LMchtr TaMiltt. Rcdaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 245. Donnerstag, 24. Oktober 1878.—Morgen: Chrysanth. SLMÄD II.Jahrg -rit d°r P°st:tzan,jähr.fi.ir. ^ ^___________,eigen b,S S Zeilen M Ir.________^ ^ Snlertionspreisei Ein» Ein Reichsparlament. Die bosnische Frage wirbelt in politischen Kreisen viel Staub auf, die Fragen: Wird Bosnien und sein Bruderland Herzegowina der österreichischen oder ungarischen Reichshälfte einverleibt, oder wird der gefürchtete Trialismus geschaffen? erhitzt die Gemüther cis und trans. Es werden in in- und ausländischen Journalen Stimmen laut, die eine glückliche Lösung aller auf der Tagesordnung stehenden Fragen nur in der Bildung eines Reichsparlamentes finden wollen. Aus den beiden zu Wien und Pest tagenden Parlamenten soll nach Ansicht einiger Politiker ein Reichsparlament geschaffen werden, in welchem auch die Volksvertreter aus den occupierten und zu annectierenden Provinzen Bosnien und der Herzegowina ihre Sitze einnehmen sollten. Durch die Bildung eines Reichsparlamentes würde das Institut der Delegationen fallen, und diesem einheitlichen Körper dürfte es ohne besondere Mühe gelingen, ein Programm aufzustellen, welches der Gesammt-monarchie den längstersehnten inneren Frieden bringen könnte; auf diesem Wege könnte eine gesunde gesammtösterreichische Politik möglich werden. Auch die bosnische Frage würde hiedurch eine befriedigende Lösung erfahren, denn die von den Armeen zweier Reichshälften occupierten Provinzen können endlich uud schließlich nur von einer'der beiden Reichshälften annectiert und administriert werden. In anderen politischen Kreisen tritt man mit dem Projekte in die Oeffentlichkeit: es könnten die Parlamente für Cis und Trans, wie bisher, weiter bestehen, jedoch aus den beiden derzeit bestehenden zwei Delegationen, denen die Vertretung der occupierten Provinzen sich beigesellen könnte, möge e i n Gesammtvertretungskörper, e i n Reichsparlament geschaffen werden. Ein Ministerprogramm. Freiherr v. Pretis theilte den zur Konversation geladenen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses folgendes Programm mit: 1.) Bosnische Frage: Die Occnpation Bosniens und der Herzegowina werde über die jetzigen Grenzen nicht weiter ausgedehnt werden. Sie werde innerhalb dieser Grenzen so lange fort-dauern, bis nicht die Ruhe und Ordnung in diesen Ländern hergestellt und bis nicht der Ersatz der für die Occupation aufgewendeten Kosten geleistet ist. Die theilweife Demobilisierung der Occupa-tionsarmee ist im Vollzüge begriffen und wird nach Maßgabe der Umstände weitergeführt werden. Es fei festgesetzt worden, daß vom Jahre 1880 an die Kosten der Occupation aus den Einkünften der occupierten Länder bestritten werden sollen. 2.) Wehrgesetz: Der Reichsrath möge eine Vorlage, wodurch die Giltigkeit des jetzigen Wehrgesetzes provisorisch für die Dauer eines Jahres erstreckt wird, acceptieren. Die definitive Neuordnung des Wehrgesetzes bleibe dem neu zu wählenden Reichsrathe Vorbehalten. 3.) Budget: Der Reichsrath möge das eingebrachte Finanzgesetz und Budget für das Jahr 1879 sowie die Nachtragskredite für Bosnien bewilligen, beziehungsweise wenn die Notierung des Budgets vor Neujahr unmöglich werden sollte, die Ausgaben und Einnahmen für die Dauer von drei Monaten provisorisch bewilligen. 4.) Steuer-reform: Der Reichsrath möge, um das bereits weit gediehene Werk der Steuerreform, wenn es nicht möglich sei, dasselbe ganz zu vollenden, doch nicht fallen zu lassen, mindestens die noch nicht erledigten Partien der Steuer- reform zum Abschlüsse bringen, während die Schaffung des Einführungsgesetzes dem neuen Abgeordnetenhause Vorbehalten bleiben soll. Die Novelle zum Grundsteuer-Regulierungsgesetze sei mit entsprechender Aenderung der Termine zu vollenden und die daraus erwachsende Ersparung im Budget sicherzustellen. Das Programm der Czechen. In der Konferenz der czechischen Abgeordneten, in welcher die Reichsraths-Befchickung ventiliert wurde, producierte Graf Clam-Martini tz ein Programm, nach welchem der Eintritt in den Reichsrath zu perhorrescieren wäre, in-folange nicht die gegenwärtige Verfassung aufgehoben und aus eigener Initiative der Krone dem Lande Böhmen eine solche Wahlordnung gegeben worden, durch welche die böhmische Partei im Reichsrathe maßgebend würde. Trojan,Klaudy und Havelec bezeichnten dieses Programm als widersinnig und den Eintritt in den Reichsrath als einzig mögliche Politik der Czechen. Das Programm Clam-Martinitz wurde hierauf verworfen und der Vermittlungsvorschlag angenommen , wonach blos in unbestimmter Weise ausgesprochen wird, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Reichsrath nicht zu beschicken sei. Klaudy verlangte hierauf, daß die Bedingungen präcisiert werden, auf Grund deren der Ausgleich mit der Verfassungspartei durchzuführen wäre. Clam-Martinitz und Rieger verweigerten jede Präeisierung ihres Standpunktes, worauf sich die Versammlung in großer Erregung auflöste. JeuiLleton. Die neue Erziehung und ihr Recht. (Fortsetzung.) Werfen wir schließlich noch einen Blick aus die sociale Frage, so wird die wohlthätige Wirkung der neuen Erziehung noch sichtbarer. Ich wage es zu behaupten, daß wir diese brennendste Frage der Gegenwart, welche auch in den letzten Reichstagsverhandlungen sich als solche geltend gemacht hat, ganz vorzüglich als die bittere Frucht der Rückstände betrachten müssen, welche durch die alte Erziehung in unsere Kulturentwicklung gekommen sind. Wäre durch die alte Erziehung unser Geschlecht in allen Confessionen und Ständen hinreichend angeleitet worden, sich eine vernünftige Weltanschauung zu bilden, hätte es die sichtbare Welt betrachten gelernt als die Offen-barung des ewigen Geistes, dem jedes Wesen sein Dasein und sein Leben verdankt, und darum auch als das unentbehrliche Mittel, diesen Schöpfer und Erhalter aller Dinge zu erkennen; wäre die Liebe zur Natur und dadurch der Sinn für das Einfache, Sinnige, Erhabene, und die Freude an den Genüssen, welche Leib und Seele erquicken, in unserer Jugend hinreichend geweckt worden, so wäre auch der Glaube an eine sittliche Weltordnung nicht in so vielen Gemüthern erstorben. Denn ohne eine gesunde und kräftige Naturbasis wird dieser Glaube, der allein im stande ist, das bunte Gewirre der menschlichen Interessen in einem friedlichen Gange zu erhalten, nicht bestehen können. Ein Mensch, der nicht in der Natur Gott findet und verehrt, verliert ihn sehr leicht auch im Verkehr mit seinen Nebenmenschen. Diese religiöse Liebe zur Natur ist aber bei der alten Erziehung sehr wenig gepflegt worden, weil die Kirchen die Natur zu sehr als das Profane behandelt haben; darum gewährt der einseitige Kirchenglaube auch wenig Schutz gegen sociale Verirrungen. Er ist vielmehr sogar im stande, sie zu erzeugen, weil er die Menschheit in Parteien zerreißt, ohne den Einzelnen wieder das Einigungsband und die Ausgleichung finden zu lassen, durch welches die verschiedenartigen Verhältnisse der Menschen friedlich nebeneinander bestehen können. Die Verschiedenheit des Besitzes und darum auch die Verschiedenheit des Vermögens, sich das Leben angenehm und genußreich zu machen, be- steht unter den Menschen, so lange es Menscben auf Erden gibt. Daher ist auch die Untugend oes Neides, der Mißgunst uralt. Es liegt in der Naturordnung, daß kein empfindsames Wesen gerne Schmerz und Entbehrung erduldet, zumal wenn es andere im Ueberfluß schwelgen sieht und daraus erkennt, daß der Mensch auch genußreich leben kann. Was ist nun in der Erziehung geschehen, um diese Mißgunst, diesen bösen Neid im Zaume zu halten? Einestheils ist durch Lehren, Meinungen, Verbote der Jugend eingeschärft worden, dieser bösen Neigung keine Folge zu geben; anderntheils sind diejenigen, welche ihrer Natur nicht mächtig werden konnten, mit empfindlichen Strafen belegt worden. Die alte Erziehung ist gerade in diesem für das friedliche Zusammenleben der Menschen so überaus wichtigen Punkte auf dem Standpunkte des Gesetzes stehen geblieben, und dadurch hat sie schließlich die Fähigkeit verloren, die sittliche Lebensordnung unter den Menschen zu erhalten. Es gibt eigentlich nur ein Mittel, wodurch unter den Menschen, trotz der Verschiedenheit des Besitzes und ihres Lebensgenusses, doch eine gleiche Lebensfreudigkeit und Zufriedenheit hergestellt werden kamt, das ist die Liebe zur Arbeit. Hat jeder Mensch von Jugend Reichsrath. Das Abgeordnetenhaus hielt am 22. d. seine 400. Sitzung. Präsident Dr. Rechbauer begrüßt das Haus mit folgender Ansprache: „Se. Majestät hat den Reichsrath zur Eröffnung seiner Thätigkeit für heute einberufen. Es wird wol niemand den Ernst des Augenblickes, in welchem wir zusammentreten , sich verhehlen. Als wir das Haus . verließen, erfreute sich das Reich tiefen Friedens. Inzwischen sind kriegerische Ereignisse hereingebrochen in beklagenswerthester Weise, deren Tragweite noch gar nicht abznschen ist und welche die schwersten Opfer an Gut und Blut kosten. Dank der ruhmwürdigen Armee sind die kriegerischen Ereignisse jetzt im Stillstände. Ich bin nicht berufen, hier an diesem Platze über die kriegerischen Vorgänge zu sprechen, wol aber glaube ich im Sinne des ganzen Hauses zu sprechen und der richtige Dolmetsch der Gesinnungen desselben zu sein, wenn ich im Namen des Abgeordnetenhauses und damit im Namen der österreichischen Volksvertretung der ruhmreichen Armee für die wahrhaft antike Tapferkeit und den Heldenmuts), für die opferwillige Hingebung, mit der sie unter den schwierigsten Verhältnissen, unter namenlosen Entbehrungen und Strapazen bisher Großes geleistet hat, den Dank und die Bewunderung ausspreche. (Lebhafter Beifall.) So sehr wir das anerkennen müssen, verhehlen wir uns nicht, daß große und hochwichtige Aufgaben zu lösen sind. Die finanziellen, staatsrechtlichen und politischen Fragen sind brennend geworden, und dem hohen Hause zunächst wird es zukommen, dieselben einer glücklichen Lösung zuzuführen. So schwierig diese Aufgaben sind, so gebe ich mich der Hoffnung hin, daß sie im einträchtigen Zusammenwirken aller berufenen Factoren imt Energie, Thatkraft und Patriotismus auf eine Weise gelöst werden, welche den berechtigten Wünschen der Bevölkerung entspricht und zum Wohle des Reiches gereicht." Es wurden folgende Gesetzentwürfe auf den Tisch des Hauses gelegt: 1.) betreffend die Ans gäbe von Goldrente zum Zwecke der Beschaffung eines Maximalkredits von 25 Millionen Gulden für außerordentliche Bedürfnisse sammt Motiven-bericht; 2.) das Finanzgesetz mit dem Staatsvor-anschlage pro 1879; 3.) Abänderungen der gesetzlichen Bestimmungen über die Reise- und Verzehrungsauslagen der Landes- und Bezirksschul-räthe. Abg. Dr. Josef Kopp und Genossen bean- tragten die Überreichung einer Adresse an den Kaiser, welche folgende Schlußstelle enthält: „Eure Majestät geruhe allergnädigst, von der tiefen Beunruhigung Kenntnis zu nehmen, welche das Volk Oesterreichs ergriff, als die Geschicke des Reiches in völlig neue, gefährliche Bahnen gelenkt wurden, ohne auf die Stimme der verfassungsmäßig berufenen Vertreter zu hören. Eure Majestät geruhe allergnädigst anzubefehlen, daß wenigstens jetzt noch die Regierung eine offene und bestimmte Erklärung über die Tendenzen und Ziele der auswärtigen Politik und namentlich über jene unvorhergesehenen Ereignisse abgebe, welche die kriegerische Occupation Bosniens und der Herzegowina als unabweislich nothwendig erscheinen machten. Eure Majestät geruhe endlich, allergnädigst anzuordnen, daß vor jedem weiteren Schritte der Berliner Friedensvertrag der Genehmigung des Reichs-rathes unterzogen werde. In unwandelbarer Treue und Unterthänigkeit wendet sich das Abgeordnetenhaus mit diesen Bitten vertrauensvoll an das landesväterliche Herz Eurer Majestät, des Spenders der Verfassung und ihres höchsten Beschützers. Gott schütze Oesterreich, Gott erhalte und segne Eure Majestät!" Dieser Adreßentwurs wurde einem sünfzehn-gliederigen Ausschüsse zugewiesen. auf die Arbeit schätzen und lieben gelernt, erkennt er in der geordneten Thätigkeit das von Gott geordnete Mittel, sich der Welt nützlich zu machen und aus der Welt für sich den möglichsten Nutzen zu ziehen, und ist er dabei zu der Einsicht gelangt, daß es nicht die Größe seiner Leistungen ist, was ihm einen sittlichen Werth in der Welt verschafft, sondern die Treue, die Gewissenhaftigkeit, der Fleiß, mit dem er seine Arbeit verrichtet, so hat er dadurch eine Quelle der Zufriedenheit in sich, die nie versiegt und ihm immer und überall den edelsten Lebensgenuß bereitet, selbst wenn die Menschen seine Verdienste nicht würdigen, wie es die Pflicht der Gerechtigkeit fordert. Diese Liebe zur Arbeit und diese Zufriedenheit in dem Bewußtsein, eine nützliche Thätigkeit in der Welt zu verrichten, hat die alte Erziehung nicht in genügendem Grade zu erwecken gewußt. Die Unter-richtsmechode, welche es nur auf einen möglichst großen Vorrath von Kenntnissen abgesehen hatte, und darum die Schn er öfters mit Aufgaben überlud, unter deren Last die Schwächeren zusammenbrechen mußten, hat durch die übermäßige Anspannung einzelner Geisteskräfte eine Erschlaffung des ganzen Organismus bei nicht wenigen herbeigeführt, daß sie fortan die Arbeit selbst als eine Last betrachten mußten und nicht mehr thaten. Der Staatsvoranschlag pro 1879. I. Erfordernis: fl. ö. W. Allerhöchster Hofstaat...................... 4.650,000 Kabinettskanzlei Sr. Majestät . . 69,669 Reichsrath.................................. 1.465,305 Reichsgericht.................................. 22,000 Ministerrath.................................. 870,623 Beitragsleistung zum Auswande für die gemeinsamen Angelegenheiten 76.943,680 Ministerium des Innern.... 17.071,115 Ministerium für Landesvertheidigung 8.401,117 Ministerium für Cultus und Unterricht ..................................... 16.372,260 Ministerium der Finanzen . . . 73.686,550 Handelsministerium......................... 23.877,985 Ackerbauministerium........................ 10.595,480 Ministerium der Justiz .... 21.115,502 Oberster Rechnungshof .... 158,000 Pensionsetat............................... 14.128,200 Subventionen und Dotationen . . 24.969,446 Staatsschuld........................... 115.796,4 l 8 Verwaltung der Staatsschuld . 830,700 Gesammtsumme des Erfordernisses. 411.084,050 als die Noth erforderte. Daher ist es gekommen, daß wir gerade unter denen, welche zu den Gebildeten gehören, nicht wenige haben, welche die Parole: „Nichts schaffen und doch genießen!" zu der ihrigen gemacht haben, und daß der köstliche Zauberspruch: „Tages Arbeit, abends Gäste, — Saure Wochen, frohe Feste!" für viele seine Wirkung Iverloren hat. Haben wir wieder ein Geschlecht, welches von Jugend auf zum Selbstdenken, zur Selbstthätigkeit und zur heitern Geselligkeit erzogen, nur den Arbeitenden achtet, weil es nur in nützlicher Arbeit das Mittel erkennt, wodurch sich der Mensch des Lebens Werth macht; sind wir einmal so weit gekommen, daß der Reiche sich nicht mehr seines Reichthums, der Mächtige sich nicht mehr seiner Macht rühmt, sondern jeder nur darin seine höchste Arbeit erkennt, daß er mit den ihm anvertrauten Kräften und Mitteln mitwirkt zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes und zur Hebung der allgemeinen Bildung, dann ist die sociale Frage gelöst, und das Mißverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist aufgehoben durch die Thatfache, daß jeder in seiner Weise an der gemeinsamen Arbeit sich betheiligt und jeder dem ändern mit seinen Mitteln und Kräften dient. (Schluß folgt.) II. Bedeckung: Allerhöchster Hofstaat......................... — Kabinettskanzlei Sr. Majestät . . — Reichsrath..................................... — Reichsgericht.................................. — Ministerrath................................. 587,000 Gemeinsame Angelegenheiten... — Ministerium des Innern .... 1.040,827 Ministerium für Landesvertheidigung 36,520 Ministerium für Cultus und Unterricht .................................... 5.186,992 Ministerium der Finanzen . . . 338.656,979 Handelsministerium........................ 20.563,191 Äckerbauininisterium.......................10.101 761 Ministerium der Justiz .... 614'174 Oberster Rechnungshof .... — Pensionsetat.................................. 43,400 Subventionen und Dotationen . . 25,566 Staatsschuld.............................. 18.755,300 Verwaltung der Staatsschuld . . 19,600 Einnahmen aus der Veräußerung vom Staatseigenthum .... 145,000 Gesammtsumme der Bedeckung . . 395.776,310 Der Gesammtsumme des Erfordernisses von 411.084,050 fl. steht die Gesammtsumme der Bedeckung mit 395.776,310 fl. gegenüber. Das Deficit ist daher für das Jahr 1879 mit 15.307,740 fl. gegen 23.326,541 fl. im Jahre 1878 präliminiert. Tagesneuigkeitrn. — Das kaiserliche Handschreiben, gerichtet an den Ministerpräsidenten Fürsten Auersperg, lautet wörtlich: „Lieber Fürst Auersperg! Als die politischen Verhältnisse die Mobilmachung eines Theiles des stehenden Heeres, der Kriegsmarine und der Landwehren im Laufe dieses Sommers bedingten, war es das erstemal seit dem Jns-lebentreten der allgemeinen Wehrpflicht, daß Angehörige aller Stände und Berufsrichtungen unter die Waffen gerufen wurden, um die schwerste ihrer Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen. Mit hoher Befriedigung muß Ich es anerkennen, daß bei allen Truppenkörpern die Einrückung der Reservisten, der Landwehrmänner und Ersatzreserven mit einer Raschheit und Pünktlichkeit erfolgte, welche cs ermöglichte, mit einer die Erwartungen übertreffenden Schnelligkeit größere Armeekörper zu mobilisieren, in Kriegsbereitschaft zu fetzen und hiedurch die Dauer der Operationen wesentlich abzukürzen. Dieses erfreuliche Resultat gibt erneuert den Beweis von dem regen Pflichtgefühle, von der Opferwilligkeit und der Vaterlandsliebe jedes einzelnen, durch die allgemeine Wehrpflicht betroffenen Staatsbürgers, gibt jedoch auch den Beweis von dem guten Willen und der Thätigkeit der Gemeinden, sowie von der zweckmäßigen Einwirkung aller politischen Verwaltungsstellen und Organe — und freudig sehe Ich Mich bewogeu, Sie zu beauftragen, der gefammten Bevölkerung wie auch den Gemeinde-Aemtern und den Ihrer Leitung unterstehenden politischen Organen Meine vollste Anerkennung und Meinen Dank aus-zusprechen. Bei diesem Aulasse kann Ich cs nicht verschweigen, wie wohl es Meinem Herzen thnt, in allen Theilen der Monarchie für unsere brave Armee von neuem die regste Theilnahme angefacht zu sehen, welche sich vor allem in der unbegrenzten Opferwilligkeit und Fürsorge für das Los der Reservisten-Familien, insbesondere aber für jenes der Verwundeten und Kranken kundgibt. Ich beauftrage Sie, auch in dieser Hinsicht jetzt schon der Bevölkerung Meinen kaiserlichen Dank kundzugeben." — Abfuhrsystem in Wien. Im Wiener Gemcindcrath stellte Dr. Kapellman den Antrag: Der Gemeinderath wolle den Magistrat beauftragen, in Erwägung zu ziehen, ob sich nicht der Versuch eines Systems der Abfuhr und landwirthschastlicher Ver-wcrthnng dcr Abfallstoffe in der Art empfehle, daß dieselbe in den städtischen Schulgebäuden, Kasernen, allen neu gebauten Häusern u. s. w. durchgeführt werde, wobei darauf hingewiesen wird, daß in Heidelberg ein verbessertes Abfuhr- (Tonnen-) System mit allerbestem Erfolg angewendet wird. Der Antrag wurde angenommen. (Es würde sich ein gleicher Antrag auch für unseren Gemeinderath empfehlen, um doch endlich einmal post tot äiseriimna i srum zu einem Abfuhrsystem zu kommen. D. Red.) — Die Eisenbahn Dalja-Bukovar-Brod wird unter allen Umständen zu der contract-lich sestgestellten Zeit, das ist am 20. November, vollendet sein und dem Verkehre übergeben werden können. Jetzt wird schon die Strecke Dalja-Vuko-var mit Locomotiven befahren. Die Lime Vukovar-Vinkovce soll am 26. Oktober, die Linie Vinkovce-Vrbolje am 3. November und die Linie Vrbolje-Brod am 10. November fertig und befahrbar werden. Auch die vorläufig nur provisorisch aus Holz erbauten Stationsgebäude sind vollendet. — Unterschlagung, Von einer Sendung von Werthpapieren der Nationalbank-Filiale in Ancona nach Genua wurde ein Betrag von 2*/z Mill. Lire unterschlagen. Drei Beamte wurden verhaftet. Die Untersuchung ist im Zuge. Lokal- und Provimial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Adelsberg, 22. Oktober. Der am 14. d.M. im „Laibacher Tgbl." erschienene Artikel: „Zu den Wahlmanövern" wurde in hiesigen liberalen Leserkreisen mit sichtbarer Befriedigung begrüßt; mir die nationalen, mit russischen Larven maskierten Parteigenossen konnten denselben bis heute noch nicht gänzlich verdauen, mit wahrem Heißhunger fielen sie über den Artikel her, aber die Worte blieben denselben in der Kehle stecken. Der Wahrheit die Ehre! Viele nationale Schildknappen gestanden sich, daß dieser Artikel bittere Wahrheit enthalte, daß die nationalen Parteiführer bei Gelegenheit der vorjährigen Landtagswahlen alle Regeln des Anstandes und die Bahn des Rechtes beiseite setzten, daß die Methode der Nationalen nicht die richtige war, daß die Agitation der nationalen Agenten eine verwerfe liche gewesen und Adelsberg keinen geeigneteren Vertreter im Landtage finden konnte, als Herrn Dr. Deu, denn dessen Gerechtigkeitssinn, dessen Eifer für das Wohl der Bevölkerung sind allbekannt. Die Angriffe gegen die Person dieses Ehrenmannes prallten auf dem Schilde der vernünftigen Bevölkerung ab. Der Verleumdung wurde der wohlverdiente Lohn — Verachtung — zu Theil. Wir wollen hoffen, daß diesen Umtrieben auf lange Zeit ein Ziel gesteckt wurde und Friede in unsere Gesellschaftskreise einkehren werde. Die Bevölkerung wurde von den nationalen Parteiführern lange genug bethört und irregeleitet, es mußte endlich eine bessere, den Strömungen der Freiheit entsprechende Aera auch bei uns anbrechen. Auch wir haben, zur Erkenntnis des Besseren gelangt, das national-klerikale Gängelband zerrissen. Wir haben gerechte Ursache, das Befreiungsfest zu feiern. — (Personalnachricht.) Herr Landesgerichtsrath Dr. Victor Leitmeier in Graz wurde, wie die Grazer „Tagespost" mittheilt, vom Strafgerichte als Referent zum Zivilgerichtshofe übersetzt, hat aber die Gefängnisinspection beibehalten und wird außerdem als Vorsitzender bei Schwurgerichtsverhandlungen fungieren. — (Die Lebensrettung staglia) im Betrage von 26 fl. 25 kr. wurde dem Markus Milkovic aus Radovic, Bezirk Tfchernembl, für die Lebensrettung des Mathias Jurglic aus den Fluten der Kulpa zuerkannt. — (Eine Lehrerstelle) ist an der Volksschule in Großgaber zu besetzen. — (Truppenverkehr.) Gestern passierten 325 vom Occupationsschauplatze nach Steiermark heimkehrende Truppen des k. k. 27. Infanterieregiments die Station Laibach. — (Kaiserliche Auszeichnungen.) In , Anerkennung der hervorragend tapferen und sonst verdienstlichen Leistungen in — bis zum 5. Sep-! tember 1878 — stattgehabten Gefechten und Opera-! tionen in Bosnien erhielten: Das Ritterkreuz des Leopoldordens mit der Kriegsdeeoration: der Oberst des 12. Feldartillerie-Rgts.: Eduard Frank; den Orden der eisernenKrone zweiter Klasse mit der Kriegsdeeoration: der Oberstbrigadier Friedr. v. Villecz; den Orden der eisernenKrone dritter Klasse mit der Kriegsdeeoration: vom 17. Jnf.-Reg.: Oberst Friedrich Prieger, Major Christian Kerczek (des Generalstabscorps), Hauptmann Theodor Dren-nig und Oberlieutenant Alexander Skrem; vom 53. Jnf.-Reg.: Oberst Paul Hostinek, Major Maximilian v. Catinelli (des Generalstabscorps) und Oberlieutenant Johann Kalbacher; vom 12. Feld-artillerie-Reg.: die Hauptleute Karl Küper, Franz Küttl und Lieutenant (in der Reserve) Arthur Marquis Gozani de St. Georges; vom 2. Genieregt.: Hanptinann Heinrich Vesell. Das Militär-Verdienst kreuz mit der Kriegsdeeoration: vom 7. Jnf.-Reg.: Hauptmann Karl Mayer; vom 17ten Jnf.-Reg.: die Hauptleute August Salamon, Heinrich Koprziva und Andreas Slivnik, die Oberlien-tenants Michael Lnkanc, Mathias Praschnikar und Jakob Modrijan, die Lieutenants in der Reserve Franz Freiherr Mac-Neven O' Kelly und Lieutenant Leopold Ambrozic; vom 46. Inf.-Regiment: Hauptmann Arthur Andreansky, Oberlieutenant Adolf Freih. v. Schönfeld und Lieutenant Victor Schmitz-Hansen ; vom 53. Jnf.-Reg.: die Hauptleute Paul Begovic, Martin Lovretie und Karl Edler v. Gebauer, die Oberlieutenants Stefan Kraincevic und Josef Wiesinger, Lieutenant Martin Radicevic; vom 12. Feldartillerie-Reg.: die Hauptleute Josef Halkiewiez und Leopold du Fresne, die Oberlieu-tenants Otto Rigele, Richard Gasteiger Edler v. Rabenstein nnd Kobach, Arthur Materna und Georg Paic. Das Ritterkreuz des Franz-Jofef-Ordens: Regimentsarzt Dr. Alexander Nossck,; dasgoldeneVerdien st kreuz: die Regimentsärzte Dr. Johann Jirka und Dr. Simon Mandic. Die allerhöchste belobende Anerkennung: der Generalmajor Eugen Müller; vom 17. Jnf.-Reg.: die Hauptleute Albert Strohmayer, Franz Stojan und Jakob Caucig, der Lieutenant Bartholomäus Andrejka und die Lieutenants in der Reserve Heinrich Fabriotti und Johann Rossetti de Scander; vom 46. Jnf.-Reg.: Lieutenant Gabriel Trost; vom 12. Feldartillerie-Reg.: Hauptmann Nikolaus Tur-kayl, der Lieutenant in der Reserve Rudols Schneider, die Lieutenants Emil Milosevic, Eugen Reinisch, Josef Tomse, Vitus Kostelac und Ferdinand Hom-berth. — (Aus der Verwundetenliste.) Im Garnisonsspilale Nr. 8 zu Laibach: Vom Infanterieregimente Freiherr v. Kuhn Nr. 17 : der Infanterist Andreas Kavcic schwer; der Korporal Johann Pau-lisic, die Infanteristen Franz Selak, Matthäus Stare, leicht; vom 19. Feldjägerbataillon: der Unterjäger Anton Kocevar schwer verwundet. — (Die „alte Linde.") Wie wir vernehmen, wurde das auf hiesigem Platze bestehende, wohlbekannte Gasthaus „zur Linde" elegant restauriert, und wird dasselbe morgen dem allgemeinen Besuche wieder übergeben werden. Dem Brauereibesitzer Herrn Kosler gelang es, zum Betriebe des Wirthsgeschästes einen den hiesigen Bevölkerungskreisen von Triest und Römerbad aus bekannten jungen Mann, Herrn Georg Simon, zu engagieren, und wird derselbe bemüht sein, das alte gute Re-nomme der „Linde" wieder herzustellen und die ehemaligen zahlreichen Stammgäste in die liebgewonnene Gasthauslokalität zurückzuführen. — (Ein weiblicher Herkules.) Fräulein Schmidt zieht durch ihre Bewunderung hervorrufenden Kraftproductionen ein großes Publikum an. Die Schaubude befindet sich von heute an auf dem Kaiser-Josefsplatze. — (Von der Pariser Weltausstellung.) Herrn Franz Steinmetz aus Petrovberd bei Eisnern wurde für ausgestellte Parketten die ehrenvolle Erwähnung; Herrn Josef Wertheimer, Besitzer der Osterberger Oelfabrik in Podgrad bei Salloch, und der Firma „Kaltenbrunner Farbholzfabrik F. Ter-pinz" wurden Broncemedaillen zuerkannt. — (Landschaftliches Theater.) Die gestrige Aufführung der Operette „Schönröschen" verlief klappender als die vorgestrige. Die Theaterleitung wird gut thuu, die nächste Wiederholung nach erfolgter Genesung des an der Halsentzündung erkrankten Fräuleins Ulrich in Szene zu setzen. — Nun ist auch die Liebhaberfrage erledigt, indem unsere Direktion den ersten Helden und Liebhaber vom Hoftheater in Mannheim, Herrn Julius Wald bürg er, für die hiesige Bühne engagierte. — Ein Gastspiel ersten Ranges steht mit Frl. Sofie König, erster Operettensängerin des Friedrich - Wilhelmstädtischen Theaters in Berlin, für Anfang November in Aussicht. Selbe erregte bei ihrem derzeitigen Gastspiele in Wien großes Aufsehen und Beifall. — Weiters steht die Di-rection mit der spanischen Trou b a d ou r g e s el l -schaft „Estndiantina Figaro", aus 22 Musikern bestehend, welche gegenwärtig am Josefstädter Theater in Wien über einen Monat tagtäglich vor ausverkauften Häusern spielen, wegen eines auf mehrere Abende berechneten Gastspiels in Unterhandlung. — (Zur Hebung der flovenischen Literatur) hat die weiland national-klerikale Landtagsmajorität die immense Subvention im Betrage von 10,000 fl. votiert. Welch' herrliche Früchte diese in wahrhaft souveräner Munificenz gespendete Subvention getragen, wolle aus der vom hiesigen Sokolvereine herausgegebenen und in der Milic'schen Druckerei aufgelegten flovenischen Ballade: „1'urci^L in njö kouse v Lvroxi" entnommen werden. Zur näheren Constatierung citieren wir aus diesem nationalen Prachtwerke folgende drei Strophen : NonMutg.rji, U»Ajs,ri 8ö rals,äi, stari, Lor bo lyibov dritt ^g v Zol In v l'nEiii vrvö ss, xritsxini! d»o, lor sprsvlja skup glsvMus, In 'l'iirlr. oimorbsr," Don drLvkwor mrasr mör! — (Aus den Nachbarprovinzen) Die Schreiner'sche Brauerei in Graz erhielt von der Jury der Pariser Weltausstellung die goldene Medaille. Die genannte Brauerei ist neben den Firmen Dreher, welche den Grand Prix und Liesing, welche ebenfalls die goldene Medaille erhalten, die einzige mit der goldenen Medaille ausgezeichnete österreichische Brauerei. — Wie aus anthentifcher Quelle verlautet, ist die Assentierung von Artillerie-Zug- und Reitpferden bis auf weiteres eingestellt, daher die Remont-Assentierungskommission in Graz die Einkäufe vorläufig Wert hat. — Mit dem sonntägigen, von Spital nach Villach verkehrenden Zuge ereignete sich nach Bericht der „Südd. Post" ein Vorfall, der die traurigsten Folgen nach sich hätte ziehen können. Ein Mädchen von 9 Jahren hatte sich mit dem Rücken an die Coupcthüre gelehnt; da diese nicht gehörig verschlossen war. ging selbe auf. und das arme Kind stürzte rücklings kopfüber aus dem Waggon. Der entstandene Lärm und die Hilferufe veraulaßten den Maschinensührer, den im vollen Laufe dahinbrausenden Zug aufzuhalten. Das Kind hatte sich inzwischen von der Erde erhoben und -da es wunderbarerweise vollkommen unverletzt war, lief es, so viel es konnte, dem Zuge nach. Man kann sich daS Glück des anwesenden Vaters leicht denken---Der Bauunternehmer K. in Villach hat mit einer Schar von circa 100 Arbeitern die Reise nach Brod angetreten, wo ihm eine Beschäftigung von dem bekann- ten Unternehmer Baron Schwarz in Bosnien in Aussicht gestellt wurde. Auch der Subuutcruchmcr E. verfügt sich diesertage dahin. — In einem Leichenhofe nächst Cilli lesen wir folgende Grabschrift: , Erlöst — schwebt aus der Todtenbahr Sie auf zum Himmelsthron; — Was sie im Haus dem Gatten war, Sagt dieses Kreuz dir schon." Witterung. Laibach, 24. Oktober. Anhaltend regnerisches Wetter, windstill. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 8'7°, nachmittags 2 Uhr -4- 12 0" 6. (1877 -i- 13 6«; 1876 10 0« 6.) Barometer 737 18 ww. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 141', um 41" über dem Normale; der gestrige Niederschlag 8 0» mm. Regen. Angekommene Fremde am 23. Oktober. Horel Stadt Wien. Rehn, Graz. — Musqnitter, Kanischa. — Pflegar, Linz. — Just und Freund, Kslte., Wien. Oswald Anna, Pischätz. — Braun, Kfm., Lahr. Hotel Elefant. Lenghel, Kanischa. — Bach, Beamter; Latto, Kfm., und Spielmann, Student, Wien. — Lipold, Oberbergrath, Jdria. — Aljan^iö, llnterkrain. Baierifchcr Hof. Abeles, Reis., Wien. — Pikolc, Laibach. Kaiser von Oesterreich. Arigler, Forstmann; Zinkovec, Volontär, und Klobus, Jdria. Sternwarte. Pokorn, Horjnl. — Jngovie, Laschiz. Mohren. Selak, Agram. — Pendorser, Görjach. — Röt-tinger, Littai. — Hansegger, Voitsberg. — Oberster, Zirkle. — Mates, Laibach. Morgen (ungerader Tag): Montjol> e. Schauspiel in 4 Acten und einem Nachspiele aus dem Französischen von Octave Fenillet. Verstorbene. Am 23. Oktober. Anna Rajer, Jnquisitionshans-Ausseherstochter, 14 Tage, Chröngasse Nr. 11, Gelbsucht. Lebensmittel-Preise in Laibach am 23. Oktober. Weizen 6 fl. 66 kr., Korn 4 fl. 55 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Hafer 2 fl. 70 kr., Buchweizen 4 fl. 23 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Knkurutz 5 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 86 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 90 kr., Schweinsett 80 kr., Speck, frischer 62 kr., geselchter 74 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2^/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter: Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 58 kr., Schweinfleisch 62 kr. Schöpsenfleisch 30 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 st. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl! 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rolher 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 26. Oktober 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Verkitsche Real., Altoberlaibach, BG. Ober-laibach. — 3. Feilb., SuZnik'sche Real., Reifniz, BG. Reis-niz. 3. Feilb., Babnik'sche Real., Kleingupf, BG. Laibach. - 2. Feilb., Plevel'sche Real., Rodica, BG. Stein. - 2. Feilb., Kotnik'sche Real., ViÄuk, BG. Laas. — 2. Feilb., KcEevar'schc Real., Altenmarkt, BG. Laas. — 2. Feilb., Mlakar'sche Real., Nadlesk, BG. Laas. -2. Feilb., Kokevar'sche Real., Laas, BG. Laas. — 3. Feilb., Stefaniö'fche Real., Radosiz, BG. Möttling. — 3. Feilb., Arko'sche Real., Reifniz, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Zu-zek'sche Real., Präwald, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Feichtinger'sche Real., Rodne, BG. Treffen. — 2. Feilb., Gemeinderealität Senosetsch, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Adamic'sche Real., Koinpolje, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Baudek'sche Real., Plüsche, BG. Großlafchiz. — 2. Feilb., Kuhar'schc Real , Perbische, BG. Möttling. — Einzige Feilb. Peterlin'scher Real., Großpölland, BG Reifniz. — 1. Feilb., Murnig fche Real., Michelstetten, BG. Krainburg Telegramme. Wien, 23. Oktober. In einer zahlreich besuchten Parteikonferenz theilte der Finanzministcr Freiherr von Pretis mit, daß er mit der Kabinettsbildung beauftragt sei. Er bezeichnte als Programm die möglichste Beschränkung der Occupatio» , keine weitere Ausdehnung derselben, und daß dieselbe so lange dauern solle, bis Ruhe hergestellt und die Occupationskosten hereingebracht sind; er wünsche eine einjährige Verlängerung des Wehrgesetzes. Er ersucht um beschleunigte Beschlüsse des Klubs, ob dieses Programm an genommen werde. Nach dreistündiger Debatte, namentlich über die Occupationssrage, wurde die Konferenz beendet. Wien, 23. Oktober. Der „Pol. Korr." zufolge sind, nach detaillierter Meldung aus Konstantinopel, die Unruhen in Mazedonien ernster, als vermuthet wurde. Eine Bande von 2000 wohlbewaffneten Bulgare» griff am 18. Oktober Krasna an, der Kampf dauerte am 19. noch fort. In den bulgarischen Distrikten Djnma und Sa-makof ist gleichfalls alles zur Erhebung bereit Raslnk ist von einem Angriff durch Bulgaren bedroht. Alles deutet auf eine wohl vorbereitete neue bulgarische Erhebung. Berlin, 23. Oktober. Das Polizeipräsidium söste vier Vereine auf und verbot 34 Druckschriften aus Grund des Socialistengesetzes. London, 23. Oktober. Northcote hielt eine Rede in Wolverhampton und bemerkte, er könne nicht sagen, daß man vor Erneuerung des Krieges sicher sei; thatsächlich erhebe mau gegen die Durchführung gewisser Theile des Berliner Ver träges Schwierigkeiten. Die Signatarniächte, Haupt sächlich der Sultan, sollen die Wichtigkeit anerkennen, daß dieses große Werk nicht verloren gehe. Kauea, 23. Oktober. Der Sultan sanc-tionierte die vereinbarten Modificationen des Statuts. Bombay, 22. Oktober. Die „Gazette" meldet, daß die Vorrückung einer britischen Armee auf Kabul auf nächstes Jahr verschoben wurde. Am 28. Oktober. 3 Feilb.. UrZiS'sche Real., Rnpa, a OM. Krainbnra. — ? ^i,?Eusz°'sche Real., Birkenthal, BG. Seisenbev - 3 Nische Real., Großban, BG. Landstratz. Theater. Heute (gerader Tag): Der Störenfried. Lustspiel in 4 Aufzügen von Benedix. Truck von Jg. v. KleinMatzr » F e d. Bamberg. Danksagung. Für die vielen herzlichen Beweise der innigen Theilnahme während der Krankheit ihrer nun in Gott ruhenden innigst geliebten Mutter, rücksichtlich Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, der hochwohlgebornen Frau Rum Wen o. Au^lm. k. k. Oberlandesgerichtsraths-Witwe, sowie auch für die zahlreiche Begleitung zu ihrer Ruhestätte und die vielen prachtvollen Kranzspenden sprechen den tiefgefühlten Dank aus die trauernden Hinterbliebenen. Laibach am 24. Oktober 1878. Kaffeehaus in Gmr, eines der ältesten Geschäfte, Eckposten, parterre, gut eingerichtet, nebst anstoßender Wohnung, billiger Zins, zu verkaufen. Auskunft ertheilt Herr I»!«»»»»«»- in Gr ____ „Arche Noe." (479) 2-2 Laibach, Gradischa, Nvmerstrasre Nr. 57 alt, 19 neu, empfiehlt Triflnlcr Steinkohle (Prima-GlanMickkohle) und (497) 2—1 /irennliokz gesägt und gehackt, zu b i l l i g st berechneten Preisen und Anstellung ins Haus, und kann der Bezug auch im Abonnement mit ein-, zwei-oder mehrmaliger Zustellung per Monat — zahlbar bei Zustellung — erfolgen. Genaue Adreßangabe erwünscht. Herren-WSsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt L. .1. Iliniunin. Hauptplah Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gesertigt und nur bestpassende Hemden verabfolgt. (23) 85 Künstliche werden nach der neuesten Kunstmethode schmerzlos eingesetzt^ vollkommen schmerzlose Zahnoperationen unter Einfluß des sehr angenehm wirkenden Lnstgases (Stickoxydnlgas> vorgenommen vom an der Hradeekybrücke im 1. Stock. »i«. Mundwasseressenz 1 Flacon 1 fl. und Zahnpulver 1 Schachtel 60 kr. sind anher im Ordt-nationslokale noch bei Herrn Xnrln^ei' und den Herren Apothekern Zla;r und (am Preschernplatze) zu bekommen. (467) 4 Wiener Börse vom 23. Oktober. Geld Allgemeine 8la«I»-sukä. Papierrenre 60 55 Silberrente 62 20 7140 331— 106 50 111-70 12150 139 50 Goldrente Staatslose. 1839. 1854. 1860. I860(5tel) 1864. . Gruaäeatlaftun»r» Obligationen. Galizien.............. Siebenbürgen . . . Temeser Lanat . . . Ungarn................ Aaüere üffentkicke Aakctien. Donau-Regul.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Hctien v. Lankea. Kreditanstalt f.H.u.G. Escompte-Ges., n.ö. . Nationalbank......... Hctiea v.Teaarport Uateruekmuagea. Alföld-Bahn......... Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Westbahn . Ferdinands-Nordb. . - -ranz-Ioseph-Babn . -aliz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Czernowitz -Llovd-Gesellschaft . . 82 50 72-90 74 75 79 50 104 75 78 25 88 75 223 30 789-- 11625 487- -159 — 2005 127 50 23175 125 — 556 — Ware 60 65! 62 30 71 50 L33-— 107 — 112 — 122 140 73 50 75 50 8050 105 — 78 75 89 — 223 40 790' 116 75 488 — 159 25 2010 128-232 — 125 50 558 — Nordwestbahn . . . . Rudolfs-Bahn . . . . StaatSbahn............ Südbabn................ Ung. Nordostbahn . . Ksanäbriese. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank........... Ungar. Bodenkredit- . Priorilütr-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. l. Silber ^ranz-2oseph-Bahn. >aliz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn StaatSbahn, 1. Em. Südbahn L 3 Perz. » ^5 „ . Krivatkofe. Kreditlose........... Rudolfsstiftung. . . Devisen. London .............. Gekäsorten. Dukaten.............. 20 Francs............ 100 d. Reichsmark . Silber............... Geld 109 — 117— 252 65 SO 11225 108 50 92 75 97 50 92 75 92 — 10160 8425 99 — 85 — 61 75 159— 11075 9420 160 25 14 — 117 70 564 942 58 20 100- Ware 109 50 117 50 252 50 66'-112 75 108— 93 — 97 75 93 — 92 25 10190 84 50 99 50 85 25 62 — 160'— 111 — 94'50 160-50 1450 .1780 5 65 9 43 58 25 100 10 Telegrafischer Linrsbericht am 24. Oktober. Papier-Rente 60 75. — Silber-Rente 62 30. — Gold-Rente 71 30. — 1860er Staats-Anlehen 11150. — Bank-aetien 789. — Kreditactien 224 75. — London 117 50. — Silber 100'—. — K. k. Münzdukaten 5 62. — 20-Franes-Stücke 9 40. —100 Reichsmark 58'-. Verleger: Ottomar B«mberg. Für die Redaction verantwortlich: Fron, Müll,