Cillier Zeitnim Zeitschrift für Studt und Land, mit besonderer Rücksicht auf deutsche u»d slavische Interessen. Erscheint jeden DinStag und Freitag Abends — Preis vierteljährig 1 fl. lö kr.; mit Postver- senduug 1 fl. 30 kr. Eonv. Münze. \|*0, 40. Veraiilworll. Redaction: Vineenz P rasch, f. f. Professor. Freiiag am 20. Oci. 1848. Wien 14. Cd. 1848. Das gemüthliche Wie-«er Volk, welches ob seiner allgemein anerkannten Hcrzc»sgütr unerreicht da steht, wird in einige» Pro-vinzial Blättern verkezert, ob einer That, die nur von einigen Wenigen ausgebend von keinem Gebildeten genehmigt werden kann, jedoch ihre natürliche Emstehungsur-sache in dein Opfer, das zur Beute siel, selb st bat. Met-«rrnich, der den Fluch der Volker Österreichs auf sein schuldbeladenes Haupt geladen, die Urquelle alt' des entstandenen Uchv'ilS tntfam ungcfahrdei und, ward der Nemesis seines eigenen Gewissens überlassen, Pillersdorf und seine Vorgänger folgien willig dem vernehmlichen Rufe tcs Volkes: „Herab" und sie verliehen restg-nirt ihren konstitutionellen Ministe»siz. Ist den der prin-cipiellc Saz der Verantwortlichkeit der Minister im kou-stitutionellm Staate ei» leerer Schall und soll das souveraine Volk mit seinen Rechten spiele» lassen? — <£in Ministerium, welches die lauten Mahnungen der Presse überhörte, den Forderungen der Mehrheit des Volkes nicht nachkam und auf eine scheinbare Majorität des Reichstages sich stuzend, uittcr dem Echuze von Kanonen »nd Waffengewalt der geistigen Macht eines Volkes Hob» spricht, konnte nur wieder durch dicGo walt gestürzt werden und ist eS zu verwundern, daß der ausgetretene Strom der Volkswuth denjenigen mit sich fortriß, welcher pochend auf seine militärische Macht, welche er kurzsichtig außerhalb deS Volkes wurzelnd vermeinte, den Veltsvertretcrn kühn die Stirne bot und sich nicht entblödete, einzugestehen er habe den Mann unterstützt, auf dem der gegründete Verdacht haftete, er werde nach Siegen in Ungarn einen Schlag gegen die Freihei: in Wien führen, nachdem er zuvor sein Ehrenwort als Kavalier und General der Kammer gegeben, er werde nie den Croatenhäuptling unterstüzen. Der Schleie? der Jelat-i^'S Pläne schlecht verhüllte, ist nun gefallen und wer feine Correspondenz liest, durch-sieht klar daS Truggewebe. — Der Kriegsminister gab überlegt, ruhig und kalt Befehle, welche den Tod und die Verstümmlung von Hunderten der Staatsbürger — das Unglük derer Familien zur Folge hatte, ist es nicht ganz natürlich daß einige Söhne des Volkes mit hei-ßem Blute den Urheber des Blutbades vernichteten? wenn sie jenen, die sich über daS Volk dünken, ein warnendes Beispiel geben wollten, was eS heiße, v er-antwortlich zu sei», um welchen Preis sie Pläne ausführe» konnte» welche vo» den Unverantwortlichen ausgegangen. Dies Opfer der BolkSjustiz ab-gerechnet hat sich daS Volk wahrhaft groß und hoch^ herzig gezeigt, es kam keine Eigenthumsverlezung vor und Jeder unterordnete sich freudig und in vollem Vertrauen den Anordnungen des hohen Reichstages und des Gemeinderaibes; die Gesammtbevölkerung siebt da wie ein Mann, um für die Freiheit einzustehen, mit ihr zu stehen und zu fallen. Seit den Vorfällen am Stephanspla;, wo »ach genauen Erhebungen blos '20 bis 30 Garden volksfeindlich auftraten, ist kein ähnlicher Hall mehr vorgekommen. Das Gerücht, im Zeug-Hanse habenGarden vereint mit demMilitäre gekämpft, war ein lügenhaftes. — Die meisten Provinzen, welche in Wien mit Recht das edle Herz des Gesammtorganis-mus erbliken, haben ihre Simpathien uud energische Hilfe theils zugesagt, theils erfüllt, so Oberösterreich, Karnthen, Mähren u. s.w. Nur die Ezechen, welche ihr geträumtes Ezechen - und Slavenreich in Trümmer stürzen sehen, bieten alles auf, lasse» alle Minnen sprengen, um entgegen zu arbeite», allein vergebens, diesmal siegt die gute Sache, die deutsche Sache, es siegt daS Volk, eS siegt die wahre Freiheit, die läßt sich nimmer in Ban-den schlage». Drum aus wer da hat ein Herz, daS für die wahre Freiheit glüht, er kämpfe durch das Wort, er kämpfe mit den Waffen, damit er auch Antheil nehme an dem Kampfe für die Freiheit, damit er wüc« dig werde, zu genießen die Ernte, wo die Saat so blutig. ES lebe die Freiheit, Gott stärkt ihre Kämpfer. Weder der Reichstag »och daS Volk hat bisher seine Pflicht gegen den Regenten im geringsten verleyt, — 206 - die foiijiitutionelle demokratische Monarchie ist die Basis die Niemand verlaßt. Dr. ... k. Wien 14. Oktober. Mit steigender Sehnsucht und wachsender Unruhe wird die Ankunft der ungari-schen Armee erwartet, und Jeder frag» den Andern um die Ursache, weshalb sie noch nicht erschienen sei. Denn sobald sie nur sichtbar wird und der Kampf mit den Eraaten begonnen bat, wird die ganze bewaffnete Macht der Stadt und der Vorstädte (gegen 80 bis 100,000 Mann) augenblicklich gleichfalls zum Kampfe schreiten. Die Spannung der Gemüther ist deshalb eine ganz unbeschreibliche. An den Linien, z. B. an der Maria Hilfer - Linie, nach Schönbrunn hinaus, stehen die Vorposten der Eroalen und der städtischen Macht hier und dort nur 20 — 30 Schritte von einander entfernt, sich grimmig beobachtend, und jeden Moment zum Feuern bereit. Ielaiii hat sich mit seinem linken Flügeln an die Höhen des Wiener Waldes gelehnt, und in dieser Richtung sich bis St. Veit binauS auSgedebni; die Dör-' fcr Hieying, Baumgarten, Lainz, Speising, Pensing sind von ihm besetzt und die dortige Nationalgarde entwaffnet worden. Auch nach Fünfhaus und SechSbauS sandte er, die Entwaffnung der Garde verlangend; aber die Fünfdauser gaben ihm zur Antwort: „er möge kommen und sie hohlen." Der gestrige Angriff welchen die Eroalen auf die Marrer-Linie und die Borstadt Erd-berg machten, wurde von 4000 dort stehenden bewaff-neten Arbeitern zurückgeschlagen; eS sielen bei dieser Gelegenheit mehrere Eraaten; auf Seiten der Stadt hatte man zwei schwer Verwundete. Sollen wir über die ganze Bewegung von Je lat'iü und AuöerSperg ein Urtheil auSsprechen und ihr Ziel zu errathen suchen, so scheint eS unS, als wollen beide sich des Donau-UebergangeS, der Eine unterhalb und der Andere oberhalb der Stadt versichern, um im Falle eines unglücklich ausgehenden Kampfes sich über die Donau zu ziehen und mit den Truppen im March-feld und später mit dem Heere des Windifchgrätz sich zu vereinigen. ES darf uns deßhalb nicht wundern, wenn Irtacifc heute oder morgen sich bis Klosterneuburg auS-dehnt und AuerSperg d»n Uebergang über die Donau vorbereitet. Denn eS scheint, als sei eS Plan, ein gro' ßes ArmeecorpS entweder im Marchielde oder bei Brünn zusammenzuziehen, und dann die Operation gegen Wien mit vereinten Kräften zu beginnen. Während solches außerhalb der Stadt vorgeht und zu erwarten steht, werden im Innern die Rüstungen zur Vertheidigung und zum Angriff mit verstärktem Eifer betrieben. Außer dem FreicorpS der Polen, welche schon ihre Posten eingenommen haben, der Italiener und der zahlreichen Steirer, so wie deS FreieorvS unter Führung von Sterns», haben sich heute wiederum zwei neue gebildet: daö eine unter Eommando des I)r. Frank, das zweite unter dem Hauptmann des JuristeneorpS Herrn Wut-schel. Ein ArtilleriecorpS endlich, aus ausgedienten Ar- tilleristen, formirt sich auf der Universität. Man sieht, daß Alle» mit Ernst und Energie betrieben wird. Oe. \L Wien den.l 4. Ort. 1848. Abends 10 Uhr! Heule Früh bin ich glücklich sammt meinen Sa. j bei durch das kroatische Lager nach Wien gefabre»; ein Postkondukteur war mir dabei behülflich. Welche Ordnung und Ruhe hin herrscht, daS können Sie schon daraus schliesst», daß die verschwundenen Reichstag Deputirten größtenthei.'s zurückkehren. Die Beraibungen gehen frei und »»gebindert vor sich. Der heutige Beschluß war die Antwort auf Ielari!: Er babe die e»t waffnele» Dörfer wieder mit Waffe» zu verseht» und i sich unverzüglich »ach Hause zu begeben." Die Ungarn rücken nur a»f Rus des Reichstages vor; dieser wird , aber rufen, wenn Ielarn- nicht abgebt u. gehorcht. ! Windischgräy ist heult in Tllmütz angekommen, er er wird erst i» eittigen Tagen vor Wie» erwartet. Die schändlichen Lügen, welche die Schwarzgelben auSge j sprengt baben, z. B. in Wien würde geplündert, st» Anarchit, k. erweisen sich in ihrem ganzen Lichte dop. pcll schwarz, weil im Gegentheil eine große Strenge und Ordnung herrscht. Der Geist der Wiener ist aus-gezeichnet. Seit 5 Tagen wird in keinem WirthShause gespielt oder gezecht, in den Wachstuben jedoch geht es lustig zu. Fast in seder Nacht plänkeln die Wiener mit den Eroalen, gestern sind sogar bei St. Marr einige Kanonenschüsse gewechselt worden. Dieflüchtigen Beamten werden mit Strengenach Wien zurück gerufen. In Baden wurden gestern Abend, nach dem ich den Brief an Sie schon abgeschickt habe, 200 bewaffnete Arbeiter vorn Mili-tär in Empfang genommen >»nd geknebelt. Die im ge stn'gcn Briefe gemeldeten, längs der Bahn ziehenden Eroalen hallen Befehl, die Bahnhöfe bis zu»» Semme ring zu besehen. Ielanc läßt noch immer in Bade» Rindfleisch requieiren, in Wien ist noch nicht der ge-ringste Mangel an LebenSmitiel, überhaupt »venn man nicht die vielen Wafftn sehe, so »vürde man nichts von einer Belagerung merken. Ich bitte Sie, einen Jeden ernstlich zurecht zu weisen, der sagt: der Reichstag sei nicht vollkommen Beschluß berechtigt, in Wien sei keine gute Oberleitung und kein Gehotsam. (Mesienbauser ist ein tüchtiger Offizier und von einem Generalstab um. geben,) in Wien sei Anarchie oder et>vaS dergleichen. Ich habe selbst croalifche Offiziere gesehen, welche nicht die mindeste Beleidigung erhallen habe». Wien. In der Reichölagssitzung vom l 1. Oel. berichtet noch der Abgeordnete Peitler, daß die Dep» lalion an Se. M. zu Selowitz auf dem kalten Pflaster warten mußte, über wtlcht Beleidigung eines souve ränen Volkes selbst die Garde entrüstet war. Die Schuld trage Graf Lazanzk?. Die Umgebung deS Kai serS sei eine ganz militärische, weßhalb nicht zu wun dern sei, wenn die Ereignisse unrichtig aufgefaßt wür« den. Ein Gesuch um schriftliche Beantwortung der Adresse wurde nicht gewährt. Schufelka berichtet fernerS, 4 daß die Städte Steser in ^berösterreich, Troppau in Schlesien, Neutitschein in Mähren ibre Nationalgarde dem Reichstage zur Rettung der Reüdenz und Wab-rung der VolkSfreibeit zur Verfügung stellen. AuS dem Haurtquarliere Inzervdorf ist folgende Zuschrift, ge-zeichnet von Jelaci«: und Auersperg, an den Reichstag gelangt: „Wir erfahren, daß der bohe Reichstag bei St.' Majestät Schritte zur friedlichen Ausgleichung gethan habe. Wir erachten in diesem Sinne alS erste Bedin-gung, daß die ungarische Armee die österr. Gränze nicht überschreite, sonst ist eine Schlacht unvermeidlich. Wir sind übrigens zur Freigebung der Zufuhr von Le» lenSmitteln unier der Bedingung dereit, wenn man auch uns die freie Verfügung über unsere in den Ka-fernen befindlichen Gegenstände zugesteht." Nun entspinnt sich eine ungemein lebhafte Debatte, an der hauptsächlich Potocki, PillerSdorf, Goldmark, Smreker, die meisten gegen alles Zögern sprechend, Theil nahmen. Frodorowitsch stellt dar, daß der Reichs tag immer gesetzlich und vermittelnd ausgetreten. Latour habe früher erklärt, Ielat-i^'S Armee sei eine fremde. Wav hat zu geschehen, wenn eine Armee auf neutralen Boden kommt? Sie muß die Waffen niederle» gen. DieS fordert daS Völkerrecht, dieS ist überall selbst im Jahre 1330 mit einer ftemden Armee ge-schehen. Jelaöie muß sich entwaffnen. Wir thun un-sere Pflicht. Wo ist daS Ministerium? Wo ist der Kaiser? Nur wir sind nicht von unsern Plätzen gewi-chen, treu unserer Pflicht. Wir haben Alles gethan; man hätte durch einen Federzug Friede machen können, eS ist nicht geschehen. Für daS Blut daS vergossen werden sollte, ist Ielacii: verantwortlich. (Stürmischer Beifall.) Nun wird eine Zuschrift an Ielacii: angenommen, welche zuerst von den vermittelnden Maß-regeln des Reichstages spricht und dann fortfährt: „Die von dem BanuS befohlene Entwaffnung der Dorfschaften, die drückenden Requisitionen, die Verhinderung der freien Passage, die Adsverrung der Zufuhr von LebenSmitteln und die Besetzung der zum Bezirke der Hauptstadt gehörigen Ortschaften stehen mit den wiederholten Friedensversicherungen der beiden Herren Commandanten und mit dem kaiserlichen AuSspruche in so grellem Widerspruche, daß der Reichstag gegen diese Maßregeln als gegen thatsächlich feindselige am'S Entschiedenste protestin. Der Ban stelle daS Nichtüber-schreiten der Gränze durch die Ungarn als erste Be-dmgung des Friedens auf, allein der Reichstag habe die Ungarn nicht herbei gerufen, er kenne kein ande-res FriedenSmittcl, als den Rückzug des BanuS und Zurückgabe der Waffen an die in der Umgebung Wiens entwaffneten Nationalgarden. Werde dieS nicht erfüllt, dann end« seine FriedenSmacht, und eS beginnt die Macht des Verhängnißes der unvermeidlichen Schlacht mit den Ungarn. In der Siyung vom 15. berichtet Zim- mer über die lügenhaften Berichte der Präger Zeitung, als seien Leute mit Gewehren am«. Oet. im Reichs-tage erschienen und hätten auf die Mitglieder de? Rechte angelegt. Die ganze Versammlung wieS diese Berichte mit Verachtung zurück. Nach vorgenommener Zahlung sind außer den abgeschickten Deputationen noch immer 22 l Mitglieder anwesend, somit der Reichstag mehr als beschlußfähig. Minister KrauS g.bt eine telegraphische Depesche aus Olmütz kund, deö Inhaltes, daß der Kaiser mit Vergnügen ersehe, w.e der Reichstag das Geiammtwohl der Völker vor Augen habe; die Bemühungen der Anarchie zu steuern, haben die volle Anerkennung Sr. M. CFr werde alles aufbieten, um die nöthige Ruhe herzustellen und dem Reichstage die Gewährschaft für seine ungestörte Berathung zu verschaffen. Diese Antwort wurde mit ziemlicher Zu-friedenbeit aufgenommen, indem die Anerkennung der Gesetzlichkeit deS Reichstages und die versöhnlichere Sprache beruhigte, während andererseits die Hoffnung wurzelt, eine richtige Anschauung der Sachlage baldigst zu. bezwecken. Der Ausschuß beschließt nun eine vro« visorische DiSeiplinarverfaffung für das MobilcorpS, wornach Verfassung deS Postens, Ungehorsam gegen den Vorgesetzten, Plünderung kriegörechtl.ch behandelt werden. IedeS Mitglied deS MobileneorpS schwört, die Rechte deS Volkes und des konstitutionellen Thro-neö zu wahren, smreker wird in den permanenten Ausschuß gewählt. Der kärntnerische Landtag hat sein volles Vertrauen zum Reichstage ausgedrückt. Leitmeritz, Kom^ inotau, Bieliy und selbst RzeSzow haben ibre Streit-kräfee dem Reichstage zur Verfügung gestellt und den Kampf der Bewohner Wiens für die Freiheit dankend anerkannt. Noch berichtet Polaezek über die böswilligen Nachrichten der ezechifchen Deputirten, was er eben auf einer Rei^e erfahren, und beantragt eine richtige Echil dentng der Cctober Begebenheiten von Seite des Reichs lageS und Übersetzung in alle österreichischen Sprachen. Wien. Gestern stießen 500 Militär Urlauber zum Volke, eben so auch General Böhm, bekannt auS dem polnischen Befreiungskriege. Daß Graf Wickenburg sich für die ^ache Wiens erklärte, macht einen günsti-gen Eindruck. Wien ist freilich nicht Paris und soll eS auch nicht fein, allein durch unsern Sieg soll die Freiheit und Nationalität aller Völker erhalten werden. Seit der März Revolution kann keine Nation sagen, daß ihre Nationalität hier unberücksichtigt blieb. DieS erkennt auch ein großer Theil der Slaven, und wäh rend Gruppen aus Galizien gegen Wien und Ungarn rücken, ziehen 14,000 Galizier den Ungarn zu Hilfe. Der auS Steiermürk nach Wien zurückkehrende Reichstagsabgeordnete Sturm wurde von einem Balail-lon Paumgarlen durch 3« Stunden in Haft gehalten. Seine Befreiung gelang nur durch List, indem er als windischer Abgeordneter um ein Geleitschreiben ins Hauptquartier zum Ban nachsuchte, mit demselben versehen — 206 — aber seinen Weg nach Wien einschlug, wo er ebne wci-tereS Hinderniß heute früh angekommen ist. Reifende auS Llmüy versichern, um Prerau sey die Eisenbahn mit Soldaten übersäet gewesen. In der Nahe Wicnö werde schon zwischen der Kaiserstraße nach ! Brünn und der Nordbahn unfern Wolkerödors und ! Stamm erSdorf ein Lager vorbereitet. Die ganze ! Truppenmasse, welche hier concenirirt werden wird, soll sich auf 23,000 Mann belaufen. Bei Simmering an der Donau habe» die Eroalen soeben wieder 4 Kanonen aufgepflanzt. Die Schilt» wachen am Lagerberg ziehen sich elwaS zurück. Der St. Marrrr Friedhof wird vom Militär verbarrikadirt. Im Publikum verlautet, Ielacil- habe sich bis Laren-bürg zurückgezogen, um sich zu concentriren. Bon den Höhepunkten der Stadt sirht man nichts. — So viel ist aber sicher, daß es dem Feinde in seiner entblößten Stellung bereits sehr bange wird. In der Sitzung vom 17. Okt. zeigt Präsident Smolka an, daß wieder mehrere beurlaubte Deputirte zurückgekehrt sind. DaS Gesetz zum Schutze der Der-sammlung wird mit dem Bemerken aufgeschoben, daß sie dieses Schutzes bei der Haltung der Bewohner nicht bedürfe. Löhne? berichtet überfeine Sendung, und will die Vermittlung Erzherzog Johanns angerufen wissen. In Mähren sei die Simmung sehr liberal, da» Militär höchst erbittert, der Hof zeige ein Gemisch von Furcht und reaktionären Gelüsten, der Kaiser sei gütig, wie immer. In Erwiederung auf die telegraphische Depe-fche wird eine Adresse berathen, des Inhaltes: daß die Ruhe der Hauptstadt keiner Herstellung bedürfe, da sie nur durch die Zusammenziehung der Truppen-massen bedrodt sei. Der NeichSiag verlange also die Zurückziehung der Truppen, Herabsetzung der Garnü son WienS auf ein Minium, Bekidigung dev Militär« auf die Verfassung und schnelle Bildung eines volkstümlichen Ministeriums. Wird mit Borrosch'ö Erweiterung angenommen, daß daS Militär nur von der obersten Eivilgewalt aufgefordert, einzuschreiten ha-be, welchen Dienst übrigens auch die Mobilgarde leisten werde. Auch soll der Reichstag nirgends anders-wo, als in Wien abgehalten werden, weil sonst den furchtbarsten Naiionalitätskäinpsen Thür und Thor ge» öffnet werde. Ferners wird der Antrag, daß Deputirte die ein StaatSamt erhalten, sich einer neuen Wahl unterziehen müssen und daß Minister nicht Abgeordnete sein können, angenommen. Wien. Gerüchtsweise wird folgendes neue Ministerium genannt: Graf Stadion Inneres, Eollo-redo AeußereS, Helfe« Justiz, Brauner öffent-liche Arbeiten, Brück Handel, Windischgrätz, oder im Falle tS dieser auSschlagt, Weldk» für den Krieg. Nur zu auf diesem Wege, so werden doch auch den Pro- vinzen bald tic Augen aufgeben. DaS Cber Eommau-do macht bekannt, die ungarische Armee unter Esanvi und Moga hat heute am 1C. die Grä-zc überschritten. Oberst Ivanko und der kühne Parteiführer Perrzel bilden die Flügel. Bor der Siadt wird ein Lager von 15,000 Man» errichte». Dagegen will man wissen, Rußland habe gegen ei» Ueberschreiten der Gränze vdn ungarischen Trupven Protest»«. Die Ruhe ist noch nicht gestört, die meisten Kaufläden sind bereits geöffnet. Einzelne Ercesse, die eben nur einzeln und bei unsern Verhältnissen erklärlich sind, werde» strenge ge-ahntrt. Ist die Ruhe hergestellt so wird die Entwaffnung der Arbeiter obne Schwierigkeit von sich gehen, aber jeder sieht ein, daß wenn die Militärmacht uns noch länger in diese Lage versetzt, Unheil folge» muß. Redacteur Höffner ist gefangen nach Olmütz gebracht worden. Die Ultra Demokraten, welche sich auS Ebr-geiz die Leitung der Bewegung zuschrieben, sind eS am allerwenigsten, da der Reichstag mit fester Hand die Zügel lenkt. Von Schwechai rück'e eine grosse Masse Reiierei gegen den Lager Berg, auS Ungarn ist Mu-niiion angelangt. In München, Berlin, Breslau bilden sich Freischaaren für Wien. DaS Gerücht von einem Ausstände in Prag scheint nicht ganz ohne Grund zu sein. Gratz. In einer Sitzung des hiesigen konsiitu-«ionellen Vereines stellie Hr. Drarler dar, daß daS vom Landesgoureriieur errichieie vrov. Gemiu; ein revolutionäres sei, auch sei er durch pbysische Gewalt dazu genöthigt werden. Die hier angelangten verwundeten Eroaten wurden sehr liebreich vervfleqt und werden gewiß die Ueberzeugung mitnebmen, daß a»ch der deutsche Sleirer keinen Unterschied der Nationalität kennt, wo es sich um eine Pflich der Menschlichkeit bandelt. Auö der Walachei geht die Bestätigung ein, daß Russen und Türken tic neue Verfassung gestürzt und daS alte Stiiem wieder eingeführt baten. Ptsth. Am II. wurden die beiden gefangenen Generäle Roth und Philippovich nebst 53 anderen Offizieren hicr eingebracht. Auf Koiluths Antrag werden alle im Auslande befindlichen Truvren zurückberufen ; alle Ungarn, »etert eS Besitzende oder nicht, werten binnen 15 Tage» einberufen. Der Palatinalstnhl ist erledig, und über seine Besetzung wird nächstens berathen werden. Tas L'ffizierscorvs der Nationalgardc beschließt, auch die Israeliten in ihre Reihen aufzunehmen. Arad wurde am 7. vem FrstungSccmmandanten Berger bombardirt, und Temc6vi»r tst in Belagerungszustand erklärt. Im Köwarer Distrikt sind Walachei! im Aufstaute. Eilli. So eben erhalten wir folgende mündliche Nachricht. Windischgrätz sei wegen deS Prager Aufstandes zurückmarschirt, Jelaki« von den Ungarn bis Neustadt ge» 'drängt worden. FcrnerS sollen die Ungarn in Croanen eingefallen sein und WaraSdin besetzt haben. Schnellpressenduick und Verlag von I. B. Irren». JntelligenMatt zur Cillier Zeit»ma. Anzeigen >eder Art wert*» gege» Entrichtung der JnsertionSgebühr für die aesvalttne S,cero.«l?mi. e->, df» I. B. Irret,» angenommen. JVro. 219. Freitag den 20. Oktober An zeige. Um einem vielseitigen Verlange» zu entsprechen, werden auch einzelne Numern der Eillier Zeitung zum Preise von 4 fr. EM. abgegeben. Zugleich werten so lange der geringe Vorrath reicht, noch fortwährend Pränumerationen angenommen, und die frü-Herrn Blätter nachgeliefert. Eillier Zeituu gs Eomptoir. Anzeige. Folgende Zeitschriften werden von Seite der Redaction um billige Vergütung zum Lesen abgegeben: Allgemeine österreichische Zeitung, Oesterrei-chischer Aopd, Wiener Postillon, Zwanglose Blätter für Oberösterreich, Grayer Schnellpost, AgramerZei-tung, Laibacher Zeitung, der Südungar, Zeitschrist au» Temesvar, der Serbe. Zeitschrift an» Belgrad. 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Bekanntmachung. o « Herrschaft Gonobiz stehen 2 stebeniahttge fehlerfreie Ä'utschenpfer-dc zum Verkaufe, welche besehen wer-den können. Herrschaft Gonobiz am 10. Oct. 1848. Lehrjungen - Aufnahme. In der KreiSbucbdruekerei <5illi wer-den abermals ?.>vei aufgenommen. Bei ^ I». J ereiln, Buch. Kunst,,»d Mu sikalienbändler i» Lilli ist zu haben: Sendschreiben a n Herrn SDT. Ä5iberauer Pastor der evangelisch . protestantischen Gemeinde zu Gra? von Ig droschen Stadtpsarrvikär zu Eilli. Preis 4 kr. E. M. Katholische Chvräle oder Kirchenlieder nach den kirchlichen Festzeiten geordnet. Zum Gebrauch für Gymnasien,Seminarien,Lehrer«Gesang« ve«eine, k rchiiche Chöre u. s. w. und für Männerstimmen vierstimmig bearbeitet von z. F. Kunkel, großderzoglich hessischem Seminar- und Gymnasial.Mu-siklebrer. Preis 54 kr. S. M. Geschichte bfr christlichen Kirche für katholische Gymnasien von Clemens SiemerS, Oberlehrer am Gymnasium zu Münster. Preis 38 fr. 5. M. Zerstreute Blüten. Von K? rber. Preis 40 fr. 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Hirseber, Grostherzoglich badischen Geheimeraih, Domcaritular an der Metroroliiankirche zu Zreiburg im BreiSgau und Professor der Theologie an der Universität daselbst. ZweiieS Heft. PreiS 56 kr. C. M. Alle Gattungen S ch u l 'b ii ch e r, sowobl für deutsche und lateinische, als auch sloveui' sche (Sonntags Schulen) dann alle sonstigen Schulrequisiten u. Schreibmaterialien, wie auch Gebeth, Erbauung», und andere nützliche IlmerhaltimgSbiicher in deutscher und slovenischer Sprach« zu haben. Verstorbene » der Stadt C i l l i. Am 24. Sert. Anna Serie, gewesene Magd-Armenbetheilte, 77 Jabie alt, im städtischen Civilspi-tale, an Schwäche. Am 26. 5ept. Valentin Korwuiak, Gemeiner von Baron Fürsttiiwärthcr Ins. Reg. Nro. 5«'», 2G Jahre alt, im Militärspitale, an Auszehrung. Lukas Iurkowich, Gemeiner, vom Kaiser Uhla-neu Regimente Nr. 4, 27 Jahre alt. im Militär-spitale, an Auszehrung. Am 30. 5cp». Josef Präy, MautbeinncbmcrS Sohn, 3j4 Jahre alt, in der Grayervorstad«, HauS Nro. l, am Liickfluße. Carl Keniyer, Gemeiner des l. Wiener-Zreywil' ligen Bataillons, 2 t Jahre alt, im Militärspitale, an Abzehrung. Am 6. ^ct. Hr. Josef Stepischnigg, bürgl. Kap-penmacher, 31 Jahre all, im Civilspitalc, Nr. 153, an iicritiii iucarccraU. Am 7. Oit.' /jelir KrauS, Gemeiner der 10. Compagnie des ErzH. Carl Inf. Reg. Nrs. 3, 24 Jahre alt, im Militärspitale, an Abzehrung. Am 10. Cct. Anton Lesiak, HeberSsohu, 3 Jahre alt, in der Postgasse HauS Nro. 48 an Skrefeln. Lchaellpresseudruck »»d Verlag von Z.B. Iereti«.