(Fostnuia placana v goumni. Mi« Zeitung —M Gebetn» wSchentNch >po«tmal t Donn«r«taq and Sonntag früh. ----= MvtttlritEio .»» liflfll: «Trtmra mllca «I. ». Xt(rv(un —«»»«,»<, >s» »Mb« w der Vmaltnc qeyeo btllgKn •eMb»« rt,tsliqt*B*«o«*n Il|l|t|lll1ai gU,»«i Jilak rt«fttfl«tifl Dia ib.—, h»l»f»brw W» b0 —■ »mit W« Vt, >00.—. #iiM «li«ia*b «tlpt «4»ta — Et»,et», **■■«« vt» 1.— Kummer 86. Sonnt«o, den 28. Oktober 1923. 48. Jahrqanq. Diel Lärm um nichts. S« sonn die interessiert« Oessentlichkeit nicht «ehr überraschen, wenn ihre Aufmerksamkeit während jeher Arkeil«pause unsere? Parlamente« und besonder! »or Beginn einer Session unnatürlich aufgepumpt wird. Die nur zu bekannten innerpolitischen Möglichkeiten marschieren in den verschiedensten Kombinationen vor den Augen der erschreckte» oder ersreuten Wähler« scharen aus, die dann zum großen Teil wirklich wähnen, e« »üsse irgendein,«« Außergewöhnliche« geschehen. Diese« Außergewöhnliche wäre ren meisten lieb, weil der Druck der Unzusriedenheit so schwer aus ihnen laste», daß sie nicht erst nach de« Nutzen irgendeiner Veränderung in der StaatSleiiung fragen, sondern e« genügt ihnen der bloße Trostgedanke, daß e« eben ander« wird. Wie sah e« im Parlamente au«, al« die heute so heiß besehdeten Radikalen allein die Regierung über, nahmen? Klerikale, Muselmanen und all die kleineren Opposttivn«gruppen konnten ihrer Freude darüber nicht genug tun, daß die Demokraten durch die Bit« dung «wer reinradikalen Regierung auigeschaltet wurden. Da lief mit den Radikalen zusammen alle« lärmenden Sturm gegen die ehemaligen Teilhaber an tat Mach», weil man in diesen die Inspiratoren aller früheren rückständigen und gewalttätigen Maßnahmen sah. Pribicevii und Koroäec waren durch Abgründe von einander getrennt und der Beifall, den die bekannte Antidemokrateurede de« heutigen Paria-»ei,t«präsidenten Ljuba Jovanovic gelegentlich der verifikation«dedattr entfesselte, erscholl in den Bänken der Klerikalen und Muselmanen ebenso lau», wenn nicht lauter, al« in den Bänken der Radikalen. Inzwischen haben die Radikalen allein regier». Wahrscheinlich nicht schlechter alt irgendeine Zu» sammeastellung von Parteien regiert hätte. Wenn der Gin Kervstausflug nach Italien. Von Dr. Otmar S chr oefl. I. Nach beinahe zehnjähriger Unterbrechung ist Heuer, »um erste» Mal nach dem großen Kriege, ein von dielen schon lang ersehnter Wunsch in Eifüllung ge-gangen, eine vergnügung»reite »ach Iialien unter-nehmen tu können. Wir zogen nicht gegen Süden mit dem Sedanken geistige Anregung zu schöpfen, sondern «tnztg und allein in der Ibl&t, Landschaften zu schau n, Stillen alter Kultur zu bewundern und „hüt not lecst" uv« zu «holen. Unsere Reise war aber nur «in „ÄuSflug", webet da« Wort „nur" lediglich eine tegriffbegrenzenbe, nicht eine geringschätzende Bedeutung haben soll. Wir kosteten von Italien, nipplen hier und tooit und kehlten mit dem angenehmen Gefühle, man cherlet Schönes gesehen und ur>« duich zwei Wochen in angenehmer Gesellschaft bewegt und erheitert zu haben, in unsere Heimat zurück. Der Initiative de« Oesterreichischen BerkrhrSbureau» ist «» zu verdanken, daß diese Gesellschaftsreise vornehme, ren Stil«, zu Stande kam. tigNn „öjffeelaue* bekamen, und dem Station«namen „Tarvisto" erinnerle un« he>zlich wenig daran, daß wir unS im Süden befanden. (&« wir unheimlich kalt und wir hüllten un? mit Behagen, nachdem wtr unse» ren Scparatwagen bestiegen halten, in unsere Mäntel und PlaibS, Run ging e« in rascher Fahrt dem Fclla tale zu. Pontafel rief wehmutsvolle Erinnerungen in un« wa», doch die un« hier vcrabretchtk» Eßkörbc, „Eestini" genannt, deren jedem eine Flasche uriver-fälschten „Shianti" beigegeben war, rissen un» also gleich au« unserer sentimentalen Stimmung und bald gab man stch einem angenehmen Schmause hin, der un« bis weit in die venezianische Ebene unterhielt. Lulgi Robati, unser Führer und Beschützer aus d«r ganzen Reise, hatte stch durch diese« cpulente Mahl gleich alle Herzen erobert. Auf der Fahrt merkien wir es allerdings, daß wir in Italien waren, der Zug flog die Felswär de der Schluchten entlang, Tunnel folgte auf Tunnel und bei dem infernalischen Gepoller war e« unmöglich, trotz lautesten Schreien«, stch ver ständlich zu mache». Malerische S'ädtchen mit epheu umrankten Mauern, eigenartige Cimvanili. Maulbeer-bäume aa denen stch die Reben gravitätisch empor, schlingen, «»«gedehnte Maiskulturen fliegen an uns gewünscht wird, obliegt keinem Zweifel. Wa« aber nach dem Sturz de« so vcihahle» Regime«? Da« brauch«» die D«mokrat«n nicht zu sragen, denn sie wissen, daß sie nur gewinnen können und den ver« lorenen Platz an der Krippe wi«d«r erobern »üfsen. Diese Frage stellen sich aber in heimlicher Sorge die Klerikalen und di« Muselmanen, weil wieder da« über sie tovmn muß, wa« st« überwunden zu haben glauben. Mit einer demokratisch-radikale» Koalition«» regierung würde schw«r«r zu reden sein al« mit einer reinradikalen. Man soll stch vor d«m Glauben hüten, daß Männer wie Pribikv ö auch nur im Traume daran denken, ihr Programm zu verleugnen und den verschiedenen Autonomiesorderunger^jetz« irgendwelche Konzessionen zu machen. Daß e« zu einer Koalition zwischen Radikalen und Demokraten kommen müßt«, liegt klar aus der Hand, weil Klerikale, Demokraten und Muselmanen nicht unter einen Hut gebracht werden können. Ein solcher versuch hätte in kürzester Zeit ein Rezierungschao« zur Folge. Da« alle« weiß man, «an spiegelt zwar einen oppositionellen Block vor, man tut in der Unge« wohntheit der neuen Freundschaft sogar gerührt, man prophezeit, gestikuliert, lärmt, aber — man getraut sich nicht. Da« hat da« Absti»muug«ergebai« am letzten Samstag klar bewiesen. Ziffern reden und hier reden sie deutlich. Die Radikalen haben für da« Präsidium saßt alle Mann herbeigeschleppt und von 108 Abgeordneten 10! stellig gemach». Ihre so« genannte» Bu»de«genossen, di« Türken, waren mit 13 Stimmen diszipliniert und vollzählig da. Die Deutschen, welch« nicht« gegen die Au«wahl eine« Präsidenten au« den Reihe» der größten Partei hatten, gabm ihr« acht Stimmen geschlossen für Herrn Ljuba Iovanovie ab. Zusammen erhielt die Regierung also 122 Stimmen. Bon der Opposition fielen 42 demokratisch,, 5 klerikale und 7 muselmanisch« Stimmen vorüber. ES war schon später Nachmittag, als Glocken« gelä»te an unter Ohr drang. Ave Marta! — Ja, e« war nicht einfacher Glockenklang, e» war Mustk, den» di» Sirchenglocken Benetien« sind die wohlklingendste» ganz Italiens. — Milde Seeluft weht un» entgegen, unsere Ungebuld wirb größer unb größer, wtr laufe» auf di«, tun da« Fort Malghera wehrhaft gemachte Sleindracke, eine der längsten der Welt, ein und nun geht e« über die ,u beiden Seiten plätschernde Lagune hinüber, nach Venedig. Venedig, da« Ziel und die Sehnsucht der Jung-vermählte», welch ein Zauber liegt in deinem Namen l Unwillkürlich wähnt mau stch dem Alltag entrückt, man denkt an ixäumerikche Paläste, verführerische Altane», schweigsam über die spiegelnde Fläche de« Kanal« da-hingleitende Gondeln, darüber breitet sich milchweiß da« fahle Licht de« Monde«, geheimnisvolle Schatten auf dir glitzernde Wasserfläche werfend. Und wen» wir leise da« melancholische .Ninna Nanna" de« graziösen Gondelier« vernehmen, dann habe» wir eine Mond-scheinromanze erlebt, wie man sie eben nur in der Lagunenstadt erleben krnn . .. Feststimmung herrschte, al« wir in Venedig ankamen, Fahnengeschmückte Häuser, mit Teppichen und Girlanden behangene Balköne, Tribünen, Gondeln mit feierlicher Auftakelung, eine ge< waltige Menschenmenge, di: stch durch die mit glän-zcnde» Kaufläden über und über bedeckte Merceria be-roegie. Die Dogenstadt feierte da» historische Fest der Gondolieri, die traditionelle Regatta. (Fortsetzung folgt.) «eilt 2 auf den Kompromißkandidaten, überdies noch di« Stimme eine« demokratischen Dissidenten, zusammen also 55 Stimmen. Die Landwirte, die von einem oppsitionellen Block übn Haupt nichts wissen wollen, schenkten ihrem Vielredner voja Lazic mit 9 Stimmen daS Vertrauen. Der mit soviel Lungenkrast und Druckerschwärze angekündigte Sturm der Opposition ist also kläglich vnSgesallen. Wenn von 57 Demokraten 15 Mann fehlten, wenn von den 24 Klerikalen sogar nur 5 Kämpen antraten und von den 18 Muselmanen bloß 7 am Platze waren, so Ist daS, wenn nicht« andere», zumindest eine klägliche Disziplin. Daß eS freilich nicht an der Disziplin lag, glauben wir oben dargetan zu haben. ES gibt nun Leute, die auch die Deutschen in einer Opposition sehen möchten. DaS ist ein Wunsch, über den sich ja reden ließe, zumal vie Konzessionen, die dem Deutschen Klub von den Radikalen gegeben wurden, nur in der Phantasie der l'tzigen Opposition existieren. Oppositionell zu sein im Rahmen einer derartigen Opposition, hat aber wenig Reiz, denn die Deutschen wissen nur zu gut, daß sie einsam aus die verbrannten Finger zu blasen hätten. Man kann über die Erregungen der Parla« wentSeriffiiung deshalb ruhig zur Tagesordnung übergehen, hoffentlich zu einer Tagesordnung ver« Künftiger Arbeit. Die ganze Geschichte war nach allem ja bloß viel Lärm um nichts. Politische Rundschau. Znland. Wahl des ParlamentsprSfidiums. Die Nationalversammlung wurde am SamStag, den 20. Oktober, um viertel 11 Uhr eröffnet und dauerte bis 12 Uhr mittags. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des Präsidiums, die, wie nicht an-derS zu erwarten, mit dem Siege der radikalen Liste endete. Die Ergebnisse der Abstimmung ver« öffentlichen wir an anderer Stelle. Die Parteien der Opposition zeichneten sich, wie gewöhnlich, durch ihre Disziplinlosigkeit aus. Ausfallend waren be-sonders die großen Lücken in den Bänken der ilo-w-nischen VolkSpait««. Zum Piäsidenten wurden Ljuba Jovanovic gewählt, zu Vizepräsidenten Ljuba Balte und M. Rankov-ö, zu Sekretären Kobasica, Sigacic, Bojoviö und Popooiö. Wahl des Finanzausschusses der Nationalversammlung. Die Sitzung bts Parlaments am 23. Oktober wurde um 10 Uhr vormittags ei öffnet. Nach Ver-lesung de« Protokolls antwortet Forst, und Berg-bauminister Dr. S,«f^ auf die Anfrage de« Abge ordoeten Agatonovie und Divat, wie da« Unglück im Bergwerke von Alekstnat geschehen sei. daß am 2. Oktober im Bergwerke 10 Arbeiter erstickt, während 7 Arbeiter schwer erkrankt seien. Er habe sogleich angeordnet, daß ein Inspektor de« Mini-sterium« dorthin reist. Derselbe Haie festgestellt, daß e« stch um ein Elementarunglück hantle und de«> halb niemand die Schuld treffen könne. Der Abgeordnete Aga'onov6 gibt sich mit di.fer Antwort nicht zufrieden und erklärt, daß er di«»bechglich eine Jnierpillation unterbrenen werde. Ueber daS Unglück sprechend kommt Abgeordneter Divaö auf den Gesetzentwurf über die AibeitSzeit zu sprech?», laut welchem nicht Frauen und Kinder beschäftig werden können, waS »cm Grütze über die Arbeit« zeit zuwider sei. Der Fmst- und Bergbauministcr antwortet, daß er einen solchen Entwurf gar nicht gesehen habt, so daß dies wahrscheinlich einer jener Entwürfe fei, den einer se'ner Referenten au«ge« arbeitet habe. Hierauf teilt der Präsident mit. daß in der Schweiz »er Abgeordnete und gewesene Bco-grader Bürgermeister. H?rr Dobra Mitroviö, ge-sterben sei. Di« Abgeordneten et heben sich von thnn Sitzen. Danach verliest Ministerpräsident P^»t den Erlaß über die ordentliche Eröffnung der Herbst-seisio» d-ö Parlamente«. Nun ordnet »er Präsident eine Pause von 10 Minuten an. Danach findet die Wahl de« Ausschusses für die Aushebung »er höhe-ren pädagogischen Schule und des Ausschüsse« für di« Umänderung des Alt. 117 statt. Von 224 Ab-geordneten stimmen 119 für di« radikal«, 4g für die demokratische, 19 für die mohamedanifche, 2 füc die klerikale Liste, 10 für den Bauernbund und ebensovieU sür die deutsche Liste, sodaß die Deutschen ein Mitglied, Abg. Dr. Kraft, erhielten. Citlter Zeitung Die Rangeinteilung der Verkehrs« beamten. Im VerkehrSministenum wurde unter Vorsitz de« ersten Gehilfen dr« Minister« RaniSlav Avramovt eine Konferenz abgehalten, an der alle Abteilung«, voistände de« Verkehr« Ministerium« und Vorstände aller StaatSbahndlrektionen teilnahmen. Gegenstand der Beratung war die Frage der Einteilung der VerkehrSbeamten in die durch da« neue Gesetz vor. geschriebenen Rangklafsen. Unter den Teilnehmern herrschte die«b.^üglich große Verwirrung, da man nicht wußte, nach welchem Gesetze man die Einteilung vornehmen sollte: nach dem Veamtengesetz oder aber nach dem VerkehrSbeamtengesetz. Nach der Erklärung Abramovii' soll die Einteilung nach dem allgemeinen Beamtengesetz durchgeführt werden, während die Ge-hälter nach dem Sondergesetz über die Verkehrs-beamten bestimmt wirden. Zum Schluß wurde eine Kommission gewählt, die die Einteilung der Beamten in Einzelheit durchführen wird. Prinz Peter von Montenegro beim Ministerpräsidenten. Prinz Peter von Montenegro, der bekanntlich in B?ogra» weilt, besuchte den Ministerpräsidenten Pasiö, mit dem er längere Zeit im G-spräche ver« weilte. Etwas Näheres über »ieieS Gespräch sonnte «an nicht erfahren, immcihin v.rnimmt man au« Kreisen, die P.sii nahestehen, daß bei dieser U iter-redung über die Teilnahme deS Prinzen Peter an »en bevorsteh.'n»en Feierlichkeilen bei Hose gesprochen wurde. Es ist bekannt, daß die Ankunft de« Prinzen Peter in unserem Staate in gewissen montenegrinischen Kreisen Unzufriedenheit hervorgerufen hat. Der montenegrinische Abgeordnete Bozooic hat in dieser Angelegenheit sogar eine Interpellation an den Mi« nisterpräsidenten eingebracht. In parlamentarischen Krei en behauptefman, day dieser Besuch de« Prinzen Peter mit der bevorstehenden Antwort Pa«ic' aus die Anfrage Bozuviö in Verbindung stehe. Die Amnestie anläßlich der Taufe des Thronfolgers. Der schon lange angekündigte große Amnestie« erlaß, der anläßlich der Taufe de« Thronfolgers hätte unterfertigt werden sollen, ist nicht erschienen. Der König unterschrieb mit dem Datum von Sonn, tag wohl einen Erlaß, durch den aber nur «in« f«hr kleine Zahl von Verurteilten, u. zw. ausschließlich solch«, di« auf 20 Jahr« Kerker und zum Tode verurteilt waren, begnadigt wird. Dieser Amnestie« erlaß ist veröffentlicht worden. Da« Ausbleiben »er angekündigten weitgehende» Amnestie wird damit begründet, daß eine solche bereit» bei der Geburt de« Thronfolger» gewährt warten sei. Die politische Lage. Unter den oppositionellen G-uppen winde wiederholt über ihr weiteres Verhalten im Parlamente v-r« handelt. Die Führer Ver oppositionellen Gruppen Ljuba Davidoviö, Anton Koroö c und Mchmed Spaho traten zu einer Beratung zusammen, in welcher von der Taktik der Opposition im Parlamente di« Rede war. ES soll noch «in« Konferenz abgehalten werden, an der auch der serbische Bauernsührer Boja Laziö teilnehmen wird. In dieser Konferenz sollen die Be« sprechungen fortge>etzt werden. Allem Anscheine nach wird der einheitliche oppositionelle Block nicht imstande sein, die Regierung zum Falle zu bringen. Auch die Mitglieder de« neugewähllen Finanzausschusses traten zur ersten Sitzung zusammen, die nur eine und ein-halbe Stunde dauerte. In der Sitzung wurde bloß di« innere Gliederung de« Finanzausschüsse« vor-genommen, und zwar wurden gewählt zum Piäsi-deuten der Abgeordnete N s eine Art Vorbesprechung über die Vorbereitungen zu der Begegnung der zwei Staatsmänner. Ausland. Bürgerlicher Wahlsieg in Oesterreich. Die Wahlen in daS Parlament haben, »ie zu erwarten stand, eine bürgerliche Mehrheit ge-bracht und haben damit einen Sieg der Regierung Seipel ergeben, die unter der Parole deS Sanierung«, werke« Oesterreichs in den Wahlkampf gezogen ist. Eiue Verschiebung der politischen Machtverbältniffe ist in Oesterreich nicht eingetreten. Das Entjchei« dende an den Wahlen ist zunächst, daß daS Sa-nierungSwerk Oesterreichs nicht gefährdet erscheint, da die christlichsoziale Mehiheit die Macht in den Handen behält. Dies« Partei wäre in der Lage, allein »u regieren, wenn auch wieder di« Frage ein.r Koalition zwischen Ehristlichsozialen und So« zial»cmokraten aufgeworsen wird. Nach der Haltung, die Bundeskanzler Dr. Seipel biSher eingenommen hat, erscheint eS fraglich, ob so eiue derartige Koalition unter seiner Leitung möglich wäre. G.rase;» komisch ist das Wahlergebnis sür die monarchistisch« G'Uppe der kaise:t:euen Vo'.kipaitci, die In einzelnen Bezirken vi«r und fünf Stimmen bekamen. Die Kommunisten kommen mit ihren Wahlstimmen eben-fall« nicht in B.iracht. WaS die Stadt Wien selbst anbelangt, so haben die Sozialdemokrateu hier so-wohl für daS Parlament, al« auch sür den Ge-meinderat die Mehrzahl der Summen «halten. Der Gemeinderat ist in der Mehrheit fozialdemo kralisch geblieben. DaS endgültige Ergebnis für den österreichischen Nationalrat lautet: Ehristlichfoziale 31, sozialdemolraten 66, Großbeutsche 12, Land» wirtebund 6. Voraussichtlich wir» die christlichsoziale« großdeutsche Mehrheit im Nationalrat weiterzu« sammenarbeiten, wozu noch der Landwirtebunb kommt. Die Slowenen errangen zwei Mandat« im Kärntner Landtag. Bei den LandtagSwahlen sind insgesamt 166.059 giltige Stimmen abgegeben worden, davon sür die Einheitsliste 91.279, fürdieSozialdemokraten 66.436, Kommunisten 576, Slowenen 9205, Nationalsozia, listiscb- Arbeiterpartei 4533. Auf die Einheitsliste entfallen somit 24 Mandate, davon 10 auf den Kärntner Landbund. 9 aus die Ehristlichsozialen. 5 Großbeutsche. Die Sozialdemokraten haben 15 Mandate, die Slowenen 2, und di« Nationalsozia-listen 1 Mandat. In den Nationalrat find keine Slowenen gewählt worden. Die Kapitulation Deutschlands. Da« vlämiiche Organ der belgischen Sozial-demokraten „De Volk«ga«t" schreibt: Die Deutsche Regierung hat den paff v n Widerstand im Ruhr» gebiet offiziell ausgegeben. Da« «ufgebin de« pis« Ilven Widerstandes bedeutet für Poir>car6»Theukii«-Jaipar die Kapitulation von Deutschland. Dies« Kapitulation soll das Zeichen sein für den vollständigen Erfolg der Ruhrbesetzung. Wie liegen die Dinge nun an der Hand dieses Erfolges? Die Londoner Konferenz hat die Schul» Deutschland« aus 132 Milliarden Goldmark festgesetzt. Nach einem amtlichen Bericht der WtederheistellungSkommissio.i hat Deutschland, Ende Dezember 1922, eine» Be-trag von 7.927,426.577 Gol»mark bezahlt, wohiuzu noch 625.493 Millionen Papiermart al« Unterhalt für die BesotzangSiruppcn kommen. Am l 1. Jänner 1923 haben Frankreich und Belgien da« Ruhrgebie» besetz». Seitdem hat Deutschland keinen Pfennig »ehr bezahlt. Da« ist unser erster Verlust! Vo. b«r Ruhrbesetzung lieferte Deutschland aus Reparation«-taut» stark eine Million Tonnen Sohle im Mona». Seit der Besetzung hat Deutschland die Kohle« lieferungen eingestellt. Die Besetzung hat Frankreich und Belgien ein sehr mäßige» Quantum Kodle au« der Ruhr gebracht. Da» ist unser zweiter Verlust! AIS Folge der Ruhrbesetzung hat der sranjöfiiche un» belgische Frank eine fühlbare Weitoerminderung erlitten. Die Regierungen beider Länder haben Mit-lioncti ausgeben müssen, um dieser Wertvermmderut g entgegenzuarbeiten. Dritter Verlust! In dem Mag* wie der Wert unseres Franke» sicki ve>mirr?e i. steigen di« LebenSmittelpreise. Vierter V.^lustl Durch da« Ausbleiben der RuhikohlenUescrungen entstand eine merkbare Kohlenknapphett aus dem belgischen JniandSmarkt. Diese Knappheit hatte erster« eine Verschärfung der Wirischaflekrist. zwei-tei>« ei» unmäßige« Steigen »er Kohlcnpreii« im Gefolge. Fünfter Verlnitl Deuischlan» liegt fiian-ziell am Boden und ist winsch-fdich teilwei,« ge» lähmt. Weniger denn je ist Deutschland heute >a Kummer 86 der Lagt, Wieder gutmnchnngen zu b-zahlen. Die Schulden von Frankreich und Bellen sind gewallig gestiegen. D>-leihe gewährt werden kann. Wohl oder übel werden Pari» und Brüssel genötigt sein, sich emer der-urtigen Prozedur anzuschließen. Während sie sich mit ihre« Erfolg brüsten, ist die Lösung de» Btieder-gutmachungtpioblem» durch die Ruhrbesetzung auf lange Zeit hinauSgrschobtn worden. Moskau erwartet den deutschen Bürgerkrieg. Eine Moskauer Arbritergrnppe hat eine role Fahne herstellen lassen mii den Aufschrisien: »Erstüimt da« Kapital! Vertreibt die Gutsbesitzer! DaS Piv> letariat ist mit Euch!" Diese Fahne wurde »en zum internationalen kongrtß »er Land« und Waldarbetier nach Moskau gekommenen deutschen Vertretern feierlich überg ben. Der Kommunist Rau gab in einer Danke«-rede »ie Bnsich>ru»g, daß die deutschen Proletarier die Fahne mit Ehren «ragen und ihr im ersten Gefecht die Feuertaufe geben würden. Die KraSnaja Ga^eia (Ro:e Leitung), da» Organ deS PettiSvurger Sowj t«, lagt de» deutschen Proletaiiat im bevor st» hr n den Bürge, kriege je»e muralischt »nd materielle Unter-stützung durch da« russische Proletariat zu. erklärt aber, daß daS deutsche Proletariat mit seinen «gtntn Kräften siegen müsse, ohne auf die rote Armee zu rechnen. Der soeben abgeschlossene PettiSdurger Buchdrvckcrkongreß bringt in ei> er Adresse an da» russische Proletariat zum Ausdruck, e« sei alles da> a« zu setzen, daß der Oktober nicht nur in Rußland, wndttn auch in Deutschland zum „roten Monat-werde. Eine neue Art von Krlegsansprüchen gegen Deutschland Der deutsch-amerikanischen Reklamationskommif. sion zur Schlichtung von gegenseitigen Forderungen der briden Länder au« dem Welikritg ging eine neue Reihe von Anipiüchen zu, denen die angeblich- Tä-tigkeit deutscher Agenten in Mrxko während de» Kriege» zu Grunde liegen. Es wird behauptet. daß infolge von Anstiftung deutschce Agenten amerikanische Bürger in Mexiko Leben und Eigentum verlöre», un» die RechiSanwälte der Parteien rxrlangen, »aß die deutsche Regierung aufgefordert weide, alle in ihrem Besitze befindlichen oifijiellen Dokumen t vorzulegen, die sich aus die Tätigkeit der Vertreter der siüheren kaijeilichen Regierung in Mrxiko während der Ze» von 1914 bis 1918 beziehen. Da» Uederetnkommen Dr. VeneS-Vethlen. Wie daS dem Außenministerium nahestehende .E'^lo Elovo" mel»>t. wurden »ieser Tag« im Auß«»Ministerium in Anwesenheit der komptentkN Minister olle notwendigen So' bere»ung>-n getroffen, um daS in Genf genossene Uebereinkoinmen zw jchen Dr. BeneS und Grasen Beihlen verwirklichen zu können. Namentlich wurden die Vo> bereu ung-a» für die Verhandlungen über die lchweve»d n rechi«politi< schen F>agen b erd-t. Auch Fragen rei» admmistia tiven Eyaiakier« wurden g«rrg«li, sowie die Frage einer deichltuuigien Bsumeite'lung und die Frage der En>ichä»'gung sür die Grenzvorsälle. Ueberhaup! sucht man den ganzen großen FragenkompKx zu erledigen um die Lorbedingung für reguläre Be Ziehungen zwischen Ungarn un» der Tschechoslowakei zu schaffen. Wie „SlovenSki Denik" mitteilt, sollen die Verhandlungen in Budap st stallfinden und an ihnen auch slowakische Abgroidnet« iktlnehmen, die vom Ministerium sür die Slowakei als b«ooll mächtig! «rklärt werden solle». Kurze Aachrichlen. Dai Pekinger Pailament nahm eine neue Ver-sassung an; die Beratung de« Entwurfes dauerte über 12 Jahre. — Da der We r dewtchen Eigen-ium« in Amer'ka 500 Muionen Dollar beträgt und dieie Summe al« Garant«« für ein« Anleihe von 100 Million«» Dollar hinreichend ist, dürfte ttllier Zeilua« > die amerkai» che Aitlkibe für Deutschland zustande kommen. — Britin ittht im Siucinzeicyc» von Hungerkrawalltn, Hundelttaus«n»e demonstrierten vor d-m Rathaus, vor der Börse un» vor dem Schlosse; die Poliz?i mußte vielfach von »er Waffe G-brauch mache». — Aianasow, ein Minister SmmbulijnSki«, wurde zu vier Jahre» Kerker verurteilt; der Prozeß gegen die ubrig-n Mitglieder der Stambulinöki Re. gierung beginnt am 5. November. — Ein Pariict Börsenblatt bezeichnet die österreichische Krone als „Gol»valuta'. — Ja Elbasan in Albanien wurden die österreichisch » KriegSgräber von sranzöst'chen schwaizen T uppen zerstört. — Die russiiche Suche führte am 14. Oktober alten Stils den G.ego^iani« schen Kalender «in. — Die AbgrenzungSarbeiten zwischen Oesterreich un> Jugoslawien sind beende». — Die ^e> Handlungen zwischen ötinneS und De-goutie wuc»e» wieder ausgenommen. — Zwischen der belgisch sranzösische» Eisenbahnregie liud dem deutschen E>senbahnmi»isterium finden Verhandlungen statt. — In Düss?l»ors ist eS neuerlich zu schwere» Unruhen gekommen, bei »enen e« Tote und Ber. wunoeie gab. — In der Wa»schauer Zitadelle >x> plädierte ein Pulvermagazin; man spricht von 20 Toten und 2500 Bewunderen. — „Daily News" berichte», daß Siresemana an die Repaiation« kommission »en SiaalSlankerott Deut!chlau»S pro klamiercn werde; eS werde von den Alliierten «in Konkursverwalter ernannt we»den. — Am 22. d. M, beginnt in Pari» eine neue Tangerkonferei z. an der Vertreter G oßbritannien«. F ankieich» »nd Spaniens teilnehmen werden. — Der Kredit Frank, eich» an Polen im Betiage voa 400 Millionen Franken dürfte in der französiern K >iumer bewilligt werden. — Die rheini>fch geschästen geplündert. — Die Verhandlung zwischen den unter Führung StiuneS' stehenden »eutschen Großindustncllen und der ailiierten Jngenieurkom Mission über die W>edera»s> ahme der Reparation«-lies«rungen sind ergebnislos geblieben. Aus ölaitl ,»lü Land. Die Vermählung des Primen Paul mit der griechischen Prinzessin Alga. «m Mo»ta?, den 2^. Ok ojo, fand vt« Trauung des P inzen Paul mit der g'iechi'chen Piiu^eisi» Olga stait. Un halb 12 Uhr versammelten sich bei Hofe die Mriglteder d-r Regierung und daS diplomamchc korp« Vom HiupiauSgang d-S n uen Hose« diS zum alten Hof w r eine Ehienkompagnie der königlichen Gade aufgestellt. Um 12 Uhr 10 M'i'U n erschien tkö-ig Al.xander mit der iumiin"ch n Königin IXara aArm. Oie Musik intoniert« unsere Hymnen. Daraus erschien die gnechische Königin-mttuer Sophie und der rumänische kö»i^F>rdi»and. dar», der von Aork und der rumäni!^« Thronsolg«', dann die ..riech^iche Königli» Elisabeth, sowie die übrigen Prinzen u,.d Prinzetsinnen. I, der Hoskapelle laS i>«r Patriarch Dimitrij« den Traue-kt vor. So ort nach der Trauung wur>« der TrauangSak! uaterzeichae«, un» zwar vom Prin,er> Paul, der Priuzesn-, Olga, »em Herzog vo-i Aork, »iönig Aiix^iid.r un» König Ferdinand. Äm 1 Uyr ging d c ganze Z»g au» der Hoskapelle iu derselben Rechensolge, nur daß an der Spitze de» Zages sich die ReuvermShIten besarden. B->m Eintüten in d»n Hos erwarteie der Hosmarjchnll Oberst Damjanrv'ö »ie Neuveimählien, bestreute sie mit Gc>r.'»e u, 0 itichi« ihnen B ot, w-e die» die Sitte ersordert. Die Volksmassen jubel->en »em König, der Königin und de» Nnivermahlirn begeistert zu. Prinz Paul mit der P inzessin Olga, König Al x^nder und die rumänische Königin Ma-ia erichi-nei' sodann am Fenster deS neue» HoiiS. Am Abend reisten P'inz Paul und Prinzessin Olga nach London ab. Evangelische Gemeinde. Im GottkSdienst am Sunutog, den 28. Okiebec, um 10 Uhr vor-mittag« begeht die Gemein»« dai diesjährige R>sor-maiionSsett. Dabei wird «in Ehor von Karl Lö-ve zum Lorlrag gebracht werden. Um 9 Uir find-t »er Iugen^gotteSdlenst statt, va« Resoimatil'nSsest sür die Kinder wir» am Mittwoch, den 3l. Oktober, um 8 Uhr früh gefeiert. Geile 8 F.imilieualieud. I» SoiT« d?« Ho'el» Skobe» ne fiu»er am O>en»»« ,, »e» 30 Olwiix, um 8 Uhr abeudS «in Familienabend statt, der anläß-lich de« ReformalianSf.steS von der Evangelischen G.-memft« »eranst iltet wird. Al« Re»n«r ist für diesrn Abend Herr Dok.or Hochst«tter au« Berlin gewonnen worden, der einen Vortrag halten wird über ..Unier Glaube al« Leuchnurm in »en Nöten und S ürmen »er Z«it". verschiedene musikalisch« Oardietungen bereichern den Abend. Jed«r»a»n ist zu dieser Veranstaltung, »ie allgemein frri zugäng-lich ist. herzlich eingeladen. Todesfall. Aus Loce wird berichtet: Am Montag, den 22. d. M., starb hier Frau Frieda Piuicher- Tit)eincho»nig. BankdeamtenSgattin auS Gra,. im blüheuden Alter von 23 Jahren au Typdu» und wurde am Mittwoch iu aller Stille zu Grabe getragei. S « war vor «twa drei Wo hen. jedenfalls schon mit dem KrankheilSkeime behastet, zu Be->uch in ihre traute Heimat gekommen, wo sie nun der tückischen Krankheit erlegen ist. Alle, die die Verstorbene kannten, hatte« sie wtgen ihreS sonnigen Lesens lieb. Mit ihrer herrlich-n, glockenhellen Stimme zur Laute hatte si« manchen deutschen Abend verschönt. Nun ist ihr liederreicher Mund sür immer veistummt Eine allgemeine, tiefe Teilnahme wen »et stch »en hartgepiüsten Eitern und »em Gatten zu. Todesfall. Aus siogatrc wird berichtet: Wie»«r fotbuit der To» au« unseren Reihen ein Opfer. Am Mittwoch, den 24 d. M., starb im 80. Le> bentjahre F au A. Kälterer, Gattin des Steinmetz-meisterS uiiö langjährigen verdienstvollen Gemeinde-rate» Herrn Karl Koli«rer. Allgemein beliebt und geachtet, wird sie un» immer in teurem Angedenkt» verbleiben. Exhumierung. Aus Apace wird berichttt: Am äo i»lag, »„, 21. d. M. würd« die Leiche der im Zäiiiicr d I. versto- denen Frau Johanna Hasch ng auf dem hiesigen OrtSfri dhofe exhumiert und nach nochmaliger feierlicher Einsegnung zur Beisetzung in die Familiengrust übertragen. Ves Scklwaben Taufgeschenk. Au« Beograd wird v^rrchiet: Die Taufe de« Tyronfolger« Peter, die sonntag, »en 21. d M., stattfand, ge-staltete sich durch die Teilnahme so zahireicher Fürst« lichkeiten zu einer großartigen Festlichkeit. Wie sehr ober auch da» Bolk an dieser Feier teilnahm, be-wtistn die viclen Geschenks die au« allen Teilen deS Lande? eintrafen. DaS schlichteste und doch daS stavtgst« Tuusgeschcnk trhitlt aber der kleine Kro»-prinz von einem Deutschen, »em Gouverneur der Narodaa banka Georg Weifert. AIS der Kleine nach der Taufstier voa dem Wv'woden Stepanoviö und dem Konitra»m!ral Pr'ta zur SiaatSkarosse ge-trage» wurde, trat Herr Weiser! aus den kleinen Pr-nze r zu und steckte ihm nach al>e« schwäbischen Brauch ein Geldbrutelchen mit acht alten Dukaten unter daS 5topskiffen. A»n Festtnahl, da» anläßlich der Taufftltrlich-keite» »« 21. d. M. bei Host stattgefunden hat, nahm, wie uns auS Beograd gemeldet wird, in Ber-tretvug deS Deu»ch,n Klub« der Klubobmann Dr. Stephan Kraft teil. Der Thronfolger — Infanterist. Da» Bcro »uung»blalt brachte am Tage »er Taufe die kgl. Vei0r»nung, »ach »er der Kronprinz in btr 5. Komp. det 2. Bataillons deS 6. Infanterie reg'ment» .König Alexandtr I." >,l« Jnfanttrist ivident zu fühien ist. Konzert Anton Trost. Am 3. November gibt der un« wohlbekannte Kiaviei virtuose Anton Trost au» Wien im kleinen Saale d.S Hotels Union einen Klavierabend. Herr Trost ist hier so ausgezeichnet eingesührt, daß er keiner Reklame bedarf. Da« Programm bringt im wesentl chen Bach und BrahinS. Näheres wird noch bekanntgegeben werden. Die Operndichtung „Zlatorog" des W>«»rr Dramatiker« R>chiro B-ailer, ein« sreie Bühnenbeardeilung des vekannten glcich-iamigen Epos von Rudolf B^umbach, ist in der Vertonung deS Kompon>sten Blkior Parma am 9 Okiober im Raiionaliheater zu Maribor in slowenischer Ueber-sctzung erstmalig ausg sühct worden und hat in vor-züglichec Darstellung einen durchschlagenden Erfolg errungen. Für die deutschen Schriftsteller. Bon der Äeid- und Hangernot in Devttchland ist a« härtesten daS geistige Deut chtan» getroffen. Die dtuischen Schrisistcller und Künstler warcn große», teils scho > in guten Zeiten nicht auf Refen gebettet. Jetzt icheint daS Schickial vieler voa ihnen — oarnntec auch Dichter von hochgeschätztem und ge-liebte« Nam n! — besiegelt, wenn nicht raiche Tatkras, ihnen zu Hiife kommt. Die deutschen Ber-leger können keine Bücher «ehr drucken, di« Ctttt 4 itllut Leiluai, stummer 86 deutschen Leser keine Bücher kaufen. Eine Schachtel Streichhölzer kostete am 14. Oktober 25 Millionen Mark! Mit den deutschen Schriftstellern lebt und stirbt die deutsche geistig« Kultur. Ihre Gefährdung ist eine schwere Gefahr für alle Deutschen, auch die de« AuSlandS; und jeder Gebildete, welche Mutter-spräche immer die sein« sri, wriß, wa« er deutscher Kunst, Literatur und Wissenschaft zu danken ha«. An alle, die sich solchen Danke« und hoher Mensch lichkeit bewußt sind, gehl die Bitte, ihr Scherslein beizutragen zur Linderung de« Elend« deutscher Schriftsteller. Die Balutavnhältntsse bringen eS mit stch, »aß sich auch kleine Barbeträge in wesent-liche Summen deutscher Reichsmark verwandeln. Auch der geringste Beitrag ist willkommen: Da« gesammelte Geld wud dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller in Be,lin, W. 95 Schöneberger Ufer 25, der großen, über ganz Deutschland ausgebreiteten Organisation de« deutschen Schrifttum«, zugeführt werden. Der Schntzverdand gewährt seinen mehreren Tausend Mitgliedern auch unentgeltlichen Rechtsschutz. Ohne diese Institution wären die deutschen Schriftsteller, die in »er Mehrzahl kau» mehr da« hohe Br>espo>to, geschwng« denn die Kosten für rechtliche Htlfeminel erfchwingen können, heule völlig vogelfrei. Beinäge sind unier dem Ti'el „Für die »euifchen Schriftsteller' an die Verwaltung unseieS Blatte« zu richten. Heidelberg in Not! Der «chrisistellr Armin Ronai schickt u»S von Heidelberg ein Schieibcn folgenden Inhalt«: „Diesmal komme ich zu Ihnen — erschrecken Sie nicht — um zu beiteln. Rtchi für mich. Für Heidelberg. Sie kennen un-sere Lage. Es hat sich hier, um dem Elend adz» helfen, eine Notküche gebildet, die sür den Mittel-stand, Witwen, Waise,>, P'vfesforen, Schriftsteller, geistige Arbeitslose, «uSgewtesene usw. sorgen w>U in tiefer, ichweier Zeit, «ber die eigene K-aft reich! nicht mehr weit. Und so hab« auch ich eS un'er nommen bei Freunden in besser gestellien Ländern um Hilfe in »er Not anzuklopfen. «l>.Hei»elbe,g verdient e«, baß «an feiner gesenkt. Un» wa» sie an edlen Spenden sammeln, wollen Sie mir gütigst zusenden. Die Amtsbestäiigung wird ihnen von der Noigemeinschast setdst zugehen." Spenden weiden in Eelje in der verwaliung unseres BlitteS und in Maiibor in der Kanzlei Dr. Oro>el, Nlexander. straße, unter.FärAlt.Heivelbera" eniaeg'Ngenommen. Eine medizinische Seltenheit. Aus Beo-grad wir» unter dem 22. d. M. berichtet: Enem 22-jäyrigen Manne aus Belika Plana hat man im hiesigen Krankenhause zw«i abnormal «ntw'ckclte männliche Körper durch Operation auS der Bauch, höhle entf-rnt. Der eine dieser Kö per hotte krpf, eine Hand mit sechs Fingern, einen Fuß und ver hältniSmäß'g groß entwickelte G^chle-ttSorgane, der ander« nur Kops und einen Fuß. M dtzinisch ist die Sache natürlich nicht so zu erklä«en, daß der Mann die inneren weiblichen GeschUchtSorgane be>aß, ion d«rn, anstatt daß seine Mutier seinerzeit Drillinge gebar, vollzog sich die Entw cklung zweier Embryonen — naiüilich nur rudimentär — im Körper de« dritten. Jnttresian« ist, daß der Mann schon seit feinem dritten LedenSjahr« die Geschwulst an der linken seit« bemerk!«, ohne sich ad«r weiter darum zu kümmern. Bor kurzem lieiratete er und sene Frau desindet sich gleichfalls im ge'egneten Umständen. L«ider gelang de Operation nicht gani, denn der Mann staib heute. Er kann sich e>l'o über die Be-lohnung, die seinerzeit ein Engländer sür den eisten Mann, der K'nder zur W tt brächt«, ausgesetzt ha«, nicht erfreuen. Ehrmig eines deutschen Pettaner Nürgers. Hiezu erhalten wir aus Ptij >och fol grnten Bericht: Anläßlich deS 70. Wiegenfeues d,S verdienstvollen HaiptmanneS Her,n Johann S'endt« veranstaltete die Freitvill ge Feuerwehr P'vf a« 8. O'lober einen Fack-lzng mit Ständchen. Herr Sieudk«, «in« hochgeachtet« Per^önl chk» t, ha« sich als langjähriger Bürgirmeistkistellvertr«t«r um feine Bat rstadt, sowie als Mitglied der Freiwillige» Feuerwehr P'nf, welch r er seit 51 Jahren angehiu und al« H^uptmann 34 Jahre vorsteht, betordere Verdienn« erworben. Nach de« Fackelzuge fand im Gasthaus« Reich ein, Gebu'tttagfeier statt, nv Kamerad Konrad Nekola im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Ptuj, He>r Alidürgermeister Thomas Lofiniek im Namen der Stadtgemeinde und Herr Josef P.rko im Nimen »es Peliauer Männergeiang vereine« den Jubilar beglückwünschten. Herr Steudte danti« gerührt für die ihm gebrachte Huldigung und veriprach, foweit eS seine G fundheit gestatten weide, diesem gemeinnützig«» Berein« mit d«m Wahl'pru^ „Gott zur Ehr', dem Rächst«, zur Wehr!' noch >erne weiter anzugehören. Der Männergesangverein, owt« beffen Quartett verschönerten diesen Abend >urch «inig« Ludeivoiräge, auch die Hausmusik der Freiwilligen Feuerwehr leistete ihr BetieS Mit dem ansrichtigen Wunsch-; dem Jubilar möten noch viele ÜebenSjohre deschiedea sein, wurde der schöne Eh-en abend in später Nichts«»,>d« beschlossen. Vrandunglück. AuS Bojnik wird berichtet: SamSlag, »en 20. d. M., brannte das noch im Gebiete der Maiktgemeinde Bojnik gelegen« Häu« chen der Frau Maria Dremel at». Der Brand ent 'tand um die MiitaqSttunde und verl-ef fo rafch und unbeachtet, daß w.der d^e Feuerw-hr von Bojn>k, noch jene von Ävfja vaS ausrückte. D>« !Zötch und B.igungSaibriien wurden lediglich von V«n N chbarSleulen aeleisti«. Feuersbrunst Au« Trbovlje wird berichtet: «m 24 ». M. v-egen 2 Uhr früh geriet hier ein« dem Herrn Plerkal gehörige gioße Scheune in Brand. Da ringsum dtch-bewohnte Häuicr stehen, >,ätt« dai Fnter bei dem he>rfchendiN Sturmwind leicht einen gefährlichen Umfang annehmen können. Heu, S'ioh, sowie feit« Häute und Fleischwaren, »i« sich darin besannen, gallen dem Feuer reichliche Nahrung. Dem E»g, eisen ber Feue, wehre» Bv>e und inSdesondere Trdovlj« II, welch: r.i'ch zur Stelle waren, gelang e«. »n Brand, der qrone« Aussehen erregte, zu lokalisieren un> gegen 6 Uhr morgens zu löschen. Der Schade», der „uc zu« Teil durch Beriich/rung gedeckt ist. ist beträchtlich. Vootsunglücknnternrhmungslnstiger Hegler ans der Mur. Aus Apace wird berichte« : In der N cht von Dienstag auf Mittwoch der vergangenen Woche verunglückte auf der Mur bei Segovci eme Segelbaike mit drei Personen dadurch, daß sie von der Strömung an einen Zement» quader geschleudert wurde, wodurch das schifflein durch das Leck unter Wasser gekommen wäre, wenn nicht die Fahrleute, einstige Matros-n, sogleich einer nahen Sandbluk zugesteuert hätten, von der ans sie durch Schwimmen daS Ufer erreichten. Nach ihrer Aussage habn, sich die drei Insassen das Schifflein selbst verfertigt und fuhren von Spielfeld ab mit der Absicht. Mur, Drau und Donau abwärt» ins Schwarze Meer und von dort nach Konstantinopil zu segeln. Am nächsten Tage fuhren sie nach Ausbesserung deS Schiffieins wieder weiter. Ein schlechter Witz. A»s Bojnik wir» be richtet: Sonmag abends vn und e« vor die WohnungSiür des Kawin» seg rmeisierS k. zu biingen. Als Fran k. nach Haus« kiim, mußte sie natüilich über das Ra» «allen. Den MannichastSwagen selbst ha« »an vom R'qiiisi«e>>hau>e weg un'-r eine Hwpfe gezogen, wo er nach längerem Srch^n von einigen Feuerwehr-leuteu gcinnoen und wieder zum F uerwehrdepo« ge-bracht wurde. Die Einwanderungsqttoke nach den Vereinigten Staaten erschöpft, vieler Ta e murde >m Suewand iUngSam« d-.s Ministeriums für Sozialpolitik der 6426. Paß nach de» Bereinigten Staaten auSgefolgi, wom t iitile, e Quote erlcköpsi erschein«. Die Jniereffenien, welche infolge erlchöpfier Quote dief'S Jahr noch keine Bewilligung m,hr erhielten, werden aufmerksam gemacht, ihie Gesuche «st nach er>o>gter Mitteilung duich doS AuSwande-ruuqSamt wieder einzureichen. De diese« Jahr unbe rücksichti:t gebliebenen Gesuche w rden den Bitt-stellern durch ihre O tSdehör^en mitsamt allen Dokumenten und dei» allenfalls schon eingezahlten Gebühren zurücke'stattet. Aenderungen und Ergänptngen a«n städtischen Lichtlritnngsnetz. »Wir verweisen auf die K»ud«achu»g des Siavta»>eS Celje im Anzeigenteil unfeicS BlatteS über die AuSichceibuny v?u A'biten und Materialbeschaffung in detr.ff von Aenderungen und Ergänzungen am städtische» LichtleitungSnrtz. Vestiminnngen über die Einleitung Vvn elektrischein Strom. Das Siad-a«i s lje tritt mit: Da Uch d>« Fülle mehre», daß private Jnstalla'eure im S'ad'gediete elektrische Jnsta?-lattonen vorneh«en, wird »ie Bewohnerschaft neuer dingS anf die Bestimmungen der allgemeinen Be» djngiingen für die Abgabe von elektiitchem K«>om vvn der städtisch n Leitung, insofern diese die In-stallalionSarbeiten und Materialbeschaffung betreffen, aufmerksam gemacht, g 1. Die Herstellung von Anschlüssen, d. i. die Einleitung vom Straßennetz in das Hausinnere zur Berteilung»plat« und von an diese angeschlossenen Hau«ab>eil»ngSvorrtch>ungen, ist daS au< schließlich« Recht des ElektrizitatswerkeS. A 5. Im Falle einer eigenmächtigen oder von an- derer Seite verursachten Veränderung der Borrich-tungen kann der Strom sosort gesperrt werden und verliert der Abnehmer auf Kieke Weise alle Borteile. Eigenmächtiger Anschluß an da» Netz de« ElektrizitätSwerke«, sowie eigenmächtige Herstellung von vom ElektrizitätSwerk entfernten Anschlüsien werden gerich'lich verfolgt. § 7. Die Abnehmer sind verpflichtet, Zähler, Glühbiinen und Sicherungen, wie überhaupt alle nötigen Gegenstände vom ElektrizitätSwerk zu beziehen. § 15. DaS Elektrizitätswerk muß den elektrischen Strom sofort sperren, ohne daß der Abnehmer das Recht aus Schiden-ersatz hätte, wenn: l. Der Abnehmer nicht pünkt-lich zahlt, 2. nicht obige Borschriften einhält. Laut obiger Bestimmungen gibt daS städtische ElektrizitätSwerk au jene Parteien keinen Strom ab, die die Installationen oder Beränderungen nicht im Wege der BetriebSleitnug de« ElektrizitätSwerke« durchsühren lassen. Parteien, die die genannten Arbeiten durch private Installateure durchführ«» lassen würden, wird der Strom sofort geipe,rt werden. _ UhrUchult uuö UcrHciji Erhöhung der Gebühren fflr Post paflete. Laut einer Verordnung de« M>nist«iiumS für Post und Telegraphen werden vom 15. Oktober an die Gebühren sür die Beorderung der Postpa» kete al-ermalS erhöh«. Die Gebühr wir» nach »e« ^.'wichie bemessen, uns zwar: bS 3 Kilogramm 8 D'nar, von 3 bis 5 Kilogramm 15 Dinar, von 5 bis 10 Kilogramm 25 Dinar, von 10 di» 15 K loi'am« 40 Dinar und von 15 bis 20 Kilo-granim 50 D>nar. Die Zurückziehung der 10 Dinarbank noten. €at Generulinspekiora« deS Finanzministerium« gibt bekannt, d.iß bisher von der Ge« iamii»«me von 504 Mitl-one» D>nar dieser Bank-noien der Betrag von 346 Mill'vnen auS dem Ber-kehr gezogen ward«. Die Banknoten wer»en von den Filialen »er Naiionalbank, und in Ortichaflen. wo lo'che nicht bestehen, von den Finanzämiern über-no«men. D> s Jiispekio-a« empfiehl« die Uebergabe an die genannien Behörden, da eS vorgekommen ist, dl,ß bcson»er» Bauer» diese Banknote» za einem kleineren Weit verkaust haben. Äpurl. Fußbollwettsptel. Am Sonntag, den 23. Okioder, tpielt der Athletikfpor'klub nicht, w'e gemelk>et wurde gegen den S. K. Jlirifa in Eelje, da letzterer den Termin auf »en 4. November ver-schoben hat, sondern in Ljubljana gegen den S. k. Primorje. Dalutenkurfe am 28. Oktober (24. Okt.). (Ohne G«währ.> Berlin London 6-66 (676/| — — »10*— (840-—) — ( — )| — — 0-75 (1-10) 25-21 (25'2S) »»0 50^379 5«, 317.500i317.7u0) 2510 (24-95) 389*—(37575p 3120*—(8100*—) 70.780 (70.760) York Ml*— (561*26)| (J5-t5 18425, Pari» oS-62 (32 55/ 5«3 75l49« 25) 16-60 (16-60), 268 50(249-76) 00079(00079) (Fl23 >01 IS, 4100*—140*5-—) Prag Wien 2075-—:2090*—) Zürich — — 1540—(1501—) 12.560 (12.560) Zürich, LZ. Okt. Beoj,rad«»«, B«rlia —, Londo» SS-2«. MUaiio 24-3», New» rt 561—, Pari» 32-25, Prag 16-68, Wien 0 0079. ttu«mrr 88 (i l Iter Bettung 4»«lc 5 27) «Nachdruck »erbct n.) Das Geheimnis des Schränkchens. Roman von Burton E. Stevenson.' Er steckte da» Telegramm in seinen Umschlag unfc händigte eS mir wieder ein. Ich sah ihm an. daß er verblüfft und auS »er Faffung gebracht war. „Nun/ sagte er schließlich, „ich interessiere mich trotzdem noch sür das Cchränkchen, Lefter. Es wäre mir rech«, wenn ku es solange als irgend möglich behalten würdest. Auf alle Fälle würde Ich es nicht herausgeben, bevor er dir das andere Möbelstück bringt, das Banline wirklich erworben ha».' „DaS muß er schon, verlaß dich daraus," stimmte Ich schnell bei. „DaS wird zweifellos einige Tage kosten, sogar mthr als das, wenn BanlineS Schrank sich in Paris befindet.' Govfrey winkle dem Kellner, verlangte die Rkch, nung und bezahlte. „Und nun wollen wir uns auf den Weg wachen," erklär»? er, „und uns, wie wir beabsichtig»««, diese» Schränkchen mal genauer aniehen. Du wirst mich für einen Narren halten. Lest», aber sogar dieses Telegramm hat «einen Glauben an das Porhanden-sein eines Geheimfaches nicht erschüttert." „Und an alle«, was drum und dran häng»?' fragte ich. .Gewiß," anlworlete er langsam, »und an alle«, was dium und dran häng».' Auf dem Wege zum vantineschen Hause sagte er nichts mehr, aber auS seinen Siirnsalien konnle ich ersehen. wie verzweifelt er stch abmühte, diese neue Abwicklung in dem Geheimnis zu entwirren. »Die Belagerung schein» aufgehoben," beimrkle ich, al« wir anlangten. «Die Belagerung?* „PerkS »elephonierle mir, daß deine geschätzten Solleg'N den O>t umzingelt hätten. Ich wies ihn an, die Festunq zu verteidigen." .Arme Burschen," bemerkte Godfrty lächelnd, wenn man denk», daß all ihr Wissen aus dem be-steht, rvaS ihnen Graty mitteilen kann!" — Dann blieb er stehen und betrachtete da« Haus. „In welchem Zimmer befindet stch daS Schränk-chen?' fragte er. „Das Empfangszimmer ist hier, wo die zwei Läden geschloffen find. Da« Schränkchen steht im Eckzimmer, welche« ein Fenster aus dieser und zwei auf der anderen Seite hat." „Bitte, warte einen Augenblick, ich möchte sie mir ansehen," sagt« er. Ec sprang über d«n ni«deren Zaun, ging am Haus« «nllang und um die Eck«. Nach ein?r Minute kam er wieder zurück. „Es ist alle« in Ordnung," sagt« er bcfuedigt. »Natürlich," «rwidert« ich. „Glaubtest du —* »Wenn da« Schränkchen da» enthält, was ich glaubte, Lester — jj," sügl« er «in wenig hitzig hinzu, als er meinen Blick bemerkte, „und waS ich immer noch glaube, dann würd« eS im stärksten Gewülbe der Nationalbank nicht sicher sein." Damit ging er voraus, um zu läuten. Ich folgte ihm schweigend. Parks erschien sast augenblicklich. AuS seiner Miene konnte ich entnehmen, wie froh er war, mich zu «rbllcken. .Nun, ParkS," sagte ich, al« wir eintraten, „eS ist doch hoffentlich alle? in O.dnung?" »Jawohl. Herr Lester," antwortete er, .aber — ab«r man wird ein wenig nervös." Ich hörte hinter mir ein Geräusch, als ich Park» meinen Mantel übergab. AI» ich mich umwandte, bemerkte Ich. daß No;erS auf dem Feldbett vor d«r Türe zum Empfangszimmer saß. »Nun.« fragte ich. »Sie sind wieder aus?" „Jawohl, Herr Lcster." antwort«!« er, ohne mich anzusetzen, „ich wollte Parks Gesellschaft leisten." Pjtk« lächelte elwiS verlegen. ..Ich hab« ihn dazu veranlaßt, Herr Lester," fafit« er. „Ich fühl»« mich so «intam und verlassen, da« ich j'wand laben muß»«, «i» dem ich mich unterhalten konnte. Besonder« nachdem der Einbruchsalarm geklingel« ha»«.' „Der EinbruchSalarm?' wi-d«rho!t« Godsrey. »Was heißt dijfi?" ..Wir hab«» einen Diebsalarm an den Fenster«. Gewöhnlich ist er tagsüber ausgeschalet, abtr ich hielt eS sür angebracht, ihn heut« eingeschaltet zu lassen. Und da hat «S heute etwa um drei Uhr geklingelt l Ich dachte erst, daß irgend sonst j man» von der Dienerschaft ein Fenster aufgemacht habe, aber ich habe mich überzeug», daß da» nicht d>r Fall war. Ich glaube. eS war da irgend etwa? nicht acht q-heuer." „Haben «ie alie Fenster nachgeiehen?' fragte ich. „Jiwohl. SS kam auch «in Pol>z>st. um zu sehen, wa« los fei. Wir sind zusammen herumgegangen, UN die Fenster nachzusehen, aber sie waren all- ge- schloffen. DaS hat mich eine Zeitlang etwa» furcht-sa« gemacht." „Funktioniert der Alarm jetzt?" .Nein. Der Polizist sagte, e« müffe irgendwo Kurzschluß eingetreten sei», und versprach, den In. stallateur herzuschicken. Aber bis j-tzt ist niemand gekommen, um den Schaden festzustellen." „W r wollen doch auch selber nachsehen," meinte Godsrey. »Bleiben Sie hier, Parks. Wir werden «s schon finden. Und Sie sollen die Türe nicht einen Augenblick ohne Aufsicht laffenl' Wir gingen nun von einem Fenster zum ander», und Godfrey untersuchte sie mit einer Sorgfalt, W« mich in Erstaunen versetzte, da ich keine Ahnung hatte, wa« er zu finden erwartete. Aber wir been» beten unseren Rundgang, ohne daß er etwa« Un-gewöhnliches entdeckt zu haben schien. .Jetzt wollen wir un« da« Erdgeschoß ansehen," sagte er und eilte mir vorau« mit einer Sicherhett die Treppe hinunter, au« der ich entnahm, daß er da« HauS schon früher genau durchsucht hatte. In der Küche trafen wir die Köchin und da» HauSmäichen, die nahe beisammen saßen und sich in ängstlichem Flüsterton unterhielten. Sie begrüßten un« mit furchtsamen Blicken. Während Godsrey seine Untersuchung fortsetzte, blieb ich stehen, um sie zu beruhigen. Dann hörte ich. wie er mich rief. Ich fand ihn in «in«r Art von Rumpelkammer. Er stand vor dem einzigen klein«n Fenster, feine Taschenlalerne in der Hand. „Da schau' her!" sagte er mit vor Erregung zittern»er Stimme, und ließ den Lichtkrri« feiner Laterne auf die Stelle am Fenster fallen, wo die beiden Flügel zusammenkamen. »WaS gibt c« denn?" fragte ich. .Ich kann nicht« Ungewöhnliche« sehen." „WaS? Du siehst nicht, daß heute Nacht ein« gebrochen werden sollte» Wa« soll dann da« da brdeuten?" Mit »em Fingernagel dreht« er da« End« eines dünnen isolierten DrähtchenS heraus. Jetzt erst sah ich, daß der Draht durch'chntiien worden war. Elste« Kapitel. Einen Augenblick erfaßte ich nicht di« voll« Be» deutung de« durchschnittenen Draht««. Dann ober wurde si« mir klar. „Jawohl," bemerkr« Godfrey trocken, „meine Dichtung scheint sich weiierzusplnneu. (Fortsetzung folgt.) UOIjols t ® Gold, Silber, Juwelen • und alte Münzen • kauft zu den höchsten Tagespreisen R. 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Erontoelle Vorlage des Hochspan-nungskabela. Genaue Daten erhalten die Reflektanten im städtischen ElektrititiUswerk bis 1. November d. J. zwischen S und 13 Uhr. Stadtamt Celje, am 20. November 1923. Der lldrgermeister: Dr. HraSeree e. h. Einheit' in Handelsunternehmen. Industrie oder Guts-bestt: wünscht 44jähriger intelligenter Kaufmann, Christ, sympathische Erscheinung, täten Charakters, langjähriger Beamter im leitender Position eines grössten Fabrihs-VuU nehmens in Zagreb. Reflektiert wird auf häuslich erzogenes, sympathisches und gut miitiges Mädchen oder ebensolche jüngere Witwe, event, mä 1—2 kleineren gesunde» Kindern. Vermittlung ausgeschlossen. Gegenseitige Diskretion Ehrensache. Gefl. Zuschriften erbeten unter ,Steirer 29333* am du Verwaltung des Blattes. Fässer jeder Grösse stets lagernd und all» Facharbeiten führt prompt aus Faßbinderei R. Plehler« Sohn, Mari bor. BehSrdl. konzeanionierte Hans-o. Uealitäten-Verkehrskanzlei A. P. ArzenSek & Comp. o. m. b. H. 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