V ereinigte Laibachcr Zeitung. 1^«.. 36. Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Freytag dett 3. May ,bi6. I n n l a n d. Klagenfurt den 17. April <^« der Umgebung unserer Hauptstadt bat-te ein Ereiguiß Statt, welckcs in den Hencn cincs jeden, welcher Gcm Glücke drang w' Biß richt d»>rch d.dcr konnten sich nur "n hie^r Müh"? 'or der Wuch dieses Hnn-bcs in eine nal)e gc!e>!cne Keusche retten. Man ist ftv besorgt, daß dieser Hnnd nicht auch «och mehren andere, du ihm ans semen Hcr- umirr^n im Wege kamen, verletzet, nnd mit seiner Wuth angesteckt babe Von Seite der Obrigkeit wurden augenblicklich alle nöthigen Vorsichtsmaßregeln ergriffen -— die beschädigten Menschen wurden dcr besten ärztlichen Hülse übergeben — die verlebten Thiere nurdcn auf der Stelle getödtet, und mit aUer Vorsicht in die Erde verscharret — in> ganzen Kreise wurden nebsibci die bestcben-d bei-ratbsmassige Venezianische Madchen öffentlich losen, und jede derjenigen, die aus dem Glückstopfe, in welckem '« goldene und 22 silberne kugeln beft'ndlich sind, eine der er-stern zi"kt, von jenem Betrage eine Ans-stattung vr»n Zao Lire erbalten soll. Die Munizipalitat hat noch 110a Lire hsyqefüqs, »velcke unter die übrigen von dcm Loose nicht begünstigten 22 Mädchen, (zu 5o Lire für jede) verthnlt werden. (K. Z.) Aus l a 1t b. D e ll t s ch l a l: d Frankfurt, den 17. AvriR. Morgen erwartet man )hre Durch laucht die verwttt.vcteHcrzozinn von Nassau- Weilburg, welche sich mit ihrem jüngsten Sobn, nach Wien begibt, um daselbst die Niederkunst ibrcr Tochler, Sr.kais. Hob.des E.H. Carl Gemahlinn abzuwarten. Ibr Sobn, dcr r^iccende Herzog, wird sie bis ^eher be-gletten. (W. Z.) I r a l i e n. Der päpstliche Stuhl hat, durch einen feyerlichen Ansspru-ch, der Fnquisizion ver^ boten, in ibren Processen die 5ortur anzuwenden. ^ Diese Entscheidung wurde durch den Kardinal-Staatssekretär den Midisten, von Spanien und Portugal mitgeteilt. S ck w e i tz. Am 9. Aprill sind von Basel mebrere Schiffe mit zwey bis dreyhundert nach Amerika auswandernden Bewohnern^aus dem Kanton Basel und etwann hundert Bürgern des Kantons Aargau abgefahren. Die meisten die,>r Leute waren mit vielen Habsckaften unh hinlänglichem Gelde zu ibrerEinrichtung in der anzulegenden Kolonie versehen. r mit e^irten Iemiten, die nach Frankreich zu-^«lsebrfen, und die andere nn^ a,iüestirten Koulgs'.nörocrn , die es verlieben, augcfäUt. So rompensirt sich Alles " (G. Z.) sn der ssan ner der Pairs machte am 9. d. M. ein Mitglied den Vorschlag, den ?ö-nig zu ersuchen, daß Se. Maj. ^'bren Mi. uisler der ansoarngen Angelegenheiten be-auttragen möge, allc Europäischen döfe einzuladen , um allgenicil^e Unterbandlungen mit den Mächten dcr Varbarey zu eröffnen, damit diese dabin gebracht w.'n'dcn, die flaggen dy der Cbri.ien ein Ziel zu setzen Hie Kammer beschloß diesen Vorschlag Hu erwägen. " Sobald der Koni.) das Freysprechungs-urtiet! des Generals Druot erfuhr , erklärte er daß der Prokurator nicht dagegen apveliere, sondern daß cr gleich in Freyheit gesetzt werde. Hieraus ward er den König vorgestellt. (G. Z.) Niederlande. ^n der-^ruhler Zeitung l' or.n'It' ksmmt fo'geuder^ Auszug aus einem neuen Werke uoer Bonaparte vor: Als Napoleon nach der Militärschule zn "ans ge^'ckt wurde, ^^^ seine Mutter an den G^fen von Brienne, um ihn zu bitten, dle stelle, welche er in Brienne ae-dabt Natie. seinem Bcuder Ludwiq, s nack-herbem ^onig von Holland,), zn verleben.' ^le' r^r.ef lautet w: Monseigneur. Wen konnte tch besser mit den Senf«r.» einer un-unglückllchen Mutter bekannt machen als ^"'"UM, dessen Herz so voll Güte ist? . lter 00.> Z^ ^asircn gestorben und bat mir H^'V l""l" von^sslndesn hinterlassen. Der ^.? ^^ ^V ^'"'' '^"bt, meinen zweyten ^obn Napoleon auf Kosten des Ht^fs cr-^ben zu la^en.. Aber es sind mir noch vier n '- !^^^^ ""^ '''rem Stande angemessc-^>"'ung zu qebcn mir unniö>l.ch ist bi..- ' ^.'^ ^ .vo.en, Eure Erzellenz zu d s ^"'s '""nen Gobn Lud-.oig einen ^eil ^s Won^^ ^ übertragen, welchcs ^ G"ado" ^^' "! ^p"leo" zu bewei'e., wir d e ^^'"^ ^l>cn? Niema'^verden n.r dte Wohlthaten vergessen, womit der König un4 überbaust bat, und wenn ich jetzt um lbre Beföro.'rung anbalte, so geschickt es in der Hoffnung, daß sie sich der Gäre dcs besten dcr Souverawe würdig zeigen werden, indem sie sich immer seinem Dienste widmen, Sie, Monseigneur sind eie uer unserer Wobltbater, Sie werden Tbeil nedmen an dcm Schmerz einer Mutter deren Laqe Fbr Interesse, oielletcht Ihr Mitleiden Verdient. Der Grafvon Briennc konnte das Gesuch der Mutter Bonapartes nicht bewilligen ; aber cr ließ sie nicht ohne 3rost uutz ohne Hülfe. (K. Z.) Großbritan nien. Am 21. März hielten die Wobltbäter des Londoner 5udenho!pitals (in welchem die allen hülfsbedürftigen Ioraeliten beiderlei Geschlechts, deßgleichen srme Waisen dieser Nation mit Wohnung, Kleidung und Kost versorgt werden, die Kinder auch den nöthigen Unterricht erbalten) ibre allgemeine jährliche Berwmmlung , in welcher gemeinschaftlich ae-spetöt, und elne Collccte für die Anstalt gesammelt ward. Der Herzog von Susser (des Kö« nigs sechster Sobn) war, alsBeschützer des Ho-svi als, in die«er Versammlung zugegen. Um halb 6 Ubr setzte sich die Gescll'chaft zur Tafel. Wahrend der Mablzeit wurden die Anwesenden von einem auserlesenen Sänger-C^or mit vierstimmig, gesetzten Liedern unterhalten. Nachdem das Ti chtuch abqenom-meu war (wo nach englischer Sitte die Gäste noch eine Zeit lang bei einem Gla.c Wein sitzen bleiben), brachte der Herzog die Gesundkeiten des Königs, des Regenten, der Koiugiun und der königlichen Fa nÜie aus. Nunmebro traten sämmtliche jüdische Waisenkinder n, den Spen'esaal ein, und gingen, unter Anführung der Vorsteher dieses festes, und mit voraustretendem Musicchor, paarweise, in Prozession um den Tisck, wobei die Kncwen Werkzeuge oder Arbeiten tbrcs erlernten Handwerks (Tischler, Schnb« macher und Korbflechter) in dcr Hand tru-gcu. Eines der Maiscnmädchl.'n declami re sodann eil,' von Hrn. Gump-rtz qe^ichttte Ode, die großen Beifall fand. Als die Kinde»- a^etrctea waren, hielt der Herzoq eine A.lrede au die Versammlung, in welcher er d'ctz wobltbätige ^ustitut zu fernerer Nnter-jl'chnng cmpsabl; er ho?^ sajte er, d,ß da die Eiukolnmensieuer anfgehoberi jci^ diese Woblthatrr sick desto freigebiger gegen diese milde Anstalt beweisen würden. Hierauf ging das Einsammlungs - Becken herum; und es kamen 896 Pf St. und drey Schil-lwg zusammen Dcr Präsident der Gesellschaft, Samuel, brachte hlerauf die Gesundheit des Herzogs von Susser aus, welche mit dreimaligen Vioat getrunken ward Der Herzog dankte für die ihm widerfahrne Achtungsbezeigung, und brachte nun, seiner Sci'ts, die Gesundheit des Präsidenten Sa-nn,cl aus, welche ebenfalls mit dreimaligem Vioat getrunken ward. Jetzt stattete Isaak We'er von dem gegenwartigen Zustande dcr Anstalt Bericht ab, der sebr befriedigend lautes. Der Herzog brachte hierauf die Gesundheit er Prinzessinn Charlotte aus. Ich bringe diese Gesundheit aus, sagte der Herzog, weil die Prinzessin eine geborne Engländerin ist, weil ich an ibrem Wohlergehen ganz besondern Antheil nehme, und weil ich überzeugt bin, daß dcr Prinzessinn die Wohlfahrt des Landes eben so sehr, als ihr persönliches Glück allen guten Englandern am Herben liegt Der beste Rath, den man der Pnn« Hessinn geben könnte, ist ohne Zweifel eben Her, welcher der Königinn Elisabeth ertheilt ward: „Halt es mit dem Volke, so wird tas Volk, von allem, was es vermag, dir nichts verweigern." Ich bin innig überzeugt, daß Niemand 'vaterländischer gesinnt seyn, an dem Wohlstande und an dem Ansehendes vereinigten Reiches von Großbrittanien ein lebendigeres Interesse nimmt und nehmen kann, als meine erlauchte Nichte < deßhalb «voll?» wir jetz^aufihr Wohlseyn trinken. Die Versammlungstimmtemitlautem Inbcl ein. Zum Schluß trank der Herzog noch: „Mo^en frcirr Velkcs-r/Sichcrheitdcs Eigenthums und tbätige Menschenliebe, in dcr ganze» Welt Herrschend werden!" Die'>.u Trinkspruch ward tlnter drei'naUigcm Zujauchzen aller Anwesenden, Bescheid gethan. 5tn, zehn Uhr verließ de Herzog die Gesellschaft, um noch bei einem ^este zu erscheinen, welches d^r Bürgermeister von London gab; der Rest der Anwesenden hingegen blieb noch bis spät in , die Nackt beisammen. (B.) D^eMorning-Chronicle schreibt: ,,?3or-niVls kostete S<. Helena der Ostindischen Co.npa.i.ie 7000 P). St. jährlich, wofür der Gouocrneur noch fu? Reisende und Ossizlcre ossene 5asel halten mußte. Jetzt zablen die Minister ihrem Gouverneur 12,000Pf., und er Zidt keine Tafel. Der Generalquartier-me'lsier, der Generaladjutant, eine Besatzung von »200 Mann, Bonapartc's Tafel, MW Transportschiffe von 4000 Tonnen Gehalt zur Herbcyschaffnng aller Bedürfnisse, kosten 80.000 Pf. Für Vertraud's Wohnung be-zaylt die Regierung 3c>5? Pf. jährlich; die wachthabende Eseadre kostet 100,000, kurz, das Ganze gegen 300,000 Pf. Hätte man nun Bonaporte mit gleicher Sicherheit und besserer Tafel im Toner oder im Schlosse von Dunbarton eingesperrt, so batte cr jährlich 1000 Pf. gekostet. Mlt jenen 300,000 Pf. könnte man die Einsen eines Aulehens von 6 Millionen gedeckt und die Einkommen?Ta-fe erspart haben.^ (G. Z. Da es den Unternehmern der Beleuchtung mit Gas gelungen ist, den Übeln Geruch desselben zu beseitigen, so ist endlich die Beleuchtung Londons dadurch gesichert. In Erter hat jemand ein Mittel erfunden, die Wäsche durct» Dampf zu reinigen, wobei 2 Drittel der bisherigen Arbeiten und Kosten erspart werden. Die Staatsschulden von England betrugen am 1. Febr. i8itt ?ie Summe von ,,,i2,/.l7,^3n Pf. St. 9 Sh, Y3s4 Pfennig. Von die<'en 1112 Millionen sind abgetragen worden durch den TNgungsfo?id 320,3^,000 Pf. St Es bleibt daher noch eine eigentliche Staatsschuld von 792 Millionen Pfund Ctcrl. (W Z.) Ionische 5 n se l u. Nachrichten aus ^orfu melden, daß das Kriegsgericht den Ortsoorsteber von Aoapla-des , Theodor Calo -eropulo , zum Tode vor-urtbcilte, weil cr die Sanitatsgesctze übertrat. S