofür er noch mehrere Messen lesen würde. Die Frau saß ihm wieder auf und gab ihm auch daS Sparkaffebnch. Der Kaplan begnügte sich jedoch nicht mit den Zinsen, sondern behob da« ganze Kapital von tausend Krone». Kurze Zeit darauf wurde er nach Großsonntag versetzt. Die Bäuerin, mittlerweile aufgeklärt, verlangte ihr Geld, bekam jedoch nicht einmal eine An'wort, worauf sie den Klageweg betrat. Die Verhandlung fand in Friedau statt und wnrde der saubere Kaplan zur Rückzahlung des Betrages und 300 Kronen Zinsen verurteilt. Es sragl sich jetzt nur, was die StaalSanwaltschaft zu dem Vorgehen dieses Kaplans sagen wird! — ES ist ei» Stück angewandter Liguorimoral, welche sich da vor unseren Augen entrollt nnd die schon von vielen AmtSgenoffen des KaplanS als „probabel" erkannt wnrde! Hochwürdige Wahlagitation am Lande. Aus St. Veit bei Pettan wird berichtet: In der Gemeinde Pobresch bei Pettau finden am 25. und 26. Juli die heurigen GemeindeauSschußwahlen statt. Unsere Geistlichkeit kümmert sich riesig um diese Wahl. Einer von den Herren Geistliche» ließ durch einen Koloser Fuhrmann zehn Vollmachten sür die Gemeindeansschußwahl ausfüllen zu lassen; natürlich erwartet er den Sieg. Ueber den Borgang wie Ansgang der Wahlen folgt ein weiterer Bericht. Wegabsperrungen. Die wiederholten Klagen über willkürliche Wegabsperrungen von Touristenwegtn haben den Landesverband für Fremdenverkehr in Steiermark veranlaßt, an die Statthalterei und den LandeSanSschnß die Bitte zu. richten, eS mögen alle Gemein devorstehnnge» im Lande anfgefordert werden, die bestehenden Rechts-wege, die nicht grnndbücherlich verzeichnet erscheinen, zn erheben, deren grnndbücherliche Sicherung zu veranlassen und dafür Sorge zu trage», day all-gemein zugängliche Rechtswege in Älpeugegeuden, die für den Fremden- und Touristenverkehr in Betracht kommen, erhalten bleiben. Auch wurde gebeten, dem Landesverband? für Fremde .wer kehr ein Verzeichnis aller Rechtswege zur Verfügung zn stellen, damit er in die Lage versetzt wird, in jedem einzelnen Beschwerdefallt sofort Schritte unternehmen zu können. Internationale Ausstellung von Neu-heiten und Patenten der Eisen- und Maschinenindustrie. Budapest 1911. Der „LandeSverein ungarischer Eisenwarenhändler" ver-anstaltet im Mai uud Juni 1911 in Budapest im Jndnstriepalast eine Internationale AnSstellnng von Neuheiten und Patenten der Eiscn- uud Maschinen-indnstrie. AusstelluugSbüro: Budapest, VI, Gvar »leza 38. Jetzt war dem kleinen Man» sei» Werk ge-luugen. Es war ein erschütternder Anblick. Der Junge, der frohlockend in die Händchen schlug, die hellstrahlende Kerze über dem dunklen Laub; die weiße EngelSstatue, die ge» Himmel wies, und aus den Wipfeln der Zypressen ein letzter verglimmender Abendrotschein. . . . Panl Kardenberg. Schwankend beleuchtete da» Licht der Kerze die Grabschrift. Wie ein Griff in» Herz packte e» Maja. Wa» der Lebende nicht in ihr zu regen vermocht, sein Grab, das stille, tote, vermochte eS. Sie weinte; der dort nuten schlief, war ihr Gatte gewesen, er halte sie auf seine Art geliebt und noch über den Tod hinaus für sie gesorgt —. WaS sie hierher geführt war vergessen vor der Majestät des Augenblicks. . . . Eine kleine, warme Hand berührte plötzlich die Weinende. Aufblickend sah sie in zwei erstaunt auf sie gerichtete Kinderaugen. Nun erst erinnerte sie sich wieder de» kleinen Grabbesuchers und ihrer an-sanglichen Verwunderung darüber. „Wie heißt Du?" fragte sie in gebrochenem Italienisch. „Paolo." „Und weshalb hast Du Deine Kerze gerade ans diesem Grabe befestigt, Paolo ?" Der Kleine sah nachdenklich darein. Ueber seine runden Wange» rollte plötzlich eine blanke Träne. „Papa tot," erklärte er ernsthaft. „Papa liegt in dem Grabe hier." In Majas Gesicht ging eine Veränderung vor. Ihre Hand umklammerte das Grabgitter; es war ihr, als bedürfe sie plötzlich eines Halles. ..Wer sagt das?' brachte sie hervor. Der Klinge sann nach. „Großmutter", sagte er dann wichtig. Im nächsten Augenblick stieß er einen Frendenlans a»S und lief, das Tränchen hastig fortwischend, mit ausgebreiteten Armen auf eine ältliche Fran zn. Sie gehörte dem Volke an, wie Miene nnd Kleidung verrieten. Maja Hardenberg regte sich nicht. Sie vernahm wie die Frau mit dem Knaben herankahm, nnd sie sah die Kerze am Grabe aufflackern und dann er-löschen. So schnell erlöschen wie das Gefühl. daS eben noch in ihr ausgewallt war. Sie hätte fliehen mögen von der Stätte hier und vor der Alten und dem. was kommen würde. „Die Signore ist wohl auch eine Deutsche, wie der vornehme Herr, den sie hier begraben habe»? fragte eine Stimnie. Die jnnge Frau wandte der Italienerin ihr erblaßtes Antlitz zn und nickte. „Kanntet Ihr den Denlschen, gnte Fran?" fragte sie, bemüht, ihrer Stimme, die versagen wollte, Festigkeit zu geben. Die Alte richtete den brennenden Blick auf die Fragende. „Wie sollte ich nicht, Siznora. der Deut-sche war ja der Vater meines Enkels, des Paolo." Und hinter der vorgehaltenen Hand fnhr sie flüsternd fort: „Er hatte sie gemalt, die Mariette; er war ja ei» großer Künstler. Und da---. Sie nannten sie die schöne Marietta; sie war mein Neu-Lourdes. Vor einiger Zeit kamen auS Südfrankreich ausgewiesene Karthäusermönche nach Unterkrain und brachten eine Marienstatue mit, die angeblich dieselben Wunder wie jene von Lourde» wirke. Unter Mitwirkung der einheimischen Geist-lichkeit wurde die Statue in feierlicher Prozession zum Kloster Nakovuik bei St. Andrä getragen und daselbst im Freien über einer Quelle aufgestellt. In die Quelle wurde echtes Lonrdeswaffer geschüttet und der Platz um die Statue sür eine größere Freque.iz hergerichtet. Alsbald verbreitete sich da» Gerücht vou zahlreiche» Wundern, dir in „Neu-Lourdes" geschehen und zahlreiche Wallfahrten wurden veranstaltet. Als nun vor kurzer Zeit ein geistesgestörtes Individuum sich au der Marienstatue vergriff, wurde es von der fanatisierten Bevölkerung beinahe zutode mißhandelt. Dies und die Tatsache, daß der Pfarrer von Rakovnik, LeSjak, wiederholt Anzeigen wege» Unregelmäßigkeiten, die sich die Verwalter des Gnadenvermögens zuschulden komnien lassen, erstattete, veranlaßte die Behörden, einzu-schreiten, die w»«dectätige Statue beseitigen uud deu aufblühenden Wallfahrtsort sperren zu lassen. Die Weltmeisterschast im Turnen! Die ..Dentschöstcrreichische Tnrnzeitnng" schreibt: .Die tschechischen Sokol» verstehen eS. sich in Szene zu setzen. In Tagesblättern wnrde dieser Tage der stauiienden Mitwelt die Kunde zuteil, daß die tschechische» Sokoln bei einer internationalen Sport-Veranstaltung in London den ersten Preis, einen silbernen Schild, somit die Weltmeisterschaft im Turne» (!) errangen. Den zweiten Preis erreichte eine französische Mannschaft, den dritten eine eng-lische. Deutsche Turner waren offenbar, oder sagen wir selbstverständlich, nicht dabei. Den Sieg der Tschechen werden wir erst richtig einschätzen können, wenn die Berichte der ausländischen Fachblätter vorliege». Eitel Jubel herrscht aber über diesen Sieg im Tschechenvolke. Die Prager Stadtver-tretung empfing die heimkehrenden Sieger am Bahn-Hose. Im Triuniphzuge wurden sie zum Altstädter Rathause geleitet, das sestlich geschmückt und be-leuchtet war. Hier begrüßte sie der Prager Bürger-meister, der den silbernen Schild in die sichere Ob-Hut der Gemeinde übernahm usw. Slowenische Kinder in Belgrad. Wie aus Belgrad gemeldet wird, wnrde zwischen Belgrad und Laibach vereinbart, Schulkinder über die Ferien auszutauschen, so daß viele slowenische Kinder die Ferien in Belgrad nnd serbische Kinder in Laibach zubringe» werden. Trauriges Los eines ehemaligen französischen Fremdenlegionärs. AnsJuden-bürg wird mitgeteilt: Ein städtischer Sicherheits-Wachmann bemerkte dieser Tage vor einem Gaslhause in der Murvorstadt eine» Mann, der aus dem Boden lag und sich in epileptischen Krümpfen wand. Der Kranke wurde zur Polizei gebracht. Er gab dort an, durch nahezu fünf Jahre bei der französi-sche» Fremdenlegion in Afrika gedient zu haben. Er sei ein Schniied »nd wäre in der Schlveiz von einem einziges Kind. Sie war nicht schlecht, die Marietta, sie hat ihn nur zu sehr geliebt, den Deutschen, zu sehr. ... Als er so plötzlich starb, erblickte Paolo zu früh das Licht der Welt. Sie hat ihren Fehl-tritt mit ihrem Leben bezahlt, die Marietta. Aber sie wollte es garnicht anders. „Mutter," waren ihre letzten Worte, ..es ist gut, daß ich gehe. Wa« sollte ich ohne ihn noch aus der Welt?" Die Alte schwieg »nd suhr sich über die Augen. Der Knabe haschte jauchzend nach einem Falter, der vorübergaukelte. DaS Abendrot war er» loschen. Ein leises Rauschen ging durch die Wipfel der Bäume. ..Die Signora sieht blaß aus," bemerkte jetzt die Alte, indes sie verstohlen zu der noch immer regungslos verharrenden Dentschen hinäugte. „DaS macht die Friedhofsluft," fuhr si- fort, „die kann manch einer nicht vertragen." Maja Hardenberg schaute über die rauschenden Baumwipsel hinweg in die nebeldustige Ferne. Ihre Seele rang fertig zu werden mit der Erkenntnis, die sie erlebt, sie begreife» zu lerne», die Nachtseiten des Lebens, seine Leidenschaften, die süß dünken nur jenen, die ihnen unterliegen. „Ausgeglichene Schuld", kam eS unhörbar über MajaS Lippen. Ueber Raum und Zeit hinweg grüßten ihre Gedanken den geliebten fernen Mann, dem sie das Nest bereit halten wollte, wenn er heimkam. N-rrorCT 60 Deutsche Macht Seite b Agenten der Fremdenlegion beranscht und ange-worden worden. Man versprach dem Manne eine jäljtlidje Löhnung von 1000 Franken. Unter vielen Entbehrungen habe er dann gedient und sei schließlich bei einem Kampfe mit den Kabylen durch ein Schleudergeschoß am Kopse und durch einen Schuß ins rechte Schulterblatt schwer verletzt worden. Durch Vermittlung des österreichischen Vertreters sei er dann »och im bewußtlosen Zustande nach Trieft überführt worden. Der rechte Arm ist vollkommen gelähmt und die Hand verkrüppelt. Die schwere Verletzung mit dem Schleudergeschoß dürfte die Ur-sache seiner jetzigen Fallsucht sein. Der ehemalige Fremdenleglonär ist ein Steirer und stammt aits Gt. Martin im Bezirke Cilli. Er war durch eiuige Zeit im Allgemeinen Krankenhause iu Gra; in Pflege. Zu die Heimat will er nicht gehen, weil er dort als Deutscher keine gute Aufnahme fände. Jetzt will der ehemalige Legionär »ach Frankreich wandern uud dort irgend eine Versorgung auf Grund seiner Verwundung für französische Interessen anstreben. In Judenburg wurde der Mann, nachdem ihm ein Geschenk verabreicht worden ivar, entlassen. NvoJI k mvoJIui. Gestern kamen mit zwei Zügen eine Menge Wallfahrer — meist Weiber — an« Streun aus dem Rückwege in Cilli au. Mehrere derselben wollten bei einem hiesigen Kaufmann Einkäufe besorgen; der sie als Reife-marschall und geistlicher Berater und Tröster be-gleitende Kaplan Goriiar hielt sie aber mit den Worte»: „Kauset nicht bei einem solchen Dentsch-tümler ei»", zurück. Gehorsam folgten aber die frommen Pilgerinnen den geweihten Rockschößen des Herrn Kaplans und besorgten die Einkäufe in dem Geschäfte, auf daS der Finger des göttliche» Hirte» hinwies. Wir frage» die Behörden, ob dies auch zn den Seelsorgepflichten eines KaplaneS gehört. Gegen die Gendarmen. Der übelberüch-tigte Vagant Johann Kralj erschien am Abende des 2. Juli d. I. wieder einmal in Store bei Cilli und belästigte im Lokoschek'ichen Gasthause die Gäste mit allerlei Ziidringlichititen. bettelte sie um Geld und Zigaretten an »nd geriet schließlich mit ihnen noch in einen Streit, so daß die Gendarmerie zu Hilfe gerufen iverden mußte. Wie zudringlich Kralj war, erhellt aus dem Umstände, daß er dem Franz Hrastnigg, der ihm schon lO Heller gegeben hatte, noch in die Taschen griff, um zu stchleu. Der Aufforderung des Gendarmerie-Postenführers A!ois Fersch folgte Kralj ansang« anstandslos in die Geudarmeriekaserne, benahm sich -jedoch über alle Maße» frech. Als der Gendarm ihm unterwegs m:t der Waffe nahe kam, griff Kralj nach dem Gewehre und wurde nur durch das Dazwischen-treten eine« zur Unterstützung herbeigerufenen Ar» beiters au wirklichen Gewalttaten verhindert. Als dann anch noch ein zweiter Gendarm hinzukam, be-schimpjie er auch diese» 'uud wollte sich nicht ab« führen laffen. Er stieß mit aller Gewalt gegen die Gendarmen und deren Assistenz, so daß beim An-legen der Fesseln der eine Gendarm an der rechten Hand leicht verletzt wnrde. Johann Kralj. welcher sich mit Trunkenheit nnd Aufregung entschuldigt, wurde am 23. d. M. vom Erkenntnissenate unter dem Borsitze deS LandesgerichtrateS Wenedikter zn acht Monaten sAwren Kerker* verurteilt, verschärft mit einer Faste monatlich. Große Messerstecherei. Sonntag abends fand in Weixeldorf bei Hochenegg eine große Messer-stecherei statt, bei welcher der BesitzerSsoyn Josef Javornik derart verletzt wurde, daß er feinen Ber-letzunge» sofort erlag. Der Borfall trug sich folgendermaßen zu. Am 24. Juli l. I. sand im Gasthause de« Binzenz Wizjak in Weixeldorf bei Hochenegg eiue Tanzuiiterhaltuiig statt, an welcher sich auch außer anderen Gästen der Landwehrinfan-terist Biktor Javoruik aus Cilli und deffen Brnder Josef Javornik auS KoinSko, Gemeinde St. Martin im Rosental, dann der KeuschlerSfohu Flies aus Bischofdorf »nd der Besitzerssohn Michael Dokler beteiligten. In diesem Lokale waren auch der Knecht im Pfarrhof zn Nenkirchen Matthäus Polensek, der Besitzerssohu Karl Cvenk und Johann Kolar, sämtliche an« Nenkirchen, anwesend. Um ungefähr 1 Uhr nacht« begaben sich die genannten Neukirchner Burschen nach Hanse, worauf auch der Infanterist Biktor Javornik nnd deffen Bruder Joses Javornik, sowie der Besitzerssoh» Flies daS Gasthans verließe» und auf der Straße mit den Erstgenannten einen Raushaudel zu beginnen suchten. Al« die Neukirchner Burschen sahen, daß ihnen unheimlich an den Leib gerückt werde, ergriffen sie die Flucht, wobei sie von den Brüdern Javornik und Flies verfolgt wurden. Unterdessen trat aber der srüher erwähnte Michael Dokler, welcher das Geschrei der Verfolgten »nd Verfolger hörte, mit der Absicht aus dem Gasthause de« Wizjak, die Verfolgten zn begleiten. Al« »nn Dokler nngesähr 100 Schritie auf der Straße gegen Neukirclzeu zu gegangen war, sah er sich plötzlich dem Flieö gegen-über, welcher von der Verfolgung der Neukirchner Burschen als erster zurückkehrte. Flies rief nun dem ahnungslos daherkommende» Dokler zu: „Wirst du nicht so fliehen wie die Neukirchner Burschen?" Daraus antwortete Dokler: „Warum soll ich denn lausen, ich habe ja keinen Grund dazu." Während dem kamen aber auch schon Biktor und Josef Javornik nach der aussichtslosen Verfolgung der Neukirchner zurück und fanden den Flies im Wortwechsel mit Dokler. Dokler wurde sofort augegriffeu und wiederholt zii Boden geworfen. Er wollte sich nun ebenfalls flüchten, konnte dies jedoch nicht, da er von seinen Gegnern hart bedrängt wurde, weshalb er uuu da« Meffer zog »nd vorerst sich de« FlieS erwehrte, indem er ihm einen Schnitt über die Hand versetzte. Sodann versetzte er dem Josef Javornik, welcher ihm immer hart am Leibe blieb, um sich seiner z» erwehren, einen Messerstich in de» Hal«. Als sich Dokler so der Augreiser entledigt hatte, flüchtete er grgen feine Behausung, wobei er jedoch noch von Viktor Javornik verfolgt wnrde. Dieser hatte seine» Leibriemen samt dem versorgten Bajonett in der Hand und schlug damit den Dokler, welchen er eingeholt hatte, ans den Kopf, wobei Dokler eine Queischwnnde an der rechten Kopfseite ober der Schläfe erhielt. Dokler weist anch auf dein rechten Oberschenkel euien nn-gesähr einen Zentimeter lange» Schnitt ans. Wie ihm derselbe zugefügt wurde, konnte nicht festgestellt werden. Als nun Javornik nicht davon abließ, auf Dokler loszuschlagen, er wehrte sich dieses seine« Angreifers wieder mit dem Meffer, wobei er ihm eine Schnittwunde über den rechten Unterarm bei-brachte. Jetzt erst konnte Dokler unbehelligt nach Hanfe flüchten. Die beiden Brüder Javornik suchten schon von 9 Uhr abcnds fortwährend Anlaß znr Rauferei, indem Viktor Javornik im Gastlokale mit seinem Bajonett herumfuchtelte, sowie mit seinem Bruder Bierkrügeln herumwarf. Josef Javornik, welcher durch de» Messerstich des Dokler getötet wnrde, lag bis zum Erscheinen der Gerichlskommissio» an Ort und Stelle, und wnrde sodann in die Totenkainmer nach Nenkirchen geschafft. Der In-fanlcrift Viktor Javornik mußte jofort einrücke» und befindet sich derzeit im schwerverletzten Zustande im Landwehrmarodeiihaufe in Cilli, während sich der verletzte Flies in biuSlicher Pflege befindet. Der 23jährige Michael Dokler wurde dem Kreis-gerichle Cilli eingeliefert Ein radiales Weib. Am 10. Juli l. I. vormittag gelegentlich der Arbeiteranszahlung in Dol bei Trifail zerbrach die 25jährige Arbeiterin Maria Kor ber, richtig Rajer aus Lagor iu Krain, im Gasthause des Johann Mocivuik boS-Haslerweise eine Bierliterflafchc, weshalb sie mit dem Gastwirte in Streit geriet. Hiebet sprang Korber von ihrem Sitze auf, beschimpfte den Wirt mit nicht zu nennenden Namen, bespuckte deffen Ehegattin und deren Tochter. Letztere riß sie an den Haaren und mißhandelte sie mit den Fäusten, so daß das Mädchen an den Lippen »nd Wangen einige leichte Anschivelliinge» erlitt. Da der Wirt sah, daß Korber sich an mehreren Personen vergriff, ersuchte er die Gendarmerie um Hilfe. Da dort auch nngesähr 100 Arbeiter anwesend waren, und zu besorgen war, daß durch diesen Exzeß eine größere Rauferei entstehen könnte, stellte der Gen-darm, »m Ruhe zu schaffen, die Korber znr Rede, wobei diese abermals ans die Tochter des Wirtes lossprang und sie zu mißhandeln begann. Nach-dem Korber trotz Ausforderung von einer weiteren Mißhandlung de« Mädchens nicht abließ, wnrde sie von Moeivnik weggeriffen. Bei dieser Gelegenheit schlug sie mehrmals mit de» Fäusten gegen die Brnst de« Gendarmen, wobei sie im erregten Tone schrie: „Mir ist alles ein«, ist« ein Gendarm oder ein anderer." Daraufhin wurde sie für verhaftet erklärt, widersetzte sich jedoch, warf sich zu Boden und schlug mit Händen und Füßen umher. Sie hielt sich auch an einem jungen Baume derart fest, daß er brach. Schließlich wurde sie doch über-wältigt und dem Bezirksgerichte Tüffer eingeliefert. Am 23. d. M. wurde sie vom Erkenntnissenate in Cilli unter dem Vorsitze de« L G.-R. Wenedikter mit zwei Monaten schweren Kecker bestraft, ver-schärft durch eine Faste alle 14 Tage. Lichtenwald. (Schulfest.) Das dicsjäh-rige Schulfest unserer deutsche» S ' »le findet in ge-wohnter Weise Sonntag am 3l. Juli statt freunde und Gesinnungsgenossen find herzlich willkommen. Im Aalle ungünstiger Witterung wird da« Fest In der Schule abgehalten werd n. Rohitsch-Sauerdrunn. (Konzert.) Das im KurhauSfaale stattgefunden» Konzeri Klietmann, welche« leider durch daS schöne Wetter (wohl das erste in dieser Saison) ziemlich litt, gestaltete sich zu einem schönen künstlerischen Erfolge des Mar-burger Musikdirektors Herrn Klietmann und der ihn begleitenden Pianistin Fräulein Mizzi Kokoschinegg. Die genußvollen musikalischen Darbietungen errangen volle Anerkennung und dankbare», reichen Beifall. Hoffentlich werden wir unter günstigeren Bedi«> gunge» wieder einmal Gelegenheit haben, solche künstlerische Vortrüge zu hören. Windisch-Feistritz. (Allerlei.) Znm Obmanne de« KirchenkonknrrenzauSschufse« wurde Herr Franz Petzolt einstimmig gewählt. — Die Bezirkskrankenkasse Windisch-Feistritz bat für Mit-glieder nnd NichtMitglieder einen Rettungswagen angeschafft. Diese Neuerung ist sür unsere Stadt eine besondere Errnngenschast, da der Transport von Kranken bisher sehr erschwert, manchmal sogar unmöglich war. Den Herren Dr. Mnrmmjr, kaufte und Watzek, die sich für die Anschaffung ganz ener-gifch einsetzte», sei Tank gesagt. Hrastnigg. (V o n d e r d e u t f ch e» S ch u l e.) Der deuische ^chulverein hat in Anb.tracht der großen Schülerzahl die Erweiterung der Hrastnigger .'chulvereinsschule in eine vierklassige bewilligt und zur Unterbringung der v erteu Klaffe das gegen-wartige Kindergartenlokale im Schulhause in Aussichi genommen, desgleichen ist die Erweiterung deS Kindergartens beabsichtigt und würde zur Unterbringung desselben und der Lehrerwohnungen die in nächster Näh« der Schule gelegene Realität de« Herrn Johann Killer vom deutschen Schulvereine angekauft Damit wurde einem lang gehegten Wunsche der hiesigen Deutschen von Seile des deutschen Schulver-eines enlfprochen, welcher damit die Notwendigkeit dieser Erweiterung auch die Wichtigkeit unserer Stellung als südlichster deutscher Vorposten in Sieiermark «kannte und vollaus würdigte. Aus dieser erfreulichen kräftigen Entwicklung der deutschen Schule in Hiastnigg geht wohl deutlich hervor, daß die wüste peivakische Hetze nur dazu beiträgt. der Schule immer wieder neue Freunde zuzuführen. Würden wir auS nationalen Gründen nicht gezwun-gen fein, die sich »in Aufnahme bewerbende Kinder slowenischer Eltern abzuweisen, dann könnte die hiesige slowenis^e Schul* wohl ihre Pforten schließen, dem deutschen Schulveteine aber, der wieder seiner großen Ausgabe so gerecht wurde, treudeutschen Dank. Oplotnitz. (Sin Friedenspriester.) Einer der unversöhnlichsten Feinde des Deutschtums und des Fortschrittes im Unierlande ist der Pfarrer Bezensek von Oploluitz. Seitdem die slowenisch' klerikale Partei bei den letzten GemeinderatSwahleu der deutschfreundliche» Partei unterlegen ist, kennt seine Wut gegen alle«, was deutsch oder deutschfreundlich ist keine Grenzen mehr und er benützt jede Gelegenheit, an den Dentschen sein Mütchen zu kühlen. Vor einige» Wochen kaufte ein Psarr-insasse eine Grabstelle. Psarrer Bezensek verband da da« Nützliche mit dem Angenehmen (seiner Räch-sucht) und verkaufte dem Pfarrinfaffen einen Teil des Familiengrabes eines deutschen Bürger«. Der Bürger ließ sich die Zerstörung seines Familien-grabes und den {rechen Eingriff in sein Recht nicht gefallen und strengte gegen den Pfarrer die Klage an. Der Pfarrer wurde zur Herstellung des Grabes in den vorigen Zustand und zur Tragung der Kosten verurteilt. Folgende Geschichte kennzeichnet so recht die Friedensliebe dieses Seelenhirten. Nach der erwähnten Gemeindewahl erhob der Pfarrer gegen die Wahl einen geharnischten Protest und beschuldigte in demselben zwei angesehene Bürger und den Gemeindesekretär deS Betruges, deS Wahlschwindels und verschiedener unehrenhafter Hand-lungen. Den Protest unterschrieben 14 treue Schäf-lein de« Pfarrers. Die Beschimpften erstatteten die Strafanzeige nnd der Pfarrer nnd die Mitunter-schrieben?» wurden zn 500 Krone» Geldstrafe verurteilt. Die Kreaturen de« Pfarrers können sich bei ihm bedanken Wir behalten nus vor. noch einiges andere über diesen Friedenspriester zu be-richten und raten ihm nur, seinem ungezügelten Hasse Zügel anzulegen, denn auch einem hochwür-digen Pfarrer gegenüber kann einmal die Geduld reißen. Trifail. (Hohe Besuche.) Es sind erst kaum zwei Monate feilher, als dem Fürstbischos Dr. Napotuik anläßlich der in Trisail und Hrastnigg stattgefun-denen ^iimung von Seite der windischnationaten Gemeindevertreiung »nd anderen Körperschaften ein Snie 6 Deutsche Wacht '.Uumm.c 60 festlicher Empfang bereitet wurde und schon hör! man wieder, daß der Statthalter Graf Clary Ende dieses oder anfangs nächste» Monats die hiesigen Industrien besuchen will. Diesbezüglich wurden von Seite des Gemeindevorsteheis Vodusek Die einzelnen Vertreter der Industrien, sowie die verschiedenen in der Gemeinde befindlichen Vereine zu einer am I I. dS. staltgefundenen Besprechung eingeladen. Daß zu dieser Besprechung sämtliche windischcn Bereine, darunter auch die Sokolisten, eingeladen worden find, nimmt uns nicht Wunder; als eine Rücksichtslosigkeit aber muß eS bezeichnet werden, daß hiebei eine An. zahl deutscher Vereine ganz „übersehen" und eine selbständige alte Feuerwehr erst über eine dies fällige Interpellation eingeladen wurde. Ist dies vielleicht ein Beweis für die Deutschfreundlichkeit des gegenwärtigen Gemeindevorstehers und k. k. Be-zirksschulinspektors Vodusek? Durch derartige „Ver. sehen" wi>d der nationale Kampf kaum vermindert, im Gegenteil nnr verschärft. Bei dieser Gelegenheit soll nicht unerwähnt bleiben, daß trotz der schlechten Finanzlage der Gemeinde Trifail für dekorative» Empfang deS Fürstbischofes 400 St. verausgabt und für einen solchen beim Statthalterbesuche 500 K. bewilligt wurden, woS gewiß nicht in den Intentionen der k. k. Behörden gelegen ist. Daß sich durch derartige Zurücksetzung die Deutschen nicht sonderlich für den Ltatthalterbesuch begeistern, ist wohl de-greiflich. Die Bemühungen der Autoritäten, die Sinnesart der jungen Damen zu erschüttern, waren erfolglos. Eine auf den Auskünften der Damen beruhende Statistik zeigt, daß ein Drittel von ihnen den Be-ruf der Lehrerinnen ergreifen will und ein anderes Drittel die Absicht hat, selbständig in ihrem Heim zu leben. Einige wolle» anch Farmerinnen u. dgl. werden. FftITZ RASCH, Baehhsndlonii, CILLI. Tagesneuigketten. (Das All erwicht igste.) Der Eetinjer Hof beabsichtigt, nach der Erhebung des Landes zum Königreiche die Etikette einzuführen, die am Wiener Hofe herrscht. Auch die Schaffung eines neuen Or-denS wird geplant, der in Hinkunst Souveräne» und anderen hochgestellte» Persönlichkeiten verliehen werden soll. (Die glückbringende Madonna.) In Neapel hatte anläßlich des Festtages der Madonna bei Carmine das niedere Volk drei ans die Madonna bezügliche Lottonummern gespielt. Die Nummern kamen wirklich heraus und die Lottoverwaltuug ha« annähernd sechs Millionen Lire auszubezahlen. Der Jubel unter der Bevölkerung war so groß, daß VolkSquartiere festlich beleuchtet wurden und Pro-Zessionen jauchzender Weiber durch die Gassen zogen. Die Osterie» waren die ganze Nacht geöffnet und der Sturm aus die Lottobünke war so heftig, daß die Gewinne bisher nur zu einem kleinen Teile ans-gezahlt werden konnten. Die Gendarmerie mußte den Andrang der Volksmenge regeln. Ein Riesenbankdiebstahl in Newyork. Die Franksnrter Zeitung meldet aus Newyork: Ans der Agentur der russisch chinesischen Bank wurden durch einen noch nicht ausgeklärteu Diebstahl BouS der Sonthern Railway, der Union Pacific-, der Sonthern Pacific- und der Norjolk.Weslern.Eisen-bahnen im Betrage von mindestens 70 Millionen Dollars (350 Millionen Kronen) entwendet. Die Nachricht in dieser Form ist sehr unwahrscheinlich. Die russisch.chinesische Bank hat insgesamt ein Aktienkapital von 15 Millionen Rubel, und es ist nicht bekannt, daß ihre amerikanische Agentur ein so umfangreiches Geschäft hätte, daß BonS von bloß drei Bahnen (zufälligerweise handelt es sich um HarrimanBahnen) in der Höhe von mindestens 70 Millionen Dollars entwendet werden könnten Da übrigens so große Beträge gleicher BonS meistens nicht effektiv, sondern bloß in aus Namen lautenden Zertifikaten zu erliegen pflegen, so hätte der gran diose Diebstahl keine Wirkung, da die Beute nicht verwertet werden könnte. Es dürfte sich daher ent-weder nm eine irrige Nachricht oder um ein Börsen-Manöver handeln. Angriff auf einen Scherif. Der Scherif Eanley ans Elliot im Staate Mississippi, der zu einer nahe gelegenen Farm ging, um mehrere Neger wegen geringfügiger Uebertretuugen zn verhaften, wurde von sieben Schwarzen mit Sensen und Heu-gabeln angegriffen. Der Scherif tötete in der Not-wehr fünf Neger und verwundete zwei. Amerikanische Ehescheu. Roofevelt hat gut predigen, daß der höchste Beruf der Frau der als Gattin und Mutter sei. In Wirklichkeit gibt es i» Amerika weite Frauen^reise, die geradezu vo» Ehescheu befalle» sind. Da erhielten neulich etwa 200 junge Damen ihre Abgangszeugnisse von dem in Mafsachnffetts gelegenen WelleSley College und von diesen 200 jungen Damen gaben im ganzen nur acht die Erklärung ab, daß sie geneigt und willig seien, Gattinnen und Mütter zu werden. Schrifttum. Führer durch Graz. Im Verlage der Buchhandlung Ulr. Moser (I. Meyerhoff) ist ein Führer durch Graz erschienen, welchen Walter vo» SemetkowSki anläßlich der nötig gewordenen Neu-auflage einer gründliche» Bearbeitung unterzog, so daß dieses mit 20 Abbildungen und dem Stadt-plane geschmückte Heft ein verläßlicher Führer durch Graz geworden ist. dessen Anschaffung jedem Be> sncher der Landeshauptstadt zu empfehlen ist. Das von der Universitäts-Bnchdruckerei „Siyria" hübsch ausgestaltete Werkche» ist znni Preise von 1 Krone in den Buchhandlungen erhältlich. Deutsche Volksgenossen! Nach jahrelanger freudig geleisteter Arbeit und Dank der opferwilligsten Beihilfe national bewußter Volksgenossen ist der Bau deS Deutschen Hauses bis z»r Vollendung gediehen. Die prächtigen RZume de« stolzen Baue« sind ihrer Bestimmung übergeben worden. Frcigemute«, frische«, völkisches Leben ist in da» HauS eingezogen, das für daS ganze deutsch« Cilli und alle Freunde dieser Stadt, für die deutschen Vereine, für alle Schichten der deutschen Bevölkerung bestimmt ist, als Heimstatt deutschen geistigen Streben« und deutscher Lebensfreude, al« Pflegestälte deutschen Wesen« in den Südmarken de« deutschen Gebiete«. Da« Hau« ist erstanden durch rühmenswerte Leistungen an Geld und Gut und Arbeit, bei denen deutsche Einigkeit und Brüderlichkeit herrlich zu Tage traten. Jetzt gilt e« da« Geschaffene zu erhalle» al« stolze« Bild völkischen Leben«, al« Sammelpunkt aller Deutschen au« nah und fern, so daß jeder deutsche Volksgenosse mit aufrichtiger Freude und mit Begeisterung die herrlichen Hallen betritt. Da« Deutsche Hau« so zu erhalten, daß e« unser aller Stolz und Freude ist, da« Leben im Deutschen Hause so zu gestalten, daß e« da« völkische und wirl-schaftliche Gedeihen Deutsch Cilli« in bedeutungsvollem Maße fördert, da« ist eine Ehrenaufgabe für die Deutschen CilliS und aller Deutschen, die treu zu Cilli stehen I In erster Linie obliegt diese Ehrenpflicht den deutschen Bewohnern Cilli«. S« gibt wenige Städte auf deutscher Erde, in welchen die nationale Opferwil» ligkeit so sehr die Gesamtheit beseelt, wie unser kämpf» umtoste«, allezeit siegreiche« Cilli, wo in bewunderung«-würdiger Weise arm und reich, hoch und nieder freudi» die schwersten Opser bringt am Altaie deS deutscher» VolkStum« und auch für da« Deutsche Hau« Opfer ge» bracht wurden, die der Bewunderung und dauernde» Danke« wert find. Deutsche Cilli« I An diese bewährte Opferwillig» keit, die unserer Stadt so viel Segen gebracht und ihr in allen deutschen Landen einen ehrenvollen Name» gemacht hat. appelieren wir. Da« Deutsche Hau« bedarf dringend Eurer Opfer e« stellt an eure Leistungsfähigkeit, an Eure Heimat» liebe und Euren gefunden nationalen Sinn hohe Au« forderungen, höhere, als sie je an Euch herange» treten sind. Wahret und heget Euer schönstes Kleinod: - Das Deutsche Haus! Trage jeder nach seinen Kräften sein Scherflei» bin zum Deutschen Hause. Werdet Mitglieder, Gründer. Stifter deS Vereine« Deutsche« Hau», strömt in Scharen in die schönen Räume = kurz vereinigt Euch in liebender Sorge um diese« stolze Werk, da» unserer Stadt und dem ganzen Bateilende zur Zierde und Ehre gereicht. Seid in diesem hehren Ziele ein einig Bolk vo» Brüdern l Jeder tue seine Pflicht, keiner bleibe zurück! Heil Cilli immerdar! Der Ausschuß des Vereines Deutsches Haas. Cilli Anmerkung: Spenden und Beitrittserklärungen werden vom Zahlmeister Herrn Josef Jarmcr, ent» gegengenommen Die Siidmarkliüchrrei !« Mädchenlchulgebäude ist an Werktagen van 11—12 11% vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags, an Sann- »nd Feiertagen von 10—12 vormittags geöffnet. Eingesendet. Wenn Zweie sich im Leben finden, 4H* die erkältet find, so ist gewiß einer darunter, der ♦ seinen kleinen Schatz mit sich führt: eme Schachtel Jay« ächte Eodener Mineral.Paftillen. Seit nahezu 25 Jahren weiß man, daß Fayj ächte Lodener keinen Husten, keine Hei>erkeit dulden, daß fte jeder Verschleimung ein Ende machen und dabei au«ge» zeichnet aus dem GesamiorganiSmuS einwirken. tay« Sodener laust man m allen Apotdekea, »rogerien und einschlägigen Handlungen sür Ä 1.25 per Schachtel. Generalrepräsentanz sür Oesterreich-Unga »: ?ß Zh,Guntzert, k. u. k. Hoflieferant, Wien. IV/I, Große Neugaffe 17. Ausweis über die im städt. Schlachthause in der Woche vom 18. bis 24. Juli 1910 vorgenommene» Schlachtungen, sowie die Menge und Gattung des »ingeiührten Fleisches. N a m e Schlachtungen bin. ewaefikhrles Weit« in Gtüäfit eingeführtes Fleisch in Kilogramm des e c u L e e Fleischers i 1 s .0 es e , JD «3 ' u 2 B ■0 a •0 c — 1.1; B B £ e |<§ B « e 8 e 5 tJ 2. "3 B ■e •0 e 1 c £ u Ü) «3 CQ «ulschel Jatob .... Cöleftin ....... Friedrich....... ^ließ ■ »•».••• Grenka Johann .... — 2 - — l - — - — — - > - — — — — _ 4 _ 8 8 2 Janschet Mari in . . . Jung«........ «neS ....... . - - — — — - — ll ? 1 s - 63 22 Kossär Ludwi.i .... — — 2 * — — — — - — _ — — — — Lestoschel Jalob.... Payer Samuel .... — I -> — Planinz Franz .... R,itisnttn und beten unangenehme Folgen, wie Beklemmung, KIuyivrrpopjUllN Kolikschmerzeil, HerzlloPst«. Schlaflistgkeit, iowie Biutanstauunge» in Leber, Milt und ^fotiadersystem (Hamorrdoidallkide«) werden durch Kräutee-Wein oft rasch beseitigt. — Kräuter-Wein behebt Unverdaulichleit, verleiht dem Berdauungssustem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen. tZliilmangel, EntKrSstnng sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Älutbildung und eines kranlhajten Zustande» der Leber. Bei Appetitlosigkeit, unier oerodfer Abspaullung und GemiitfDerfltmnunii, sowie häufigen lü»»(schmerzen, schlaflose« Rächte«, »echen ost solche Personen langsam dalzin. WM" «räuter-Wein gibt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. J0T Kräuter Wein steigert den Appetit, befördert Äerdauung und Ernährung, regt den Stoff-Wechsel an. delchleunigt die Älutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schasst neue Lebenslust. — Zahlreiche Anerkennungen und Dantschreiben beweinn dies. «raulti-Wii» ist ,» l>»d-a >» glalchea 1 K 3.— und K 4.— in de» avoiVf«> «•oa tillt, Cm »eilhau», f9tc>.>£au>lkdl», Rod»ich, iS>»dita. «um onlend«» ti< »»«ltsite» tu Bim s an» Oiiaisaltrcijea nach atftn Dctea 0vir<1 gewarnt! Slaa retlaage »aStriicklich Bf >>,»!»« i« |?Ilk"tcü°MCtieii mehr Flaiche» KrSlitervei« \n 9467 Kräuter-Wein. f)rucksortt Heim - Sparkassen wie neben abgebildet kostenfrei aus. Nur ein Betrag von mindestens -4 Kronen, welcher wie jede sonstige Einlage vereinst wird, ist gleichzeitig in ein Einlagebuch einzulegen und wird erst bei unversehrter RQckgabe der Sparbüchse wieder hinausgegeben. Der Schlüssel der Sparbüchse wird von der Sparkasse zurückbehalten und bat der Einleger in ihm beliebigen Zeiträumen die Büchse der Sparkasse zu übergeben, woselbst in seiner Gegenwart die Oeffnung er* folgt und das Geld gezählt wird. Der vorgefundene Betrag mim* in das mitgebrachte BQchel eingelegt werden und darf am gleichen Tage eine Behebung lllcllt erfolgen, an jedem anderen Tage ist die Behebung bis auf den Betrag von K 4.— frei. Die Bestimmungen über die Ausgabe der Heim-Sparkassen sind den bezügliches Einlagebflchern beigeheftet. Bei Bestellungen von auswärts sind au^sor dem Mindestbetrage von K 4.— noch 80 Heller lür I'orto beuuschliessen. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli hofft auf die weiteste Verbreitung dieser schon viel bewährten, volkswirtschaftlich und erziehlich wertvollen Einrichtung. Spnrkasse der SltMlIgemeiiitle Cilli* Seite 8 Leu^che Wacht Nummer 60 Studierende lnahen odsr >!ndchen, werden bei einer gewesenen Lehrerin in Wohnung and Verpflegung angenommen. 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