lsaWschMiKionsMtöchrist Herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Sühne des heiligsten Herzens {Jesu. preis ganzjährig Österreich 2 50 8, Deutschland 2 Mark. Italien G Lire, Ungsra 2 50 pengö, Dschechossowakei 12 ČK, {Jugoslawien 25 Dinar, Schweiz 2*50 Franken, übriges Ausland 2 ©oldmark. Unser Heiliger Vater pius XI. hat wie schon früher pavst plus X. der "Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apvflo lischen Segen erteilt. Für Wohltäter werden täglich heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberjjirtsfc von Drixen, Grünn, ©raz, Leitmerifc, l^inz, Olmütz, Marburg, Drient, Driest und Wien und Druckerlaubnis des ©eneralober« Lest 6 Juni 1932. XXXV. Jahrgang. Vom größten Misstonsfeld der Kirche. Der chinesisch-japanische Streit um die Mandschurei hat die Aufmerksamkeit Europas wieder besonders stark auf den Fernen Osten gelenkt. Da Japan als der Angreifer auftrat, wandten sich ibte Sympathien wohl der meisten gefühlsmäßig China zu, das ohnehin seit Jahren von inneren Wirren, Bürgerkriegen, Räuberplagen, bolschewisti-schen Umtrieben, Hungersnöten und furchtbaren Naturkatastrophen heimgesucht und verwüstet wird. Trotz all dieser unheilvollen Ereignisse, die die Ausbreitung des Glaubens vielfältig behindern, hat die katholische Mission noch Fortschritte zu verzeichnen. Das beweist zur Genüge die vom Apostolischen Delegaten in Peking herausgegebene amtliche Statistik über das Berichtsjahr 1930/31. Danach ist die Zahl der selbständigen Kir-chenlsprengel von 97 auf 107 gestiegen, von denen 14 bereits an den einheimischen Klerus übergegangen sind, darunter das Vikariat Pautingsu der französischen Lazaristen mit tmtlb 78.000 Katholiken. Wohl nirgends tritt das Bestreben des Heiligen Stuhles, die Missionskirchen eingeborenen Bischöfen und Priestern anzuvertrauen, so stark zutage wie im Reiche der Mitte. Erfreulicherweise wächst auch die Zahl der einheimischen Priester von Jahr zu Jahr. Den 2176 europäischen Glaubensboten standen nach Ausweis des Berichtes schon 1504 chinesische Priester gegenüber, dank dem Umstande, daß die ausländischen Missionäre sich mit aller Kraft für die Schaffung eines bodenständigen, volksverwachsenen Priestertums einsetzen. Von größter Bedeutung sind die Zentralsemi-narien, in denen ibie geistlichen Kandidaten für mehrere Vikariate ltnib Präfekturen herangebildet werden. Der Bericht erwähnt deren drei neue, darunter eines in Hongkong für Südchina. Fast in jeder Mission befindet sich wenigstens ein vorbereitendes Seminar, das die Berufe sammelt und die Grundlage für die weiteren Studien bildet. In diesen Vorschulen zählte man im abgelaufenen Jahre 1547, in den Gymnasialsemi-narien 3148 und in den philosophisch-theologischen Seminarien 1024 Alumnen. Am internationalen Propagandakolleg in Rom studierten 26 chinesische Theologen und Jungpriester. In diesen Ziffern sind die chinesischen Aspiranten der verschiedenen Orden miteinbegriffen, deren Zahl sich von 242 ans 305 erhöht hat. Nach gehöriger Vorbereitung wurden 48.974 Erwachsenentaufen gespendet, wodurch die Katholikenzahl 2,530.843 erreichte, ein Erfolg, der in Anbetracht der endlosen Kette von Übeln aller Art, die das Riesenreich treffen, befriedigend erscheint. Hiezu kommen noch Zehntausende von Taufen in Todesgefahr. Die furchtbaren Nöten, unter denen das Volk schwer seihet, machen es empfänglich für die reiche Liebestätigkeit der Mission, die sie in ihren Kranken- und Waisenhäusern, in den Kinder- und Altenheimen tote auch in außerordentlichen Hilfs-werten beim Eintreffen von Katastrophen entfaltet. Die Missionsschulen genießen auch bei den Heiden großes Ansehen. Die katholische Universität in Peking hat die staatliche Anerkennung erhalten. Bedeutende katholische Laien verfechten in der Öffentlichkeit und vor der Regierung mit Geschick und Erfolg die Belange der Kirche un!d Mission. Bemerkenswert ist besonders das zielbewußte Bestreben des Apostolischen Delegaten und der Oberhirten, das Missionswerk immer mehr dem Volk und Land, soweit möglich, anzupassen und es immer weniger als Fremdkörper erscheinen zu lassen. Es ist das um so nötiger, als auch in China der Nationalismus die Oberhand gewinnt und ein starker Fremdenhaß sich geltend macht. Des Landes schlimmster FeiNd ist fraglos der Bolschewismus. Während Japan sich Mühe gibt, dieses gefährlichste Gift aus seinem Volkskörper zu entfernen, liebäugeln in China namentlich viele Gebildetenkreise mit Rußland, das sie als Bundesgenossen gegen Japan betrachten, obschon der Kommunismus namenloses Unglück über das Volk gebracht hat. Denn nicht nur die Ermordung von Dutzenden katholischer Priester und Bischöfe, die Ausplünderung und Zerstörung zahlreicher Missionsstationen und Wohlfahrtsanstalten, sondern auch entsetzliche Greuel und Grausamkeiten gegen die Bevölkerung sind in verschiedenen Provinzen letztlich auf sein Schuldkonto zu schreiben. Da auf fast 200 Bewohner erst e i n Katholik entfällt, ist der Sieg des christlichen Geistes, besonders im öffentlichen Leben, noch nicht zu erwarten, zumal von Europa her der Geist des modernen Unglaubens stark zu spüren ist. Bor allem wäre dem Lande baldige Ruhe zu wünschen. sOss. Rom. Nr. 73.) , An Flächeninhalt übertrifft China unsern Erdteil Europa sehr erheblich. Es ist 24mal größer als Deutschland. Seine Bevölkerungsziffer ist höher als jene der drei Weltteile Amerika, Afrika, Australien. Schon diese Tatsachen beweisen die unvergleichliche Wichtigkeit der kirchlichen Chinamission, die gegenüber den alten heidnischen Religionen des Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus wie auch gegenüber dem Protestantismus und besonders dem modernen Acheismus einen harten Kamps zu führen hat. Neben der Heranbildung einer einheimischen Geistlichkeit und der Ausgestaltung des Schulwesens erscheint als unabweisbares, dringliches Erfordernis der Ausbau des Pressewesens, namentlich die Schaffung katholischer Tagesblätter, und die Verbreitung katholischer Bücher. Das ungläubige, unsittliche, kirchen- und gottfeindliche Schrifttum wälzt sich wie eine verheerende Flut über das erwachende, nach Bildung dürstende Volk. Die Toröffnung Chinas für das Christentum zählt zu den wichtigsten Ereignissen der neuesten Missionsgöschichte. Sie legt aber auch den christlichen Nationen eine schwere Missionsverantwortung ans. Die Stellungnahme dieses Vierhundertmillionenvolkes zu Christus und seiner Kirche wird sicher dem Weltbild der Zukunft wesentlichste Züge verleihen. Die wirtschaftliche Hebung der schwarzen Bevölkerung Südafrikas. Von P. Adolf Stadtmüller, F. S. C. (Schluß.) Der wirtschaftlichen Hebung der Eingeborenen stehen auch größere Schwierigkeiten entgegen von seiten der ungünstigen Verfassung des Landes und der ungerechten Ausbeutungsverfahren der Weißen. Nttr noch wenige Gebiete können die Eingeborenen ihr Eigentum nennen. Der größte Teil des Landes und vor allem die frucht- barsten Gebiete wurden ihnen entrissen. Die traurige Folge davon ist, daß die überwiegende Mehrheit der Schwarzen auf fremdem Grund und Boden, aus den Farmen der Weißen, ihr kümmerliches Dasein fristen muß. Mit ihrer sozialen Freiheit stehen sie gerade um eine kleine Stufe höher als die Sklaven. Ihre Lage läßt sich recht gut mit der bedauernswerten Lage der Leibeigenen im Mittelalter vergleichen, die ebenfalls nur ein äußerst geringes Maß von Freiheit besaßen. Vom Farmer wird den Eingeborenen ein Platz auf der Farm angewiesen, wo sie ihre armseligen Hütten errichten können, ferner ein magerer Weideplatz für ihr Vieh und ein kleines, unbebaubares Stück Land. Als Entgelt müssen die Schwarzen dem Farmer die nötigen Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. Der gewaltsüchtige Bure vor allem versteht es meisterhaft, die Unterdrückten auszunützen, während er selbst, die Schnapsflafche in der Hand, blödsinnige afrikanische Politik mit seinen Freunden betreibt, anstatt durch Arbeitseifer den Eingeborenen mit gutem Beispiel voranzugehen. Er ist nicht zufrieden, daß die erwachsenen Männer und kräftigen Burschen für ihn 90 volle Tage im Jahr arbeiten, was allgemeiner Brauch hier ist, sondern auch die Kiulder, Buben und Mädchen, müssen für den großen, faulen Herrn arbeiten, so daß diesen oft jede Möglichkeit genommen ist, die Schule ober den Katechismusunterricht zu besuchen. Trachtet nun ein strebsamer Schwarzer in der ihm noch zur freien Verfügung überlassenen Zeit, sein Heim etwas besser herzurichten, macht er vor allem mit vieler Mühe ein Stück Land, das bisher einer Wildnis gleichsah, urbar, und erzielt er dann eine gute Ernte, so erkennt der großmütige Bur sofort, daß dies urbar gemachte Land auch für ihn von Nutzen ist. Er macht dann oft kurzen Prozeß, gibt unter irgendeinem Vorwand dem Schwarzen den Laufpaß, und dieser muß nun mit seiner Familie anderswo einen Unterfchlrrpf suchen. Dieses Schicksal blüht dem Eingeborenen um so sicherer, wenn er es gewagt hat, einige seiner Kinder in die verhaßte katholische Schule zu schicken. Einen Rechtsschutz genießt der Eingeborene in dieser Beziehung leider nicht. Er ist eben nur ein Kaffer. Diese ungerechte, brutale Behandlung hat zur Folge, daß der auf der Farm eines Weißen wohnende Schwarze in der Regel gar kein Interesse daran hat, seine wirtschaftliche Lage zu bessern und eine möglichst reiche Ernte auf dem gepachteten Felde zu erzielen. Die Aussicht, die wirtschaftliche Lage der auf solchen Farmen wohnenden Eingeborenen zu Chinesische Regierungstruppen in einem von Schwestern geleiteten Spital. (Fides.) heben, ist daher trüb und düster. Aber es gibt immerhin noch viele Schwarze, die sich großer persönlicher Freiheit erfreuen, nämlich jene, Me in Reservaten wohnen oder auf Missionsfarmen und auf Farmen weitherziger Engländer, da diese ohne Neid und Eifersucht den Eingeborenen sich wirtschaftlich emporarbeiten lassen. Haben nun in solchen Gebieten, wo den Eingeborenen die Möglichkeit eines gewissen wirtschaftlichen Aufstieges gegeben ist, die Missionäre noch keine Anstrengungen gemacht, den Schwarzen wirtschaftlich unter die Arme zu greifen? Gewiß fehlt es nicht an solchen Versuchen urtb Anstrengungen, und einige erfreuliche Erfolge wurden auch schon erzielt. Die Mariannhiller Missionäre, die schon auf reiche Erfahrung im Missionsleben zurückblicken können, haben auf einigen ihrer Stationen eine Art Bauernverein ins Leben gerufen, der sich zum Ziel gesetzt hat, das wirtschaftliche Interesse der Eingeborenen zu wecken, sie mit guten, billigen Wirtschaftsgeräten zu versehen und ihnen praktische Winke und Ratschläge zu geben, wie sie ihre Felder besser bewirtschaften können. Die Missionäre müssen jedoch, nebenbei erwähnt, eine wahre Gselsgeduld besitzen, um den Schwarzen in diesem praktischen Wissenszweig etwas beizubringen. Hat man ihnen iraendeine wichtige Sacke zehnmal erklärt, so darf man nicht erstaunt sein, wenn man die Erklärung noch mehrmals wiederholen l* 84 Stern der Neger Heft 6 Spanische Jesuiten erwarten bei den Vorpasten der chinesischen Regierungstruppen die Rückkehr der Boten, die den kommunistischen Truppen das Lösegeld für die Freilassung des ?, Avitv überbringen. Die Roten nahmen den Lösepreis an, gaben aber den Pater nicht frei. Nach einer Mitteilung im Aprilheft der „Katholischen Missionen" sind in den letzten zehn Jahren vierzig Missionare von den chinesischen Kommunisten und Banditen ermord, t worden, nämlich 3 Bischöfe, 26 ausländische und 9 einheimische Priester sowie 2 Miisionsbriidcr, (Fides,) muß, bis ein kleines Lichtchen in den schwarzen Köpfen aufgeht. Um sie zmn Sparen zu erziehen, was für arme Leute wie die Schwarzen doppelt wichtig ist, wurde in Mariannihill eine Volkssparkasse mit mehreren Zweigniederlassungen gegründet. Ein solches Ding ist natürlich für einen schwarzen Kopf im Ansang ein spanisches Dorf, und es ist nicht so leicht, ihn von dem großen wirtschaftlichen Nutzen einer solchen Einrichtung zu überzeugen. In einer Versammlung zu Mariazell, der ich auch beiwohnte, suchte ein Lehrer fast vergebens seinen Landsleuten die großen Vorteile einer Sparkasseneinlage darzulegen. Immer und immer wieder erhob sich einer, dem ein solcher Wirtschaftsaufstieg gar nicht recht einleuchten wollte. Gebe man das Geld in die Bank, so gehöre es eben der Bank und er könne gar keinen Gebrauch davon machen. Auch sei es doch zum mindesten fraglich, ob er es wirklich zurückbekomme, wenn er es gerade benötige. Würde er sich mit seinem Geld einen Ochsen kaufen, so habe er wenigstens etwas in Händen und könnte ihn zur Zeit der Not schlachten und aufzehren. Für die Vermehrung seines Viehreichtums hat der Schwarze weit mehr Interesse als für bessere Bewirtilbästun-g seiner Felder und für Sparkasseneinlagen, Ein Missionär hielt einmal vor einer großen Anzahl Basuto einen Vortrag über die Hebung der Wirtschaft unter den Eingeborenen, Schweigend und mit scheinbar großem Interesse folgten sie seinen Ausführungen, Als er geendet hatte, stellten sie an ihn nur die eine Frage und Bitte: Pater, zeige uns den Weg, wie wir mehr Ochsen und Kühe -Memmen und halten können! -Eine rasche, allgemeine wirtschaftliche Hebung der jetzt lebenden Generation ist mit so vielen Schwierigkeiten verbunden, daß es wohl ein Ding der Unmöglichkeit ist, dieses Ideal zu verwirklichen. Es darf jedoch nicht aus dem Auge verloren werden, daß sich doch schon ziemlich einige strebsame Köpfe unter der jetzigen Generation befinden, die aufrichtig trachten, wirtschaftlich emporzukommen, und auch genügend Verständnis und Fleiß an den Tag legen. Solchen muß vor allem leitend und führend an die Hand gegangen werden. Und wie die Erfahrung zeigt, ist diese Mühe auch nicht ganz erfolglos geblieben. Bereits gibt es schon eine ganz schöne Anzahl, die mit guten europäischen Wirtschaftsgeräten versähen sind und einen Gemüse- und Obstgarten in der Nähe ihrer Hütten angelegt haben, den sie zum Schutze gegen weidendes Vieh mit Draht, Hecke oder Mauer um= ziehen. Auch manche Hütten, schön weiß übertüncht und mit einem oder zwei Fenster versehen, zeigen bereits Spuren einer Aufwärtsentwicklung. Manche Lehrer und geweckte Bauern und Handwerker haben sich auch ein Sümmchen aus der Sparkasse für magere Zeiten hinterlegt. Obgleich neben den gutgeleiteten Handw erkers chulen noch keine eigentlichen landwirtschaftlichen Schulen ka-tholischerseits bestehen, so erhalten die Kinder doch in mehreren Schulen von Missionsschwestern neben Unterricht in Hausarbeiten auch praktische Anweisungen im Gartenbau. Selbst wenn die Kinder oft das in der Schule Gelernte daheim nicht in die Praxis umsetzen, wenigstens lernen sie, mit dem Geld etwas ökonomischer umzugehen. Die indischen Handelsleute (Kuli) hört man jetzt oft klagen, daß seit Bestehen der Missionsschulen ihre Geschäfte nicht mehr so gut gingen. Auf deutsch heißt das: Seit die Schwarzen in der Schule etwas rechnen gelernt haben, kann man sie nicht mehr so übers Ohr hauen wie früher. Die wirtschaftliche Hebung der schwarzen Rasse Südafrikas ist zweifelsohne eine wichtige Aufgabe des sich rasch ausbreitenden katholischen Christentums, denn es ist eine allgemeine Erfahrungstatsache, daß nur strebsame, fleißige Leute gute, brauchbare Christen abgeben, während faule, träge Christen eben nicht viel mehr als Taufscheinkatholiken bleiben. Die Hebung der materiellen Lage der Eingeborenen ist auch für die Kirche von großer Wichtigkeit. Es ist ganz und gar undenkbar, daß die Heimat auf die Dauer all die entstehenden Schulen, Kirchen, Waisenhäuser, Spitäler Usw. unterhalten kann. Es muß daher dahingearbeitet werden, daß die ausgebauten Missionsstationen sich auf eigene Füße stellen, was jedoch meist ein Ding der Unmöglichkeit ist ohne genügende Beiträge der einheimischen Christen. Diese können aber für den Unterhalt keineswegs aufkommen, wenn sie selbst so arm sind wie die Kirchenmäuse. Die Hebung und Besserung der wirtschaft- Gott der Herr das mühevolle Wirken und lichen Lage der Eingeborenen ist daher aus Arbeiten der Glaubensboten in dieser so wich-all diesen Gründen eine Löbensfrage der tigert Angelegenheit mit seinem Segen be-katholischen Kirche in diesem Lande. Möge gleiten! Ein Palmzweig auf das Grab des Bruders Heinrich Sendker, F. S. C. Von P. Josef Weiller, F. S. C. (Fortsetzung.) Als Schreiner- und Werkmeister war er den Weißen in der Station Wau und deren Umgebung bekannt. Leute aus den verschiedensten Ständen, unter ihnen auch englische Offiziere und Regierungsbeamte, machten bei ihm ihre Bestellungen und konnten nicht umhin, ihrer Befriedigung über seine solide Arbeit einen beredten Ausdruck zu geben. Dabei erbaute er jed>ermann durch seine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit und seinen naturwüchsigen Humor, der keinen verletzte und ihn zu einem angenehmen Gesellschafter machte. Auch hatte der Mudir, der von Zeit zu Zeit die Werkstätte besich- Bei der grüßen Überschwemmung, die letzten Herbst einen der fruchtbarsten Teile Chinas, ein Gebiet von mehr als der Größe Preußens, verwüstete, verlorenZehn-tausende von Menschen teils durch die Fluten, teils durch Seuchen und Hunger ihr Leben. Unser Bild zeigt Kinder, die sich einen L>und zum Mahle braten. (Fides.) tigte, für Bruder Sendker stets Worte der Anerkennung und des Lobes. So allein erklärt e§ sich, daß er selbst während des Weltkrieges auf seinem Posten bleiben und seine gemeinnützige Tätigkeit unbehelligt fortsetzen konnte, während §lx>ölf andere Missionäre, unter ihnen auch der Schreiber dieser Zeilen, bald nach Ausbruch des Krieges den Sudan verlassen mußten, um im Gefangenenlager Sidi Bishr bei Alexandrien interniert zu werden. Dennoch sollte der furchtbare Krieg für Bruder Sendker nicht minder als für die anderen deutschen Südanmissionäre schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Als im Jahre 1918 nach Abschluß des Waffenstillstandes die in Ägypten internierten Missio-rtäre die Freiheit toiebererlangt und in der Negerkolonie Gesirah bei Kairo ein einstweiliges Unterkommen gefunden hatten, richtete der in Khartum weilende Apostolische Vikar an die Südanregierung das dringende Gesuch, sie möchte den aus der Gefangenschaft befreiten Missionären die Zulassung in den Sudan allgemein bewilligen, andernfalls das Missionspersonal zum Aussterben verurteilt wäre. Dieses Gesuch wurde glatt abgelehnt. Die Folge davon war, daß Bischof Geyer, der zudem während der letzten Jahre seines Aufenthaltes in Khartum mehrmals vom Wechselfieber heimgesucht wurde, mit Genehmigung des Heiligen Stuhles sein Amt als Apostolischer Vikar von Khartum niederlegte und sich aus der Mission zurückzog, um eine deutsche Auslandspriesteranstalt in Godesberg am Rhein zu gründen, deren Oberleitung noch jetzt in seinen Händen liegt. Die aus dem Sudan verbannter: deutschen Missionäre hingegen sahen sich gezwungen, sich samt den in den Missionshäusern in Brixen und Schrez- Stern der Neger 87 Heft 6 heim bei Ellwangen weilenden Religiösen von ihren italienischen Mitbrüdern zn trennen, und wurden unter Beibehaltung ihrer alten Regeln und Konstitutionen durch Dekret der Propaganda vom 27. Juli 1923 zu einer selbständigen religiösen Genossenschaft zusaunnengeschlossen mit dem Titel „Missionäre Söhne des heiligsten Herzens Jesu". — Gleichzeitig erhielt diese neue Kongregation als eigenes Arbeitsfeld die Apostolische Präfektur Lydenburg im östlichen Transvaal, Südafrika. Der freien Wahl der einzelnen Patres sowohl als auch der Laienbrüder war es anheimgestellt worden, ob sie der neuen Kongregation sich anschließen oder in der Veroneser Kongregation verbleiben wollten. Mit wenigen Ausnahmen meldeten sich die deutschen Missionäre zum Eintritt in die neue Kongregation, unter ihnen auch Bruder Sendker, der sich damals noch in der Station Wau befand, wo er unter seinen religiösen Mitbrüdern allein der deutschen Nation angehörte. Ohne Verzug teilte er dem nach der Abreise des Bischofs Geyer in Khartum weilenden Apostolischen Administrator der Mission seinen Entschluß mit, konnte aber nicht umhin, ihn auch wissen zu lassen, daß seine Gesundheit und Körperkraft geschwächt und er nach Aussage eines zu Rate gezogenen Arztes eines Klimawechsels bedürftig sei. Nach einer bald darauf erhaltenen Zusage schied er aus seinem langjährigen, liebgewonnenen Wirkungskreise und reiste nach einem kurzen Aufenthalt in Khartum über Kairo und Alexandrien nach Triest und von dort nach Ellwangen in Württemberg, wo er im September 1923 eintraf. Dort war man gerade damit beschäftigt, ein kurz vorher käuflich erworbenes Haus in ein Missionsseminar umzuwandeln und dementsprechend einzurichten, während man in dem eine halbe Gehstunde entfernten Dorfe Schvez-heim auf einem bereits angekauften Grundstück ein Noviziat für Missionsbrüder zu errichten gedachte. Diese Umstände brachten es mit sich, daß Bruder Sendker die folgenden ibret Jahre hindurch an -bethen Orten abwechselnd stationiert blieb und im Verein mit einem andern Laienbruder aus dem Rheinland Schreiner- und Zimmermanns-arbeiten zugleich zu verrichten hatte. Unter Das von den Hilfsaktionen in das Hungergebiet gelieferte Mehl wird sogleich zur Nudelbereitung verwendet. (Fides.) anderem sind die zwei Seitenaltäre, die noch jetzt die Hauskapelle des Missionsseminars in Ellwangen zieren, nebst den darin befindlichen Kirchenbänken Produkte ihres gemeinsamen Schaffens. Bruder Sendker war inzwischen alt geworden und hatte das 60. Lebensjahr bereits überschritten. War er auch nicht mehr so beweglich und behende wie in seinen früheren Jahren, so verrichtete er doch sein mühsames Tagewerk mit einem Eifer und einer Zähigkeit, die von seiner Rüstigkeit und Leistungsfähigkeit das beste Zeugnis ablegten. Dabei war der Geist seines Berufes stets in ihm lebendig. Selbst nach so vielen Jahren mühevollen Schaffens im heißen Sudan zog es ihn immer wieder nach der Mission und der Arbeit an der Bekehrung der Neger, wenn er auch andererseits entschlossen war, feiner Kongregation in Europa zu dienen, falls dies der Gehorsam fordern sollte. Ganz naturgemäß freute er sich daher und frohlockte, als er anfangs August 1927, während er in Ellwangen weilte, nach Transvaal in die Apostolische Präfektur Lydenburg abberufen wurd e. . Nach dein er seine Habseligkeiten zusammengepackt hatte, sagte er seinem Obern und seinen religiösen Mitbrüdern in Ellwangen und Schrezheim frohen Herzens „Lebewohl" und reiste mit P. Riegler, den das gleiche Los getroffen hatte, nach Hamburg, um sich dort aus einem Dampfer der Deutschen Afrika-Linie nach Südafrika einzuschiffen. Tags darauf stiegen beide an Bord und landeten nach einer glücklichen, wenn auch durch einen Sturm im Golf von Biskaya gehemmten Fahrt von 32 Tagen in Durban, einer an der Ostküste Südafrikas gelegenen und zur Provinz Natal gehörigen Hafenstadt. Da sie wegen verzögerter Ankunft den Anschluß an den nach Transvaal abfahrenden Eisenbahnzug versäumt hatten und erst zw!ei Tage später Weiterreisen konnten und überdies in der weltfremden Stadt keine passende Unterkunft zu finden wußten, so benähten sie die Zwischenzeit zu einem Abstecher nach der nahe gelegenen Missionsstation Mariannhill, von der sie schon so manches gehört und gelesen hatten. Die dortigen Missionäre hießen sie herzlich willkommen und erwiesen ihnen eine liebevolle Gastfreundschäft. Doch was ihnen diesen Besuch besonders wertvoll machte, war das Schauspiel, das sich ihnen am folgenden Tage — einem Sonntage — darbot. Da sahen sie nämlich, tote die Neger und Negerinnen sehr zahlreich zur Kirche kamen, um der heiligen Messe beizuwohnen, und wie dann Hunderte von ihnen die heilige Kommunion empfingen, die P. Riegler, wie er selbst berichtet, 12. Befreier der Sklaven. Schon die ersten Glaubensboten, die unter Führung des Jesuiten Max Ryllo 1848 in den Sudan vorgedrungen waren, hatten die Stadt Khartum, den Sitz der Regierung, zum Mittel- und Ausgangspunkt ihrer Missionsunternehmungen erwählt. Als Comboiti 1873 dort eintraf, zählte die Siedlung etwa 50.000 Bewohner. Mehr als die Hälfte von ihnen waren geraubte Sklaven. Die Mission besaß ein größeres Grundstück im Ausmaß von fünfeinhalb Hektar, -auf dem Provikar Ignaz Knoblecher in den Jahren 1854 bis 1856 einen ansehnlichen Steinbau von 112 Meter Länge ausgeführt hatte. auszitspenden das Glück hatte. Und alle, groß und klein, beteten und sangen abwechselnd schöne Zululieder aus einem Gesang- und Andachtsbuch, das mehrere der dortigen Missionäre gemeinsam verfaßt und mit Genehmigung des MMonsbischoses A. Fleischer, R. M. M., dem Druck übergeben hatten. Dies alles machte auf unsere beiden Reisenden einen erbaulichen Eindruck. Mit herzlichem Dank gegen ihre Gastgeber und voll freudiger Zuversicht für ihre eigene Missionsarbeit nahmen sie von den Mariannhiller Missionären Abschied und bestiegen noch am Sonntag abends den Eisenbahnzug, der sie am Dienstag vormittag nach Lydeüburg brachte. In Abwesenheit des Apostolischen Präsekten wurden sie von dem dort stationierten Missionär am Bahnhof abgeholt und fanden in dessen Wohnung eine brüderliche Ausnahme. Nach kurzer Rast und Bdsichtigung der Konventskirche und der unter der Leitung Englischer Fräulein stehenden Mädchenschule fuhren sie per Auto nach der 5 Kilometer entfernten Farm und Station Maria-Trost, ihrem beiderseitigen Reiseziele. Sowohl der Rektor dieser Station als auch die dort wohnenden Missionsbrüder waren früher in der >Sudanmission tätig gewesen und hatten dort schon Bruder SenÄker kennengeleritt, weshalb sie ihn besonders herzlich willkommen hießen und er sich schon nach kurzer Zeit auf der Farm ganz heimisch fühlte. (Fortsetzung folgt.) Sobald der neue Provikar über die Verhältnisse im Bilde war, suchte er möglichst rasch mit allen Katholiken in persönliche Fühlung zu kommen und ihre religiösen Verhältnisse zu ordnen. Er taufte, firmte und sanierte ungültig geschlossene Ehen. Am Pfingstfeste erließ er einen Ausruf zum Bart eines würdigen Gotteshauses, wozu die kleine Zahl der Christen sogleich 5500 Franken beisteuerte. Am 9. Juni eröffnete er eine Mädchenschule und wenige Tage darauf auch eine Knabenschule. Dann trat er die Reise nach El Obeid an. Der Generalstatthalter stellte ihm sein eigenes Schiff bis Tura el Kada zur Verfügung, von wo aus die Karawane Der Diener Gottes Daniel Comboni. (Fortsetzung.) Heft 6 Stern der Neger 89 Des Kolosseum in Nom. An dieser Statte haben während der Verfolgungen durch die römischen Kaiser zahlreiche Christen ihr Leben für den heiligen Glauben geopfert. (Atlantic.) in neun Tagen die kordofauische Hauptstadt erreichte und ehrenvoll empfangen imtfbe. Auch in El Obeid wandte Comboni seine besondere Aufmerksamkeit der Schule zu. Während die Missionäre für die Knaben bereits in ihrem Hause Unterricht erteilten, mußte für die Mädchen ein passendes Haus erworben werden. Deren Erziehung und Unterweisung übernahm, unterstützt von einigen schwarzen Lehrerinnen und Katechistin-nen, Combonis Nichte Faustina Staurpais, die schon vier Jahre lang in den Kairoer Instituten wertvollste Mithilfe geleistet hatte. Von der Standhaftigkeit der jungen Christen und Christinnen legt n. a. folgender Vorfall Zeugnis ab. Ein junges Negermädchen, das sich in einem christlichen Hause in Stellung befand, begegnete eines Tages seinem früheren mohammedanischen Herrn, der es sogleich ergriff unb' vor den Richter schleppte, wo man alles daransetzte, um es zum Abfall vom Glauben zu bewegen. Man schlug es blutig, warf es ins Gefängnis und bedrohte es neuerdings mit dem Verkauf in die Sklaverei. Dennoch blieb es standhaft. Schließ- lich gelang es den Schwestern durch Vorstellungen beim Statthalter, die Freilassung des Mädchens zu erwirken, das von zwei Soldaten, noch mit Blutkruften bedeckt, in die Mission gebracht wurde. Je mehr Comboni in seine Aufgabe als Provikar hineinwuchs, desto klarer erkannte er, daß es außerordentlicher göttlicher Hilfe bedürfe, um das Missionswerk im Sudan vorwärts zu bringen. Deshalb traf er am 1. August die Anordnung, daß am folgenden 14. September das ganze Vikariat dem heiligsten Herzen Jesu geweiht werden solle. Er selbst verfaßte das Weihegebet, in dem es heißt: „. . . O Jesus, Mittler des Menschengeschlechtes, habe Erbarmen mit den unglücklichen Söhnen Afrikas, auf denen noch der alte Fluch lastet . . . Sie sind die Opfer abscheulichster Irrtümer, entsetzlichster Laster, blutigster Grausamkeiten, niedrigsten Aberglaubens ..." Eines der schändlichsten Verbrechen, dem man damals noch im ganzen Nilgebiet auf Schritt und Tritt begegnete, war der schwungvolle Handel mit dem „Schwarzen S3r. Sendker (rechts) erstellt die Holzkonstrukiion eines Missionsgebäudes. Elfenbein" — der Menschenhandel. Von Gl Obeib aus schrieb Comboni an einen Wohltäter: „. . . Sie werden vor nicht langer Zeit in der Tagespresse die Telegramme gelesen haben, die die Aufhebung der Sklaverei melden und verkünden, daß die Wege von Gondokoro bis zum Äquator und von da bis Sansibar offen feien. Nichts davon ist wahr. Die Mission von Zentralafrika sieht sich gezwungen, die Fortführung eines schauderhaften Sklavenhandels zu bezeugen. Mehrinals im Monat gehen von Khartum und El Obeid Sklavenhändlerbanden, die mit Feuerwaffen ausgerüstet sind, in die Gebiete der Negerstämme ab und schleppen gewaltsam Knaben, Mädchen und junge Mütter mit sich fort, wogegen sie die Väter und alle, die Widerstand leisten, auf der Stelle erbarmungslos töten. Mit einer Beute von 1000 bis 5000 Sklaven kehren sie heim und verkaufen die Opfer ihrer Grausamkeit nach Nubien, nach Ägypten und den Häfen des Roten Meeres. Die unglücklichen Schwarzen müssen die Wochen- und monatelangen Reisen zu Fuß zurücklegen. Lanzenstiche und Peitschenhiebe treiben sie vorwärts. Ein Bergdorf in Darfur, worin 1400 Neger wohnten, schlug drei Monate lang die Angriffe der Sklavenhändler zurück. Letzte Woche sind nun 2000 Bewaffnete von El Obeid ausgezogen, um die Niederlage ihrer Kameraden zu rächen und alle einflußreichen Personen des Stammes zu ermorden. Auf meiner Reise von Tura el Kada hieher bin ich verschiedenen Karawanen von mehr als 1000 Negersklaven begegnet. Alle waren unbekleidet und zu je acht bis zehn mit Stricken, die um den Hals liefen, an eine Stange gebunden, damit sie nicht entfliehen konnten; anderen hatte man die Hände auf dem Rücken zusammengeschnürt, und wieder andere trugen eiserne Fußketten oder die Halsgabel. Die jungen Frauen waren zu je zwei aneinander gekoppelt und nur die Kinder bis zu sieben Jahren fessellos. Ich sah am Wege die Leichen verschiedener Sklaven liegen... Ja, die Abschaffung des Sklavenhandels ist in Zentralafrika ein papierenes Gesetz; denn er bedeutet eine der wichtigsten Einnahmsquellen für die Regierung und die Händler. Nur die Einbürgerung des Ghristentums vermag ihn wirklich zu beseitigen. Ich studiere eben die Frage, was die Mission tun kann, um die Paschas zu veranlassen, gegen die Menschenjagden und Menschenmärkte vorzugehen. Ein gewisser Schrecken vor der Mission sitzt manchen schon in den Gliedern . . In der Tat hatte beispielsweise der Statthalter von El Obeid wenige Tage vor Com-bonis Ankunft den dortigen Sklavenmarkt aufgehoben, da er von der unbeugsamen Haltung des Provikars in der Sklavenfrage schon unterrichtet war. Und so lange der Diener Gottes in der Stadt weilte, blieb der Menschenmarkt geschlossen. Erst einige Monate nach seiner Abreise wurde er wieder eröffnet. Die Oberin der Schwestern wollte sich darüber Gewißheit verschaffen und begab sich auf den Platz. Als sie jedoch die langen Reihen der Sklaven erblickte, die von den Händlern wie das Vieh auf ihre Eigenschaften untersucht und geprüft wurden, erlitt sie einen Ohnmachtsanfall. In der Besorgnis, daß derartige Vorgänge in Europa bekannt würden, erneuerte der Statthalter das Marktverbot. Einen beisonderen Schmerz bereitete es dem Provikar, daß auch einige Christen in das schändliche Gewerbe des Sklavenhandels verwickelt waren. Er verlangte daher, daß ihm die Missionäre die Namen und Personalien jener mitteilen sollten, die, seien es Christen oder Mohammedaner, Sklaven raubten, kauften urid verkauften, um bei den Behörden desto nachdrücklicher die Einhaltung der bestehenden internationalen Verträge fordern zu formen. Der Diener Gottes hat selbst viele Sklaven losgekauft, besonders Kinder, die dann in der Mission unterrichtet wurden. Gerade deswegen gingen ihm so oft die Geldmittel aus. Solche, die er nicht loskaufen konnte, unterstützte er in edelmütigster Weise, so daß er ihretwegen zuweilen Schulden machte. Darum liebten ihn auch alle wie einen Vater. Jeden Sonntagmorgen spendete er den zahlreichen Armen, die sich vor der Mission einfanden, ein Almosen. Heraus ließ er sich von einigen Knaben in die Hütten der Kranken und Armen führen, sprach ihnen Trost zu und beschenkte sie hochherzig. Mit Recht konnte er schreiben: „Beim Anblick so vieler Greuel und so großen Elends sind meine Missionäre bereit, ihr Leben für das Heil dieser unglücklichen Völker hinzugeben. Wir achten weder auf die tropische Hitze noch ans die Beschwerden des apostolischen Lebens, seien es Reisestrapazen oder sonstige Entbehrungen. Wir haben unsere Wäsche und Bekleidungsstoffe für die losgekauften Sklaven verwendet. Alle sind wir entschlossen, jedes Ungemach zu ertragen, um Ibte Lage dieses Volkes zu verbessern und es dem Glauben näherzubringen. Unsere Losung wird bis zum letzten Atemzuge lauten: Afrika oder der Tod." Nicht selten flüchteten die Sklaven bei Ausfüllen der Wände mit Stampferde. Aufsetzen des Dachstuhles. schweren Mißhandlungen seitens ihrer Herren in den Schatten des Kreuzes. Da aber die Behörden selber den Menschenhandel begünstigten, war es für die Missionäre häufig nicht leicht, den armen Geschöpfen die Freiheit zu erwirken. Ein junger Nubaneger iwurde von seinem Herrn schlimmer als ein Tier behandelt und entfloh deshalb in die Mission, die ihn loskaufte. Wenige Tage später wollte der Sklavenbesitzer die erhaltene Summe wieder zurückgeben und den Jungen mit sich nehmen. Weil die Missionäre darauf nicht eingingen, verklagte er sie beim Statthalter, der die Rückkehr des Sklaven zu seinem Herrn anbefahl und die Mission wegen Sklavenhaltung zu einer Geldstrafe verurteilte. Zwar mußte er aus die Einziehung dieser höchst ungerechten Strafsumme verzichten, der Nnbaner wurde aber nun in unmenschlichster Weise mißhandelt, in Fesseln gelegt und an einen Ort außerhalb der Stadt verbracht. Etwa zwei Monate später trugen ihn vier mitleidige Gefährten nach Einbruch der Dunkelheit in die Mission. Die eisernen Ringe an seinen Füßen wogen fünf Pfund. Sin schweres Sperrholz klemmte überdies die Füße auseinander und machte jeden Schritt unmöglich. Der Körper des Negers war mit Hiebwunden bedeckt. Natürlich blieb sein Aufenthalt in der Mission nicht lange geheim. Doch brachte es der Sklavenbesitzer nicht mehr zuwege, ihn noch einmal sortzuschlep- Eingeborene aus dem Gebiete des Gazeklenftusses. Pen, sondern mußte sich damit begnügen, die Marterwerkzeuge mit sich zu nehmen. Als einer der Missionäre vor dem Statthalter über die Behandlung einiger Sklaven Beschwerde erhob und zu verstehen gab, er werde diese Grausamkeiten der europäischen Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen, erhielt er die Antwort: „Bevor du deine Stimme in Europa erhebst, werden wir sie ersticken." Ein Sklavenhändler namens Solani ließ eine seiner Sklavinnen mit dem Kopfe nach unten an einem Baum aufhängen, so lange peitschen, bis er glaubte, daß sie tot sei, und hierauf auf einen öffentlichen Weg werfen. Ein Vorübergehender brachte das Mädchen in die Mission, wo es sich allmählich wieder erholte. Nach drei Monaten erfuhr der Unmensch seinen Aufenthalt, drang in das Schwesternhaus ein und schleppte es mit sich fort. Die Schwestern verständigten Comboni von dem Vorfall. Dieser eilte sogleich zum Statt- halter und machte ihm so heftige Vorhalte, daß sofort der Befehl erging, das furchtbar zugerichtete Mädchen den Schwestern zurückzustellen, was auch geschah. Unter den vielen, die durch die Mission gerettet wurden, befand sich auch ein Denka-knabe mit dem Namen Den Pharim Sorur. Seine Heimat lag im Gebiete des Gazellenflusses. i@r hatte in seinen Kinderjahren vier Raubzüge der Sklavenjäger erlebt. Beim letzten geriet er samt seiner Mutter in die Gewalt der Men-scherthändler, während sein Vater, der die Familie zu verteidigen suchte, im Kampfe fiel. Glücklicherweise wurden der Junge und seine Mutter, die ein Lanzenstich verwundet hatte, dem gleichen Herrn zugeteilt. Nun begann der qualvolle Marsch durch Wälder, Wüsten und Sümpfe, bis die Karawane nach Verlauf eines Jahres El Obeid erreichte. Daselbst kam der Knabe in das Haus eines Moslems und mußte dessen Herde hüten. Verirrte sich eines der Tiere, was nicht selten vorkam, so wurde der arme Junge so lange mit der Nilpferdpeitfche bearbeitet, bis das Blut umherspritzte. Ein Jahr hielt er aus. Dann erklomm er eines Tages die Mauer des Missionshauses und lief gerade Comboni in die Hände: „Wer bist du", fragte ihn dieser. — „Der Sklave eines Kameltreibers." — „Wer schickt dich hieher?" — „Gott", lautete die Antwort. Die offene, frische Art des Knaben gefiel Comboni. Noch am selben Abend kam der Herr, um seinen Sklaven zurückzuholen. Es gelang ihm jedoch nicht, sich des Jungen zu bemächtigen. Er wiederholte seine Versuche an den folgenden Tagen und bot Comboni sogar vier Ochsen und zwei Rinder für die Herausgabe des Knaben an. Schließlich brachte er auch dessen Mutter mit, die alles aufwenden mußte, um ihren Sohn zur Rückkehr in das Haus des Moslems zu bewegen. Da nichts fruchtete, schwur sie feierlich, ihn nicht mehr sehen zu wollen. Dieser harte Eid seiner unglücklichen Mutter schnitt Den Pharim tief in die Seele; dennoch blieb er standhaft. Er wurde unterrichtet, getauft und erhielt den Namen seines Befreiers „Daniel". Später nahm ihn Comboni mit nach Verona und ließ ihn dann in Rom studieren, wo er als erster Neger des Denkastam-mes das hohe Ziel des Priestertums erreichte. (Fortsetzung folgt. I Heft 6 Stern der Neger 93 -EI" '• ";V "v; -/'/ t MM -\x: Ein erlegter Alligator. Diese gefährlichen und gefräßigen, zur Gattung der Krokodile gehörenden Tiere leben in den großen Strömen Amerikas und Asiens. (Fides.) Der Sohn des Freimaurers. Von Anna Kayser.* (Fortsetzung.) Pater Werner packte ein Schwindel. Mit äußerster Willenskraft zwang er sich zur Ruhe. „Tureba, sei vernünftig. Ist mein Bruder verwundet oder — tot?" „Ich weiß nicht. Als ich ging, atmete er noch. — Dlt sollst ihm den weißen Gott bringen." Pater Werner hörte das letzte kaum mehr. Er war bereits irrt Kirchlein, zündete die Laterne an, nahm das Viatikum und das heilige Öl irnib stürmte mit schwindelnden Sinnen hinaus in die Nacht. Tureba mit der Laterne voran. Durch sumpfige Wege, durch Schlinggewächse, über gestürzte Baumstämme, durch Gebüsch und Dickicht ging der Weg, wohl eine halbe Stunde lang. Durch die Wildnis klang unheimliches Heulen der Nachttiere, die nach Beute suchten. Im raschelnden Laub krochen die Schlangen. „Wie ist es gekommen?" fragte Pater-Werner nach einer Weile. „Der weiße Bruder war zu meinem Sohne gekommen und hatte ihm gute Tropfen mitgebracht, und das Fieber war schon weniger geworden. Die Nacht kam, und er war noch bei dem alten Hulpa, der die Würmer in seinem Bein hatte. Ich wollte mit ihm gehen, aber er wollte noch zu dem kranken Weibe des Zarpa, das früher eine Hexe war. Zarpa kam ihn holen. Ich hatte aber keine Ruhe, weil ich an Karullus Messer dachte und an Mukarut, den Schrecklichen. Ich ging ihm heimlich nach. Er hatte das helle, ntnibe Licht in seiner Hand, und die Nacht konnte ihm nichts tun. Da sah ich Druck und Verlag der Bomfatius-Druckerei in Paderborn. Mnkarut mit seinem Dolche aus dem Busche stürzen und hörte den Schrei des armen weißer Bruders . . . Als ich hinzukam, war der Schreckliche weg — und der weiße Bruder lag in seinem Blute . . Dem braven Manne brach die Stimme vor Trauer um den Wohltäter seines Stammes. „Und weiter!" drängte der Missionär erschüttert. „Ich nahm ihn auf meine Arme, aber es tat ihm weh. Er stöhnte sehr, da er viele Wunden hatte. Da wollte er, daß ich ihn liegen lasse und zu dir gehe, daß du ihm das heilige Brot bringest. Ich wollte ihn nicht allein lassen, aber er wollte es. Er hat nicht mehr viel geatmet." Endlich kamen sie an ein kleines Dickicht, zu dem Tureba sich mit blutenden Händen einen Zugang gebahnt hatte, um einen Schutzwinikel sür den Verwundeten zu sin-den. Pater Werner zuckte zusammen, als er im Scheine der Laterne eine dunkle Gestalt wie leblos auf bloßer Erde liegen sah, ein Reisigbündel unter dem Kopse. Ein Stöhnen stieg in ihm hoch. Er kniete neben ihm nieder und nahm Bruder Rudolfs schon erkaltende Hand in die seine. Aus einer tiefen Stirnwunde war das Gesicht mit Blut übergössen. Lebte er noch? Oder war seine Seele schon bei Gott? „Rudolf! Bruder!" flüsterte Pater Werner mit schmerzerstickter Stimme. Behutsam fuhr er mit seinem Taschentuch über sein Gesicht. Dann legte er das Ohr aus sein Herz, lauschend auf den leisesten Herzschlag. Sein eigenes Gesicht war voll Blut, als er es erhob. Der Meuchelmörder hatte ganze Arbeit getan. Wieder flüsterte er: „Rudolf!" Wieder zitterndes Warten. Endlich war es, als kehre die entfliehende Seele von den Ufern der Ewigkeit zurück. Ein gequälter Atemzug hob die röchelnde Brust, die Augen öffneten sich langsam und sahen starr um sich. „Bruder Rudolf, kennst du mich?" flüsterte Pater Werner in erwachender Hoffnung. Ein langsames Erkennen ging über das Gesicht des Todwunden. Leise drückte er die Hand, die die seine hielt. Da nahm der Missionär den verhüllten Gott und hielt ihn dem Sterbenden im Schein der Laterne hin. Ein gebrochener Freudenlaut. Der Verwundete versuchte sich aufzurichten, sank aber mit einem Schmerzensseuszer wieder zurück. Mühsam hob er die schon ersterbenden Hände, bittend, ihm seinen Gott zu geben. Als er aber den Mund öffnete, da zögerte Pater Werner schaudernd einen Augenblick; denn der Mund war mit Blut gefüllt. Durfte er den eucharistischen Gott auf blutige Lippen legen? Sein Herz ries ein lautes „Ja". Es war ja Märtyrerblut, das den weißen Leib des Gottessohnes wie einst mit einem blutigen Kleide umhüllen sollte. Weinend legte er ihn in den verlangend geöffneten Mund des Märtyrers. „Accipe, frater, viaticum Domini n ostri Jesu Christi — Empfange, mein Bruder, die Wegzehr unseres Herrn Jesu Christi . . zitterte es durch die lirwaldstille. Schauer gingen durch die Wipfel der Waldriesen. Die Stimmen der Wildnis schwiegen. Es war, als stiegen weinende Engel herab in die Tropennacht und sammelten dieses Bekennerblut in goldene Schalen und trügen es betend zum Throne Gottes. Mit Gewalt dämpfte Pater Werner seinen Schmerz, um dem Mitbruder die Tröstungen der Kirche bis zum letzten zu geben. Als das letzte Wort der Generalabsolution verklungen war, öffnete der Sterbende noch einmal die Augen. Es war, als wolle er sprechen. Pater Werner legte sein Ohr an seinen Mund und lauschte angestrengt. „Ich . . . sterbe . . . für die beiden", hauchte er. Dann schloß er die Augen. Der Atem wurde leiser und leiser und erstarb bald ganz . . . Ein Schmerz packte den Missionär, als er den Bruder entseelt vor sich liegen sah, daß sich für einen Augenblick seine Sinne verwirren wollten. Es konnte doch nicht sein, er durfte nicht tot sein, der treue Gefährte und Freund. Sollten so jäh all die schönen Hoffnungen zerstört sein? Heftig zog er den toten Mitbruder in seine Arme, als könnten seine Liebe und sein Schmerz ihm neues Leben einhauchen. Er vermochte dem grausamen Weh, das Denkmünze zur Erinnerung an die Heiligsprechung Alberts des Großen. Entwurf von Professor Hans Schwegerle, München. (Atlantic.) ihm Körper und Seele durchwühlte, nicht mehr zu gebieten. Seine Tränen mischten sich mit dem Blute des toten Braiders. Tureba lag in unbeherrschtem Schmerze am Boden und schluchzte laut. Und doch erfuhr der schwergetrossene Missionär auch in dieser Stunde wieder, daß der Herr, wenn er den Olbergkelch zu trinken gibt, auch den Engel mit dem Kelch der Stärkung sendet. Wie ein sanftes Licht, das die Leibdunkelheit seines Herzens erhellte, fiel der Gedanke in seine Seele, daß der nun verklärte Bruder im glorreichen Märtyrerkleide mit der Palme in der Hand auf ihn und seinen Schmerz herabsähe: „Sei getrost, ich bin nicht umsonst gestorben!" Da begann er ruhiger zu werden. Ein heiliger Starkmut kam über ihn. Lag es nicht so im Plane der ewig anbetungswürdigen Vorsehung? Vielleicht war das Opfer des Mitbruders notwendig gewesen, damit aus seinem Blute neuer Samen ausging für diesen neugepflanzten Weinberg. „Gott, laß die Seelen der Feinde den Preis für dieses kostbare Leben sein. Und wenn du willst, so bin auch ich bereit." Dann sprach er noch ein „Requiem" und winkte Tureba heran, damit er ihm helfe, den Entseelten zur Station zu tragen. Pater Werner mußte an einen andern traurigen Zug denken, da auch tiefbetrübte Menschen einen Toten zu Grabe trugen, der für seine Feinde gestorben war. Sein Tod war vielen zum Leben geworden. Schweigend zogen sie durch die Nacht der Mission zu. Dort legten sie den Toten auf sein Bett, wuschen ihn und trugen ihn hinüber zum Kirchlein. Dort im roten Scheine des Ewigen Lichtes bahrten sie ihn auf. Hier hatte der Heimgegangene so manche Stunde bei Tag und Nacht in Anbetung verbracht. Hier hatte er an jeden: Morgen das Missionsglöcklein hinausgeläutet in die Heidennacht und bei jedem heiligen Opfer ministriert. Hier war seiner Seele Heimat gewesen im Leben, hier sollte er auch im Tode ruhen. Tureba ging, ohne noch ein Wort zu sagen, fort, die Trauevkunde in die Hütten seines Stammes zu bringen. Er konnte die heilige Stille im Kirchlein nicht ertragen. In seinem Innern kochte fürchterlich der Haß. Und die Geister der Rache schmiedeten blutige Vergeltungspläne. Der Pater ahnte, was in dem Neuchristen vorging, kannte er doch zu gut die grausamen Gesetze der Blutrache, denen auch die Getauften meist heimlich' noch- huldigten. Er wußte auch, daß ein Racheakt gegen die beiden mächtigen Verschwörer, wie viele andere vorher, Tureba und seine Familie verderben müßte und auch das Missionswerk nur in neue Gefahr bringen würde. Wehe denen, die diese beiden Tiger reizten! Er ging ihm nach und legte beruhigend die Hand auf -seine Schulter. „Tureba, nicht base fein, auch den beiden nicht. Unser -Bruder ist droben im schönen Himmel. Er hat es besser als du und ich." Der Neuchrist schüttelte seine Hand ab, was er noch nie getan, und knirschte in verhaltener Wut: „Tureba kann nicht. Noch in dieser Nacht soll das Messer ins Herz der beiden Teufel!" „Tureba, du bist ein Christ. Hast du vergessen, was wir, auch unser toter Bruder, euch gelehrt haben? Wie heißt es doch? Du konntest es so gut auswendig." Der andere aber wollte nichts hören. „Nun, mein Sohn, so will ich es dir sagen: Liebet -eure Feinde, tuet Gutes -denen, die euch hassen, und betet für die, . . ." „Halt ein, weißer Vater, das ist ganz unmöglich, was du da sagst. Das wird Tureba nie tun. Diese Scheusale lieben? Wir wollen sie in die Hölle schicken, weil sie den guten weißen Bruder getötet haben. Keiner hat uns liebgehabt, . . bis du, Vater, und der gute Bruder zu -uns gekommen seid. — Nun haben sie ihn totgemacht. Deshalb sollen sie sterben. Sonst werden sie auch dich töten, Vater. Und dann sind wir wieder arm." In wilder Hast stieß er es heraus, der rote Christ mit dem treuen, aber noch heidnisch hassenden Herzen. Dann wollte er fort. Pater Werner aber hielt ihn. Er sah ein, daß es in dieser ersten Stunde zwecklos sei, den Mann zu beruhigen. Er mußte Zeit gewinnen. „Versprich mir, Tureba, daß du jetzt heimgehst zu deiner Hütte. In dieser Nacht darfst du nichts unternehmen. Du würdest die beiden auch gar nicht finden, da sie sich -sicher gut versteckt haben." Das leuchtete dem Manne ein. Aber mit -einem Ton von erwachendem Mißtrauen sprach er scheu: „Hast du den weißen Bru- der nicht liebgehabt, daß du seine Mörder schützen willst?" „Tureba, kennst du deinen Vater so wenig?", entgegnete der Missionar traurig. „Sei nicht böse, aber ich kann es nicht begreifen, daß -du die beiden Ungcheuer nicht hassest." „Ich tue nur, was unser Heiland am Kreuze getan hat. Weißt du's noch, Tureba, was er betete? Water, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.1" Tureba schien ergriffen. „Das ist zu schwer. Du bist ein heiliger Mann. Und Tureba ist nur ein armer roter Christ." Da ließ er ihn gehen. Dann schickte er sich an, die Totenwacht bei dem entschlafenen Bruder zu halten. Es war ihm unmöglich, sich von ihm zu trennen. Zu schlafen hätte er doch nicht vermocht. Lange kniete er vor dem verborgenen Gott im armen Tabernakel und hielt Zwiesprache mit ihm, der auch einst am Grabe eines Freundes weinte. Das unsägliche Gefühl der Vereinsamung, des Alleinseins mit einem Toten in der trostlosen Urwaldnacbt, das gewaltige Heimweh nach irgendeinem teilnehmenden Menschen der eigenen Rasse, das ihn umklammern wollte, wich langsam einer ergebungsvollen Ruhe. 'Sine tödliche Abspannung aber machte sich bald als Folge des furchtbaren Erlebens geltend. -Er stand auf und setzte sich aus einem niederen Holzscheme-l neben der Bahre, des Freundes nieder. Das matte Licht der Laterne beleuchtete das weiße Gesicht des Entschlafenen, das, nun es vom Blute gereinigt war, mit friedlichem Ausdruck vor ihm lag. Lange betrachtete er die Züge des Mitbruders. Das war noch dieselbe hohe, edle Stirn mit dem vollen dunklen Haar, die Stirn des stolzstrebenden Novizen, die so manchen kühnen Geistesflug genommen, hinter der so mancher Kamps ausgekämpft und ein so herrlicher Sieg errungen war. (Fortsetzung folgt.) Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Kongregation der Missionäre Söhne des heiligsten Herzens. Jesu. Verwaltung: Missionshaus „Maria Fatima", Post Unterpremstätten b. Graz, Stmt. Verantwortlicher Redakteur für Österreich: P. Alois Wildling. F. S. C., Generalassistent, Missionshaus „Maria Fatima", Post Unterpremstätten bei Graz; für Deutschland: P. Heinrich Wohnhaas, F. S. C,, Missionsseminar St. Josef, Ellwangen-Jagst, Württemberg. — Universitäts-Buckdruckerei „Styria", Graz.