Po81ains v UrLsvi 8H8 pavZalirsna. Bezugspreis« fiir das Inland ganzjährig K 36 — halbjährig K 18 — Hur dar Ausland ganzjährig K 72 — halbjährig ki 36 — jiir Amerika ganzjährig v. 2 50 ßiMm Wag Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung der Hottscheer Zeitung m Gottschee dir. 121. Berichte sind zu senden an die Kchristleitung der Kottscheer Zeitung m Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif be¬ rechnet und von der Ver¬ waltung des Blattes übernommen. Briese obne Unterschrift werdenn cht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück- gesendet. P ostsparkasfen-Konto Nr. 10.9S7. Wr. I I. Koöevje, am 1. Juni 1921. Jahrgang 111. (18). Gefährliche Erscheinungen. Die Geschichtschreiber werden das jetzige Zeitalter das nationale nennen, indem kein Bestreben in der Gegenwart so allgemein und offen¬ kundig zutage tritt, als die Nationalisierung jeder öffentlichen Betätigung. Jeder Staat will Nationalstaat werden und vor diesem Ziele soll sich alles andere beugen. Nationalisiert will man jede Industrie im Reiche haben, national muß Kunst und Wissenschaft sein, national die Geschichte einzelner Staaten, national Unterricht und Erziehung. Das sind natür¬ liche Erscheinungen, die gewiß berechtigt sind, solange dabei auch anderen Nationen Daseins- und Entwicklungsberechtigung zugestanden wird. In der jüngsten Zeit ist aber eine neue nationale Strömung be¬ merkbar, die dem einzelnen Volke, wie der gesamten Menschheit großen Schaden zuzufügen droht. Es ist das Bestreben weiter Kreise, auch die Religion in den einzelnen Staaten zu nationalisieren. Die Regierungen der neuentstandenen Staaten haben vielfach an leitender Stelle Männer, welche denselben Weg gehen zu müssen glauben, den einstens die ost¬ römischen Kaiser, Heinrich Vlil, von England, deutsche Fürsten zu Luthers Zeiten und andere Machthaber schon gegangen sind. „Luju8 reZsis, illius et relizio" — „wem das Land, dem gehört auch die Bestimmung der Religion" — so handelten sie und nationalisierten sie die Religion und machten sie zu einer gefügigen Magd des Staates. So handeln heute auch die Tschechen und deren Regierung. In jeder Weise wird dort von staatlicher Seite aus die von abtrünnigen, pflichtvergessenen Priestern ins Leben gerufene „tschechoslowakische Kirche" gefördert und werden derselben neue Anhänger zugetrieben, weil sie eine nationale, dem Staate stets dienstbare Kirche sein zu wollen verspricht, die segnen will, wenn der Staat segnet, und fluchen, wen er verflucht. Das kann doch nie und nimmer Aufgabe der Religion sein; denn auf solchem Wege müßte sich die Religion den Vorwurf zuziehen, daß sie den Haß unter den Völkern weiter fördert, statt ihn auszurotten. Soll es endlich einmal zur dauernden Versöhnung unter den Nationen kommen, muß die Religion dies herbeiführen, und nur dann wird es ihr ge¬ lingen, wenn ihre Diener, über den Nationen stehend, in Wort und Tat für die Befolgung des göttlichen Auftrages tätig sind: „Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe." Dabei ist unsere übernationale christliche Gesinnung himmelweit verschieden vom Internationalismus der Sozialisten. Die Religion läßt die Nationen bestehen und veredelt nur ihre nationale Gesinnung. „Das ist die Größe unserer katholischen Kirche", schreibt Bischof Groß von Leitmeritz in der Katholiken-Korrespondenz, daß sie alle Völker in ihren Schoß aufnimmt, deren nationales Leben aber nicht verkümmert, sondern bewahrt hat. Alle Nationen sind in die Kirche eingegangen, aber in ihr nicht untergegangen, sondern geläutert, gekräftigt und bereichert an wahrer Bildung haben sie ihr nationales und staatliches Leben fortgesetzt." In ähnlicher Weise äußert sich auch über diesen Gegenstand Univer- sitätsprosessor Dr. Hilgenrainer. „Die Religion zeigt uns den innersten Grund, aber auch Art und Maß unserer Volksliebe und weiht diese zur sittlichen Pflicht. Aber da ist nichts von Haß gegen andere Völker dabei, nichts von Schmäh- und Verkleinerungssucht, nichts von Beraubung ihres Besitzes. Darin liegt nur der Antrieb, die herrlichen Talente, die Gott in unser Volk hineingelegt hat, im Wetteifer mit anderen Völkern so reich als möglich zu entwickeln, niemand zu Leid und unserem Volke zur Freud und Gott, dem gemeinsamen Vater aller Völker, zu Ehre und Preis. Das ist der christliche.Nationalismus." Und mit diesem Maß kann sich jede Staatsgewalt zufrieden geben. Wo aber mehr verlangt und an die Religion das Ansinnen gestellt wird, jedwede nationale Überspanntheit mitzumachen, und im Verweigerungs¬ falle Gewaltmaßregeln zur Anwendung kommen, dort muß nach und nach die Religion ihren Einfluß auf die Gemüter verlieren. Religiöser Nieder¬ gang war aber noch immer der Vorbote staatlichen Umsturzes. Wer dem¬ nach das zweite nicht will, darf auch das erste nicht verschulden. Aus Stadt und Land. KoLevje-Hottschee. (Ernennung,) Zu Postoffizialen in Ljub¬ ljana wurden die Herren Franz König/ Franz Schager und Ludwig Primosch ernannt. — (Kirchliche Feier.) Am Feste des heil. Cyrill und Method war feierliches Amt in der Stadtpfarrkirche. Demselben wohnten alle Behörden und Schulen sowie zahlreiche andere Pfarrinsassen bei. — (Sechs Wölfe gefangen.) Der Forstheger Lackner in Karls- Hütten hat sechs junge Wölfe gefangen. Die Wölfin selbst hat er ange¬ schossen. Von den jungen Wölfen hat man einen hier behalten, fünf aber nach Laibach gebracht. — (Den Termin nicht vergesse nl) Am 4. Juni endet der Termin für die Auswechslung der 10-, 2-, und 1-Kronennoten, worauf wir nochmals aufmerksam machen. — (Die Fronleichnamsprozession) wurde in der Stadt unter dem üblichen Gepränge beim schönsten Wetter abgehalten. Befremden, ja Ärgernis erregte es, daß die Studenten samt ihrem Direktor nach dem zweiten Segen schon die Prozession verließen, was seit dem Bestehen des Gymnasiums noch nicht vorgekommen ist. — (Die Minister auf Inspektionen.) Am Freitag ist Ju¬ stizminister Gjuricic in Ljubljana eingetroffen, wo er Inspektion vor¬ nahm und sich das Personale des Bezirks-, Landes- und Oberlandes¬ gerichtes vorstellen ließ. Ackerbauminister Pucelj aber begab sich auf Inspektion nach Mazedonien. — (Verstorbene Kriegsgefangene.) Eine dem österreichischen Kriegsgefangenen««!! zugekommene Liste über in der Gefangenschaft ge¬ storbene Soldaten enthält auch einige Namen, deren Träger möglicher¬ weise Gottscheer waren. Solche mehr heimische Namen sind: Josef,Prei- ditsch, gestorben am 2. März 1915 in Nertschinsk; Franz Schneider) ge¬ storben am 26. Oktober 1915 in Tschita; Anton Fritz, gestorben am 30. April 1916 in Nertschinsk; Leopold Bachmayer, gestorben am 5. Mai 1915 in Tschita. — (Zeitgemäße Mahnung.) Die Bezirkshauptmannschaft-weist in einem Rundschreiben die Gemeindeämter an, der Bevölkerung die Er¬ höhung der Versicherung gegen Brandschaden anzuempfehlen. Bei den so häufig vorkommenden Feuersbrünsten, den hohen Materialicnpreisen und Löhnen liegt es gewiß in jedermanns Interesse, diese Anregung zu be¬ herzigen. Mit Versicherungsbeträgen, wie sie vor dem Kriege gang und gäbe waren, könnte man heute im Falle eines Unglückes rein nichts an¬ fangen. — (Besserung in der Güterverfrachtung.) Über Inter- vention des Abgeordneten Pfarrer 8kulj hat der Verkehrsminister an¬ geordnet, daß für Slowenien jetzt jeden dritten Tag 30 Waggone mehr zur Verfügung gestellt werden. — (Beginn des serbokroatischen Unterrichtes.) Im heurigen Herbst schon müssen alle Lehrer in der serbokroatischen Sprache soweit ausgebildet sein, daß sie hierin Unterricht erteilen können, der für alle Kinder von der dritten Klasse an verpflichtend sein wird. So be¬ richten die Blätter an einem Tage. Gleich daraus wußten sie wieder mitzuteilen, daß alle deutschen Beamten — auch die deutschen Lehrer ge- Seite 42. Gottscheer Zeitung — Nr. 11. Jahrgang HI. hören dazu — entlassen werden, da sie unzuverlässig seien und gegen den Staat wühlen. Zu allerletzt war zu lesen, daß jede deutsche Schule aufgehoben und nur der Elementarunterricht für deutsche Kinder noch deutsch erteilt werden würde. Wer kennt sich bei diesen einander jagenden Botschaften noch aus? — (Deutschamerikanische Spende.) Der deutsche Unter¬ stützungsbund in Cleveland hat dem Gefertigten 2800 Kronen zur Ver¬ teilung an arme Kinder im Gottscheer Gebiete übermittelt. Der Betrag ist auf alle 16 Pfarren aufgeteilt worden. Namens der Beteiligten dankt bestens allen Spendern Josef Eppich, Pfarrer in Mitterdorf. — (2000 neue Gendarmen) sollen angestellt werden. Nach einem Erlasse des Kriegsministers dürfen hiefür solche Soldaten genommen werden, die die Rekrutenübung bereits durchgemacht haben. Als Gen¬ darmen dienen sie dann ihre Soldatenzeit ab und erhalten während dieser Zeit die vollen Bezüge von Gendarmen. — (Ein neuer Staatsfeiertag) ist von Heuer an das Fest der Slawenapostel Cyrill und Method am 24. Mai. — (Ein neuer Staatsbürger.) Baron Gießl, der als Ge¬ sandter im Jahre 1914 das Ultimatum Österreichs in Belgrad überreichte, ist jetzt jugoslawischer Staatsbürger geworden, um im ruhigen weiteren Besitze seiner in Jugoslawien liegenden Güter zu verbleiben. Baron Gießl ist auch hierzulande bekannt, da er sich zum Jagdvergnügen in den letzten Jahren öfters in Gottschee und Mitterdorf aufhielt. — (Industrieller Stillstand.) Die Spinnereien und Webe¬ reien Sloweniens finden für ihre Erzeugnisse gegenwärtig so wenig Absatz, daß von den zwei größten (in Litija und TrLiL) eine ihren Betrieb ganz einstellen, die zweite stark einschränken mußte. — (Die Versammlung der ZadruLna zveza) hat am 19. Mai stattgefunden. Der Verband ist im steten Aufstiege begriffen. Als Mitglieder gehören ihm 537 Raiffeisenkassen und andere Genossenschaften an. Daß er im letzten Jahre 200 Millionen Einlagen und eine Milliarde 462 Tausend Kronen Verkehr hatte, ist sehr erfreulich. — (Erhöung der Eichgebühren.) Das Handelsministerium hat nachstehende Gebührenerhöhung als vom 1. Juni an geltend genehmigt. Für Längsmaße 4 K; Hohlmaße bis 5 Liter 3 X; darüber hinaus 8 X; für Fässer und Eimer Grundgebühr 4 X; dazu für jeden Hektoliter 4 X; für Gewichte bis */2 KZ 2 X; bis 2 kg 4 X; darüber hinaus 8 X; für einarmige Krämerwagen 10 X; für Präzisionswagen und solche mit Schalen 16 X; für Brückenwagen bei der Tragkraft bis 100 KZ 20 X; bis 500 Ke 40 X; bis 1000 k§ 60 X. — (Die Einwohnerzahl des Reiches) beträgt nach amt¬ licher Feststellung 12 Millionen 162 Tausend. — (Für die Soldaten,) welche in Altserbien dienen, hat sich Abgeordneter Brodar beim Kriegsminister verwendet und beantragt, daß diesen doch hie und da Urlaub zugestanden werde. Die hohen Reisespesen solle der Staat tragen. Den slowenischen beim III. Korps in Negotin dienenden Soldaten möge die Führung einer eigenen Küche bewilligt und die Transferierung unserer in Mezedonien dienenden Soldaten in heimische Garnisonen verfügt werden, da in Mazedonien alles malariakrank wird. — (Das serbische Strafgesetz) gilt jetzt vollinhaltlich für das gesamte Reich. Wen es interessiert, lese im Amtsblatte vom 20. Mai genaueres nach. Für Widerspenstige enthält das Gesetz gleich zwölferlei Strafen und bei den einzelnen Arten noch Abstufungen. So kann man beispielsweise auswählen, ob man Spangen 2 Kilo 560 Gramm schwer oder solche mit 5 Kilo und 120 Gramm tragen will. — (Staatsanleihe.) Von einer neuen Staatsanleihe im Be¬ trage von zwei Milliarden Kronen, die zum Baue von Hafenanlagen, von Straßen in Serbien, zur Aufführung von Regierungsgebäuden Ver¬ wendung finden soll, wird seit einiger Zeit viel gesprochen. Bald heißt eS, daß die größeren Geldinstitute den Betrag vorstrecken werden, dann wieder, daß man sich an die Gesamtbevölkerung wenden und diese unter gleichzeitiger Zusicherung der Übernahme der Kriegsanleihen für den Plan günstig stimmen wolle. Auch von Zwangsanleihe war schon zu lesen. Richtig ist es jedenfalls, daß die Regierung Geld braucht und dieses von der Bevölkerung nur dann zu erwarten sein wird, wenn vorher die Frage der Kriegsanleihen den allgemeinen Wünschen entsprechend Erledigung findet. — (Österreich und Jugoslawien.) Die von Österreich ein¬ mütig angestrebte Vereinigung mit Deutschland wird leidenschaftlich nur von den Franzosen bekämpft. Die anderen Mächte betrachten die Ange¬ legenheit kühler. Auch in Belgrad denkt man hierüber nüchterner. Ganz offen schreibt das Belgrader Blatt „Balkan", daß Österreich vom mensch¬ lichen Standpunkte aus und vom Standpunkte der Selbstbestimmung der Völker jedenfalls das Recht habe, den Anschluß an Deutschland zu ver¬ langen. Auch die kleine Entente könne eine solche Vereinigung gelassen hinnehmen, da ja die kleine Entente in erster Linie die Wiedereinsetzung der Habsburger und die Vereinigung Österreichs mit Ungarn verhindern wolle; nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland wäre eine solche Gefahr für immer beseitigt. Es wäre wohl zu erwägen, ob nicht Jugo¬ slawien dem Anschlüsse Österreichs an Deutschland unter der Bedingung beipflichten sollte, daß uns Kärnten wenigstens in jenem Teile zugesprochen würde, der zur Mehrheit von Slowenen bewohnt ist. — (D e r schwä b i s ch e K u lt u r b u nd) hat am 5. Juni zu Karls- dorf im Banat seine diesjährige Hauptversammlung. Da die wirtschaftliche, sittliche und nationale Kräftigung des jugoslawischen Deutschtums Haupt¬ ziel des Vereines ist, wäre es nur zu begrüßen, wenn die Hauptleitung auch für Slowenien die Berechtigung zur Gründung von Ortsgruppen bald erhalten könnte, — (Öffentliche Sammlung.) Um den Waisenkindern nach gefallenen Soldaten helfend beizuspriugen, wurde höhererseits angeordnet, es sollen in den Tagen vom 3. bis 5. Juni im ganzen Reiche freiwillige Beiträge gesammelt werden. Dieser Anordnung kam auch der hiesige Kinderfürsorgeausschuß nach und beschloß, daß am 3. und 4. Juni-in allen Orten unseres Gerichtsbezirkes und so auch in unserer Stadt eine öffent¬ liche Sammlung eingeleitet wird. An diesen beiden Tagen werden Damen beider Volksstämme mittelst Bogen die Sammlung freiwilliger Gaben von Haus zu Haus vornehmen. Sonntag den 5. Juni werden auf den öffent- lichen Straßen zu gleichem Zwecke Blumen verkauft werden. Das ge- sammelte Geld wird nur den Kindern unseres Gerichtsbezirkes zugutekommen, was wir besonders hervorheben. Da das Unternehmen einen gewiß begrüßenswerten Zweck verfolgt, ist wohl die Hoffnung be- rechtigt, daß jedermann sein Möglichstes tun wird, um den sammelnden Damen ihre aufopfernde Arbeit zu erleichtern. — (Rechnungsabschluß der Sparkasse der Stabt Ko- Levje.) Die Direktion der Sparkasse hat nachstehenden Bericht zum Rechnungsabschlüsse veröffentlicht: Das Jahr 1920 hat der Sparkasse seit ihrem Bestände die größte Zunahme im Einlagenstande gebracht. Eingelegt wurden in 3642 Posten X 16,248.468'41 und an Zinsen, kapitalisiert X 507.535'20, dagegen wurden behoben in 3613 Posten X 8,570.735'28. Mit Hinzurechnung des Standes Ende 1919 per X 11,367'642'20 und des Zuwachses von X 8,185.268'33 ergibt sich ein Einlagenstand von X 19,552.910'53, der sich auf 6784 offene Konti mit einer durchschnittlichen Einlage von X 2882'21 verteilt. Im Hypo¬ thekardarlehenskassengeschäfte haben wir dagegen einen Rückgang von X 901.969'39 zu verzeichnen. Eine namhafte Steigerung weist der Stand der Wechsel aus; er ist von 137.020 X auf 747.300 X gestiegen. Des¬ gleichen haben sich die Wertpapiere durch Überweisung aus dem Reserve- fonde zur Deckung des vorjährigen Verlustes um X 406.036'50 vermehrt und dafür im Reservefonde vermindert. Im Konto-Korrent-Verkehr ist infolge Mangel an Hypothekargeschäften ein Zuwachs von X 8,386.767'17 zu verzeichnen. Die Gebarung in allen Geschäftszweigen ergab infolge Abschreibung der Kriegsanleihe und deren fälligen Zinsen für die Jahre 1919 und 1920 im Betrage von X 361.387'30 einen Verlust von 210'167 X, welcher zur Gänze aus dem Reservefonde gedeckt wird. Die Gebarung in den Hauptgeschäftszweigen ist aus nachstehender Tabelle er¬ sichtlich. Hauptfond. Forderungen: Grundpfanddarlehen X 1,330.415'90 (im Jahre 1919 X 1,982'926'41), Gemeindedarlehen X 274.072 08 (523.527'96), Wechsel X 747.300 (137.020), Zinsenrückstände X 342.506'88 (187.263'63), Wertpapiere X 5,739.880'20 (5,333.848'70), Anlagen in laufender Rechnung X 10,799.006'77 (2,412.239'60). Es sind somit Vermehrungen gegenüber dem Vorjahre eingctreten bei den Wechseln um X 610 280, Zinsenrückständen X 155.243'25, Wertpapieren X 406.036'50, Anlagen in laufender Rechnung X 8,386.767'17. Verminderungen gegen- über dem Vorjahre sind zu verzeichnen bei den Grundpfanddarlehen um X 652.510'51 und bei den Gemeindedarlehen um X 249.455'88. Lasten: Einlagen samt zugeschriebenen Zinsen X 19,552.910'53 (X 11,367 642'20), Vorausempf. Zinsen X 9.976'05 (5.695'59), Pensionsfond X 60.385'10 (61.001'55), Geschäftsverlust X 208'058'05 (488.632'78). Die Vermeh¬ rung gegenüber dem Vorjahre beträgt sonach bei den Einlagen samt zu¬ geschriebenen Zinsen X 8,185.268'33 und bei den vorausempfangenen Zinsen X 4.280'46; die Verminderung beim Pensionsfond X 616 45, beim Geschäftsverluste X 280.574'73. — Reservefond. Forderungen: Wert¬ papiere X 131.248 (614.385'50), Anlagen in lauf. Rechnung X 60.551'39 (55.876'02), eigene Realitäten X 4.338'95 (4.427 49), Geschäftsverlust X 1.492'60. Es vermehrte sich demnach gegenüber dem Vorjahre der Stand der Anlagen in laufender Rechnung um X 4.675'37 und der Ge¬ schäftsverlust um X 1.492'60. Der Stand der Wertpapiere verminderte sich um X 483.137'50 und der der eigenen Realitäten um X 88'54. Lasten: Reservefond X 5727 (X 215.277'65), Verminderung um X 209.550'65. — (Wiederaufnahme der Konferenz der Nachfolge¬ staaten in Rom.) Die Konferenz der Nachfolgestaaten hat ihre Ar¬ beiten wieder ausgenommen. Die Beratungen galten den Fragen der Vermeidung von Doppelbesteuerungen, der Behandlung juristischer Per¬ sonen und der Pensionen von Staatsbeamten. Die nächsten Sitzungen Jahrgang III. Gotischen Zeitung — Nr. 11. Seite 43. werden der Regelung der Fragen der Privatschulden, der Sozialver- sicherung, der Bankfilialen und der Sparkassen sowie der Verwaltung der Schulden gewidmet sein. Nachdem nunmehr die materiellen Voraussetzungen sür die Verhandlungen durch das Eintreffen von Fachdelegierten gebessert erscheinen, nehmen die Verhandlungen einen rascheren Fortgang und man darf es als wahrscheinlich bezeichnen, daß eine Reihe von Verträgen werde abgeschlossen werden, deren Gegenstand zwischen den Nachfolge¬ staaten bis jetzt noch in Schwebe gelassen worden war. Stara cerkev. (Mitterdorf.) (Billige Verpachtung.) Die fürstliche Mooswiese in Slovenska vas (Windischdorf) wurde auf vier Jahre gegen geringfügigen Pachtzins an 24 Parteien in Pacht gegeben. — (Diebstahl in d e rKirche.) Im vorigen Jahre wurden aus der hiesigen Pfarrkirche zwei Altardecken, vor kurzem sogar ein Meßkleid (Alba) und andere Wäsche gestohlen. — (DerUrbanimarkt) am 25. Mai in Malagora (Malgern) war gut besucht und auch der Handel war ein erwartet lebhafter. KkeLe. (Kletsch.) (Todesfall.) Am 28. April ist zu Friedek in Schlesien im Alter von 33 Jahren der Besitzer Franz Kikel aus Kletsch 10 an Nierenentzündung und Herzleiden gestorben. Auf den italienischen Schlachtfeldern hat er sich die schwere Krankheit geholt, der er nun erlegen ist. In fremder Erde fand er seine letzte Ruhestätte. Kikel hinterläßt die Witwe mit drei unversorgten Kindern. Ehre seinem Andenken! HrLarice. (Masern.) (Die Wahl) in die Gemeindevertretung Dolenjavas (Niederdors) hat am 8. Mai bei reger Beteiligung statt¬ gefunden. Die Volkspartei siegte mit 194 Stimmen über die vereinigten Gegner, welche 120 Stimmen aufbrachten. Dementsprechend entfallen auf die Volkspartei 15 Ausschußmänner, auf die des bisherigen Vorstehers Merhar aber 9. Unsere deutsche Untergemeinde ist im Ausschüsse durch Pfarrer Franz Sturm vertreten. Andere Deutsche durften noch nicht wählen. Hoffentlich wird nächstesmal auch den Deutschen volle Gerechtigkeit zuteil. Lase. (Hinterberg.) (Die Freiwillige Feuerwehr) der Ge¬ meinde Hinterberg erhielt aus Cleveland, Nordamerika, folgende Spenden: Josef Perz 2 Dollar; je 1 Dollar: Franz Wittine, Matthias Wittine, Johann Schneider, Karolina Sterbenz, Franz Michitsch, A. Loretitsch, Franz Sedar, Johann Beljan, Josef Penkt, Maria Wittine, Josef Sedar, Matthias Petsche, Josefa Hoge, Johann Jonke, Johann Stalzer; je 50 Cents: Franz Zurl, Anna Damm, Anna Wiedmer, Josef Wittreich, Peter Michitsch, Viktor Knespler, Peter Wittreich; Georg Sdulz 25, Maria Hutter 15 Cents. Wir danken allen edlen Spendern auf das wärmste sür die Unterstützung, besonders danken wir dem Herrn M. Wittine sowie seiner Frau, die sich die Mühe de- Sammels genommen haben. Wir erhielten mit Freude 2500 jugoslawische Kronen. Der Wehrausschuß. KopkareVer. (Unterwarmberg.) (Pfarrer Franz Skulj,) der schon einige Monate leidend ist, mußte sich vorige Woche ins Spital nach Kandia begeben, um sich einer notwendig gewordenen Operation zu unter¬ ziehen. Daß diese volle Heilung brächte, wünschen im alle Pfarrkinder. Gotenice. (Göttenitz.) (Ein Verschollener meldet sich.) Vor kurzem langte aus Bisg in Sibirien eine von Josef Eppich aus Kucken- dorf 9 geschriebene und von seinem Leidensgenossen Richard Rogler aus Vogtland, Volkensteinerstraße 9 in Sachsen, mitunterfertigte Karte ein, worin Eppich bemerkt: „Hoffentlich ist die Erlösung nicht mehr weit ent¬ fernt." Rogler ist schon zurückgekehrl und hat erst in Deutschland die Karte auf die Post aufgegeben. Von Eppich ist diese Karte das erste Lebenszeichen nach vier Jahren. — (Trauung.) Am 23. Mai wurde Johann Tscherne von hier Nr. 45 mit Maria Mallner aus Briga (Tiefenbach) getraut. Tscherne ist ein sehr origineller Mann. Von hier bis zum Schneeberg kennt er jede Billichhöhle und sind die „Matzen" den Herbst über seine steten Begleiter. Auch als Bienenzüchter ist Tscherne bekannt und gerade des¬ wegen wird er auch ein guter Ehemann sein. Schreibt doch das slowenische Jmkerblatt: „Die Ehe ist ein mit Honig bestrichenes Kreuz; ist der Honig abgeleckt, bleibt nur das Kreuz übrig." Bräute sollten darum ihre Männer vor allem unter den Bienenzüchtern suchen. Denn nur sie können, wenn der erste Honig abgeleckt ist, das Ehekreuz gleich wieder mit frischem Honig bestreichen und so das Leben gemütlich machen. Wssel;. (B e s itzw e ch s e l.) In letzterer Zeit hat Stephan Koscher seinen Besitz in Obermösel Nr. 20 (vulgo Krelarsch) an Franz Mochar aus Laserbach verkauft und beabsichtigt einen Neubau auf Nr.,31 (alte Post). Frau Floriana Schemitsch kaufte vom Schuster Franz Lerne die Luflkeusche Nr. 64 und Wagnermeister Franz Neumann von Anton KajfeL das Haus Nr. 40, welches früher dem Lodenfabrikanten Petet Neumann gehört hatte. — (DasFronleichnamsfest) wurde Heuer noch feierlicher als sonst begangen. Der Oberlehrer Herr Emil Locker spielte beim Hochamte mit mustkkundiger Hand die Orgel und die Mösler Musikkapelle die Meß- lieber und bei der Prozession Phoräle und die Feuerwehren von Mösel und Verdreng «Haren in Parade ausgerückt. Die Beteiligung der heimischen Bevölkerung und aus den Nachbarpfarren war sehr zahlreich und in muster¬ hafter Ordnung. Alle Ortschaften waren mit ihren Kirchenfahnen und die Schulkinder mit ihrer Schulfahne erschienen. Die Ortschaft Obermösel trug Festesschmuck. So ist durch das Zusammenwirken aster das Fron¬ leichnamsfest besonders feierlich begangen worden. — (Die Hauptversammlung) des Spar- uud Darlehens¬ kassenvereines findet Sonntag den 12. Juni um 3 Uhr im Pfarrhofe mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3.-Genehmigung des Rechnungsabschlusses für 1920. 4. Allfälliges. Im Falle der Beschlußunfähigkeit findet die Versammlung eine halbe Stunde später mit derselben Tagesordnung statt und faßt bedingungslos Beschlüsse. Kummerdorf. (Kirch en diebstahl.) In der Kirche auf dem Kummerdorfer Berge haben unbekannte Langfinger im vergangenen Mo- nate alle Fensterscheiben und die Glastafeln von den Kirchenbildern sowie das bessere Altarbild fortgeschleppt. Der Schaden wird auf mehr als 2000 K geschätzt. Amerikanische Neuigkeiten. Kleveland. (Gestorben) ist im städtischen Krankenhause am 26. April nach vierjährigem Siechtum der ledige, aus Malgern 23 gebürtige Johann Kren. Er war 40 Jahre alt. — (Vom deutschösterreichischen Unterstützungsverein.) Die Absicht, die beiden heimatlichen Blätter in eines zu vereinigen, wird hier lebhaft begrüßt. Unsere Mitglieder wollen alle Abnehmer sein und für das Blatt werben. Auch mit Anzeigen wollen wir es gelegentlich unter¬ stützen. Weitere Hilfe kann der Verein nicht zusagen, da sein Vermögen nur für seine kranken oder toten Mitglieder verwendet werden darf. Das Vercinsvermögen ist zudem auf Hypothek angelegt und sind nur gegen 1000 Dollar frei, die für alle Fälle zur Unterstützung der Mitglieder bereit stehen müssen. Weitere Mitteilungen erhalten Sie vom Herrn Josef Perz, der am 24. Mai von New-Dock ab nach Hause fährt. John Fink, Präsident. Wrooklyn. (Sammlung.) Für die Kapellenglocke in Windisch¬ dorf haben hier beigesteuert: 5 Dollar Andreas Tschinkel; je 3 Dollar: Maria Hönigmann, Josef Erker, Leni Erker; je 2 Dollar: Anna Os¬ wald, Alois Erker, Marie Petsche, Marie Sturm, Alois Lobisser, Alois Erker; je 1 Dollar: Resi Jaklitsch, Magdalena Petsche, Alois Schneider, Rest Tschinkel, John Primosch, Lisi Schmuck, Josefa Stonitsch, Heinrich Hönigmann; 50 Cents Maria Erker. Allen Spendern herzlichen Dank! Hakland Sei Sa« Kranzisko. (Andauernd schlechteLage.) Die Zeitung erhallen wir regelmäßig und wir lesen sie gerne. Es muß für viele wohl sehr schwer draußen sein. Doch auch hier geht nicht alles am besten. Tausende von Männern sind ohne Arbeit, der Lohn geht überall herunter und die meisten Fabriken haben zugesperrt oder arbeiten nur wenig. Wir wollen aber hoffen, daß es wieder besser werden wird. I Wer. Mm. Läse I ItocM, ftmiptplinr n I 8 «emisebimaren-stsaaiung ima Hansel nm canäeMoäulrten «M». M rein grosser Lager sämtlicher Wo- WWW «iri unü Zperereiwaren sowie aneft W Mevl, Mer, Mair, Meie, Zair W «sw. ru cken »ieürigrten Preisen, öeacbten Sie irSI. Sie Preisliste! Seite 44. Gottscheer Zeitung — Nr. 11. Jahrgang HI. Ich offeriere Wüster-, Kinser- und Arotmehk, Po¬ lenta, Maismehl und Weizenkkeie, alles garantiert ge- sund und in bester Qualität, zu den billigsten Tages¬ preisen. 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