Schristleitung: KathauSgasse Nr. 5. Mtll» «i. »1, latcnrrtu. •pTdtliitc T»glu» 'mit IKnetnc W €»nn- u. ffrtcr-1»«) otn 11—11 U(r form, Ho» werden »udl «ttttfacart «a. nanntlok ®n-lismgtu iriet der»as>q»tgt> ««[ il *Mg u « o e n mrt tu fkTBoItun) ftgn Bctrtiim; i« tllUgl« Irft-irtdüfit tirtflfaen. M BuHat|«luii9cn i'r«*-vachlah. v«,r«Ula« wacht' erfiteUit itvs TOitmodi nnb eanrttng itnH. M.900. Kr. 78 Hilli, bamstag, den 30. Keptemöer 1911. Verwaltung: RathauSgasse Nr. 5. relttd«, Hr. Sl, liltrarku. Btz»g«btdt>aunge» D«ch trit P»st d«,»«n> : StRtelWtrig . . . K 8 H Holdjähng . . . . K «•« ÄanuiUirtg, . . . K irM S«, SiUi mit Zustelln», in* H»»> : M«iu>tlich . . . . X 110 «MiNSirig r djtdri, . . . . K 6— mt««»! . . . . k «•- Siit» Hl»!««» Rtb'D» «Ich «• eiy#grtil$t«E a« tu 4ÖSist aber kaum anzunehmen, daß die Okkupation des sehr unwirtlichen und unwegsamen Landes Tripolis in kmzer Zeit wird ersolgen können, weil in Tripolis die einheimischen Stämme den Italiener» mit einer ungeahnten Macht und zweifellos auch mit starker auswärtiger Unterstützung entgegentreten werden. Die Italiener haben bekanntlich aus afrikanischen Boden sich der Gunst des Kriegsglückes bisher noch nicht erfreuen können und so mag man den kommenden Ereignisse» immerhin mit großer Sorge entgegen-blicken. Aus dem Balkan selbst dürfte der Krieg einen Rückschlag ausüben, man spricht davon daß Kreta die Unabhängigkeit anstrebt, daß die Türken in Thes-selten einzufallen gedenken. Gerüchte schwirren durch die Lnft, die uns deutlich zeigen, welch ein verhängnisvoller Hexenkessel der Balkan mr. allen seinen Kriegsfragen bleibt. überanstrengt; ich würde Dir kein guter Gefellschaf-ter fein können, — vergib ... * Ein anderes Mal: Dnrch die Erkrankung des Physikus ist meine Zeit jetzt außerordentlich in An sprnch genommen. Ich weiß daher nicht, ob es mir möglich sein wird, heu'.e zn kommen. Verzeih . . . Als er gestern abend bei ihr war. und die Frau Witte so plötzlich in Heller Angst gelaufen kam, ihn zu ihrem fieberkranken Kinde zu holen, wie war er da so hastig, so übermäßig bereitwillig aufgesprungen, gerade, als begrüße er die Unterbre-chung als eine Erlösung. Mein Gott, wo war ihr Glück, wo die Har-mottie zwischen ihnen geblieben? DaS selige Froh-gefühl in ihr, ihre Unbefangenheit waren dahin. Blieb er anS, so befürchtete sie alles mögliche, kam er, so beobachtete sie ihn mit geheimem Beben, legte an jedes seiner Worte die Sonde, — seiner Worte, die ihr sonst ein Spiegel seiner Liebe waren — seiner Liebe zu ihr. . . . Die Hände in dem reichen Haar vergraben, saß sie da. Ihre Seele rang mit tränenlosem Weinen. WaS konnte nur zwischen ihm und ihr getreten sein? Sie waren doch sonst eins gewesen! Damals hatte er immer Zeit sür sie gefunden. „Bei Dir mein Lieb! Dies Ziel ist das Zauberwort, das mir den Tag mit feinen Mühen vergoldet," hatte er damals gesagt. Sie sprang plötzlich auf, und schritt wie ver» folgt im Zimmer ans und ab. Sie hatte es doch einst besessen, das Glück sei-ner Liebe! Und sie war nicht daran schuld, daß eS anders geworden, — die gleiche Zärtlichkeit wie einst brachte sie ihm entgegen, da« mußte er doch Der Drrilmnd und Tripolis. In einem französischen Blatte ist die Tripolis-frage mit dem Dreibund in eine Beziehung gebracht worden, die nach der Lage der Dinge nicht vorhan-den ist, denn es entspricht nicht dcn^ Tatsachen, daß auS dem Engagement Italiens in Tripolis de» beiden anderen Dreibundmächten irgendwelche Verpflich-tnngen erwachsen. — Die jüngste Wendung in der Tripolissrage ist dnrch den letzten italienischen Mi-nisterrat herbeigeführt worden, in dem das Kabinett sich für ein aküveS, und zwar gegebenenfalls mili-tärifches Eingreisen entschied, obgleich Ministerpräsi-dent Giolitti eine Reihe Bedenken geltend machte; allein sowohl er als auch der König fügten sich den Gründen, die dasür geltend gemacht wurden, daß Italien unmittelbar nach dem Abschluß der Ma rokkoverhandluugen die tripolitanische Sache zu Ende bringen müsse. Bis dahin waren die Mächte durch mündliche Mitteilungen lediglich davon unterrichtet gewesen, daß Italien nur seine volkswirtschaftliche Gleichberechtigung in Tripolis anstrebe, die ihm in-folge der geographischen Verhältniße allerdings automatisch zu einer bevorzugten Stellung verhelfen müßte. Daraus beruhte auch die Zuversicht, mit der in diplomatischen Kreisen auf eine friedliche Austragung gerechnet wurde. Die plötzliche Wendung in der offiziellen italienischen Auffassung kam deshalb einigermaßen überraschend, wenigstens dort, wo man mit Rom über Tripolis niemals in diplomatischer Korrespondenz gestanden war. Es ist deshalb auch ganz »nrichtig. daß Oesterreich-Ungarn Italien bt* reits anläßlich der Ei'.'verleibuug Bosniens Hinsicht-lich einer Besitzergreifung von Trigolis irgendwelche Znsicherungen gegeben habe. Bekanntlich bildete Tri-polis den Gegenstand von Abmachungen zwischen auch empfinden. Was nur kouute die Ursache sei«, daß er aufgehört hatte, sie zu lieben? Da war er anSgedacht, dieser entsetzliche Gedanke, vor dem sie bis heute in feiger Flucht geflo-Heu war. Einem aufblitzenden Gedanken folgend, trat sie vor den Spiegel hin. Prüfend, kritisierend glitt ihr Blick über ihr Bild hin. Das war noch die nämliche schlanke Gestalt, die er so gern gesehen, das seine Köpschen, mit goldig schimmerndem Haar. Die Züge ein wenig müder jetzt — wie sollten |te nicht? — Die Farbe etwas matter, und —. Plötzlich ward ihr Blick starr. Er glitt von ihrem Spiegelbilde ab, verlor sich. . . . Gleich einem Traumbild war vor ihrem Geiste eine Erin-nernng ausgetancht: In weißen Kisfen ruhend ein blutjunges, süßes, von dunklem Gelock umrahmtes Antlitz und zwei traurige Zauberaugen —. „Das Auto des Herrn Doktors ist mit einer Radlerin zusammengestoßen, — es hat ein Unglück gegeben, die Radlerin ist schwer verletzt," hörte sie im Geiste wieder den Diener ihres Verlobten sagen, als er vor nunmehr sechs Wochen ihr die Meldung gebracht. „Und der Herr Doktor läßt sagen, das gnä« dige Fräulein möchten doch einmal nach der Kran-ken sehen, — es wäre dem Herrn Doktor ange-nehm, — Mansteinstraße 10 wohnt sie", hatte der Johann geschlossen. Marga Sternberg hat die Hand über die Augen gelegt. Urplötzlich ist ihr die Erinnerung ge-kommen und damit die Erkenntnis —. Ausstöhnend birgt sie das Haupt i» den Hän« den. Leidenschaftliches Weinen erschüttert ihre Ge-stalt jetzt. Jeder Zweifel ist jetzt von ihr gewichen Seite 2 Deutsche Wacht Nummer 78 Italien und Frankreich, an denen man weder in Wien noch in Berlin mitgewirkt hatte, ja von denen man erst zwei Jahre später offiziell Kenntnis erhielt. Es war das was Fürst Bülow seinerzeit eine Extratour Italiens nannte. Italien wurde nun nicht gehindert ans der Konsereuz von AlgesiraS insolge dieses Engagements ans die Seite Frankreichs zu trete» und schou daraus ergibt sich, daß die beiden Dreibnndmüchte auch jetzt bei Abwicklung dieses Engagements die Wohltat des „DeSinteressements" für sich in Anspruch nehmen können. Trotzdem hat man in Wien und Berlin nicht mit Beweisen der Sympathie sür die Wahruemung der wirtschaftlichen Interessen Italiens in Tripolis zurückgehalten, an beiden Orten legt man jedoch nach wie vor großen Wert darans, daß dieses Ziel im Wege diplomati-scher Verhandlungen erreicht wird nnd nicht Komplikationen entstehen, die auf die kaum beruhigten Verhältnisse aus der Balkanhalbinsel wieder störend einwirken könnten Wenn in der Presse davon ge-sprachen wurde, daß Oesterreich Ungarn ein militärisches Eingreisen JialienS in Tripolis zum Anlasse für die Besetzung NovibazarS nnd Albaniens nehmen werde, so ist das durchaus unzutreffend; sollte ein Konflikt zwischen Italien und der Türkei unver-weidlich sein, so wird, es im Gegenteil die Haupt« ausgabt der beiden Dreibundmächte sein, diesen Kon» flikt ans sein Objekt zu beschränken nnd sein Ueber» greisen auf europäisches Gebiet zu verhindern. Nnr daraus würde sür die Wiener und Berliner Politik die Notwendigkeit einer bestimmten, über den Rah-men des allgemeinen Wunsches nach einer sriedlichen Regelung der TripoliSsrage hinausgehende Stellung« nähme sich ergeben. Politische Rundschau. Inland. Die tschechischen Schulen in Wien. Bürgermeister Dr. Neumayer hat drei tschechi-sche Privatschulen deS KomenSky-VereineS in Wien behördlich sperren lassen, da die betreffenden Häuser zu Schulzwecken nicht bei der zuständigen Behörde angemeldet worden war. Die Tschechen nahmen dies sosort zum Anlasse, um daS tschechische Staatsrecht sofort auf Niederösterreich auszudehnen und einer-seits das Eingreifen der Regierung gegen die Ver' fügung des Wiener Bürgermeisters zu fordern, andrerseits aber den Deutschen in Böhmen mit dem Abbrüche der Ausgleichsverhandlungen zu drohen. DaS Heiterste dabei ist, daß die Tschechischradikalen, die doch sonst so sehr für die Autonomie der Land-tage schwärmen, die Schließung der drei tschechischen Schulen in Wien, im böhmischen Landtage zur Sprache bringen, ihn also mit einer Angelegenheit beschäftigen wollen, die ihn gar nichts angeht. Zu und damit die Hoffnung, daß sie sich getäuscht habe über des Doktors verändertes Wesen: Sonnenklar weiß sie es setzt: Er hatte die Verunglückte in ärzt-liche Behandlung genommen — selbstverständlich. Er hatte seine ganze Kunst aufgeboten, dieses Leben zu erretten, wie er selbst einmal gesagt, — auch das war selbstverständlich,. da sein Fahrzeug die Veranlassung zu dem Unfall gegeben, — und es war ihm gelungen, dieses Leben zu erhalten, wie sie wußte. Und dieses junge Leben war ein ungewöhn-lich holdes — auch dies wußte sie. Mit welchem Recht aber durfte hieran ihre Zu-kunft scheitern? Wer einen Arzt heiraten will, darf nicht eisersüchtig sein. An ibr lag es hier, zu überwinden, — dem Geliebten Die verbotene Regung zu verzeihen. Er würde sich zu ihr zurückfinden, sobald seine ärztlichen Besuche bei der Patientin überflüssig wurden. Er würde die kurze Episode vergessen, und auch sie würde vergessen ... Wer da» könnte? Ruhigen Blutes abivarten, ob da» Experiment glückte oder nicht?! Nein! nein! Und wenn ihr Lebensschiff darüber zerschellte, sie brachte dies nicht fertig, sie nicht! Sie ließ sich nicht an Almosen genüge», ihr Stolz nicht und ihr heißes Herz nicht! Gewißheit sich verschaffen, war hier der einzig rechte Weg! Wo wohnte doch daS Mädchen noch? Richtig, Mansteinstraße 10. Ja — ja, so war es ckw sicher-sten, — unter dem Porwand, einmal nachsragen zu wollen, wie die Patientin sich jetzt fühle, wollte sie diese besuchen. An deren Unbefangenheit oder Verwirrung würde sie bald herausfinden, wie es stand. Ein fester Wille vermag oft viel. AlS sie eine Viertelstunde später über die Straße schritt, ahnte keiner der ihr Begegnenden, wie es in ihr aussah. diesem tschechischen, allmählich ganz Oesterreich auf-saugenden Staatsrecht scheint sich auch die Wiener „Arbeiter-Zeitung", das führende Blatt der „deut-fchrn" Sozialdemokratie in Oesterreich, zu bekennen, denn sie bezeichnet die Verfügung des Wiener Bür-germeisterS als „neue Schikanen gegen die Wiener Tschechen". Der slowenische Schulverein zählt derzeit insgesamt 225 Zweigvercine mit rund 13.000 Mitgliedern und unterhält 20 Kindergärten mit 1329 Kindern nnd 7 Volksschulen mit 32 Kläs-sen die von 1716 Kindern sreqnentieri wurden. In Trieft wird da» Schulgebäude im kommenden Jahre durch einen modernen Neubau ersetzt und in Steiermark und Kärnten je eine neue Volksschule errichtet werden. In der Hauptversammlung wies der Reichs-ratsabgeordnete für Trieft, Dr Rybar. aus die Bc« deutung Trieft« sür daS Südslawentum hin. Bei den jüngste» Reichsratswahlen sind in Trieft rund 15 000 slowenische Stimmen abgegeben worden, während die herrschende italienische Partei nur noch 20.000 Stimmen auszubringen vermochte. Das sei ein Ersolg, der dazu auffordere, die überschüssige ländliche slawische Bevölkerung nach Trieft zu leiten. Die Krise in der christlichsozialen Partei. Kürzlich sand eine Sitzung des gemeinderätlichen Bürgerklubs statt, in der bekanntlich die Entschei-dnng sallen sollte, ob die Mitglieder der Nationalen Bereinigung im Bürgerklub verbleiben werden oder nicht. Mittlerweile bereitet sich aber auch eine an-dere Aktion vor, die daraus hinansgeht, dein Ober-knrator Steiner die demnächst freiwerdende Landes-ausschußstelle, die bisher Dr. Geßmann inne hatte, zu überlassen, während Dr. Weiskirchner die jetzt von Steiner bekleidete Obmannstelle im gemeinde-rätlichen Bürgerklub erhalten soll. Daß diese Nach-richten keineswegs der Begründung entbehren, geht aus der Haltung des unter dem Einflüsse des Katholischen Volksbundes stehenden jesuitischen Flü-gels der christlichsozialen Partei hervor. So bringt die „Germania", das Hauptorgan der reichsdeut-schen Klerikalen, in ihrer letzten SonntagSnummer an leitender Stelle einen von klerikaler Seite Oester-reichs inspirierten Artikel, in dem eS u. a. heißt: „In Wien werden die Zustände in der christlich-sozialen Partei immer trostloser. Die neuorganisierte Parteileitung will sich ihre Wirkungskreise im Rat-hause und im Landhause sichern, und geht daraus aus, die einträglichsten Posten unter sich zu ver-teilen. DaS Rathaus soll sür Weiskirchner zum AuStragstübcrl werden und Steiner soll wieder in das Landhaus einziehen. Man will Geßmann aus seiner Stellung im LandeSauSschusse hinausekeln und soll sogar vom Landmarschall Prinzen Liechtenstein verlangt haben, daß er Geßmann aussordere, sein Amt niederzulegen. Prinz Liechtenstein ging aber daraus nicht ein. Besonders sollen es WeiSkirchner Mancher Kopf wandte sich nach der anmutigen, mit vornehmer Einfachheit gekleideten Mädchengeftalt um, deren Herz in atemberaubenden Schlägen pochte, in-des ihr Blick fast sehnsüchtig dem Vogelschwarm solgte, der durch die herbstliche Luft gegen Süden zog. Ein feiner Regen begann zu fallen. Dazu feuchtmodriger Duft — jener Duft, der von dem großen Sterben in der Natur erzählt. Das ist die Zeit, wo das Menschenherz so ganz besonders sich »ach Liebe sehnt, nach einem Platz an treuem Herzen, — nach Sonnenschein der Seele, der die düsteren Tage erhellt. Und sie hat niemand, der ihrem Herzen nahe steht, als ihn! Nie ist der „reichen Erbin" ihre Ver-lassenheit, ihre Einsamkeil auf Erden klarer und schmerzlicher zum Bewußtsein gekommen als jetzt. Die sogenannten .guten Freundinnen" — auch Marga Sternberg hat solche nnd sogar ihrer viele — würden sicherlich schadenfroh triumphieren, wenn ihr Glück in Trümmern ging. Es fei nur gerecht, würde man sich zuraunen, daß das Schicksal auch sie einmal heimsuchte, die so lange aus der Sonnen-seile des Lebens gewandelt. — Mein Gott, wohin verirrte sie sich mit ihren Gedanken? Das war ja alles so nebensächlich, so entsetzlich gleichgiltig gegenüber ihrer Herzensnot. Jetzt biegt sie in die Mansteinstraße ein — langsamer wird ihr Schritt. Welcher Art werden ihre Gesühle sein, wenn sie diesen Weg zurücknimmt? Ihre Unruhe steigt ins Unerträgliche. Die Straßenlaternen werfen ihren ungewissen Schein über die regenglänzende Straße. Lärmende Tritte, schwatzende Stimmen tönen hinter ihr. Eine Schar heimkehrender Fabrikarbeiter drängt an ihr vorbei, und Steiner sein, die Geßmann um jeden Pre-,i verdrängen wollen. Auch in der Gruppe der nieder-österreichischen Landgemeindenvertreter, die bisher christlichsozial waren, gährt es gewaltig. Diese Gruppe beabsichtigt, sich mit den liberalen Abgeord-neten des Großgrundbesitzes im Landtage zusammen-zutun, um vereint gegen die Vertreter Wiens und der übrigen Städte Niederösterreichs im agrarische» Sinne auszutreten. Auch die Verhältnisse der christ-lichsozialen Partei im Abgeordnetenhaus« gestalte» sich recht trostlos." DaS Zentrumsblatt enthüllt da für gewisse Leute recht unangenehme Kuliffengeheim-nisse aus dem christlichjozialen Lager, und da dai genannte Blatt über die Wiener Parteiverhältmis» vom klerikalen Flügel der christlichsozialen Partei unterrichtet wird, kommt seinen AuSsührungen besondere Bedeutung zu. ES sieht demnach mit de» Reorgauisationspläneu sowohl der WeiSkirchner-Steiner - Gruppe alS auch der vom Katholische» Volksbund gestützten Jesuitenpartei recht schlecht aus. Aus Stuitt und Land. Cillier Gemeinderat. Der Cillier Gemeinderat hielt am 29. d. unter dem Vorsitze des Bürgermeister» Dr. H. von Jabornezg eine öffentliche Sitzung ob. in der unter andere» folgende Gegenstände beraten wurden: Der Vorsitzende brachte eine Zuschrift des k. u. k. 3. Koipskommandos betreffend die Transaktion hinsichtlich der SpitalSkaserne zur Verlesung. Der Bor-sitzende entrollte in kurzen Worten ein klares Bild über die bereits durch mehrere Jahre hindurch ge-pflogenen Verhandlungen, welche nun ihren Abschluß gesunden haben. Die Stadtgemeinde Eiili übernimmt das gegenwärtige MarodenhauS um den Betrag voa 48.000 Kronen ins Eigentum. Der Bau deS neuen MarodenhauscS wird der Stadtgemeinde übertrage» und ihr die Differenz zwischen den Kosten des Nca-baueS und dem Schätzungswerte der alten SpilalS» kaferne von Seite des Aerar» vergütet werden. Mit dem Baue wird im Frühjahre 1912 begonnen wer-den. (Zur Kenntnis genommen.) Das Ansuchen des Kaufmannes Herrn Johann Koß um Verkauf der Bauparzelle in der Neugaffe zwischen dem Deutschen Hause und dem Besitze bei Photographen Herrn Lenz wird nach längerer Wechsel-rede zwecks geschäftsoidnuiigsmäßiger Behandlung abgesetzt. Sodann kam eine Zuschrift des Deutschen Ver-eines bezüglich der zu treffenden Maßnahmen gegen die Fleischteuerung zur Verlesung. Der Deutiche Verein ersucht nämlich den Gemeinderat. hauptsächlich in zwei Richtungen tätig zu sein, und zwar: 1. Die Einreihung der Stadt Eilli unter die Konsumorte der serbischen Fleischausfuhr zu erlangen, für die — ein brandweindunstiger Atem trifft sie. Und uia ein rohes Lachen. — Geängstigt und angewidert nimmt sie hastig die wenigen Häuser. Ihre Gedanken sind plötzlich zer> streut. Und wie vou ungefähr kommt es ihr — wie. wenn das Befürchtete nur auf Einbildung ihrer er-regten Sinne beruhte?! Konnte nicht tatsächlich Ueberanstrengung im Berus den Doktor so verändert haben? Wie ein Lichtstrahl fällt der Gedanke in ihre Seele. Durch die Dämmerung leuchtet jetzt ei» Schild. Sie kennt eS und den Namen, der daraus steht: Marliese Neinhold, Klavierlehrerin; — sie ist am Ziel. Merkwürdig — ihr Herz klopft plötzlich ebe»-mäßig, ihre Aufregung ist gewichen; der glückliche Gedanke eben hat sie wunderbar beruhigt. Wie sehr ein Mensch sich doch von seinen Stimmung*» beeinflussen läßt! Fast überflüssig erscheint e» ihr jetzt, hier einzudringen. Ihre F>and ist ruhig, als sie die HauSiiir öffnet. Dieselbe hat keine Klingel, so daß ihr Ein-tritt in daS HanS fast unhörbar ist. Stille herrscht im Hause. Das trübe Licht einer Flurlampe erhellt die kleine Korridortür, wo die Wirtin wohnt, bei der die Klavierlehrerin einlogiert ist. Vergebens sucht die Besuchern nach dem Klingel« knops — die Bewohner dieses Hauses scheinen diese« Lebenszeichen nichl zu lieben. Aus einen Druck ihrer Hand gibt die Tür nach und Marga tritt ein. Zuerst kann sie sich in dem hier herrschenden Dämmerlicht nicht zurechtfinden. Der Korridor hat offenbar mehrere Türen; eine derselben ist angelelzat und ein Lichtstrahl dringt durch die schmale Tur-öffnnng; dahinter klingt Stimmengeflüster. Nummer 78 Deutsche KachL Sctie 8 Einfuhr serbischen Fleisches nach Cilli Sorge zu tragen und hiebei daraus Bedacht zu nehmen, daß als AblieferungSstelle nicht die Großschlächterei in Wien, sondern das GrenzschlachthanS in Belgrad be-stimmt werde und 2. die Ablieserung argentinischen Fleisches in die Wege zu leiten und dabei in der Erwäzung, daß die Lieferung eines Quantums von 5000 Kilogramm ab Trieft den Kostenpreis beden-tend niedriger stellt, mit der Stadt Marburg behusS gemeinsamer jeweiliger Abnahme eines solchen Quan-:ums sich ins Einvernehmen zu setzen. Nachdem über diesen Gegenstand eine lebhafte Wechselrede stattge-sunden, wurde der Antrag angenommen, gemäß dem Vorschlage des Deutschen Vereines vorzugehen und den Herrn Bürgermeister zu ersuchen, sogleich die niligen Schritte zu unternehmen Anschließend an diese FleischteuerungSdebatie berichtete der Herr Bürgermeister, daß nicht nur daS Fleisch in Cilli sehr teuer sei, sondern alle übrigen Gegenstände, be« sonders aber die Gemüsesorten, in Cilli im Preise derart gestiegen sind, wie in keiner anderen Stadt. Man wird daher trachten müssen, Bezugsquellen für Gemüse von auswärts ausfindig zu machen und so-fort größere Mengen, zum Beispiel Kartoffeln und Kraut. aus dem Markte abzusetzen, um dadurch die Preise herabzudrücken. Nachdem mehrere Gemeinde-Ausschüsse zu dieser Anregung gesprochen, wurde der Beschluß gesaßt, beim nächsten Wochenmarkte die Marktpreise festzustellen und dann eventuell sofort ;wci Waggons Kartoffeln und ein Waggon Kraut ,u bestellen und durch die Gemeinde zu verlausen, um aus diese Weise eine etwas billigere Anschaffung dieser wichtigsten Lebensartikel zu bewirken. Der Zuschrist der k. k. Statthalterei um Ge-Währung einer jährlichen Subvention an die Odilien-Blindenanstalt in Graz konnte aus sinanzielleu Gründen nicht willfahrt werden. Für den RechtSausschuß berichtete dessen Ob» mattn Herr G.-A. Dr. Schurbi. DaS Heimztsrecht wurde verliehen an Goldschmied Joses Jicha, Süd-bahurevident i. R. Rischner, DrechSlermeister Jakob Xrizmann, Geschäftsführer August Kregau, Schnei-dermnster Joses Leon, Selchcrmeiner Joses ReiSner, Fadriksarbeiter Tekautz, Winzer Josef Jank und Hebamme Marie Rast. Abgelehnt wurden dagegen die Ansuchen der Bedienerin Gertrud Afchkerz und des Fleischhauer Franz Planinz. Die Zusicherung der Aufnahme wurde erteilt Herrn Zahntechniker ^manuel Hoppe und die Ausnahmsgebühr für Herrn Oberleutnant August Dengcl mit 100 K. bestimmt. Gemäß dem Ausschußantrage wurde beschlossen, die städtische Realität in der Scbmiedgasse nicht zu verkaufen, sondern mit der Niederreißung und Ein-jriedung deS Platzes zu beginnen. Ueber Ansuche» deS Herrn Robert Diehl wird demselben die Bewilligung zur Umlegung der Fuß- Im Begriff auf die Tür, dahinter der Licht-strahl blinkt, zuzuschreiten, ist ihr plötzlich, als gehe ein Atem in ihrer Nähe. Gleichzeitig fühlt sie eine Hand auf ihrem Arm und eine Stimme flüstert chr zu: „Gucken Sie 'mal durch den Türspalt da? Die kleine hübsche Klavierlehrerin küßt sich mit ihrem Schay, — da mag man doch nicht stören! 'n biß-chtf vorsichtiger hätten die zwei wohl fein können. Mal die Frau Hansen nicht daheim ist, aber man tarnt daS ja; — ja, ja, was die Liebe tut!" Ein halbunterdrücktes Kichern begleitete die Äcnc. Marga Sternberg, deren Augen sich jetzt an das Dämmerlicht gewöhnt, erkennt in der Sprecherin eine gewöhnliche Frau, die einen Korb mit Wäsche n Ärme trägt. Dann folgt ihr Blick der gegebenen Achtung. Und nun stammt es fieberirr in ihrem Blick aus; jetzt erlischt die Flamme darin, es wird I starr, wesenlos. — Im Zimmer steht ihr Verlobter, Doktor Berndt, und halt das Mädchen im Arm. „Meine süße, kleine Grasmücke," sagte er, .wenn nur das Scheiden nicht sein müßte." „Muß eS denn fein, Ewald?" flüsterte das I Rädchen erschauernd. — In der Frühe des nächsten Morgens erhielt Ivllor Berndt einen Bries, dessen Inhalt ihn der-an erschütterte, daß er seine Sprechstunden absagen I l*S- Vährenddes entführt der Bahnzug die Schrei-dmn des Briefes. Marga Sternberg solgt den Wandervögeln, deren Zug sie gestern sehnsüchtig »erfolgt. Wie diesen ist es auch ihr zu herbstlich dier geworden. Vielleicht erwartet auch sie, wie jene im Süden — Sonnenschein. ■L ~ wege vor seiner Realität „Rosenhof" in Langenfeld unter bestimmten Bedingungen erteill. Gemäß dem Antrage desselben Berichterstatters wurde dem Ansuchen der Eheleute Milan und Her-mine Ho evar um Schadenersatzleistung für ein Aus-lagenfenster, das durch daS Scheuwerden der städti' schen Pferde beschädigt wurde, keine Folge gegeben, vielmehr die Eheleute Hocevar mit ihren Ansprüche« aus den Rechtsweg gewiesen. Ueber Antrag des Herrn Bürgermeister-Stellver-treter Rauscher als Berichterstatter des Unterrichts» ausfchusses wurde dem Ansuchen des Stadtschulrates um Bestreitung der Kosten die durch die Einsührung des KnabenhandsertigkeitSunterrichtes erwachsen, keine Folge gegeben. Herr G.°A. Rauscher erstattete auch den Be-richt sür den Finanzausschuß. Die Mietvertragskün-digung des Herrn Robert Zangger bezüglich deS Grafeikellers wurde zur Kenntnis genommen und die Ausschreibung beschlossen. DaS Ansuchen deS Säckelwartes des Festaus-schusseS der Südmarkhauptoersammlung um Wid-mung eines Beitrages wurde zurückgezogen. Dem Ansuchen der verehelichten Sicherheitswachleute um Bewilligung von Beheizungsmateriale wurde wie iu den früheren Jahren Folge gegeben. Gemäß dem Berichte deS GewerbeausschusseS wurde über den Gasthauspächter Josef Stelzer die Vertrauenswürdigkeit ausgesprochen. Bezüglich des Ansuchens des Gasthosbesitzeis Johann Modi! um Erweiterung seiner Schankkonzession auch aus gebrannte geistige Getränke wurde der Mangel an Lokalbedars ausgesprochen. Entsprechend dem Antrage des G.-A. Herrn Karl Mörtl,wurde der Krämerin Franziska Viditz die Bewilli-guiig zur Ausstellüug eines Verkaufsstandes aus dem Kirchenplatze gegen Widerruf bei 14täg!ger Kündi» gung erteilt. Für den Friedhofausschuß berichtete H.-A. Herr Robert Zangger. Gemäß feinem Antrage wurde dem Ansuchen des Friedhofgärtners Bartlmä Fartsch» nigg um eine Lohnerhöhung wiilsahrt. Bürgermeister-Stellvertreter Herr Rauscher brachte eine Zuschrist deS Hausbesitzers Max Sima zur Verlesung, in welcher dieser mit 1. Oktober von der Stadtgemeinde für die Ueberlassung seiner Wiese als Viehplatz, die bisher unentgeltlich erfolgt war, eine Miete von 6oO K. für das Jahr verlangt. Mit Rücksicht auf die geringe Beschickung der Vieh-markte wurde beschlossen, von einer Mietung deS ViehplatzeS abzusehen und die Kündigung des Herrn Slma zur Kenntnis zu nehmen. Weilers wurde beschlossen, dem Aerar die dem k. k. Bezirksgerichte zur Verfügung gestellten Kanz-leiräume mit l. Oktober 1911 auf ei» Jahr zu kündigen; für den Fall der Weiterbelafsung des Bezirksgerichtes in dem der Stadtgemeinde gehörigen Gebäude die Miete um 400 K. pro Jahr zu er« höhen. Der öffentlichen folgt eine vertrauliche Sitzung. Ernennung im Iustizdienste. Der Kaiser hat den OberlandeSgerichtsrat in Cilli Dr. Gustav Smolej zum Oberlandesgerichsrat beim Oberlandes-gericht in Graz ernannt. Vom Iustizkanzleidienste. Der Kaiser hat dem Kanzlei-Obervorsteher beim Kreisgerichte in Cilli, Lukas Bergoc, anläßlich seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand den Titel eines Kanzlei-direktors verliehen. Vom Postdienste. Der Postassistent Stephan Bele in Steinbrück wurde über sein Ansuchen nach Marburg a. d. Drau versetzt. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der Christuskirche um 9 Uhr vormittags ein Schulgottesdienst, um 1(1 Uhr der Hauptgottes-dienst statt, in dem Herr Psarrer May über „Die Predigt der Rebe" predigen wird. — Es ist dem evangelischen Frauenverein gelungen, in Schwester Käthe Schwarz vom Znaimer Schwesternbuikd eine überaus tüchtige, liebevolle Gemeindeschwester zu ge-winnen. Sie soll den Kranken und Armen, wie den Kindern und Jungfrauen dienen. Auch sonst wird die auf allen Gebieten der internen und chirurgischen Krankenpflege tüchtig ausgebildete Diakonisse denen, die ihrer bedürfen, nach Maßgabe der Möglichkeit zur Verfügung stehen. Sie wird morgen im Haupt-gottesdienst feierlich in ihr Amt eingeführt werden. H-ebei wird die Komposition „Der Herr ist mein Hirt" vom Organiiien Eduard Jnterberger durch Frau Bergkommissär Bauer zum Vortrag gelangen. Dom Theater. Am Montag den 2. Oktober beginnt die Saison mit der Dellinger'schen Operette .Don Cesar". Das melodiöse Werk, das erst kürzlich am Raimundtheater in Wien mit größten Erfolge zur Neueinstudierung gelangte und dort den Spielplan beherrscht, ist von Herrn Re-gisfeur Golda in Szene gesetzt. Die musikalische Lei-tung hat Herr Kapellmeister Leo Körner. In den Hauptpartien werden sich die Herren Diehl, Fabro, Gerold, Golda, Lauser und Sunko sowie die Damen Bayer, Merlin und Urban dem Publikum vorstellen. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, daß die Blockabonnements zur Eröffnungsvorstellung Giltig-feit haben. Wirtschaftsverband Tilli. Den geehrten Mitgliedern des WirtschastsverbandeS wird hiemit mitgeteilt, daß die Theaterdirektion wie im Vorjahre auch Heuer Theaterermäßigungen gewährt hat und werden Blocks für die erste bis sechste Parterre» Sperrsitzreihe zum Preise von 20-50 Kronen, sür die siebente bis neunte Parterre» Sperrsitzreihe zum Preise von 17-50 Kronen, sowie auch Einzelkarten zum bedeutend ermäßigten Preise gegen Beibringung der Mitgliedskarte beim Obmannstellvertreter Herrn Steuerv«>walter Pichl im Steueramt abgegeben. Die geehrte» Mitglieder werden ersucht, diese Begünsti-gung möglichst stark in Anspruch zu nehmen. Der bevorstehende gusammenbruch der Posojilnica in Schönstein. Donnerstag meldete der „Slovenski Narod" mit großem Jubel, daß sich die finanzielle Lage der Schönsteiner Poso-jilniea, die er selbst als kritisch bezeichnen muß, und die, wie es heißt, bis heute den Rechnungsabschluß sür das Jahr 1910 der Behörde nicht vorgelegt hat, dadurch gebessert hat, daß dieselbe ihre zwei Schön-steiner Liegenschaften E.-Z. 24:; und 216 (die ehe-mals Ivan Vo^njak'sche Lederfabrik und das ElektrizitätSwerk) einem gewissen Heinrich Steinherz, Hausbesitzer in Wien IV., Schelleingasse 17 um sage! 98.899 K vertaust hat. Verschwiegen hat der Slovenski Narod seinen Lesern, insbesondere der Laibacher Kreditbank und der Cillier Posojilnica, daß der Käuser Heinrich Steinherz, von der Schön-steiner Posojilnica, die jetzt vor dem Kaussabfchlusse ein bares Darleihen von 10.000 K, rückzahlbar bis Mitte 1913 erhalten hat und daß Heinrich Stein-herz in „Berichtigung" des Kaujschillinges per98.899K die aus den KausSliegenschaften intabulierten Schulden der Posojilnica und zwar der Laibacher Kreditbank per 40.000 K und der Cillier Posojilnica per zirka 80.000 K, also zusammen 120.000 K, übernommen hat — aber wohlgemerkt, nicht in sein persönliches Zahlnngsversprechen. Der Posojilnica in Schönstein blieb das BerwaltnngSrecht über obige 2 Etablisse-mentS nnd das „Recht", die Arbeiter derselben zu bezahlen und die ReparatnrSkosteu zu bestreiken, vorbehalten. Als Vertreter der Schönsteiner Poso-jilnica fungierte bei diesem famosen Vertrage Doktor Vekoslav Kukovec, der für diese Transaktionen nicht »nr der Cillier Posojilnica, sondern auch der Laibacher Kreditbank Rede stehen wird. Wir werden sehen, was die Staatsbehörde und die Advokaten-kammer zu diesem „Geschäfte", das die Liquidation der Schönsteiner Posojilnica aufhalten soll, sagen wird. Weinlesefest. Wie wir bereits in der vori-gen Nummer unseres Blattes gemeldet haben, findet morgen Sonntag den 1. Oktober im Saale des Hotel Mohr das Weinlesefeft des Verbandes deutscher Arbeiter CilliS und Umgebung statt. Die Vorarbei-ten des Festes sind nahezu beendet und harren die geschmückten Räume der Besucher. Das Preiskegel-schieben, das bereits um 4 Uhr nachmittags beginnt u-'d dessen Leitung in den bewährten Händen deS Ob» mannstcllvertreterS Herrn Franz Rebeuschegg liegt, ist mit wertvollen Preisen ausgestattet. Der Einzug des „BurgamoasterS' samt seinem „G'sind" ist für halb sieben angesetzt; im Falle schönen Wetters ist die Fahrt eineS geschmückten Wagens durch die Straßen der Stadt geplant und erfolgt die Abfahrt desselben um 5 Uhr vom Deutschen Hause. Die Musik besorgt die Cillier Musikvereinskapelle mit mit ihrem neuen „Weisl". Der Eintritt beträgt 60 Heller; der Beginn des Festes ist aus 6 Uhr abends festgesetzt. Wir rufen unseren Lesern ein „Auf zum Weinlesfest der deutschen Arbeite» beim Mohrenwirt" zu und wünschen den Veranstaltern den besten Ersolg ihres Festes. Heil! Der Landesfchulrat hat dem Oberlehrer in Kerschbach Gregor Polanec anläßlich der erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand sür seine Seite 4 Keuische Wu>cht Krjcracv 78 vieljährige ersprießliche Leistung im Schuldienste die Anerkennung ausgesprochen. Angestellt wurden als Oberlehrer u. a.: an der MädchenvolkSschule in Brunndors der definitive Lehrer an der 4. Knaben-Volksschule in Marburg Karl Mayer, an der Volks-schule in Rann bei Pettau der definitive Lehrer an der Knabeuvolksschule in Pettau Albin Wankmüller; als definitiver Lehrer oder Lehrerin: an der Volks-schule in Mureck der Lehrersupplent Friedrich Schwarz, an der Volksschule in MooSkirchen die definitive Lehrerin in St. Oswald Johanna Velec und die definitive Lehrerin in St. Martin am Wölmisberg Marie Toplak, an der Mädchen-Volks-schule in Brunndors die provisorische Lehrerin Therese Juritsch. an der Volksschule in Rohitsch die pro-visorische Lehrerin Margarete Vodopiutz, an der Volksschule in Rann bei Pettau die provisorische Lehrerin an ver Knaben-Volksschule in Pettau Jda Rodoschegg, in Markt Gonovitz der Bezirks-Aus-hilsslehrer in Gonobitz Gustav Svetlin, in Maria-Wüste der definitive Lehrer in St. Margareten bei Pettau Aools Friedl, in Videm der des. Lehrer iu Globoko Johann Cerncj, in St. Johann am Dran-selbe die Supplentin Maria Gobec und der desini-tive Lehrer in Peilenstein Alexander Nezima, in Pettau Umgebung die prov. Lehrerin StaniSlaja Schreiner, in Monsberg der Lehrersupplent Anton Kojuh, in Winzendors die prov. Lehreriil Eleonore Ferner, in Sauritsch die Lehrersupplentin Marie Borste, in Jagerberg die prov. Lehrerin Antonia Wutetz, in Unterlamm die prov. Lehrerinnen Theresia und Franziska Ziesel, in Gonobitz Umgebung der definitive Lehrer in Sromle Ludwig Petrie, in St. Lorenzen ob Marburg der Oberlehrer in St. Oswald au der Drau Joses Widmoser; versetzt wurde die definitive Lehrerin in St. Peter im Sulmtale Emilie Skerbinc »ach Graden. Der definitiven Leh-rerin in Cadram Aloisia Gorjak und der des. Leh-rerin in Hl. Geist in der Kolos Marie Plesko wurde der gegenseitige Dienstpostentausch bewilligt. Kochkurs in Bad Neuhaus. Für den staatlichen gastwirtschast'ichen Kochkurs in Bad Neu-hauS haben sich beim Landesverbände sür Fremden-verkehr in Steiermark 19 Teilnehmerinnen gemeldet und wird daher dieser Kurs am 2. Oktober 1911 beginnen. Die strebsame Automobil-Unternehmung Leopold Gangl u. Co., welche stets bereit ist, den Fremdenverkehr in jeder Weise zu fördern, hat in dankenswerter Weife die Beförderung der KurSteil-nehmerinnen von der Station Cilli nach Bad Neu-Haus mittels Automobil-OmnibufseS kostenlos zuge-sichert. Don der Bezirksvertretung Ober-radkersburg. Der Kaiser hat die Wahl des Herrn Franz Wratschko, Großgrundbesitzers in Nuß' dorf, zum Obmann und deS Herrn Otto Zorziui, Gutsbesitzers in Rotenturm, zum Obmann-Stellver-treter der Bezirksvertretung Oberradkersburg bestätigt. Ein gespiehter Hund. Aus Schönstein berichtet man uns: Kürzlich wurde der Hund des Fabriksdirektors Herrn Anton Sauer in Schönste!», als er in den Hos des Gastwirtes Priftovsek kam, von dem beim Wirte in Pflege stehenden Zosef Rocic mit einer Mistgabel verfolgt. Als er den Hund nicht erreichen konnte, warf er ihm die Gabel nach und traf ihn derart in die Rippengegend, daß die Gabel im Fleische stecken blieb. Der Hund lies hernach noch eine kurze Strecke, um dann tot zusammenzubrechen. Direktor Sauer bewertet den Hund auf 200 Kronen. Gegen den rohen Menschen wurde die Anzeige er-stattet. Prost Mahlzeit. Aus St. Marein bei Erlachstein schreibt man uns: Die Nachbarn Marie Krumpak und Alois Zolger, Besitzer in Pristova, leben infolge Wegstreitigkeiten schon seit längerer ZÄt in arger Feindschaft. Kürzlich ging nun die Krumpak nach einem Streite abends zur Behausung deS Zolger und warf auS Rache durch das Fenster des Wohn-zimmers große Steine, wodurch nicht nur die Fensterscheiben in Trümmer gingen, sondern auch die drei Kinder deS Zolger, die gerade beim Essen saßen, arg gefährdet waren. Die Steine fielen auf den Tisch nieder und zerschmetterten das Eßgeschirr. Eine kroatische Räuberbande. Nach Mitteilungen aus Drachenburg treibt sich seit unge-fähr drei Wochen in der Ortschaft Wodice und deren Umgebung an der kroatischen Grenze eine Ein-brecherbande herum, die zur Nachtzeit die dortigen Bewohner in geradezu srecher Weise brandschatzt. Die Strolch« dringen entweder durch die Fenster oder nach Oesfnuug der Türen mittels Sperrhakens in das Innere der Wohnungen ein, schüchtern die Leute, die sie in ihrem Diebshandwerk stören wollen, durch Drohungen ein und eignen sich dann Haupt« sächlich Bargeld, Kleider, Schuhe und Eßwaren an und verschwinden hierauf wieder über die Grenze. Unter anderen bestahlen sie namentlich die Besitzer Blasius Romih, Martin Lah, Franz Simfek, Anton Bajdec, Joses Zupanc, Marie Perc, Martin Kuzevar und Thomas Centrich, sämtliche wohnhaft in der Gemeinde Wodice. Von der Frechheit der Burschen kann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, daß sie ein bei Centrich gestohlenes Faß Wein zum Teile vor dessen Hause auStrankcn. Bis heute ist es nicht gelungen, diese Räuber hinter Schloß und Riegel zu bringen, da die Bauern ans Angst vor ihnen keine näheren Angaben machen wollen. Windisch-Feistritz. (D e u t s ch e r S i e g !> Einen gehörigen Schlag erhielten wieder unsere Herren Slowenen! AuS der aus 32 Mitgliedern bestehenden Bezirksvertretung sind die zwölf Slowenen vor Monaten ausgetreten, um auf diese Art eine Neuwahl zu erzwingen, weil sie glauben, daß ihnen der Sieg (I) gewiß sei. Aber die Rechnung stimmt nicht. Donnerstag fand nun die Wahl des Bezirks-fchulrates statt; die restlichen Mitglieder sind ein-stimmig für die deutsche Liste eingetreten und die Deutschen haben den Bezirksschulrat durch die Herren Josef Baumann, Franz Petzold, Albert Stiger, kaif. Rat Versolatti und Dr Hermann Wiesthaler glän-zend besetzt. Fuhball-Wettfpiel. Wie bereits gemeldet, findet morgen in Graz die zweite Runde in den Wettspielen um den Herbstmessepokal statt ES wer-den zwei Wettspiele ausgetragen. Im ersten, daS um 2 Uhr beginnt, werden der Knittelfclder Sport-verein und der hiesige Achletik-Sportklub, im folgen-den der Grazer Athletik-Sportklnb und die Grazcr Sportvereinigung als Gegner gegenüberstehen. Un-sere Mannschast tritt in derselben Form an, wie beim Wettspiel am 3. September, welches mit einem glänzenden Siege über den Marburger Sportverein endete. Nichtsdestoweniger sind die Siegesaussichten diesmal nicht so glänzend, da die hiesige Mannschaft es mit einem sehr starken Gegner zu tun haben wird. Im allgemeinen werden die beiden Mann-schasten sür gleichwertig gehalten. Auf die Cillier sind die besten Hoffnungen zu fetzen, schon mit Rück-sich! daraus, alS bei diesem Wettspiel wieder Herr Franz Krell, als der altbewährte Tormann, und die Herren Mandl und Fritz Wehrhan kräftig mitwirken werden, obwohl sie infolge ihrer Abwesenheit von Cilli nicht in die Lage gekommen sind, mit den hie-sigen Wettspielern die Trainings mitzumachen. Rann. (GeschästSbrand.) Heute um 2 Uhr nachmittags entstand dnrch Unvorsichtigkeit eines Ladenburschen in der Gemischtwarenhandlung Ko-stejnschek u. Schuschel ein Brand, der die fleißigen Leute um ihr Hab und Gut brachte. Als die Rauch-entwicklung bemerkbar wurde, erschien auch schon der Großkaufmann Herr Matheis mit seiner stets be-reitgehalteneu Löschpumpe, welche von seinem Gc-schästSpersonale bedient, sofort cingriff und so die erste Hilse leistete. Genannter Herr beteiligte sich mit anerkennenswertem Eiser an der Löscharbeit und der Bergung der Ware. Mit staunenswerter Raschheit erschien auch die Ranner Feuerwehr mit ihrem Hauptmann, dem Stadtamtssekretär an der Spitze, am Brandplatze und rückte mit viel Geschick und rühmenswerter Tatkraft dem gefährlichen Brande an den Leib. Mehr als eine einstündige anstrengende Arbeit, an welcher sich auch Herr Dengg, Hotelier im Deutschen Heim, besonders hervortat, war ersor-derlich, um des Brandes Herr zu werden. Die be-dauernSwerten Geschäftsinhaber sind leider nicht ver-sichert gewesen und so um die wohlverdienten Flüchte ihrer vieljährigen Arbeit gekommen, da der Wert der geretteten Waren ein ganz geringfügiger ist. Jeden Sommer und bei der heurigen Dürre ganz besonders leidet Rann sehr an Wassermangel, so daß die Bevölkerung in große Bedrängnis gerät. Ein wahres Glück, daß der Brand jetzt nach dem Regen.ausgebrochen ist. wo der Brunnen wieder ziemlich voll war — sonst hätte man das Wasser von der Save holen müssen. Durch den dadurch bedingt 'ge-wesenen Zeitanswand hätte daS Feuer sicherlich an» dere Objekte ergriffen, dem man bei den hiesigen Verhältnissen ohnmächtig gegenübergestanden wäre. Möge dies den maßgebenden Faktoren ein ernstlicher Fingerzeig sein, wie notwendig die Einsührung einer Wasserleitung hier ist und es ist höchste Zeit, daß die wiederholten Bitten der gesamten Bevölkerung und der Stadtväter Erhörung finden. Die Ruhr in Windischgraz. Da sich die Ruhr auch aus die Gebiete der Stadt Windisch-graz ausgebreitet hat, wurde von der Bezirkshaupt-mannschast daS Epidemieversahren auch auf den Stadtbezirk Windischgraz ausgedehnt. Da sich in-folge der vielen Erkrankungssälle an Ruhr (derzeit 60 im Bezirke Windischgraz und 29 im Bezirke Schönstein) der Belagraum im städtischen Spitale als unzureichend erwies und auch die erforderlichen Jso» lierräume mangeln, hat das Siadtamt bei der Ve-zil kshauptmannichast WindisSgraz um die Ausstellung von sogenannten Döcker'schen Isolierbaracken aus Staatsmitteln angesucht. Windischgraz. (Brand.) Die Bevölkerung der Stadt Windischgraz kommt tatsächlich aus dem Feuerschrccken nicht heraus. Mittwoch nachmittag um 3 Uhr wurde die Wehr durch Hornsignale alarmiert. Es war das mitten in der Stadt ge-legene Stallgebäude des Herrn Karnitschuigg in Brand gerate». Die Feuerwehr war sofort an Crt und Stelle und ihrem energischen und zielbewußten Eingreifen gelang eS, den schon stark vorgeschrittenen Brand ans seinen Herd zu beschränken. Die Lösch arbeiten gestalteten sich deshalb sehr schwierig, weil die in Brand geratenen Heu- und Futtervorräte an schwer zugänglichen Orten aufgestapelt waren und es mußten die Löscharbeiten vom bereits brennenden Dache aus vorgenqninen werden. Die Gefahr des Weitergreife»? war eine sehr große, da das Brand-objekt mitten unter anderen Gebäuden steht und es ist nur ein Glück, daß der Brand nicht bei Nacht ausgebrochen ist und daß Windstille herrschte. Die Fenerwehr unter der umsichtigen Leitung des Wehr-Hauptmannes Herr» Unger hielt sich sehr brav nnd hatte bis zur gänzlichen Eindämmung des Brandes mehrere Stunden hart zu arbeiten. Der Brand soll wieder durch spielende Kinder gelegt worden sein. Brand. Am 22. d. waren die BesitzerSleute Kozuh in Sopote bei Windisch-Landsberg vom Hause abwesend und ließen ihr sünsjähriges Kind allem im Hause. Das Kind vertrieb sich die Zeit mit Spielen mit Streichhölzern. Ein brennendes fiel in den beim Herde ausgeschlichteten Strohhansen und sogleich stand dieser in Flammen. Das Kind ergriff die Flucht und versteckte sich. Das Feuer dehnte sich in kurzer Zeit aus daS ganze Wohnhaus aus, und als die Mutter vom Felde zurückkehrte, standen auch bereits das Stall- und Kellergebäude in hellen Flammen. Jnsolge deS Wassermangels konnte nichts gerettet werden. Es fielen dem Feuer drei Schweine und die ganzen Fahrnisse samt Futtervorräten zum Opfer. Schönstein. (Von der Schule.) Zm jünij-sten deutschen Städtchen Steiermarks, dessen heißumstril-tene Gemeindestube noch vor kurzer Zeit die Slowenen besetzt hielten, erfreut sich die deutsche Privatvolks schule, die vom Schulvereiue im Jahre 1903 errich-tet wurde, eineS schönen Aufschwunges. Während der Hauptferien würd« mit Bewilligung der Haupt-leitung ein großer Zubau aufgeführt, in dem im» die mit Beginn deS Schuljahres 1911/12 neu eröffnete dritte Klaffe nnd der zahlreich besuchte deut-sche Kindergarten untergebracht und. Zm Lehrkö-per trat eine Veränderung ein: die SchulvereinShaupt-leitung hat nämlich Herrn Sepp Prachner, bisher Lehrer und Gy" nasialturnlehrer in Trieft, zumL.er-lehrer und die Herren Leo Peukert, bisher Lehrer m St. Peter am Ottersdach, und Rudolf Hübner, dis. her Lehrer in St. Oswald in Niederösterreich, z» Lehrern in Schönstem ernannt. Heuausfuhr. Montag den 2. Oktober um 10 Uhr vormittags findet in Marburg (Hotel Meran) eine Versammlung der steirischen Heu-exporteure statt, um über die Zentralisierung d«s Exportes Beschluß zu fassen. Teplitz und Aussig. Die diesjährige Haupt-Versammlung des Deutsche» Schulvereines gilt dem Besuche der Städte Teplitz und Aussig, also einem LandeSteile Böhmens, der durch das Bordriiizkil der Tschechen zu einem Heftig umtobten Sprachkamps-gebiete geworden ist. Die schöne Badestadt Tepli? Schönau, in welcher am 30. September der Ä« grüßungsabcnd und am 1. Oktober die Festversamm lung stattfindet und ebenso die Stadt Aussig, welche den Deutschen Schulverein sür den anschließenden Montag zu Gast geladen hat, sind nicht nur die bedeutendsten Gemeinde» (Aussig zählt 84.000, Teplitz 27.000 und mit der unmittelbar anschließen-Gemeinde Turn 42.000 Einwohner) deS nordwest lichen Böhmen, sondern haben auch eine reizende Lage und landschaftlich schöne Umgebung. Die Bewohnerschaft deS ganzen Gebietes ist gat national gesinnt und die Ortsgruppen, die sich in den beide» durch treue Opserwilligkeit allzeit besonders a:iSge> zeichnet haben, (in beiden Städten bestehen Schal-vereinS-Ortsgruppeu seit mehr als 30 Jahren und die Leistungen betrage» während der letzten 5 Jahre in Teplitz über 56.000 K., in Aussig nahezu 50.000 K.) werden die Fcstgäste freudigst begrüßen. Es ist gewiß, daß auch die diesjährige Hanptoer-sammlung- wieder einen erhebenden Verlauf nthi ■WjU äßen, 'wer-hmen MM. Blätter zur Unterhalwng und Belehrung für Haus und Familie. K»«»tagsveilage »er „Deutsche» Macht- i» gtffi. Nr. 39 »Die 6slbmarf erscheint jeden Sonntag als unmtaeltliche Beilage für die Leser der .Deutschen Wacht". — Einzeln ist .Die «ad«art" nicht käuflich. 1911 «Nichdruck verboten i Aeflegt. Rovellette von M. v d. Trave. .Gräfin — — t Sie werben ablassen von Ihrer Idee — Sie werden es tun um meinetwillen!" Gräfin Verra von Tharn, die famos« Amazone und Siegerin beim jüngsten Pferderennen, stand mit ihrem Begleiter, dem Rittmeister von Starkloff, an der Koppel im Tharner Park, und begrüßte mit Klopfen und Streicheln ihre hellbraune Stute Ariadne, die in schlankem Galopp auf ihre Herrin zukam. Die Augustsonne warf ihre scheidenden Strahlen über die Koppel hin. über Ariadne» glänzenden Leib und die schöne lange schräge Schulter. Sie beglänzte die Blätter der Pappel, unter der Gräfin Berra stand und warf einen zitternden Streifen über das blonde Haupt der lungen Witwe. So blond und lieblich und so echt weiblich in ihr:n Bewegungen erschien diese Frauengestalt. Und doch lebte in dem zarte» Körper ein eiserner Wille, in dem s zönen Köpfchen ein kühner Geist. Gräfin Verra in ihrer schlanken Grazie, aus ihrer edlen Stute Ariadne, wLre das Entzücken eines MalerS gewesen und war daS Entzücken aller Sport-freunde, welche den Vorzug hatten, fie zu kennen. Einer nur machte hierin ei.« Ausnahme, — der Rittmeister von Starkloff. Er halte Gräfin Verra auf dem großen FrühjahrSrennen kennen gelernt, — als einzige Dame unter fünf Dragonern und drei Husaren, sowie dem Rittmeister selbst, war si- auf der Ariadne in die Bahn eingeritten. Er hatt« geglaubt, seinen Augen nicht trauen zu können, daß diese zarte, bieg-same Gestalt die Konkurrenz mit den Reitern auf» nehmen wollte. Und dann war da? Unerhörte ge-schehen, — Rittmeister von Starkloff, der rühmlichst bekannt« Sieger auf den Rennplätzen, hatte über der Beobachtung, daß diese zarte Reiterin sämtliche Hinder-uiffe, auch den fatalsten Graben, mit Leichtigkeit über-wand, die Beobachtung über sein Pferd verloren. Die Reiterin hatte sämtliche Reiter zurückgelassen und hätte unzweifelhaft als erste da» Ziel erreicht, hätte Starkloff sich jetzt nicht auf sich selbst besonnen, und daß der Einsatz vieler mit seinem Sieg oder Sturz auf dem Spiele stand. Ein heißer Zorn gegen den „Weiberrock", der fich auf die Rennbahn verirrt — ja verirrt! und ihm die Besonnenheit geraubt, wallte in ihm auf und verlieh ihm plötzlich eisernen Willen. Und dieser Wille siegt«. Doch nicht üb«r die Reiterin, — unter tosenden« Beifall o«S Publikums hatten beide zugleich daS Ziel erreicht. Seit diesem beachtenswerten Moment war es bei-d«n, als verknüpfe sie «in geheimnisvolles Band — ein Band eigener Art. Der Rittmeister bewunderte die kühne Amazone, ja gewiß, aber seit für sie in seiner Herzenskammer ein Platz frei geworden, der bald den ganzen Raum beanspruchte, empörte sich, gerade wie beim erste» Sehen, sein Inneres gegen Gräfin Verra« EmanzipationSgelüste, wie er es nannte. Keinen Sports-kameraden — ein W«ib will der Mann, wenn er hei-ratet. Und daß er sich mit diesem Gedanken herumtrug und der Gegenstand seiner Sehnsucht die junge Wilw« war. verheimlichte er sich selbst nicht und der Gräfin nicht. Mit fliegenden Fahnen schritt er zur Attacke — und bald wußte Gräfin Verra eS, daß sie zu wählen hatte zwischen dem Rittmeister als Gatten und ihrer Rennpasston DieS führte zwischen beiden zu interessan» ten Debatten. Der Gräfin Leistung, auf dem Rennplatz damals, ward für die moderne Frau d«r AnhaltSpunkt, daran sie ihre Ideen von Gleichberechtigung bei Mann und Frau vor dem Rittmeistee klar stellte. Er dagegen zog mit Schillers ..Das weibliche Ideal" zu Felde und mit der ..Macht deS WeibeS": Kraft erwart' ich vom Mann, d«S Gesetzes Würd« behaupt' er; Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche da» Weib. Wahre Königin ist nur deS Weibe» weibliche Schön» heit; Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet bloß, weil sie sich zeigt. „Ach, hören Sie doch aus mit Schiller, Herr Rittmeister! hatte die ZuhSreri« geeifert und ihre hell» ttchen Blauaugen hatten geflammt: „Zu Schiller» Zeit war die Frau, leider Gottes! ein schwache«, unselbstän-dige« Wlsen! Nun, im zwanzigste» Jahrhundert end-lich, hat sie sich auf sich selbst besonnen und auf ihre Individualität und kämpft mit Erfolg gegen da« Joch veralteter Privilegien —.* „Ist die Ehe etwa auch ein veraltete» Privile-gium?" hitte der Rittmeister nun die Sprecherin unter-brechen, und feine «uzen hatten gerade so geflammt, wie die seiner Gegnerin. „Wenn die soziale Not da» schwache Geschlecht in den Kampf um» Dasein zwingt, so fordert e« einem jeden Bewunderung ab. wie tapfer unsere Mädchen und Frauen diesen Kampf bestehen-Ueberschreiten sie hiebei die Grenzen, die ihrem Geschlecht gezogen, so liigt da» in dem Zwang der Verhältnisse und ist daher verzeihlich. Abstoßend aber ist e», wenn eine Frau —.* «Herr Rittmeister!" wenn eine Frau, die ein gütige» Geschick auf die Sonnenseite de« Leben» gestellt hat, ihre Leben»-aufgabt in männlichen Passionen sucht! Und ganz br-sonder», wenn diese Frau von der Natur geradezu prädestiniert scheint, zu beglücken, — wenn Sie e» doch einsehen wollten, Verra, daß hierin allein da» Recht der Frau liegt." „Niemals! Und ich lasse mir meine Individualität nicht nehmen!" So und ähnlich waren diese Debatten geschlossen-Nun hatte da» bevorstehend- Offiziersrennen, da» Gräfin Verra auf ihrer Stute Ariadne mitreiten wollte, die Sache zugespitzt. „Sie werden ablassen von Ihrer Idee, Gräfin — Sie werden e» tun um meinetwillen!" wiederholte der Rittmeister jetzt. Gräfin ^rra drückte ihr blonde» Haupt liebkosend gegen de» Hals Ihrer Stute und blinzelte au» halbge-schlössen«» Lidern den Zuschauer an, e» diesem über-lassend, zu erraten, zu wessen Gunsten ihre Antwort au«fiel. Jedenfalls verstand Ariadne den Liebesbewei» und beantwortete ihn mit freudigem Wiehern. Die Stirn des Rittmeister« färbte sich dunkel; er hätte die liebreizende Flauengestalt von dem Pferde fortreißen mögen und eine uabezwingliche Eifersucht auf da« vernunftlose Tier packte ihn. Da scholl ihre Stimme zu ihm hin — e« bebte eigen au« dem Ton, da« wahrzunehmen feine Erregung nicht zuließ. „Ich gebe Ihnen Ihre Worte zurück, Herr Ritt-meister, — Sie werden ablassen von Ihrer Idee, Sie werden e» tun uin meinetwillen." At» Antwort schlug der Rittmeister die Hacken zusammen, verneigte sich vor der Sprecherin und ver-ließ raschen, festen Schritte» den Park und da« Hau«. Gräfin Verra sah feiner entetlenden Gestalt nach. Dann sah sie nachdenklich vor sich hin — lange, lange. Und nun drückte sie abermal» da« Haupt an die weichen Nüstern der Stute. Der sonnige Uebermut, der sie zuvor beseelt, war au« ihrem Gesicht wie weggewischt, — leise und zärtlich sprach sie mit ihrem Liebling. Sie strich ihm die Mähne zurecht: „Mein lieber treuer Ge-seile/' flüsterte sie, preßte ihr Gesicht i« die Haarflut, und au« ihren Augen stürzten Tränen. Ein auffrischender Wind dämpfte die Hitze de» Augusttage», und die Glut der Sonnenstrahlen, die über die dichtbesetzten Tribünen und den Rennplatz hin-gleisten. Ueber leuchtend weiß» und buntfarbige Som-meitoiletten, über malerische und grotc»k« Riesenhüte und ihre plaudernden und Bemerkungen »»«tauschenden Besitzerinnen. .Wenn gnädige Frau setzen wollen, so setzen Sie auf Rittmeister« von Starkloff« braunen Wallach Zeu«. Kapitales Pferd! Nun, und der Reiter genießt auf der Rennbahn ja bereit» eine Berühmtheitsagt« der Amtsrichter Oehlenberg zu Frau von Pleß, der Witwe eines Rittergutsbesitzers. Die Angeredete lachte leise. «Zugegeben, daß Starkloff unter den flinken Hufen seine» Zeu» Sieg auf Sieg erringt! Aber, Sie vergessen meine reizende GutSnachbarin und ihre Stute Ariadne! Ich habe meinen ganzen Einsatz auf die Ariadne gesetzt I Einmal weil ich zu der Reiterin freundschaftliche Beziehungen habe, zvm anderen, weil Gräfin Tharn durch ihre glänzende Leistung aus dem FrühjahrSrennen tatsächlich zu den besten Hoffnungen berechtigt " „Dagegen läßt sich nicht» sagen, gnädige Frau. Sind doch bereit« nahmhafte Summen aof die Ariadne gesetzt. Gräsin Tharn. dies« moderne Amazone, beginnt von sich rede» z» machen, — leider." ,Wa« sagen Sie da, Herr Amtsrichter? Gehören Sie denn nicht auch zu den Bewunderern dieser toll» kühnen Dame?" „Gewiß, meitte Gnädige! Da« hindert aber nicht« an der Tatsäche. daß ich unsere» deutscheu Hausfrauen den Porzug gebe." „Auch Du, Brutus?' lächelte die ZuhSrerin, die schon mehrfach ähnliche« vernommen, es aber vorzog sich hierbei neutral zu verhalten. Die» gelang ihr um-somehr, al» jetzt die Glocke anf dem Sattelplatz zu bimmeln begann. Damit wandte sich die allgemeine Auf-merkfamkeit den Teilnehmern de» Rennen» zu, die ihre Pferde besticgen und in den Ring ritten. ®# Unten ihrer 14, — 13 Reiter und «in« Dame. D«r Rittmeister von Starkloff ritt d«n Z«u». Ruhig, beinah« unnahbar, blickte er unter dem Schirm der Mütze hervor. Ariadne» glänzender Leib war vor-hin an ihm vorübergeglitten, — als geh« ihn die Reiterin garnicht» an, hatte er den Kopf, ohne sie gesehen zu haben, von ihr fortgewandt. Nicht« in seinen Mienen verriet, wa» in ihm vorging. Und doch hatte der Augenblick, da er die Ariadne erblickt, über sein Leben entschieden. Mit welch hoher seelischer Erregung hatte er der Entscheidung entgegengesehen. Immer noch hatte eine leise Hoffnung in ihm gewohnt, die Hoff-nung, daß Verra« Liebe zu ihm über ihre Passion sie-gen wurde. Nun er die Ariadne gesehen, war ihm, als sei in seinem Innern plötzlich eine Welt zerstört — nun erst kam e« ihm so recht zum Bewußtsein, wie srhr er diese Frau geliebt. Vorüber — vorüber. . . . Straff richtete er sich im Sattel auf — wie hart ihm auch diese Enttäuschung ankam, nicht ein zweite« Mal sollte e« ihm passieren, über dieser Frau die Beobachtung über sein Pferd zu verlieren. Die Musik spielte einen feurigen Marsch und da« Rennen begann. Auf den Tribünen, am Totalisator, erhöhte« Le-b«n: überall Erwartung — Spannung, die sich von Minute zu Minute steigert. Die Gläser vor den Augen, folgt die Menge dem Zeu« und der Ariadne, die auch heule wieder da« Hauptinteresse beanspruchen und allem Anschein nach um den Preis de« Tage» wetteifern. An-fang» hatte Zeu» keinen Vorsprung. Al» Ariadne an dem Reiter vorbeisauste, senkte dieser den Blick. Aber auch als er ihn wieder hob, glitt derselbe über die Reiterin, die um sech» Pferdelängen vorau« war, hin' weg Nach dem dritten Hindernis legte Zeu« zu, und bald war er Ariadne um eine Pferdelänge vorau». Der Reiter hatte nur Augen für fein Pferd. Die flinken Hufe hinter ihm — wa» gingen sie ihn denn an? Einzig, daß er diese Konkurrentin zu besiegen hatte! Allein es schien, al» wenn ihr die gleiche Absicht gelänge, denn» plötzlich flog Ariadne Seite an Seite mit Zeu«. Auf den Tribünen herrschte fieberhafte Aufregung. Alle« spähte angestrengt, erhob sich. Man sprang auf die Bänke, um besser sehen zu können, — Bemerkungen schwirrten: „E» kommt, wie e« schon einmal kam . . „Da — da — Zeu« — nein Ariadne, nicht doch, beide sind zugleich am Ziel l Hurra!" Tosender Beifall umbrauste die Sieger, die wie schon einmal, um den Prei« teilen mußte«. Indeß die Musik einen Tusch schmetterte, wandte der Rittmeister, ohne die Mitsiegen« anzusehen, fein Pferd. Da scholl perlend«» Lachen an sein Ohr und ein« übermütige Stimme: ,,«i, H«rr Rittm«ist«r, haben Sir sich mit der Ariadne. weil sie mit Ihnen den Sieg teilt, so angefetndet, daß Sie für die Toch-ter Ihre« Kommandeur» keinen Gruß übrig haben? Ich werde Sie bei Papa verklagen, Sie — Sie —"! Blitz,zeschwind hatte der Rittmeister sich umg«. wandt. Die Stimme — die Worte —. „Hilf Himmel, gnädige« Fräulein, Sie sind die Reiterin der Ariadne! ?" stammelte er, und blickt« mit so ausrichtiger Verwunderung und einem Gemisch von Entzücken und Bestürzung sie an, daß die junge Dame hell auflachte. „Ja, lachen Sie nur» gnädige« Fräulein, die Täuschung ist'« wert! Ich bitte tausendmal um Ver-zeihung wegen meiner UnHöflichkeit. Ich — ich glaubte natürlich — Gräfin Tharn — reite — die Ariadne! Wie nur — .* Die KommandeurSlochter lachte jetzt ausgelassen: „Also Verra, da» arme Hascherl, sollte von Ihnen geschnitten werden, Herr Rittmeister? Gottvoll! Run — mir dämert», ha, haha! Ihnen vielleicht auch, wenn Si« erfahren, daß gestern Gräfin Tharn mir die Ariadne zuschickte, und zwar al» Präsent. Ich möchte doch um otteSwillen da» Geschenk annehmen, sie habe ihre Gründe. Gebe aber ihren Liebling in keine Htnd lieber, al« in meine, da ich toch gerade eine fo firme Reiterin sei wie sie selber. Da nun die Ariadne zum Rennen heute angemeldet, so gebe sie e» mir anheim, die Ariadne zu reiten. Die Erlaubnis hierzu habe ich dem Papa abgebettelt. Da haben Sie die Erklärung, Herr Rittmeister! Den Kommentar hierzu aber. —* die junge Dame drohte schelmisch mit dem Finger — „ich denke, Herr Rittmeister, den können Sie allein finden.' Be»wuugen von dem Herzentjubel, der Starkloff durchströmte, führte er die Hand der Sprecherin an feine Lippen. „Gnädige» Fräulein," bat er, „feien Sie der verlassenen Ariadne eine gütige Herrin." Gleich darauf war er in der Menge verschwunden. Noch an demselben Tage holte d?r Rittmeister sich da» „Ja" von den geliebten Lippen. Das Lokal-Museum. Hluler an Kriunerunge« au die Bomerzeit s« überreiches Museum ist a« pouuerstageu und Houutageu von 9—1 Alhr geöffnet, an anbete« Hagen der Woche von 10—12 Mr. yie $in< trittsgebühr beträgt 20 Keller. Vermischtes. Die Wiener Wohnungsnot zeitigt die eigenartigsten Bilder. Dieser Tage wanderte eine ganze Familie wegen Wohnungsnot auS Wien aus und suchte sein Heil in Mariazell. Der Mann schob, von zwei Frauen flankiert, den Kinderwagen, welcher ein Plakat mit den Worten trug: „Wir sind ein Qpser der Wiener Wohnungsnot! Wir müsse» auS-wandern!" — Am Graben in Wien versuchte die obdachlose Gärtnersfamilie Hörtner. aus den Stufen deS Brunnens aus zwei Schnellsiedern ihr Mittagmahl zu kochen. Polizei wollte sie an ihrem Bor« haben hindern, jedoch nahmen die zahlreichen Pas-santen sür die Obdachlosen Partei und so kochten sie ob, verzehrten ihr Mahl und zogen weiter auf der Suche nach einer Wohnung, in einem Kinderwagen Wäsche und Geschirr mit sich sührend. „Aennchen von Tharau" aus dem Index. In der Münchener Lokalschulinspektion, die jüngst eine Sitzung abhielt und sich unter anderem mit der Umarbeitung der Schulliederbücher beschäftigte, beanstandete der katholische Domkapitular Hartl das Lied „Aennchen von Tharau", das nach seiner Meinung bei den Knaben und Mädchen, die sich gegenseitig sowieso schon mit Liebesbriesen beschenkten, eine schlechte Wirkung hervorrufen könnte. ES könnte, sagte er, vielleicht da;u kommen, daß die Knaben-klaffe das Lied „Aennchen von Tharau" singt, wäh-reud eine halbe Stunde später die gegenüberliegende Mädchenklasse dasselbe Lied anstimmt, aber dafür singt: „Häuschen von Pasing ist'S, der mir gefällt!" Bei der Abstimmung wurde mit allen gegen einige geistliche Stimmen die Beibehaltung des Liedec be-schlössen. So ist Aennchen einstweilen noch gerettet worden. Eine Tragödie der Irrungen. Der „Pester Lloyd" berichtet von einem jener Dramen-die das Leben schreibt. Ein junger Landwirt, Andreas Kral, war vor einigen Jahren aus Satoralja-Ujhely nach Amerika ausgewanderte Dort erzählte ihm ein Bekannter, seine Frau habe während seines Fern-seins mit seinem Neffen ein Liebesverhältnis unter-halten. Der Zufall wollte es, daß kurz darauf der Neffe Krals in New-Aork landete. Am nächsten Tage fand man ihn tot aus. Kral hatte den Geliebten seiner Frau erstochen. Der Mörder wurde vor Gericht gestellt. Ais seine Frau hone, in welches Gesahr ihr Gatte schwebte, reiste sie nach New S)ork und bezichtet« sich, um ihren Gatten zu retten, der Ehebruches. Kral wurde daraufhin auch nur zu kurzer Haft verurteilt. Nach Verbüßung seiner Strase kehrte er in die Heimat zurück, und Sonn- tag den 10. v. fand man seine Frau mit durch-schosfenem Herzen in ihrer Wohnung auf. Ihr Gatte hatte sie getötet. Er konnte nicht glauben, daß sie um seinetwillen, um ihn zu retten, einen Meineid geschworen hatte. Kral hat die Flucht er-griffen. Klerikale Umtriebe an d?n Wiener Volksschule». Die Christlichsozialen haben es während ihrer 15jährigen Herrschast verstanden, einen Teil der Wiener Lehrerschaft, ganz besonders die Lehrerinnen, für ihre Pläne zu gewinnen. Wie diese ihre Macht über die Kinder ausnützen, wie sie es versuchen, die arglosen Kleinen um Vorgänge in der Familie auSzusratscheln, beleuchtet folgender, an sich unbedeutender Vorfall. An einem Freitag nachmittag fragte die Lehrerin einer Mädchenvolksschule der westlichen Bezirke Wiens ein Kind der ersten Klaffe: „Habt ihr heute zu Hause Fleisch gegessen?" Die Kleine antwortete: „Das weiß ich nicht, da muß ich e>st die Mutter fragen." Seltsame Urteile. Bon seltsamen Ent-scheidungen, die der Gerichtshof in Naivobi, Britisch-Ostafrika, getroffen hat, berichtet die „African World". In den vorliegenden Fällen war Anklage wegen Mordes erhoben worden. In dem ersten hatte ein Eingeborener fahrlässig den Tod seiner Stiesmutter verursacht. Er wurde verurteilt, „seinem Vater eine neue Frau zu kaufen". Und in einem anderen Fall, wo ein trunkener Eingeborener in einem Streit durch einen Schlag einen Menschen tötete, wurde er verurteilt, abgesehen von siebenjähriger schwerer Kerkerhaft, „den Angehörigen des Verstorbenen 50 Ziegen zu bezahlen nach der Sitte deS Landes". So findet Sitte und Gewohnheit hier oft die Billigung des Gesetzes, oft freilich auch müssen sie wegen ihrer Grausamkeit bekämpft werden. Deutsche, unterstützt eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus-gegebenen Wirtschaftsgegenstände (Zündhölzer, Seife u. dgl.) das euch nichts kostet und den Bereinen Nutzen bringt! Gebraucht fleißig die Wehrschatzmarken! Gedenket bei Wetten und Spielen der deutschen Schutzvereine! • II ••••!# IP« |f IIIMIM Itilll""" CTCRNIT'WCRKK LUDWIG HüTSCHKW.llNl,VbCKMBWUCKtWIEW.»UP4PEST.WyiKCES UJMLU MIM -—' ilkaludtw Mundwasser Nmr.ner 73 Deuische Wacht »nd dir Teilnehmer, die sich möglichst zahlreich ein-finden mögen, von den in Teplitz und Aussig ver-lebte« Stunden dauernd schöne Erinnerungen behal. ten werden Schulvereinskalender. Die Leitung des tcutschen Schulvereines ersucht uns, mitzuteilen, daß der im 26. Jahrgange stehende beliebte Schul-vneinekalender für 19 l2 bereits zur Ausgabe ge-sangt ist nnd durch die Ortsgruppen sowohl, wie durch Kalender - Verkaufsstellen zu dem bekannten Preise von 130 K bezogen werden kann. Inhalt «nd Ausstattung werden dem schöne» Hausbuche vene Freunde sichern und die Erwägung, daß dessen Zleinerirag den Zwecken deutscher Schutzarbeit zufließt, soll nicht zuletzt ein Ansporn sein, sür dessen Per-breitnug einzutreten, damit der Schulvereinskalender «mundest wieder den gleichen Ersolz wie im Bor-jähre wird verzeichnen können. Das Auto als Freund von kranken Kindern. Eine Spaiiersahrl sür Kinder, denen ftn körperliches Gebrechen die Bewegung im Freien bindert oder gar ganz unmöglich macht, veranstaltete in Dormstadt der Hefsische Automobilklub. In 1«_» geichmückien Automobilen, die von den Besitzern selbst gelenkt wurden, laßen über 60 Kinder und schauten bei einer Rundsahrt durch die Stadt und auf der Weilern Fahrt durch Held und Wald nach der Som-«erfrische Einfiedel, was sie im besten Falle nur vom Hörensagen kannten. Der Kind bewirtete dazu »eine kleinen Gäste rei.< lich. Die Befriedigung über den Verlauf der Veranstaltung war auf allen Seiten t rech! groß. Der Gedanke, auch den ärmsten Kindern ; ein Stückchen von der Welt zu zeigen ist so gesund, daß man nur wünschen kann, es möchten sich recht viele finden, ihn zu verwirklichen. Htowenischer Sprachunterricht. Um einem viellach geäußerten Wunsche deutscher ^tammesgenossen nach Erlernung der slowenischen Sprache zu entsprechen, wird im Laufe des Monats ober in Cilli ein slowenischer Sprachkurs errichtet, i& fctin das Slowenisch ferne von jedem gramatika-tiid»n Ballast aus recht prallische Weise angeeignet tMNKit soll. Die Anmeldungen sür diesen Kurs, au dem^uch Obergymnasisteu teilnehmen können, mögen fich a\i die Schnstleilung der „Deutschen Wacht", die darüber nähere Auskünfte erteilt, gerichtet werden. Tierpflege. Unter den Firmen, welche sich mit der Erzengung und dem Bertriebe von Pferde-sport-Artikcln und Veterinären Produkten besassen, nimmt unstreitig die Firma Franz Johann Kwizda in Korucubürg den ersten Platz ein. Seit dem Jahre 1853 ist dieses renomniierie Geschäft bestrebt, nur die besten Erzeugnisse aus dem Gebiete der Tierpflege und »es Pferdesportes in den Handel zu bringen. Sowie sich Kwizda's Korneuburger Biehnährpulver und Kwizda's RestitutionS-Flnid sür Pserde seiner-zeit rasch einen guten Rns erworben und sich auch bis jetzt deuernd erhalten haben, ebenso finden in neuerer Zeit die Kwizda'schen Patent-Gummistreis-bänder und sonstigen Patent-Schutzvorrichtungeu sür Pferdefüße bei Pferdebesitzern die beste Aufnahme. Die Firma! Franz Johann Kwizda in Korneuburg versendet ans Verlangen ihren reich illustrierten Preis - Katalog, in welchem Sportfreunde manche praktische Neuigkeit vorfinden könne», an jedermann gratis nnd sranko. i Achüleiturncn. Auf Wunsch mehrerer Eltern wird auch in diesem Schuljahre ein Kinder- und Schülerturnen sür Knaben und Mädchen unter der Leitung dcS staat lich geprüften Turnlehrers Herrn Ferdinand Porsche stattfinden. Jene Eltern, welche ihren Kindern außer-halb der Schulzeit eine angemessene körperliche Aus-dildung angedeihen lassen wollen, mögen sich Diene-lag um 5 Uhr nachmittags im Turnsaale der Mäd» chcnschule zu weiterer Besprechung ein finden. Veriiiischtco. Fünfter Kongreß des ReichSver-davdt« der deutschen Gewerdever-. inc Oesterreichs. Anläßlich der Feier des jährigen Bestandes deS Mährischen Gewerbever-emcs findet der Verbandskongreß Heuer in Brüim, und zwar am 7. Okober. nachmittags 3*/, Uhr, im grftsaale der Brünner Handel»' und Gewerbekammer hon. Aus der Tagesordnung stehen Referate über: die Fleischsrage und die Teuerung, Ausblicke in un-sere zoll- und handelspolitische Zukunft. gewerbliche Kreditwesen und die wirtschaftlichen Organisationen fc« Gewerbe», die Sozialversicherung. Der Nieder-österreichische Gewerbeverein plant eine korporative Beteiligung an dem. Verbandskongresse und der Jubelfeier des Mährischen Gewerbevereines. Ferner d^m sich bereits zahlreiche Gewerbevereine aus allen jtrouländern angemeldet, so daß eine sehr rege Bc-ui'.igung an dieser Veranstaltung der freien gcwerb-liieii Organisationen Oesterreichs zu erwarten ist.' Zahn-Crem Schutzmarie: „ 45 n f e t" Linimenf.Capsicicomp., St!o» stlr flnKer-Pain-Expeller ist als vorzüglichst.. schnicrzstMende und abtettcndc vinrribnug bei t»rsältu«gen usw. aitqemciil anerkannt; zum Preise von 8» h, K i.40 und 2 K vorrätig in den meisten Apotheke». Beim Einkauf dreses überall bc-liebten Hausmittel« nehme man nur Original' flaschen in Schachteln mit unsrer Schutzmarke „Anker" an, dann ist man sicher, das Lriginalerzeugnis erhalten zu haben, »r. Richter« Apotheke zum ,,(«»l>e»en LSwc»' im Prag, Elisabethstraßc Nr. ü neu. -Q*iel> KohleoiAurereielistey diätetisches Taseijretrlnk. Vori1»nnnc «»6 Btuffwecheel fordernd. -KUilxlnalqueUe, imitiert: thron. Masenkatarrh, Htqhi- Veretopfiimf, Brigliluche Nleri», Leo»jr»eitien, tteib-•ucbt, 8to£Tw<»ciiÄi'l - Krankheit n, KatarrhederAtfesa^»-•rgine. -Quell«. Gehaltreichst« Mail-■«elte Ihrer Art. Haupi« lud kuttouen: Chron. I» rm-kalarrl:. üallenaUiine, Feit* sucht, Gicht, Zuckerhamrabr. üonatl Stärkste natürliche .1 J um*-' Vertretung fflr Steiorm*rk n. Hauptdepot: Ludwig AppeL, Or**, Landhaus. In jedem Hause Waschtage« bedeutend verringert werden, wenn schon am Vorabend die Wäsche mit einem den Schmutz vollkommen lösenden Seifenpulver eingeweicht wird. Seifenpulver ist ein Vertrauens, artikel, denn leicht kann es gefälscht werden und schwer ist die Fälschung zu erkennen. Kaufen Sie das Erzeugnis einer Firma, die für Unverfälschtheit garantiert, so werden Sie ein verläßliches Waschmittel erhalten. Gefälschte Waschpulver (Seifenpulver) können zwar gut reinigen, ruinieren aber in kurzer Zeit Jede Wäsche. Das beste und verläßlichste ist unbedingt Schichts Fraueniob-Waschextrakt. Was ist Perfil? Welche Dame wünscht nicht eine blendend weiße Wäsche? Welche Haus-frau, besonders wenn sie in der Wirtschaft mit tätig ist, sähe nicht gerne, wenn die sür den ganzen Haushalt so lästige Wäschearbeit in einem Drittel der Zeit beendet ist? Persil heißt das gute, selbst« tätige, unschädliche Waschmittel, welches den Wasch-tag auch in unserer Zeit wieder zu einem „Wasch, seste" macht, denn damit zu waschen ist ein Ver« gnügen, keine Plage mehr! Ssit Jahrhunderten bekannt als oalcrst&txcndea Mittel bei Caren In Karlsbad, Harienbad, Franie&sbad etc. stets glänsead bewährt pJerravalloj, China-Wein »it Eisen. Hyfton. Asutellanc *'<•■ 1906 : SU*t»j>rel«»«nd Fhreodiplom in 50I >>»»»» Medaille. Krüftienncxmittel für 8rhw«chUche. Blutarme nnd Rekonvalescenten — Appetitanregende», nerveniitilrkendes, blntrerbessprndeB Mittel. Tonis lieher Gc»ehni»ck* Ueber 7000 irail. Qutacblcn. J. SemTallo, k.o.t Hoflieferant Triest-Barcola. Käuflich In den Apothrkra In fUacfcen: n » , l. » K 2.«0 and m 1 I, 1 K 4 SO. Eingesendet Benommenheit und Kopfschmerz Schwindel «nd Ohrensausen sind Erschei, niiitgtn, die in der Regel durch Berdouungsstörunge-hervorgerufen werden: Weinglas natürlich» Franz Iose f - Bitterwasser leitet schmerzlos es Ursachen der Magenverstimmung ab und bewirkt die durch das sichere Verschwinden der Wallungen. .Kran; Joses".Wasser, schreibt Professor v. Buhl in München, „wirkt rasch und wird allgemein als an-genehm schmeckend gelobt." Vertreten} durch: Rudolf Blum>& Sohn Daehrieckuigs- o. Spengler-Geschäft Marburg Ecke Carnerie- u. .'HllarluHstra8H«. Seite 6 Deutsche Wacht Nummer 78 Herichtsfoal. Mit dem Messer. Anlo» Motoch hatte im Juli den Arbeiter Ja-Tob Pirsch, der ihn »ach einem Streite beruhigen wollte, in einem Gasthause in Bischofberg üti ©in» disch'LandSberg einen Messenstich in die Hand ver setzt und ihn dadurch schioer verletzt. Anton Motoch wurde deshalb zu acht Monaten schweren Kerkers verurteilt. Wegen Uebertretung des Tierseuchen-gesetzes hatte sich der Besitzer Mirko Vinoocrski a«S Agram zu verantworten. Er hatte trotz Sperrung der Grenze ein Paar Pferde nach Steiermart eingesührt, um sie hier zu verkaufen. Er wurdt zu 100 Krone» Geldstrafe nebst Bcrfall des Erlöses aus dem Bcr-kaufe der Pferde verurteilt Ein diebischer Schuhmachergehilfe. Der kaum l^jahrige Schuhmachergehilfe Karl Pristovnit aus Loke entwendete dem Besitzer Franz Domadeinko in Schleinitz eine Kalbin im Werte von 240 K.. verkaufte diese jedoch gleich nm 124 ft., weiters entwendete er einem Knechte in Lava bei Citti einen Uederzieher, einen Anzug, ein Paar Schuhe und Wäsche. Als er diese Gegenstände am nächste» Tage in einem Gasthause verkaufen wollte, wurde ihm erklärt, daß die« Eigentum des Knechtes Cebular sei, worauf Pristovnik bei Zurücklassung der Sachen die Flucht ergriff. Weilers verkaufte er einen angeblich mit Kleider und Wäsche vollgesüll-ten Koffer um 18 K., der versperr« war. Als der neue Eigentümer den »offer öffnete, enthielt er nur einige Stücke schlechter Wasche. Pristovnik wurde dann über Anzeige verhaft« und vom KreiSgerichte Cilli zu 9 Monalen schwere» Kerkers verurteilt. Konkurs des Emerich Kuketz in Sachsenfeld. Emerich Kuketz. gewesener Handelsmann in Sachsenfeld hatte sich vor dem hiesigen Erkenntnis-gerichte wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Eigentums zu verantworten. Der Anklageschrift ent-nehmen wird folgendkS: Im Mai 1905 übernahm Emerich und Eduard Kuketz das Vermöge» ihres Baters Simon Kuketz bestehend aus Liegenschaften im Werte von 76.000 K. und Wertpapieren im Be-trage von 44.000 it. Dagegen verpflichteten sie sich zur Auszahlung eines Erbteiles von 40.000 Kronen an ihren jüngeren Bruder Wilhelm Kuketz; weiterS übernahmen sie auch des Baters Giroverbindlichkeiten gegenüber der Sachsenfeld-Tüfferer Aktienbrauerei im Betrage von 65.000 K. Um diesen Verbindlich-feiten nachzukommen waren sie genötigt bd der Laibacher Kreditbank Kontokorrenidarlehen gegen Verpfandung von Wertpapieren und weiters bei der Laibrcher städtischen Sparkasse ein Hypothekardarlehen von 30.000 K, spater noch 14.000 K. aus-zunehmen. Die Persuche des Emerich »uketz durch Ankauf einer Tonwarenfabrik in Migoinitz sowie durch Hopfengeschäfie sich flott zu machen, hatten nicht den gewünschten Erfolg, fondern trugen nur dazu bei. ihn einer immer tieferen Verschuldung zuzuführen. Hand in Hans damit ging der in den letzte» Jahre» fast bis zur vollkommene« Entwertn tuj gellende Rückgang der einen Bestandteil seines Vermögens bildenden Sachsenfelder Braucreiaktien. Ani 20. Februar 1911 meldete Emerich Kuketz selbst den Konkurs an. Die von ihm für den 1. April 19 £ aufgestellte Bilanz liefert kein richiig>'S Bild seiner damaligen Vermögenslage. Denn unter den Aktiven sind die meiste» VermögeuSiverte, obwvdl sie nur zur Hälfte Eigentum des KridatarS waren, mit ihrem gauzeü Äeril'^ .ge anqeirtz». In Wirk-lichkeit err»rcht der ung.i.^tre P.rsfivsta»d einen Betrog v,n 54 000 JJ. 5 er An geklagte verant-wortet sich zwar ' ltjin, das; er nur durch vi< E.! Wertung der Prioritäten und Stammaktien der Sachsenfelder Akiienbranerei in Zahlungs»ufähigk>.i-ten gerate» sei, welche Verantwortung jedoch nicht stichhaltig ist. Die Berbandli vurde zwecks Ein-vernähme von Zeugen vertagt. Das Lokal-Museum. An>er an Hriirnernugeu au die Römerjett so überreiches Muieum ift an Douuerstage» »nö Sannta,ieu von v—l Abr geöffue». an anoerev Kagen «er WaBe von 1<»—12 ?lBr. Vie fctit. trittsgebühr öeträgt 20 Stedet praktische Witteitungeti. Vorzügliche Wäschezeichentinte. Man bereite zwei Lösungen, die eine aus 5.3 Squ. destill., 1.4 Natron carbon. und 1,25 Gummi arabie., die andere aus 1.25 Liqu. Amman, cavst. und 0,7 Arg. nitr. Diese beiden Lösungen werde» miteinander vermischt und daS Semisch nunmehr gan:. allmählig und vorsichtig im Wasserbade derart nlM daß es klar und fast schwarz erscheint. Zum Schrei-ben mit dieser Tinte bedien« man nch einer gewöhn-lichen Stahlfeder. Auf der Wäsche erscheint die Schrift zuerst bräunlich geht aber bald in ein tieies Schwarz über, daS sich selbst nach vielem Waschen nicht ändert. Gegen die Ratten bildet die Meer zwiebel ein sehr geeignetes Mittel. Man nehme 100.0 friiche Meerzwiebel, zerreibe sie möglichst fein im» menge sie uuter Brotteig. Aus diesem Teige soimt man sodann starke Fladen, bäckt diese gut in Hell, zerteilt sie nach dem Erkalten in kleinere Slücke und legt sie aus. Diese Slücke werden von den 9Utt>>n utul ljili.btrii Hülsenmatk« (Riz dore) i» den Handel gebracht worden, er»oohen wir unsere P. T. Kunden, truau uns den Xamen A timtt Ir i > acht, d, den die Kaibatraongen durch T«i»chi«de»e and re Worte zu ersetzen suchen. \% |r nwrnril var drm Ankauf« qualitativ mliidrrHrrll(tr ImlUllunrii da wir gegen die«« Nachahmung n mi: allrir gesetzlichen Mitteln einschreiten werden. Sociale des Papier« Abadi«. iclile Briiiincr S Letzte Neuheiten für Herbst u. Winter 11 zu sensationell billigen Preisen 11 Ein Coupon Meter 310 lang kompletten llerretiAtusng (Rock, Hose Gilet) 7 K'onen 10 Krone» 12 Kronen 15 Krone» 17 Ktoneu 18 Kronen 1 Coupon 1 Coupon l Coupon 1 Coupon l Coupon 1 Coupon gebend, kostet nur 1 Coupon 20 Kronen Ein Conpon zu »diwan^m Salon Anzog K 20, »owie Anzui»*totf'e am echt englischem Cheviot Wiatcr-Rockstoffe ans feinsten Herrschasts-wollen, Kammgarns tust« mit Seide durchweht, 'Lodenstofte aus G birg»» wolle etc. vi rseiidet zu Fabrikpreisen die als reell und solid bestbekannte Tuolilabrlks-Nicderhiffc Siegel-liuSios in Brüiin* Muster gratis nnd franko. 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Mai 1894 haben sieh diejenigen Landsturmpflichtigen, welche Angehörige des Heeres, der Kriegsmarine, Landwehr (Landesschützen) [einschliesslich der Ersatz-Reserven] oder der k. k. Gendarmerie waren, sowie sonstige Landsturmpflichtige, welche für den Fall der Aufbietung des Landsturmes zu besonderen Dienstleistungen designiert und zu solchem Zwecke mit Widmungskarten versehen sind und sich im Bereiche der Stadt Cilli aufhalten am 16. und 17. Oktober 1911 mit ihrem Landsturmpasse, beziehungsweise militärischem Entlassungs-dokumente beim Stadtamte Cilli zwischen 9 und 12 Uhr vormittags pei-sünlich vorzustellen, bezw. zu melden. Diejenigen Meldepflichtigen, welche wegen unflbeiwindlicher Hindernisse an vorstehenden Tagen sich nicht vorstellen können, haben die Vorstellung am S63. Oktober 1011 bei der obigen Meldestelle nachzutragen. Stadtamt Cilli, am 28. September 1911. Der Bürgermeister: Dr. H. von Jabornegg. Z. 470. ^Kundmachung. Für die gefertigte Anstalt wird hierait pro 1912 die Lieferung von Fhisch, Meh!, Gebäck, Milch, Spezerei- u. Kolonialwaren, Hülsenfrüchten, Bier, Hnlz, Steinkohlen, Bettenstroh, Totensärgen und die Beistellung von Wirtschaftsfuhren im Offertwege ausgeschrieben. Die mit einem 1 Kroneustempel versehenen Offerte sind unter An-fitbrung des Namens d>!s Ofl'ereuten und des offerierten Artikels am Umschlage des Offertes geschlossen bis längstens 31. Oktober 1911 bei der gefertigten Verwaltung zu überreichen. Hievon ergeht die allgemeine Bekanntgabe mit der Einladung zur Beteiligung mit dem Bemerken, daß die Lieferungsbediugnisse, welche für die Lieferanten, deren Offerte angenommen werden, in allen darin enthaltenen Punkten unbedingt bindend sihd, bei der gefertigten Verwaltung eingesehen werden köunen. ? .; Landes Sieclienanstaltsverwaltuhg in Hochenegg b. Cilli am 1. Oktober 1911. ist die Verrichtung der Hauswäschc mit > dem vollkommensten selbsttätigen Waschmittel von höchster Wasch- und Persil Bleichkraft. Wäscht von selbst ohne jede Arbeit und Mühe, bleicht wie die Sonne, schont das Gewebe und ist absolut unschädlich. Fabrik: Gottlieb Voith, Wien, III/, lleberall iu hnbfn ZI. 11731/11. Kundmachung. Nachdem die nach dem Gesetze vom 23. Mai 1873 Nr. 121, j 5, R. G. Bl. zu verfassende Urliste der zum Geschwornenamte für das Jihr 1912 Berufenen vollendet ist, so wird dieselbe gemäss § 6 des vorzitierten Gesetzes durch acht Tage von heute als dem Tage der Afficbieruag au gerechnet zu Jedermanns Einsicht während der gewöhnlichen Ausstunden bereit gehalten. Es ergeht somit die Einladung an alle jene Personen, welche tu dem Amte eines Geschworenen berufen sind und sich von deren Aufnahme in die Urliste überzeugen wollen, sowie an jene, welche die Befreiung au: den im § 4 des obigen Gesetzes angegebenen Gründ n erwirken zu können glauben, diesen Anspruch unter Beibringung der nötigen Dokumente atu welchen die Befreiung angesprochen wird, in der Reklamationsfrist rechtzeitig einzubringen. Stadtamt Cilli, am 30. September 1911. Der Bürgermeister: Dr. H. v. Jabornegg. >rnegg. «s. Für die Schriffiittuna verantwortlich: Guido Schidlo. Drucker, Verleger, Herausgeber: Beret«»buchdruckerei .Seleja" in Silli.