^3 off en blat t zum ^ Nußenund Vergnügen. Nro. 17. Freytag den ^5. April ^17. Die Reise auf dem Aetna. (Nach Brydone.) (Beschluß.) ^(un hatten wir V3eile die erhabenen Gegenstände der.Natur in stiller Betrachtung zu bewundern, und ihren Schöpfer anzubethen. Der Himmel war vollkouie mcn heiter und sein unermeßliches Gewölbe erschien im ehrwürdigsten Glänze und Majestät. Wir fanden, daß dieser Anblick hier einen weit stärkern Eindruck auf uns nachts, als unten, und wu^t.n Alvf^.s nicht, woher dieß kam, bis wir endlich mit Erstaumn bemerkten,'daß wir «"endlich nichr Sterne und j?den glänzender als gewöhnlich sah-,»- Die rrc.ße Milchsirasse sah jetzt wie eine reine Flamme aus, die durch den Himmel schoß, nnd wir entdeckten mit bloßm Augen g<-uze Haufen Sterne darin , die aus der gewöhnlichen Erdfiäche ganz unsichtbar waren. An- fangs sielen wir nicht auf den natürlichen Grund, und dachten nicht daran , daß wir schon durch zehn oder zwölf tauend Fuß dicker Dünste hindurch waren, welche jeden Strahl verschlucken oder verdunkeln, ehe er die Oberfiache der E^de erreicht. Ich sage es noch einmahl, wir erstaunten über diesen herrlichen Anblick und riefen einstimmig aus: Was für ein vortrefflicher Platz zu einer Sternwarte. Hatte Empedocles die Augen eines Galliläi ge, habt, was für Entdeckungen würde er nicht gemacht haben- Daß der Jupiter nicht sichtbar war, bedauerten wir sehr: denn ich glaube gewiß, wir würden einige seltene Trabanten mit bloße»; Augen, oder wenigstens mit einem kleinen Fernrohr haben sehen können, welches ich in der Tasche hatte. Wir bemerkten auch verschiedene von den Meteoren, die man Sternschnuppen nennt, die aber noch eben so hoch über uns erschienen, als wenn wir sie von der Plane gesehen hatten, woraus ich schließe, daß sich diese Körper in einem weit höhern Luftraume bewegen, als die Gränzen unserer Atmosphäre nach der Meinung einiger Naturforscher reichen. Nachdem wu- diese Gegenstände einige Zeit beobachte: hatten , machten wir uns wieder auf, und kamen bald an den Fuß des größten Bechers vom Aetna. Er ist völlig kugelförmig, steigt auf allen Seiten gleich steil in die Höhe, und besteht aus lauter Asche, und andern ausgebrannten Massen, die der Mund des Vulcans, welcher in der Mitte ist, ausgeworfen hat. Unerachtet dieser Berg ganz schwarz aussahe, so war er doch mit Schnee bedeckt, dessen Obe: stäche aber, zu unserm Glücke, eine dicke Lage von Asche hatte; denn ausserdem würden wir nicht auf dem Gipfel haben kommen können, da der Schnee eine dicke Eisrinde hatte. Nach einer Stunde Arbeit kamen wir auf einen Play, wo kein Schnee war, und ein warmer angenehmer Dunst aus dem Berge stieg. Hier fand ich das Barometer aus ly, ä i s2 das Thermometer war zu meinem Erstaunen drey Grade unter dem Eispunkte gefallen, und fiel, ehe wir noch den Gipfel des Berges verließen, noch zwey Grade tiefer. Von diesem Platze hatten wir ohn-gefcihr noch 900 Fuß bis zur höchsten Spitze des Berges , woselbst wir auch noch zeitig genug ankamen, das wunderbarste ,md prächtigste Schauspiel der Natur zu sehen. Doch hier muß durchaus jede Beschreibung unvollkommen bleiben; denn keine menschliche Einbildungskraft hat es wohl js gewagt, sich ein Bild von einer so großen unaussprechlich herrlichen Scene zu denken, und es gibt auf der Oberfläche unseres Erdballs vielleicht keinen Punkt, der so viele erhabene , alle ästheti-Ichen Gefühlssaiten mächtig ergreifende Gegenstände vereinigte. Diese erstaunliche Höhe über die Fläche der Erde, die sich hier gleichsam in einer einzigen Spitze zu- sammsnzog, ohne einen benachbarten Berg, oder irgend einen andern Gegenstand, auf welchem Auge und Einbildungskraft auf ihrer Reise hinunter in dic Welt hätten ausruhen können; die Spitze, am Rande eines bodenloses Schlundes, der oft mit lauten Donnern Feuel ströme und brennende Felsen ausspie; und von dieser Spitze die unumschränkteste Aussicht auf die verschiedensten und schönsten Scenen in der 9 Scene. der Ho-nzont dehnte, sich von allen Seiten aus, ^ Endlich die Sonne, wie der großl knd7/^" ^"'""' und mit ihrem mähenden Strahl das entzückende herrliche Schauspiel vollendete. Alles schien ein Zauber, und wir konnten kaum glauben, A, wn auf Erden wären. Unftre an lolche Gegenstande noch nicht gewöhnte , Kinns waren betäubt und kraftlos, und erst nach einiger Zeit konnten wir uns wieder erholen, sie unterscheiden und davon urtheilen. Zwischen uns und der Sonne, die aus dem Meere zu steiqcn schien, lagen unermeßliche Flächen See und Land, die Ln arischen, Banarischen und Alicu-dischen Inseln , und Strombolo und Vol-cano lagen mit ihren rauchenden Gipfeln unter unsern Füssen; auf Siciljen sahen wir wie auf cine Landkarte herab, und konnten jeden Fluß in seiner Bahn, von seiner Quelle an, bis zur Mündung, verfolgen. Mit einem Worts, die Aussicht ist auf allen Seiten gränzenlos; kein einziger Gegenstand im ganzem Gesichtskreise, der sie einschränken konnte; das Auge verliert sich im Unermeßlichen, und ich bin überzeugt, nur unsere schwachen Augen waren Schuld daran, daß wir die Küsten von Afrika, ja selbst von Griechenland, nicht entoeckten, denn beyde mußten über unserm Horizont liegen. Der hohle Becher dieses Berges hat ungefähr viertehalb Meilen Italien.) mi Umkreist, senkt sich von allen Seiten ge^ linde hinab und bildet ein regelmäßiges Amphitheater. An verschiedenen Orten dieses Trichters steigen Wolken von Schwefeldampf auf, die da sie schwerer als die umgebende Luft sind, anstatt wie Rauch darinnen fortzuschwimmen, sobald sie aus der Mündung heraus sind, an an der Seite des Berges, wie ein Strom herabrollen, bis sie zu dem gleich schwerem Theile der Atmosphäre kommen, und dann horizontal darinnen fortziehen, wie sie der Wind treibt. Der Trichter ist innerhalb so heiß, daß es es fast nicht möglich ist, hineinzugehen, welches überdieß sehr gefährlich styn soll, da an verschiedenen Orten der Boden so dünne ist, daß Leute, die es wagten, hineinsanken, und ihre Kühnheit mit dem Leben bezahlen mußten. Nahe am Mittelpunkte des Trrchters ist die große Hauptmündung des Aetna, dieses durch alle Jahrhunderte so berühmten fürchterlichen Schlundes. Wir betrachteten ihn mit Grausen und Schrecken, und wunderten uns nicht, daß der Abe>-glaube ihn als den Aufenthalt der Verdammten betrachtet hatte. Man denke sich seine entsetzliche Tiefe, die ungeheuern Höhlen und Abgründe, die Macht des un- terirdischen Feuers, die Lavaströme zur einer so erstaun ichen Höhe zu heben, sie in der Luft schwebend zu erhalten ; so muß man bekennen, daß die lebhafteste Phantasie mit allen ihren Schrecken kein fürchterlicheres Vild von der Hölle machen konnte , als hier die Natur. Man hat beobachtet, und aus eigener Erfahrung kann ich 'agen mit Recht das auf den höchsten Bergen, wo die Luft rem und verfeinert ist, und keine so schwirr Last grober Dünste den Körper drückt, der Geist freyer wirkt, und alle Funktion » des Laibes und der Seele leichter von stat» ten gehen. Es schien, als blieben, wie wir, über den Woh ungen der Menschen erhoben waren, alle niedern und gemeinen Empfindungen zurück. als legte die Seele, da sie sich den ätherischen Regionen näherte, ihre irdischen Leidenschaften ab, und nähme schon etwas von ihrer unveränderlichen Reinheit an. Gewiß schon die Lage allein ist hinlänglich Philosophie sinzufiößen, und Empedocles hat-le guten Grund sie zur WotznunZ zu wählen. Gedanken - Splitter. l. Manchem Menschen geht es, wie einem Wanderer; wenn dieser nähmlich Hecken und Gebüsche durchkrochen, sich hier an einer Noffel verbrennt und dort an Dornsträuchen geritzt hat, so kömmt er endlich auf einen schönen freyen Platz und hat — lange Weile. 2. Kleine S-elen sehen das Große nur klein; -- Große das Kleine auch groß. Mancher Geist schleppt mühsam den Körper durchs Loben / und mancher Körpsv ? den Geist. ,^ 4- Es giebt Gejchöpfe, denen ein Sandkorn die Welt, und andere dcnon die Wclt ein Sandkorn ist ^ 5- »» Die Gesellschaft mancher Menschen ^ gleichet den Nordpol: nichts, als Kälte und Finsterniß. 6. Es ist ein sicheres Zeichen eims mora-> lisch gulen Menschen, wcnn er gevn un-: tsr unbefangenen Kindern ist, und diese Geschmack an ihm sinden. ^ 7- Jeder Mensch hat zwey Seiten, die Licht - und Schattenseite Doch so wie man W» i cym Auf- und Untergänge der Sonne die Schatten am größten sieht, so — wenn der ^. Mensch steigt oder sailt. M 3. Seichte Gemüther treten gern ans, wie seichte Wässer , — bey tiefen Gemüthern hat man, wie bey tiefen Brunnen, lange zu pumpen bis man Waffer erhält. 9- Es gibt Fälle, wo das Lamm die Wolsshaut oder doch wenigstens den Fuchspelz umnehmen muß, um nicht gcsct oren zu werden; doch solche Masken sind nicht so gefährlich, als wenn der Fall umge-^ tchrtist. Eheglück. Der Mann ist taub, und die Gemahlinn blind; -. Dieß macht, daß sie im Ehbund glücklich sind ^ F. L. Savio> Charade. Aus drey Wörtern setzt ihr euch Eines zusammen s Und sprcchet getheilt m drey Lauten es aus. Es bildet, sodann von einer Würde dm Nahmen, Die gehtmcistals erste im ersten voraus. Das er sie Wort faßt eine weite Bedeutung, Und ihr cs an keinem der Sterne vermißt; Der wahrcsten Wissenschaft dient es zur Leinmg, Wornach sie die Größen der Körper ermtyt. Ihr trefftcs im engsten und weitesten Naume, Im menschlichen Ang' als dc.s lieblich)" Bild, Die leuchtendsten Weltcn umgibt es im Sanme, Umarmet dasSchöno so lieblich und nnlo. Aus dem zweyten hat ein Gott die Gottw gebor'n, Die Jeder sich gern zur Gefährtin erkleßt; Und fcblt es^so ist Leben und Anseh'n vtrlor'n, Aus ihm nnr slch Geist in die Körper ergieße Nun denkt euch das dritte im edelsten Zinne, So habt lhr das Schönste und Größte gedacht, Doch Mancher Ztragt einzig vom Nahnn» Gewinne, Und würde mit 'Recht zu was Anderm gemacht. . Und wollt ihr daszweytc und dritte ver- buiden, , So bringt ihr wieder was Bekanntes herauf Wozu sich wohl mauch' and'-ce Erste no^ D« drücken der WurdenVerschiedenheit au^ Nun wird sich das Ganze euch nicht n»chr verhehlen, , ^ht; Wenn ihr euch ein wenig zn denken vs^ ^ Doch sicl^erwird der die Bedeutung ^ts.M. Der es im Oestreichischcn Staatenl^,»^ d,er im vorigen Blatte enthaltenen ^Y Vaterland. VlnthochiC'