poLImns plaLans v Zotovini. Einzelne Wummer 1'50 Din. Nr. 27. Erscheint jeden 1., 10. und 20. 11. (26.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Deutschen. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig 15 — Din. D Oesterreick: ganzjährige Schill., halbjährig 3 Schill. Amerika: 2 Dollar. — Deutsches Reich 4 Mark. Kocesje, Ireitag, den 2Ü. September 1929. Briese ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schristlestung zu senden. — Anzeigsn-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Earl Erker in Kočevje Ettern und Schule. Es ist ein eigen Ding mit dem Schulbsginne. Jahr für Jahr dieselbe Leier, Jahr für Jahr dasselbe Gezeter der Eltern, wenn ihre Kinder in die slowenischen Klassen gepfercht werden. Finden sich da übereifrige Schulfunktionäre, die in jedem tsch und jedem tz sowie sch den slawischen Ursprung wittern. So kam es Heuer vor, daß alle Jaklitsch, Tomilsch, Michitsch, Schleimer usw. in die slowenischen Klassen eingeteilt wurden und alle Einsprache der Eltern war und ist umsonst. Der Gestrenge hat höchstens ein höhnisches Lä¬ cheln übrig und meint, wie man so sagt: Befehl ist Befehl I Wo bleibt unter diesen Umständen das Selbstbestimmungsrecht der Eltern? Nach dieser Praktik sind Eltern bloß dazu hier, ihre Kinder zu kleiden, zu ernähren, sie mit den not. wendigen Schulbüchern und Schulrequisiten zu versorgen — dann Eltern, wenn dies getan ist, habt ihr das Kind der Schule auszuliefern und kein Wort zu reden, wenn es der Willkür gewisser Leute überlassen werden muß, zu bestimmen, welche Klasse, ob die slowenische oder deutsche, das Kind besuchen darf. Ein altes Sprichwort sagt: Päpstlicher als der Papst I Und so ist es hier auch. Wir Eltern sind überzeugt, daß der Herr Unterrichtsminister in Belgrad seine Verordnung vom 3. August 1929 nicht so ausgelegt wissen möchte, wie sie von der löblichen Bezirksschul¬ behörde in Kočevje praktiziert wird. Es wäre demnach mit diesen Drangsalierungen ein für allemal zu brechen und im Namen aller mitbe- troffenen Eltern, fordern wir die maßgebenden Herren von deutscher Seite auf, hier endlich einen Schritt weiter zu tun und in Belgrad über diese unrichtigen Auslegungen des Ministerialerlasses Beschwerde zu führen. —tsch. * Von anderer Seite bekommen wir nachstehende Zuschrift: Der Schulbeginn ist sonst, zumal für Neu¬ eintretende, ein Tag froher Erwartung und stets war die Schule bestrebt, schon am ersten Tage durch liebevolles Entgegenkommen die Herzen der Kleinen zu gewinnen. Den Gottscheer Kindern aber hat man den ersten Schultag verleidet. Denn nach Weisung der Bezirksschulbehörde mußte Heuer wieder jedes Kind der slowenischen Klasse zuge¬ teilt werden, wenn der Schreibname des Vaters oder der Mädchenname der Mutter von schul- behördlicher Seite als slawisch erklärt wurde. Der Wille der Eltern, das Weinen der Kinder blieb unberücksichtigt. Es ist mehr als selbstverständlich, daß sich die deutsche Gottscheer Bevölkerung dagegen wehrt und sowohl bei der Bezirkshauptmannschaft als bei der Obergespanschaft Beschwerden eingelegt hat und entschlossen ist, nötigenfalls auch weitere Schritte zum Schutze ihrer nationalen Rechte, ihrer nationalen Existenz zu tun. Wir geben uns der sicheren Erwartung hin, daß den Eltern bei der Einreihung ihrer Kinder in die Klasfengattung jene Rechte weiter belassen werden, die ihnen im Ministerialerlasse vom 25. November 1927 zugestanden und auch im neuesten Erlass ; nicht zurückgenommen wurden. Die Ver¬ schärfung aber, welche der neue Erlaß seitens der Bezirksschulbehörde erfahren hat, soll als unge¬ rechtfertigt außer Kraft gesetzt werden. Eine Besprechung Mjchen Deutschen und Slowenen. Nach Schluß des letzten Minderheitenkon- gresfes fand am 29. August 1929 in Genf in der Angelegenheit der Kulturautonomie der Kärntner Slowenen eine von Vertretern deutscher Volks¬ gruppen und von Vertretern der kroatisch-slowe- Nischen Minderheit in Italien und Österreich be¬ schickte Konferenz statt, die um 6 Uhr nachmittags begann und bis 10 Uhr abends dauerte. Von deutscher Seite nahmen daran teil Dr. Schiemann, Abgeordneter aus Lettland, Dr. Hasselblatt, Ab¬ geordneter aus Estland, Dr. Junghahn, Präsident der deutschen Völkerbundliga, Dr. Bruns, Rechts¬ berater der deutschen Minderheiten, und unser Landsmann Hauptschriftleiter Dr. Franz Perz, als deutscher Vertreter aus Südslawien, von kro¬ atisch-slowenischer Seite Dr. Wilfan, Präsident des Minderheitenkongresses, Dr. Besednjak, ehe¬ maliger Abgeordneter im römischen Parlament, Dr. Petek und Pfarrer Stare als Vertreter der slowenischen Minderheit in Kärnten. Den Bericht über den Stand der Kärntner Autonomiefrags erstattete Dr. Junghahn, dec auf Ersuchen des Minderheitenkongresses die Ange- legenheit an Orr und Stelle studiert und mit allen in Betracht kommenden Faktoren in Klagen¬ furt eingehend durchberaten hatte. Der Bericht- erstatter stellte fest, daß die offiziellen Stellen in Klagenfurt wie auch die Führer der deutschen po¬ litischen Parteien den ernsten Willen bekundet hätten, den Gesetzentwurf über die kulturelle Au- tonomie den Forderungen der slowenischen Min¬ derheit weitestgehend anzupassen, von dem Wunsche beseelt, durch eine vorbildliche Lösung der Min¬ derheitenfrage in Kärnten das friedliche und freund¬ schaftliche Zusammenarbeiten zwischen Mehrheits¬ und Minderheitsvolk zu gewährleisten. Im Ver¬ laufe der Verhandlungen zwischen den amtlichen Stellen und den Vertretern der deutschen politischen Parteien einerseits und der Vertretung der slo¬ wenischen Minderheit anderseits aber hätten sich Schwierigkeiten ergeben, die sich bisher nicht hätten beheben lassen und die sich nach Ansicht des Be¬ richterstatters wohl auch in absehbarer Zeit nicht so leicht würden überbrücken lassen. Diese Schwie¬ rigkeiten beziehen sich hauptsächlich auf die Frage, was mit den utraquistischen Schulen geschehen sollte, und auf die aus dieser Frage resultieren¬ den Weiterungen. Dr. Junghahn hat den Ein¬ druck gewonnen, daß sich im Verlaufe der Aus¬ sprache die Ansichten und Wünsche der slowenischen Vertreter gewandelt und sich sogar in gegensätzlicher Richtung verschoben hätten. Während ursprünglich gefordert wurde, daß die utraquistischen Schulen samt und sonders der slowenischen Kulturautonomie zu übergeben seien, sei später verlangt worden, daß diese Schulen in rein deutsche umgewandelt werden sollen. Schließlich sei aber das Begehren gestellt worben, daß die utraquistischen Schulen, die sich nach slowenischer Darstellung von der ge¬ setzlichen Grundlage entfernt hätten, in den ur¬ sprünglichen Zustand zurückversetzt werden, in welchem der slowenischen Unterrichtssprache eine größere Berücksichtigung eingeräumt worden war. Der Berichterstatter hat sich aber des Eindruckes nicht erwehren können, daß von slowenischer Seite die Zustimmung zur Durchführung der Kultur- autonomie an Bedingungen geknüpft worden sei, die von den deutschen Parteien wohl kaum an¬ genommen werden könnten. Dr. Besednjak habe erklärt, daß die slowenische Führung in Kärnten keinen Anspruch auf jene Slowenen erhebe, die sich im Laufe der Entwicklung der deutschen Kul- turgemeinschast angeschlossen hätten, dagegen könne er und seine Gruppe nicht aus jene slowenischen Volkselemente verzichten, die gegenwärtig noch zwischen dem deutschen und slowenischen Volkstum hin und her schwanken und mit einem landläufigen Ausdruck als „Windische" bezeichnet werden. Da aber diese „Windischen" gegenwärtig po¬ litisch auf die sozialdemokratische Partei und den Landbund ausgeteilt seien, so habe Dr. Besednjak gefordert, diese beiden deutschen Parteien sollten, um ihre loyale Gesinnung gegenüber der slowenischen Kulturautonomie zu dokumentieren, im Wege einer öffentlichen Proklamation oder in einer anderen markanteren Form erklären, daß.es von Partei- wegen jenen Anhängern, die der Abstammung und Sprache nach sich als Slowenen fühlen, frei- gestellt ist, sich in den nationalen slowenischen Ka¬ taster einschreiben zu lassen, ohne daß sie deshalb in ihrem Anrecht, als Heimattreue Kärntner zu gelten, Abbruch erleiden würden. Dr. Junghahn ist der Ansicht, daß eine solche Erklärung von den beiden deutschen Parteien, die dadurch ihre Stellung unter ihrer Wählerschaft erschüttern würden, nicht verlangt werden könne, und gibt den slow. Vertretern zu erwägen, ob eine solche Forderung, wenn sie gleichwohl von den deutschen Parteien erfüllt werden sollte, nicht gerade für die Slowenen selbst eine große Gefahr in sich berge, da ja immerhin die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen sei, daß die sogenannten „Windischen", wenn sie auf die Aufforderung der deutschen Parteileitungen hin sich für den slowc- nischen Kataster anmelden würden, sodann die Mehrheit erhielten und die kulturelle Autonomie ihren Wünschen gemäß bczw. im Auftrage ihrer Parteien derart einrichlen würden, daß damit die in die Minderheit gedrängte national-slowenische Gruppe nicht sehr zufrieden sein würde. Dr. Jung- hahn ist zur Ansicht gelangt, daß unter den ob¬ waltenden Umständen die Frage der kulturellen Autonomie in Kärnten auf einem toten Punkt angelangt sei, und steht vorläufig keinen Ausweg, wie die Angelegenheit weiter geführt werden könnte. Dr. Besednjak, der in dieser Konferenz als Hauptredner der Slowenen auftrat, legte in län¬ geren Ausführungen dar, welche Wandlungen bisher die Frage der slow. Autonomie in Kärnten durchgemacht hat, und suchte zwischen den ver¬ schiedenen Forderungen der slow. Vertretung, die auf den ersten Blick vielleicht zum Teil wider¬ spruchsvoll erscheinen könnten, einen logischen Zu¬ sammenhang herzustellen. Er erklärte, daß die national-slowenische Gruppe in Kärnten das Ri¬ siko, nach Durchführung der Kulturautonomie von den eigenen Volksgenossen in die Minderheit ge¬ drängt zu werden, aus sich nehmen wolle, nur glaube er, als Voraussetzung die Forderung stellen zu dürfen, daß die deutschen Parteien den slow. Volkselementen, die dem slow. Kataster bei- trcten wollen, den Eintritt in die slow. Kultur- gemeinschaft praktisch nicht versperren. Dr. Be- scdnjak erwähnte, daß der Ausdruck Slowene heute nn Kärnten vielfach noch so viel bedeute wie Irredentist im Gegensatz zum Heimattreuen Kärntner, und hält deshalb eine Erklärung der deutschen politischen Parteien für notwendig, daß die Zugehörigkeit zum slow. Volkstum mit der Heimat- und Staatstreue durchaus vereinbar sei. Dr. Besednjak benützte diese Gelegenheit, um die Erklärung abzugeben, daß die nationalen Slo- wenen in Kärnten loyale und aufrichtige Bürger der österr. Republik seien und aus dem Umstande, daß sie oder ein Teil von ihnen bei der seiner- zeingen Volksabstimmung für Südslawien ge¬ stimmt haben, nicht gefolgert werden dürfe, daß sie dem österr. Staatsverbande nicht treu ergeben wären. Dr. Wilfan, der sich während der ganzen Konferenz reserviert verhielt, griff nur ein ein- zigesmal in die Debatte ein, indem er zum leich¬ teren Verständnis für die deutschen Konferenz¬ teilnehmer den Ausdruck „Windische" erläuterte, der nach seiner Darstellung drei Phasen mitge¬ macht hat: in alter Zeit sei das Wort „windisch" allgemein ohne irgendwelche beleidigende Tendenz gebraucht worden, was sich aus einer Reihe von Ortsbezeichnungen feststellen lasse, zur Zeit der nationalen Kämpfe im alten Österreich sei der Ausdruck im Sinne der Minderwertigkeit der Slowenen besonders in den slowenischen Teilen Kärntens und Untersteiermarks in Übung gekom¬ men und nunmehr werde der Ausdruck „windisch" in der Prägung von Dr. Watte zur Bezeichnung der Heimattreuen Kärntner Slowenen angewendet. Dr. Hasfelblatt reagierte auf eine Bemerkung von Dr. Besednjak, welcher erklärt hatte, daß nach Einführung des national-slowenischen Ka¬ tasters sich in Kärnten der Besitzstand des deutschen und slowenischen Volkstums stabilisieren und da¬ durch der Kampf zwischen den beiden Kulturen zum Stillstand gelangen werde. Dr. Hasfelblatt sagte, das Beispiel seines Hcimatstaates, wo zuerst die nationale Autonomie für die deutsche Minder¬ heit praktisch erprobt wurde, beweise, daß der Kamps bei der Eintragung jedes stimmberechtigten Mit¬ gliedes in den nationalen Kataster immer wieder von neuem entbrenne. Hauptsache bleibe aber, daß sich dieser Kamps in friedlichen und legalen For¬ men ohne Druckmittel irgend welcher Art abspiele. Dr. Bruns führte aus, daß nach seiner Ansicht nicht die Differenzierung der Kärntner Slowenen als Heimattreue und Irredentisten die Durchfüh¬ rung der slowenischen kulturellen Bewegung er¬ schwere, sondern die größere Anziehungskraft der deutschen Kulturgemeinfchast, die wegen des ge¬ waltigen Geltungsbereiches der deutschen Sprache der slowenischen Bevölkerung auch viele praktische Vorteile biete. Dr. Bruns lehnte deshalb auch die Folgerungen ab, die Dr. Besednjak aus politischen Prämissen für dis weitere Entwicklung der Frage der Kulturautonomie abgeleitet hat. Dr. Petek, der offenbar unter dem Einflüsse Dr. Besednjaks gegenüber seinem Verhalten in früheren Jahren eine gewisse Mäßigung an den Tag legte, gab die Erklärung ab, daß die Kärntner Slowenen ebenso wie die deutschen Volksgruppen auf dem Boden der Kulturautonomie stehen und daß auch er diesen Standpunkt und besonders im Schulausschuß des Kärntner Landtages vertreten habe. Er sah aber ein, daß sich der bisherige Zustand nicht über Nacht grundstürzend umgestalten lasse und daß sich vielmehr die Kulturautonomie aus Kärntner Boden evolutionär entwickeln und ausreifen müsse. Von dieser Erwägung geleitet, habe auch die slowenische Vertretung einen all¬ mählichen, staffelweise fortschreitenden Abbau bezw. Umbau der utraquistischen Schulen verlangt. Wenn sich der sofortigen Durchführung der Kulturauto- nomie unüberwindliche Hindernisse in den Weg stellen, so müsse eben nach anderen Mitteln und Methoden gesucht werden, um d>.n kulturellen Wünschen der Kärntner Slowenen gerecht zu werden. Vor allem müßte die Spannung zwischen Mehrheit und Minderheit behoben und die Atmo¬ sphäre des gegenseitigen Mißtrauens entgiftet wer- den. Dr. Petek erklärte sodann, daß er als ge¬ eignete Mittel die Erfüllung gewisser kleiner, von deutscher Seite sicherlich leicht zu befriedigender Wünsche ansehe, die er einzeln aufzählte, wie z. B. die stärkere Berücksichtigung der slowenischen Sprache an den utraquistischen Schulen, die An¬ stellung genügender slowenischer Lehrkräfte, allen¬ falls durch Berufung aus dem Auslande, wenn vorläufig auch nicht aus Jugoslawien, so doch aus Italien, die Aufnahme von Lehramtszöglingen in ein Konvikt in Klagenfurt u. dergl. Er meinte, daß dis Kärntner Landesregierung diese Wünsche um so leichter erfüllen könne, als ihr ja bekannt sei, daß die Slowenen in Kärnten ein loyales Staatselement der österreichischen Republik dar- stellen. Dr. Perz schloß sich der Ansicht der Vor- redner an, daß die Verwirklichung der Kultur¬ autonomie für die Kärntner Slowenen gegen¬ wärtig noch nicht spruchreif sei, und erklärte, daß seinerzeit die Aktion des politischen und wirt- schaftlichen Vereines der Deutschen in Slowenien von der Hauptleitung der Deutschen in Süd¬ slawien zwar grundsätzlich gebilligt worden sei, daß die Parteileitung aber, wenn sie vorher um ihre Meinung befragt worden wäre, wahrschein¬ lich die Verschiebung der Aktion auf einen spä- teren Zeitpunkt vorgeschlagen hätte. Dr. Perz konnte aber seine Enttäuschung nicht verhehlen, daß die Kärntner Slowenen, derentwegen sich die Deutschen in Slowenien so sehr bemüht und ex¬ poniert hätten, bisher nichts unternommen haben, um durch eine ähnliche Intervention bei den ma߬ gebenden Stellen in Laibach bezw. in Belgrad die Lage der deutschen Minderheit in Slowenien und überhaupt in ganz Südslawien, die gerade gegenwärtig wieder einer schweren Belastung aus¬ gesetzt sei, zu mildern. Er begrüßte die Worte des Dr. Petek, daß von allen Seiten an der Entgiftung der Atmosphäre gearbeitet werden müsse, und ist überzeugt, daß, wenn die Kärntner Slowenen in loyaler Zusammenarbeit mit dem deutschen Mehrheitsvolke und im solidarischen Eintreten für die deutsche Minderheit in Süd¬ slawien ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem deutschen Volke und den südslawischen Sprach¬ stämmen herbeiführen helfen wollen, sich auf beiden Seiten die psychologischen Voraussetzungen für die Verwirklichung der Kulturautonomie der Kärnt¬ ner Slowenen rascher einstellen werden. Als Ergebnis der Aussprache stellte sodann Dr. Junghahn fest, daß die Frage der Kultur¬ autonomie für die Kärntner Slowenen vorläufig nicht weiter verfolgt werden könne. Er nehme aber dis speziellen Wünsche des Herrn Dr. Petek zur Kenntnis, bitte ihn, ihm die Wünsche noch schriftlich mitzuteilen, und erklärte sich bereit, die Zusammenstellung an die Kärntner Landesregie¬ rung weiterzuleiten. Ein Versprechen allerdings, daß die Kärntner Landesregierung diese Wünsche erfüllen werde, könne er nicht geben, ebensowenig könne er eine Zusage machen, daß er im Sinne der Gewährung irgendwelchen Einfluß auf die Kärntner Regierung nehmen wolle, da er den Eindruck vermeiden müsse, als ob diese Konferenz, die doch nur eine Klärung des Sachverhaltes bezweckt habe, den Anspruch erhebe, der Kärntner Landesregierung irgendwelche Ratschläge erteilen zu wollen. Zweite ordentliche Tagung des Ver¬ bandes der Gottjcheer Feuerwehren. Sonntag den 15. September 1929 fand im Gasthofs „Harde" der zweite ordentliche Berbands- feuerwehrtag statt. Verbandsobmann Dr. Hans Arko eröffnete die Tagung und begrüßte die er¬ schienenen Vertreter der Verbandswehren, u. zw. von der Altlagsr Feuerwehr Kameraden Anton Persche, Grafenselder Franz Schleimer, Gottschesr Josef Pavlicek und Georg Mille, Göttenitzer Josef Woldin, Hasenfelder Rudolf Tscherne, Hohenegger Franz Eisenzopf, Kotschner Johann Stampfe!, Lienfelder Adolf Poje, Lichtenbacher Matthias Marinzel, Malgerer Johann Siegmund, Mitter- dorfer Johann Tschinkel, Morobitzer Peter Hand- ler, Nesseltaler Josef Meditz, Obermösler Seba¬ stian Pasterk, Pöllandler Johann Samida, Rieger Perer Wittine, Reintaler Heinrich Jaklitsch, Schal- kcndorfer Franz Pleschinger, Schwarzenbacher Jo¬ hann Putre, Stalzerer Josef Fitz, Tiefenbacher Josef Schager, Unterdeutschauer Johann Meditz, Unterlager Josef Ruppe und von der Verdrenger Feuerwehr Kameraden Josef Hiris. Nach Überprüfung der Vollmachten verlas Verbandsschriftführer Franz Hriber die Verhand¬ lungsschrift des ersten Verbandsfeuerwehrtages, welche genehmigend zur Kenntnis genommen wurde. Der Bericht des Verbandsvorstandes wurde in den organisatorischen und in den technische« Teil zerlegt und erstattete ersteren Verbandsob- mann Dr. Hans Arko, letzteren aber sein Stell¬ vertreter Josef Hönigmarm. Dem organisatorischen Berichte entnehmen wir folgendes: Am ersten Verbandstage traten 19 Feuerwehrvereine dem Verbände bei, nachträglich 8, neugegründet wurden 6, ausgetreten aus dem Verbände ist ein Verein, so daß der Verband am heutigen Tage 32 Feuer¬ wehrvereine mit zusammen 1135 Mitgliedern zählt. Wie Überaus notwendig die Gründung des Ver¬ bandes für die Organisation des Feuerlöschwesens ist, geht daraus hervor, daß außer der Hebung der technischen Ausbildung auch sechs Feuerwehren neu gegründet wurden. Seine innere Arbeit er¬ ledigte der Verbandsausschuß in einem Verbands¬ tage und 15 Sitzungen. An den Verband sind 144 Schriftstücke eingelangt, abgegangen sind 595. Auch auf dem Gebiete der Selbsthilfe ist ein großer Fortschritt zu verzeichnen. Am 8. Novem¬ ber 1928 wurde ein Unterstützungsfond für im Dienste verunglückte Feuerwehrmänner gegründet. Dank der ausgiebigen geldlichen Unterstützung der Spar- und Darlehenskasse in Kočevje ist es dem Verbände ermöglicht gewesen, diesem Fonde den Betrag von 1000 Din zu überweisen und außer¬ dem werden in Hinkunst alle Verbands- und Ver¬ waltungsbeiträge, die die Feuerwehren statuten¬ gemäß dem Verbände jährlich zu entrichten haben, in diesen Unterstützungsfond fließen. Es ist sohin am Platze, daß der heutige Verbundstag der Spar- und Darlehenskasse den wärmsten Dank ausspricht. Hinsichtlich der Unterstützung aus dem Landes- feuerwehrsonde berichtet der Obmann, daß im Vorjahre dem Verbände 6000 Din zugekommen sind, welche bereits auf die einzelnen Feuer¬ wehren aufgeteilt wurden, für Heuer aber die Ge¬ suche an dis maßgebenden Stellen schon abge¬ gangen sind und hoffentlich dis entsprechende Be- rücksichtigung finden werden. Mit der Aufforde¬ rung zu weiterer unentwegter Arbeit schloß Ver- bandsobmann Dr. Hans Arko seinen ausführlichen Bericht. Verbandsobmanustelloertreter Josef Hö- nigmcmn berichtete sodann über die technische Ar¬ beit und gab gleichzeitig ein Bild über dis Tä¬ tigkeit der Verbandswehren bei Bränden und gemeinsamen Übungen. Seit der Gründung des Verbandes beteiligten sich 22 Verbandswehren an 7 Bränden, bei denen insgesamt 112 Objekts den Flammen zum Opfer fielen. Zur Hebung der technischen Ausbildung hat der Verbandsaus- schuß drei gemeinsame Übungen angeordnet, an denen 18 Feuerwehren mit 293 Mann beteiligt waren. Hervorgehoben muß die letzte gemeinsame Übung in Knežja lipa (Graflinden) werden, bei welcher man mustergiltige Ausbildung der Mann¬ schaft und stramme Wehrmannsdisziplin sah. Zum Schluffe seines Berichtes forderte VOSt. Josef Hönigmarm die versammelten Vertreter der Ver- bandSwehren auf, den Verlauf der heutigen Ver¬ handlungen daheim im Kreise der Wehrkameraden zu besprechen und auch in Zukunft dem Leitspruche „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehri" treu zu bleiben. Die Berichte des Verbandsvorstandes wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Sodann erstattete Verbandskassier Gustav Ver¬ derber dm Kasfabericht, welcher ebenfalls ohne Einspruch vom Verbandstage angenommen wurde. Beim nächsten Punkte der Tagesordnung: Fest¬ setzung der Höhe der Bcrwaltunqsbeiträge, machte der Verbandsobmann vor allem darauf aufmerksam, daß die Verbandsbeilrägs satzungsgemäß 1 Din pro Mitglied und Jahr festgelegt sind und es sich hier lediglich nur um die sogenannten Ver¬ waltungsbeiträge handelt. Da aber sowohl die Verbands- als auch dis VerwaltungSbeiträgs in den Unfallsäckel fließen, bitte er die versammelten Wehrkameraden, zu diesem Punkte Stellung zu nehmen. An der darauffolgenden regen Wechsel- rede nahmen die Kameraden Verbandsinspektor Josef Lackner, Josef Meditz, Franz Hriber, Se¬ bastian Pasterk und Josef Pavlicek teil und wurde der Antrag des Wehrhauptmannes Josef Pavlicek, die Verwaltungsbeiträge sind pro Mitglied und Jahr auf 1 Dinar zu bemessen, stimmeneinhellig angenommen, so daß die Verbands¬ wehren jährlich 2 Din pro Mitglied abzuliefern haben, welche dem Unfallsäckel zugewendet werden. Die Festsetzung des Ortes sür den nächsten ordentlichen Verbandsfeuerwehrtag erheischte eben¬ falls eine lebhafte Debatte. Wehrhauptmann Josef Pavlicek gibt seiner Meinung dahin Ausdruck, es möge der nächste Verbandstag nicht mehr in der Stadt, sondern in einem größeren Orte, wie z. B. Mösel, abgehalten werden. Im gleichen Sinne sprechen auch die Wehrkameraden Josef Meditz, Verb.-Jnsp. Josef Lackner und Sebastian Pasterk. Der Kommandant der Rieger Feuerwehr Peter Wiitine ist der Ansicht, es möge der nächste Verbandstag in Kočevska reka abgehalten werden, um dadurch sowohl der Bevölkerung, als auch den ausübenden Mitgliedern der Feuerwehr einen An¬ sporn zu geben und lebhafteres Interesse für den Feuerwehrverein zu erwecken. Verbandsobmann Dr. Arko macht Kameraden Wittine darauf auf- merksam, daß sich der Verbandsausschuß mit der Frage, im nächsten Jahre eine größere gemein¬ same Übung in Kočevska reka abzuhalten, schon befaßt habe und es sei eine gemeinsame Übung gewiß das beste Werbemittel für jede Feuerwehr. Ueber Antrag des Verbandsobmannes wird nun stimmeneinhellig beschlossen, den nächsten ordentlichen Verbandsfeuerwehr¬ tag im Jahre 1931 in Mozelj (Mösel) ab- zuhalten. Beim nächsten Punkte der Tagesordnung: Neuwahl des Verbandsausschusses, unterbricht der Verbandsobmann die Tagung, um so den ein¬ zelnen Vertretern der Verbandswehren Gelegen¬ heit zur freien und ungezwungenen Aussprache zu geben. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen beantragte Wehrhauptmann Josef Pavlicek im Namen aller anwesenden Vertreter, der bisherige Verbandsausschuß, bestehend aus dem Obmanne Dr. Hans Arko, seinem Stellvertreter Josef Hönigmann, den In¬ spektoren Wilhelm Fürer und Josef Lackner, dem Schriftführer Franz Hriber, dem Kassier Gustav Verderber und den Beiräten Alois Hönigmann und Friedrich Povse, möge auch fernerhin die Ämter beibehalten. Verbandsobmann Dr. Arko dankte im Namen des Verbandsausschusses für das entgegengebrachte Vertrauen und ersuchte alle Vertreter, dem Ver- bandsausschusse auch in Hinkunft zur Seite zu stehen und die Arbeit erleichtern zu helfen. Im Allfälligen wurde zuerst der Antrag der Mösler Feuerwehr, es möge eine Vereinheitlichung der Abzeichen für Ehrenchargen und -Mitglieder festgesetzt werden, durchberaten. Über Antrag des VOSt. Josef Hönigmann wird dem Verbands- ausschusse der Auftrag erteilt, die diesbezüglichen Bestimmungen ehestens auszuarbeiten. Bezüglich des gegenseitigen Besuches der Feuerwehren bei Gartenfesten und Tanzunierhaltungen legt Wehr- Hauptmann Pavlicek Beschwerde ein und meint, daß einige Verbandswehren den gegenseitigen Be¬ such von nicht offiziellen Festen als Pflicht an¬ sehen. Verbandsobmann Dr. Arko verweist dies¬ bezüglich auf die vom Verbandsausschusse schon seinerzeit gefaßten und veröffentlichten Beschlüsse. Anschließend daran macht er daraus aufmerksam, daß gemeinsame Übungen nicht mit Gartenfesten und Tanzunterhaliungen verbunden werden dürfen. Außerdem gibt er den Beschluß des Verbands¬ ausschusses bekannt, daß Mitglieder des Verbandsausschusses, die keiner Feuerwehr als ausübende Mitglieder angehören, auf ihr Verlangen von jeder Verbandswehr zu Bränden mitgenommen werden müssen. In diesen Fällen tragen die Mitglieder des Verbandsausfchufses, wenn sie nicht in Uniform sind, blaue Armbinden. Verbandsinspektor Josef Lackner regt an, es möge der Verband in Kreise eingeteilt und sollen Kreis¬ vertreter gewählt werden, die dem Verbandsaus¬ schusse beigezogen werden. Nach längerer Wechsel¬ rede wird beschlossen, diese Anregung dem Ver- bandsausschusse zur Durchberatung und etwaigen Ausführung zu überlassen. Der Verbandsobmann verweist sodann auf die genaueste Beachtung der Uniformierungs- und Signalvorschriften. — Be¬ schlossen wird über Antrag des Verbandsobmannes, daß das Sammeln von Geschenken usw. bei Feuerwehrunterhaltungen von auswärtigen Feuerwehren in der Stadt verboten ist. Wehrhauptmann Josef Pavlicek beantragt, es mögen sich alle anwesenden Vertreter der Ver- bandswehren zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die aufopferungsvolle Arbeit des Verbandsausschusses von den Sitzen erheben. Nachdem sich niemand mehr zu Worte mel¬ dete schloß der Verbandsobmann mit einem „Gut Wehr!" den zweiten Verbandsfeuerwehrtag. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Personalnachricht.) Der Got- tscheer Stadtkaplan Franz Fister ist nach vier¬ jährigem Wirken von hier nach Ribnica versetzt Gottscheer Zeitung — Nr. 27 worden. An seine Stelle kam der Neupriester M. Klopcic. — (Die neue Orgel.) Auf Grund einer Aussprache mit dem Herrn Dechanten teilt der Hausbesitzeroerein mit, daß die vorgeschriebene Beitragsleistung nicht auf einmal gezahlt zu werden braucht. Die Bcitragsleisiung kann auch in Raten erfolgen. Erlagscheine sind im Pfarrhofe erhältlich. — (Bezirkskasse.) Bis heute haben ihre Wünsche an die Bezirkskasse nur die beiden Ge¬ meinden Osilnica und Livold bekannt gegeben. Da die Bezirkskasse in der nächsten Zeit über jene Gelder wird verfügen können, die im Vor¬ anschläge vorgesehen sind, wäre es angezeigt, daß sich die Gotts Heer Gemeinden schnell umsehen möchten, sonst wird es vielleicht zu spät sein. — (Auszeichnung von Gottscheern.) König Alexander hat kürzlich folgenden un¬ serer Landsleute Auszeichnungen verliehen, und zwar erhielt den Savaorden IV. Klasse: Dechant Ferdinand Erker in Kočevje und Dr. Hans Högler in Ljubljana; den Savaorden V. Klasse: die Pfarrer Bartelme Johann in Spodnjilog (Un¬ terlao); Gliebe Josef in Gotenica (Göttenitz); Eppich Josef in Staracerkev (Mitterdors); Dr. Röthel Georg und Industrieller Zur! Johann in Kočevje; Pospischil Josef, Gemeindevorsteher in Draga (Suchen); Haberle Josef, Gastwirt in Starilog (Altlag), Wüchse Matthias, Wüchse Johann und Lackner Josef in Koprivnik (Nessel¬ tal) und Erker Raimund aus Salkavas (Schal¬ kendorf). Die goldene Medaille für Zivilverdienste: Gemeindevorsteher Josef Jaklitsch und Besitzer Alois Schleimer aus Cvislarje (Zwischlern). Die silberne Verdienstmedaille: Die Gemeindevorsteher bezw. die Besitzer Weber Johann in Borovec (Morobitz); Gladitsch Matthias in Briga (Tiefen¬ bach); Gasparitsch Ernst in ärnipotok (Schwär- zenbach); Rauch Peter in Knezjalipa (Graflinden); Erker Josef in Kocevskareka (Rieg); Plut Josef in Malagora (Malgern); Putre Johann in Turkova- draga (Fliegendorf); Gliebe Franz in Kukovo (Kukendorf); Tschinkel Johann in Slovenskavas (Windischdorf) und Greisch Josef in Breg (Rain). — (Wie Städte wachsen.) Belgrad zählte im Jahre 1921 kaum 8000 Häuser und von denen waren 1000 hölzerne. Heute hat die Stadt 20.047 Häuser und unter ihnen viele förmliche Paläste. — (Dr. stresemann über das Min¬ derheitenproblem.) In seiner großen Rede vor dem Völkerbunde sagte Dr. Stresemann über das Minderheitenproblem u. a. folgendes: Ich stelle mit Genugtuung fest, daß auf dem Gebiete des Verfahrens bei der Behandlung von Be¬ schwerden der Minderheiten Beschlüsse gefaßt wor¬ den sind, die zweifellos eine Verbesserung des bisherigen Zustandes darstellen. Sie rechtfertigen die Hoffnung, daß ihre Durchführung die Garantie des Völkerbundes wirksamer ausgestalten und da¬ durch in den Kreisen der Minderheiten selbst neues Vertrauen erwecken wird. In der Tat bin ich der Überzeugung, daß der Völkerbund sich in der Ausübung seiner Garantiepflicht nicht auf die Erledigung einzelner an ihn herantretender Be¬ schwerden beschränken darf, sondern daß er nach dem geltenden Minderheitenrecht darauf Bedacht zu nehmen hat, sich fortlaufend und allgemein Gewißheit darüber zu verschaffen, wie sich das Schicksal der Minderheiten unter den in Kraft befindlichen Verträgen gestaltet. Wir sind uns, glaube ich, alle klar darüber, daß auch eine Ver¬ fahrensregelung, die technisch jede denkbare Voll¬ kommenheit besitzt, nicht zu den gewünschten Er- gebnissen führen kann, wenn nicht innerhalb des Völkerbundes völlige Klarheit und Einigkeit über das zu verfolgende Ziel besteht. Ich zweifle nicht, daß der Völkerbund nicht zögern wird, die jetzt geschaffene Regelung durch weitere Verbesserungen zu ergänzen, wenn die künftige Praxis etwa die gehegten Erwartungen nicht erfüllen sollte. Ich kann in der Stellungnahme zum Minderheiten¬ problem keinen Unterschied zwischen interessierten und nichtinteressierten Staaten anerkennen. Es handelt sich um ein Problem, das gerade nach dem Grundprinzip des nach dem Kriege neuge- schaffenen Regimes den Völkerbund in seiner Gesamtheit angeht. Der Friede unter den Völkern wird um so besser gesichert sein, je mehr das unverzichtbare Menschenrecht auf Muttersprache, Kultur und Religion unbeschadet der staatlichen Grenzen geachtet und geschützt wird. Die Zeit wird hoffentlich nicht mehr ferne sein, in der der Völkerbund sich für die Behandlung der Minori¬ tätenfragen ei» besonderes Organ beschaffen werde, wie es für die Wirtschafts- und Mandatsfrage geschehen ist. Der Völkerbund muß sich dauernd mit der Frage befassen, wie seine Aufgabe, über den Schutz der Minderheiten zu wachen, gelöst werde. Deshalb ist es auch selbstverständlich, daß alljährlich die 6. Kommission die Fortschritte auf diesem Gebiete verfolgt. Ein Staat, der den Versuch macht, mit seinen Machtmitteln die Kultur der Minderheiten zu unterdrücken, wird sich dem Verdachte aussetzen, daß er sich zu schwach fühle, die ihm angehörigen Völker zu regieren. — (Eine mächtige Kundgebung) war der am 1. September abgeschlossene deutsche Ka¬ tholikentag in Freiburg. Über Schule, Familie, katholische Aktion und andere wichtige Fragen wurde in meisterhaften Ausführungen den deutschen und wohl auch anderen Katholiken der Weg für die Zukunft gewiesen. An der Schlußfeier betei¬ ligten sich 70.000 Menschen. An der imposanten Tagung beteiligte sich auch unser Landsmann Hauptschriftleiter Dr. Franz Perz. — (Wert der 20prozentigen Kronen- b o ns.) Im Finanzgesetz für das laufende Jahr ist u. a. verordnet, daß die 20 prozentigen Kronen¬ bons (Bons für den 20 prozentigen Abzug ge¬ legentlich der Abstempelung der Kronenbanknoten) als Zahlung für Finanzstrafen im vollen Betrag angenommen werden, ohne Rücksicht darauf, auf wen die Bons seinerzeit ausgegeben wurden, überdies nehmen die Steuerverwaltungen diese Bons als Zahlung für Steuerrückftände bis zum Jahre 1926 an, und zwar von den Personen, auf welche sie lauten, bezw. von deren Rechts¬ nachfolgern im vollen Betrag ohne Rücksicht auf die Höhe, von anderen mit dem Wert von 50 Prozent. Natürlich hat dies letztere in Slowe- nien so gut wie keine Bedeutung, weil Steuer- rückstände bis zum Jahre 1926 sehr selten sein dürften und wenn solche vorhanden sind, die be¬ züglichen Schuldner gewiß keine auf ihren Namen lautenden Kronenbons besitzen. Wichtiger ist die Sache mit den Finanzstrafen. Solche treffen na- - mentlich Gastgewerbetreibende öfters und hier ist es am Platz, daß man die Strafen mit diesen Bons bezahlt. Man soll daher die Bons nicht an aufkaufende Agenten, die bloß 30 Prozent des Nominalwertes zahlen, verschleudern. Stara cerkev (Mitterdorf). (Ablebendes Pfarrers Gotthard Rott.) Im Alter von 77 Jahren ist am vergangenen Sonntag zu Konjice zu Untersteiermark, wo er seit sechs Jahren als Pensionist lebte, geistl. Rat Pfarrer Gotthard Rott verschieden und am Mittwoch dort beerdigt worden. Der Verstorbene hat durch 15 Jahre auch im Gottscheer Dekanate als Pfarrer segensreich ge- wirkt und zwar zwei Jahre in spodnji log (Un¬ terlag) und 13 Jahre in Stara cerkev (Mitterdorf). Er ruhe in Frieden! — (Eine Folge der Trunkenheit.) Der in Visnjagora als Rauchfangkehrer ansässige und aus Breg (Rain) stammende Johann Perz hat am 14. September auf dem Heimwegs einen ihm entgegenkommenden Radfahrer mit dem Messer so bearbeitet, daß nur schleunige ärztliche Hilfe den vielfach Verwundeten vor dem Verbluten rettete. Zu welchen Untaten doch der Schnaps einen Menschen verleiten kann. Borovec (Morobitz). (Auf der Suche.) Kam da unlängst ein unbekannter Fremder zu einem Köhler am Boritsch und erzählte keuchend, er habe auf dem Mvrobitzer Berge das Knochen¬ gerüste einer verwesten Leiche gefunden. Die Be- schreibung des Fundortes, der Kleidung und Schuhe des Verunglückten war so genau, daß die Ge¬ schichte glaubwürdig schien. Zwei Männer gingen auf die Suche, fanden aber nichts. Daraufhin durchstreifte eine größere Partie von Männern die Bergeshöhe, alles genau durchforschend. Als sie am späten Nachmittag an der Kulpa unten ankamen, stellten sie fest, daß sie den Toten nicht gefunden, von denen aber, die am Morgen aus¬ gegangen waren, drei verloren haben, nahmen den Verlust aber nicht allzu ernst. Nachdem sie abends im finsteren Walde sich selber noch ver¬ irrt hatten, spät und müde heimkamen, fanden sie die drei verlorenen wohlbehalten wieder. Ob das angeblich gefundene Knochengerüste wirklich existiert? Vielleicht, — es ist aber auch möglich, daß es Dichtung eines flüchtigen Wilderers war. HrLarice (Masern). (Todesfall.) Am 13. d. M. starb Frl. Leopoldine Tschinkel, Tochter des Sägebesitzers Herrn Matthias Tschinkel, nach längerem, schweren Leiden. Sie ruhe in Frieden. KoLevska reka (Rieg). (Für die Rieger Abbrändler) sind an weiteren Spenden ein¬ gelaufen : Sammlung, eingeleitet durch H. Vel. zupan, 10.000 Din; Gottscheer Musikkapelle Broo- Seite 4. Gottscheer Zeitung — Nr. 27. Jahrgang XI. klyn 60 Doll --- 3360 Din; Viktor Windauer Modos 100 Din; Peter Kösel Bakersfield 1135 Din; Sammlung John König, Bcikery u. Lunch Room, Brooklyn 46 50 Dollar (und zwar Charles Narz, Papierhandlung 10 Doll, Leo Benjamin- En gros Mehlhandlung 5 Doll, deren Vertreter Mr. Selig 1 Doll, Spring Valley Butter u. Egg Comp. 5 Doll, Handlungsreisender Roman Ranke! Gottschee 5 Doll, John König Reichenau 5 Doll, Kaffeehandlung Graig u. Comp. 3 Doll, Fleisch- man u. Comp. 5 Doll, deren Vertreter Mr. Durst 1 Doll, Scheffield Milch Comp. 2 50 Doll, Fleischermeister O. Probst 2 Doll, Josef König Reichenau 2 Doll). Sämtlichen Spendern sagt herzinnigsten Dank das Gemeindeamt. Um wei¬ tere Gaben wird herzlichst gebeten. Kvislarje (Zwischlern). (Spend e.) Die ver- storbene Private Maria Kresse aus Olmütz hat unserer Kirche in Zwischlern 330 Din und den Armen 150 Din gespendet. Gott lohne es ihr. Livotd (Lienfeld). (Sterbefall.) Am 16. September starb nach längerem Leiden im Alter von 68 Jahren die Auszüglerin Maria Tscherne Nr. 39. Die Beerdigung fand unter zahlreicher Beteiligung am 17. September statt. poljane (Pöllandl). (T o d e s f a ll.) In Stein- wand ist am 28. August Herr Heinrich Grill, 59 Jahre alt, Gastwirt und Ortsschulausschu߬ mitglied der Steinwander Schule gestorben. — (Trauerbotschaft.) Der hiesige Pfarrer Johann Lobe, der seit 9 Jahren in unserer Mitte wirkte und bei der ganzen Bevölkerung sehr be¬ liebt war, ist plötzlich am 17. September an Ver¬ blutung gestorben. Die ganze Pfarre trauert um ihn. Er ruhe in Frieden. Dolga vas (Grafenfeld). (Gestorben) ist am 12. September im Alter von 67 Jahren Maria Kowatschitsch, Auszüglerin, Nr. 18. Allerlei. Menschenschmuggler. Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten ist bekanntlich durch die dortige Gesetz¬ gebung außerordentlich erschwert, indem aus jedem Land nur eine gewisse, sehr beschränkte Zahl von Einwanderern zugelassen wird. Aber ebenso wie die Prohibitionsgesetze eine weitverzweigte, blü¬ hende Schmuggelindustrie ins Leben gerufen haben, ziehen mehr oder weniger skrupellose Unternehmer reichlichen Gewinn daraus, daß sie Ausländern zum heimlichen Eintritt in die Vereinigten Staaten verhelfen. Die illegale Einwanderung nach U. S. A. vollzieht sich größtenteils aus drei Grenzländern: aus Mexiko, Kanada und Kuba. Der letztere Weg gilt als der leichteste. Die amerikanischen Be- Hörden hatten davon Wind bekommen, daß ein kleiner Dampfer, „Del Jrio", sich seit geraumer Zeit auf den Einwanderungsschmuggel verlegt hatte. Daraufhin machte die amerikanische See- Polizei Jagd auf den Dampfer und hielt ihn zu verschiedenen Malen auf offener See an, aber auch nicht ein einziges Mal gelang es, auch nur einen Auswanderer auf dem Schiff zu finden. Da versuchte es die Polizei mit List. Ein Po- lizeiagent schiffte sich als Ausländer zusammen mit noch elf wirklichen Einwanderern auf dem „Del Jrio" ein, der eine Stunde nach dem Ver¬ lassen des Hafens angehalten wurde. Die in der denkbar genauesten und gründlichsten Art vorge¬ nommene Untersuchung des ganzen Schiffes er- gab auch diesmal kein Resultat. Wie in allen bisherigen Fällen konnte auch jetzt kein Auswan¬ derer an Bord angetroffsn werden, und auch der Polizeiagent war spurlos verschwunden. Infolge¬ dessen wurde die gesamte Besatzung für verhaftet erklärt und nach Anlaufen des Festlandes dem Gericht überstellt. Nun kam man dem Rätsel auf den Grund: Sooft auf dem „Del Jrio" ein Polizeifahrzeug gesichtet wurde, warf die Besatzung die an Bord befindlichen Einwanderer ganz einfach ins Meer. Auf diese Weise sollen mehrere hun¬ dert Personen ums Leben gekommen sein, und auch der unglückliche Polizeiagent fiel dieser Praxis zum Opfer. Wie unheilvoll unsere jetzige Frauenmode ist. Auf der Tagung der amerikanischen Gesell- schäft zur Bekämpfung der Tuberkulose, die man zu Atlantic City abhielt, wurde ein Bericht zur Verlesung gebracht, der ein gewaltiges Aufsehen erregte; aus demselben geht hervor, daß der Tuberkulose doppelt so viele Mädchen als junge Männer zum Opfer sallen. Die Ursache dieses aufsehenerregenden Miß-- Verhältnisses wird von den Ärzten einstimmig auf die Tollheiten und Torheiten der Frauenmode zurückgeführt. In allererster Linie ist schuld daran, Inserieret in der ,Gottscheer Zeitung! daß sich so viele junge Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren wahren Hungertorturen unterwerfen, um so eine überschlanke Taille, die zurzeit die große Mode ist, zu bekommen. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß durch die allzukurzen Röcke, die zu sehr ausgeschnittenen Kleider, überhängt durch zu leichte Bekleidung, sehr viele Erkältungen namentlich die Frauenwelt ergreifen und diese dadurch nicht nur lungenleidend sondern auch unterleibsleidend werden. Wie viel Ärzte könnten in bezug auf Krankheiten, hervor¬ gerufen durch die Verrücktheiten der Mode, be- richten über große und entsetzliche Krankheitsfälle, in deren Gefolge Familienzwist und Unglück fast immer zu finden ist. Herausgeber u. Eigentümer: Josef Eppich, Stara cerkev Schriftleiter: Alois Krauland, Koäevje. Buchdruckerei Josef Pavliäek in Koöevje. Kohlensäcke sind stets lagernd bei der Firma Wirko Wkakar, Ljub¬ ljana, Slomškova ulica 11. Äpfel, Birnen und Zwetschken am Baume hat zu ver¬ kaufen Josef Aöstner, Preriegel 2, j). NemLka loka. opklL. unil sind erstklassige Markenräder von modernster, eleganter Bauart, unverwüstlich, leicht laufend. Houren-, Kalörenn- und Wennräder, Damen-, Mädchen- und Knaöenräder. Mehrjährige Garantie! Niedrige Preise! Ratenzahlungen! ?8cNMKk^> KOLLVM Achtung, Helegenheitskauf! Schönster Besitz (Haus neu renoviert) und Grund mit viel schönen schlagbaren Waldungen, alles im besten Zu¬ stande, ist wegen Abreise preiswert zu verkaufen. Näheres beim Besitzer Kans Uchinkek, Koprivnik 32. Maria Tscherne geb. Jonke Allen Verwandten und Bekannten geben wir bekannt, daß unsere liebe Gattin, Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante, Frau Allen, die unsere liebe Mutter in ihrer Krankheit besucht und zur letzten Ruhe g e- leitet haben, sagen wir herzlichen Dank. Die tieftranernden Hinterbliebenen. am ;6. September ty29 nach längerem Leiden und versehen mit den heil. Sakramenten, in ihrem SA. Lebensjahre im Herrn ent¬ schlafen ist. Das Leichenbegängnis sand am >7. Sep- tember um 4 Uhr nachmittags vom Sterbe¬ hause aus auf den Grisfriedhof statt. Lienfekd, am ;s. September 1929. 2—1 Verlsugt Morte! Verlangt Merts! kNWS Vsvüoläsrbsersll offeriert billigst L. VOLL, LMM» Kegljeva ce8ta 24. Meilis- unll .. , Au vermieten. Ein Geschäftslokal samt Wohnung und Magazine auf dem Lande. 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