Illyrisch es Blatt i « m Nutzen uad Vergnügen. Nro. 5l. F r e y t a g de n 22. Dece m b e r 1620. Sigmund Freyherr von Hcrberstein. I. Seine Jugend und Bildung. 1486 — »5o6. (Aus den vaterländischen Blättern.) sigmund Freyherr von H e r b e r st c i n wurde am 23. August 1466 zu Wippach am Karste, cinem, seinem Vater von KaiscrFriedrich HI.verlichencn, Schlosse in Krain, am Flusse gleiches Nahmens, gc-bohren. Sein Vater war Lconhard oder Lienhard von Herbersiein, ein nahmhafter Krieger, der dem Kaiser zur Krönung nach Rom, und zur Vermahlung nach Neapel folgte, bey cine,m zweyten Zuge nach Italien 1469 in dcr Hauptstadt der Christenheit die ritterliche Würoc empfing, und in feinen späteren Jahren Hauptmann zuAdelöberg und am Karste, und Pfleger zu Wippach wurde. Seine Mutter hieß Barbara, und war die Tochter Herrn Niclasens Luegger, Burggrafen zu Lucnz und Lueg. Die gewissen Nachrichten von dem adeligen Geschlechte dcrHerbersteme steigen bis in das drcyzehnte Jahrhundert hinauf. Ihr großer Enkel, der seinem ' Nahmen zuerst die frcyhcrrliche Würde und unvergänglichen Ruhm erwarb , hat fleißig gesucht, ihren Thaten nachzuspüren und sie zum Beyspiele dcr Nachkommen aufzuzeichnen, „gleichwohl" sagt er, mit Bedauern, »solche begiert nur spat zukumen ist, da ich mich in le.- ben meiner Ältern nicht ^erkundigen mngen." Die früheren Vorfahren waren wahrscheinlich einfache Landleute, cm Umstand, den Herderstein seiner Familie mit einer herrlichen Aufrichtigkeit zum Ruhme rechnet. Das Stammgut dieser Familie ist Herber st ein, eine österreichische Herrschaft mit einem Schlosse bey Stubenbcrg, am Flusse Feistritz in Steyermark, im Graher-Kreise, das ein Otto von Harperg im Jahre 2290 erkaufte, und von welchem er für sich und seine Nachkommen den Nahmen annahm. Dieser Kauf scheint indessen nicht der Ursprung des Familien-Nahmens Herb er stein gewesen zu seyn; der älteste Stammherr, den unser Hcrberstcm auffinden konnte, und der schon diesen Nahmen führte, war Hans v. Herb er stein, Pfarrer zu Pölan, um das Jahr 1200. Herberstein erwähnt auch einer Sage, daß sie früher H e'rul stein geheißen harten, von den Herulern, welche um 675 unter Odoaker Istrien und Pannonien bekriegten. Leonhard von Herber st ein hatte vier Söh> ne, von denen unser Sigmund dcr dritte war. Die andern drey, Georg, Hans und Wilhelm, zeichneten sich alle im Felde aus, und erhielten dafür d>e ritter-, liche Würde, starben aber alle früher, als unser Held. Von fünf Schwestern war die zweyte die Mutter des berühmten Kriegsmannes, Hans Katzianer Freyherr« zu Flednich. AUe Brüder liebten sich nach Sigmunds Zeugnisse herzlich und lebten ihr ganzes Leben durch in der größten Einigkeit. Besonders spricht Herberstein mit der größten Dankbarkeit von dem ältesten, Georg, einem höchst vortrefflichen und ausgezeichneten Manne, der auf seine jugendliche Bildung durch Rath und Beyspiel den wohlthätigsten.Einfluß hatte. In den ersten Jahren feines Lebens war unser Herderstein sehr schwächlich, und wurde dald so krank, daß seine Ältern an menschlicher Hülfe verzweifelten, und das Gelübde thaten, ihn nach dem berühmten hei-, ligen Hause der Mutter Gottes zu Loretto zu schicken. Sein zweyter Bruder, Hans, der folglich wenigstens fünfzehn Jahre ältcr, als er, muß gewesen scyn , trat wit ihm auch wirklich die Neise an, ging zunächst mit ihm nach Lovrana, einem kleinen Hafen von Liburmen, schiffte sich hier nachAncsna cin, und brachte ihn von da zu Pferde an das Ziel ihrer Wallfahrt. Dieser fromme Zug hatte die erwünschteste Wirkung, und Hcrberstcin konnte nun nach seiner Zurücktunft unge» stört die Schule seines Geburtsortes Wippach besuchen. Vald darauf schickten ihn seme Ältern nach Lonsdach, als er kaum acht Jahre alt; hier lernte er Deutsch und Windifch, oder Slavonisch, welche letztere Sprache ihm in der Folge von großem Nutzen war. Im Jahre »49-5,,also im neunten seines Alters, sandte ihn fein Vater nach Gurk, im Klagenfurtcr Kreise, zu dem dortigen Domprodste, Wilhelm Weltzer. 1697 wurde Herberstein nach Wien auf die öffentliche Schule geschickt. Zwey Jahre darauf, 1499, also qe, rade erst dreyzehn Jahre alt, als er eben seine Mut-ter verloren hatte, bezog Herberstein schon die hohe Schule M Wien, und wurde von dem Rector .O s-wald Ludwig von Weickersdorff unter die Zahl der Studierenden aufgenommen. Vald darauf scheint Herberstein Wien verlassen zu haben und in das älterliche Haus zurückgekehrt zu seyn. Hier zeigte sich zeitig die Gelegenheit, die gesammelten Kenntnisse gel» tend zu machen, un) durch Führung gerichtlicher Ge< schafte neue einzusammeln. Sein Vater schickte ihn nähmlich an Kaiser Maximilians Hof, um dort gewisse Familien>Angelcgcnheiten zu betreiben; mit ahnlichen Auftragen mußte cr nach Neustadt und Gratz gehen, „wie das, sagte cr, nach meines Alters und Wesens die Gelegenheit gab." So vergehen vier Jahre, ehe wir Herderstein öffentlich auftreten sehen; dtesc lZeit war zwischen Nciftn, dem Geschaftvaufenthalte m der Hauptstadt, eigenen Arbeiten und dem Lesen der al^ ten und einiger neuern Geschichtschreiber getheilt. Die Fortsetzung dieser lehtern Beschäftigung hatte er seinem Lehrer, dem redlichen Natzcnberger, bey der Tren» nung vl,'rsprcu)'n müssen, und cr blieb seiner Zusage treu. (Die Fortsetzung folgt.) Alterthümer. Auf der Herrschaft T h u r n bey Gallenstein wurden bey Anlegung einer Straße, aus den Grab» statten zu Mariathal, folgende Alterthümer hcrvorge« zogen, und an das Laibachcr Gouvernements - Prasi» dium eingesendet: ») Em großer metallener hohler Ning an einem noch lennbaccn Handlnochen; drcy etwas tl^ncre, ebenfalls metallene Hohlrmge, l«gen in der GiMlättö so, als wenn sie dem dcichnam an die Brust gc-legt worden waren; 2) zwey mittlere Mige lagen neben der Grabstätte, und cm Ohrgehäng, das beym Aufheben zerdrö--sctte; Z) ein Fingerring wurde beym Sandhauen entzwcy geschlagen, zwey Korallen, an einer Halsschnur be>. filldUch, (dle übrigen waren zerstreut worden); noch ein Stück von einem Geschmeide; 4) ein irdenes Gefäß, das oben an der Grabstätte, mit Alche angefüllt stand j 5) eine ganz verrostete Lanze, die der Beurtheilung nach dcm Verstorbenen mit in das Grab gegeben worden. Vor zwey Jahren wurde in jener Gegend auch eine Goldmünze von Ka^er Nero gefunden, die gegenwärtig in Privathänden seyn soll. Der Unterzeichnete, ohne diese Gegenstände gesehen zu haben, muthmaßt, obiger militärische Schmuck dürft viel Ahnlimkeit haben mit verbrochenen Ringen und korinthischem'Erz, welche dieses Jahr in S t r a' fische beyKrainburg aus einem Hügel hervorgezogen worden. Dcrlcy Hügel in einer systematischen Ordnung befinden sich noch mehrere daselbst, und sie dürften den windischcn Vuchcln in Stcyermart allcrdmgs verglichen werden. Prof. Richter. Denkmahl, wclchcs Winckclmcmn zu Ehren in Trieft in der Kirche.St. Giusto errichtet wird.. Der Doctor Dom. Nosetti, welcher vor zwey Jahren das Wcrkchen : Ioh. W > n cl c l m a n i, s letzte Lcbensepoche, Dresden iLiL, hcrauügad, hatte schon feit d. I. 1816 beschlossen, diesem großen Archäologen zu Tri st (wo, wie bekannt, Winckclmann im Jahre 1768 dn?ch einen fremden Abenteurer ermordet wor; den) ein Denkmahl zn stiften. Verschiedene Umstände hinderten ihn jedoch an dcr Ausführung; aber vor kurzem sind die Dispositionen getroffen worden, daß dcr venetianische Künstler, Ant. Boza,, das aus car-«arischcm Marmor zu errichtende Denkmahl seiner Beendigung zuführe. Dieses Monument wird in der Eatlicdralkirche St. Gmsto zu Trieft, wo die irdische HüUe dco Verblichenen liegt, aufgestellt; es wird aus einem Sarkophage bestehen, auf dessen Vorderseite Man ?w lateinisches Epigraph lesen wird, und welcher auf einem über em Gestell und zwey Stufen angchrach« ten Piedcstal ruhen soll. Über dem Sarkophag ruht der Genius Win cke lmanns, mit dem rechten Arme auf ein Medaillon gestützt, auf welchem ma» das Bildniß des Sterblichen, Von dem Snmdsl der Unsterblichkeit einer Schlange umgeben, in erhabener Arbeit, sehen wird. Der linke Arm des VeniuZ ruht auf dem linken Schenkel, der etwas erhoben ist, während dcr andere in der Richtung des Fußes, der den Nand ves Sarkophags leicht berührt, ausgestreckt ist; dcr Kopf neigt sich in der Geberde des Schmerzes auf die linke Hand. Der Nuhm Winckc lmanns wird durch das Basrelief, wclchcZ die Vorderseite des Piedcstals einnimmt, symbolisirt. Dort sieht man zur Rechten und in einiger Entfernung einen Theil cin^r ägyptischen Pyramide, und von vorne mehrere Fragmente von Sculptur und numismatischen Gegen-standen, bey welchen WinHelmann steht, und mit der linkenicinc angezündete Fackel aufhebt, während er mic dem Zeigefinger der Rechten auf jenc Fragt mcntc hinweiset, das Gesicht gegen die hinter ihm be» findlichcn Personen gekehrt. Diese sind die schönen Künste, welche in verschiedenen, die gelehrige Auft merknnnkeit und Bewunderung ausdrückenden Stellungen seinen Unterricht begierig anhören. Zur Linken des Basreliefs und vorne sitzt eine Matrone welche mit cincr Hand eine Tabelle auf das Knie gestützt hält, und mit der andern das aufschreibt, was Winckctmann lehrt. Dieß ist diclArchäologie, welche von diesem großen Manne ins seben gerufen ,vurde. Dr. Rosetti hat nunmehr eine Einladung zur Subseription auch in der venetianischen Zeitung einrücken lassen, und verspricht jedem der Beytragenden die Biographie des berühmten Archäologen, sammt dessen Portrait, und der Beschreibung des Cenocaphil ums zu üdcrgtbcn. Noch Etwas aus Vodnikö Verlassen-. j> schaft. Einer von dcnNömerstcinen ;u L?ß in Oberkrain mit folgender Inschrift: I). ivt N. 0. ^VI l'V3 IV5I0 l'IKOM ist so zu lesen: «lnvit Äunaruui 5excleeiln, ^Ärente» inserinz s«^«r^nt. Da Octavius Avitus ein hochedler Römer aus der Octavischen Familie war, aus welcher auch OctamanuS Auqustus herstammte: fo haben wir nun einen zweyten Colonienführcr nebst dem bekannten Titianus aufgefunden. In dieser seiner Eigenschaft er« hielt er im Lande Meycrhöfe, Landbesitzungen und Sintünfte; er hatte deren in der gefunden heiteren Gegend des obersten Qderkrams, und sein hoffnungsvoller junger Sohn starb alldort auf der väterlichen Villa, vermuthlich zur Zek, als, der Vater seine und die Geschäfte des Landes ordnete, den Sohn aber, um die erquickende Luft da zu genießen, sammt der Fami; zie aus Emona mitgenommen hatte. In der Stadt Kramburg, dem von Linhart ver» mutheten alten Santicum, in der Vordermauer des zunächst an der Pfarrkirche, eines Werkes der neuern gothischen Bauart, stehenden Bürgerhaufes ist folgen: der Dcntstein zu lesen: kvri. i'. H^ xxv «5l. ^I«xiniu8 Au«I,ici I'ilius cunili^i, l^i, I^a5cc»nl.ii»o 'I'or- Tertia, des RufuZ Tochter, fünf und zwanzig Jahre alt, ruhet hier. Maximus, Sohn des Nusticus, hat ihr, seiner Gattinn, und der Lascontia, Tochter des Ter-tius, seiner Schwiegermutter diesen Denkstein errichten lassen. Schönleben und Linhart haben dieses Denkmahl richtig gelesen, nur findet man auf dem Original nicht nach einem jeden Worte einen Punct, so wie ihn Linhart I. 436. der Gewohnheit seiner Vorfahren sol-> gend, überall anbringt, welches hingegen die Römer sonst nicht leicht, außer zur Bezeichnung einer Wortab: tiirzung zu beobachten pflegten. Wer den Ttein lesen wird, und im leeren Raume unter der Inschrift einen eisernen Haten finden, der wird leicht selbst bemerken, daß der Nagel sammt seinem Neider zur Befestigung des Fensterbaltcns in den neuesten Zeiten dsrt ange» bracht wurde. Räthsel. Me'n Erstes und Zweytes schmeckt herrlich in Schwaben, Wenn gleich es die Sachsen viel herber gern haben, Mein Drittes ist Nahrung für Menschen und Vieh, Und macht man mein Erstes und Zweytes mit Müh' Vom Dritten, und schcidet's mit reinlichen Händen, So kann man mein Ganzes im Überrest finden. Auflösung des geographischen öogogryphS m Nro. 43. W a g r a m.