025L9 Laibacher freiw. Feuerwehr 1870—1899. Heruusgeaedcu vom Ausschüsse der Feuerwehr, verfasst von "Z?. v. Wcröicü.'.. Lailiach Verlag der Laiducher frriivilligen Feuerwehr. Druck von M'ininayr L Bainbcrg. Laibacher freiwillige Feuerwehr IS7O-I8SS. Herausgegeben vom .Ausschüsse der Feuerwehr, verfasst von H'. v. Wclöics. Laibach 1899. Im Verlage der Laibachrr freiwilligen Feuerwehr. Druck von Kleinina>ir L Bamberg. d-wi. Vorwori. iDiir eine gut geschulte und richtig geleitete Feuerwehr ist imstande, ihre Aufgabe zu erfüllen —mit diesem Satze schließen die einleitenden Warte des Verbands-Obmannes Franz Doberlet zur Dienstesordnuug für die kraiuischen Verbands-Feuerwehren;* sie finden sich bewahrheitet durch das bisherige Wirken der Laibacher freiwilligen Feuerwehr. Heute auf dem Standpunkte der modernsten Einrichtungen des Feuerwehrwesens sich befindend, kann die Laibacher freiwillige Feuerwehr mit hoher Befriedigung und gerechtem Stolze zurückblicken auf ihre infolge musterhafter Organisation und ausgezeichneter Schulung wie Leitung erzielten hervorragenden Leistungen, die im Laufe der Zeit bei den verschiedensten Anlässen, und gewiss nicht zum geringsten bei der entsetzlichen Erdbebenkatastrophe in der Osternacht l895, über Krams Marken hinaus ihren Ruf verbreiteten und maßgebendsten und maßgebenden Ortes uneingeschränkte Würdigung und Anerkennung gefunden haben; wie dies die im Archive der freiwilligen Feuerwehr von Laibach bewahrten und nachstehend zum Abdrucke gebrachten zahlreichen hochehrenvollen amtlichen Dank-und Anerkennungsschreiben beweisen; wie dies am erhebendsten und glänzendsten die Allerhöchsten Auszeichnungen beweisen, die von der huldreichen Hand des allgeliebten Monarchen, Sr. kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät Kaiser Franz Josef I. — des allezeit ersten und obersten Förderers aller Humanitären Bestrebungen in Seinem weiten, mächtigen Reiche — die Brust jener wackeren Männer zieren, die seit der Gründung der Laibacher freiwilligen Feuerwehr bis heute ihr mit Leib und Seele angehört, sie geschult, sie geleitet haben! * Dicnslesordnung und Übungsvorschriften für die kraiuischen Verbands-Feuerwehren. Verfasst von Albin C. Achtschin. Laibach 18V4. (Seite 7.) In dem Augenblicke, da unser humanitäres Institut — welches gleich ani Beginne seines Wirkens seitens eines Theiles der nativnal-slovenischen Bevölkerung unserer Stadt einer ausgesprochen missgünstigen, hie und da zum Ausdrucke gelangten, Stimmung begegnete — nun durch eine Änderung in der Schulung und Leitung in eine neue Phase seiner Existenz tritt, in dem Augenblicke, da das (im Sinne der 1846 von Baden-Durlach ausgegangenen deutschen Schöpfung der freiwilligen Feuerwehren) 1870 hier gegründete Institut die Form der ursprünglichen und bisherigen Führung abzustreifen sich anschickt, mögen die nachstehenden Zeilen gleichsam als ein Rechenschaftsbericht gelten darüber, was die Laibacher freiwillige Feuerwehr im Geiste und im Sinne ihrer Gründung und in der Form ihrer Führung die nahezu 30 Jahre her geleistet hat. Als Schlusszeichen dieser Abrechnung muss sich aber dem Vaterlandsfreunde der heiße Wunsch aufdrängen, es möge sich nach weiteren 30 Jahren ein ähnliches Resultat ergeben. Das walte Gott! Die Gründung der freiwilligen Feuerwehr in Laibach im Jahre 1tt70. Von dein, auch im humanitären Sinne unentwegt hingebungsvoll wirkenden gegenwärtigen Director der krainischen Sparcasse, damals Bürgermeister der Landeshauptstadt Laibach, Herrn Dr. Josef Supp an aufgefordert, nahm unser schon vorher im Feuerlöschwesen unserer Stadt thätig gewesene und bewährte Mitbürger Herr Franz Doberlet die Organisation einer freiwilligen Feuerwehr für unsere Stadt in seine Hände. Vom Herrn Bürgermeister zum provisorischen Hauptnianne der zu gründenden freiwilligen Feuerwehr ernannt, begab sich Herr Doberlet—nachdem Herr Fenerwehrhauptmann Ferdinand Jergitsch aus Klagenfurt, der zugleich als Mitbegründer unserer Feuerwehr anzusehen ist, zum Zwecke der ersten vorbereitenden Besprechungen im Jänner 1859 nach Laibach gekommen war — auf Reisen, um die Einrichtungen bereits bestehender Feuerwehren in Augenschein zu nehmen und deren Statuten kennen zu lernen. Zurückgekehrt, legte Herr Doberlet im Gasthause «Zur Sternwarte» in einer Versammlung von Mitbürgern beider Nationalitäten die Motive der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr dar, die ausschließlich ans der Basis humanitärer Satzungen erfolgen solle. Bei einer bald darauf stattgehabten Verhandlung auf dem Rathhause, in welcher Herr Bürgermeister Dr. Suppan einen Entwurf der Satzungen zum Vortrage brachte, evnstituierte sich aus 15 der Sache besonders geneigten Persönlichkeiten die freiwillige Feuerwehr der Stadt Laibach, indem zugleich eine Anzahl Anwesender slovenischer Nationalität dem Unternehmen, dessen Gründung eben in die Tage heftiger Wahlkämpfe fiel, sich ablehnend gegenüberstellte. Unter den 15 ersten Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr unserer Stadt befanden sich die Herren Franz Doberlet, Albin C. Achtschin, Karl Rüting und Franz Schantel, die bis heute unserem Humanitären Institute, in dessen Führung und Schulung angehörten. Nach der erfolgten Constituicrung der Laibacher freiwilligen Feuerwehr wurde alsbald an deren Organisierung geschritten, und der erste Feucrwchransschuss für das Jahr 1870 bestand aus den Herren: Hauptmann: Franz Doberlet, Möbelfabrikant. Hauptmann-Stellvertreter: Johann Janesch, Lederfabrikant. Steigerleitmann: Valentin Schäfer, Turnlehrer. Steigerleitmann-Stellvertreter: Ottomar Bamberg, Buch-druckereibesitzer. Spritzenleitmann: Adolf Jaksche, Privatbeamter. Spritzenleitmann-Stellvertreter: Nikolaus Rud Holzer, Uhrmacher. Schntzleitmann: Franz Ehrfeld, Restaurateur. Schutzleitmann-Stellvertreter: Georg Krieger, Mühlenbesitzer. Vertrauensmänner: Albert Samassa, Glockengießer; Jakob Witt, Herrenkleidermncher; Josef Lülsdorf, Privatier; Franz Fink, Herrenkleidermacher. Cassier und Schriftführer: Gabriel Urbas, Beamter. Spritzenmeister: Albin C. Achtschi n, Schlossermeister; Wilhelm Kvß, Agent. Vcrcinsarzt: Dr. Ferdinand Erzen, praktischer Arzt. Adjutant: Josef Schulz, Comptoirist. Dieser Ausschuss hielt am 80. Mürz 1870 seine erste Sitzung, in welcher die Drucklegung der Statuten und der Dienstordnung beschlossen wurde, und zwar nach Antrag des Hanptmanns Doberlet in der Form, dass dem deutschen Texte der slovenische vorgedruckt werde. Als Dienstordnung wurde diejenige der freiwilligen Feuerwehr in Klagenfurt angenommen, die sich daselbst durch die Jahre her bewährt hatte, selbstverständlich mit den hiesigen Verhältnissen angepassten Abänderungen. Es herrschte in der Weiterbildung des Institutes, an dessen Gründung, beziehungsweise Stammbildnng, die Mitglieder des Laibacher deutschen Turnvereins durch zahlreichen Eintritt aus ihren Reihen einen hervorragenden Antheil hatten, überhaupt eine große Rührigkeit. Außer den bereits genannten Herren des ersten Ausschusses finden wir im Laufe der nächsten Zeit eine Reihe von Herren aus allen Stünden: Bürgern, Gewerbetreibenden, Beamten" als Mitglieder des jungen, rasch aufstrebenden Vereines, darunter die Namen: Josef Dornig, Prokurist; Gustav Tvnnies, Architekt; August Voltma n n, Hutmacher; Karl W ithal m, Hausbesitzer; Johann Hartmann, Handelsagent; Vietvr Galle, Privatier; Med.-Dr. Friedrich Keesbacher, Hugo Ritter von Perg er, k. k. Professor; Karl Rüting, Buchdmckörei-Factor; Med.-Dr. Emil Ritter von Stöckl, Georg Freiberger, Spengler; A. von March etti, k. k. Beamter; Philipp Schreyer, Privat; Franz Tw er dy, k. k. Beamter; Lambert Fri brich, Privat; Franz Schantel, Handelsmann; Kasper Stöckl, Handelsmann; Victor Hvfinan», landschaftlicher Beamter; Georg Auer, Branereibesitzer n. s. w., n. s. w. Herr Dr. Adolf Sch aff er, der gleich dem Herrn Dr. Friedrich Keesbacher diesem das Volkswohl so intensiv berührenden Vereine von allem Anbeginne seine schriftstellerische Theilnahme angedeihen ließ, hat das denkwürdige Verdienst, den ersten Aufruf zur Bildung der Laibacher freiwilligen Feuerwehr verfasst zu haben. Dieser in schwungvollen Worten gehaltene Aufruf, welcher dann der amtlichen «Laibacher Zeitung» vom 12. April 1870 in beiden Landessprachen beigelegt erschien, lautet wie folgt: An die Bewohner Laibachs! Seit langer Zeit sind die Klagen über den mangelhaften Zustand des Feuerlöschwesens in unserer Stadt allgemein und gewiss nicht unbegründet. Wie oft schon, wenn das Unglück einer Fcncrsgefahr hereingebrochen war, hat es sich gezeigt, dass die vorhandenen Feuerspritzen und sonstigen Löschreqnisiten den zu stellenden Anforderungen keineswegs mehr entsprechen; auch konnte trotz des unverdrossenen Eifers der behördlichen Organe und der aufopferndsten Bemühungen Einzelner die nothwendige Hilfe nicht immer schnell und ausgiebig genug geleistet und nur schwer jene Ordnung und ineinandergreifende Thätigkeit entwickelt werden, die zum Zwecke einer raschen und thun-liehst unnachtheiligen Bewältigung des zerstörenden Elementes nnnm-gänglich nothwendig erscheint. Gegenwärtig ist der Zeitpunkt gekommen, wo nach dem erprobten Vorbilde vieler anderer Orte nunmehr auch in unserer Stadt das gesammtc Feuerlöschwesen einer völligen Ilmgestaltung unterzogen und so ein lang gehegter und begründeter Wunsch der Bewohner Laibachs erfüllt werden soll. Der Gemeindcrath unserer Landeshauptstadt, in gerechter Würdigung der Wichtigkeit und Unanfschiebbarkeit dieser Angelegenheit, hat neue, vortreffliche Feuerspritzen und die sonst erforderlichen Lösch-gcräthschaften solidester und bester Construction angeschafft, und unter lebhafter Betheiligung aus den verschiedensten Kreisen hat sich auch bereits ein Verein gebildet, der sich die hohe aber schwierige Aufgabe gestellt hat, den Feucrlöschdienst in unserer Stadt zn übernehmen und im Falle eines Brandunglückcs die erforderliche Hilfe zu leisten: die Laibachcr freiwillige Feuerwehr ist ins Leben getreten. Hiemit ist ein verheißender Anfang gemacht, die ersten und größten Schwierigkeiten sind überwunden, aber noch gibt es viel Arbeit, Mühe und Ausdauer, bis das begonnene Werk vollendet und dauernd begründet ist. Zur Erreichung dieses hohen Zieles wenden wir uns an die Bewohner der Stadt, indem wir im Namen der «Laibacher freiwilligen Feuerwehr» dieselben in offener und herzlicher Weise einladen, dem Verein als Mitglieder bcizutreten und ihn auch sonst in jeder Richtung nach besten Kräften zn unterstützen. Die Aufgabe, die sich unser Verein gesetzt hat, ist: Leben und Eigenthum des Mitmenschen gegen die drohende Feuersgefahr zu schützen, eine Aufgabe, die gewiss schön und nachahmenswert genannt werden muss und der thätigsten Unterstützung jedes Menschenfreundes so würdig erscheint, wie nur irgend eine. Die freiwilligen Feuerwehren anderer Orte von der Größe Laibachs zählen ihre Mitglieder nach Hunderten, und es wäre schmerzlich zu beklagen, wenn die Ueberzeugung von der Zweckmäßigkeit und Tüchtigkeit dieser Institution nicht auch in unserer Stadt eine allgemeine würde und unser Verein nicht in allen Kreisen eine wcrkthätige Unterstützung fände. Je mehr Mitglieder beitreten, desto schneller und sicherer werden die großen Schwierigkeiten überwunden, je lebhafter die Betheiligung, destomehr steigt die Thatkraft und Opferfreudigkeit des Einzelnen, und indem die Bewohner der Stadt sich zahlreich zu einem Werke reiner, hingebender Nächstenliebe vereinen, empfängt zugleich wieder jeder, der sein Scherfleiu beigetragen, den schönsten Lohn in dem beruhigenden Bewusstsein, dass die herrlichen Früchte dieses Werkes in der Stunde der Gefahr auch ihm zugute kommen werden. So wie das verderbenbringende Feuer nirgends stille hält und in seinem unheilvollen Wüthen alles erfasst und alles dahinrafft, was ihm auf seiner flammenden Bahn entgegentritt, und nichts verschont, so sollen sich auch in unseren Reihen alle vereinen, um den gemeinsamen Feind gemeinsam zu bekämpfen, Hohe und Niedere, Arme und Reiche müssen in unsere Schar treten. Unser Verein kennt keinen Unterschied des Standes und Namens, der Partei und der Nationalität, denn er ist beherrscht von einer höheren Idee, vor der alle Vornrthcile schwinden, von der Idee der reinen Menschenliebe. Wer immer diesen erhabenen Gedanken hvchhült, wird gewiss die neu entstandene Feuerwehr nur mit Freuden begrüßen können. Wer Kraft und Gesundheit besitzt, trete als Mitglied in unsere Reihen, wer dazu nicht in der Lage ist, der unterstütze den Verein in anderer Weise! Jeder helfe also, wie er kann, aber alle sollen helfen — denn es sind auch alle bestimmt, an den Früchten des so schön begonnenen Werkes theilzunehmen. Laibach am 11. April 1870. Boi» Ausschüsse der Laibacher freiwilligen Feuerwehr. Die Wirkung desselben war eine hocherfrenliche, die Mitgliederzahl stieg von Tag zu Tag, und es konnte schon am 10. Mai 1870 von der inzwischen zusammengestellten Feuerwehr auf dem Rathhause der Handschlag geleistet werden; Herr Bürgermeister Dr. Snppan sprach Herrn Hauptmann Doberlet gegenüber die Anerkennung aus für das schnelle Zustandekommen der nun förmlich konstituierten freiwilligen Feuerwehr für die Stadt Laibach. Die erste größere öffentliche Übung mit sämmtlichen Gerathen fand am 17. März 1870 im St. Jakobsvicrtel statt; es waren hiezu als Brandobjecte die St. Jakobs kirche und das neben befindlich gewesene Redontengebüude gewählt worden; das Exercitium fiel glänzend aus, und wohnte demselben ein zahlreiches Publicum bei. Zur zweiten größeren Übung, die am Samstag den 20. Mai folgte, hatte der bekannte Großhändler Herr Jakopic mit dankenswerter Bereitwilligkeit sein Magazin am sogenannten »Deutschen Grunde» zur Verfügung gestellt; es war dadurch die Abhaltung ohne wesentliche Störung des öffentlichen Verkehrs ermöglicht. Sämmtliche ausgeführten Manöver sielen ganz nach Wunsch aus und lieferten dem zahlreich anwesenden Zuschauerkreise den besten Beweis für die von der Leitung ans die Ausbildung der Mannschaft in der kurzen Zeit ihres Zusammenseins mit vielem Erfolge verwendete Mühe. Schon konnte man daran denken, in nächster Frist den ersten Feuerwehrtag in Laibach abzuhalten, und es wurde der 12. Juni hicfür festgesetzt. In der Ansschnsssitznng am 7. Juni konnte Haupt-mann Doberlet die mit großer Befriedigung aufgenommene Mittheilung machen, dass zu dem ersten Laibacher Feucrwehrtage mehrere Magistratspersonen und Bürger aus Agram — wo bekanntlich unser Hauptmann Herr Doberlet die freiwillige Feuerwehr gleichfalls begründen und einrichten half — eingeladen wurden unv ihr Erscheinen zugesagt hatten. Es wurden sonach die Empfangs-mvdalitäten und das Festprogramm berathen und festgesetzt. Die Agramer in Laibach. Unsere junge Feuerwehr hatte wenige Wachen nach ihrer Gründung schon einen sehr schönen und denkwürdigen Tag zu verzeichnen; es war dies der 12. Juni, an welchem die Agramer Gäste nach der krainischen Landeshauptstadt kamen, nm der ersten großen Übung unserer jungen Mannschaft beizuwohnen. Der Nachtzug der Südbahn hatte die werten Gäste in unsere Mauern gebracht. Es waren dies, außer dem Bürgermeister von Agram, Herrn Banattafel-rath Cekus, Stadtrichter Tompa und Senator Dezelich 60 Mitglieder der im Entstehen begriffenen Agramer Feuerwehr — als deren Mitbegründer, wie schon erwähnt, Hauptmann Dobcrlet sich auch in der schonen Nachbarstadt so große Verdienste erworben hat, — und auch Sissck hatte 14 seiner Bewohner zu dem humanitäreu Stelldichein gestellt. Die Laibacher empfiengen ihre Gäste auf dem Bahnhof und begleiteten dieselben in die für sie bereitgestellten Wohnungen. Mit der Durchführung der diesfälligen Anordnungen war Herr Nikolaus RudHolzer betraut. Um 7 Uhr morgens (des 12. Juni) versammelten sich bereits die Feuerwehrmänner zu der auf 8 Uhr anberaumten großen Übung, zu welcher die Gebäude der Kosler'schen Brauerei bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden waren. Bald herrschte reges Leben auf dem nach Schischka führenden Wege, Städter und Landvolk — inmitten unsere werten Gäste — wanderten der ebenso schönen als praktische» Neuanlage des genannten Brauerei-Etablissements zu, bei welcher sich dann auch unsere, unter Commando ihres Hauptmannes Herrn Doberlet vollzählig und in voller Ausrüstung ausgerückte frei willige Feuerwehr pünktlich einsund. Es wurden nun an dem Brauereigebäude alle möglichen Übungen für alle Fälle einer Feuersbrunst, mit vollster Exactheit, Ruhe und Sicherheit zur Anschauung gebracht. Den Schluss bildete die mittelst der Schlauchentfaltung bewirkte Speisung einer an das circa 1000 Fuß entfernte Chiades'sche Haus postierten Spritze von der Brauerei ans, was vollkommen gelang und wie das ganze Exercitium Beifallsäußerungen der zahlreichen Zuschanermenge hervorrief. Insbesondere war die Kühnheit und Sicherheit unserer bereits sehr populären Steiger Gegenstand der allgemeinen Anerkennung. Aber auch die der Zahl nach etwas zu schwache Spritzenmanuschaft bewährte große Ausdauer in ihrer mühevollen Arbeit. Die kurze Erfrischung, welche die Mannschaft in dem Kosler'schen Garten nach gethaner Arbeit genoss, bot den ersten Anlass zu näherer Berührung mit unseren werten Gästen und schon hier brachten die Laibacher dem vielverdienten Klagenfurter Feuerwchrhauptmann Herrn Jergitsch, der um die Organisation der Feuerwehren überhaupt und auch der unseren sich große Verdienste erworben, die erste Ovation. Das von der Feuerwehr arrangierte Diner vereinigte um halb 12 Uhr fast alle Mitglieder sowie die kroatischen Gäste in dem Garten der Casino-Restauration des Herrn Ehrfeld. Auch der Bürgermeister der Stadt Laibach Herr Dr. Josef Supp an, Vice-Bürgermeister Musealcnstos Herr Karl Deschmann und fast alle Mitglieder des Laibacher Gemeinderathes hatten sich zur Verherrlichung des Festes daselbst eingefundcn. Der Garten war mit Fahnen in den kroatischen Farben geschmückt, und die Dienerschaft trug Schleifen in den gleichen Farben. Auch von dem Pavillon, den die vom Herrn k. k. Obersten und Regimentscvmmandanten Gintvwt des k. k. Infanterie-Regiments Graf Hupn Nr. 79 in gewohnt liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellte Musikkapelle einnahm, wehte die kroatische Fahne. Bald entwickelte sich eine gehobene Stimmung, die in den Trinksprüchen zu beredtem Ausdrücke kam. Feuerwehrhauptmann Doberlet begrüßte zuerst mit einigen kräftigen und herzlichen Worten den Herrn Bürgermeister von Agram, und Herr Cekus erwiderte in einer kroatischen Ansprache den Gruß der Laibacher Feuerwehr, auf deren Gedeihen er sein Glas erhob. Inzwischen waren Begrüßungstelegramme ans Agram und Klagenfurt eingelaufen, deren Verlesung mit großem Jubel aufgenommen wurde. Bürgermeister Herr Dr. Supp an sprach über die Bedeutung der das Humanitätsprincip zur reinsten Geltung bringenden Feuerwehr, erinnerte an die stets bewährte Vaterlandsliebe unserer kroatischen Gäste, sprach den Wunsch aus, dass auch die in Agram sich bildende Feuerwehr kräftige Wurzel fassen und gedeihen möge, und brachte schließlich ein Hoch im Namen der Stadt Laibach den Gästen aus Agram und Sissek. Der nächste Redner, Feuerwehr-hanptmann Jergitsch ans Klagenfurt, drückte die freudige Regung des Gefühles aus, da er so viele Männer verschiedenen Standes, aus verschiedenen Ländern versammelt sehe. Was für ein Geist ist es, der durch alle diese Bevölkerungsclassen und Länder zieht, der sie einander so brüderlich nahe führt? Wie komme es, dass Völker Landtage ausschreiben, ohne von oben berufen zu sein, Tage, die von den Herzen der Völker allein ausgegangen sind, wahre Volkstage? Treiben Sie Politik? (Allgemeiner Zuruf: Nein!) Treiben Sie Nationalitätshader? (Nein!) Nein, Sie pflanzen nur eine Pflanze fort, welche Märtyrer der Menschheit vor Jahrhunderten und Jahrhunderten gesäet, die Pflanze reiner Humanität! Diese pflegen sie sorgsam. Alle verstehen sich, sie mögen deutsch oder slavisch rede», denn sie reden alle die Sprache des wahren, reinen, warmen Menschenherzens. Versammlungen, wie die heutige, sind keine jener landläufigen Art, die bloß auf Vergnügen ausgehen. Es sind hier Gäste, die lernen wollen. Wir wollen die schöne Pflanze der Humanität großziehen im Wechselaustausche, wir wollen Tage der Humanität abhalten. Er bringe daher ein dreimaliges Hoch allen, die für das Institut wirken, ein Hoch insbesondere den Gemeindevertretungen, welche die Feuerwehren als Pflanzstätten der Humanität gründen. Ein Hoch der Feuerwehr und ihren Beschützern! Anhaltender Beifall folgte dem inhaltreichen, sinnvollen Toaste. Nun begrüßte Vice-Bürgermeister Deschmann in slowenischer Sprache die Gäste, Bezug nehmend auf die Geschichte, welche uns mit ihnen so oft, besonders im Klampfe gegen den türkischen Erb feind, verbunden zeigt. Dieser in schweren Tagen geschlossene Völkerbund sei in den Zeiten des Friedens durch den nachbarlichen Verkehr im Handel und Wandel befestigt worden. Wie unsere vaterländische Save dem Nachbarlande zufließt, so zieht es auch den Krainer dahin, wo er liebe Brüder findet, die mit ihm durch Abstammung und gemeinsames Geschick verknüpft sind. Es leben unsere geliebten kroatischen Brüder! Der Trinksprnch wurde mit gleicher Herzlichkeit ausgebracht wie aufgenommen. Es erwiderten ihn Herr Winkler, Bürger, und Herr Dezelic, Senator aus Agram, welcher letztere die beiden Hauptleute Doberlet und Jergitsch hochleben ließ. Herr-Rüting trank auf Metz in Heidelberg, den um das Feuerlöschwesen so hochverdienten Mann. Dr. Keesbacher brachte ein Hoch dem «Apostel der Humanität., dem Feucrwehrhanptmann Jergitsch, der unermüdlich um das Institut thätig sei, ein wahrer Propagandist für das Princip der Aufopferung zum Besten hilfsbedürftiger Nebenmenschen. Hauptmann Doberlet erinnerte daran, dass auch Sissek die schöne Idee der Feuerwehren ergriffen hat, und brachte einen kameradschaftlichen Gruß den anwesenden Sissekern, von denen einer den Gruß mit der Versicherung erwiderte, auch Sissek wolle in diesem Wettkampfe der Humanität nicht zurückbleiben und wünsche, dass die Feuerwehr auch dort festen Fuß fassen und gedeihen möge. Einen Toast Dr. Keesbachers auf die anwesenden Damen aus Agram erwiderte Herr Dezelic, Bezug nehmend auf Preserns Worte: Ock nokdaj «o I^nbljaiika jdovala (Von jeher sind die Laibacherinnen als Schönheiten berühmt), mit einem Hoch auf die Laibacherinnen, und so verlief das Diner, gewürzt durch erhebende und sinnreiche Trinksprüche, in der schönsten und anregendsten Weise. Die Musikkapelle, welche eine Reihe südslavischer Nationalmelodien unter lebhaftem Beifalle zum Vortrage gebracht hatte, intonierte schließlich auf allgemeines Zurufen die Volkshymne, und die Weisen des alle getreuen Österreicherherzen gleich hocherhebenden Kaiserliedes wurden mit lebhaftesten Hochrufen und Hüteschwenken begleitet. Nach aufgehobener Tafel begaben sich um halb 4 Uhr nachmittags alle Festtheilnehmer in die Schießstätte zu dem von der Laibacher Rohrschützengesellschaft zu Ehren der Feuerwehr und ihrer Gäste veranstalteten Festschießen, das auch der Landespräsident Baron Conrad mit seiner Anwesenheit verherrlichte. Der auch um die Gründung der Laibacher Feuerwehr hochverdiente Oberschützenmeister Dr. Ritter von Stock! begrüßte die Ankommenden in einer kurzen, herzlichen Ansprache und führte dieselben unter dem Donner der Schießstätte-Kanonen in die festlich deeo-rierten Räume ein. Herr Cekus brachte in deutscher Sprache ein Hoch den Schützen aus; Dr. Stockt sprach vom liberalen Princip, welches über den Nationalitäten stehe, und schloss mit einem Hoch ans Agram und seinen Bürgermeister. Die Agramer betheiligten sich dann am Festschießen selbst, während die übrigen Festtheilnehmer an den Tischen der Vorhalle in einer Reihe von Reden die Versicherung der Freundschaftsgefühle gegenseitig zu erhebendem Ausdrucke brachten. Abends 7 Uhr fand zu Ehren der kroatischen Gäste ans dem schönen, weiten Raume des festlich beleuchteten Kosler'schen Gartens bei Schloss Leopoldsruhe eine Soiree statt. Der Garten war von Besuchern überfüllt, vielen war es nicht gelungen, auch nur das bescheidenste Plätzchen zu erobern. Die mit dem Nachtzuge abreisenden Gäste wurden von Mitgliedern der Laibacher Feuerwehr nach dem Bahnhöfe geleitet, doch nur wenige reisten ab; die überwiegende Mehrzahl blieb noch in den Mauern unserer Stadt, um noch einen Tag hier zuzubringen und am nächsten Morgen einer am Magistrate abgehaltenen Löschprobe nnt geschlossener Maske im raucherfüllten Raume beizuwohnen. Um mittags vereinigten sich die Agramer Gäste, viele Feuerwehrleute und eine Anzahl anderer Bewohner der Stadt noch einmal im Casinogarten, von wo man sich dann gemeinschaftlich nach dem Südbahnhofe begab, wo nun in herzlichster Weise der letzte Abschied erfolgte. Kroatische und deutsche Reden gaben der gegenseitigen freundschaftlichen Gesinnung begeisterten Ausdruck. Der Gemahlin des Bürgermeisters von Agram, Frau Cekus, wurde vom Feuerwehr-Ausschusse ein prachtvolles Bouquet überreicht. So verlief also der erste Fenerwehrtag in Laibach ohne Störung in ungetrübtester Eintracht. Es waren da Männer zusammengekommen, welche den verschiedensten Nationen angehörten, Kroaten, Deutsche und Slovenen, einzelne Männer der genannten Nationen wiederum die verschiedensten Parteifärbnngen repräsentierend, und doch waren alle eines Sinnes. Man hat sich zwar über die politischen Meinungsdifferenzen nicht geeinigt, dieselben im Gegentheile außer der Diseussion gelassen, wohl aber darüber herrschte ein Sinn, dass, wenn man dem vom Unglücke bedrohten Mitmenschen Hilfe bringen soll, man nicht erst fragen darf, welcher Nation derselbe angehöre und welche politischen Gesinnungen er hege. Es herrschte eben eine Idee, welche höher steht als die Idee der Nationalität und momentaner Tages-constellativnen, und diese Idee ist die Humanitütsidee, es galt, wie Dr. Schaffer in seinem eingangs dieser Schrift mitgetheilten schwungvollen «Aufrufe- bei Gründung der Laibacher Feuerwehr es ebenso schön wie treffend pointierte, es galt einem Institute, welches nicht Nationalstolz, sondern Menschenliebe erdacht und geschaffen hat! Am 13. Juni abends um 7^ Uhr langte bereits aus Agram nachstehendes Telegramm an den Bürgermeister von Laibach Herrn Dr. Josef Supp an ein: I'rispjavKi v ölaiiovi vatro- Zasiwga äruLtva /.allvuijusti ss sräaöno im liratiimlcom pri-strtvljstvu. /ivili Ornäjruii i iijiliov imöalnilc. (Die nach Agram rückgekehrten Mitglieder des Fenerwehrvereines danken herzlich für die brüderliche Freundschaft. Es leben die Laibacher Bürger und ihr Vorstand!) Am 26. Juni 1870 fand die erste Generalversammlung statt, in welcher Herr Rüting zu H 17 der Statuten wichtige Abänderungen beantragte, n. a.: «Anträge, welche die Einrichtung, Wirksamkeit oder den Bestand der Feuerwehr berühren, können nur dann zum Beschlusse erhoben werden, wenn sie früher auf die Tagesordnung gesetzt und rechtzeitig bckanntgemacht wurde». Die Vereinsmitglieder haben daher, falls sie derartige Antrüge zu stellen beabsichtigen, dieselben vorher schriftlich beim Ausschüsse einzureichen.» Diese Abänderungsanträge wurden zum Beschlusse erhoben. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Ehrengerichtes ereignete es sich, dass bei der Verlesung des 68. Stimmzettels vom Castellberge ein Feuersignal erdröhnte, und die Versammlung jäh unterbrochen werden musste. Doch war das im «Fürstenhvfe- zum Ausbruche gekommene Feuer um halb l Uhr mittags bereits bewältigt, und es konnte die Verlesung der Stimmenabgabe nunmehr fortgesetzt werden. Als erste Mitglieder des Ehrengerichtes erschienen gewählt: Dr. Emil Ritter von Stockt (mit 74 Stimmen), Ottomar Bamberg (60), Georg Freyberger (55), Johann A. Hartmann (44), Hugo Ritter von Pergcr (39), Dr. Ferd. Erzen (30). Über Antrag des Hauptmannes Dober!et wird seiner sich als nothwendig erweisenden Verfügung, dass sämmtliche Feuerwehrmannschaft in drei Abtheilungen abgetheilt werde, deren je eine am Sonntag der Bereitschaft halber die Stadt nicht verlassen dürfe, außer Stellung eines Ersatzmannes, einstimmig die Genehmigung ertheilt. In der Ausschusssitzung am 21. August bringt Leitmann Turnlehrer Schäfer — von der Gründung an eines der thätigsten und umsichtigsten Mitglieder unserer Feuerwehr — die Nothwendigkeit der Erbauung eines Steigerhauses in Anregung; dasselbe kam sodann durch den Holzhändler Herrn Karl Tauzher zur (u. zw. unentgeltlichen) ersten Aufstellung in der städtischen Baumschule — an Stelle des heutigen Neubaues des k. k. Obergymnasinms, — von wo dasselbe später auf den Wiesenplan des der krainischen Sparcasse gehörigen alten Schießstättegebäudes, seinem heutigen Standorte, verlegt wurde. Die Direktion der krainischen Sparcasse, dieser größten Wohlthäterin des Landes, die namentlich in den letzten Decennien alle Humanitären Unternehmungen und Bestrebungen in der Landeshauptstadt und auch auf dem flachen Lande in hochsinniger und hervorragend munificenter Weise förderte und unterstützte und die unserer freiwilligen Feuerwehr die Jahre her bereits Subventionen in dem Gesammtbetrage von 19.150 fl. zugewendet hat, widmete diesem unserem Humanitären Institute gleich im ersten Jahre seines Bestandes die ansehnliche Summe von 1000 fl.; die gleichen Summen spendete die krainische Sparcasse der Feuerwehr dann zehn Jahre später zur Anschaffung der Dampfspritze und im jüngstabgelaufenen Jahre zur Veranstaltung eines Feuerwehrtages, während die jährlichen Subventionen sich vom Jahre 1871 bis inclusive 1879 in der Höhe von 50 fl. bis zu 400 fl. hielten, dann aber von 1880 bis 1898 die jährlich gleiche Summe von 500 fl. ausmachten, welch letztere Summe im Erdbebenjahre 1895 zweimal gespendet erscheint. Außerdem bethciligte sich die krainische Sparcasse an dem Krankenfonde unserer freiwilligen Feuerwehr mit dem ansehnlichen Betrage von 4000 fl. Durch die hochherzige, menschenfreundliche Zuwendung dieser Subventionen und Spenden ist der Direktion der krainischen Sparcasse auch das humanitäre Institut der Laibacher freiwilligen Feuerwehr zu iiinnerwährcndcm hohen Danke verpflichtet! 1671 bis 1860. Nachdem die Laibacher freiwillige Feuerwehr in den Jahren 1870 und 1871 bereits bei zehn Bränden * außer dem Pomörium von Laibach, darunter bei drei Großfeuern, werkthätig eingegriffen hatte und zugleich von der Leitung an deren weiterer innerer Organisation wacker und rüstig fvrtgearbeitet worden war, wurde in der Generalversammlung vom 28. April 1872 die Revisivn der Statuten vorgenommen und die revidierten Statuten paragraphweise, gleichwie die Dienstordnung, (vn l>Ioo) angenommen. Bei der Reorganisativnsfrage hatte Berichterstatter Rüting den Antrag des Ausschusses auf Abänderung der Statuten begründet sowie die Absicht, die den Ausschuss dabei geleitet hatte, dargelegt; weiters vertrat derselbe mannhaft und unerschrocken die Interessen des Vereines, indem er von der Gemeinde nicht nur materielle, sondern auch moralische Unterstützung verlangte, und seiner Entrüstung darüber Ausdruck gab, dass selbst im Magistrate Männer säßen, welche dem Institute feindselig gesinnt seien und sich ehrenrührige Äußerungen über dasselbe erlaubt Hütten. Darauf fand sich der Bürgermeister Herr Deschmann veranlasst, zu erwidern, dass der Verein die Überzeugung in sich aufnehmen möge, der Magistrat werde alles aufbieten, um dem Institute die nöthige Achtung und Unterstützung zu verschaffen. Tagsdaranf richtete Bürgermeister Deschmann an das Commandv der freiwilligen Feuerwehr das nachstehende Dankschreiben für die Bethätigung der Feuerwehr bei dem gefährlichen Kellcrbrande in Udmat. Sr. Wohlgeboren Herrn Franz Doberlet, Feuerwehr-Hauptmann, hier. Ans Anlass der Wahrnehmung, dass die Feuerwehr zur Bewältigung des heute morgens in Udmat Nr. 22 im Keller des Schidan'schen Hauses entstandenen Brandes von Spirituosen sich so rasch und zahlreich am Brandvrte Ungesunden und die Bewältigung des Brandes in kurzer Zeit mit Gefahr und Selbstaufopferung bewirkt hat, fühle ich mich angenehm verpflichtet, Euer Wohlgeboren meine volle Anerkennung für die vorzüglichen Leistungen ausznsprechcn, und erlaube mir, die Bitte beizufügen, dies der betreffenden Feuerwehrmannschaft bekannt geben zu wollen. Laibach am 29. April 1872. Deschmann. * Die Brand statistik nach seinen eigenen genauesten Aufzeichnungen vom Zugshauptmanne Heren Albin C. Achtschin in dankenswerter Weise sorgfältig zusammengestellt, findet sich im Anhange vollständig abgedruckt. Der Verfasser. Diesem Dankschreiben des Bürgermeisters folgte unter dem 21. Juli 1872 die volle Anerkennung des Magistrates der Landeshauptstadt Laibach für bisherige Haltung und Leistung der freiwilligen Feuerwehr in nachstehendem Schreiben: An den Ausschuss der freiwilligen Feuerwehr zu Handen ihres Haiiptmannes Herrn Franz Doberlet. Der Gemeinderath hat von dem mit Bericht vom 13. Mai l. I. vorgelegten Rechenschaftsberichte Kenntnis genommen und mit Rathsbeschluss vom 2. d. Mts. der freiwilligen Feuerwehr dieser Landeshauptstadt für ihre bisherige Haltung und Leistung seine volle Anerkennung ausznsprechen befunden. Es gereicht mir znin Bergniigen, diese Anerkennung dem Ausschüsse zur eigenen Kenntnis und zur weiteren Verständigung der gesammten Feuerwehr zu eröffnen. Laibach am 21. Juli 1872. Der Bürgermeister: Deschmann. In der Generalversammlung des Jahres 1878 (8. Juni) sprach, nachdem sich mehrere ältere Feuerwehrmänner zu nochmaliger Dienstleistung verpflichtet hatten, Bürgermeister Deschmann seine Freude darüber ans, dass das anfänglich so angefeindete und vielvcrlenmdete Institut der Feuerwehr durch die ruhige und opferwillige Pflichterfüllung seiner Mitglieder allmählich von der Bevölkerung mit anderen Angen angesehen werde und sich immer mehr Freunde erwerbe. Als solches Zeichen betrachte er auch die Gründung der Feuerwehr iu der Nachbargemeiude Waitsch-Gleiuitz, und sicherlich werde die allgemeine Anerkennung so segenreichen Wirkens nicht ausbleiben. Kurz vorher hatte infolge des thatkräftigen Eingreifens bei dem Grvßfencr in Obcrschischka (mit 29 Objecten) der Herr k. k. Landes-prüsioent unterm 7. April 1873 das nachstehende Belobnngsschreiben an das Feuerwehr-Commando gerichtet: An den Herrn Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr Fr. Doberlet in Laibach. Die von Seiten der freiwilligen Feuerwehr bei dem Brande in Ober-Schischka am 4. d. Akts, an den Tag gelegte aufopfernde und von Erfolg begleitete Thätigkeit und Ausdauer gibt mir Veranlassung, sowohl der Leitung als der Feuerwehrmannschaft meine volle Anerkennung ausznsprechen. Laibach am 7. April 1873. Der k. f. Laiidcspräsidmt: Auersperg. Hochbedauerlich war es, dass bei solcher Anerkennung von hervorragend conipetenter Seite das unentwegte Fortarbeiten des Ausschusses in Ausgestaltung der inneren Organisation in empfindlichster Weise durch das oppositionelle Verhalten der Thurinwächter ans dem Castellberge behindert und geschädigt erschien, welche laut einlangender Klagen von Ausschussmitgliedern mit dem Telegraphen nicht arbeiten wollten, ja denselben sogar absichtlich zu beschädigen schienen, daher dann in der Ausschusssitzung vom 19. September 187.8 der Beschluss einhellig gefasst wurde: «Es sei zur Kenntnis des Bürgermeisters zu bringen, der Bestand der Feuerwehr sei durch die stete Opposition der Fenerwächter geradezu in Frage gestellt, also sei die Feuerwehr cs sich selbst schuldig, das Verlangen um Abhilfe zu stellen, oder sie sei nicht in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen.» Unsere Feuerwehr hatte sich in der Löschgeräthefabrik von Knaust in Wien auf eigene Kosten eine neue Schubleiter anfertigen lassen, die mit einigen von uns gewünschten Abänderungen ganz nach einem auf der Wiener Weltausstellung exponierten Muster äußerst zweckmäßig erbaut worden. Dieses neue Geräth wurde Sonntag den 9. November vom Bahnhof abgeholt und unter Musikbegleitung und Entfaltung des gesamniten Löschtrains sowie unter Betheiligung der Waitscher Feuerwehr vor das Magistratsgebände geführt. Hier fand darauf eine Hauptübung statt, die in jeder Hinsicht exact verlief; insbesondere wurde die Schnlübnng der Steiger mit Präcision ausgeführt. Die Bewohner Laibachs haben in reichlichem Maße dazu beigetragen, dass sich die Feuerwehr imstande sah, die nöthigen Neuanschaffungen durchzuführen. In der Generalversammlung am lO. Mai des Jahres 1874 wurde die Bcrathnng der Statuten des auf Anregung des verdienten Mitgliedes Herrn Twrdy gegründete» Krankcn-llntcrstntzungSfondcs vorgenommen; Herr Rüting, der sich als Referent des Ausschusses und des Bcrathungsevinites um das Zustandekommen und die Vermehrung und Verwaltung dieses Fondes besondere Verdienste erworben hat, erstattet den bezüglichen Bericht über die Entstehung des bereits in den Händen der Mitglieder befindlichen gedruckten Entwurfes, theilt die seit der Drucklegung vorgenommenen Abänderungen mit und gibt eine gedrängte Übersicht der bei der Verfassung maßgebenden Gesichtspunkte und des Inhaltes desselben. Auf Antrag des Hauptmann-Stellvertreters Herrn Samassa wird von der vollständigen Verlesung Umgang genommen und, da keine Generaldebatte stattfindet, der ganze Entwurf artikelweise verlesen und angenommen. In der Ausschusssitzung vom 11. Jänner 1875 wurde sodann der Beschluss gefasst, dass als Zeitpunkt der Ausscheidung der 20°/, aus dem Feuerwehrvermögen für den Untcrstützungsfond der Tag der Generalversammlung, in welcher die Gründung des Fondes beschlossen wurde, also der 10. Mai 1874, anzunehmen sei. Der Generalversammlung am 22. Mai 1875 ward darüber Bericht erstattet, dass der Löschtrain des Vereines sich im besten Zustande befinde, nachdem der wiederholten Bitte des Ausschusses um Ankauf von 1000' Hydrophorschläuchen auf Kosten der Gemeinde Folge gegeben worden und der Verein auf eigene Kosten eine neue (dritte) fahrbare Abprotzspritze (um 1500 fl.) und einen Mannschaftswagen erworben. Gelegentlich der Übernahme dieser aus der Fabrik des Herrn Samassa (November 1874) bezogenen Geräthschaften fand vor geladenen Gästen, unter welchen sich eine Deputation aus Fiume befand, eine größere Übung am Gebäude der Handelsschule des Henn kaiserl. Rathes Mahr statt. Dem Protokolle der Generalversammlung vom 23. April 1876 ist zu entnehmen, dass das hiesige k. k. Militär-Stationscommando an das Commando der freiwilligen Feuerwehr eine Zuschrift gerichtet hat mit der Anfrage: ob und gegen welche Entlohnung die freiwillige Feuerwehr gegebenenfalls ihre Thätigkeit auch auf die militärärarischen Gebäude ausdehnen würde. Diese Anfrage wurde dahin beantwortet, dass die Thätigkeit der freiwilligen Feuerwehr eine durchwegs unentgeltliche wäre und sich auf jedes vom Feuer heimgesuchte Object erstrecke, wer immer dessen Eigenthümer auch sei, doch wurde seitens des Fenerwehransschusses der Wunsch ausgesprochen, dass, wenn möglich, bei jedem Brande der freiwilligen Feuerwehr seitens des k. u. k. Militärs einige Paare angeschirrter Pferde und circa 30 Mann zur Hilfeleistung zur Verfügung gestellt werden möchten. Anlässlich des Umstandes, dass bei zwei Bränden im Frühjahre 1877 viel Geräth und Schläuche namhaften Schaden gelitten haben, wurde über diesfalls erstatteten Bericht des Herrn Albin Achtschin in der Ansschusssitzung vom 2. Mai, namentlich im Hinblick ans außer dem Pomörium statthabende Brände, der principielle Beschluss gefasst, dass bei einem durch einen Kanonenschuss angezeigten Brande in den außerhalb des städtischen Weichbildes gelegenen, in Z 3 der Feuerlöschordnung aufgezählten Ortschaften eine Abtheilung der Laibacher freiwilligen Feuerwehr mit einer älteren städtischen Spritze und der dem Vereine eigenthümlich gehörigen Abprotzspritze sowie mit dem Mannschaftswagen auszurücken habe. Die übrigen Löschgeräthe, namentlich die beiden Metz'schen Abprotzspritzen, hätten mit den zugehörigen Schläuchen u. s. w. im Depot zu bleiben und dürfen nur gegen besondere Weisung des Herrn Bürgermeisters oder dessen Stellvertreters in Verwendung gezogen werden. Für ihre Bethätigung bei den Bränden in der Rosengassc zu Laibach (21. April) und in dem benachbarten Waitsch (28. April) wurde der Laibacher freiwillige» Feuerwehr seitens des Herrn k. k. Landespräsidenten unterm 24. April 1877 nachstehende Anerkennung zutheil: An den Herrn Commandanten der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Ich habe mich persönlich überzeugt, dass die Laibacher freiwillige Feuerwehr anlässlich der Samstag den 21. d. Mts. in der Florians-gasse zu Laibach und Montag den 23. d. Mts. in Waitsch bei Laibach stattgehabten erheblichen und mit Rücksicht auf die hiebei obwaltenden Verhältnisse besonders gefährlichen Brände eine höchst ersprießliche, energische und aufopfernde Thätigkeit entwickelt hat, welcher in beiden Brandfällen die Verhütung größeren Unglückes vorzugsweise zu danken ist. Diese hervorragenden Leistungen liefern ebenso sehr den Beweis von der vorzüglichen Organisation des Institutes und der umsichtigen Leitung desselben, so wie von dem »ncrmüdeten und beispielvollen Zusammenwirken aller Mitglieder. Ich erkenne es daher als eine besonders angenehme Pflicht, der Laibachcr freiwilligen Feuerwehr in Ansehung ihrer erfolgreichen gemeinnützigen und humanen Wirksamkeit die volle Anerkennung der Landes regiernng ansznsprccheu. Laibach am 24. April 1877. Der k. k. Laudespräsident: Widm«»». Für die Rettung eines Kindes in Waitsch wurde vom hohen k. k. Landespräsidium mit nachstehendem Erlasse die Taglie zuerkannt: Die k. k. Landesregierung findet sich bestimmt, die Erfolglassnng der mit dem Präsidial-Erlasse vom 31. August 1877, Z. 2051, dem Riemcrgehilfen Michael Jaeger in Laibach für die Rettung des Knaben Johann Kos vom Tode des Verbrennens zuerkannten, aber bisher nnbehoben verbliebenen Lebensrettnngstaglie pr. 26 fl. 25 kr. neuerdings zu bewilligen. Es wird sonach das k. k. Landeszahlamt bei dem Umstande, als laut Protokolles des Stadtmagistrates Laibach vom 7. November 1889 der genannte Lebensretter die Taglie dem geretteten Knaben Johann Kos in sein unwiderrufliches Eigenthum abgetreten hat, beauftragt, die Lebensrettungstaglie Pr, 26 fl, 25 kr, dem ininderjährigen Johann Kos, dermalen Lehrling beim Regimentsschneider Anton Reisner in Laibach, gegen ordnungsmäßig gestempelte, vom Stadtmagistrate Laibach vidierte Quittung zu Handen des Bevollmächtigten Herrn Franz Doberlet, Feuerwehr-Hauptmannes in Laibach, auszufolgen.* Laibach am 26, November 1889, Anlässlich der Hilfeleistung bei dein Brande des Hanfes Nr. 8 in der Spitalgasse zu Laibach wurde dein Coinmando der Feuerwehr seitens des Herrn Bürgermeisters der Stadt Laibach unterm 14. December 1877 die Anerkennung ausgesprochen, wie folgt: An das löbliche Coinmando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Bei dem am gestrigen Abende in der Spitalgasse ailsgebrochcncn Brande, bei welchem das Vorderdach des Hauses Nr. 8 abgebrannt ist, hat die löbliche freiwillige Feuerwehr unter ihrem ausgezeichneten Herrn Commandanten durch ein ebenso rasches als energisches und umsichtiges Operations-Verfahren in kurzer Zeit den Brand bewältigt und die Stadt hiedurch von einer großen Gefahr befreit. Ich gebe nur der öffentlichen Stimmung wahrhaften Ausdruck, wenn ich dem löblichen Commando die vollste Anerkennung für diese bedeutende Leistung anssprechc und zugleich die Stadt auch für fernerhin dem so wirksamen Schuhe der löblichen Feuerwehr mit der Versicherung empfehle, dass ich stets dafür die Interessen des Institutes nach meinem ganzen Vermögen fördern werde. Stadtmagistrat Laibach am 14. December 1877. Der Bürgermeister: Laschan. In der Generalversammlung am 12. Mai 1878 brachte der Herr Bürgermeister Regierungsrath Ritter v. Lascha»-Moorland seine Freude über die sorgfältige Chronik zum Ausdrucke, die der Verein durch seinen Schriftführer Herrn Rüting in den Berichten über die Ausschuss- und anderen Sitzungen führe. Solche Erinnerungen an die großen und kleinen Ereignisse im Vereinsleben gewähren für spätere Zeiten eine Ermuthigung, auszuharren, eine nicht zu unterschätzende Kräftigung für die Vereinsgenvssen. Der Herr Bürgermeister gab weiters seiner Freude Ausdruck über den verhältnismäßig guten Stand der Lassen, die trotz der sichtlichen Anstrengung doch allen Verpflichtungen gerecht werden und eine allmähliche * Das Geld wurde in der krainischeii Sparkasse angelegt und wird dem Kos bei erlangter Volljährigkeit zukommen. Besserung ersehen lassen. Es sei hieinit das Fenerwehrwesen auch in materieller Hinsicht gesichert, denn er glaube es wohl anssprechen zu dürfen, die Unterstützung des Publieums werde in unserer Stadt nie erlahmen. Er habe das Bedürfnis, sich persönlich und im Namen des löblichen Gcmeinderathes für das entgegenkommende Berhalten der Feuerwehr im allgemeinen und der einzelnen Mitglieder iin besonderen an diesem Orte bestens zu bedanken. Der Occupationsfeldzug in Bosnien brachte bekanntlich auch in das k. u. k. Militär-Garnisvnsspital in Laibach Kranke und Verwundete, bei deren Transportierung die Laibacher freiwillige Feuerwehr hilfreiche Dienste geleistet hat; hiefür ward ihr seitens des k. u. k. Garnisonsspitales Nr. 8 unterm 18. Oktober 1878 der Dank in folgender Zuschrift ausgesprochen: An die löbliche freiwillige Feuerwehr in Laibach. Für die anlässlich der Transportierung der Kranken und Verwundeten am 15. d. M. geleistete Hilfe beehren wir uns, hieinit der löblichen freiwilligen Feuerwehr den Dank ansznsprechen. Laibach am 18. Octobcr 1878. K. k. Verwaltungs-Commission des k. k. Garnisons-Spitals Nr. 8 z» Laibach. Bei der festlichen Begrüßung und Bewirtung der k. u. k. Feldjäger-Bataillone Nr. 7 und Nr. 1l) seitens der Stadtgemeindc Laibach, da betheiligten sich auch die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr an diesem patriotischen Acte, wofür der Herr Bürgermeister mit Schreiben vom 22. November 1878 den Dank also aussprach: An das löbliche Commando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Zn der von der Bürgerschaft gewünschten, von dem Gemeinderathe beschlossenen und gestern abends gelungen durchgeführten Begrüßung und Bewirthung der von den Schlachtfeldern in der Herzegowina rückgekehrten Reservemannschaften der krainischen Feldjägerbataillone Nr. 7 und Nr. 19 hat die löbliche Feuerwehr mittels der wirksamen Theilnahme an der Begrüßung auf dem Bahnhöfe, an dem Einzuge in die Stadt und an der Bewirthung in der Schießstätte so wesentlich beigetragen, dass ich mir erlaube, der löblichen Feuerwehr ans diesem Anlasse im Namen der Stadt den verbindlichsten Dank hieinit auszudrücken. Laibach am 22. November 1878. Der Bürgermeister: Laschan. Für die patriotische Mitwirkung bei den Feierlichkeiten anlässlich der silbernen Hochzeit Ihrer k. n. k. Apostolischen Majestäten kam der freiwilligen Feuerwehr unterm 3. Mai 1879 von Seite des Herrn k. k. Landespräsidenten das nachstehende Dankschreiben zn: An den Verein der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben ans den zahlreichen Kundgebungen der Loyalität und Treue, welche Allerhvchstdeuselben zur Feier des fünfuudzwanzigsten Jahrestages der Allerhöchste» Vermählung von allen Kreisen der Bevölkerung und aus allen Theilen des Reiches dargebracht worden sind, allergnädigst Veranlassung zu nehmen geruht, das in Abschrift mitfolgeudc Allerhöchste Handschreiben an den Herrn Minister des Innern zu erlassen. Es gereicht mir zum Vergnügen, hievon dem freiwilligen Feuerwehrvereine in Hinblick ans die dargebrachten Loyalitäts-Kundgebungen, welche ich zur Allerhöchsten Kenntnis zu bringen mich beeilt habe und welchen nunmehr in diesem Allerhöchsten Handschreiben die allergnädigste Würdigung zuthcil ward, die Mittheilung zu machen, indem ich zugleich dem Feuerwehr-Vereine für dessen gefällige Mitwirkung zur Erhöhung des Glanzes der hier stattgefnndenen Festlichkeiten meinen wärmsten Dank hinzufüge. Laibach am 3. Mai 1879. Der k. k. Landespräsident: Kallina. In der Ansschnsssitzung vom 2. Mai hatte der Adjutant Herr Schulz dein allgemeinen Gefühle Ausdruck gegeben, wie sehr es der Feuerwehr zur Ehre gereiche, dass ihr Hauptmann Herr Doberlet bei der silbernen Hochzeitsfeier der Majestäten als Vertreter der Gemeinde Laibach habe erscheinen können, wofür Herr Doberlet seinen lebhaften Dank anssprach mit der Versicherung, dass er bei dem unvergesslichen Feste gar manches gelernt habe, was er zum Besten seiner Mitbürger zn verwerten hoffe. Die Generalversammlung am25.Mai 1879 eröffnete Hauptmann Herr Doberlet mit Verlesung der Zuschrift des Herrn Landespräsidenten und des Allerhöchsten Handschreibens Seiner Majestät anlässlich der silbernen Hochzeitsfeier und brachte zum Schlüsse ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die Majestäten ans. Weiters verlas der Hauptmann die aus demselben patriotischen Anlass ergangenen Dankschreiben des Herrn Bürgermeisters und des k. u. k. Militär-Stationscommandos. Für die Bethätigung unserer freiwilligen Feuerwehr bei dem Brande in Brnnndvrf richtete die k. k. Bezirkshauptmannschaft Umgebung Laibach unterm 1. August 1879 ein Dankschreiben an dieselbe des Wortlautes: An das löbliche Feuerwehr-Coiilinaiido iu Laibach. Die k. k. Bezirkshanptmannschaft beehrt sich, dem löbliche» Com-maiido der Laibacher Feuerwehr für die aus Anlass des Brandes in Brunudorf ebenso rasch als mit größter Umsicht und Ausdauer geleistete Hilfe, durch welche die Localisieruug des Feuers und die Rettung des größeren Theiles der Ortschaft bewerkstelligt wurde, den wärmsten, tiefgefühltesten Dank anszusprechen. Laibach am l. August 1879. Der k. k. Bczirkshaiiptmami: Wurzbach. Als das vaterländische k. und k. 17. Jnfaiiterie-Regimeiit FZM. Freiherr von Kuhn aus dem Oceupativnsgebiete heimkehrte uud hier vvu der Stadtgeiueiude iu de» Räume» des alten Schießstätte-gebäudes festlich bewirtet wurde, da betheiligte sich wieder unsere Feuerwehr an dem patriotischen Arte, wofür ihr durch den Herrn Bürgermeister Regierungsrath Ritter von Laschan der Dank mittelst Schreiben vom 9. December 1879 ausgesprochen wurde, wie folgt: An den löblichen Fcuerwehrverein, hier. Die auf Wunsch der Laibacher Bürgerschaft von dem unterzeichneten Comite veranstalteten Empfangsfeierlichkeiten für den Dnrchzug des von den Schlachtfeldern in Bosnien und in der Herzegowina rückgekehrten vaterländischen Infanterie - Regimentes Baron Kuhn haben durch die gefällige werkthätige Betheiligung des löblichen Vereines an diesen Empfangsfcsten eine erhöhte Bedeutung erlangt, und es gereicht dem Comite zur angenehmen Pflicht, dein löblichen Vereine für die patriotische Mitwirkung zum Gelingen des würdigen Empfanges unserer tapferen Landsleute hiemit de» verbindlichsten Dank abzustatten. Laibach am 9. December 1879. Der Comite-Obmann: Laschn». 1680 bis 1800. In der Generalversammlung am 29. März 1880 wurde der Antrag des Ausschusses ans Einführung und Eintheilung der Gesammtfeuerwehr in drei selbständige Züge nach mehrseitiger Befürwortung und nachdem noch der Hauptmann Doberlet die vorliegende Frage in einem längeren Vortrage in slovenischer Sprache erörtert hatte, mit weit überwiegender Mehrheit angenommen. Es gelangte sodann die Frage eines abzuhaltenden zehnjährigen Gründungsfestes zur Sprache, und wurde die Abhaltung des Festes fast einstimmig angenommen. Die zehnjährige Gründungsfeier 16. und 16. August 1660. -Die warme Antheilnahme, welche dem Feste seitens der Be völkenmg der Stadt Laibach allseits entgegengebracht wurde, und die sympathische» Zurufe, mit denen die Mitglieder des Vereines und deren Gäste beim Festzuge in den Straßen der Stadt auf das herzlichste begrüßt wurden, legen ein beredtes Zeugnis für die allseitige Beliebtheit und die hohe Achtung ab, welche die Bevölkerung, ohne Unterschied ihres Parteistandpunktes, der ehrenwerten Institution der freiwilligen Feuerwehren überhaupt und speciell unserem wackeren heimischen Institut im vollsten Maße entgegenbringt. Vor einem Decennium unter ungünstigen äußeren Verhältnissen ins Leben gerufen und ans kleinen Anfängen mühsam sich durchdringend, hat es die Feuerwehr durch wahrhaft aufopfernde Thätigkeit, durch ihren unermüdlichen Fleiß und ihr stets tact- und ehrenvolles Auftreten in kurzer Zeit verstanden, die Schwierigkeiten, die ihr anfangs von unverständiger Seite entgegentraten, zu überwinden, jeden Einzelnen von dem hohen Werte und der Unentbehrlichkeit ihres Bestehens zu überzeugen und sich so in der Achtung und Sympathie unserer Bevölkerung allmählich eine Stellung zu erringen, wie sie — wir dürfen wohl sagen — in dem gleichen nngctheilten Maße kein zweiter Verein in Laibach aufzuweisen vermag. Mit voller Befriedigung darf daher die freiwillige Feuerwehr am heutigen Tage ans die zehnjährige Thätigkeit, die hinter ihr liegt, zurückblicken und sich der ehrenvollen praktischen und moralischen Erfolge freuen, die sie lediglich nur ihrer eigenen allseits anerkannten Tüchtigkeit, ihrem in nahezu 140 Bränden erprobten segensvollen Wirken sowie der persönlichen Ehrenhaftigkeit ihrer Mitglieder zu verdanken hat». Mit diesen Worten begrüßte die -Laibacher Zeitung» das schöne Fest, das sich in den Tagen des 15. und 16. August zum Zwecke der Erinnerung des zehnjährigen Bestandes unserer freiwilligen Feuerwehr, der feierlichen Decorieynng ihres vielverdienten Hauptmannes Herrn Dvberlet mit dem ihm von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät verliehenen goldenen Verdienstkreuze und der Weihe des neuen Requisites der «Dampfspritze» in den Mauern unserer Stadt abspielte. Zur korporative» Begrüßung der zahlreichen von auswärts: aus Krain, Steiermark, Kärnten, Istrien und Kroatien eingetroffenen Gäste und Vermittlung der gegenseitigen Bekanntschaft hatte am Vorabende des ersten Festtages, am 14. August, im Auer'schen Brauhausgarten eine Festsviree stattgefunden, und da die Garten-localitäten bei Auer die große Zahl der Festgenossen nicht fassen konnte, hatte sich gleichzeitig ein Theil derselben im Gasthofe des Herrn Ferlinz, -Zum Stern», etabliert und besetzte auch hier alle Räume bis auf den letzten Platz. Sonntag den 15. August um 7 Uhr früh vereinigte eine Gedächtnismesse sämmtliche Mitglieder der Feuerwehr und viele Gäste in der Dvmkirchc. Nach Schluss derselben zog die Mann schaft ans die Triester Straße zur Begrüßung der einrückenden Oberlaibacher Kameraden. Um 9 Uhr fand dann die Raillierung aller an dem sodann statthabenden Festznge sich betheiligenden Vereine ans dem geräumigen Vorplätze des Südbahnhofes statt. Schlag 10 Uhr setzte sich die Tete des Festzuges in Bewegung und marschierte gegen die Stadt zu, in deren reich mit Fahnen in den Reichs- und kaiserlichen Hausfarben, in den Farben des Landes und der Stadt Laibach geschmückten Gassen und Straßen die durchziehenden wackeren Feuerwehrmänner mit Blnmenspcnden, Kränzen und Bouquets förmlich überschüttet wurden. Die Ordnung, in welcher der Zug marschierte, war folgende: Eröffnet wurde er vom ersten Zuge der Laibacher freiwilligen Feuerwehr unter dem Cvmmando des Herrn Albin Achtschin mit der Laibacher Stadtkapelle, hieran reihten sich daun die hiesigen Vereine: Rohrschützengesellschaft, Citalnica, Männerchvr, Liedertafel, Svkvl, Philharmonische Gesellschaft, Laibacher deutscher Turnverein, Arbeiterbildungsverein, katholischer Geselleuverein und endlich der Laibacher Militär-Veteranenverein; — die Vereine waren mit ihren Fahnen und Abzeichen erschienen. Den hiesigen Vereinen schloss sich in alphabetischer Reihenfolge die große Zahl der erschienene» auswärtigen Feuerwehrinstitute an, und zwar die Feuerwehren ans Agram, Bischvflack, Bresvwitz, Cilli, Dvmschale, Fiume, Gmünd, Gottschee, Graz, Gnrkfeld, Hohenegg, Klagenfurt, Krainburg, Kreuz, Loitsch, Marburg, Nesselthal, Niederdorf, Oberlaibach, Pola, St. Peter, Ratschach, Rudvlfswert, Sissek, Tarvis, Tüffer, St. Veit, Waitsch, die Feuerwehr der k. k. Tabak-Hauptfabrik in Laibach und die Feuerwehr der k. k. priv. Hofglockengießerei von A. Samassa. Den Schluss des Zuges bildete der zweite und dritte Zug der Laibacher freiwilligen Feuerwehr, geführt von ihrem Haupt maune Herrn Doberlet. Das Arrangement des Zuges war durchwegs ein vorzüglich gelungenes, und es gewährte derselbe ein recht farbenfrisches Bild. Der Löwenantheil an Zurufen und Blumcnspendcn während des Umzuges fiel, obwohl die Damenwelt sv ziemlich mit gleichem Maße ihre duftenden Gaben vertheilte, doch — wie begreiflich — den Festgebern, unserer Laibacher Feuerwehr zu. Besonders der zweite Theil derselben und der an ihrer Spitze marschierende Commandant Herr Dvberlet wurden überall mit Kränzen und Blumen überschüttet. Die Hauptfestlichkeit fand vor dem Rathhause statt, wo auf drei Tribünen der Gemeinderath, die geladenen Honoratioren, darunter auch Landespräsidcnt Baron Winkler, die Ehrendamcn und das Bürgercvmite versammelt waren, während der freie Rathhausplatz von einer nach Tausenden zählenden Menge erfüllt war. Unmittelbar unter den Tribünen befand sich das Ehrengeschenk an die Laibacher Feuerwehr, die mit Blumen und Reisiggewinden geschmückte Dampf-Feuerspritze. Als der Zug kurz vor kl Uhr hier eintraf, nahm er mit der Front gegen das Rathhaus Aufstellung und bildete ein drei Seiten abschließendes Carrö, vor dessen Mitte Hauptmann Herr Dvberlet trat. Von der Rednertribüne aus richtete nun der Herr Bürgermeister, Regierungsrath Anton Ritter von Laschan-Moorland, mit lauter, weittönender Stimme eine schwungvolle Ansprache an die Festversammlung, worin er zuvorderst die fremden Gäste, die zur Bezeugung der kameradschaftlichen Theilnahme herbei gekommen sind, und die Ehrengäste freudigst begrüßte, und es sodann betonte, wie die Bevölkerung der Stadt Laibach, gehoben vom Dankgefühle gegen die Leben und Besitz der Einwohner in selbstloser Aufopferung schützende Feuerwehr, in vollen Massen herandränge, «um sichtbar zu bezeugen, dass die gegen die Flammen kämpfende Schar, die heute ihren Jubeltag begeht, von ihrem Geiste und ihrem Blute ist». Der Herr Bürgermeister schloss mit den Worten: «Ihnen, Commandant, Officiere und Mannschaften der hochwerten Laibacher Feuerwehr meinen innigsten Festgruß!» Hierauf begrüßte Hauptmann Dvberlet die Festversammlung in deutscher und in slovenischer Sprache und drückte den Erschienenen den Dank der Feuerwehr aus; er dankte sodann deni Gemcinderath und den Bürgermeistern der Stadt Laibach für die unausgesetzte werkthätige Unterstützung der Feuerwehr, und schließlich drückte erden Dank dem Herrn Landespräsidenten ans und erbat sich die gleiche wohlwollende Unterstützung der hohen Regierung für die Zukunft. Feuerwehrhauptmann Herr Jergitsch aus Klagenfurt erwiderte in markigen Worten auf die Begrüßung der fremden Gäste und brachte ein stürmisch erwidertes -Gut Schlauch!» auf die Laibacher Feuerwehr und deren Commandanten aus. Nach diesen Reden begaben sich, »nährend der Festzug in der eingenommenen Aufstellung verblieb, der Herr Landespräsident, der Herr Bürgermeister und der gesammte Gemeinderath sowie die Honoratioren in den «großen Rathsaal» im Rathhause, woselbst nun die Übergabe des von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Fcuerwehrhanptmanne Herrn Franz Doberlet allergnädigst verliehenen goldenen Verdienstkreuzes durch den Herrn Bürgermeister erfolgte. Letzterer richtete an die Versammelten folgende Ansprache: «Se. k. n. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 5. d. M. dem Handelsmanne und Bürger Franz Doberlet in Laibach in Anerkennung seines gemeinnützigen Wirkens das goldene Verdienstkreuz allergnüdigst zu verleihen geruht, und der Herr Landespräsident in Krain hat mich mit dem Erlasse vom 13. d. M. beauftragt, diese Decvrierung in angemessener, feierlicher Weise zu vollziehen. Indem ich dieses in Anwesenheit des Herrn Repräsentanten Sr. Majestät im Lande, in Gegenwart des ver sammelten Gemeinderathes, dessen Mitglied Sie, Herr Doberlet, sind, in Anwesenheit der Herren Magistratsbeamten, mit welchen Sie als Mitglied des Magistratscollegiums im Verbände stehen, und Angesichts einer Deputation der Laibacher Feuerwehr, deren Commandant Sic sind, in freudiger Theilnahme thue, hefte ich Ihnen das goldene Verdienstkreuz au Ihre wackere Brust, die heute doppelt lebhaft schlagen darf an Ihrem durch die Allerhöchste Auszeichnung hervorgerufenen Ehrentage, an Ihrem gleichzeitigen Jubeltage im Körper der Feuerwehr, die heute das Gedächtnisfest ihrer Gründung feiert. Als vor Jahren ein hochbegabter Vorgänger in meinem Amte die verdienstvolle geistige That der Schöpfung unserer Feuerwehr gethan, da nahmen Sie, geehrter Herr College, auf Geheiß des Gemeinderathes diese frische Schöpfung in ihre praktische Hand, Sie beseitigten vielfältiges Hindernis ihrer Entwickelung durch Klugheit und Vorsicht, Sie bekämpften mit Entschlossenheit und Ausdauer mannigfache Vvrnrtheile gegen das werdende Institut; Sie gaben ihm Fleisch, Knochen und Mark, — und so steht dieser hochachtbare Körper heute entwickelt und stark da im Abglanz seines zehnjährigen Jubelfestes. Für dieses gemeinnützige Verdienst hat der Monarch Sie ausgezeichnet; tragen Sie das Ehrenzeichen an Ihrer Brust zur eigenen Befriedigung, zur Ehre der Bürgerschaft, zum Stolze der Feuerwehr, deren Haupt und Seele Sie sind. Ich beglückwünsche Sie, Herr College, zu der erlangten verdienten Auszeichnung und biete Ihnen in herzlichster Weise Handschlag und Gruß!» Mit bewegten Worten drückte Herr Doberlet hierauf seinen Dank aus für die erhaltene kaiserliche Auszeichnung und für die schnieichelhafte Anerkennung aus dein Munde des Bürgermeisters, indem er zugleich in bescheidener Weise jedes eigene größere Verdienst ablehnte und lediglich nur seine Bürgerpflicht erfüllt zu haben erklärte, der er auch fernerhin mit seinen ganzen Kräften nachkommen »volle. Der erhebende Act schloss init einem voni Herrn Bürgermeister ausgebrachten dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung stürmisch einstimmte. Der mit dem Ehrenzeichen kaiserlicher Huld und Gnade geschmückte Hauptmann wurde sodann, unten vor der Front angelangt, allseitig freudigst begrüßt und beglückwünscht. Vor der kirchlichen Einweihung der neuen Dampf-Feuerspritze stimmten die beiden anwesenden Gesangvereine, die «Laibacher Liedertafel- und der Sängerchor der Laibacher «Citalnica-, die innerhalb des Carres vor der Front der Feuerwehren ihre Aufstellung genommen hatten, erstere einen deutschen (Die Ehre Gottes), letzterer einen slovenischen Chor (Nolitav, von Jenkv) an. Hierauf erfolgte von Seite des Bürgercvmites, das die Sammlnngeu zur Anschaffung der Dampfspritze — deren Kosten sich ans 4550 fl. beliefen, wozu die krain. Sparensse allein die Summe von lOOO fl. beigetragen hat — zur Durchführung gebracht hatte, die Übergabe des schönen, neuen Löschgeräthes als Ehren-Jubiläumsgeschcnk an die Laibacher Feuerwehr. Herr Doberlet gelobte im Namen der Feuerwehr, das kostbare Geschenk unter allen Umstünden hochhalten zu wollen. Die kirchliche Weihe der Dampfspritze nahm der hvchw. Herr Canonicus Dvmpfarrer Urb as vor, während welcher Ceremonie die ausgerückten Feuerwehren in Gebetstellung verharrten. Nach der vollzogenen Weihe fiel der Männerchor der Citalnica mit einem slovenischen Choral ('4'i, lli m vstvaril, von Jenko) ein, worauf dann noch die Laibachcr Liedertafel den «Tag des Herrn- anstimmte. Nun war das Programm der Festlichkeit beim Rathhause erschöpft, und die Feuerwehren rückten vom Platze ab; bei der Defilierung wurde von den jugendlichen Ehrendamen jede der Vereinsfahnen und jeder Commandant der vorbeimarschierenden 32 Fcuer-wehrabtheilnugen mit einem Kranze geschmückt. Vor dem Lheealgebäude löste sich der Festzug auf, und die feuerwehrmännischen Fachgenvssen sowie die Honoratioren und zahlreiche andere Zuschauer hielten nun den Platz vor dem Lheealgebäude, an dem nunmehr die Schau ü b u n g der Laibacher Feuerwehr stattfinden sollte, in weitem Bogen umsäumt. Diese Übung wurde mit sämmtlichen Geräthschaften des Vereines, darunter vier Spritzen, und außerdem auch mit einer neuen Samassa'schen Spritze vorgenommen, die sämmtlich von der am Laibachufer hinter dem Bischofsplatze aufgestellten und rüstig arbeitenden Dampfspritze mit Wasser überreichlich gespeist wurden. Vom Momente der Anheizung des Dampfkessels bis zum Eintreffen des ersten Wassers ans dem Übungsplätze waren 19 Minuten verflossen. Die Thätigleit der Dampfspritze hielt das zahlreich versammelte Publicum bis 2 Uhr nachmittags an beiden Ufern des Laibachflusses versammelt, welches die zum Schlüsse vorgenommenen Versuche über die Wurfweite, wobei der Wasserstrahl bis auf das jenseitige (linke) Ufer der Laibach gelangte, mit großer Aufmerksamkeit verfolgte. Ein gleichfalls in hohem Grade sehenswertes Moment des Festes bildete auch die in den unteren Gängen des Lycealgebändcs arrangierte Exposition von einer größeren Collection von Fcuerlvsch geräthen und Feuerspritzen des einheimischen Etablissements des k. n. k. Hofglockengießers und Spritzenfabrikanten Herrn Albert Samassa. Namentlich die Kategorie der größeren Feuerspritzen, im Preise von lOOO bis 1600 fl., war durch mehrere wahre Prachtexemplare vertreten, darunter auch eine besonders schön ausgestattete Fahrspritze, welche seinerzeit als Object für die Pariser Welt ausstellung (1878) gearbeitet worden. Bei dem um 2 Uhr nachmittags im Casinvgarten abgehaltenen Festbankette — bei welchem an vier Riesentafeln 450 Couverts aufgelegt waren und außerdem nebenan und in der Veranda rasch noch gedeckt werden musste — herrschte eine allseits gehobene Stimmung und wurden zahlreiche zündende Toaste in deutscher, slovcnischer und kroatischer Sprache ausgebracht, deren Neigen Hauptmann Doberlet, als Präses des Festbanketts, mit einem begeistert aufgenommenen dreimaligen Hoch ans Se. Majestät den Kaiser eröffnete. Auch eine große Zahl von Begrüßnngstclegrannnen, darunter auch von dem ersten Steigerleitmann unserer Feuerwehr, Herrn Turnlehrer Schäfer aus Dresden, war eingelangt und wurde deren Verlesung stürmisch acclamiert. Um 10 Uhr vormittags des 16. August 1880 versammelten sich die Delegierten der krainischen Feuerwehren unter dem Vorsitze Doberlets im städtischen Rathssaale zu einer Besprechung behufs Gründung eines allgemeinen, alle krainischen Feuerwehren umfassenden Landesverbandes. Es wurde ein Comite ans nenn Mitgliedern: Müller (Loitsch), Gvllvb (Oberlaibach), Zadar (Bischof- lack), Gustin (Rudvlfswert), Dvbcrlet, Heinrich Galle, Rüting, A. Achtschin und Drelse (Laibach), zur Borberathung der Statuten gewählt. In der Generalversammlung vom 22. Mai 1881 gelangte der neue Statntcnentwnrf zur Annahme, und wurde eine öftere Einberufung von Dienstversammlungen beschlossen; gleichzeitig wurde die neue Dienstordnung angenommen, aber ausdrücklich beschlossen, dass die Sonntagsbereitschaft aufrecht bleibe, jedoch mit Ausschluss von Übungen. Der Vorsitzende Herr Hauptmann Dvbcrlet schloss die Versammlung mit der Mahnung zu echter Kameradschaft und unbeirrter Festhaltung des alleinigen Zweckes und Zieles unseres Vereines: Pflege und Ausbildung des Feuerlöschwesens, dann werde das von uns gegebene gute Beispiel sicherlich auch für das Land von segensreichen Folgen sein. Nachdem der bisherige Bürgermeister Regierungsrath Ritter vvn Lasch an am Beginne des Jahres 1882 seine Stelle niedergelegt hatte, richtete derselbe an das Commando der freiwilligen Feuerwehr ein hvchehrendcs Dankschreiben nachstehenden Inhaltes: An das löbliche Commando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Indem ich die Stelle des Bürgermeisters in Laibach mit dem heutigen Tage niederlege, fühle ich mich verpflichtet, dem löblichen Commando der freiwilligen Feuerwehr für die während meiner Am-tieriing als Bürgermeister von diesem wahrhaft gemeinnützigen Institute mit Hingebung, Opfermuth und besten Erfolgen für die Feucrsichcrhcit der Landeshauptstadt ins Werk gesetzten Bemühungen meine vollste Anerkennung und meinen wärmsten Dank mit diesem Abschicdsgrnße ganz ergebenst auszudrücken. Laibach, den 25. April >882. Laschan. Die Begrüßung des neugewählten Herrn Bürgermeisters P. Grasselli fand in der Generalversammlung am 4. Juni 1882 durch Hauptmann Dvbcrlet statt. Der Herr Bürgermeister erwiderte in einer längeren schwungvollen Ansprache, zu deren Schlüsse die Versammlung in lebhaften Beifall ausbrach. Nach der nun wie gewöhnlich unter jubelnden Zurufen erfolgten Neuwahl des Herrn Doberlet zum Hauptmanne betonte der Herr Bürgermeister, dass er ja nur eine Förmlichkeit erfülle, wenn er dem Herrn Hauptmanne neuerdings das Gelöbnis abnehme. Er freue sich aufrichtig der Wahl, deren Ergebnis jedoch nicht zweifelhaft sein konnte, da das Kind seinen Vater nicht verleugnen werde. In seiner Ansprache an die Kameraden forderte hierauf der Hanptmann dieselben auf, sich streng die Aufgabe der Feuerwehr vor Angen zu halten und alle Nergeleien beiseite zu lassen, dann, aber auch nur dann werde der Verein seine Aufgabe erfüllen. Er selbst sei fest entschlossen, in dieser Richtung zu wirken und alle Hindernisse zu bekämpfen; es sei ihm lieber, eine hingebungsvolle Feuerwehr von 20 Mann zu führen, als eine widerhaarige von 1000 Mann! Zurückgekehrt von der im Hochsommer in Innsbruck stattgehabten fünfundzwanzigjührigen Jubelfeier der dortigen freiwilligen Feuerwehr, mit welchem Feste eine Ausstellung von Feuerwehr-geräthschaften verbunden gewesen war, an der sich unsere freiwillige Feuerwehr durch eine hervorragend schone Collection photographischer Abbildungen der hiesigen Ausrüstungen und beschreibende Darstellung unserer Einrichtungen betheiligt hatte, erstattete Hanptmann Doberlet in der Dienstesversammlung vom 9. September 1882 den Bericht, dahin lautend, dass die daselbst empfangenen Eindrücke die besten seien und dass die von unserem Vereine veranstaltete Ausstellung daselbst ein Anerkennungsdiplom errungen habe. Die für den Monat Juli 1883 anberaumte dynastisch-loyale und patriotische Landes-Jubelfeier der 600jährigen Vereinigung des Herzogthums Krain mit der Allerhöchsten Dynastie Habsbnrg brachte in dem Ausschüsse unserer freiwilligen Feuerwehr schon im Februar desselben Jahres die allgemeine Betheiligung aller Berufsgenossen an den, durch die in Aussicht gestellte Anwesenheit Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät inmitten der getreuen Bevölkerung der Landes Krain verherrlichten Festen zur Sprache. Ans Antrag Doberlets wurde in der Sitzung vom 12. Februar beschlossen: es seien sämmtliche krainischen Feuerwehren aufzufordern, sich an der am I l.Jnli und den folgenden Tagen hier stattfindenden Landes-Jubelfeier zu betheiligen. Desgleichen crgieng dann vom hohen krainischen Landes-ausschnsse eine diesbezügliche Einladung an das Commando unserer freiwilligen Feuerwehr. In der Generalversammlung vom 20. Mai wurde der um die Entwickelung unseres humanitären Institutes so hochverdiente, aus dem Amte geschiedene Bürgermeister Regiernngsrath Anton Ritter von Laschan, der durch sein Wort soviel für unsere freiwillige Feuerwehr im Gemeinderath erwirkt hatte, unter lebhaften Bravorufen einstimmig zum Ehrenmitgliede ernannt. Am 1l. Juli — dem Tage der Allerhöchsten Ankunft Senier k. n. k. Apostolischen Majestät zur Landes-Jubelfeier, richtete Herr Bürgermeister P. Grasselli einen Aufruf au die Mitbürger, dass alle diejenigen, denen während der Festtage bei besonderen Anlässen sicherheitspolizeiliche Aufgaben anvertraut sind, also die Ordner, welche durch besondere Abzeichen kenntlich, die uniformierten Bürgergarden, die Veteranen, die freiwilligen Feuerwehren u. s. w., in diesem Falle gleich den Sicherheitsbeamten und Wachleuten als öffentliche Wachen im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen anzusehen seien. In den Festtagen selbst war auch unsere Laibacher freiwillige Feuerwehr bei allen Anlässen unermüdlich thätig in Hinsicht auf die Aufrechterhaltung der Ordnung, so namentlich bei der Allerhöchsten Ankunft und Abfahrt Seiner Majestät, bei der Grundsteinlegung des Museums «Rudvlfinum», beim Volksfeste, beim Besuche der Studenten- und Volksküche u. s. w., u. s. w., und betheiligte sich dieselbe in aoi-poro bei dem solennen Fackelzuge vor dem Allerhöchsten Absteigequartier, der landschaftlichen Burg sowie auch durch eine Deputation bei dem Acte der Huldigung. In der Ausschnsssitznng vom l4. August verlas der Hanptmann Doberlct das Dankschreiben des Executivcomites für festliche Aufzüge während der Landes-Jubelfeicr inbetreff der Mühewaltung, welche die freiwillige Feuerwehr hiebei bethätigt hatte, desgleichen berichtete derselbe den Dank des Gemcinderathes in gleicher Richtung. Unter den anlässlich der Landes-Jnbelfeier Deeorierten befand sich auch Hauptmann Doberlet, der, bereits im Besitze des goldenen Verdienstkrenzes, nun mittelst Allerhöchsten Erlasses vom kl. September 1883 mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet wurde, welche Allerhöchste Auszeichnung den Kameraden Anlass zur Darbringung ihrer aufrichtigen Beglückwünschung bot. Seine k. und k. Apostolische Majestät geruhten außerdem der freiw. Feuerwehr die allergnädigste Spende von 300 Gulden für den Unterstützungsfond huldreichst zukommen zu lassen, wofür im Wege des hohen k. k. Landesprüsidiums der allerunter-thänigste Dank zum Ausdrucke gebracht wurde. Die Mittheilung über diese Allerhöchste Spende wurde in der Generalversammlung am 8. Juni 1884 von dreimaligen stürmischen Hoch- und Zivio-Rufen begleitet. Am 15. Mai 1885 betheiligte sich unsere freiwillige Feuerwehr an der feierlichen Installation des wiedergewählten Bürgermeisters Herrn P. Grasselli. In der Ausschusssitzung am 30. September berichtet der Cassier der Krankenkasse, K. Rüting, dass der Krankenstand im laufenden Jahre unter der jüngeren Mannschaft ein sehr großer war und dass es daher gerathen erscheine, bei der Assentierung der Mannschaft vorsichtiger zuwerke zu gehen; es wird daraufhin beschlossen, dass die Ausschnsssitznngen jeden ersten Montag im Monate (abends 8 Uhr) abzuhalten und dazu die zum Beitritte neu Angemeldeten sowie der Vereinsarzt zur Untersuchung derselben in Gegenwart des Ausschusses einzuladen seien. Bei der Generalversammlung am 23. Mai 1886 wird der Antrag: Mit Rücksicht auf die großen Ansprüche, welche in den letzten Jahren an die Kranken-Unterstützungscasse gestellt wurden, anstatt der seither ans 10 Procent von den Gesammteinnahmen der Feuer-wehrcasse herabgesetzten Beiträge wieder 20 Prveent an den Kranken Unterstützungsfond abzuführen — einstimmig zum Beschlusse erhoben. (Diese Beitragsleistung wurde jedoch später wieder auf 10 Procent herabgesetzt.) Desgleichen wird der Antrag des Herrn Achtschin ans Änderung der Statuten für diesen Fond, dahingehend, dass fernerhin Krankheiten aus unmoralischem Lebenswandel, Trunkenheit, durch Beschädigungen infolge von Schlägereien, vom Genusse einer Unterstützung ans dem Krankenfondc ausschließen sollen, mit großer Majorität angenommen. Anlässlich der Enthüllung des Anastasius Grün-Denkmales theilte der Herr Bürgermeister dem Ausschüsse den Beschluss des Gemeinderathes mit, wonach letzterer bei nllfülliger, durch die Generalversammlung beschlossener Theilnahme der freiwilligen Feuerwehr an diesem Festacte nicht indifferent bleiben werde, infolge welcher Zuschrift die Theilnahme der Feuerwehr bei diesem Feste denn auch unterblieb. Dem gegenüber wurde in der Ansschusssitznng vom 6. Juli 1886 einstimmig beschlossen, an den Herrn Bürgermeister zu berichten, dass der Ausschuss sich entschieden dagegen verwahrt, dass der Gemcinderath gegenüber den Beschlüssen der Generalversammlung eine Einflussnahme ausübe, welche die Mitwirkung der Feuerwehr zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bezwecke. Es wird dementsprechend aber des weiteren beschlossen, dass die Feuerwehr zu keinerlei Feierlichkeiten mehr ausrücken werde, außer zu Feuerwehrfesten oder wenn die hohe Regierung eine Mitwirkung der Feuerwehr durchaus wünsche. Der Theaterbrand am 17. Februar 1867. Der Brand des aus dem Jahre 1765 stammenden, 1846 vollständig umgebauten und im Iahe 1883 anlässlich der Allerhöchsten Anwesenheit Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät Kaiser Franz Josef I. zur 600jährigen Jubelfeier der Zugehörigkeit des Landes Krai» zur Habsburgischen Monarchie gründlich nnd sehr geschmackvoll renovierten landschaftlichen Theaters ans dem Congressplatze — an dessen Stelle heute die Tonhalle der Philharmonischen Gesellschaft sich erhebt — war die traurige Veranlassung, dass unsere freiwillige Feuerwehr ihrer Chronik eines der ruhmreichsten Blätter einfügen konnte, da sie bei außergewöhnlicher Kälte in den Nachtstunden mit dem ganzen Aufgebote der ihr durch Führung und Schulung gebotenen tüchtigen Kräfte und unter Erprobung ihrer trefflichen Schutz-und Abwehrmittel in der That das Außerordentlichste geleistet hat. Der Brand, der wohl schon vor Mitternacht zum Ausbruche gekommen sein dürfte, wurde gegen halb 2 Uhr früh durch drei Kanonenschüsse vom Castellberge signalisiert. Um 1 Uhr machten zwei städtische Sicherheitswachmüuner, Rus und Jzauec, die Runde über den Congressplatz, wobei der erstere einen intensiven Brandgeruch wahrnahm und im nächsten Augenblicke schon Hilferufe des im zweiten Stockwerke wohnenden Theatermeisters Gogola und seiner Familie vernahm. Während nun Jzanec durch das Telephon dem Wächter auf dem Castell den Brand melden ließ und dieser durch Kanonenschüsse die Feuerwehr nnd die Bewohner Laibachs alarmierte, weckte Rus die Bewohner der benachbarten Häuser und leitete die Rettung der bereits in Lebensgefahr schwebenden Familie Gogola. Ein Entkommen über die Treppe herab war ob des dichten nnd heißen Qualmes nicht mehr möglich, deshalb mussten znm Balkon und von da zum zweiten Stockwerke Leitern gesetzt werden, um die Familie Gogola zu retten. Die freiwillige Feuerwehr war aber mit allen ihr zugebote stehenden Löschgeräthen — inclusive der Dampfspritze — sehr rasch auf dem Brandplatz erschienen und hatte die Leitung der Löscharbeiten und die Bergung der im Gebäude verwahrten Mobilien übernommen. Es war dies eine harte Arbeit, die jedoch in zufriedenstellender Weise vollbracht wurde. Obwohl der Junenraum bereits in hellen Flammen brannte, so wurden doch aus der im zweiten Stockwerke gelegenen Wohnung des Theatermeistcrs die Mobilien und auch die im ersten Stocke befindliche Theaterbibliothek vollständig, sowie die im Bühnenraume gelegenen Garderoben znm größten Theile gerettet. Leider war hiebei ein Unfall zu verzeichnen: Jnspicient Schmidt fiel vom ersten Stockwerk auf das Straßenpflaster und wurde in bewusstlosem Zustande in seine Wohnung übertragen; sonst kam, mit Ausnahme kleinerer Brandwunden, ein Unfall unter der Löschmannschaft nicht vor. An die Rettung des Theatergebäudes war schon nach dem wahrgenommenen Fenerausbrnche nicht mehr zu denken. Der Feuerwehrhauptmann Dvberlet traf daher zunächst Vorkehrungen, den Brand zu loealisieren und das drohende Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Häuser der Herren Kästner und Kirbisch zu verhindern. Leider war die Löschaction der Feuerwehr durch die ungünstige, eingezwängte und im Rücken durch den Flusslauf der Laibach begrenzte Lage des Theaters und die große Kälte (—18° Reannmr) ungemein erschwert. Die Dainpfspritze musste jenseits des Laibachslusses — am rechten Ufer — aufgestellt, und die Schläuche mussten zugleich in den Fluss versenkt werden; die Verschraubungen an den Schläuchen mussten mit heißem Wasser begossen werden, um die Eisbildung in den Schläuchen zu verhindern. Mittlerweile hatte das Feuer das ganze Gebäude ergriffen. Unter großem Getöse fiel 4^ Uhr früh der schwere Luster zu Boden; bald darauf stürzte auch das Dach ein, und nun bot sich dem Beschauer ein großartig schauerliches Bild: eine mächtige Feuersäule brach aus dem Feuerherde hervor und beleuchtete in unheimlicher Weise den Congressplatz sowie die nahegelegenen Kirchen und Gebäude; das Castell erglänzte in magischer Beleuchtung und bot einen feenhaften Anblick. Jetzt aber war die Gefahr für die nahegelegenen Qbjecte am größten, insbesondere infolge des herrschenden Nordwestwindes für das nächstanrainende Kastner'sche Haus, in welchem sich auch Dachwohnungen und massenhafte Warenvorräthe befanden. Die Feuerwehr schleuderte riesige Quantitäten Wasser in den Feuerherd, wohl über 9000 Eimer wurden im Laufe der Löscharbeiten auf das brennende Theatergebäude geworfen, allein erst gegen 8 Uhr morgens gelang es, die Flammen zu ersticken. Ans den angehäuften Trümmern aber züngelten noch im Laufe des Tages bald da bald dort Flammen empor nnd mussten von der Feuerwehr wieder gedämpft werden. Erst um 8 Uhr abends, nach mehr als 18ständiger harter Arbeit, war das Brandobjeet vollständig geschwärzt nnd konnte die Feuerwehr mit Nücklassnug einer Wache (nebst einer Abprotzspritze und Schiebeleiter) einrücken. Die ganze nächste Nacht und den darauf folgenden Tag hindurch musste eine Feuerwache beim Braudobjecte verbleiben und theilweise auch in Thätigkeit treten. Die Thätigkeit der freiwilligen Feuerwehr fand ungetheiltes Lob, und es ist in der That nur ihrem umsichtigen Eingreifen zu verdanken, dass ein noch größeres Unglück von der Stadt abgewendet wurde. Hauptmann Dvberlet leitete die Actio» mit jener Ruhe und Kaltblütigkeit, die allein in solchen kritischen Momenten den Erfolg verbürgen; wacker unterstützten ihn die Zugscvmmandanten Albin Achtschin, Franz Schautet und Heinrich Gallö, sowie auch die gesummte Löschmannschaft mit bewundernswerter Ans- Opferung ihre Aufgabe erfüllte; auch darf der ausgiebigen Unterstützung seitens des k. und k. Militärs nicht vergessen werden, sonne dass der hochwürdige Vereinsseelsorger Professor Gnjesda sich alsbald beim Brande eingefnnden hatte, um bei einem eventuellen größeren Unglücksfalle schleunig geistliche Hilfe zn leisten. Infolge der hervorragenden Bethätigung der freiwilligen Feuerwehr bei diesem großen Brande und in Anerkennung derselben wies der hohe krainische Landesausschuss unserem Institute 382 fl. 33 kr. bei der Landescasse mit folgender Zuschrift an: Die Landescasse wird angewiesen, an den Laibacher Stadtmagistrat gegen Amtsqnittnng die in dein Rapporte der hiesigen freiwilligen Feuerwehr vom 28. v. M. spccificierten Kosten im Betrage von 182 ft. 33 kr. anlässlich des Brandes des landschaftlicheil Theaters am 17. v. M. und außerdem in verdienter Anerkennung des erfolgreichen Eingreifens der pflichttreuen Mannschaft der gedachten Körperschaft, wodurch der Weitcrverbreitung des Feuers auf die Nachbarhäuser Einhalt gethan wurde, einen Beitrag für den Feilerwehrfond von 200 fl., daher im ganzen 382 fl. 33 kr. (Dreihundert achtzig zwei Gulden 33 kr.) für die freiwillige Feuerwehr ans dem Theater-sonde auszubezahlen. Laibach am 20. März 1887. Vom krainischen Landesa»ssch»ssc. In der Generalversammlung vom 22. Mai 1887 weist Hauptmann Doberlet darauf hin, dass sich die freiwilligen Feuerwehren im Lande Krain im abgelaufenen Jahre in erfreulicher Weise vermehrt haben, so dass bis jetzt schon 48 freiwillige lind drei Fabriksfeuerwehren im Lande bestehen, und zwar mit der Gesammt-zahl von 2053 Feuerwehrmännern. Mit Rücksicht auf diese große Zahl sei es nun an der Zeit, einen Landesverband zu gründen, dessen Nothwendigkeit allseits anerkannt werde, und er hoffe, diese Angelegenheit sobald als möglich in Angriff nehmen zu können. Am 12. Mai hatte die Laibacher freiwillige Feuerwehr sich in gleichfalls hervorragender Weise bei dem Brande der k. u. k. Pulverfabrik in Stein bethätigt und erhielt dafür die beiden nachstehenden Dank- und Anerkennungsschreiben: An das löbliche Commando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Die gefertigte Stadtgcmeinde sieht sich angenehm verpflichtet, der wohldortigen Feuerwehr für das anlässlich des gestern in der hiesigen k. k. Pulverfabrik ansgebrochenen Brandes erfolgte so schnelle Erscheinen am Brandplatze, daim für die ergiebige ausdauernde und erfolgreiche Hilfe beim Löschen des Brandes, den wärmsten Dank hiemit ans-zusprechen. Stein, 12. Mai 1887. Der Bürgermeister: Fischer. An den wohlgcborenen Herrn Franz Doberlet, Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Ich gebe Euer Wohlgeboren hiemit bekannt, dass ich im Wege des k. k. III. Corpscommandos in Graz ersucht worden bin, der freiwilligen Feuerwehr in Laibach für ihre anerkennenswerten Leistungen anlässlich des Brandes in der k. k. Pulverfabrik Stein (am 11. Mai l. I.) den Dank des k. k. Reichs-Kriegsministerinms anszusprcchen. Es gereicht mir zur besonderen Befriedigung, bei diesem Anlasse auch meinerseits der vollen Anerkennung für die erfolgreiche Mitwirkung der Laibacher Feuerwehr bei den Löscharbciten am 11. Mai d. I. Ausdruck geben zu können. Laibach am ö. Juli 1887. Der k. k. Landespräsident: Winkler. Der 6. Mai des Jahres 1888 war der Tag der Gründung des krainischcn Landes-Fcnerwehrvcrlmndes. Hauptmann Doberlet hatte sich nicht getäuscht, indem er die Angelegenheit dieser Gründung im Interesse der Humanität und Nächstenliebe unentwegt gefördert; die Vertreter von 20 Feuerwehren erschienen auf dem ersten Gcsammt-Feucrwehrtage, genehmigten die voni Gründnngsausschusse verfassten Statuten und wählten den ersten Verbandsausschuss. Derselbe bestand aus folgenden Herren: Franz Doberlet, Obmann, seit 12. August 1894 Ehrenmitglied des Verbandes; Karl Rüting, Obmann-Stellvertreter; Karl Hinterle ch n er, Schriftführer; Albin C. A ch tschin, Eassier, sämmtliche in Laibach; Karl Jäger in Krainbnrg, Josef Mo ein k in Stein, Adolf Gustin in Nudolfswcrt, Georg Adlesiö in St. Martin bei Littai, Franz Jur ca in Grvß-Otok bei Adelsberg und Josef Verbic in Franzdorf, Ausschussmitglieder. Bei diesenl ersten Verbands-Feuerwehrtage hielt kais. Rath und Landesausschnss-Beisitzer Herr I. Mnrnik, seit 20. Juli 1890 Ehrenmitglied des Verbandes, eine bedeutungsvolle Ansprache zu Gunsten des Löschwesens; er sagte unter anderem, dass in Kram nun für das Feuerlöschwesen eine bessere Zukunft anbrechen werde, dass dasselbe ein Factor werden würde, mit welchem zu rechnen sein werde, umsomehr, da sich hier freiwillig Männer zur Arbeit vereinige», getragen von Begeisterung für die Sache. Die Feuerwehrmänner werden sich gegenseitig kennen lernen und aneifern, und jeder Fenerwehrtag wird von Bedeutung sein für das Löschwesen. Auch Bürgermeister Herr Peter Grasselli begrüßte die Vertreter Namens der Stadt mit den besten Wünschen für den Erfolg dieser so nützlichen Einrichtung. Die vorgelegten Statuten wurden von der hohen Landesregierung unterm 5i. September 1888 genehmigt. Im Jahre 1888 noch zählte man hierzulande 46 Feuerwehren, von denen 26 dem Verbände beitraten; heute haben wir bereits 112 Feuerwehren, von denen 91 dem Verbände angehören, 18 außerhalb desselben stehen und 8 Fabriksfenerwehren sind. Es vereinigten sich slovenische und deutsche Feuerwehren zu einem Ganzen mit dem Wahlspruche: -Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!» Der Verband hielt bisher zehn Hauptversammlungen ab, und zwar: die erste in Laibach, die zweite in der alten Stadt Krainburg anlässlich des zehnjährigen Bestandes der dortigen Feuerwehr, die dritte und vierte in Laibach, die fünfte in Stein, wo über 500 Feuerwehrmänner sich einfandcn, um den zehnjährigen Bestand der Steiner Feuerwehr zu feiern; die sechste, siebente und achte wieder in Laibach, die neunte in der Metropole Unterkrains, im freundlichen Rudolfswert, wobei das zwanzigjährige Bestehen der Rudolfswerter Feuerwehr gefeiert wurde; die zehnte Versammlung fand im vorigen Jahre in Laibach statt, ihr schloss sich das Gedenkfest des fünfnndzwanzigjährigen Bestandes der Waitscher Feuerwehr an, und die elfte ist für dieses Jahr in Laibach in Aussicht gestellt. Ein eigenes trefflich abgefasstes Exercier-Reglement, slovenisch und deutsch, für den Verband von Herrn Albin E. Achtschin mit Fachkenntnis und Fleiß zusammengestellt, erschien im Jahre 1894. Am 26. December 1896 beschloss man die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift, des -Oa-siloc, in slovenischer und deutscher Sprache, und erschien die erste Nummer dieser zweckentsprechend gehaltenen Publication am 6. Februar 1897 unter der Redaction des gegenwärtigen Verbands-Schriftführers Herrn Franz Lav. Trost. Gegenwärtig besteht der Ausschuss des krainischen Landes-Feuerwehrverbandes aus den Herren: Franz Dvberlet, Obmann; A. C. Achtschin, Obmann-Stellvertreter und Cassier; Karl Rüting und Ludwig Strizel, in Laibach, Franz 2av. TrvZt, Schriftführer und Redacteur des Fachblattes -llaailoo-, in Brunndorf, Adolf Gustin in Rndvlfswert, Mat- thias Petric in Adelsberg, Franz Papier in Franzdorf, I. C. Jn-vancic in Schischka, Josef Fajdiga in Stein, Ausschussmitglieder. Kehren wir nach dieser ovrausgreifenden Zusammenfassung der bisherigen Entwickelung des krainischen Landes-Feuerwehr-verbandes zur fortlaufenden Chronik der Laibacher freiwilligen Felierwehr zurück. In der Generalversammlung am 10. Juni 1888 gab Hanptmann Doberlet, die Wichtigkeit der freiwilligen Feuerwehren hervorhebend, seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass sich die jüngeren Mitglieder des Bürgerstandes noch immer von unserem hnmanitüren Institute ferne halten. Er forderte die Kameraden auf, treu auszuharren, lind sprach seine Hoffnung dahin ans, dass sich der erwähnte Übelstand zum Vortheile der Feuerwehr beheben lverdc. Bei der Generalversammlung am 26. Mai 1889 wurde dem Vereinsseelsorger Herrn Professor Joh. Nep. Gnjesda sowie allen Wohlthätern der Feuerwehr für ihr warmes Interesse, der Dank der Versammlung ausgesprochen; Herr Rüting macht die Mittheilung, dass die freiwillige Feuerwehr in Klagenfurt, — welche im Juni desselben Jahres ihr fünfnndzwanzigjähriges Gründungsfest feiere, — unseren Hanptmann Herrn Doberlet zu ihrem Ehrenmitglied e ernannt habe, welche Mittheilung mit großer Freude aufgenommen wurde; es wurde über Antrag des Herrn Rüting beschlossen, der freiwilligen Feuerwehr in Klagenfurt für diese Ernennung, durch welche sich auch die Laibacher Feuerwehr als solche sehr geehrt fühle, den gebürenden Dank zu übermitteln. Die Generalversammlung am 13. Juli 1890 gestaltete sich zu einer besonders feierlichen und erhebenden durch den Rückblick, den Hanptmann Doberlet dem nun beendeten zwanzigjährigen segensreichen Wirken unseres hnmanitüren Institutes in beredten Worten widmete. Derselbe hob namentlich hervor, die Laibacher freiwillige Feuerwehr habe das besondere Glück zu verzeichnen, dass sie in den 20 Jahren ihrer von Erfolg gekrönten Thätigkeit nie einen wie immer gearteten Unfall zu beklagen hatte, und bei den vielen Bränden nie ein weiteres Object vom Feuer ergriffen wurde. Er gedenkt ferner der opfervollen und unermüdlichen Thätigkeit der Herren Albin Achtschin, Franz Schaute! und Karl Rüting und dankt diesen Herren namens der Feuerwehr mit dem Wunsche, dass sie noch lange Zeit so segensreich fortwirken möchten wie bisher. Mit dem gebürenden Danke an den Herrn Bürgermeister verbindet der Herr Hanptmann den Hinweis auf die zu eröffnende Laibacher Wasserleitung, welche für das Feuerlöschwesen von wohlthätigstem Einflüsse sein werde, und richtet an den Herrn Bürgermeister die Bitte, er möge in seinem Wohlwollen für die Feuerwehr dahin wirken, dass dieselbe ein langersehntes neues Depot erhalte. Herr Bürgermeister Grasselli, der Feuerwehr für ihr zwanzigjähriges segensreiches Wirken zum Wohle der Stadt dankend, verspricht, dieselbe auch ferner nach Kräften unterstützen zu wollen. Nun wandte sich der Herr Hauptmann mit Worten des Dankes an Herrn Rüting, übergab demselben im Namen der Feuerwehr für sein langjähriges segensreiches Wirken in derselben ein Ehrenbeil und bemerkte, dass eine gleiche Ehrung dem abwesenden Schriftführer Herrn A. Drelsc zugedacht sei. Herr Rüting dankte in warmen Worten für diese Auszeichnung und versprach, seine bescheidenen Kräfte auch in Zukunft der Feuerwehr widmen zu wollen. 1891 bis 1899. Die Generalversammlung am 24. Mai l8öl eröffnet Hauptmann Herr Doberlet, indem er betont, cs möge die Kameradschaft im Vereine, wie bisher, hochgehalten werde», Liebe zu einander soll der Leitstern der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sein, Kleinigkeiten, welche zum Streite Anlass bieten könnten, wollen die Mitglieder einfach übersehen. Die Dauer der heutigen Versammlung sei kurz bemessen, da es eine kollegiale Pflicht der Laibacher freiwilligen Feuerwehr sei, an dem Gründungsfeste der benachbarten Feuerwehr in Unterschischka thcilzunehmen. Am Schlüsse wird die vom Ausschuss eingebrachte Statutenänderung des Unter-stütznngsfondcs (Berichterstatter Hm Rüting) mit allen gegen 17 Stimmen angenommen. (Von der Mannschaft waren 85 Mitglieder anwesend.) Unterm l7. Juli d. I. richtete das k. n. k. Reichs-Kriegsmini-sterium an den Obmann des krainischen Landes-Fenerwehrverbandes ein Dankschreiben für die Bercitwilligkeitserklärnng zur Formierung einer freiwilligen und unentgeltlichen Kranken-Transpvrtcolonne in dem Wortlaute: An Seine Wohlgeboren Herrn Franz Doberlet, Obmann des krainischen Landes-Fenerwehrverbandes in Laibach. Mit dein Schreiben vom 1. Juli l. I. hat der Vorsitzende des österreichischen Feuerwehr-Ausschusses, Herr Reginald Czermak in Teplitz in Böhmen, die Bereitwilligkeits-Erklärung des Krainischen Landes- Feuerwehrverbandcs in Laibach zur freiwilligen und unentgeltlichen Formierung einer Local-Krankentransport-Cvlvnne im Mobilisierungsfalle anher übermittelt. Das Reichs-Kriegsministerinin sieht sich angenehm veranlasst, Euer Wohlgeboren und dem Brandinspector Herrn C. A. Achtschin für die erfolgreiche Sicherung des Local-KrankentranSportdienstcs in Laibach die Anerkennung und den sonstigen Förderern dieses Samariterdienstes den wärmsten Dank anszusprechcn mit dem Wunsche, nunmehr auch die Praktische Ausbildung dieser Colonne im Heben, Legen, Tragen, Ans- und Abladen, eventuell Ans- und Einwaggonieren Kranker und Verwundeter unter der Anleitung eines Arztes gefälligst im Auge behalten und fördern zu wollen. Wien am 17. Juli 1891. Für den Reichs-Kriegsminister: Hold, FML. In einer außerordentlichen Generalversammlung vom lO. August, in welcher eine Eingabe von 78 Mitgliedern, dahingehend, es mögen die Artikel V und VII der Statuten des Unter-stützungsfondes unverändert bleiben, zur Verhandlung kam, wurde beschlossen, dass es bei den alten Bestimmungen der Statuten zu verbleiben habe. Mitglied Herr Kvnear sprach dem Ausschüsse für sein loyales Entgegenkommen den Dank der Mitglieder ans. Die Verhandlung des Ausschusses am 8. October 1891 betraf namentlich das Prvject des neuen Feuerwehr-Deposito-riums, für welches damals der städtische Steinlagerplatz in der Vegagasse in Frage kam. Für den auszuarbeitenden Plan wurde seitens des Ausschusses ans die Bedachtnahine der Kasernierung eines Theiles der Mannschaft in dem neuen Depositorium besonderer Nachdruck gelegt. In derselben Ansschusssitznng lenkte Hauptmann Doberlet die Aufmerksamkeit auf die «Magirus-Leiter» und sprach den Wunsch ans, es möge, da unsere freiwillige Feuerwehr derzeit nicht imstande sei, dieselbe aus eigenen Mitteln zu beschaffen, gelingen, eine solche auf dem Wege der Sammlung durch außerhalb des Vereines Stehende zu erlangen. Wie wir später sehen werden, bildete sich n«1 ein Bürgereomitö, das mit hingebungsvollstem Eifer die Angelegenheit in die Hand nahm und glücklich zu Ende führte. In derselben Ansschusssitznng (vom 8. October) regte Haupt-mann Doberlet auch schon die Gründung einer freiwilligen Rettungsgesell sch äst für Laibach an, die auch dazu bestimmt wäre, bei Unglücksfällen gemeinsam mit unserer freiwilligen Feuerwehr zu wirken. In der Generalversammlung vvm 29. Mai 1892 gibt der Bürgermeister Herr P. Grasselli der berechtigten Hoffnung Ausdruck, es werde der wärmste Wunsch der freiwilligen Feuerwehr, das Fest ihrer «silbernen Hochzeit» (1895) im eigenen Heime zu feiern, in Erfüllung gehen können, an seiner kräftigsten Unterstützung hiezu werde es sicher nicht fehlen, welche Worte die Versammlung mit dem'lebhaftesten Beifalle begleitete. Nach der, wie immer, einstimmig und unter stürmischen Beifall erfolgten Wiederwahl des Hauptmannes Herrn Doberlet sprach der Herr Bürgermeister den aufrichtigen Wunsch aus, es möge Herrn Doberlet noch viele Jahre gegönnt sein, an der Spitze dieser gemeinnützigen Institution zu wirken. (Lebhafter Beifall.) Hauptmann Herr Doberlet verspricht nach der Angelobung in warmen Worten, zu leisten, was in seinen Kräften steht, bittet aber um allseitige Unterstützung, der Einzelne sei zu schwach; nur «Viribus unitis», nach dem erhabenen Wahlsprnche des Monarchen, werde vieles geschaffen. In der Sitzung des Ausschusses am l 8. Jänner 1893 kommt die Zuschrift des Stadtmagistrates zur Verlesung, durch welche auf den 8 l4 des Erlasses des hohen k. k. Landespräsidiums vvm lli. November 1892, Z. 3305, aufmerksam gemacht wird, nach welchem jeder Feuerwehrmann bei der Theaterwache eine Sicherheitslaterne am Gurte zu tragen habe. Es wird die Anschaffung solcher Laternen beschlossen, auch die vvm Zugseonnnandanten Herrn Albin C. Acht sch in für den Theaterdienst verfasste Instruction nach erlangter Genehmigung seitens der Behörde gutgeheißen. Bei der Generalversammlung am 30. April 1893 berichtet Zugshauptmann Herr Albin C. Achtschin über die vom österreichischen Feuerwehrausschusse bestimmten Chargenabzeichen und zeigt zugleich Musterabzeichen vor. Die Versammlung nimmt den Bericht zur Kenntnis. Unter den vorgetragenen Wünschen befindet sich auch der des Mitgliedes Lapeiner, der Ausschuss möge beim Stadtmagistrate dahin wirken, dass Feuerwehrmänner nach zehnjähriger Dienstzeit in der Laibacher freiwilligen Feuerwehr die Zuständigkeit in der Landeshauptstadt Laibach erreichen sollen. Die schon wiederholt betonte Nothwendigkeit der Anstellung eines Exerciermeisters kam in der Sitzung vom 19. Juni zur Sprache, und es wurde beschlossen, diese Stelle in den Fachblättern auszuschreiben und dieselbe mit einem Jahresgehalte von 600 fl. und einer Activitätszulage von 120 fl. per Jahr zu dotieren. Unterm 23. Jnli 1893 richtet der patriotische Landes-Hilfs-verein an das Commando der freiwilligen Feuerwehr die nach- stehende Danksagung für die beschlossene Beistellung der Sanitäts-inailnschaft im Kriegsfälle: An den geehrten Verein der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. I» der am 21. Juli d. I. stattgefmideiicn Ansschnsssitznng des Landes-Hilfsvcreiues vom Rothen Kreuze für Kram hat der Commandant des geehrten Vereines, Herr Franz Doberlet, erklärt, dass der geehrte Feucrwchrvercin im Kriegsfälle den gcsammtcn Krankentransportdienst in Laibach, d. i. von den Bahnhöfen in die Vereinsanstalten und in das Militärspital sammt dessen Filiale, unentgeltlich übernehmen wird. Nach Znsicherung des Herrn Feuerwehr-Commandanten wird der geehrte Verein dieser HilfSaetion auch zwei Wagen, welche zum Transporte von 30 Mann ausreiche», zur Verfügung stellen. Weiters hat der Herr Commandant des geehrten Vereines bereitwillig erklärt, dass die Leitung des Transportdienstes durch ihn und in seiner Verhinderung durch den Herrn Albin Achtschin besorgt werden wird. Die gefertigte Vcreinsleitnng fühlt sich angenehm verpflichtet, dem geehrten Fenerwehrvereine für die echt patriotische Gesinnung, welche löblichderselbe durch die oben besprochenen Zusagen des Herrn Commandanten bekundet hat, den wärmsten Dank auszudrücken. Laibach, den 23. Juli 1893. Die Vereiusleituiig: Mnrnik. Dr. Kccsbacher. In der Generalversammlung am 20. Mai 1894 spricht der hochwürdige Feuerwehr-Seelsorger, fürstbischöflicher Consistorial-rath Herr Professor Gnjesda sowohl dem Ausschuss als auch der gesammten Mannschaft den Dank aus für das rastlose und segensreiche Wirken zum Wvhle unserer Mitbürger. Herr Doberlet leistet als unter lebhaftem Beifall wiedergewählter Hauptmann dem Bürgermeister-Stellvertreter Herrn Magistratsrath Vvneina die Angelobung. Schließlich wurde über Antrag des Hauptmannes der Sparcasse-Präsident Herr Banquier Josef Luckmann mit Rücksicht auf die großen Verdienste, welche sich die krainische Sparcasse und deren allverehrter Präsident bei jedem sich bietenden Anlasse durch werk-thütige Forderung der Interessen der Laibacher freiwilligen Feuerwehr erworben, einstimmig und mit großem Beifalle zum Ehrenmitglied ernannt. Der zum Exerciermeister ernannte Herr Johann Dax aus Pressbnrg wird dem Ausschüsse vom Herrn Hauptmann in der Ausschusssitznng am 4. September vorgestellt, dankt für die An stellung und bittet um die Unterstützung des Ausschusses. Bei dem am 26. September 11 Uhr nachts in Jlovca Nr. 43 stattgehabten Brande verunglückten die Feuerwehrmänner Johann Jndosf und Franz LipuZ infolge eines Gewölbeinsturzes; Johann Jndoff erlag der Verletzung am 28. September und wurde am 30. unter großer Betheiligung aller Stände und der freiwilligen Feuerwehren von Laibach und Schischka sowie der Feuerwehr von Stein und jener der k. k. Tabak-Hauptfabrik in Laibach zu Grabe getragen. Eine für die Hinterbliebenen Jndosfs veranstaltete Sammlung ergab bis 12. October die Hauptsumme von 1077 fl., worunter der Beitrag der krainischen Sparkasse mit 200 fl., die Sammlung durch die «Laibacher Zeitung» mit 133 fl., das Ergebnis aus den Vorstellungen im Circus Henry mit 139 fl. 54 kr., die Sammlung durch den Zugshauptmann Herrn Schaute! mit 308 fl. Herr Doberlet spricht in der Sitzung des Ausschusses am 12. October allen edel-müthigen Spendern den Dank aus, und es wird beschlossen, für die Kinder des verstorbenen Jndoff 900 fl. in der krainischen Sparcasse fruchtbringend anzulegen und den Rest von 177 fl. bis ans weiteres für Frau Jndoff zur Verfügung zu halten; die Zinsen vom Capital ihr jedoch als Erziehungsbeitrag für die Kinder jährlich auszufolgen. Seitens der freiwilligen Feuerwehr selbst war schon in der Sitzung vom 1. October beschlossen worden, ans dem Kranken-Unterstütznngs-fonde das übliche Krankengeld für 13 Wochen im Betrage von 9l fl. zur Unterstützung der Hinterbliebenen zu verwenden. In der Sitzung vom 21. November wird beschlossen, dass sich eine Abordnung zum Herrn Bürgermeister begebe, um ihn zu veranlassen, dass er, seinem Versprechen gemäß, beim Gemeinderathe die nöthigen Schritte zur Erbauung eines neuen Fcuerwehrdepvts thue. Über Antrag des Herrn Acht sch in wird der Vereinsarzt, Herr Finz, ersucht, den Chargen Vortrüge über die ersten Hilfeleistungen bei Unfällen zu halten. In der Sitzung vom 15. März 1895 theilt Hauptmann Doberlet mit, dass er die für die Hinterbliebenen Jndosfs gesammelten Gelder, im Betrage von 1077 fl., dem Vormunde der Jndoff'schen Kinder Herrn Josef Strehar, Fleischhauer in Laibach, gegen Bestätigung übergeben habe, was zur Kenntnis genommen wird. Nachdem am 1. April — dem Vorabende des Namenstages Hanptmann Franz Doberlets — die fünfnndzwanzigjährige Thätigkeit desselben als Commandant unserer freiwilligen Feuerwehr in herzlicher Weise durch eine Gratnlativnsdepntativn und Übergabe eines photographischen Tableau der Mitglieder, durch ein Stündchen der Feuerwehrhornistcn und durch eine solenne Festkncipe im Casino- Glassalone gefeiert worden war, sollte wenige Tage später auch unsere humanitäre Institution von dein entsetzlichen Ereignisse der Erdbebenkatastrophe auf eine harte Probe gestellt werden, die sie jedoch in glänzender Weise bestanden hat, dank der ausgezeichneten Haltung der Gesammtheit und jedes Einzelnen. Das Erdbeben irr der Osterirachl 1995. Die in der Chronik des Landes Krain und ganz besonders der Landeshauptstadt Laibach viele Blätter füllende Aufzeichnung der unheilvollen Erdbebenkatastrophe der Ostcrnacht 1895 mit ihren Monate durch währenden schaudervollen Mahnungen und ihren auf Jahrzehnte hinaus wirkenden, in das wirtschaftliche Leben tiefst einschneidenden Folgen, sie bildet auch in der Sonderchronik unserer freiwilligen Feuerwehr eine hervorragende Abtheilung. An der durch das entsetzliche Ereignis bedingten, dank der Energie und dem zielbewussten Vorgehen Sr. Excellenz des Herrn k. k. Landesprüsidenten für Krain Victor Baron Hein — unseres allverehrten Ehrenmitgliedes — rasch und voll Umsicht eingeleiteten Hilfsactivn betheiligte sich denn auch im Sinne ihrer allgemein humanitären Tendenz die Laibacher freiwillige Feuerwehr durch opferwilligste Hingebung an die hier gegebene Erfüllung ihres schönen, herrlichen Berufes. Nicht allein, dass die Mitglieder unseres Institutes sofort nach Eintritt der Katastrophe zur Stelle waren und die nöthigen ersten Sichcrungsarbeiten durch Bergung gefährdeter Bewohner, durch Abtragung den Absturz drohender Kamine und Freimachung der Dächer von den losgelösten Ziegeln mit Aufwand aller Kräfte und unter steter Lebensgefahr in gelungener Weise vornahmen, so blieben dann auch durch Wochen und Wochen die permanenten Feuerwachen in eigener Baracke zu allen Diensten bereit auf dem gui vivo und hatten, wie die Braudstatistik nachweist, auch wiederholt Anlass zur Bethätigung bei ausgebrochenen Bränden. Es leisteten ferner die Mitglieder, namentlich bei dem für den ärmsten und bedürftigsten Theil der Bevölkerung so segensreichen Werke der öffentlichen Bespeisuug durch das von Ihrer Excellenz der hochverehrten Gemahlin des Herrn k. k. Landespräsidenten Fra» Olga Baronin Hein, geb. Gräfin Apraxin, geleitete Damen-comite, sowie der öffentlichen Speiscuvertheiltung seitens der Wiener freiwilligen Rettungsgesellschast und der durch die krainische Sparcasse ermöglichten Massenbespeisung in der Laibacher Studenten- und Volksküche, die dringend nöthige und hocherwünschte Theilnahme in Aufrechterhaltung der Ordnung, wie nicht minder durch handreichende Dienste bei Verabreichung der Speisen. Die freiwillige Feuerwehr war auch seitens des die ganze Hilfsaction leitenden Herrn k k. Landespräsidentcn in auszeichnender Weise mit der Aufgabe betraut, alles, was an Victnalienspenden für die bedrängte Bevölkerung von auswärts auf den Laibacher Bahnhöfen einlangte, gegen an das Feuerwehr-Commando gerichtete Avisos zu übernehmen, zu bestätigen und dann competenten Ortes abzuliefern. An Details der Hilfeleistungen durch die Mitglieder unserer freiwilligen Feuerwehr mag aber besonders hervorgehoben sein, dass wenige Minuten nach dem Eintritte der die Stadt mit Schrecken erfüllenden Katastrophe — die bekanntlich mit dem ersten starken Stoße um l l Uhr l 5 Minuten nachts begann, — dass schon um l l Uhr 5)0 Minuten durch die wackere Mannschaft unserer Feuerwehr sieben Frauen und drei Männer mittelst Hakenleitern aus ihren Wohnungen gerettet wurden, und gleich im ersten Berichte der «Laibacher Zeitung» vom lO. April wurde die rastlose, umsichtige Thätigkeit und das besonnene Eingreifen, wie des k. und k. Militärs auch das unserer freiwilligen Feuerwehr wie nicht minder der städtischen Sicherheitswache, hervorgehoben, welchem Vorgehen es zu danken ist, dass im Vergleiche zu den großen Schrecknissen der Nacht relativ wenig Verletzungen von Menschen und Thieren zu beklagen waren. In der Zeit vom ltt. April bis l7. Mai hat die Steiger-abtheilung unter dem Connnandv des Zugshauptmannes Albin C. Acht sch in und des Exerciermeisters Johann Dax 95 schadhafte Kamine in der Stadt abgetragen. Bei den öffentlichen Bespeisungen intervenierte Hanptmann Doberlet in Führung der durch den herrschenden Andrang der Speiseheischenden nöthigen geregelten Aufsicht durch Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr; er wurde infolge seiner um die praktische und rasche Speisenvertheilung gesammelten Verdienste von der Wiener freiwilligen Rettnngsgesellschaft, die außer ihrem Chefarzte Dr. Charas und anderen Hilfskräften auch den Cassier Herrn kais. Rath Florian Hostnig, einen gebürtigen Krainer, sofort nach Laibach entsendet hatte, zum Ehrenmitgliede ernannt. Bei der Speisenvertheilung hatte sich auch Zngshauptmann Hen Franz Schaute! große Verdienste erworben. Nachdem die Wache unserer freiwilligen Feuerwehr mit einem Hydrantenwagen und Leitern in den ersten Tagen nach der Kata- strophe in einem vom k. u. k. Militär-Stationscommando hilfreich beigestellten Zelte untergebracht war, bezog dieselbe dann die an der Sternallee gegenüber der Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg'schen Buchhandlung eigens für die Feuerwehr erbaute Baracke, wo dann ein vollständiger Permanenzdienst durch verlässliche Mannschaft und unter erprobter Führung (vier Chargen und fünf Mann) organisiert ward; das Commando führten hier durch die Zeit bis zum 8. Juli, an welchem Tage diese Wachfiliale aufgelassen wurde, die Herren Doberlet, Achtschin, Schantel, Strizel, Gerber und Dax. Am 27. April kam Se. Excellenz Minister des Innern Margnis Bacquehem in Begleitung des Vorstandes des Präsidialbureaus Ritter von Fraydenegg zur Besichtigung der durch das Erdbeben angerichteten Schäden in Laibach an. Nach der Besichtigung des Landesgerichtsgebüudes wurde die Volksküche in der Tiruau in Augenschein genommen, wo Baronin Hein an der Spitze der Damen, welche sich an der Leitung betheiligten, den Herrn Minister begrüßte, welcher in liebenswürdigen Worten seiner vollen Anerkennung Ausdruck verlieh und auch den Feuerwehrhauptmann Herrn Doberlet mit einer Ansprache beehrte. Das Fest des Hl. Florian begieng die freiwillige Feuerwehr Sonntag den 5. Mai in würdiger, den dermaligen Verhältnissen entsprechender Weise. Unter dem Commando des Feuerwehrhnupt-mannes Herrn Doberlet wohnte die Mannschaft in der Stärke von 100 Mann in Paradeadjustierung einer Hl. Messe in der Sternallee bei. Nach deren Beendigung hielt der Hauptmauu eine entsprechende, die Katastrophe berührende Ansprache, die er mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, der das erste Trosteswort gesprochen hat, schloss. Hierauf erfolgte die Vertheilung von Spenden an die nothleidenden Mitglieder der Mannschaft in den Depots. Zwei Tage nachher aber, am denkwürdigen 7. Mai, hatte unsere hartbedrängte Stadt nach soviel Leid wieder einen Sonnenblick des Glückes; an diesem Tage erschien nämlich «der erste Retter in der Noth», der allgelicbte Monarch, Sc. k. n. k. Apostolische Majestät Kaiser Franz Josef I. inmitten der getreuen Bewohner der Landeshauptstadt, und wie das beglückende Erscheinen des Kaisers und Herrn alle Herzen mit Freude erfüllte, so hob es zugleich die Zuversicht der Bevölkerung, denn der ritterliche Monarch, nie die Gefahr scheuend, betrat ja den so arg gefährdeten Boden! Das erstemal nach den Tagen der verheerenden Katastrophe herrschte festliches, freudiges Leben und Treibe» in allen Theilen der Stadt. Es schien, als sei einem langen, düstern Tranine mit allen Schrecknissen ein plötzliches glückliches Erwachen gefolgt. Freude und Hoffnung spiegelte sich auf jedem Antlitze. Trotzdem die Gassen, wo sich der Zug bewegte, mit Rücksicht ans die herrschende Situation in der Stadt durch Spaliere abgesperrt waren, fand doch die ganze Bevölkerung Gelegenheit, den Schritten des allgeliebten Monarchen zu folgen, den erhabenen Herrscher zu begrüßen. In allen Gassen wogte hinter den Spalieren die Bevölkerung in freudigster Spannung, mit Sehnsucht die Ankunft des kaiserlichen Herrn erwartend. Auch der Laibacher freiwilligen Feuerwehr wurde die Auszeichnung zutheil, dass Se. Majestät geruhten, den Fenerwehr-hauptmann Herrn Doberlet mit einer Allerhöchsten Ansprache zu beglücken und anerkennende Worte über die -ausgezeichneten Leistungen der freiwilligen Feuerwehr» auszusprechen. Diese auszeichnenden, beglückenden Worte des ersten Förderers alles Humanitären Wirkens, diese Worte Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät glänzen unvergänglich golden in der Chronik unseres humanitären Vereines! Und diesen beglückenden Worten des erhabenen Monarchen folgte der Ausdruck -Allerhöchster Zufriedenheit» für den Commandanten Doberlet, welchen Se. Excellenz der k. k. Landespräsident Baron Hein demselben mit nachstehendem Präsidialschreiben zur Mittheilung brachte. Dasselbe lautet wörtlich: An Seine Wohlgeboren Herrn Fenerwehrhaiiptmann Franz Doberlet, Besitzer des goldenen Verdienstkrenzes mit der Krone re., Laibach. Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 19. Juli d. I. huldvollst zu gestatten geruht, dass Eurer Wohlgeboren die Allerhöchste Zufriedenheit mit Ihrem anlässlich der Erdbebenkatastrophe bethätigten ersprießlichen Wirken bekanntgegeben werde. Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, Eurer Wohlgeboren zu dieser neuerlichen Allerhöchsten Anerkennung aufrichtigst Glück wünschen zu können, und benütze ich diesen Anlass, um Eurer Wohlgeboren für die aufopferungsvolle und nnermüdliche Thätigkeit der unter Ihrer bewährten Leitung stehenden freiwilligen Feuerwehr anlässlich der Erdbebenkatastrophe meinen verbindlichsten Dank anszusprechen. Empfangen Eure Wohlgeboren die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung. ^ ^ ° Laibach am 25. Juli l«95. Landcsprasideiit: Hei». Am 30. Mai gelangte an Herrn Doberlet als Vorsitzenden des krainischen Landes-Feuerwehrverbandcs ein Schreiben Sr. Excellenz des k. und k. Reichs-Kricgsministers in Angelegenheit der Bundes-leitung der österreichischen Gesellschaft vom rothen Kreuze, die sich bekanntlich auch an der Hilfsaetivn für Laibach durch die rasche Beistellung von Baracken für das Barackenspital im Garten des damaligen landschaftlichen Civilspitales an der Wiencrstraße hervorragend betheiligt hatte. Dieses Schreiben lautet: An Seine Hochwohlgeboren den Herrn F. Doberlet, Möbclfabrikant, Besitzer der beiden goldenen Verdienstkreuze mit »nd ohne Krone, Vorsitzender des krain. Landes-Feuerwehrverbandes in Laibach. Aus dem vom Vorsitzenden des ständigen österreichischen Feuerwehr-Ausschusses, Herrn Reginald Czermak in Tcplitz in Böhmen, der Bundesleitung der österreichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuze vorgelegten Schlussbericht über die Local-Krankentransport-Colonnen der Feuerwehren Österreichs hat das Reichs-Kriegsminister!um die erfreulichen Fortschritte in der Consvlidierung dieser Formationen, welche nicht bloß im Mobilisiernngsfalle dem verwundeten und kranken Krieger hilfreich beistehen sollen, sondern auch im Frieden'bei den verschiedensten Nothständen werkthätig einzugreifen berufen sind, mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen. An diesem Erfolge haben Euer Hvchwohl-geboren durch Ihre fördernde Einflussnahme einen wesentlichen Antheil. Das Reichs-Kriegsininisterinm sieht sich angenehm veranlasst, Euer Hochwohlgeboren für die ersprießliche und opferwillige Thätigkeit bei der Bildung und Sicherung dieser Colvnnen, sowie auch den Ihrem Verbände angehörenden freiwilligen Feuerwehren, welche sich an der Bildung solcher Colvnnen betheiligten, für ihre^ patriotische Bereitwilligkeit zum Samariterdicnste den wärmsten Dank ansznsprechen. Wien am 3V. Mai 1895. Kricghammcr. Die am 23. Juni im Magistratssaale abgehaltene Generalversammlung eröffnete Hauptmann Doberlet, indem er seiner Freude Ausdruck gab, dass es ihm vergönnt sei, diese — die fünfundzwanzigste— Generalversammlung zu eröffnen; der Ausschuss habe die Absicht gehabt und sich gefreut, das fünfundzwauzigjährige Bestehen der Laibacher freiwilligen Feuerwehr im Vereine mit der Bürgerschaft festlich zu begehen, doch musste im Hinblick auf die Erdbebenkatastrophe von der Veranstaltung umfassender großer Festlichkeiten abgestanden werden. Hierauf erstattete Schriftführer A. Drelse deu sRecheuschafts-bericht, aus welchem hervorgieng, dass die Laibacher freiwillige Feuerwehr in dem abgelaufenen, in seiner zweiten Hälfte so ereignis- reichen Vereinsjahre bei nenn Bränden thätig war, dass die Mannschaft in 40 Zugs- und Chargen- sowie in einer Hauptübung geschult, dass 211 Wachen mit 1235 Mann beigestellt und zur Besorgung der Geschäfte zwölf Ausschusssitzungen und fünf Dieustes-versammlungen abgehalten wurden. Nachdem eine Anzahl neu aufgenommener Mitglieder die Angelobung geleistet hatte und einige Ersatzwahlen vorgenommen worden waren, beantragte Hauptmann Doberlet mit Hinweis ans die ganze umfassende und fürsvrgende Thätigkeit des Herrn Landespräsidenten Baron Hein bei der Erdbebenkatastrophe und mit Hinweis auf die der Feuerwehr durch denselben bei jedem gebotenen Anlasse zuthcil gewordene Förderung sowie das ihr stets erwiesene Wohlwollen, den Herrn Landespräsidenten als Zeichen ihres Dankes zum Ehrenmitgliede der Feuerwehr zu ernennen. Der Antrag ward mit lebhafter, jubelnder Zustimmung und Hoch- und Zivio-Rufen einstimmig angenommen. Über Antrag Herrn Rütings wurde den österreichischen Feuerwehren für ihre den Laibacher Kameraden gespendeten Unterstützungen anlässlich der Erdbebenkatastrophe einstimmig der Dank ausgesprochen. In der Ansschnsssitzung am 23. Juli wurde über die Ver-theilung der eingelaufenen Hilfsgelder nachstehender Rechenschaftsbericht zum Vortrage gebracht: Von den bis heute eingelaufenen Hilfsgeldern sind für den Verband bestimmt 770 fl. 00 kr., für-deutsche Kameraden 007 fl., für die zuschaden gekommenen Laibacher Kameraden 888 fl. 10 kr. und für die Kameraden der Laibacher Feuerwehr überhaupt 234 fl. Bezüglich des für die Laibacher Kameraden bestimmten Betrages wird beschlossen, das Geld zu Beginn des Winters zur Vertheilung zu bringen. Hinsichtlich des für geschädigte Mitglieder bestimmten Betrages wird aber beschlossen, dass die Zugscommandanten mit dem Herrn Hauptmanne die bezüglichen Erhebungen durchzuführen und dann die Anträge zu stellen haben. Zugshauptmann Albin Achtschin theilt mit, dass die hohe k. k. Landesregierung anlässlich der Katastrophe der Feuerwehr zur Vertheilung an die Mannschaft 500 fl. widmete, weiters zur Deckung der Regiespeseu 300 fl. und nachträglich zu demselben Zwecke gegen gelegte Rechnung 1000 fl. ausfolgte. Die löbliche krainische Sparkasse spendete zur Deckung der Regiespeseu 500 fl. An die bei dem Rettungswerke hervorragend betheiligten Mitglieder wurden 175 fl. als Prämien vertheilt. Die Spende der hohen Regierung wurde an die Mannschaft am 5. Mai vertheilt und der Rest der Regierungsausyilfe für Beistellung von Wachen, für Dienstleistung bei den Nothstaiidskiichcn, bei derSpeisenvcrtheiliing u. s. w. aufgebraucht. Dieser Rechenschaftsbericht ward vom Ausschüsse genehmigend zur Kenntnis genommen. Nachdem die zuversichtliche Stimmung der Bevölkerung sich im Laufe des Sommers immer allgemeiner gefestigt hatte, konnte die Leitung der freiwilligen Feuerwehr doch daran denken, in engeren Grenzen wohl, als ursprünglich geplant gewesen, die Erinnerung an das fünfundzwanzigjährige Bestehen unseres humanitären Institutes in würdiger und zugleich sachlicher Weise zu begehen; dazu bot namentlich auch den Anlass die Widmung der -Magirus-Leiter» seitens der Gemeindevertretung. So lesen wir denn in der «Laibacher Zeitung» vom Freitag den llO. August l895: Am kommenden Sonntag (1. September) feiert die Laibacher freiwillige Feuerwehr ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Auf ein Vierteljahrhundert ausgezeichneten uneigennützigen Wirkens kann der wackere Verein, der sich unter der Leitung seines trefflichen Hauptmannes allgemeiner Anerkennung und Achtung erfreut, zurückblicken Den gegenwärtigen Verhältnissen angemessen, wird das Jubiläum im engeren Kreise der Vereinsangehörigen im stillen begangen und der Öffentlichkeit ein langerwünschtes und dank der Munificenz der Gemeinde endlich erlangtes Geräth— die «Magirus-Leiter», so benannt vom Erzeuger C. D. Magirus in Ulm a. d. Donau — vorgeführt werden, denn jede Bereicherung des Inventars bildet für die wackeren Feuerwehrmänner ein freudiges Ereignis. Das Vorhandensein einer solchen Leiter bildet für die Bewohner oberer Stockwerke und insbesondere von Mansardenwohnungen eine große Beruhigung. Dieselben müssen wissen, dass im Falle eines Brandes die «Magirus-Leiter» als äußerst solides und sicheres Rettungsgeräth alsbald ans den Platz kommt. Sind die Bewohner in dieser Hinsicht genügend unterrichtet, so kann man hoffen, dass im Falle eines Brandes voreilige und unüberlegte Schritte durch Herabspringen re. möglichst vermieden werden, dass die betreffenden Personen die Ruhe viel mehr bewahren und das Eintreffen der Rettnngsleitcr abwarten. Die Rettnngsleiter zeichnet sich durch einfache Constrnctivn, sichere Handhabung, große Steignngsfähigkeit und außerordentliche Tragfähigkeit ans und erfordert geringe Bedienung. Schwer vermisst wurde ihr Vorhandensein bei der Erdbebenkatastrophe, wo die Feuerwehr auf die Hakenleitern beschränkt war. Die Gründungsfeier selbst nahm am genannten Tage — 1. September — in würdiger Weise, begünstigt von schöner Witterung, programmüßig den besten Verlauf. Die Feuerwehr wohnte am Morgen, geführt vom Hauptmanne Herrn Doberlet und den Zugscommandantcn Herren Achtschin, Schantel und Gerber, einem von dem Vereinsseelsorger, hochwürdigen Herrn Prof. Gnjesda, celebrierten Gottesdienst im Dome zu St. Nikolaus bei und nahm sodan» die Erprobung der neuen Magirus-Rettungsleiter auf dem Kaiser Josefsplatze im Beisein zahlreicher Zuseher vor. Das neue Requisit, das, nebenbei bemerkt, beim Brande des Hauses Jakopit in der Amonastraße am 26. September desselben Jahres zum erstenmale in Verwendung kam, bewährte sich schon bei dieser öffentlichen Probevorführung glänzend. Unter den Klängen der neu ins Leben gerufenen Feuerwehrkapelle marschierten, begleitet von einer großen Volksmenge, die wackeren Feuerwehrmänner in Hafners Bierhalle, wo die Fcstkneipe anregend und gemüthlich verlief und wobei es aber auch an feierlichen Momenten nicht fehlte. Ein besonders erhebender Moment war es vor allem, als Hauptmann Doberlet den ersten Toast unter allgemeinem begeisterten Jubel ans Se. Majestät den Kaiser ausbrachte. Freudigste Zustimmung folgte ferner den Trinksprüchen auf Se. Excellenz den Herrn Landespräsidenten Baron Hein und hochdessen Gemahlin. Herr Landespräsident Baron Hein hatte sein Fernbleiben vom Feste schriftlich entschuldigt, da ihm ein lästiges Leiden es unmöglich mache, der freundlichen Einladung zu folgen. Der Herr Landespräsident betonte weiters in seinem Schreiben, er könne es aber nicht unterlassen, den Verein, welcher heute auf eine lange Reihe von Jahren erfolgreicher Thätigkeit und segensvollen Wirkens zurückblicke, und Herrn Doberlet, als den verdienten Hauptmann dieser Feuerwehr, anlässlich des heutigen Festes herzlichst zu beglückwünschen. Möge auch in den kommenden Jahren der Verein kräftig aufblühen und jene allseitige Förderung erhalten, welche seine humanitäre Thätigkeit in jeder Beziehung verdient. Stürmischer Beifall folgte der Verlesung dieses den Verein hochehrenden Schreibens Sr. Excellenz des Herrn Landesprüsidenten. Die folgenden Ansprachen des Landesausschuss-Beisitzers kais. Rathes Herm I. Murnik, des Bürgermeisters Herrn Peter Grasselli, des Herrn Hauptmanns Doberlet waren von zündender Wirkung, und die weiteren Toaste und eine Anzahl eingelangter Glückwunschtelegramme trugen zur Hebung der Stimmung noch wesentlich bei. Anlässlich eines Brandes im Kaiserin Elisabeth-Kinderspitale, bei welchem die freiwillige Feuerwehr nicht nur verspätet, sondern auch nur in geringerer Anzahl erschienen war, wird in der Sitzung des Ausschusses am 27. März 1896 beschlossen, es sei an den Magistrat das Ansuchen zu richten, die infolge des Erdbebens sistierten Alarmschüsse ehemöglichst wieder einzuführen, da sonst die freiwillige Feuerwehr eine Verantwortung für verspätetes Eintreffen bei einem nächsten Brande ablehnen müsste. In der Generalversammlung vom 17. Mai 1 896 wurde bei Vornahme der Neuwahlen des Ausschusses Herr Franz Dvb erlct neuerlich zum Hauptmann gewählt und leistete die Angelobung in die Hände des Bürgermeister-Stellvertreters Herrn Von ein a, welcher die Feuerwehr zur glücklichen Wahl beglückwünschte. In der Ausschnsssitznng vom 26. August wird über Ansuchen der k. k. priv. Südbahn-Gesellschaft, die kurz zuvor ihre Feuer-löschordnnng dem Ausschusse bekanntgegeben hatte, beschlossen, bei eventuellen Eisenbahnnnfällen die freiwillige Hilfeleistung unserer freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Eine nochmalige Unterstützung der hohen k. k. Landesregierung aus dem Erdbeben-Unterstütznngsfvnde im Betrage von 160 fl. wird mit Beschluss der Sitzung vom 19. Februar 1897 dem Kranken-fonde zugewiesen mit der Bestimmung, dass derselbe in außergewöhnlichem Falle zur Verwendung zu kommen habe. In der Generalversammlung vom 30. Mai 1897 legte der verdienstvolle Zugshanptinann Herr Josef Gerber krankheitshalber seine Stelle nieder; derselbe ward mit Rücksicht ans seine langjährigen und hervorragenden Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Beim Feuerwehrtage des krainischen Landes-Fenerwehrverbandes am 8. August nahm die Laibacher freiwillige Feuerwehr eine Hanptübnng am Gebäude der alten Schieß-stütte vor; um 10 Uhr fand die Sitzung des Verbandes im Schießstättesaale statt. Bei der unvergesslich schönen Huldigung, welche die vereinigten Feuerwehrmänner Osten'eichö anlässlich des fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät unseres allgeliebten Kaisers Franz Josef I. in Wien am 7. Mai 1898 darbrachten, war auch der krainische Landes-Feuerwehrverband durch Abordnung des Obmannes Herrn Franz Doberlet und von 65 Mitgliedern der krainischen freiwilligen Feuerwehren vertreten. Wie jeden Vertreter der einzelnen Krvnlands- verbände, geruhte der gütige Monarch in huldreicher Weise auch unseren Hauptmann Herrn Doberlet durch eine allergnädigste Ansprache zu beglücken, wobei Se. Majestät sich um die Verhältnisse des Feuerwehrwesens in Krain zu erkundigen geruhten. In der Generalversammlung am 19. Juni 1898, welcher als Vertreter des Magistrates Bürgermeister-Stellvertreter Herr Magistratsrath Von Lina beiwohnte, erfolgte nach der Angelobung der Mitglieder auf weitere zwei Jahre die Wahl der Funktionäre. Die Herren Doberlet, Achtschin, Schantel, Drelse, Rüting, Stricelj, Pausek und Zirnstein wurden mit Acclamation wiedergewählt; als Vertrauensmänner wurden die Mitglieder Dachs, Bajda und MaliL, als Revisoren die Mitglieder Lenket, Leutgeb und Kalmus gewählt. Schriftführer C. Rüting ersucht die Vertrauensmänner, ihr besonderes Augenmerk darauf zu richten, dass die Unterstützungsgelder der Krankenkasse nicht missbräuchlich in Anspruch genommen werden. Hauptmann Doberlet berührt, im Hinblick auf den angesetzte» österreichischen Fenerwehrtag in Laibach im Jahre 1899, die Schwierigkeiten, die sich der Errichtung eines Feuerw ehr-heims entgegenstellen. Magistratsrath Voneina, nachdem er im Namen der Stadt und des Magistrates der Feuerwehr und ihrem Hauptmanne, deren große Verdienste erwähnend, den Dank ausgesprochen, betont, dass der Magistrat die Wichtigkeit der Errichtung eines Feuerwehrheims wohl anerkenne und sich auch mit dieser Frage befasse. Wenn alle Factoren zusammenwirken, werde es auch möglich sein, dass diese Frage in der kürzesten Zeit ihre ersprießliche Lösung finden werde. In der Ausschusssitznng vom 9. August 1898 wurde über Antrag des Zugshauptmannes Herrn Achtschin einstimmig der Beschluss gefasst, dass die Schntzmannschaft keinem Zuge, sondern der Gesammtfenerwehr zugetheilt wird und keine Chargenabzeichen zu tragen berechtigt ist. Herr Dachs regt die Gründung eines Fondes zur Unterstützung arbeitsunfähig gewordener Feuerwehrmänner an. Anlässlich des fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläums Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät fand als Vorfeier am 2l. August in der Landeshauptstadt Laibach die Fcstversammlnng des krainischen Landes-Fenrrwchrverbandcs statt, die sich, unter Vertretung von 00 Verbandsfeuerwehren, zu einer würdigen loyalen Kundgebung gestaltete. Dieselbe wurde von einer im Dome zu St. Nikolaus vom Vereinsseelsvrger, hvchwürdigen Herrn Professor I. Gnjesda, celebrierten heiligen Messe eingeleitet. Nach dem feierlichen Gottesdienste fand im Saale der alten Schießstätte die Festversaminlnng statt, welche Obmann Herr Dvberlet mit einer patriotischen Ansprache eröffnete und wobei der Verbandsschriftführcr Herr Trost die Festrede hielt, welche mit den schwungvollen Worten schloss: «Wir Feuerwehrmänner geloben feierlich, indem wir eingedenk dessen sind, dass der geliebte Kaiser der größte und beste Förderer der freiwilligen Feuerwehren ist, dass wir immer getreulich unsere freiwillig übernommenen Pflichten erfüllen wollen und zu jeder Stunde zu Hilfe eilen werden, wenn uns die Noth ruft, auch wenn wir Gesundheit und Leben wagen sollten. Blicken wir auf den ritterlichen Helden, unseren erhabenen Kaiser! Es gibt keine Gefahr, die Er nicht im Kriege, bei Feuersbrunst oder Überschwemmung bestanden Hütte; überall gieng Er mit leuchtendem Beispiele voran. Gott erhalte Ihn noch lange rüstig an Seele und Leib; Ihn, der keinen Unterschied zwischen den Nationen kennt; Ihn, der alle seine Unterthanen väterlich liebt; Ihn, den Schützer des Friedens, den Tröster der Unglücklichen und edelsten Förderer alles Guten und Nützlichen!» Die Versammlung stimmte jubelnd mit Begeisterung in das ans Se. Majestät ausgebrachte dreimalige Hoch und Slava ein. Hierauf ergriff kais. Rath Hen' I. Murnik das Wort und sagte unter anderem: «Es freut mich als Vertreter des Landesausschusses, dass ich gegenwärtig sein kann bei der Versammlung des Verbandes, an dessen Wiege ich gestanden bin, denn ich bin überzeugt, dass nur in der Eintracht und im Zusammenhalt ein Gedeihen und Weiterentwickeln möglich ist. Der Landesausschnss wird diese so überaus nützlichen Vereine immer mit Freude unter stützen, und ich hoffe, dass es in Krain bald keine Feuerwehr mehr geben wird, welche nicht dem Verband angehört, denn Eintracht allein verbürgt Macht und Fvrtschritt.» Bürgermeister Herr Johann Hribar begrüßte den Obmann und die Anwesenden im Namen der Stadt und sagte unter anderem: «Es freut mich besonders, beim ersten Theile Ihrer Versammlung anwesend gewesen zu sein, in welchem Sie in so feierlicher Weise unserem geliebten Kaiser Ihre Huldigung darbrachten.» Der Bürgermeister wies schließlich ans den einstimmig gefassten Beschluss des Gemeinderathes hin, oass in der Stadt Laibach ein Feuerwehrheim gebaut werde, in welchem auch der Verband seinen Platz finden wird. (Inzwischen wurde dieses Heim, der «Norckni ävm», auf dein Kaiser Josefplatze erbaut und harrt der vollkommenen Fertigstellung im Laufe des heurigen Sommers.) In der Ausschusssitzung der Laibacher freiwilligen Feuerwehr am 17. Oktober 1898 wurde aus Anlass des fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät die Gründung eines besonderen Unterstützungsfondcs für verunglückte oder arbeitsunfähige Mitglieder beschlossen, die näheren Ansführnngsbestimmungen jedoch einer außerordentlichen Generalversammlung vorbehalten. Nachdem sich unsere freiwillige Feuerwehr an den Lvyalitäts-Tranerknndgebnngen bei dem tieferschütternden Tode Ihrer k. u. k. Apostolischen Majestät unserer allverehrten Kaiserin und Königin Elisabeth, durch die ruchlose Hand eines Meuchelmörders, im Wege einer Deputation der Eommandantschaft bei Sr. Excellenz dem Herrn Landespräsidentcn Baron Hein betheiligt hatte,'nahm dieselbe auch an den Huldigungsaeten der Landeshauptstadt Laibach für Se. Majestät am 2. December, dem Tage der Erinnerungsfeier an den Regierungsantritt des besten der Fürsten, in unverbrüchlicher Hingebung theil. Aus Anlass des Regierungs-Jubiläums Seiner Majestät war zum 2. Deeember die Verleihung des goldenen Berdienstkreuzes an die beiden Zugshauptlente Herren Albin C. Acht sch in und Franz Schantel erfolgt. Für oberwähnte Lohalitätsknndgcbnngen kamen unserer freiwilligen Feuerwehr die nachstehenden Dankschreiben zu: An die löbliche freiwillige Feuerwehr in Laibach. Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 21. November l. I. den von Seiner Excellenz dem Herrn Ministerpräsidenten als Leiter des hohen k. k. Ministeriums des Innern erstatteten allernnterthänigsten Bericht über die zur Feier der Vollendung des fünfzigsten Jahres Allerhöchstihrer Regierung stattgefundenen loyalen Kundgebungen mit Wohlgefallen zur Allerhöchsten Kenntnis zu nehmen geruht. Da in diesem Bericht auch der vom löblichen Vereine der freiwilligen Feuerwehr in Laibach ausgegangenen Loyalitätskundgebung gedacht wurde, theile ich obige Allerhöchste Entschließung dem löblichen Bereine über Erlass Seiner Excellenz des Herrn Ministerpräsidenten vom 24. November l. I., Z. 8799, mit. Laibach am 5. December 1898. Der k. k. Landespräsident: Hei». An das löbliche Coinmando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Über im Allerhöchste» Auftrage Seiner k. n. k. Apostolischen Majestät erfolgte Anordnung Seiner Excellenz des Herrn Ministerpräsidenten gebe ich dem löblichen Evmmandv den Allerhöchsten Dank für die an lässlich des fünfzigjährigen Regierungsjnbilänms unseres allergnädigstcn Kaisers und Herrn dargebrachte loyale Huldigung bekannt. Laibach am 16. December 1898. Der k. k. Landespräsident: Hei». Bei der Dienstesversammlung am 12. December brachte der Vorsitzende die von unserem patriotischen Mitbürger Herrn August Winkler in hochherziger Weise dem Invaliden sond unserer freiwilligen Feuerwehr gemachte Spende eines Spareassebuches mit 500 fl. Einlage zur Kenntnis, welche Mittheilung mit einem Hoch auf den edlen Spender aufgenommen wurde, worauf sofort der Beschluss erfolgte, Herrn Winkler bei der nächsten Generalversammlung zum Ehrenmitgliede zu ernennen. In der Ausschusssitzung vom 11. Jänner 1899 beantragte Schriftführer C. Rüting die Errichtung einer Kaiser-Jubiläums-stiftnng im Betrage von 9000 fl. für alle jene Mitglieder, welche am 2. December 1899 Mitglieder der Laibacher freiwilligen Feuerwehr gewesen sind; aus dem Ertrage dieser Stiftung sollen stiftnngs-gemäß am 2. December bedürftige Mitglieder, frühere Mitglieder der Laibacher freiwilligen Feuerwehr oder Witwen und Waisen von solchen betheilt werden. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Sonach erfolgte die Mittheilung einer Zuschrift von tiefeinschneidender Bedeutung für die fernere Entwickelung der Laibachcr freiwilligen Feuerwehr, der Zuschrift des Gemeinderathes der Stadt Laibach mit dem Verlangen nach Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung zum Zwecke der Beschlussfassung über Einführung der slvvenischen Cvmmandvsprache in der Feuerwehr und mit der weiteren Mittheilung, dass die Bestätigung des Ausschusses durch den Gemeinderath einstweilen in 8U8pvn8o bleibe. An das geehrte Coinmando der freiwilligen Feuerwehr in Laibach. Der Laibacher Gemeinderath hat in seiner am 23. December 1898 stattgefundenen Sitzung über die Zuschrift des geehrte» Commandos vom 30. Oktober 1898 hinsichtlich der am 19. Juni 1898 statt-gefundenen Generalversammlung »nd der vorgenommenen Wahl des Ausschusses berathen. Bei dieser Gelegenheit wurde konstatiert, dass die freiwillige Feuerwehr deutsches Coinmando hat. In Anbetracht des Umstandes, dass sich die Verhältnisse seit dem Jahre 1870, als das deutsche Commando eingeführt wnrde, gänzlich geändert haben, ferner in Anbetracht dessen, dass die freiwillige Feuerwehr im Sinne des 81 der Statuten ihre Thätigkeit im Aufträge und im Namen der Stadtgcmcinde Laibach ausübt, deren Amtssprache nach 8 6 der Geschäftsordnung des Stadtmagistrates slovenisch ist, und schließlich, da die Mehrzahl der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr slovenischer Nationalität ist, hat der Gemcinderath zu rügen, dass die freiwillige Feuerwehr noch immer ein deutsches Commando führt. Unter einem hat der Gemcinderath beschlossen, dass das Commando auf Grund der 88 10 »»d 21 der Statuten der freiwilligen Feuerwehr zu beauftragen sei, in geeignet kurzer Zeit eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, in welcher über das Verlangen des Gemeinderathes betreffs Einführung der slovenischen Commandosprachc Beschluss zu fassen ist. Die Genehmigung des Ausschusses bleibt in suspanso. Hievon wird das geehrte Commando in Kenntnis gesetzt und höflichst aufmerksam gemacht, dass ehestens, spätestens aber im Monate Mürz l. I., die Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr einzuberufen ist. Laibach am 3. Jänner 1898. Der Bürgermeister: I. Hribar. Am 21. Jänner d. I. begab sich Hanptmann Doberlet zum Herrn Bürgermeister und überreichte demselben das nachstehende Memorandum der Commandantschaft: Hochgeehrter Herr Bürgermeister! Die Commandantschaft erachtet eine Bergnicknng der Frage persönlicher Vertrauenswürdigkeit bezüglich vielverdicnter, im freiwilligen Löschdicnst ergrauter Bürger der Stadt mit der nebensächlichen Frage der Commandosprache für ganz und gar unstatthaft und fühlt sich dadurch, dass der löbliche Gemeinderath die Ausschusswahlen nicht bestätigt hat, sondern die Bestätigung solange in snsponso lässt, bis die Feuerwehr der Forderung nach Einführung slovenischen Commandos nachgegeben hat, an ihrer bürgerlichen Ehre gekränkt. Der jetzige Ausschuss wurde im vorigen Jahre einstimmig gewählt und leistete das Gelöbnis neuerlicher zweijähriger Dienstleistung unter den damals bestandenen Verhältnissen. Durch Einführung des slovenischen Commandos würden neue Verhältnisse geschaffen, unter denen die Commandantschaft ihrer übernommenen Verpflichtung nicht zu ent- spreche» vermöchte. Es ist vo» den Herren keiner des Slovcnischen in dem Maße mächtig, nin bei dem Mangel feststehender Ausdrücke der entgegenstehenden Schwierigkeiten Herr zn werden, und könnte das unter Umstände» geradezu verhängnisvoll sein. Die freiwillige Feuerwehr hat, wie es ja oft und oft öffentlich anerkannt worden ist, seit mehr als einem Vierteljahrhnndert ihrer Aufgabe voll entsprochen und wird ihr auch fernerhin entsprechen. Hiebei wird sie naturgemäß den allgemeinen öffentlichen Verhältnissen Rechnung tragen und, wenn es für zweckmäßig erachtet wird, auch das slovenische Cvmmando einführen; aber dieser Vorgang soll sich nach dem Erachten der Commandantschaft aus der Feuerwehr selbst heraus allmählich entwickeln, wie cs dem freiwilligen Charakter derselben entspricht. Zu diesem allein zulässigen Übergange die Hand zu bieten, ist die Commandantschaft bereit, und erachtet sie den Ablauf der jetzigen Wahlperiode hiezu am geeignetsten, das wäre im nächsten Jahre. Dies dürfte sich auch im Hinblick ans den nach unserer Stadt einberufenen allgemeinen österreichischen Fener-wehrtag empfehlen. Die Commandantschaft erwartet vom löblichen Gemeinderathe Würdigung ihres Standpunktes und Ablassnng von seiner Forderung, sowie bedingnngsfrcie Genehmigung der Ansschnsswahlen. Dotiertet. Darauf erwiderte der Herr Bürgermeister mit Zuschrift vom 22. Jänner also: Euer Wohlgcborcn! Sie hatten die Freundlichkeit, mir gestern vormittags persönlich das Memorandum des Vorstandes der freiwilligen Feuerwehr inbetreff des vom Gemeinderathe geäußerten Wunsches auf Einführung des slovenische» Commandos bei diesem Vereine zu überreichen. Da ich bei verschiedenen Anlässen rückhaltslos und anerkennend des aufopfernden und höchst verdienstvolle» Wirkens der jetzigen Vereinslcitnng gedacht habe, so kann ich füglich annehmen, Sie werden meiner Versicherung Glauben schenken, dass ich nichts sehnlicher wünsche, als dass diese Leitung dem Verein erhalten bleiben und im vollkommenen Einverständnisse mit der Stadtgemeinde die Feuerpolizei in Laibach ausüben würde. Da Sie in Ihrer mündlichen Rücksprache mit mir selbst freundlichst zugaben, dass der Wunsch der Stadtgcmeinde Laibach hinsichtlich der Einführung der slovenische» Commandosprache in den thatsächlichen Verhältnissen begründet sei, so erwarte ich, dass die löbliche Leitung selbst de» Weg finden wird, um diesem Wunsche in einer beide Parteien zufriedenstellenden Weise nachzukommen. Die löbliche Leitung hat selber angedeutet, wie die Angelegenheit erledigt werden könnte, indem sie der Anschauung Ausdruck verlieh, dass sie als die zur Einführung der slovenischcn Commandosprache geeignetste Zeit den Zeitpunkt, in welchem die jetzige Wahlzeit ablauft, also den Zeitpunkt ab 19. Juni 1900, betrachte. Um demnach allen weiteren Missverständnissen vorzubeugen, möge die löbliche Leitung der außerordentlichen Generalversammlung, welche sie infolge des erwähnten Wunsches des Gemeinderathes ans den 19. Februar d. I. einberufen hat, den Antrag: die slovenische Commandosprache sei mit 1. Juli 1900 endgiltig einzuführen und inzwischen seien alle dazu erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, zur Annahme anempfehlen. In der Erwartung, dass Sie, hochgeehrter Herr, der Sie sich für die erfolgreiche und friedliche Entwickelung der freiwilligen Feuerwehr so nnabstrcitbarc Verdienste erworben haben, die Richtigkeit der Anschauung, es sei dies der einzig richtige Weg zu einer ferneren erfolgreichen und friedlichen Ausgestaltung des Ihnen so am Herzen liegenden Vereines, erkennen werden, verbleibe ich unter Zusichernng meiner ausgezeichneten Hochachtung Ihr ergebener Laibach, 22. Jänner 1889. - . Jv. Hribar m. p. Von der sodann auf den 30. Jänner 1899 einberufenen Dienstesversammlnng wurde das derart zwischen dein Herrn Bürgermeister und dem Coimnando vereinbarte Übereinkommen einhellig gebilligt. Die vom Gemeinderathe verlangte außerordentliche Generalversammlung wurde am 19. Februar d. I. abgehalten, und nahmen daran 84 Mitglieder theil. Hanptmann Herr Dober! et eröffnete dieselbe mit einem Gruße an die, anlässlich der zugleich angesetzten Decorierung der Zugshauptlente Herren Albin Achtschin und Franz Schantel in Parade erschienenen Feuerwehrmänner, weiters begrüßte er den Bürgermeister Herrn Johann Hribar und stellte den Pvlizcirath Herrn Franz PvdgvrZck vor. Bevor zur Tagesordnung geschritten wurde, warf der Vorsitzende einen Rückblick auf die nun nennund-zwanzigjährige Thätigkeit der Feuerwehr und betonte besonders die Verdienste der beiden Zugshauptlente Albin C. Achtschin und Franz Schantel, welche auch an Allerhöchster Stelle gewürdigt und durch Se. k. u. k. Apostolische Majestät durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes gelohnt wurden; das sei nicht nur für die genannten Herren eine Auszeichnung, sondern es sei eine solche auch für den Verein. Redner beglückwünschte die beiden Herren und forderte zum Schlüsse die Anwesenden auf, dem allergnädigsten Monarchen ein dreifaches Hoch und Slava auszubringen, welcher Aufforderung die Versammlung mit Begeisterung nachkam. Während der Rede hatte Hauptmaun Doberlet den also Ausgezeichneten die Decorativnen an die Brust geheftet. Herr Bürgermeister Hribar drückte sodann seine Freude über die Auszeichnung der genannten beiden verdienstvollen Feuerwehrmitglieder aus, durch welche Auszeichnung nicht nur der Verein, sondern auch die ganze Gemeinde geehrt wurde. Herr Acht sch in dankte für die Glückwünsche; mit dem Kameraden Schantel werde er den schuldigen Dank für die Allerhöchste Auszeichnung an berufener Stelle darbringen. Nach diesem feierlichen Acte schritt inan zur Tagesordnung. Zuerst berichtete der Schriftführer C. Rüting über die Gründung eines Kaiserjubilüums-Jnvalideu- und Unter-stützungsfvudes der Feuerwehr, um, dem Allerhöchsten Wunsche entsprechend, das fünfzigjährige Regiernngsjubilüum des Kaisers durch ein Werk der Wohlthätigkeit zu feiern. Unser Mitbürger Herr August Winkler spendete zu Gunsten altgedienter und erwerbsunfähig gewordener Feuerwehrmänner die Summe von 1000 Kronen, demselben Zwecke wurden aus dem Ertrage der legten Christbaum-feier 200 Kronen gewidmet, so dass 1200 Kronen als Grundstock für den zu errichtenden Fond vorhanden seien. Die Gründung desselben wurde sodann einstimmig zum Beschluss erhoben. Nun gelangte die Forderung des Gemeindernthes auf Einführung der slvvcnischcn Commandvsprache bei unserer freiwilligen Feuerwehr zur Verhandlung. Derstellvertreteude Verbauds-schriftführer Herr Trost verlas die bezügliche Zuschrift, in welcher zugleich auch eröffnet wird, dass die Genehmigung der letzten Ausschusswahlen — vom Jahre 1808 — bis nach Erledigung des g cm e i n d c r ä th li ch en Begehrens in 8U8PNN80 belassen werde, und bringt weiters das von der Eommandantschaft mit dem Bürgermeister in dieser Angelegenheit getroffene und von der letzten Dienstesversammlung einhellig gutgeheißene Übereinkommen zur Kenntnis der Versammlung. Nach diesem Übereinkommen sollten die nothwendigen Vorkehrungen nach und nach derart getroffen werden, dass mit l.Juli des Jahres 1900 das slovenische Commando endgiltig und durchgeheuds eingeführt werde. Gegen diese Abmachung »ahmen jedoch jetzt plötzlich mehrere Mitglieder Stellung und verlangten, trotzdem der Herr Bürgermeister die Vereinbarung zur Annahme empfahl, die Einführung des slovenischen Evmmandvs schon hente. Auch der Vermittlnngsantrag des Zugshauptmannes Herrn Achtschin, welchem zufolge das slvvenische sogenannte Straßen-eommandv bis zur Eröffnung des Feuerwehrheims einzuführen sei und dann vom l. Juli 1900 ab das Slvvenische als Dienstsprache zu gelten habe, fand keine günstige Aufnahme, es ward vielmehr der Antrag ans sofortige allgemeine Einführung der slovenischen Cvmmandvsprache mit großer Mehrheit angenommen. — Hierauf wurde die Generalversammlung geschlossen. In der Ausschnsüsitznng vom 23. Februar kam zur Mittheilung, dass der Advveat Herr Dr. Hndnik den Betrag von l00 fl. für den Jubilänins-Jnvalidenfvnd gewidmet habe; cs wird der Dank für diese Spende ausgesprochen. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung wird vom Ausschuss ans den 7. Mai, 9 Uhr vormittags, angesetzt. Zur Festsetzung der Tagesordnung ergreift Hanptmann Dvberlet das Wort zu einer längeren Darlegung, an deren Schlüsse derselbe erklärt, dass er seine Stelle als Hauptmann niederlege, da er bei der letzten außerordentlichen Generalversammlung, bei welcher die Mehrheit der Mannschaft plötzlich anders stimmte, als in der kurz vorhergegangenen Dienstesversannnlung, erfahren musste, dass er das Vertrauen der Mannschaft nicht mehr besitze! Herr Doberlet wird dringlich ersucht, seinen Entschluss nochmals reiflich zu überlegen und bis zur ordentlichen Hauptversammlung seine endgiltige Erklärung abzugeben. Der bisherige Schriftführer Rüting legt wegen Unkenntnis der slovenischen Sprache seine Stelle nieder. Unterm 21. April richteten die Zugshauptleute Herren Albin C. Achtschin, Franz Schautet und August Drelse an den Ausschuss nachstehende Austritserklärungen. Dieselben lauten: An den löblichen Ausschuss der Laibacher freiwilligen Feuerwehr. Geehrte Herren! Der auch von der Laibacher freiwilligen Feuerwehr seit ihrer Gründung durch alle langen Jahre her stets unvcrrückt festgehaltene Grund- und Eckstein aller Brudervereine, die es mit ihrer Aufgabe ernst nehmen: lediglich Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr zu dienen, sich niemals von anderen Beweggründen als der opferwilligen Nächstenliebe leiten zu lassen, am allerwenigsten aber politischen oder nationalen Strömungen Einfluss zn gestatten, diese feste Richtschnur wurde in letzter Zeit bei uns leider nicht mehr beachtet. Der Gemeinderath unserer Stadt fand es für gut, den vom Vertrauen ihrer Kameraden au die Spitze der Feuerwehr berufeueu Männern die Genehmigung vorzuenthalten, um so einen Druck auf die Mannschaft auszuüben, damit sie sich willfährig zeige, ihren rein menschenfreundlichen, internationalen Zweck vergessend, einseitig nationalen Parteiungen zn dienen. Er scheute sich nicht, Männern Schmach anzuthun, die seit fast einem Mcnschenalter ihre ganze Kraft freudig und selbstlos zum Besten ihrer Mitbürger einsetzten und sich dadurch den Dank nicht nur aller Unbefangenen errungen haben, sondern dafür selbst durch des Kaisers Anerkennung wiederholt ausgezeichnet worden sind. So wurde die Manneszucht untergraben und unser Verein auf eine schiefe, unhaltbare Bahn gedrängt, auf einen Boden, der auf sein innerstes Wesen zersetzend einwirken muss; unlautere Einflüsse von der denkbar unberufensten Seite suchen und erlangen mit verwerflichen Mitteln allerlei Art Einfluss bei den Mitgliedern. Unter solchen Umständen finden die Unterzeichneten fürder keine Gewähr für ein gedeihliches Wirken in der Feuerwehr; sie sehen sich zu ihrem tiefen Bedauern veranlasst, ihre Ehrcnstellen niederzulegen, und sind gezwungen, aus dem Vereine, den sie mitgründen halfen, nun nach mehr denn ncunnndzwanzigjähriger Dienstzeit zn scheiden. Den geehrten Herren des Ausschusses und allen treuen Kameraden von Herzen dankbar gesinnt, bitten wir, diesen Entschluss zur Kenntnis zn nehmen und diese unsere Erklärung vollinhaltlich ins heutige Protokoll aufzunehmen. Achtungsvoll Laibach am 21. April 1899. Albin C. Achtschin Franz Schantel Haupt»,an» des I. Zuges. Hauptinan» des II. Zuges. Nachtra g. Der Gefertigte, welcher der Laibachcr freiwilligen Feuerwehr das scchsnndzwanzigstc Jahr als ausübendes Mitglied angehört, wurde in der am 19. Juni 1898 abgehaltenen Generalversammlung zum wieder-holtenmal in den Ausschuss und zum Zngscommandantcn gewählt. Nachdem sich derselbe keiner Dienstesvernachlässigung und noch weniger einer Pflichtverletzung bewusst ist und seine Bestätigung, jetzt nach einem Jahre, vom löblichen Gemeinderath immer noch nicht erfolgt ist, fühlt sich derselbe verpflichtet, sich dem Beschlusse seiner Kameraden, der Herren Albin Achtschin und Franz Schantcl, anzuschließen und seinen Anstritt aus der Laibacher freiwilligen Feuerwehr anzuzeigen. Mit gcbürender Hochachtung Laibach am 21. April 1899. ^ Haup.m",...'^ ui. Schlusswort. Die Laibacher freiwillige Feuerwehr hat sich in den 29 Jahren ihres Bestandes, von 1870 bis heute, dank Führung und tüchtiger Schulung durch ihre Commandantschaft (von welcher die Herren Doberlet, Achtschin, Schantel und Rüting dem Vereine seit dem Tage der Gründung angehören) in erfreulichster Weise entwickelt und allzeit den Wahlspruch: «Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr» treu bewährt und bethätigt. Die Laibacher freiwillige Feuerwehr gelangte durch die Bemühungen ihrer Leitung, durch die Opferwilligkeit der ob ihres eminenten Wohlthätigkeitssinnes bekannten Bewohnerschaft der Stadt Laibach, durch die Subventionen der hohen k. k. Regierung, der Stadtgemeinde, der krainischen Sparkasse und anderer Wohlthäter auf den Stand modernster Einrichtungen im Feuerlöschwesen, indem sie nicht nur in den Besitz eines wohlorganisierten Löschtrains kam, sondern auch mit einer Dampf-Feuerspritze und einer Magirns-Leiter ausgestattet wurde. Der Laibacher freiwilligen Feuerwehr verdankt das Feuerlöschwesen der Stadt Laibach die fachmännisch hochwichtige Einrichtung der Hydranten, gleichwie von der Commandantschaft die Anregung zur Einführung automatischer Feuermelder gegeben wurde. Außer der aus der angehängten Brandstatistik hervorgehenden umfassenden Bethätigung bei 435 Bränden, darunter viele Grvßfeuer und gefährliche Brände sowie der große Theaterbrand 1887, leistete die Laibacher freiwillige Feuerwehr namentlich bei der Erdbebenkatastrophe 1895 momentan ausgiebige Hilfe; sie besorgte durch die Jahre ihres Bestandes die vollständige Theaterwache, betheiligte sich bei einer ansehnlichen Reihe von Festlichkeiten und humanitären Veranstaltungen durch ausgiebige Handlcistnngen, sowie in hervorragender Weise auch zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei Massenansammlungen aus Anlass von Festlichkeiten. Die Laibacher freiwillige Feuerwehr versäumte es nie, bei loyalen Kundgebungen der Bewohnerschaft für Se. k. u. k. Apostolische Majestät unseren allgeliebten Kaiser Franz Josef I. und das Allerhöchste Kaiserhaus ihre» eigenen loyalen Gefühlen hingebungsvollst Ausdruck zu geben. Im Sinne edelster Humanität anch den internen Vereinszwecken nachkommend, hat die Laibacher freiwillige Feuerwehr, zunächst aus ihrer Mitte und dann gefördert durch hochherzige Spenden und Legate, einen eigenen Unterstützungsfvno, welcher, im Jahre >871 mit einem Betrage von 78 fl. 60 kr. beginnend, mit Abschluss des letzten Verwaltungsjahres 1898/99 die ansehnliche Hohe von 12.310 fl. 60 kr. erreicht hat, sowie einen Kaiser-Jubiläumsfond für Invaliden gegründet, und wie sie alljährlich durch Veranstaltung einer gleichfalls seitens der Bevölkerung stets wärmster Förderung sich erfreuenden Christbanmfeier den Vereinsfonden namhafte Zuschüsse zuführte, so erhielt sie durch Veranstaltung dieser schönen Feier und anderer Feste und Unterhaltungen die Mitglieder dem Vereine freundlich und ergeben. Am St. Florianstag aber zur Feier des Patrons, sowie am 1. November zum Gedächtnis an die verstorbenen Mitglieder wohnen unsere freiwilligen Feuerwehrmänner heiligen Messen bei: «Gott zur Ehr.» Eine neue Zeit beginnt nunmehr für unseren Verein; die alten erprobten Führer scheiden, und neue Männer werden an die Spitze unserer freiwilligen Feuerwehr treten. Wir wünschen, dass sie an Opfermnth und Liebe zu ihren Mitbürgern, an regem Eifer und Sachkenntnis ihren Vorgängern gleichen mögen: «Dem Nächsten zur Wehr!» An Fencrwchrtagcn außerhalb Krams betheiligte sich die Laibacher freiwillige Feuerwehr: an dem Gesammt-Feucrwehrtage in Wien — anlässlich des fünfzigjährigen Re-giernngsjubilünms Sr. k. n. k. Apostolischen Majestät, — dann vorher in den Jahren von 1871 bis 1898 an den Fcuerwehrtagen in Abbazia, Agram, Bruck a. M., Brünn, Cilli, Fininc, Graz, Innsbruck, Klagenfnrt, Linz, Salzburg, Sissek, Tarvis, Teplitz (in Böhmen), Tüffer, Villach. Allerhöchste Auszeichnungen. 1880: Allerh. Verleihung des goldenen Verdienstkrenzes an Haupt mann Franz Dob erlet. 1883: Allerh. Verleihung des goldenen Verdienstkrenzes niit der Krone an Hauptmann Franz Dvberlet. 1898: Allerh. Verleihung des goldenen Verdienstkrenzes an die Zngshauptlente Älbin E. Acht sch in und Franz Schautet. Bo» der Feuerwehr verliehene Ehrenzeichen. Einen Ehrenhclm erhielt: 1879: Herr Hnnptmann Franz Dvberlet. Ehrcnbeile erhielten die Herren: >870: Doberlet, Dornig und Schautet, 1877: Achtschin und Schulz, 1880: Heinrich Gallö, 1890: Drelse, Gerber und Rüting, 1894: Stricelj, Zirnstein und Kaveik. Der Fcncrwehransschnss wie er in der Generalversammlung des Jahres 1898 gewählt, aber vom Gemeinderathc i» snspoiiso gelassen worden, besteht ans den Herren: Hauptmann: Franz Doberlet. Zugshanptmänner: Albin C. Achtschin, Franz Schantel und August Drelse. Schriftführer: Carl Rüting. Zngshanptmann-Stellvertreter: Ludwig Stricelj, Vineenz Zirnstein und August Pauset. Vertrauensmänner: Johann Bajda, Leopold MaliL und Johann Dachs. Ehrenmitglieder der Laibachcr freiwilligen Feuerwehr. 1878: Herr Dr. Josef Snppan, Bürgermeister der Stadt Laibach und Gründer der Laibacher freiwilligen Feuerwehr. 1878: » Karl Tavzher, Spender und Erbauer des Steiger- hauses, gest. 10. Jänner 1888. 1880: - Josef Dornig, durch 10 Jahre thätiges Mitglied und Steigerleitmann. 1880: -> Georg Freiberger, langjähriges Ausschussmitglied, gest. 14. Februar 1882. 1880: > Franz Twrdh, Gründer der Kranken-Unterstützungs- casse, gest. 10. Oktober 1891. 1880: » Emerich C. Mayer, 1880: » Johann Janesch, 1880: ' Peter Grasselli, 1880: « Franz Fortuna, gest.2.November 1892, 1880: - Josef Zenari, gest. 20. Februar 1884, Mitglieder des Comites zur Anschasfttng der Dampf-Feuerspritze. 1881: Herr Franz Josse, k. u. k. Oberlieutenant i. R., gest. 10. Februar 1883. 1883: - Anton Laschan Ritter von Moorland, Bürger- meister, gest. 22. Februar 1897. 1889: » Ferdinand Jergitsch, Fenerwehrhauptinann in Klagen- furt, Mitgründer der Laibacher freiwilligen Feuerwehr. 1894: -> Joses L u ck m ann, Präsident der krainischen Sparcasse. 1895: Excellenz Victor Baron Hein, k. k. Landespräsident in Krain. 1897: Herr Josef Gerber, Zugshauptmann der Laibacher freiwilligen Feuerwehr, gest. 13. Oktober 1898. 1899: > August Winkler, Stifter des Jnvalidenfvndes. Mannschaftsstand der Laibacher freiwilligen Feuerwehr vom 31. März 1870 bis 1. April 1899. Der Stand der ausübenden Mitglieder betrug Mann . 878 zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt..................... 18 Summe . . 896 Davon starben: Ehrenmitglieder........................................ 7 ausübende Mitglieder................................56 ausgetreten durch Wechsel des Wohnortes..............................647 ausgeschieden wurden..................................................82 Mannschaftsstand am 1. April 1899 ................................... 93 Ehrenmitglieder am 1. April 1899 .................................... 11 Summe . . 896 Ständige Unterstützungen. Die Laibacher freiwillige Feuerwehr genießt seitens der hohen k. k. Regierung seit dem Jahre 1877 die ihr über wohlwollenden Antrag des k. k. Landespräsidenten Herrn Ritter v. Kallina-Urbanow bewilligte Jahressubvention im Betrage von 50 fl. und seit dem 1. April 1881, über Anregung seitens des Bürgermeisters Herrn P. Grassclli, eine Gemeinde-Subvention jährlicher 800 fl. Spenden der krainischen Sparkasse für die Laibachcr freiwillige Feuerwehr. Im Jahre 1870 1000 fl. . 187l 50 > . 1872 100 > . 1873 200 . . 1874 200 . . 1875 200 . , 1875 200 » . 1876 200 . . 1877 200 . - 1878 400 . . 1879 400 . . 1880 500 . . 1880 für die Dampf-Feuerspritze. . . 1000 . . 1881 500 . » 1882 500 . . 1883 500 . . 1884 500 - . 1885 500 . . 1886 500 . . 1887 500 » . 1888 500 - . 1889 500 . . 1890 500 » . 1891 500 . . 1892 500 > . 1893 500 » . 1894 500 . . 1895 500 . > 1895 anlässlich der Erdbebenkatastrophe 500 » - 1896 500 » . 1897 500 . . 1898 500 » » 1898 für einen Feuerwchrtag . . . . 1000 > 15.150 fl. Außerdem für den Unterstütznngsfond . . 4.000 - 19.150 fl. Legate für die Lailiachcr freiwillige Feuerwehr.* 1875, 14. Mai.: Legat des Herrn Adalbert Urbas . fl. 100 1878, 28. Oktober: Spende des Herrn Franz Joss^ - 200' 1878, 6. November: Legat der Frau Therese Wolf - 25' 1880, 22. November: Legat der Frau Maria Pohl » 50' 1882, 6. December: Legat des Fräuleins Schreiter » 50' 1884, 23. Oktober: Legat des Herrn Matthias Gerber » 50' 1885, 1. Juli: Legat des Herrn Martin Dvlenz . » 50' 1885, 17. Oktober: Legat der Frau Jvsefefine Terpinz » 50' 1886, 6. September: Legat des Herrn Anton Fröhlich » 25 — 1887, 17. September: Legat des Herrn Josef Krisper » 25' 1888, 27. Jänner: Legat des Herrn Karl Tavzher > 30' 1888, 7. September: Legat des Herrn Wilhelm Dol- h off, k. k. Bezirkshauptmann i. R > 200' 1890, 7. Oktober: Legat des Frl. Johanna Schreiter - 100' 1890, 22. November: Legat des Herrn Heinr. Nieman > 50' 1892, 11. Juli: Legat des Herrn Albert Ramm . . » 15' 1894, 23. April: Legat des Herrn Valentin Pessiak » 80' 1894, 30. April: Legat des Herrn Michael Lavrik » 50- 1894, 26. Juni: Legat des Herrn Josef Bernard . » 100— 1894, 30. Angnst: Legat des Hcr-rn Ignaz Traun » 500' 1898, 3. Oktober: Legat des k. u. k. Hanptmanns Herrn Anton Jurkovik » 114'66 fl. 1864 66 * Legate, welche dem Uiiterstützungsfonde geividiuet wurden, erscheinen hier nicht verzeichnet. Der IlnierlMungsfond der Kindlicher freiwilligen Feuerwehr 1871 dis 1899. rr ^ rr :s «- ßZ? -Z 4? ooc>--l<22l^coooi^-,'^)co20'^-i»'^22'^220 70 22 22 2222cooiol0 eO20-^»coescooolOl22.cocooi^^-icOl.^--^cO'^'—socoesO'-'OlOOes c0^-«c020207j ! >!>>!>>>>!!>>! I I I ! ! I r^ ^ 20 20 20 O c I I 20 OI -r c I I co »co es es c-- c >>>>!>!>! o »0 o oo »co ,-i Ol »co co es ! > ZZSZ >> ?Z >!!>>! > l'-0l20Oic00l»c0l>-22c0'-«O''- I >020,.OOOOOOI20 I i I l I I »co 22 I Ol »co es »co Ol »co I »co , es 1 co 72 , 02 0 . eLl^20c^2vl.^esco jOI>^20l<7020> 22 22OI ^ »10 <70 !o2v8 I I ! > ,-1 »co O Ol Ol ^ o Ol so o ^ 8 Ol 22 es «L- I I o I o o I ! I cooo I oo > OOO I -sooco-so I I »10 I es »>0 I Il>'OiIl^r^oi>20»coI'—oi»co>Ol^-ieO»co 0 0 2 »10 co Z s 20 co 20 2O Ol Ol 22 ,co »co »co es »co 22 l^ »co Ol »co —<»-o»oeS'-'corO'—"^coe-0200e-022e- ^ .. ______^_____________ ^'Ol.-ocO'-coes»coes<7ÖOlcs22esl^-^- 20o,cocoOesoi^->2:20 20-t>cO20S0 20coco2222 > o l^. co o, Ol »co »co »co o O co co o c . l>-rOOlcO'->l.^^-'0^-''co^20^ 22 20e >00.00001 > co uo Ol es es c , co es O oi 2220^220-^0c0-lies.<0l>- oi,-'c0l>-220'-'l.^c020»oco »o ^ 22-^< »10 o o Ol »-i 22 »o 20'- o o »co o -o ! ! > ! 22coc-022-?0l?—t- »co - es O .. . ^222vcoOOOOll^esOOi> ^-> »co co 2v »co oi l>- l.^ >>>!>> >!>!>!!!!>!>!>! >>!!!>!>!>!!!> j Ä8ZO§SZj20QZZO>N > > > ' ' > < ' ' ' ' ' ' > ^ Ol OI Ol Ol Ol OI co Ol v-1 Ol Ol OI OI '-' § Ä ^0 »co 22 § o co es »co 20 Ol r^- Ol l>- 22 so es ^-1 »co OI Ol > I8ZK2ZT ! > > es »co 20 i>- 20 es 22 »co i 22 co 20 o I I »-i co I L IL 8 s l^ »co es co 20 22 1 22 Ol 20 22 -S Ol 1 )20»co200l?-eseOe^'^l^l>.'70esr>t>.t^Olco ) --t» Ol > ! ^Olco^»coesn20220'--2022 l>»«^-p-l^l^l'-c^I^-l^202Oc>020''/I.20 20'^cO2v222222222^2222222222 <002020 20cO2020202020202020c020cO20202020 20 222^20 20 20 20 20 20 H3rccnd- vom 1. April 11170 Jorlir Aatttrrill der Wrändo Kroh- Grobfeuer Tachbrände Zimmer I « s.L 'Zs Keller Holzlege und Senkgruben Kamin Waldbrände ^ Harfen und Schupfen Torflager Blind- Alarme iii der Stadt Laibach und den Bororten 1870 2 2 1871 1 i — 1 — — — 1 — — — — 1872 2 2 — — — 1 — 2 — i 1 — — 1873 2 1 — — — — 2 — i — 1 — 1874 2 1 l 1875 6 2 1 2 — — — 4 2 — 1 1 1876 3 5 — 1 — — — 4 — i — — — 1877 5 1 — — — — 6 — 1 1 3 1878 5 1 1 3 — — 1 10 — i — 2 » 1879 8 2 — — — 1 — 3 — i 1 1 4 1880 3 2 6 — 1 1 1 1881 1 1 1 — — 1 — 6 — i — 2 — 1882 3 3 1 — — — — 9 — i — 5 1 1883 4 1 7 — 1 1 1 6 — — — 1 3 1884 3 3 — 1 — 1 1 1 — 3 — 1885 3 2 — I — — — 6 — i — 2 2 1886 1 2 1 — 1 — 6 — — — 1 1887 2 1 — 1 1 — 8 — l — 1 I 1888 2 3 — — — — 4 — i — 1 1 1889 1 2 1 — I — 2 — i 1 — 1890 1 2 1 — 2 1 1 4 1 — 1 1 1891 2 7 — — — — 1 11 — i — 3 — 1892 — 3 2 I — — 2 — — 1 — 1893 2 3 — — — — — 10 — i — — 1 1894 3 — — 1 — — — 5 — i — — 3 1895 3 1 — — 2 1 7 — i 1 3 3 1896 — 4 1 — 2 2 3 11 3 — — — — 1897 1 2 2 — 1 — 5 2 i — 2 I 1898 1 2 3 — 1 — — 5 — i — I 1 1899 3 1 1 3 — — Mummen 72 59 26 13 >2 7 10 151 9 37 5 34 31 Statistik bis 1. Rpril 1699. feuer a»! dem Lande und alliier dem Po mürium der Stadt Laibach 8 8 « «r 2 4 1 6 2 9 2 7 2 4 S 20 3 14 2 16 2 24 4 17 2 13 1 13 2 22 1 22 3 1b ! lb — » 13 1 Ib 1 11 1 9 — 19 2 2b — 11 l 16 — 10 — 19 — 26 — 16 — 14 8 41 43ü Grosisener: in Oberschischka b Objecte, in Rudnik b Objecte, - » Unterschischka 8 Objecte, Gefährlicher Kcllerbrand in Udmat; Grobfener in Dravle 4, in Gleinitz 8 Objecte «nd Li Thiere, Grohfeuer: i» Oberschischka 2S, in Jcschza tS Objecte. Jarsche 5, in Oberlaibach Sv Objecte, Udmat 2, in Unterkaschel 4, in Lippe 2, in Josessthal 2, in Obcr- kaschei 3, in Bischoslack 2 Objecte, Laibach, Polana, 1, in Loitsch >7«, in Jgglack 28 Objecte, Brest 2, in Laibach, Roscngasse, 2, in Waitsch S4